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Full text of "Anatomie und Naturgeschichte der Vögel / 2"

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- 


<36605279020010 

<36605279020010 
Bayer.  Staatsbibliothek 


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ANATOMIE 


u  n  d 


NAT  URGES  Gl  UCHTE 


der 


Vögel 


von 

-  / 


•i  » 


D.  Friedrich  Tiedemann, 

Professor  der  Anatomie  und  Zoologie  an  der  Universität  zu  Landshut, 
correspondierendes  Mitglied  der  Akademie  der  Wissenschaften 
zu  München  und  zu  Berlin,  so  wie  einiger  anderen 
gelehrten  Gesellschaften  Mitglied. 


— 


Zweiter   B  a  n  d. 


Heidelberg, 
bei    Mohr    und  Zimmer. 


1814. 


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Inhaltsanzei 


g  e< 


Sechster  Abschnitt 

Zeugungs  -  und  Bildung*  -  Geschichte  der  Vögel. 


Zweites  — 

wu"         "^««lun«.         .        .  aeire 
Von  dem  Neste.             .  .   

i 

-24 

Drittes  — 

Von  der  Zahl,  Gestalt,  Grö'fse  und 

Farbe  der  Eyer.   

6t 

Viertes  — 

Von  dem  Bau,  der  Eyer  vor  der  Bebrütung 

83 

Fünftes  — 

Von  der  Bildung  des  Eycs  in  den 

weiblichen  Genitalien  — 

Sechstes  — 

Von  abnorm  oder  niifsgebildeten  Evern — 

"5 

Siebentes  — 

Von  jlero  Brüten     ...  — 

»31 

Achtes  — 

Von  der  Bildung  des  Foetus  ,   

M8 

Neuntes  — 

Von  den  Mifsgeburten  der  Vögel  — 

265 

ä 


vi  • 

» 

Siebenter  Abschnitt. 

Metamorphose  der  VögeL 

Erstes  Capitel.    Von  der  Metamorphose  des  gesamm- 
ten  Lebens,   von  dem  Austritt  aus  dem  Eye  an 

hin  mm  Tod  Seite  2fift 

Zweit«  Capitel.  Von  der  jährlichen  Metamorphose  —  309 
Drittes  —»  Von  der  täglichen  Metamorphose  —  317 
Viertes     —       Von  der  Metamorphose  der  Vögel,  in 

Beiufi  auf  die  Erd  -  Revolutionen      —  $2Z 


Ach  tei   A  b  f  c  h  n  i  t  U 

* 

Aufenthalt  und  Verbreitung  der  Vögel. 

Erstes  Capitel.    Von  der  physischen  Verbreitung  der 

Vögel  Seile  327 

Zweites    —       Von  der  geographischen  Verbreitung 


der  Vögel 

33* 

I.  Vögel, 

welche  Europa  eigentümlich  sind. 

337 

II.  — 

Asien              —  — 

35° 

HL  — 

Afrika  — -  -r 

37 1 

IV,  — 

Amerika           —  — 

386 

V.  - 

Australien       —  — 

426 

VI.  — 

Europa  und  Asien  eigenthüml  ich  sind 

436 

V1L  — 

Europa  und  Afrika  — 

440 

VIII,  — 

Europa  und  Amerika  — 

442 

IX.  — 

Asien  und  Afrika 

443 

X  — 

Asien  und  Amerika 

445 

XI.  — 

Asien  und  Australien  — 

446 

XII.  — 

Afrika  und  Amerika  — 

447 

XIII.  — 

Afrika  und  Australien  — 

448 

xiv.  — 

Amerika  und  Australien 

448 

VII 


XV.  Vögel,  welche  Europa,  Asien  n.  Amerika  eigenth.  sind  Seite 449 

Europa,  Asien  und  Afrika  —  • —    —  455 

Europa,  Afrika  u.  Aroerika  —      —    —  458 

Europa,  Asien  u- Australien-*-  ■ —    —  459 

Asien,  Afrika  u.  Australien —      —    —  459 

Afrika,  Amerika  o.  Australien  *—  —  459 
Europa,  Asien,  Amerika  und  Austra- 

—  460 


XVI.  —  — 

XVII.  —  — 

XVIII.  — 

XIX.  —  — 

X3L  —  — 

XXI.    —  — 


YYIf    - 

A  All     —  — 

£>uropa,  ^vsicn ,  i\irii&a  uuu  /\mcnKa 

angehören  -j— 

Aßo 

XXIII. —  — 

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Asien,  Afrika,  Amerika  und  Austra- 

1 1  p>ti  ünnrKölr^n 

1ICJ1    « 11  fc»  c  1 1  VJ  1  Cll  ■ 

A  AI  V  .  — 

in  aiicn  w ciiiiieiicn  vorKornrrien  • 

40  2 

Drittes  Capitel. 

Von  der  Verbreitung  der  von  Vege» 

IdUJllCll    ICUvllUCU     V  UgCt  1 

4&S 

ff  ^  m  fr  A 

v  lerrcs 

von  oer  veroreitung  acr  von  inscKtcn 

lebenden  vogcl 

493 

Fi !  n  fV<>6 

v  un  ucr   t  c i ui c i tu ii v    uci  voriuFiicn 

von  animalischen  und  vegetabilischen 

• 

Snrutan7pn   n^c  T^cf^n  I.anri#»c  lr»K»«i 

den  Vogel  — 

5«4 

oecnstes  — 

Von  der  verDreitung  der  vorzüglich 

von  Würmern,  Mollusken,  Crustace- 

•. 

rn    iinn    Wa«pr.  Insfkf^n  l#»h#»nrl*n 

Cll       UIIU        Tf«JJtl'HlätlVltH     lCUt.ll  LI  C  II 

Vögel                                   •  — 

516 

Siebentes  — 

Von  der  Verbreitung  der  vorzüglich 

von  Amphibien  und  Fischen  leben- 

den Vögeln  — 

Achtes  — 

Von  der  Verbreitung  der  Vögel,  wcl- 

che  sich  vorzüglich  vonThieren  und 

Pflanzen  des  süfsen  Wassers  nähren  — 

530 

Neuntts  — 

Von  der  Verbreitung  der  Vögel,  welche 

Zehntes  — 

sich  vorzüglich  von  Meerthicren  nähren  — 

539 

Von  der  Verbreitung  der  von  animali- 

schen Substanzen  ,  von  Saugethieren  , 

Vögeln,  Amphibien,  Fischen  und  In- 

fekten lebenden  Vögel  — 

^55« 

VIII 

I 

Eilfres  Capitel.  Einige  Fclge^tte  enthaltend  Seite  561 

Zwölftes  — -      Von  dem  Einflüsse  des  Aufenthalts  und 

der  Verbreitung  aul  die  Bildung  der  Vogel  —  567 


Neunter  Abschnitt. 

Wanderungen  der  lrögel. 

Erstes  Capitel.  Von  dem  Verschwinden  vieler  Vogel 
im  Herbste,  und  von  dem  Wiedererschei« 
nen  derselben  im  Frühling  Seite  580 

Zweites  Capitel.    Von  den  Wanderungen  der  Vogel  in 

Europa  und  im  nördlichen  Afrika  —  603 

Drittes  Capitel*    Von  den  Wanderungen  der  Vogel  in 

Asien  —  62s 

Viertes  Capitel.  Von  den  Wanderungen  der  Vogel  in 

Nord  Amerika  —  633 

Fünftes  Capitel.  Von  den  Wanderungen  der  Vögel  auf 

der  südlichen  Heamplutrc  —  639 

Zuiätte  —  643 


■  -  ■ 


Sechstex  Abschnitt. 

§ 

Zeugungt  -  und  Bildungs  -  Geschichte  dir  V$ge\; 


fitstes  Capitel. 

Po  n   der  Begattung, 


Der  Trieb  zur  Begattung,  oder  das  Bemüheii 
die  in  erhöhte  Thätigkeit  Versetzten  Zeugungs- 
organe zu  gebrauchen ,  äüsfeert  fcich  bei  den  Vö- 
geln in  seiner  ganzen  Stärke  in  der  Periode  der 
vollkommensten  Ausbildung  ihres  Körpers.  Die 
mehresteii,  besonders  die  kleineren  Vogels  wel- 
che diese  Periode  schon  am  Ende  ihres  ersten 
Lebensjahres  erreichen,  pflanzen  sich  nach  lein- 
mal überlebtem  Winter  fort.  Die  Raubvögel, 
die  gröfsfcren  Hühner  -  artigen  Vögel,  die  Sumpf- 
und  Wasser  -  Vögel*  welche  erst  nach  zwei, 
ja  sogar  einige  nach  drei  Jahren  vollkommen 
ausgebildet  sind,  begatten  sich  nach  zwei  oder 
drei  überlebten  Wintern»    Der  Begauungstrieb 


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äussert  sich  bei  den  Vögeln  zwar  in  der  Perio- 
de der  höchsten  Ausbildung  ihres  Körpers,  al- 
lein nicht  beständig,  die  Vögel  sind  nicht  im-  , 
mer  zeugungsfähig,  sondern  er  tritt  nur  in  der 
Periode  der  höchsten  Tbätigkeit  ihres  jährli- 
chen Lebens  ein,  in  welcher  alle  Theile  des 
Körpers,  namentlich  das  Gefieder,  ihre  höchste 
Ausbildung  erreicht  haben.  Diese  letztere  Pe- 
riode hängt  bei  den  meisten  Vögeln  von  dem 
Stande  der  Erde  gegen  die  Sonne,  oder  von 
den  Jahreszeiten  ab.  Jedoch  hat  auch  die  Men- 
ge der  Nahrung,  einen  grofsen  Einflufs,  deren 
leichte  Erhaltung  zwar  meistens  wieder  von 
dem  Stande  der  Erde  gegen  die  Sonne  bedingt 
ist.  Die  Vögel,  welche  die  Länder  der  gemäs- 
sigten Klimaten  der  nördlichen  Hemisphäre  der 
Erde  bewohnen ,  begatten  sich  gröfstentheils  jm 
Frühjahr  a) ,  in  den  Monaten  Alärtz ,  Apni  und 
May.  Der  Reitz  der  eintretenden  Wärme,  Jie 
leichte  Erhaltung  der  Nahrung,  die  hiervon  ab- 
hängende gröfsere  Thätigkeit  des  Gefäfssystems 
und  die  nun  eintretende  Absonderung  der  Zeu- 
gungsflüssigkeiten sind  die  Hauptursachen  des 
eintretenden  Begattungstriebs.  Der  Kreuzschna- 
bel macht  eine  Ausnahme  von  der  Regel,  denn 
er  .begattet  sich  im  Winter  b)>  in  den  Monaten 


d)  Aristoteles  Hist.  Animal.  Lib.  5.  Cap.  8«  Genus  avium 
parte  plurima  vere,  ac  ineunte  aestate  coit,  et  parit,  ex« 
cepta  alcyone,  quac  circa  brumam  parcre  solita  est. 

In  nördlichen  Gegenden  begattet  sich  der  Eisvogel  im  März, 
in  südlichen  aber  im  Januar  oder  Februar. 

b)  Nach  Bechsteins  Beobachtungen  waren  im  Thüringer  Wal« 
de  im  Januar  des  Jahres  1195,  °*ie  meisten  Gehecke  des 


■ 

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3 

December,  Januar  oder  Februar,  seltener  im 
Märtz.  Der  Grund  hievon  scheint  in  der  Nah- 
jung  dieses  Vogels  zu  liegen,  welche  vorzüg- 
lich aus  Fichtensaamen  besteht,  den  er  in  Men- 
ge gerade  im  Winter  erhalten  kann  a).  Im 
Märtz  begatten  sich  die  Rabenarten,  die  Elster, 
die  Sing  -  und  Mistel  -  Drossel,  der  Wasser- 
schwätzer ^Cinclus  aquaticüs),  die  Spechtarten, 
der  Baumläufer,  der  Citronenfink,  die  Krickente 
u.a.;  im  April  der  Schreiadler  (Aquila  naevia), 
der  Baumfalke  (Talco  subbuteoj,  der  rauhfüfsi- 
ge  Bufsard  (Falco  lagopus),  die  Schleiereule 
(Strix  flammea),  der  Staar,  die  Nachtigall,  die 
schwarzköpfige  Grasmücke,  die  meisten  Fin- 
kenarten, die  Meisen,  die  Lerchen,  die  Am- 
mern, der  Auerhahn,  der  Birkhahn,  die  Regen- 
pfeifer, Brachvögel,  Meerbühner,  Steifsfüfse  u.  a.; 
im  May  pflanzen  sich  die  meisten  Adlerarten 
fort,  der  Sperber,  der  Thurmfalke,  der  Wen- 
dehals, der  Kuckuk,  das  Laubvögelchen  (Mo- 
tacilla  trochilus),  die  Fliegenfänger,  die  oold-j. 
drossel,  die  Trappen,  die  Schnepfen,  die  Was- 
serläufer, der  Kampfhabn,  der  Kranich,  die 
Meerschwalben,  die  Meven  u.  a.  Im  Allgemei- 
nen findet  man,  dafs  sich  die  eben  genannten 
Vögel  in  Italien,  Spanien,  und  Griechenland 
früher  fortpflanzen,  als  in  Schottland,  Schwe- 


Kreuzschnabels  schon  ausgeflogen,  und  da  es  viel  Pich* 
tensaamen  gab,  so  wimmelte  es  von  solchen  jungen  Vö* 
geln  in  den  Wäldern,  obgleich  das  Thermometer  zwischen 
29  und  31  Grad  unter  dem  Gefrierpunkt  stand.  Natur- 
geschichte Deutschlands  B.  3.  S.  14.  Ausg.  2. 

t 

«)  Dies  ist  auch  die  Meinung  Hanow's:  in  den  Seltenheiten 
der  Natur  B,  1.  S.  2-]-]. 

I  * 


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4 


den"  und  Noiftvegen.  Nach  eiiiem  länge  daü* 
erndeh  und  strengen  Winter  begatten  sich  die  ' 
Vögel  später,  und  umgekehrt  nach  einem  ge- 
linden Winter  und  bei  früh  eintretendem  Früh* 
jähr  begatten  sie  sich  früher.  Die  alten  Vögel 
begatten  sich  eher  als  die  jungen  Vögel. 

Die  gezähmten  Vögel,  die  Tauben,  Hüb* 
net,  Kanarienvögel,  Enten  u.  a.  begatten  sich 
fast  das  ganze  Jahr  hindurch,  (während  der 
strengsten  Winterkälte  und  während  der  Zeit 
des  Maüserns  ausgenommen)  wenn  sie  an  ei* 
iiem  warmen  Ort  gehalten  werden  und  reichliche 
Nahrung  erhalten.  Man  kann  den  Begattungs- 
trieb dieser  Vögel  dadurch  beschleunigen  und 
erhöhen,  wenn  man  ihnen  ein  sehr  nahrhaftes 
und  stimulierendes  Futter  gibt,  z.  B.  Waizen» 
Hanfsaamen,  Brod  in  Wein  eingeweicht  u.  s.  w* 
Die  Täuben  werden  besonders  durch  den  Ge- 
nuß der  Fizebohnen  (Vicia  setiva  nigra)  zur 
Begattung  gereizt* 

4 

■ 

Die  Vögel,  welche  die  Länder  des  nördli* 
chen  karten  Erdstrichs  oder  dessen  Nähe  be* 
wohnen,  pflanzen  sich  im  May  oder  im  Juny 
fort.  In  Island,  Lappland  und  Grönland  a)  bea 
gattet  sich  die  Schneeammer  (Emberiza  nivalis) 
und  der  Leinfink  (Fringilla  linaria)  im  Mayj 
der  Lappländische  Fink  (Fring.  lapponica),  der 
Weifsschwanz  (Motacilla  oenanthe),  der  ge- 
streifte Strandläufer  (Tringa  striata),  die  Win* 

r 

■■'  i  i 

«)  Fabricius  Fauna  ÜrÖnlandtci* 


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terent^  (Atias  iriemalis),  die  verschiedenen  Me* 
venarten,  die  Alken,  die  Lummen  und  die  See- 
taucher begatten  sich  im  Juni,  An  der  Hud- 
sonsbay  ß)  begaben  sich  die  Schnee  -  und  Win- 
ter -  Ammer,  (Emberiza  nivalis  et  fiiemalis), 
der  Lappländische  Fink,  der  Hudsonische  Fink* 
die  Uferlerche  (Alauda  alp<e$tris),  den  Eisvogel 
prit  <kin  Halsbande  (Alcedojalcyon)  und  die  mei- 
sten üi^igen;  Vogel  im  May  oder  Juni.  In  Kamt- 
schatka b)  feeggtten  sich  die  Bachstelzen  im  M*yr 
wd  die  brüten  erst  im  Ju&/. 

»  ,4    1     .  .  .  *  f. 


•»      »         I  • 


I 


»     •  *  in«    ■  -  ....  . 


In  d^ii  Baadern  zwischen  den  Wendekreis 
$en,  zum  Beispiel  in  Cayenrie,  sollen  sich  die 
Vögel  nach  (Jer  Angab«?  Ba,]pn's  c)^  in  der  Re* 

.      '    t      v  iJi  Jj?,.l  L.    ,/UJ       •  I 

m)  I-  R.  Forster  An  Accourvl  ^öt  jthe  Birds  seift  from  Hud- 
lon'j.  Bay;    with  Observations    relative  to  their  ^aturtl 
.      Histqry  Philos.  Tiaitfactions  Vol.  $2,  p. .382. 

£)  Stellet  Beschreibung  tyarats$atkaf.  $.  196. 

e)  Cest  dans  la  saison  des  pluies,  que  tous  les  oiseaux  pon- 
dent  et  couveiU.  Pendant  les  grandes  sechercsses",  feurs 
amour*  paroifsent  suspenduts;  et  cn-  effef,!  la  naturc  dans 
cette  saison  semble  ctre  peu  vivantc  et  peu  reproduktive. 
Le  renpuvellement  des  pluics  est  le  vrai  tcms  qui  repond 
au-  prinfems  d'Europe,  et  c'est  aussi  celui  dans  lequel  la 
nature  paroit  reprendre  tous  ses  droits.  Les  quadrupedes 
(Je  toute  espece  se  rechcxchcnt*.  et  les  ojses*ux.  9,ui  pen- 
dant  l'e'te  restent  caches  dans  les  forets,  reparoissent  et 
annoncent  par  leurs  ramages,  et  leurs  eris  continuels,  que 
ccst  la,    le  vrai  tcms-  de  leurs  amours.    Mein,  sur  Cay- 

.   ww  T-  a.  p-  35* 


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I 


1 


6 

genzelt  fortpflanzen,  z»  B.  der  Mafail'  (Penelo- 
pe  marail  L.)  begattet  sich  im  December  oder 
Januar,  der  Kam  ich  i  (Palemedea  cornuta)  im  Ja- 
nuar oder  Februar!  In  Paraguay  fangt  die  Zeit 
der  Fortpflanzung  der  Vögel,  nach  den  Beobach- 
tungen von  Don  Felix  de  Azara'a)>  im  August 
an  und  dauert  bis  Ende  Februars,  jedoch  wählt 
jede  Art  von  'Vögeln  vorzüglich  einen  Monat, 
in  welchem  sie  sich  fortpflanzt.  Dife  meisten 
Vögel  dieser  Länder,  z.  B.  die  Raubvögel,  die 
Papageien,  die  Tängaras,  die  Schwälb^  die 
Eisvögel,  die  Nachtschwalben,  die  Reiher,  die 
Spornflügel  u.  a.  begatten  sich  im  October  und 
November.  Im  August  Ttegattet  sich  der  Nan- 
du oder  amerikanische  Straufs  (Rhea  america- 
na)  £);  im  September  "begattet  sich  der  Kuruku 
(Trogon);  und  im  December  der  fylaguari  (Ar- 
dea  magüari  L.)  c).  Der  afrikanische'  Straufs 
begattet  sich  im  südlichen  Afrika,  nach  den 
Beobachtungen  Lieh tensteins  d),  meistens  in  den 
Wintefrmörfatt*n y  ilSnillcrf  im  Julius^  August  und 
September,  doch  ftät'ltüri  auch  zu  andern  Zei- 
ten Eyer  von  diesem  Vogel  gefunden.  Der  A 1- 
batrofs  <  Diomedea  J?^ul^Rg)  pflanzt  sich  auf  den 
Falklands  -  Inseln  im  October  fort  e).   Die  Pin- 

™— "^^™— "™^™— ^™ 

a)  II  est  certain ,  que  le  tems  de  la  ponte  se  prolonge  au 
Paraguay  depuis  le  comroencement  d'aout  jusqu'a  la  fin  du 
Fevrier,  mais  chaque  cspe'ce  choisit  le  möis,  qtri  lui  con- 
vient  le  micux  dans  cet  espace  de  tems.  Voyages  dans 
l'Ame'rique  Me'ridionale  T.  3.  p.  II.  . 

b)  Azara  a.  a.  O.  T.  4.  p.  172. 

c)  ebenda*.  T.  4.  p.  184. 

d)  Reise  ins  südliche  Afrika  B.  2.  S.  43. 

#)  Pennant  Thiergeschichte  der  nördlichen  Polarländer  B.  2. 
S.  4"jo. 


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7 

■  ■ 

guins  begatten  sich  gegen  den  Monat  Deeember, 
denn  Anderson  a)  fand  in  diesem  Monat  ihre 
Ejer  auf  dem  Lande  Kerguelem  (40  Gr.  südl. 
Breite).  Seefahrer  fanden  im  Monat  December 
eine  grofse  Menge  von  Skuameven  fLarus  ca- 
tarractes  L.),  welche  von  den  Schiffern  auch 
Pontegmontshüner  genannt  werden,  in  den 
Christmas -Sund  auf  Terra  del  Fuego,  die  gerade 
mit  der  Brut  beschäftigt  waren,  b) 

■ 

» 

Viele  Vogel  pflanzen  sich  in  den  Ländern 
der  gemafsigten  und  kalten  Klimaten  nur  ein- 
mal im  Jahr  fort,  namentlich  die  Raubvögel  c), 
der  Schwarz  -  und  Grünspecht,  der  Wendehals, 
der  Kuckuk,  die  Nachtigall,  der  schwarzköpfige 
Sänger,  der  Wiedehopf,  die  Golddrossel,  der 
Kreuzschnabel,  die  Thurmschwalbe,  die  Schne- 
pfen, die  Regenpfeifer,  der  Kampf hahn,  der 
weifse  Storch,  und  alle  sogenannten  Arctischen 
Vögel,  die  Lummen,  Alken,  Eistaucher  u.  a» 
Zu  den  Vögeln,  welche  sich  zweimal  im  Jahr 
fortpflanzen,  gehören  die  Rabenarten,  die  Wür-  ^ 
ger,  die  Drosseln,  die  meisten  Finken  und  Mo- 
tacillen,  die  Ammern,  die  Lerchen,  die  Meisen,  ^ 
die  Hausschwalbe,  die  Tauben,  die  Kibitze,  die 
Meerhühner,   die  Eidergans  u,  a»    Die  alten 


ä)  Cook  Trois.  Voy.  T.  i.  p.  Ii 2. 

b)  Pennant  Thiergeschichte  der  nördlichen  PolarlUnder  B.  2. 
S.  494. 

c)  Aristoteles  Hist.  Anim.  Lib.  6.   Volatilia,   quae  carne 
vcfcuntur,  non  plus  quam  scmel  anno  pareie  exploratum  est. 


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Haussperlinge  pflanzen  sich  selbst  drei  Bis  vier- 
mal im  Jahre  fort;  die  jungen  hingegen  nur. 
zweimal.  Die  wiederholte  Begattungszeit  im 
Jahr  hängt  immer  von  der  günstigen  Witterung 
uncl  von  der  Menge  der  Nahrung  ab»  In  den 
Ländern  der  warmen  Zone,  z.  B.  in  Cayenne, 
VO  das  ganze  Jahr  hindurch  eine  warme  Tem- 
peratur herrscht  und  Ueberflufs  an  Nahrung 
vorhanden  ist,  pflanzen  sich  die  kleinen  Vqße\ 
nach  dem  Zeugnisse  Bajon's  d),  vier  -  bis  fünf- 
mal im  Jahr  fort;  die  grofsen  Vögel  aber  pflanzen 
sich  nur  ein  -  oder  zweimal  fort.  Zu  den  Vö- 
geln, welche  sich  nur  einmal  im  Jahr  fortpflan- 
zen, gehören  die  Adler,  der  Touyouyou  oder 
JVIaguari  (Ardea  maguari  L.)>  der  Kamichi,  der 
Flamingo,  die  Hocko's  u.  a.  Zu  denen,  weU 
che  sich  zwei  bis  dreimal  im  Jahr  fortpflan- 
zen, werden  die  Papageien,  die  Tangaras*  die 
wilden  Tauben,  die  Feldhühner,  die  Wachteln,, 
die  Marails  (Penelope),  die  Parraquas  (Phasia- 
ims.parraqua  Lath.),  <Jie  Agamis  (Psophia  crepi-. 

■ 

a)  a,  a.  O.  T.  2.  p.  347.  L'unifonnrte  de  hi  temperature. 
de  cctte  eontre'e,  est  sans  doute  cause  que  la  plupart  de* 
oiseaux  pondent  et  couvcnt  plusieurs  fois  par  an,  et  que; 
quelques  especes  n'ont  aueun  tems  regle'  pour  leurs  amours, 
ainsi  qu'on  l'obserye  dans  presque  tous  les  petits  oiseaux, 
qui  nichent  assez  indistinetement  pendant  toute  Tannee. 
II  n'en  est  eependant  pas  de  meine  des  grands,  Hs  fbnt 
beaueoup  moins  de  pontes  par  an,,  et  la  saison  de*  pluj« 
est  la  seule  ou  ils  couvcnt.  II  suit  de  -  la,  que  le  nom- 
ine des  couve'e*  que  fbnt  les  oiseaux  de  la  Curane  ,  varie 
a  leuc  grosseur.  Les  plus  petits  font  quatre  et  cinq  cou- 
yees  par  an,  ceux  d'uije  ipqycnne  grosseur  deux  ou  trpis^ 
et  Ics  plus  grands  n'en  font  coromunement  qu'unc. 


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tans)  *)*  die  Schnepfen,  die  Enten,  Tauche* 
u.  a.  gezählt.  Der  Puter  brütet  auf  den  Antil- 
len b)  drei  bis  viermal. 

■  ■» 

i 

*     *  Im' 

$•5* 

Vögel,  welche  sich  ursprünglich  in  den  Lan- 
dern zwischen  den  Wendekreisen  oder  in  deren 
Nähe  aufhalten,  verlieren  in  der  Regel  in  den 
Ländern  der  kalten  Klimaten,  so  wie  ähnliche 
Säugthiere,  ihre  Zeugungskraft.  [Man  hat  nur 
wenige  Beispiele,  dafs  sich  Papageien  in  Europa 
fortgepflanzt  haben.  Buffon  r)  erzählt,  dafs  sich 
ein  rapageien  -  Pärchen  zu  Marmande  fünf  bis 
sechs  Jahre  hindurch  jeden  Frühling  begattet 
habe,  und  dafs  das  Weibchen  jedesmal  vier  Eyer 
legte  und  ausbrütete;  die  Jungen  wurden  von 
beiden  Eltern  aufgezogen.  Auch  Labat  d)  gibt 
an,  dafs  ein  Papageien  -  Pärchen  zu  Paris  eini- 
gemal Eyer  gezeigt  und  ausgebrütet  habe*  Ben- 
galis, Senegali's  und  andere  Indische  und  Afri- 
kanische Vogel  sollen  zuweilen  in  Frankreich 
bei  gunstigen  äufsera  Umständen  Junge  gezeugt 
haben  r).  In  England  begatteten  sich ,  nach  dem 
Zeugnisse  Harveys  /),  zwei  Afrikanische  Strayfse, 


a)  Buffon  Ausgabe  von  Sannini  T.  i.  p.  19. 

b)  Du  Tertre  Histoire  generale  des  Antillcs  T.  2.  p.  2.66- 

c)  Edition  par  Sonnini  T.  63.  p.  105. 

d)  Nouvcjlle  Voy.  aux  Ües  4«  l'Amerique  X-  2.  p-  ^Q. 

e)  Daudin  Ornithologie  T.  \.  p.  155. 

f)  Excrc.  de  generatione  p.  14. 


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} 

10 

Sie  brachten  aber  keine  Eyer  zur  Welt.  In  Pa- 
ris a)  haben  die  Afrikanischen  Straufsen  biswei- 
len Eyer  gelegt,  allein  sie  waren  unfruchtbar  und 
konnten  nicht  ausgebrütet  werden.  Aehnliche 
Beispiele  hat  man  auch  von  Papageien  und  an- 
deren Vögeln  b). 

>     ' .  - .  -      •       ■  <  «• 

§.  6» 

T 

I 

*  ,  .  •    J  S-  v 

Zur  Zeit  der  Begattung  sind  die  Vögel  in 
ihrem  schönsten  Federschmuck;  ja  mehrere  Vö- 
gelmännchen erhalten  in  dieser  Zeit  ein  beson- 
deres Gefieder,  welches  sie  nach  der  Begattung 
verlieren.  So  zeichnet  sich  nach  Barrow  c)  das 
Männchen  des  Cardinais  (Loxia  orix)  am  Gap, 
den  Frühling  und  Sommer  hindurch  während 
der  Fortpflanzungs- Zeit;  durch  sein,  schönes  Ge- 
fieder aus,  der  Hals,  die  Brust,  und  der  Rücken 
sind  schön  carmoisinroth ,  die  Kehle  und  der 
Unterleib  sind  glänzend  schwarz;  nach  dieser 
Zeit  verlieren  sich  die  schönen  Farben,  und  es 
nimmt  die  braune  Farbe  des  Weibchens  an. 
Auch  das  Männchen  des  langgeschwänzten 
Dickschnabels  (Loxia,  caffra}  hat,  nach  dem 
Zeugnisse  Barrow's  d),  zur  Zeit  der  Liebe  fünf- 


a)  Buffon  cd.  de  Sonnini  T.  23.  p.  253. 

Mera.  pour  servir  a  l'hiit.  de«  animaux  P.  2.  p.  133* 

b)  Hill  hi story  of  animals  p.  360. 

Bomarc  Dict.  de  l'hist.  natur.  T.       p.  368« 
Book.  Naturgeschichte  von  Preufscn  B.  2.  S.  292. 

c)  Reise  ins  südliche  Afrika  S.  237. 

d)  a.  a.  O.  S.  238. 


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II 

zehn  Zoll  lange  Schwanzfedern,  welche  senk- 
recht auf  dem  nur  fünf  Zoll  langen  Körper  ste- 
hen; im  Winter  sind  die  Schwanzfedern  kurz 
und  liegen  wie  beim  Weibchen  horizontal.  Den 
hühnerartigen  Vögeln  schwellen  zur  Begattungs- 
zeit die  Kämme,  Kehllappen  und  Gesichtswar- 
zen an,  wie  schon  Karvey  a)  angibt.  Der 
Kropfgans  wächst  im  Frühjahr  zur  Begattungs- 
zeit ein  grofser  runder  Höcker  an  der  Wurzel 
des  Schnabels  empor,  welcher  schwammig,  weich 
und  fleischfarbig  ist,  und  der  sich  im  Sommer 
nach  der  Begattungszeit  wieder  verliert  b).  Der 
weifse  oder  bräunliche  Schnabel  der  Kernbeis- 
ser,  der  Finken,  der  Emmerlinge,  der  Hänf- 
linge u.  a.  nimmt  im  Frühling  zur  Begattungs- 
zeit eine  blaue  Farbe  an,  die  zur  Mauserzeit 
wieder  verschwindet  c). 

*  ■  » 

i 

$♦  7- 

Zur  Begattungszeit  nehmen  die  Hoden,  wel- 
che man  im  Winter  bei  vielen  Vögeln  kaum  er- 

» 

a)  Exerc.  de  Generat.  p.  16.  Ornamenta,  ut  apex,  crista, 
palearia  et  similia,  quib.us  fastuosa  animalia  superbiunt, 
maribus  potius  ut  plurimum  tribuuntur,  quam  foeminis: 
uti  etiam  artna;  puta  dentes,  cornua,  calcaria  etc.,  quibus 
ad  praclia  utuntur.  Suntque  haec  in  maribus  eo  potissi- 
in  um  tempore  conspicua,  quo  foenellarum  venustas,  gene- 
randique  dcsiderium  eos  primum  urit. 

p 

b)  Bechsreins  Naturgeschichte  der  Vögel  Deutschlands  B.  4. 
Abthl.  2.  S.  747. 

e).  Zorns  Petinotheologic  Th.  2.  S.  31. 

- 

> 


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12 

kennen  kann,  ungemein  an  Grofse  zu  a),  vor- 
züglich bei  denen  Vögeln ,  welche  in  Polygamie 
leben.  Bei  den  Weibchen  schwellen  die  Kyer-. 
Stöcke  an,  sie  werden  blutreicher,  und  die  an* 
fangs  kaum  merklichen  Dotter  wachsen  und 
nehmen  eine  gelbliche  Farbe  an.  Auch  der  By> 
crleiter  und  die  Gebärmutter  wird  gefäfsreieber, 
und  die  Absonderung  des  Kyweifses  beginnet. 
Alle  diese  Erscheinungen  sind  Aeufserungan  ei* 
Ties  erhöhten  Vegetationsprozesses.  In  dieseft 
Periode  nimmt  auch  die  Stimme  der  Vögel  an 
Stärke  und  Melodie  zu.  Die  Zeit  der  Liebe 
ist  die  eigentliche  Periode  des  Gesanges  für  die 
Singvögel.  Die  stärkere  Stimme  und  der  melo* 
dienreichere  Gesang  sind  offenbar  die  Folge  ei- 
nes erhöhten  Lebens  der  Vögel.  Sobald  die  Pe-» 
riode  der  Fortpflanzung  vorüber  ist  hört  der 
Gesang  auf,  der  dann  bei  einer  etwaigen  zwei- 
ten Fortpflanzung  im  Jahr  von  neuem,  doch 
schwächer,  beginnt.  Merkwürdig  ist,  was  Oli- 
na  b)  von  den  in  Käfigen  gehaltenen  Nachti- 
gallen anführet,  nämlich  man  könne  sie  dadurch 
zum  Singen  reizen,,  dafs  man  Zibeth  in  ihre« 
Käfig  legt.  Vielleicht  reizt  dieses  Mittel  die 
[Nachtigallen  zur  Liebe,  und  bringt  dadurch 
den  Gesang  hervor. 

&  fr  '    "    "\  ' 

Mit  dem  Eintritt  des  Fortpflanzungstriebs 
suchen  die  Männchen  die  Weibchen  auf,  sie 

4z)  Aristoteles  de  Generat-ione  sagt:  Galforum  testes  tempore 
eoitus  magis  conspkui  sunt.    Hist.  Animal.  Lib.  3.  G.  I. 

$)  UtceHicra,  c  vero  discorso  dclla  natura  di  diverse  uccelli. 
Roma  1^22.  in  4.  p.  3. 


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13 

bemühen  sich  dieselben  durch  Liebkosungen 
und  durch  anhaltendes  Begleiten  und  Verfolgen 
•zu  gewinnen.   Sehr  häufig  entstehen  zwischen 
den  Männchen  Kämpfe  um  den  Besitz  der  Weib- 
chen, wie  diefs  von  den  Kampfhähnen  (TringA 
pugnax),  den  Haushähnen,  den  Birkhähnen,  den 
Wachteln,  den  Trappen,  den  Meerhähnen  (Gal- 
linula)  u.  a*  bekannt  ist.   Diese  Kämpfe,  welche 
auch  bei  sehr  vielen  Säugthieren  statt  finden , 
scheinen  für  die  Erhaltung  einer  kräftigen  Nach* 
kommenschaft  sehr  wichtig  zu  sejn,  denn  nur 
die  stärksten  und  kräftigsten  Männchen  pflanzen 
das  Geschlecht  fort,  die  schwachen  jungen  und 
zu  alten,  zur  Zeugung  nicht  so  tüchtigen  Mann* 
chen  werden  überwunden  und  vom  Zeugungs- 
geschäft entfernt.    Die  Männchen  der  meisten 
Vögel  erwählen  oder  erkämpfen  sich  nur  ein 
Weibchen,  z.  B.  die  Raubvögel,  die  Klettervö- 
gel, die  Singvögel,  die  Tauben,  die  Wachteln, 
und  die  meisten  Sumpf  -  und  Schwimmvögel;  sie 
leben  in  Monogamie.    Die  hühnerartigen  Vögel 
Und  der  Strauft  a)  leben,  wie  die  Wiederkäuer 
aus  der  Klasse  der  Säugthiere,  in  Polygamie.  Der 
Grund  hiervon  mag  wohl  theils  darin  liegen, 
dafs  sich  diese  von  vegetabilischen  Substanzen 
lebenden  Vtgel  leicht  eine  grofse  Menge  von 
Nahrung  verschaffen  können  und  dafs  sie  folg- 
lich viel  Blut  Und  viel  Saamen  erzeugen;  theils 
mag  er  darin  liegen,  dafs  sie  wenig  oder  gar 
nicht  fliegen,  und  dafs  folglich  eine  geringe  Men- 
ge von  Krnährüngs  -  Flüssigkeiten  durch  die  Be- 
wegung consumirt  wird.    Die  in  Polygamie  le- 
benden Vögel  haben  kleine  Lunge  und  wenig 

■ 

«)  Barrow  a.  a.  O.  S«  £)t.  und  Lidtsenstein  a.  a.  O.  B.  2. 
S.  42* 


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14 

verbreitete  Luftsäcke,  auch  halten  sie  sich  in 
den  niederen  Luftschichten  auf,  die  wenig  Oxy- 
gen  enthalten,  folglich  ist  ihr  Blut  wenip  öxy- 
dirt  und  sehr  reich  an  combustiblen  Bestandtei- 
len, an  Kohlenstoff  und  Stickstoff,  und  daher  ist 
es  vielleicht  zur  Absonderung  des,  vorzüglich 
aus  lezterem  Stoffe  bestehenden,  Saamens  ge- 
schickter. Diese  Ursache  bewirkt  vielleicht  auch 
die  grofse  Fruchtbarkeit  der  Amphibien,  der  Fi- 
sche, der  Crustaceen  und  Mollusken.  Mehrere 
Vögel  welche  im  Naturzustande  in  Monogamie 
leben  z.  B.  die  Enten  und  Gänse  leben  gezähmt 
in  Polygamie;  eine  reichliche  Nahrung  scheint 
die  Ursache  hiervon  zu  seyn. 

■ 

Die  Männchen  und  Weibchen  erzeugen  sich 
wechselseitig  vor  dem  Begattungsact  mancherlei 
Liebkosungen.  Die  Tauben  a)9  die  Blutfinken 
u.  a.  schnäbeln  sich.  Die  Schwane  umschlingen 
sich  mit  ihrem  schlangenförmigen  Hals  und  sto- 
fsen  helle  Töne  aus.  Der  Haussperling  bläht 
sich  auf,  läfst  die  Flügel  herabhängen,  hüpft 
um  das  Weibchen  herum  und  läfst  oft  seine  Stim- 
me hören.  Der  Spottvogel  (Turdus  polyglot- 
tus)  b)  hüpft  tanzend  um  das  Weibchen  herum. 


a)  Arist.  H.  A.  Lib.  6.  C.  2. 

Peculiare  columbis  illud  etiam  ett,  ut  in  coitu,  nisi 
ante  mutuo  osculentur,  mas  non  ascendat.  Sed  junior  sit, 
an  senior  interest:  senior  enim  primum  coitum  osculo  ex« 
orditur:  sequentem  et  sine  osculo  agat.  At  junior  quo« 
tius  übet  coire,  toties  osculatur. 

b)  Descourtilz  Voy.  a  St.  Dominque  T.  2.  p.  411.  Nous  sur- 
primes  un  couplc  de  moqueurs  (merlc  cendre  de  St.  Do- 


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15 

Die  Schnepfe  a)  geht  mit  vielen  Verbeugungen 
um  das  Weibchen,    schlägt  mit  ihrem  kur- 
zen Schwänze  ein  Rad,  läfst  die  Flügel  auf  dem 
Boden  schleifen,  bläht  sich  auf,  legt  den  Schna- 
bel am  Hals  herunter  und  stöfst  zärtliche  Töne 
au*.    Der  Puter  und  der  Pfau  sträubt  die  Fe- 
dern, schlägt  ein  Rad  und  geht  gravitätisch  um 
das  Weibchen  herum.    Die  Waldhühner,  z.  B. 
der  Auerhahn ,  der  Birkhahn  und  der  Kragenhahn 
(Tetrao  umbellus)  in  Nordamerika,  lassen  in  der 
Frühe  vor  Tagesanbruch  ihre  Stimme  hören, 
schlagen  mit  ihrem  Schwänze  ein  Rad,  und  ma- 
chen mancherlei  sonderbare  Gebährden,  ja  sie 
sind  oft  so  hitzig,  dafs  man  sie  im  Walde,  wenn 
man  sie  in  ihrer  Stellung  zur  Paarung  antrifft, 
wegnehmen  kann  b).   Der  Begattungsact  selbst 
wird  auf  der  Erde,  oder  auf  einem  Baum,  voll- 
zogen.   Das  Männchen  springt  auf  den  Rücken 
des  Weibchens  c),  welches  sich  gewöhnlich  auf  \ 
die  Erde  niedersenkt.    Die  Weibchen  der  Stör- 
che, der  Kraniche  d)  und  der  Reiher  sollen  sich 


minque)  dans  leg  preludet  de  leurs  amours;  Iis  semblent 
damer  un  menoet,  et  ne  s'approcbent  lun  de  i'autre  qu*a* 
pTes  avoir  fait  plusieures  figures. 

a)  Bechstein  Naturg.  der  Vögel  Deutschlands  B.  4.  S.  166. 

b)  Bechstein  a.  a.  O.  B.  3.  S.  1307. 

0)  Arisoteles  Hist.  Anim.  Lib.  5.  C  $.  Genus  avium  omne 
eodem  illo  ac  simplici  moie  conjungitur,  nempe  foerainam 
mare  supergrediente. 

4>  Aristoteles  ib.  Ca.  Conus  avibus  duobus  modis,  foemi- 
«a  hnjoi  consideate  uf  i°  gaUina,  aut  stante  ut  in  grui- 
bus;  et  quae  ita  coeuat  rem  quam  ceierrime  peragunt  ut 
passeres.  . -  •  ?b  1 . 


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bei  der  Begattung  nickt  niederbeugen ,  söndern 
aufrecht  stehen  bleiben.  Das  Männchen  sucht 
«sich  durchs  Schwingen  der  Flügel  im  Gleichge- 
wicht zu  erhalten,  oder  es  hält  sich  mit  dem 
Schnabel  an  den  Kopffedern  fest.  Das  Weib- 
chen bewegt  die  Schwanzfedern  zur  Seite  und 
öffnet  die  Kloake,  üm  die  aus  der  etwas  nach 
aufsen  umgestülpten  Kloake  des  Männchens  her- 
vortretende Warzen  oder  die  Ruthe  a)  aufzu- 
nehmen. Der  Act  selbst  dauert  nur  einige  Se- 
kunden b) ,  wird  aber  meistens  mehrmals  hinter 


ä)  Harvey  de  Generat.  p.  iß.  in  Struthione  mare,  intra 
pudendi  orifictum,  tanquam  in  equi  praeputio,  praegran- 
dem  glandem,  et  nervum  rubicundura,  forma  et  magnitu- 
dine  linguae  cervinae,  aut  bobulae  minoris,  reperi;  quem 
in  coitu  rigidum  et  aliquantulum  aduneum  vibrare  saepiüs 
vidi;  et  in  fotminae  vulvam  imroissura,  sine  subagitatione 
ulla,  diutius  tenere:  perinde  ac  st  davo  aliquo  ambo  in 
cofcu  coiligati  essent:  dum  interea  tempori»,  capitis  colli* 
que  gesticulationibus  mire  perstreperant,  (quasi  Hymenaeo 
annuissent),  ingentemque  voluptatis  sensum  exprimerent. 

tiarrey  a.  a.  O.  p.  17.  Gallo,  (cui  penis  deest)  idera, 
credo  contingit,  quod  avibus  minoribur;  quae  celeriter,  et 
affrictu  duntaxat  coitum  perficiunr.  Junctis  nempe  saepius 
utriusque  (galli  et  gallinae)  pudendorum  orificii;,  (quae  foras 
eversa  protuberans  rigent,  glandisque  in  morem  tendun- 
tur;  praeeipue  vero  maris,  qüod  foeminam  interius  dunta- 
xat  lambit,  rton  autem,  ut  arbitror  ingreditur; )  vere 
repetitis  suaviis,  non  uno  longiore  initu,  coitum  cele- 
brant. 

I)  Haller  Physiolog.  in  4  T.  8-  P-  -T  Aves  celerrime  ve- 
nereo  rhu  defunguntur,  ut  v\xi  nisi  in  majoribuf,  penem 
corpus  foeminae  videas  subire.  Issident  vero  dorsift  fc* 
minarum,  quae  uropygium  deteguntt  ut  mari  fiivtant. 


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einander  ödef  an  einem  Tag  wiederholt.   Der  . 
Auerhahn  tritt  die  Henne  acht  bis  zehnmal  hin-  ■ 
tereinandef ;  die  weifse  Bachstelze  gegen  zwölf- 
mal;  der  Sperling  wohl  zwanzigmal.  Der  Haus- 
hahn, exerciert  den  Coitus  wohl  fünfzig  mal  an     >  ^ 
einem  Tag.    Sowohl  die  Männchen  als  die  Weib- 
chen der  Vögel  sind  sehr  wohllüstig  a\  Nach 
der  Begattung  bewegen  die  Vögel  ihre  Haut  nebst 
den  Federn,  oder  sie  schütteln  sich  b),  und  brin- 
gen die  Federn  wieder  mit  dem  Schnabel  in  Ord- 
nung ;  die  Ganse  Und  Enten  baden  sieb* 

§.  io. 

In  der  Regel  begatten  sich  nur  Mannchen 
und  Weibchen  einer  Art,  selbst  nur  einer  Varie- 


«)  Harvey  a.  a.  0.  p.  24.  Phasianus  mas ,  in  aviario  deten- 
tus,  adeo  flagranti  libidine  aestuat,  ut  nisi  complures  fot» 
niellas,  (ad  minimom  sex)  habnerit,  eas  i terato  saepius  cok* 
tu  male  mutetet;  et  fbecurrditatem  impediat  potius,  quam 
prorooveat.  Vidi  aliquando  foemeUam  phasianum,  a  gallo 
simul  concltiso  (quem  nee  occuldando  sese,  neque  aufu* 
giendo,  evitare  poterat)  adeo  delassatam,  dorsoque  ob  Irc- 
quenttores  ejus  insultos  deplumem,  ut  tandem  miserii  mo* 
dis  exagitata,  prae  nioerore  deficeret.  In  eadem  tarnen 
dissecta,  ovotuio  ne  rudimenta  quidem  inveni.  p.  25.  Si  01  Hit  er 
.  ibemeHae  alfquae  in  libidinem  adeo  proclives  sunt,  ut 
mares  suos  morsiuneulis  vcllicent  (quasi  in  au  rein  veneria 
gaudia  insusursarent)  supersiliant,  aliisque  artibus  ad  coi- 
tum  invitent:  in  quo  numero  sunt  columbae  et  pafseres. 

t 

b)  Aristoteles  Hist.  Anim.  Lib.  6.  C.  Ct.  Inhorrescunt  (aves) 
a  coitu,  ac  se  excutiont,  laepe  ctiam  festuca  aliqua  se  se 
lustrant :  quod  idem  edito  ovo  interdom  faciunt.  Colum- 
bae  caudam  distendunt,  änsercs  sese  aquis  ingurgitant. 

» 

■r 

■ 

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>8 

tat.  Wenn  man  mehrere  Tauben  -  Varietäten 
mit  einander  halt,  so  paaren  sich  gewöhnlich 
die  Männchen  und  Weibchen  einer  Varietät  a). 
Nach  Bechstein's  b)  Beobachtungen  halten  sich 
selbst  immer  die  Varietäten  der  weifsen  Sägetau- 
cher (Mergus  albellus)  zu  einander  und  paaren 
sich  zusammen.  Wenn  Männchen  einer  Art  keine 
Weibeben  derselben  Art  finden,  mit  denen  sie  sich 
begatten  können,  so  begatten  sie  sich  mit  Weib- 
chen anderer  Arten,  jedoch  gewöhnlich  von 
derselben  Gattung  oder  von  demselben  Ge- 
schlechte. Im  freien  oder  wilden  Zustande  sind 
Beispiele  von  solcher  Vermischung  verschiede- 
ner Arten  selten,  doch  fehlen  sie  nicht;  so  sah 
Bechstein  c)  die  Begattung  der  Rabenkrähe  (Cor- 
vus  corone)  mit  der  Nebelkrähe  (Corvus  cor- 
nix).  Sehr  häufig  kommen  Vermischungen  ver- 
schiedener Arten  bei  den  gezähmten  Vögeln 
vor.  Der  zahme  Kanarienvogel  begattet  sich 
mit  dem  Buchfink  (Fringilla  coelebs),  mit  dem 
Hänfling  (Fr.  cannabina)  d),  mit  dem  Citronen- 
zeisig  (Fr*  serinus),  mit  dem  Bergzeisig  (Fr.  Ii- 
naria),  mit  dem  Erlenzeisig  (Fr.  spinus),  mit  dem 
Distelfink  (Fr.  carduelis)  e),  mit  dem  Haussper- 
ling, selbst  mit  dem  Grünling  (Loxia  chloris) 


m)  Gravenhorst  über  Bastarderzeugung  in  Voigt**  Magazin 
für  den  neuesten  Zustand  der  Naturkunde  B.  n.  St.  3. 
S.  193- 

*)  Naturgeschichte  der  Vögel  B.  4.  Abthl.  2. 

■  * 

#)  a.  a.  O.  B.  2.  S.  1194. 

d)  Sprenger,  Opuscula  physico  -  snathematica  p.  38* 

e)  Willoughby  Ornithologia  p.  10. 


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*9 

und  mit  dem  Gimpel  (Loxia  pyrrhula)  a).  Bech- 
stein  b)  sah  sogar  die  Begattung  eines  Nachtigal- 
len Männchen  mit  einem  Canarienvogel  -  Weib- 
chen. Die  Haustaube  begattet  sich  mit  anderen 
Taubenarten  c);  die  Turteltaube  mit  der  Lach- 
taube  d).  Der  Haushahn  begattet  sich  mit  der 
Fasanenhenne  und  mit  dem  Perlhuhn  (Numida 
meleagris)  e).  Der  gemeine  Fasan  begattet  sich 
mit  dem  Gold  -  und  Silber  -  Fasan  f).  Der  Pu- 
ter  begattet  sich  mit  der  Haushenne  g) ,  mit  dem 
Pfauenweibchen,  ja  sogar  mit  Enten  h).  Die 
Auerhenne  soll  sich  auch,  nach  Bechsteins  An- 
gabe, vom  Birkhahn,  vom  Haushahn  und  Trut- 
hahn treten  lassen.  Die  Knäkente  (Anas  quer- 
quedala)  begattet  sich  mit  der  Spatelente  (Anas 
glaucion)  i).  Die  Bisamente  begattet  sich  mit 
der  gemeinen  zahmen  Ente.  Fr.  Cuvier  k)  sah 
die  Begattung  eines  männlichen  Singschwans  mit 


ä)  Bcchsteiit  a.  a.  O.  B.  3.  S.  187*  und  Harvicux  du  Serin 
de  Canarie  p.  2. 

b)  a  a.  O.  B.  3.  S.  187. 

e)  De  Serre  im  Theatre  d'Agriculture  p.  468«  479* 

d)  Gravenhorst  a.  a,  O. 

e)  Harvey  de  Gener.  p.  142. 

f)  Gravenhorst  a.  a.  O. 

g)  Sperling,  Zoolog,  physic.  p.  367, 

h)  Physic.  Belustig.  B.  1.  St.  5.  S.  392. 

i)  Geoffroy  in  d.  Annal.  du  Mus.  T.  7.  p.  220. 

Kr)  Observations  sur  l'accouplement  d*un  eigne  chanteur  male 
et  d*une  oie  domestique  fcmclle  Descriptkm  du  mulet 
qui  en  est  provenu  in  d.  Annal.  du  Museum  d'hist.  natur. 
T.  12,  p.  119. 

2  * 


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20 

einer  weiblichen  zahmen  Gans.  Harvey  d)  sah 
die  Begattung  einer  männlichen  Fnte  mit  einer 
Henne. 

* 

§.  in  . 

Die  Vermischung  der  Arten  einer  Gattung* 
oder  doch  sehr  verwandter  Gattungen,  sind  in 
der  Regel  fruchtbar,  und  es  werden  Bastarde 
gezeugt,  welche  theils  den  Männchen  theils  den 
Weibchen  der  sich  mit  einander  begattet  haben- 
den Vögel  ähnlich  sind  b).  Dies  ist  der  Fall 
bei  der  Vermischung  der  Kanarienvögel  mit  dem 
Hänfling  und  den  übrigen  zuvor  angegebenen 
Arten.  Sprenger  c)  liefs  ein  Weibchen  des  Ka- 
narienvogels und  eift  Männchen  des  Hänflings 
sich  miteinander  begatten,  das  Weibchen  ltgte 
drei  Eyer,  nach  dreizehn  Tagen  erhielt  er  aus 
diesen  bebrüteten  Eyern  zwei  Junge,  ein  Männ- 
chen und  ein  Weibchen.  Beide  waren  ein  Mit- 
telschlag zwischen  dem  Kanarienvogel  und  dem 
Hänfling,  sie  hatten  den  Schnabel  des  Hänflings, 
uad  waren  von  dunkelgrauer  Farbe;  das  Männ- 
chen hatte  auf  der  Brust  einen  schwach  gelben 


ä)  De  Generat.  p.  £4.  ObffcrVavi  etiam  anatem  marem, 
conjuge  carcntem,  et  cum  gallina  commoranten,  tanta  li- 
bidine  aestuare  ut  gallinam  juvenculam  quoquo  versum 
per  boras  aliquot  insectaretur,  rostro  vellicaret,  tandemque 
in  defatigatam  inrilierit,  stuprnmque  pati  coegerit. 

i)  Gmelin  in  s.  Oratio  inaug.  de  speeiebus  plantar,  p.  24. 
nimmt  irrig  an,  dafs  die  Bastarde  der  Xbiere  immer  den- 
jenigen Eitern  gleichen,  dessen  Geschlecht  sie  erhalten 
haben, 

#)  a.  a.  O. 


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Flecke»,  das  Weibchen' aber  nicht  Die  Ba- 
starde, welche  aus  der  Vermischung  des  Haus- 
sperlings mit  dem  Kanarienvogel  hervorgehen, 
haben  von  beiden  Eltern  die  Farbe.  Die  Ba- 
starde, welche  von  dem  Weibchen  des  Kana- 
rienvogels und  von  dem  Männchen  des  Distel- 
finks  erzeugt  werden;,  ha&en  den  Schnabel,  den 
Kopf,  die  Füfse  und  den  Schwanz  wie  der  Di- 
stelfink, der  Leib  aber  gleicht  mehr  dem  des 
Kanarienvogels. .  Die  Begattung  der  Haustaube 
mit  andern  Taubenarten  'i  so  wie  die  Begattung 
des  Haushahns  mit  dem  gemeinen  Fasan,  mit 
dem  Gold  *  und  Silber  Fasan  sind  in  der  Re* 
gel  fruchtbar,  und  die  erzeugten  Bastarde  glei- 
chen beiden  Eltern«  Auch  die  zuvor  angeführte 
Begattung  des  männlichem  Singschwans  mit  der 
Gans  war  fruchtbar;  der  erzeugte  Bäatartl  glich 
der  Mutter  mehr  als  dem  Vater,  jedoch  war 
er  gröfser  als  die  Mutten  Die  Vermischung 
der  Vögel  aus  verschiedenen  Gattungen  und 
Ordnungen  sind  in  der  Regel  unfruchtbar  4  so 
waren  JJ.  die  nach  der  Begattung  eines,  Naqh-* 
tigallen  -  Männchens  mit  einem  Kanarienvogel- 
Weibchens  gelegten  IJyer  Windeyei;  0,).  Ed- 
wards b)  wiU  zwar  einen  Bastard  von  einem 
Puter  und  einem  Fasan  gesehen  haben.  Es  sol- 
len sogar  Bastarde  von  einer  Ente  und  einem 
HauÄhahn  gezeugt  worden  seyn;  Taube  c)% 


a)  Bechstein  a.  a.  Q. 

h)  Q.  Edwards  An  account  of  a  bird  nippotod  to  be  bet 
ween  a  turk*y  ani  phasant  in  o\  Phil.  Transact.  V.  iq6o 

*)  Beytrage  2«r  Naturkunde  de«  Hcraogthumi  Lüneburg. 
Halle  1768.  8-  &      S.  2*n.  der  Bastard  von  einer  Ente 


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22 

Bechstein  a)  u.  ä.  führen  solche  Beispiele  an- 
Endlich  will  man  auch  Bastarde  von  einem  Pu- 
ter und  einer  Ente  gesehen  haben  b).  Solche 
Bastarde  bezweifele  ich  sehr. 

-  *  * 

§•12* 

•  - 

Die  Bastarde  der  Vögel  sind  in  der  Regel 
unfruchtbar  c),  nämlich  dann,  wenn  sie  sich 
unter  sich  -begatten.  -  Begatten  sie  sich  aber  mit 
einer  der  beiden  Hauptarten,  von  denen  sie  er- 
zeugt worden  sind,  so  zeugen  sie  fruchtbare 
Nachkommen,  welche  nach  einigen  Generatio« 
tien  wieder  in  diejenige  Hauptart  zurück  gehen, 
mit  der  sie  sich  immer  von  neuem  begattet  ha- 
ben d).   Nach  der  Angabe  Bechsteins  e)  zeugen 

und  einem  Hahn  toll  Hahnenfüße  und  zum  Theil  einen 
Hahnenschnabel  gehabt  haben. 

«)  a.  a.  O.  B.  4/  Abthl.  2.  S.  1093  führt  unter  Nro.  4, 
Bastarde  von  einer  Ente  und  dem  Haushahn  an,  und  ci* 
tirt  Pallas  Naturg.  merkw.  Thiere  XI.  3*7.  Er  sagt:  ihre 
hauptsächlichsten  Abweichungen  bestehen  im  Schnabel  und 
in  den  Füfsen.  Der  Unterschnabel  ist  von  einer  Ente, 
der  Oberkiefer  von  einem  Hahn.  Stellung  und  Gestalt 
an  den  Füfsen  ist  von  der  Ente,  doch  sind  die  Hühner« 
krallen  da  und  die  Schwimmhaut  fehlt.  Die  übrige  Gt- 
stalt  ist  der  Ente  gleich  u.  s.  w. 

J)  Physika!.  Belustig,  a.  a.  O.  S.  392. 

e)  Klein  Prodrom«  de  avjbus  p.  88- 

d)  Gravenhorst  a.  a.  O.    Sprenger  a.  a.  O. 

Arnauld  de  Nobleville  et  Salerne  Histoire  natur.  det 
animaux  T.  3.  p.  449. ' 

e)  a.  a.  O.  B.  3.  S.  188- 


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die  Bastarde  vom  Kanarienvogel  und  Stieglitz, 
so  wie  auch  vom  ersteren  und  vom  Zeisig  un- 
tereinander fruchtbare  Junge;  doch  bemerkt 
man,  dafs  die  Bastarde  im  ersten  Jahre  ganz 
kleine  erbsengrofse  Eyer  legen  und  schwächli- 
che Junge  bekommen,  im  folgenden  Jahre  aber 
bringen  sie  gröfsere  und  stärkere  Junge  aus. 

Der  Begattungstrieb  ist  bei  den  Vögeln  so 
stark,  dafs  sich  selbst  Männchen  mit  Männ- 
chen und  Weibchen  mit  Weibchen  zu  begatteil 
suchen.  Wenn  ein  Hahn  keine  Henne  hat,  so 
sucht  er  andere  Hahne  zu  treten  a\  Die  Tau-  j 
benweibchen  bemühen  sich  andere  Taubenweib-  4 
chen  zu  treten  b).     Wenn  die  Pfauenhennen 


m)  Aristoteles  Hist  Animal.  L.  9.  C.  g.  sagt  von  den  Hah- 

* 

nen  die  in  den  Tempeln  gehalten  wurden:  Ubi  sine  foc- 
minis  munerarii,  dicatique  versantur  Galünacei,  non  te- 
mere  eum  qui  nuper  dicatus  accesserit,  omnes  subigunt. 

Nach  Plutarch,  Lib.  num  bruta  rattone  utuntur,  gab  ei 
ein  Gesetz,  welchem  zufolge  solche  Hähne  lebendig  ver- 
brannt wurden. 

*  t  ■ 

Harvey  de  Gener.  p.  24.  Gallus  gallinaceus  in  prae. 
lio  victor,  non  modo  in  superati  eonjuges,  sed  in  ipsum 
victum  quoque  libidinem  suam  exercet. 

b)  Aristoteles  H.  A.  L.  6.  C.  2.  Igitur  hic  ritus  cojumba- 
rum  proprius  est,  atque  ctiam  ille,  ut  foeminae  saliant, 
ac  supergressu  mutuo  agunt,  si  mas  non  sit,  et  cum  oscu- 
lo,  ut  mar  es:  et  qdamvis  nihil  altera  emittat  itr  alteram, 
tarnen  plura  ova,  quam  ex  maris  coitu  pariunt.  Verum 
nullus  hic  enascitur  pullus,  sed  sunt  omnia  irrita. 


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24 

keine  Marmchen  haben,  so  treten  sie  sich  zuweilen 
unter  einander  und  legen  alsdann  Windeyer  a)i 
Wenn  sich  die  Vögel  nicht  begatten  können* 
so  erkranken  sie  leicht  und  sterben  h)* 


Zweites  Capitel. 

■ 

Von    dem  Nette 

* 

JL'ie  Männchen  und  Weibchen  der  in  Mono»* 
garoie  lebenden«  Vögel  halten  sich  nach  des 

♦ 

ä)  Bechstcin.  a.  a.  O.  H.  3.  S.  uo£. 

*  . 

h)  Aristoteles  de  Gene/at.  Anim,  Ljb.  3.  Aves  morbo  labo~ 
rare,  et  intcrire  nisi  pariunt. 

Harvieux  Tcaitc  du  serin  des  Canaries  p.  130. 

«)  AU>y.  Ferd.  Graf  Marsigli  beschreibt  und  bildet  viele 
Nester  und  Eyer  ab  in  seiner  Schrift:  Danubius  Panonico» 
Mysicus.    Hagae  Com  it.  1*726.  gr.  fok  T.  5.  p.  133. 

Albert  Seba  liefert  die  Beschreibung  und  Abbildung  der 
Nester  einiger  ausländischen  Vögel  in  s.  Locupletissimus 
Kerum  natuiak  Jhesaurus  Amsterd  1*734.  jp.  fot  Ti 
Tab.  68- 

Co  rite  Giuseppe  Zinaivn*  Deila  uova  e  dei  nidi  degli 
ucelli.    Vcnczia  1737.  4. 

Job.  Heinr.  Zorn  beschreibt  die  Nester  mehrerer  Vogel 
sehr  gut,  in  seiner  Petmothcplogie.  Pappeuhcim  1742.  ^ 


■ 

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Begattung  zusammen,  sie  bauen  das  Nest,  brü- 
ten und  ziehen  die  Jungen  auf.  Sie  beweisen 
sich  während  dieser  Zeit  sehr  viel  Anhänglich- 
keit und  Zuneigung  ö).  Gewöhnlich  bleiben 
sie  nur  dasselbe  Jahr  vereint,  so  lange  die  Zeit 
der  Begattung  und  der  Brut  dauert.  Einige 
Vögel*  z.  B.  die  Sehwalben,  scheinen  sich  für 
ihr  ganzes  Leben. zu  verbinden,  '$der  doch  we- 
nigstens für  einige  Jahre.  Zu  dieser  Vermuthung 
berechtigen  die  Versuche  Spallanzani's  b),  wel- 
cher dem  Männchen  ux\d  Weibchen  eines  Schwal- 

«»  * 

— "  :  ■  T  ,      ,  , 

G.  W.  Steiler  Observat  Jones  quacdam  nidos  et  ova  avium 
concernentes  in  d.  ^ov.  Qommentas.  A«u|.  PctropoJ.  T.  4. 
Wem.  p.  411. 

Sammlung  von  Nestern  und  Evern  unterschiedener  Vo- 
gel, gestochen  und  herausgegeben  von  Adam  ^.udwig 
Wirsing,  beschrieben  von  D.  Frid.  Chr.  Günther.  Nürn- 
berg  1772  —  77.  fol. 

Max.  Mari  Difs.  de  Qvis,,  Nidis  $t  Pullis  Avium.  Landis« 
huti  i-8 12.'  8- 

4)  Buffbn  Hist.  naturelle  edit,  de  Sonnini  T.  37.  p.  405. 
Dans  les  oiseaux  il  y  a  plus  de  tendrefse,  plus  d'attache« 
ment,  phis  de  moralc  en  amour,  c^uoique  les  fonds  phy- 
siques  en  font  peut  -  etre  encore  plus  grands  que  dans 
les  quadrupedes;  k  peine  peut  -  on  citer,  dans,  ceux  ci, 
quelques  excmples  de  chastete*.  conjugate,  et  encore  moins 
des  so  ins  des  peres  pour  leur  progehiture;  au  lieu  qu$ 
dans  les  oiseaux,  ce  sont  les  exemples  contra i res  qui  sont 
jarcs,  jusqu'a  l'acception  de  ceux  de  nos  pafse  -  cours  et 
de  quelques  autres  especes ,  y  tous  paroifsent  s'unir  par  un 
pacte  constant,  et  qu't  dure  au  moins  aussi  long  -  tems 
qnc  ledocation  de  leur  petits«. 

*)  Voyag.  dans  les  deux  Sicilcs  T.  6.  p.  5. 


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26 


ben  -  Pärchens,  das  in  seiner  Wohnung  brütete, 
Faden  an  die  Füfse  band,  um  sie  zu  erkennen, 
zwei  Jahre  lang  kehrte  das  Pärchen  regelmäfsig 
in  seine  Wohnung  zurück  um  wieder  im  al- 
ten Neste  zu  brüten.  Die  Weibchen  der  in  Po- 
lygamie lebenden  Vögel  verlassen  nach  der  Be- 
gattungszeit die  Männchen  um  das  Nest  zu  bauen 
und  zu  brüten»  Die  Männchen  irren  dann  al- 
lein herum. 

w 

§•  15. 

— —  r  \  + 

Es  ist  nur  ein  Vogel  bekannt,  welcher  kein 
Nest  baut,  sondern  seine  Eyer  in  das  Nest  In- 
sectenfressender  Vögel  legt,  dies  ist  der.  in  den 
Ländern  der  kalten  und  gemäfsrgten  Klimaten 
lebende  Kuckuk  au  Keineswegs  ist  dies  aber 
eine  allen  Arten  dieser  Gattung  zukommende 
Eigentümlichkeit,  denn  diejenigen  Arten,  wel- 
che sich  in  den  Ländern  der  wärmern  Klima- 
ten aufhalten,  bauen  Nester  und  brüten,  z.  B. 
der  Carolinische  Kuckuk  (Cucul.  americanus) 
baut  sein  Nest  gewöhnlich  im  Junius  auf  Apfel- 
bäumen; das  Nest  besteht  aus  kleinen  Reisern 
und  zarten  Wurzeln  b).  Die  in  Südamerika  le- 
benden Kuckuksarten  bauen  Nester  und  brüten, 
z.  B  der  Tingazu  -  Kuckuk  (Cuc.  cayanus  Lat.), 
und  der  punktirte  Kuckuk  (C.  punetulatus)  c); 
so  auch  der  Huhu  oder  Aegyptische  Kuckuk 


ä)  Wie  schon  Aristoteles  angibt:  Hist.  An.  Lib.  19.  Cap. 
20.  ed.  Schneiden:  Cucfilus  ut  alibi  dictum  est,  nidum 
non  aedificat,  sed  in  alrents  parit: 

2)  Pennant  Thicrgeschithte  der  nördlichen  Polarländer  B.  2. 

S.  252. 

* 

c)  Don  Felix  de  Azara  Voy.  T.  4»,p.  32. 

s 

s 

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27 

(C.  aegypticus  Lat.)  et),  und  der  Honig -Kuckuk 
(C.  indicator)  b).  Die  Ursache,  warum  der  in 
Europa  vorkommende  Kuckuk  nicht  brütet, 
glaubte  Herissant  c)  in  der  Lage  des  grofsen 
Magens  auf  den  dünnen  Bedeckungen  des  Bau- 
ches zu  finden,  welcher  die  Byer  bei  der  Brut 
zerdrücken  sollte.  Bloch  d)  verwarf  mit  Recht 
diese  Meinung,  weil  er  bei  vielen  andern  Vö- 
geln dieselbe  Lage  de«  Magens  fand,  z.  B.  bei 
dem  Käuzchen,  bei  der  Mandelkrähe,  bei  dem 
Ziegenmelker,  bei  dem  Wasserhuhn  u.  a.,  wel- 
che aber  dennoch  ihre  Byer  selbst  ausbrüten» 
Eduard  Jenner  e)  zeigte  durch  eine  Berechnung 
der  Zeit,  binnen  welcher  sich  der  Kuckuk  in 
Europa  aufhält,  dafs  dieser  Vogel  nur  aus  dem 
Grunde  kein  Nest  baue,  weil  er  sich  zu  kurze 
Zeit  in  Europa  aufhalte.  Eine  Meinung,  wel- 
che auch  Bechstein  f)  angenommen  hat. 


N 

t 

• 

a)  Sonnini  Voyagc  tn  Egypte  T.  l.  p.  341. 

^ 

■ 

b)  Le  Vaillant  Voy.  dam  lintericui  de  l'Afrique  p.  360. 

e)  Observ.  anatom.  sur  les  organes  de  la  digestion  du  Cou- 
cou  in  de  Mem.  de  l'Ac  des  Sc.  de  Paris  Ann. 
Mem  p.  41*7. 

rf)  Ornithologische  Rhapsodien  in  d.  Beschäftig,  d.  Berlin. 
Gesell*,  naturforschender  Freunde  B.  4.  S.  582. 

e)  Observations  on  the  naturel  history  of  the  Cuckoc  in  d. 
Philos.  Transact.  Y.  1*788*  P*  &*9>  übers,  in  Roiler's  Jour* 
nal  de  Physiche. 

/)  Von  den  Kuckuken  in  Deutschland  in  Lichtenbergs  Ma- 
gazin f.  d.  Neuesten  aus.  d.  Physik  B.  6.  St.  1.  p.  tfo. 
u.  in  s.  Natnrg.  B.  2.  S.  1126. 


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J 

28 


Die  Nester  bieten  ungemein  viele  Verschie- 
denheiten dar,  theils  in  Hinsicht  des  Orts,  wo 
die  Vögel  die  Nester  bauen,  theils  in  der  Form 
welche  sie  ihnen  geben,  und  theils  in  der  Be* 
schaffenheit  der  Materialien,  welche  sie  zu  dem 
Bau  der  Nester  auswählen.  Die  Auswahl  des 
Ortes,  an  dem  jede  Art  ihr  Nest  baut,  ist  ih- 
ren Bedürfnissen  und  ihrer  ganzen  Lebensart 
angemessen.  Im  Allgemeinen  findet  man,  dafs 
die  Vögel  an  den  Orten  bauen,  wo  sie  ihre 
Nahrung  am  leichtesten  erhalten  können  und 
wo  sie  sich  daher  am  öftersten  aufhalten,  und 
zwar  scheint  es,  dafs  sie  da  wieder  denjenigen  * 
Ort  wählen,  wo  sie  gewöhnlich  in  der  Nacht 
verborgen  sind  um  zu  schlafen.  Sehr  viele  Vö- 
gel, welche  schon  einmal  gebrütet  haben,  ni- 
eten wieder  an  demselben  Ort,  wo  sie  im 
vorhergehenden  Jahre  gebrütet  haben.  Linne  a) 
sah  einen  Staar  acht  Jahr  hindurch  jedesmal  in 
demselben  Baumloche  nisten.  Die  Finken  su- 
chen gewöhnlich  denselben  Baum  und  dasselbe 
Nest  wieder  auf,  welches  sie  einmal  bewohnt 
haben  ^  ich  habe  namentlich  ein  Distelfinken- 
Pärchen  beobachtet,  welches  drei  Jahre  hin- 
durch auf  demselben  Birnbaum  und  in  demsel- 
ben Neste  brütete.  Auch  die  Habichte,  Enten, 
Spechte,  Sperlinge,  Schwalben,  Raben,  Elstern»  . 
Dohlen,  Tauben,  Reiher  und  Störche  suchen 
ihr  altes  Nest  wieder  auf,  welches  sie  reini- 
gen und  ausbesseru. 

■ 

*)  Amoenit.  Acad.  T.  4.  p.  563.  574. 


1 

\ 


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39 

§.  1?.  ■  '  ' 

Die  meisten  Raubvögel,  die  Geier,  Adler, 
Falken  und  Habichte,  bauen  ihr  Nest,  Horst 
genannt,  auf  hohe  Felsen  oder  Bäume,  von 
welchen  herab  sie  eine  weite  Aussicht  haben 
und  leicht  ihr  Wild  ausspähen  können.  Die 
Weihen  z.  B.  die  rostfarbige  Weihe  (Falco  aeru- 
ginosa), und  die  Kornweihe  (F.  cyaneus)  u.  a- 
nisten  in  sumpfigen  Gegenden  nicht  hoch  über 
die  Erde  ins  Schilf  oder  in  niedriges  Gesträuch. 
Die  Eulenarten  nisten  in  dunkle  und  verborge- 
ne Klüfte,  in  Höhlen,  Felsen  und  in  alten  Mau*« 
ren,  auch  in  hohle  Bäume;  einige  Arten 
wählen  die  alten  verlassenen  Nester  der  Ra- 
benkrähen, der  Elstern,  und  die  Reiserhaufen 
der  Eichhörnchen  zürn  Brutort.  Die  Rabenar- 
ten und  Paradiesvögel  bauen  ihr  Nest  ebenfalls 
auf  hohen  Bäumen.  Ferner  errichten  auch  noch 
einige  hoch  fliegende  Sumpf  -  und  Wasservögel  ihr 
Nest  auf  Bäumen,  in  der  Nähe  der  Sümpfe  a),  der 
Flüsse  und  des  Meeres,  z.  B.  der  graue  Reiher, 
der  blauköpfige  Reiher  (Ard.  cyanocephala  L.), 
der  Maguari  (Ardea  maguari)  b)9  der  LöfFel- 
reiher  (Platalea),  der  Jabiru  (Mjcteria  amtri- 
cana)  c)f  der  schwarze  Storch,  der  Kamiclii  (Pa- 
lamedea  cornutaj  d)9  der  Anhinga  (Plotus  an- 
hingaL.)  /),  und  die  Scharbe  (Pelecanus  carbo), 


a)  Azara  a.  a.  O.  T.  4.  p.  208 . 

*)  Azara  T.  4.  p.  181« 
4'Bajon  T.  2.  p.  285- 
*)  Azara  T.  4* 


j 


b)  Bajon  Mem  lur  Cayennc  T.  2.  p.  263. 


1 


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3° 

jedoch  baut  diese  in  Grönland,  wo  sie  keine 
hohe  Baume  findet,  auf  Felsen  a).  Selbst  meh- 
rere hühnerartige  Vögel  Südamerikas  bauen  ihr 
Nest  auf  niederen,  mit  vielen  Zweigen  verse- 
henen Bäumen»  z.  B.  der  Hocko  fCrax  alector), 
der  Marail  'Penelope  marail)  b),  der  Sovi  (Ti- 
namug  sovi  Lath.)  c),  derParragua  (Phasianus 

Sarragua)  d)  u.  a.  Zu  den  auf  Bäumen  nisten- 
en  Vögeln  gehören  noch  die  Papageien  der 
alten  Welt,  die  Anis,  die  Trupials,  die  Dros- 
seln und  die  Tauben.  Die  meisten  kleinen  Sing- 
vögel, die  Würger,  die  Motacillen,  die  Sänger, 
die  Ammern,  die  Finken,  die  Tanagras,  die 
Kernbeifser  und  viele  andere  bauen  auf  niede- 
ren Bäumen,  in  Sträucher  und  ins  Gebüsch.  Fast 
eine  jede  Art  zieht  wieder  eine  Art  von  Bäu- 
men den  übrigen  vor,  z.  B.  der  Kreuzschnabel 
wählt  die  oberen  Zweige  der  Nadelbäume  zum 
Ort  des  Nestes,  der  Distelfink  die  £irn  -  und 
Apfelbäume. 

4 

§.  18. 

Bei  weitem  die  gröfste  Anzahl  der  Kletter- 
vogel nistet  in  Baumlöchern;  namentlich  die 
Papageien  Amerikas  e)f   die  Tukans  (Rham- 


*)  Fabricius  Fauna  Grönlandica. 
l)  Bajon  a.  a.  O.  T.  i.  p.  393. 

e)  Buffon  hitt.  natur.  des  oii.  ed.  de  Sonnini  T.  50.  p.  45. 

d)  Bajon  a.  a.  O.  T.  1.  p.  379. 

e)  Du  Tertre  Hist.  dei  Antilles  T«  2.  p.  251.   Aza»  Voy. 
T.  4. 


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31 

I 

phastos)  a),  cjie  Kurukus  (Trogon)  b),  die  Spech- 
te aller  Wektheile,  der  Wendehals,  der  Hon  ig  - 
kuckuk  (Cuculus  indicator)  c)  und  der- Wiede- 
hopf. Auch  mehrere  andere  Vögel  brüten  in 
Baumlöchern,  z.  B*  die  Kalaos  oder  Nashorn* 
vögel  (Buceros)  d),  die  Atzein  (Gracula  sub- 
cinerea  et  calva  Leth.)  vorzüglich  in  die  Löcher 
der  Kokosbäume,  der  Staar,  die  Baumläufer, 
die  Spechtmeisen  und  viele  Arten  von  Meisen« 


§.  *9« 

Die  meisten  Arten  von  Lerchen,  die  Zie- 
genmelker, sowohl  die  Europäischen  als  Arne* 
rikanischen  e),  die  gröfste  Anzahl  der  hüner- 
artigen  Vögel,  die  Wachteln,  die  Feldhüner, 
die  Waldhüner,  die  Fasanen,  die  Pfauen,  die 
Perlhüner,  die  Puter  und  die  Trappen  nisten 
auf  der  Erde  an  trocknen  und  schattigen  Or- 
ten. Auch  die  Straufsenartigen  Vögel,  der  Afri- 
kanische und  Amerikanische  Straufs,  die  Ka- 
suars und  der  Dudü  /)  brüten  auf  der  Erde» 
Mehrere  Vögel  nisten  in  Erdlöchern,  z.  B>  die 


■ 

«)  Aiara  T.  3.  p.  137. 
h)    —    T.  4.  p.  43. 

1 

9)  Le  Vaillant  Voy.  dans  l'interieur  de  l'Afrique  p.  360. 

d)   —   —   Hiit.  naturelle  d'uoe  partie  d'oiscaux  nouveaux 
et  rares  de  l'Ame'rique  et  des  Indes  p.  23. 

t)  Azara  Voy.  X.  4.  p.  114.  116.  119. 

/)  Leguat  Voy.  T.  1.  p.  100. 


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33 

I 

Eule  von  Coquimbo  (Strix  cunkntlaria)  a)  baut 
ihr  Nest  in  ziemlich  tiefe  Hohlen  in  der  Erde; 
auch  die  Habichtseule  (Strix  accipitrina)  baut 
ihr  Nest  auf  die  Erde  in  den  Wüsten  am  Ca- 
spischen  Meer  b)9  so  wie  die  Eule  mit  kurzen 
Ohren  (Strix  crachyotos)  c)  in  Nordamerika. 
Der  Brasilianische  Momot  (Momotus  brasilien- 
sis)  d)  nistet  in  Erdlöchern ,  vorzüglich  in  den 
Höhlen»  welche  Gürtelthiere  oder  andere  Thiere 
gegraben  und  verlassen  haben»  Auch  der  grü- 
ne Plattschnabel  (Todus  viridis)  baut  sein  Ne3t 
in  die  Erde.  Ferner  das  Rothkelchen,  der  Zaun- 
könig, das  Laubvögelchen  und  die  schwarze 
Meise  nisten  in  Erdklüften,  in  hohlen  Wurzeln, 
oder  in  Moos.  Der  in  Südamerika  vorkom- 
mende Psittacus  cyanalyseos  e)  baut  sein  Nest 
in  Löcher  an  jähen  Abgründen.  Die  Eisvögel, 
sowohl  die  Europäischen,  als  die  ausländischen 
Arten,  z.  B.  der  Taparara  (Alcyon  cayensen- 
sis  /),  der  Surinamische  Eisvogel  (A,  surina- 


d)  Fcuillee  Journal  des  observ.  phys.  et  mathemat.  Paris 
1714.  T.  1.  p.  36a. 

Molina  Naturgeschichte  von  Chili  S.  233. 

AiaTa  Voy.  T.  3.  p.  124. 

b)  Pallas  Voy.  en  Rufre  T.  1.  p.  465. 

«)  Pennant  Thiergeschichte  det  nördlichen  Polarländcr  B.  X 
S.  219. 

d)  Molina  ».  a.  Ö.  S.  233. 

9)  —  a.  a.  ö.  S.  227. 

f  ^ 

*)  Nach  de  la  Borde  in  BufTon  Hift.  natur.  def  oiscaux  cd. 
de  Sonnini  T.  56.  p.  afo 


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33 


mensis)  ä),  die  Eisvogel  am  La  Plata  Strom  in 
Paraguay  b)  nisten  in  hohlen  Gängen  und  Lö- 
chern der  abschüfsigen  Ufer.  Ebenso  die  Ufer- 
schwalben. 


§.  20. 

♦  ■  * 

Die  grofste  Anzahl  der  Sumpf  -  und 
Schwimm  -  Vögel  hauen  auf  die  Erde  in  der 
Nähe  von  Sumpfen,  Flüfsen  oder  Seen \  auf 
Wiesen  z.  R  der  WiesenschrtaTrer  (Crex);  in 
Brüchen  und  Mooren  die  Schnepfen,  die  Brach- 
vögel (Numenii),  die  Kiebitze  (Vanelli)  und 
die  Regenpfeifer  (Charadrii)  ;<  an  das  Gestade 
der  Flüfse  und  des  Meeres  die  Austerfiscber 
(Haematopi),  die.  Strandreker  (Hiroantopi),  die 
Säbelschnabler  (Recurvirostrae),  die  Wassertre- 
ter (Phalaropi),  und  die  Wasserläufer  (Totani); 
ins  Rohr,  Schilf  oder  in  Binsengesträuch  die 
Kraniche,  viele  Reiherqrten,  x^ie  Rallen,  die 
Rohrhühner  (Gallinulae)  ,  die  Wasserhühner  (Fu- 
licae>,  die  Steifsfüfse,  die  Seetaucher  {Colym- 
bi),  die  Spornflügel  (Parrae)  c)  und  der  Agami 
(Psophia  crepitans)  d).  In  der  Nähe  der  Seen 
und  Flüfse  nisten  ebenfalls  die  Schwäne,  die 
Pelikane,  die  Gänse,  die  Enten  und  die  Säge- 
taucher  (Mergi).  In  den  Särid  und  auf  Felsen 
brüten  die  Seeschwalben  (Sternae)  und  die  Me- 


d)  Fermin  Hilf,  de  Surinam  T.  2.  p.  18«. 

b)  Azara  T.  4.  p.  310. 

c)  Azara  Voy.  T.  4.  p.  250.  254. 

d)  Buffon  Hist.  nat.  des  oi«.  ed.  de  Sonnini  T.  50.  p.  19. 

3 


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vcn  (Latty  Auf  Klippen ,  in  Felsenkläffen  und 
in  Steinritzen  brüten  die  Lummen  (Uriae)  a),  die 
Alken,  die  Sturmvögel  (Pocellariae)  b)±  die 
Tölpel  (Sulae),  die  Albatrofse  c)  und  die  Pin- 
guine d). 

§.  2U 

!  '  •    '     ;  '  «»    •  >• 

Die  Stoffe  oder  Materialien,  woraus  Öie 
Vögel  ihre  Nester  bauen,  sind  ungemein  ver- 
schieden. Im  Allgemeinen  wählen  sie  vorzüg- 
lich solche  Materialien ,  welche  schlechte  Wär- 
meleiter sind,  z.  B.  Reiser,  zarte  Rinden,  Bast, 
feine  Wurzeln ,  faules  Holz ,  Stroh ,  Grashalmen, 
Schilf,  Binsen,  Rohr,  Blätter,  Laubmoose,  Flech- 
ten, -Wolle  von  Pflanzen  und  Thieren,  Spinn- 

*     ^  ■*  *  ■ 

4)  Clusiut  Exottc.  aactuir.  p.  36"/. 
Steller  a.  a.  O.  p.  417. 

t 

h)  Foriter  in  second  Voyage  de  Cook  T.  a.  p.  110.  Auf 
Neuseeland  sah  Forstet  die  blauen  Sturmvogel  in  Erdlö- 
eher  nisten,  unter  Baumwurzeln  ib.  p.  174. 

m 

Auf  Kcrguelen  sahen  die  Engländer  diese  Vögel  ttf  Lo- 
chern nisten,  wie  die  Kaninchen.  Cook  Trois.  Voy.  T.  1. 
p.  109.  ed.  in  4. 

9)  Bemerkungen  auf  einer  Reise  der  Herren  Baß  und  Flin- 
ders.  Aus  einem  Berichte  Uber  die  Colonie  von  Neu -Wal- 
lis gezogen.   London  I8Q3.  in  Voigts  Magaz.  B.  5.  p.  ig8- 

d)  Francois  Gauche  Voy.  a  Madagascar.  Paris  165 1. 

Recueil  des  Voy.  qui  ont  servi  a  ietablissement  de  la 
compagnie  des  Indes  Orientales  T.  1.  p.  581.  Amst  1*703. 

Anderson  in  Trois.  Voy.  de  Cook  T.  1.  p.  n4- 


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35 


gewebe,  Haare  und  Federn.  Die  Wahl  der  Ma- 
terialien steht  höchst  wahrscheinlich  bei  den 
Vögeln  in  einem  genauen  Verhältnifs  mit  dem 
Grade  ihrer  thierischen  Wärme*  Es  scheint, 
dafs  die  Singvögel  den  geringsten  Grad  von 
Wärme  besitzen»  diese  sind  es  daher»  welche 
die  wärmsten  und  am  meisten  geschlossenen 
Nester  bauen.  Jede  Vogelart  wählt  besondere 
Materialien  zum  Bau  ihres  Nestes  und  gibt  dem- 
selben eine  eigen thümliche  Form,  welche  sich 
theils  nach  dem  Orte,  wo  das  Nest  gebaut  wird, 
richtet;  theils  aber  auch  nach  der  Form  des  Vo- 
gels ,  nach  der  Zahl  der  Eyer  und  nach  dem  zur 
Ausbreitung  der  Eyer  nothwendigen  Wärmegrad. 
Es  gibt  flache,  napfförmige,  halbkugelformige, 
cylindriscbe ,  beuteiförmige  und  runde,  voll- 
kommen gedeckte  Nester»  Bei  der  gröfsten  An- 
zahl der  in  Monogamie  lebenden  Vögel  trägt 
das  Männchen  die  Materialien  herzu,  das  Weib- 
chen aber  baut  das  Nest;  dies  ist  namentlich 
der  Fall  bei  den  Finken,  Lerchen,  Kolibris  a) 
und  Tauben,  Bei  den  Schwalben  baut  jedoch 
das  Männchen  und  das  Weibchen.  Die  Weib- 
chen der  in  Polygamie  lebenden  Vögel  besorgen 
den  Nestbau  allein.  Die  Materialien  werden  im 
Schnabel  herzugetragen  und  mittelst  desselben 
künstlich  zum  Neste  verflochten.  Die  Form 
der  innern  Aushöhlung  des  Nestes  bilden  die 
Vögel  theils  mit  den  Füfsen ,  theils  durch  öfte- 
res Hineinsetzin  und  durch  das  Drehen  und 
Wenden  des  Körpers  nach  allen  Seiten. 


a)  Du  Tertrc  a.  a.  O.  T.  2.  p.  2Ü%.    Peniwnt  a.  a.  O 
B.  2.  S.  211. 

\ 

3  • 


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36 

I 

* 

Wir  wollen  jetzt  den  Bau  und  die  Form 
der  Nester  der  verschiedenen  Vögel  nach  dem 
Grade  ihrer  allmäh  Ii  gen  Zusammensetzung  und 
Bildung  betrachten.  Mehrere  Vögel  bauen  ei- 
gentlich kein  Nest,  sondern  sie  suchen  nur  ei- 
nen Ort  auf,  wo  sie  ihre  Eyer  legen  und  aus*- 
brüten;  dahin  gehören  die  Pinguine  a),  dieLum- 
men  (Uria)  b)  und  die  Alken  c),  welche  ihre 
Eyer  in  eine  Vertiefung  auf  nackte  Felsen  und 
Klüfte  legen*    Sehr  selten  tragen  diese  Vögel 


a)  Anderson  in  troisieme  Voy.  de  Cook  T.  I.  "p.  114« 

b)  Steller  a.  a.  €).  p.  417.  Lommia  nidum  nulluni  $truit> 
sed  ova  praeruptis  «udii  extantibus  saxis,  vix  palmare 
saepc  latis,  imponit,  rtec  ea,  avolans  et  ad  volans,  quod 
maximc  mir/irn,  e  rupibus  m  mare  dejicit,  imo  cum  per- 
tica  loco  movere  tentarem,  vix  obtinui,  ob  id,  quod  ovo* 
xum  vertici  convexo  respond entern  coRcavum  quaerant  lapi- 
dem,  in  quo,  veluti  in  theca,  recondita  jacent. 

#)  Willoughbey  Ornithol.  p.  226.  Fabricius  Fauna  Grön- 
land, p.  84*  Harvey  de  Generat.  p.  47.  Inter  avium 
tarn  diveTia  genera  (quae  ad  Insulum  Bafse  generandi  caus- 
sa  advolarft)  tamque  varios  nidorum  modos,  in  quibus 
ova  ineubant;  una  mihi  roonstratur  avif,  quae  Ovum  dun- 
taxat  singulare,  live  unicum  parit,  idemque  super  cujus« 
dam  lapidis  acuti  festigium  collocat  (nullo  nidoY  aut  con« 
quisita  strue  topposita)  idque  tarn  firmiter,  ut  matec 
abire,  et  redire,  salvo  ovo,  possit.  Hoc  autem  si  quis 
loco  dimoveat,  nulla  arte  poitca  stabiliri  potest;  quin  in- 
de  devolutum,  praeeeps  in  mare  ruat.  Locus  nempe  (ut 
dixi)  caemento  albo  inefustatur,  ovumque  cum  nascirur, 
lenta  et  viscosa  madet  humiditate,  quae  cito  concrescente  9 
tanquam  ferruminc  quodam,  substrato  saxo  agglutinatur. 


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37 

etwas  Gras,  oder  Moos,  zur  Unterlage  zusam- 
men. Die  Seesch.walben  (Sternae)  a)  ,  die  Me- 
ven  b)  und  die  Fregatt  -  Vögel  (Fregattae)  legen 
ihre  Eyer  meistens  auf  Felsen,  oder  in  eine 
blofse  v  ertiefung  des  Sandes  und  Kieses  an  den 
Ufern  cks  Meeres  und  der  Flüfse.  Die  Ajuster- 
fischer,  (Haematopi) ,  die  Strandreiter.  (Himan- 
topi),  die  Säbelschnabler  (Recurvirostrate)>.  die 
Wassertreter  (Pbalayopi),  die  Wasserläufer  (To- 
tani;,  die  Regenpfeifer  (Charadrii)  und  die  Strand- 
läufer (Tringae)  legen  ihre  Eyer  in  eine  kleine 
Vertiefung  in  den  Sand ,  welche  mit;  etwas  Gras, 
Schilf  oder  Binsen  umgeben  oder  bewachsen  ist, 
und  füttern  dieselbe  bisweilen  mit  etwas  trock- 
nem  Gras  aus*    Die  Schnepfen,  die  Brach vö- 

§el,  die  Ballen  und  die  Kiebitze  suchen  einen 
l£inen  Hügel,  oft  einen  Maulwurfshaufen,  ei- 
nen Gras-,  Binsen  -  oder  Schilf  -  Busch  auf, 
den  sie  etwas  vertiefen,  und  mit  einer  Unter- 
lage yon  trocknen*  Gras  oder  Einsen  ausfüttern* 

Die  Seetaucher  (Colymbi)  c)  bauen  ihr  Nest 
aus  Moos  und  trocknen  Kräutern»  Die  Kropf- 
gans (Pelecanus  onocrotalus)  d)  verfertigt  an 


a)  Der  Noddy,  Stoma  stolida,  legt  auP den  Baharaainseln 
seine  Eyer  auf  den  nackten  Fehen.  Catesby  Natur.  Histo- 
ry  of  Carolina  T,  I,  p.  88-  . 

$)  Larus  fuscus  fegt  in  Grönland  die  Eyer  int  Gras  auf 
Klippen.  Fabricius  Fauna  Grtfnl.  p.  100. 

c)  Fabricius  Fäuna  Grönl.  p>  97.  und  Steiler  a.  a.  O.  p.  424. 

d)  Labat  npuv,  Voy.  aux.  lies  de  L'Ameriq.  T.      p.  394. 


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38 


den  Ufern  der  Flüfse  und  Seen  ein  tiefes  mit 
weichen  Kräutern  ausgefüttertes  Nest»  Das  Nest 
des  Albatrofs  (Diomedea  exulans)  a)  ist  aus 
Gras ,  Binsen  und  Koth  gebaut,  es  hat  fast  die 
Form  eines  Heuhaufens,  und  ist  gegen  drei  bis 
vier  Fufs  hoch.  Oben  hat  es  eine  Vertiefung 
worin  das  Ey  liegt*  Die  Schwäne,  Gänse,  En- 
ten b)  und  Sägetaucher  (Mergi)  bauen  ihr  Nest 
ins  Schilf,  Rohr,  Gras  oder  Gesträuch  auf  eine 
kleine  Erhabenheit;  sie  tragen  Reiser,  trocknes 
Rohr,  Schilf,  Binsen,  Moos,  Gras  oder  Blätter 
zusammen;  die  in  der  Mitte  befindliche  Vertie- 
fung füttern  sie  mit  Federn  und  Dunen  aus, 
welche  sie  sich  aus  der  Brust  ausraufen»  Die 
Eidergans  (Anas  molissima)  baut  ihr  Nest  in 
ausgehöhlte  Klippen»  Einige  Arten  von  Enten 
und  Sägetauchern  legen  auch  bisweilen  ihr  Nest 
auf  Bäumen  an, 

4 

i 

■  f 

4  -  ' 

$•  24. 

Mehrere  Sumpf  -  und  Wasser  -  Vögel  bil- 
den schwimmende  Nester,  dahin  gehören  die 
Rohrhühner,  die  Wasserhuhner,  die  Spornflügel  e) 


ä)  Pennant  Thiergeschichte  der  nördl.  Polarländ.  B,  a.  S.  470. 
Bafs  und  Hindert  a.  a.  O.  x 

b)  Steiler  a,  a.  O.  p.  419.  In  genere  notandum,  cygnoi, 
ameres  et  anates  una  rattone  nid  um  struere,  limilja  loca 
eligere,  materiamque  pro  nidis  struendis  similem. 

c)  Namentlich  Parra  indica  Button  a.  a.  O.  T.  59.  p.  219. 
Die  Parra  chilensis  aber  soll  ihre  Eyer  auf  die  grünen 
Blatter  einer  Wasserpflanze  legen ,  Axara  V.  T.  4.  p.  250. 


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39 


und  die  Steifsfüfse  ä).  Sie  bauen  das  Nest  aus 
Rohr,  Binsen,  Schilf  und  anderen  Wa$serkräu- 
tern;  alle  diese  Materialien  sind  in  eine  grofse 
JHafse,  wie  in  einen  Korb  zusammengeflochten, 
der  an  einem  Schilf  -  oder  Rohrstengei  befestigt 
ist.  In  der  Mitte  dieser  schwimmenden  Massei 
befindet  sich  eine  Vertiefung,  in  welche  die 
Eyer  gelegt  werden.  Die  Flamingos  b)  bauen 
ihr  Nest  in  seichte  Sümpfe,  sie  bilden  einen 
grofsen  Hügel,  der  anderthalb  Fufs  über  dem 
Wasser  hervorragt,  eine  breite  Grundfläche  hat* 
und  sich  gegen  den  Gipfel  hin  verdünnt.  Oben 
befindet  sich  ein  Loch»  in  welchem  die  Ejer 
liegen.  Höchst  sonderbar  ist  die  Stellung  des 
Körpers  beim  Brüten,  der  Vogel  nämlich  sitzt 
auf  dem  Hügel,  bedeckt  mit  dem  Rumpfe  die 
Byer  und  lälst  seine  sehr  langen  Füfse  ins  Was- 


Nestes  des  Flamingos  ist  offenbar  eine  Folge 
•einer  sonderbaren  Körperform. 


Das  Nest  der  meisten  hühnerartigen  Vögel 
Fasanen,  der  Puter,  der  Perlhuhner,  de 


a)  Bcchstcin  a.  a.  O. 


ser  herab  hän 


Diese  besondere  Bildung  des 


$.  25. 


•1 


*)  Dampier  Voy.  T.  l.  p.  93. 


Labat  Voy.  T.  4.  p.  425. 


Catesby  Natur.  Hiitory  of  Carolina  and  the  Bahama 


Islands. 


Compendio  della  Storia  geografica ,  naturale  e  eivile  di 


1 

Descourtih.  Voy.  T.  2.  p.  21 8« 


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40 

Waldhühner,  der  Feldhühner  und  der  Trappen, 
ist  seht  einfach ,  sie  wählen  eine  natürliche  oder 
mittelst  der  Füfse  ausgehöhlte  Vertiefung  in 
Waldungen,  im  Gesträuch  oder  im  hohen  Gras, 
welche  sie  mit  einigen  Strohhalmen  oder  Blät- 
tern ausfüttern.  Der  Afrikanische  Straufs  a)r 
der  Nandu  b),  und  der  Kasuar  legt  seine  Eyer 
in  eine  blofse  Vertiefung  auf  der  Erde  oder  im 
Sande.  Künstlicher  ist  das  Nest  der  Dronte 
(Didus)  nach  der  Angabe  von  Leguat  c),  denn 
sie  bildet  ihr  Nest  aus  Palmblättern  und  Erde- 

■ 

Die  Raubvogel  bauen  ihr  Nest  ocfer  ihren 
Horst  aus  einer  starken  Unterlage  von  Reisern, 
Welche  sie  flach  mit  Stroh,  Schilf,  Heidekraut, 
bisweilen  auch  mit  Wolle  und' Thierfallen  be- 
legen. Das  Nest  ist  oft  so  grofs  und  fest,  dlafs 
es  beide  Gatten  und  bisweilen  noch  ein  Stück 
Wild  tragen  kann.  Das  Nest  der  hochfliegen- 
^  den  und  auf  Bäumen  nistenden  Sumpf  -  und 
Wasser  -  Vögel,  der  Reiher,  der  Störche*  der 
Löffelreiher,  der  Jabiru&       der  Scharben  und 


— 

a)  Nach  Sparrman»,  Barrow,  Lichtenitein  u.  a. 
i)  Nach  Aiara. 

r  1      *   ♦      *  "• 

e)  Voy.  T.  1.  p.  100.  Le  Sofitaire.  Quand  ces  oiseatnc 
veulcnt  batir  teure  nids,  ils  choisicnt  un  Heu  net,  et  ils 
r«tevcm  a  pied  et  demi  de  terre  tur  un  tas  de  feuillcs  de 
palmier,  qu'ils  ont  remasse'es  pour  cc  desscin. 

rf)  Azara  V*  T.  4*  p*  I87*    Je  trouvai  un  nid  dans  in  pf> 

tit  bois,  au  bord  «Tun  c'tahg,  tur  un  arbre  elcve,  abran* 

;    ■  .♦»■♦. 


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4* 

der  Anhing»  besteht  ans  einer  Unterlage  von 
Reisern,  und  aus  Schilf,  Rohr  und  Stroh,  zu- 
weilen auch  aus  Federn  und  Wolle.  Da*  Nest 
der  auf  Baumen  brütenden  hühnerartigen  Vögel 
der  Marails,  Söuls  und  Hockos  ist  aus  Reisern 
gebildet  und  mit  trocknen  Kräutern  und  Blät- 
tern ausgefüttert»  Das  Nest  der  Raben  „  Heher 
\md  Paradiesvögel  besteht  äufserlich  aus  Rei- 
sern, und  inwendig  aus  zarten  Wurzeln,  aus 
Heidekraut,  auch  wohl  ans  Wolle  und  Thier- 
haaren.  Die  Taubenarten  bauen  aus  dürren 
Reisern  ein  ziemlich  grofses.  und  flaches  Nest. 

I 

Sehr  viele  von  denen  in  Baumlöchern  brü- 
tenden Vögel,  z.  B.  der  Drehhals,  die  Spechte 
und  Kuruku&  legen  ihre  Byer  auf  das  blofse 
Holz  -  oder  Wtirm  -  Mehl.  Andere  jedoch,  z. 
B.  die  Papageien,  die  Tukans,  die  Meisen,  die 
Baumläufer  u*  a.  machen  eine  Unterlage  von 
Moos,  Wolle,  Federn  und  Haaren* 

>      •  . 

A  -        *         \  ,   ■  1 

Das  Nest  der  Amsel  und  der  Singdrossel 
hat  die  Form  einer  Halbkugel,  es  besteht  aus- 
wendig aus  Erdmoos  und  einigen  zarten  Reisern 
von  Heidekraut,  inwendig  ist  es  mit  fetter  Er- 
de, Thon  oder  Lehm*  die  oft  mit  faulem  Holz 
vermischt  sind,  ausgekleidet.  Die  meisten  Sän- 
ger (Sylviae;,  Motacillen,  Ammern,  Lerchen, 
Steinschmetzer  (Saxicolae),  Fliegenfänger  (Mu- 


che  et  tec ;  le  nid  spacieux  etoit  soutenu  sur  deux  bouts 
des  brauchet  fatsant  la  föurche ;  et  il  e'toit  forme  de  ra« 

meaux  assez  long*  et  gros,  eatreiacet  avec  so  in. 

1  • 


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Aoscapan) ,  Tanagras  und  Würger  bauen  ein 
halbkugelförmiges  Nest,  welches  von  aufsen  aus 
trocknen  Grashalmen  und  zarten  Wurzeln  ge- 
bildet ist,  im  Innern  aber  mit  zarten  Grashai-» 
men,  Pferdehaaren,  bisweilen  auch  mit  Federn, 
Moos  oder  Thierbaaren  ausgefüttert  ist  Die 
Stieglitze  und  Finken  ä)  bauen  sehr  künstliche 
fast  halbkugelförmige  Nester.  Sie  errichten  das 
Nest  zwischen  Aesten  und  Zweigen ,  an  wel- 
chen sie  es  befestigen.  Der  Grund  des  Nestes 
besteht  aus  Baummoos  und  Haaren»  welche  mit 
Spinnengewebe  vermischt  und  aufs  genaueste 
verbunden  sind ;  den  äufseren  Ueberzug  des  Ne- 
stes machen  sie  von  solchem  Baummoos,  wel- 
ches dem»  so  an  dem  Baume»  auf  welchen  das 
Nest  gebaut  wird,  wächst»  oder  der  Rinde  des 
Baumes  ähnlich  ist.  Wenn  die  äufsere  Wand 
des  Nestes  fertig  ist,  so  belegen  sie  es  von  in- 
nen mit  Moos,  Gras  oder  Federn,  die  nochmals 
mit  Thierhaaren,  Pflanzenwolle  oder  zarten  Fe- 
dern ausgefüttert  werden.  Alle  diese  Materia- 
lien sind  aufs  genaueste  zusammengefügt  und 
wie  in  einander  gefilzt. 

« 

# 

Das  sehr  kleine,  gewöhnlich  halbkugelför- 
mige  Nest  der  Colibris  b)  steht  in  der  Gabel 

i 

di)  Zorns  Petinotheologie  B.  i.  S.  320. 

Ii)  Brown  bat  es  beschrieben  in  s.  Natural  History  of  Ja* 
tnaica  p.  4*|6. 

Feuillee  Observ.  physiq.  et  mathem.  etc.  T.  1.  p.  4*5» 
Seba  gibt  a.  a.  O.  Tab.  fig.  12.  1$..  Abbildungen  sol- 
cher Nester. 


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43 

eines  dünnen  Zweiges  eines  Orangen-,  Zitro- 
nen -  oder  Kaffee  -  JBäums,  bisweilen  auch,  zwi* 
sehen  den  Blättern  der  wilden  Ananas  oder  der 
Zwerg  -  Aloe.  Es  besteht  auswendig  aus  zar- 
tem Moos,  und  ist  inwendig  mit  der  Wolle  des 
Wollkrauts  (Verbascum  thapsus  L.)>  mit  Baum« 
wolle ,  mit  zarten  Federn  oder  Haaren,  odefr  an- 
dern weichen  Materialien  ausgefüttert«  Das  gan* 
ze  Nest  hat  oft  kaum  die  Gröfse  einer  halben 
Ey  -  oder  grofsen  Nufs  -  Schale,  und  ist  unter 
den  Blättern  der  genannten  Bäume  verborgen^ 

*  • 

§.  29. 

Mehrere  Vögel,  die  Elster,  der  Annumbi, 
der  Cotorra  -  Papagei,  die  Bachamsel  (Cinclus 
aquaticus),  der  Zaunkönig,  das  Goldhänchen, 
der  Fitisfänger  und  die  Schwanzmeise  baueiji 
ganz  gedeckte  fast  kugelförmige  Nester,  welche 
an  der  Seite  eine  kleine  Oeffnung  haben ,  durch 
welche  die  Vögel  aus  und  ein  gehen.  Das  Nest 
der  Elster  ist  aus  Dornen  und  Reisern  gebildet, 
welche  sehr  künstlich  zusammengelegt  und  ver- 
flochten sind.   Das  Nest  des  Annumbi,  ein  in 


Dutertre  a.  a.  O.  T.  2.  p.  262. 

Pennant   Thiergeschichte   der    nördlichen  Polarlander 

B.  1.  p.  2*71. 

Stedmann  Voy.  a  Surinam  et  1  dans  l'inte'rieur  de  la 
Guiane  traduit  par  Henri  T.  3.  p.  6. 

J.  B  Audebert  et  L.  P.  Vieillot  Hist.  natur.  et  generale 
des  Colibrif  etc.  Paris  Ißp2^  gr.  fol.  mit  einer  schönen 
Abbildung  des  Nestes  von  Trochilus  cramineus  p.  23. 

Descotirtih  Voy.  T.  t.  p.  288- 


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4  + 


Paraguay  vorkommender,  zuerst  von  Azara  fl) 
beschriebener  Vogel,  baut  sein  Nest  auf  einem 
seiner  Blätter  beraubten  Baume;  es  ist  zwei 
Fufs  hoch  und  hält  anderthalb  Fufe  im  Durch- 
messer, obgleich  der  Vogel  nur  sieben  und  ei- 
nen halben  Zoll  lang  ist.  Das  Nest  besteht 
aus  dornigen  Reisern  und  ist  inwendig  mit  Blät- 
tern und  Haaren  ausgefüttert ;  von  oben  ist  es 
mit  *  vielen  K  eisern  bedeckt  Der  Cotorra  Pa- 
pagei, eine  in  Buenos  Ayres  vorkommende  und 
ebenfalls  von  Azara  b)  zuerst  beschriebene  Art, 
baut  das  Nest  nicht  in  Baumlöcher  wie  die 
übrigen  Papagei  -  Arten  Amerikas >  sondern  er 
baut  es  auf  Bäumen  aus  Reisern.  Es  hat  die 
Gestalt  einer  stacheligen  Kugel,  welche  drei 
und  einen  halben  Fufs  im  Durchmesser  hält; 
der  Eingang  befindet  sich  an  der  Seite,  im  In- 
nern ist  es  mit  Kräutern  ausgelegt.  Ganze  Ban- 
den dieser  Vögel  errichten  ihre  Nester  auf  ei- 
nem Baum,  welche  oft  dicht  neben  einander 
stehen.  Zorn  c)  hat  das  sehr  grpfsä ,  fast  ku- 
gelförmige Nest  einer  Bachamsel  (Cinchiy  aqua- 
ticus)  beschrieben,  welches  auf  einem. dicken 
Pfahl  unter  oder  hinter  dem  Wasserfall  einer 
Mühle  stand;  von  aufsen  bestand  es  aus  Baum- 
moos und  im  Inneren  war  es  mit  weichem  Gras 
und  dürrem  Laub  gebildet;  der  Eingang  befand 
sich  an  der  einen  Seite  in  Gestalt  eines  Tunden 
Lochs.  Das  Ne$t  dies  Zaunkönigs  d)  und  der 


ä)  Voy.  T.  3.  p.  43T.        .  ,    ,  .      .    .  .j 

l)  Voy.  T.  4  p.  65.  . 

«)  Petinothcoiogic  B.  2.  S.  44*. 

«fl'Auch  gut  beschriebe*  von  Zorn  in  ferner  Petinotheologie 
B.  1.  S.  324. 

■ 


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45 


Schwanzmeise  a)  hat  im  Verhältnis  zur  Grö&e 
des  Vogels  einen  beträchtlichen  Umfang»  .und 
stellt  eine  runde,  fast  kugelförmige  hohle  Mafse 
dar,  fast  in  Form  eines  Bäckofens,  in  welchen 
sich  seitwärts  ein  kleines  Loch,  als  Eitigang , 
befindet.  Das  Nest  des  Zaunkönigs  ist  von  aus- 
sen aus  grünem  Moos  gebildet,  das  der  Schwanz- 
meise aber  aus  grauem  Baummoos,  Spinnenge- 
webe und  Wolle ;  im  Innern  sind  beide  init  Fe- 
ldern und  Haaren  bekleidet,  alle  diese  Materia- 
lien sind  sehr  künstlich  in  einander  geschlungen 
und  verwebt;  Das  Nest  des- Goldhänchens  (Syl- 
via regulus)  und  des  Ffcissängers  (Sylvia  fitis) 
hat  auch  eine  kugelförmige  Gestalt;  besteht  von 
aussen  aus  dürrem  Gras  und  Moos,  und  ist  in- 
wendig mit  Federn  ausgefuttert.  Nur  durch  diese 
Bildung  des  Nestes  sind  die  eben  genannten  Vö- 
gel in  den  Stand  gesetzt,  eine  grofse  Menge 
von  Byem  auszubrüten,  welche  sie  bei  einem 
offenen  Nest  mit  ihrem  kleinen  Körper  nicht  ge- 
hörig bedecken  könnten.  ■ 


Asien,  Afrika  und  Amerika  vorkommenden 
Schwalbenarten,  bauen  ihr  Nest  gewöhnlich  in 
oder  an  die  Wohnungen  der  Menschen,  an  Bal- 
ken, Gesimse,  Mauren,  Dachrinnen,  in  Schorn- 
steine u.  s.  w.  Dies  ist  namentlich  der  Fall 
bei  der  in  Europa,  in  Asien,  in  Afrika  und  im 
nördlichen  Amerika  vorkommenden  Rauchsch  wal- 


Die  meisten   sowohl  in  Euro 


als  in 


d)  Von  Derham  und  Bechstein  beschrieben  in  s.  Naturge- 
schichte der  Vögel  B.  31  $.  885* 


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be  (Hir.  rustica),  ßo'  wie  auch  bei  der  Haus- 
schwalbe (H.  urbica),  bei  der  in  Nordamerika 
vorkommenden  purpurfarbenen  Schwalbe  (H. 
purpurea)  und  bei  der  Schwalbe  mit  dem  Sta- 
chelschwanz (H.  pelasgica)  a),  so  wie  auch 
•bei  der  in  West  -  Indien  und  in  Süd  -  Amerika 
lebenden  rothbäuchigen  Schwalbe  cH-  rufa)  urtd 
bei  der  stahlschwarzen  Schwalbe  (Hirundo  cbaly- 
beaj  L.)  b),  desgleichen  bei  der  Capschen 
Schwalbe  (H*  capensis).  Die  in  grofser  Menge 
in  der  Nähe  der  Wohnungen  vorkommenden* 
Insekten  scheinen  die  Schwalben  zu  der  Wahl 
dieses  Brutorts  bestimmt  zu  haben-  Der  ur- 
sprüngliche Ort,  wo  die  Schwalben  ihre  Nester 
bauten,  ehe  es  noch  von  Menschen  aufgeführte 
Wohnungen  gab,  sind  überhängende  Felsen  und 
Abhänge,  welche  den  an  denselben  befestigten 
Nestern  einigen  Schutz  gewähren.  So  baut 
auch  noch  die  in  Neuland  und  am  lrkufck  vor- 
kommende JRauchschwalbe  ihr  Nest  an  hohen 
Felsen;  eben  so  die  Daurische  Schwalbe  (H.  dau- 
rica)  an  den  hohen  Felsen  der  Altaischen  Berg- 
kette. Die  so  eben  genannten  Schwalbenarten 
bauen  ihr  Nest  aus  nafser  Erde  oder  Koth  und 
aus  Stroh  und  Grashalmen;  sowohl  das  Männ- 
chen als  das  Weibchen  trägt  wiederholt  sehr  em- 
sig im  Schnabel  eine  kleine  Portion  Koth  und  eini- 

fe  Stroh  -  oder  Gras  -  Halmen  zum  Orte  wo  das 
fest  gebaut  wird,  und  klebt  diese  fest.  Wenn 
•die  äufsere  Wand  des  Nestes  fast  in  Form  einer 
halben  Kugel  gebildet  ist,  so  wird  es  im  Innern 
mit  Federn  ausgefüttert.   Die  Uferschwalbe  (H. 


a)  Pcnnant  Thiergeschichte  der  tiö'rdl.  Polarlander  B.  2.  S.  405. 
k)  Azara  a.  a.  O.  T.  4.  p,  97.* 


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47 

riparia),  die  Mauerschwalbe  (H.  apus)  und  die 
Alpenschwalbe  (H.  melba  s.  albina)  nisten  in 
Brd  -  oder  Felsen  -  Löchern  und  Klüften,  so 
wie  auch  in  den  Ritzen  und  Löchern  von  Woh- 
nungen und  alten  Mauern;  sie  tragen  blofs  eine 
Unterlage  von  Stroh»  Heu  und  Federn  zusam- 
men. Die  im  südlichen  Amerika  vorkommende 
Schwalbe  mit  weifsen  Hintertheil  a)  nistet  in 
Baumlöchern  und  bildet  das  Nest  aus  Blättern 
und  Haaren;  am  La  Plata  Flufs  aber,  wo  es 
keine  Bäume  gibt,  nistet  sie  in  Erdlöcher,  Die 
Salangane  (H.  esculenta),  welche  sich  auf  den 
Sundaischen  Inseln,  auf  Java  und  auf  mehre- 
ren Inseln  de»  Indischen  Archipels  bis  Neu- 
Guinea  aufhält,  baut  ihr  Nest  b)  in  Höhlen  und 
unter  überhängenden  Felsen,  wo  es  gegen  die 
Einwirkung  des  Regens  geschützt  ist.    Bs  hat 


a)  Azara  Voy.  T.  4.  p.  103.  L'htrondelle  a  groupion  blanc 
eine  neue  Art. 

})  Redl  Experimenta  circa  varias  res  naturales  ipeciatim  il- 
las,  quae  ex  Indiis  afferunrur  in  s.  Opusc.  T.  2.  p.  131. 
Amstcrd.  i682*  12.  mit  einer  Abbildung  dei  Nestes. 

Potvre  in  Button  Hirt.  Natur,  des  Ois.  ed.  de  Sonnint 
T.  55.  p.  184- 

Marsden  Hist.  de  Samatra.  T.  1.  p.  26t. 

G.  Staunton  Voy.  de  Lord  Macartney  a  la  Chine  T.  1. 
p.  381. 

Eine  ausführliche  Beschreibung  der  esbareu  Vogelnester 
rindet  man  auch  in  den  Verhandlungen  van  hat  Bate- 
viaasch  Genootschap  der  Kunst  un  Wetenschappen.  T.  3. 
übers,  in  Lichtenbergs  Magaz.  f.  d.  Neueste  aus  der  Phys. 
und  Naturgesch.  B.  2.  St.  3.  S.  I- 

MehrcTfc  andere  Schriften  nicht  zu  gedenken. 


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4* 

die  Form  meines  kleinen  flächen  Napfs,  'der  an 
der  einen  Seite,  wö  es  an  dem  Felsen  anhängt» 
plattgedrückt  ist«  Seine  Substanz  ist  weifslich. 
gelb  und  halb  durchsichtig,  bei  alten  Nestern 
aber  schwärzlich.  Es  besteht  dem  äußeren  nach 
aus  mehreren,  fast  concentrisch  auf  einander 
liegenden  Lamellen ;  von  innen  zeigen  $ich  meh- 
rere Lagen  von  unregehnafsigen  Netzen  '  und 
Maschen,  ausfielen  sich  kreutzenden  Faden  ge- 
bildet; auch  sind  oft  Fedem-hinehrverwebt.  Die 
Höhle  des  Nestes  ist  mit  Federn  belegt,  worauf 
'der  Vogel  die  Eyer  legt.  Die  Substanz  des  Ne- 
stes löst  sich  im  warmen  Wasser  auf  und  hat 
einen  faden ,  etwas  salzigen  Geschmack;  höchst 
wahrscheinlich  besteht  sie  aus  Fisch  -  und  Mol- 
lusken -  Rochen,  der  häufig  auf  dem  Meere 
schwimmt.  Die  Nester  werden  von  den  Chine- 
sen und  Malaien  als  eine  kräftige  restauriren- 
de  Speise  genossen  a). 

»  ■  .  » *  ■ , 

Mehrere  Vögel  bauen  Tingemein  künstliche, 
an  Baumzweigen  hängende  Nester;  dahin  ge- 
hören die  Papageien  der  alten  Welt,  die  Tru- 
pials,  die  Pirols,  mehrere  Arten  von  Kernbeis- 
sern,  Meisen  und  Sängern»  Da  der  Bau  und 
die  Form  der  hängenden  Nester  bei  den  ver- 
schiedenen Vögeln  viel  eigentümliches  darbie- 
tet, so  will  ich  hier  einige  solcher  Nester  be- 
schreiben. Die  Papageien  verfertigen  aus  dün- 
nen Reisern,  Binsen,  Palm  -  und  andern  Blät- 


ä)  Musaeum  Wormianum  L.  3.  C.  21.    Comedunr  in  pri- 
mis  ii,  qui  in  castris  vener  eis  »trenue  se  exerecre  volunt. 


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lern  ein  kugelförmiges  Nest  ß)  mit  einem  Ein- 
gang, welches  sie  an  den  äufsersten  Enden  der 
schwächsten  Zweige  vermittelst  eines  Geflecht 
tes  derselben  Materialien  aufhängen.  Der  Eur 
ropäische  Pirol  oder  die  Gold  -  Amsel  (Oriolus 
galbula)  baut  in  die  Gabel  eines  Astes  ein  ban- 
gendes beuteiförmiges  Nest  b);  es  ist  vermittelst 
Bastfaden,  Grashalmen  und  Wolle  an  die  Zwei- 
ge befestigt.  Das  äufsere  Gewebe  besteht  aus 
Werch,  Wolle,  Bast,  Stroh  und  Grasbahnen, 
welches  inwendig  mit  Moos,  zarter  Baumrinde, 
Baumflechten  und  Spinnengewebe  bekkijdet  ist. 
Der  in  Carolina  und  Canada  lebende  Baitimor 
(Oriolus  baltimore  Lat.)  hängt  sein  Nest  an  die 
horizontalen  Aeste  eines  Tulpenbaums  oder  ei- 
ner Pappel,  Das  Nest  c)  selbst  ist  aus  zähen 
Pflanzen -Fasern  gemacht,  schön  geflochten,  mit 
Wolle  vermischt  ,und  mit  Haaren  ausgefüttert. 
Es  hat  eine  birnförraige  Gestalt  und  ist  an  der 
Spitze  offene  an  den  §eiten  befindet  sich  noch  ein 
Loch,  durch  welches  die  Jungen  gefüttert  wer-: 
den.  Der  Bastard  -  Baitimor  (Driolus  spurius 
Lat.),  der  gemeine  Trupial  (OrioL  icterus  Lat. 
flavoaurantius  Daudin),  der  Cayennische  Tru- 
«pial  (Oriol.  americanus)  u«  a.  bauen  ein  ähnli- 
ches hängendes  Nest.  Der  in  Jamaika  vorkom- 
mende Pisangpirol  (OrioL  bonana  Lat.)  baut 
sein  Nest  aus  Pflanzen  -  Fasern  und  Blättern,  es 
gleicht  vollkommen  dem  vierten  Theü  einer: 


a)  Cada  Mosto  in  d.  AHgem.  Histor.  d.  Reisen.  B.  2.  S.  88« 

b)  Zorn's  Petinotheoiogie  B.  i.  S.  334.    Bechstein  a.  a.  O. 
B.  2.  S.  1301. 

e)  Pennant  Thiergcschichte  der  nördlichen  Polarländer  B.  2. 
S.  246.  Tat  12. 

4 


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I 

■  * 

I 

5° 

Kugel  tittd  ist  mit  grofser  Geschicklichkeit  untef 
-einem  Pisangblatte  befestigt,  so  dafs  das  Blatt 
eine1  Seite  des  Nestes  bildet.  Der  in  Südameri- 
ka leheiide  Yapu  oder  gehäubte  Pirol  (Oriol. 
cristatus  Lat.)  hängt  sein  Nest  a)  an  das  Ende 
eines  Zweiges;  sowohl  das  Männchen  als  das 
Weibeben  befestigen  es  vermittelst  der  Faden 
und  Fasern  einer  Aloe  und  mittelst  anderen 
Pflanzenfasern,  welche  Pferdehaaren  ähnlich  sind* 
Au*  diesen  Materialien  weben  sie  auch  das  betu 
telförrfiige  Nest  sehr  künstlich  zusammen,  dag 
36  Zoll  lang  ist,  und  unten,  wo  es  hemisphä- 
risch ist,  10  Zoll  im  Durchmesser  hat.  Der 
Eingang  ist  oben;  im  Innern  ist  es  mit  trock- 
nen Blättern  ausgefüttert.  Die  rothbrüstige  Merle 
(Tanagra  jacapa  Lat  )  baut  ein  Nest  von  cy- 
lindrischer  Form  b),  welches  ein  wenig  gekrümmt 
und  sechs  Zoll  lang  ist.  Es  besteht  aus  trock- 
nen Fasern  und  Blättern  und  ist  an  einem  ho- 
rizontalen Zweig  eines  Baumes  befestigt;  seine 
Oeffnung  ist  nach  unten  gerichtet» 

r  \ 

«  * 

Sehr  viele  der  in  den  Ländern  der  wärme- 
ren Kliniaten  lebenden  Kernbeifser  -  Arten  (Lo- 
xiae)  verfertigen  sehr  sonderbar  gebildete  hän- 
gende Nester.  Der  Abyssinische  Kernbeifser 
(L.  abyssinica)  bildet  fast  ein  pyramidenförmi- 
ges Nest  c),   welches  er  an  die  Spitze  eines 


a)  Aiara  a.  a.  O.  T.  3.  ,p.  161. 

b)  Latham  allgem.  Uebers.  der  Vögel  B.  %  Tb.  1.  S.  Ä14. 

c)  Buffon  Hift.  natur.  des  ois.  ed.  de  Sonnini  T.  47.  p.  57* 


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5i 

über  einen  Flufs  hängenden  Baumzweigs  hängt. 
Der  Eingang  ins  Nest  befindet  sich  an  der  ei- 
nen Seite,  gewöhnlich  an  der,    welche  gegen 
Osten  gerichtet  ist.    Die  Höhle  des  Nestes  ist 
durch  eine  Scheidewand  in  zwei  Abtheilungen 
oder  Kammern  getbeilt;    die  erste,  in  welche 
der  Eingang  führt,   stellt  eine  Art  von  Vor- 
kammer vor.    Der  Vogel  steigt  aus  der  ersten 
Kammer  an  der  Scheidewand  herauf  und  begibt 
sich  auf  den  Grund  der  zweiten  Kammer,  wo 
die  Eyer  liegen.    Durch  diese  sehr  künstliche 
Bauart  des  Nestes  wirxt  die  Brut  gegen  den  Re- 
gen geschützt,  welcher  in  Abyssinien  zuweilen 
sechs  Monate  lang  anhaltend  fortdauert.  Der 
am  Kap  der  guten  Hoffnung  vorkommende  Kern- 
beifser  (Loxia  cäffra)  baut  sein  Nest  a)  aus  Gras, 
welches  sehr  geschickt  in  eine  Kugel  zusammen- 
geflochten, und  ^wischert  zwei  Schilfrohren  be- 
festigt ist»    Def  Eingailg  ist  nach  unten  gegen 
das  Wasser  gekehrt  und  führt  durch  eine  Röhre 
zu  dem  in  der  Kugel  befindlichen  Brutort.  Der 
Olamari,    Baya  oder  Bengalische  Kernbeifser 
(L.  bengalensis)  hängt  sein  Nest  b)  an  einen  ho- 
hen Baum ,  gewöhnlich  an  einen  Palmbaum  oder 
Indianischen  Feigenbaum,  der  etwas  über  einen 
Bach  überhängt.  Er  verfertigt  es  aus  langen  Pflan- 
zenfasern oder  dürren  Grashalmen,  welche  er 
genau  in  einander  webt,  und  hängt  es  vermit- 


. .  - 

» 

m)  Barrow  Reise  ins  südl.  Afrika  S.  233. 


*)  Sur  le  Baya  ou  gros  -  bec  indien  par  A'trrer  A'Iy  Khan 
de  Dehly,  in  den  Recherche?  asiatiques  pu  Mein,  de  la 
Societc  etablie  en  Bengale  träd.  de  l'anglais  par  A.  La- 
bauine.  Pajris  1895.  4.  T.  %  p.i  16  u  ^ 

Fra  Paolino  Reise  S.  228- 

4  • 


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telst c  einer  SchnuT  von  denselben  Stoffen ,  die 
beinahe  eine  Elle  lang  ist,  an  die  äufsersfe  Spitze 
eines  ganz  dünnen  Zweiges,  so_dafs.es  vom  * 
Winde  hin  und  ber  bewegt  wird.  Es  hat  die 
Gestalt  einer  Flasche.  Der  enge  cylindrische 
Eingang  führt  zu  dem  weiten  Theil  des  Nestes, 
der  aus  zwei  bis  drei  Abteilungen  besteht;  in 
der  ersten  Abtbeilung  sitzt  das  Männchen,  und 
in  der  zweiten  brütet  das.  Weibchen  die  Eyer 
aus.  Ein  eben  so  künstliches  Nest  bildet  der 
Philippinische  Kernbeifser  (L.  philippina  L*)  a)* 
Der  Nelicouri  oder  Hängnest  -  Kernbeifser  (L. 
pensilis)  auf  Madagascar  baut  , sein  Nest  b)  am 
Ufer  der  Bache  und  .hangt  es  gewöhnlich  an  die 
Blatter  und  Zweige  eines  Baums,  welchen  man 
Kaldier  nennt.  Das  Nest  besteht  aus  kunstlich 
in  einander  gewebten  Strohhalmen  und  Binsen, 
und  bildet  oben  einen  Beutel,  worin  sich  der 
Vogel  aufhält;  auf  einer  Seite  dieses  Beutels  ist 
eine  lange  Röhre  von  eben  den  Stoffen  schick- 
lieh  angepafst,  w;elche  sich  nach  unten  herab- 
zieht, und  in  welcher  sicB  der  Eingang  befin- 
det. Im  zweiten  Jabr  bauen  diese  Vögel  ihr 
neues  Nest  an  das  alte  an,  und  so  findet  man  oft  ge- 
gen fünf  solcher  an  einander  hängender  Nester. 
Auch  sollen  nicht  selten  mehrere  hundert  Vö- 
gel auf  einem  Baume  nisten.  Es  ist  nicht  zu 
bezweifeln,  dafs  diese  hängende  und  gedeckte 
Nester  nicht  allein  den  Regen  abhalten,  sondern 
dafs  sie  auch  die  Vögel  gegen  die  Affen,  Raub- 
vögel und  Schlangen  schützen. 


m)  Brisson  Ornithol.  T.  3.  p.  234.  m  . 

i)  Sonnerat  Voy.  aux  Injles  Orient,  et  a  la  Chine  X  3. 
p.  aoo. 


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53 


$•  33- 

Auch  mehrere  Meisen  -  Arten  bauen  sehr 
Mnstlich  verfertigte,  hängende  Nester,  z.  B. 
der  Pendulin  oder  Remiz  (Parus  pendiflinus)  be- 
festigt sein  oval  beuteiförmiges  Nest  a)  an  die 
Spitze  von  Weidenäste  öder  an  Rohrstengel.  Iis 
besteht  aus  Grashalmen,  Bästfäden,  Hanfladen, 
Wolle  von  Teich kolben  (Typha),  Weiden,  Di- 
steln und  Pappeln,  welche  sehr  dicht  und  fast 
zusammenhängend  gewebt  oder  gefilzt  sind.  In- 
wendig ist  es  mit  vieler  WoHe  belegt.  Der  en- 
ge Eingang  ist  gewöhnlich  dn  der  Seite,  doch 
auch  bisweilen  unten  in  Gestalt  einer  sich  an 
den  Seiten  des  Nestes  heraufziehenden  Röhre. 
Das  beuteiförmige  Nest  b)  der  BarUncise  steht 
in  Rohr  -  Gebüsch  und  ist  aus  in  einander  ge- 
flochtenen Rohrhalmen,  Grashalmen  und  der 
Wolle  von  den  Teichkolben,  Zitterpappeln  u. 
s.  w.  gebildet.  Eine  kleine  am  Vorgebirg  der 
guten  Hoffnung  sich  aufhaltende  Meise  (Parus 
capensis)  baut  ihr  Nest  c)  ins  dickste  Gesträuch, 
aus  der  Wolle  einer  Art  Asclepias.  Das  Ge- 
webe ist  wie  Flanell  verfertigt  und  fühlt  sich  so 
weich  wie  $eidenhaseuhaar  an.  J?a.s  Nest  hat  die 

•  ■* 

«)  Cajetan  Monti  in  6,  Coramcntar.  Bonon'tcus.  T.  2.  P.  2. 
p.  5*7.  auch  im  Leipi.  Allgem.  Magaz.  B.  2.  1753.  p,  238 

I.  D.  Titius  Parus  miniraus,  Polonorum  Rcmizv  Booo- 
nicnsium  Pcndulinus  descriptus  Lips.  1*756.  4.  tab. 

^)«Bcch$ttin  a.  a.  O.  B.  3.  S.  89*. 

- 

c)  Sonnerat  Yoy.  aux  Indes  Orientale*  et  a  la  Chine  T.  2. 
p.  206. 

Barrow  a.  a.  Q.  S.  317. 

* 


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54 


Form  einer  Flasche,  die  kleine  Rohre  oder  der 
Hals  geht  von  oben  in  die  Höhle  des  Nestes 
über,  wo  das  Weibchen  brütet.  Dicht  unter 
der  Röhre  seitwärts  ist  eine  kleine  Höhlung, 
worin  das  Männchen  in  der  Nacht  sitzt.  End- 
lich will  ich  noch  des  Nestes  a)  vom  Schnei- 
dervogel (Motacilla  sartoria)  in  Ostindien  er- 
wähnen. Der  kleine  Vogel,  welcher  nur  drei 
Zoll  lang  ist  und  kaum  neunzig  Gran  wiegt, 
befestigt  ein  welkes  Blatt  an  ein  grünes  Blatt 
des  Schellenbaums,  welcher  in  Indien  Mangho 
heifst«  Mit  seinem  kleinen  dünnen  Schnabel 
heftet  oder  näht  er  das  welke  Blatt  vermittelst 
einiger  feinen  Pflanzenfasern  an  das  lebende 
Blatt.  Das  Nest  ist  inwendig  mit  Federn,  Du- 
nen und  der  feinsten  Pflanzenwolle  ausgefüttert* 

.» 

•  i 
§•  34.' 

Mehrere  Vögel  bauen  gemeinschaftliche  Ne- 
ster, z.  B.  die  in  Südamerika  lebenden  Anis 
oder  Madenfresser.  Mehrere  Weibchen  oft  sechs 
bis  zehn  errichten  ihr  grofses  gemeinschaftliches 
und  plattes  Nest  b)  auf  einen  hohen  und  dichten 


<•)  J.  R.  Förster  Zoologia  Indica.  Halac  1795.  fol.  p.  19. 
Tab.  8- 

b)  Azara  Voy.  T.  4.  p.  23.  L'anno  et  pirrigua  sont  si  amies, 
que  leurs  troupes  se  me'lent  friquemment ,  et  quelles  ira- 
vaillcnt  et  couvent  comroe  si  eile*  etaient  de  la  meine  fa- 
mille.  Ce  nVt  pas  toiit:  ccs  memes  bandes,  compose'es 
d'especes  diffe'rcntcs,  travaillent  souvent  ensemhlc  a  la  con. 
struetion  d'un  grand  nid,  ou  toutes  les  femelles  deposent 
leurs  oeufs,   les  couvent  jusqu'a  ce  .qu'ils  soient  eclos; 


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55 

Strauch,  aus  Reisern  und  trocknen  Blättern  a). 
Die  am  Kap  der  guten  Hoffnung  lebenden  Heu- 
schrecken -  Fresser  (Lanius  gryllivorusr/..  bauen 
gemeinschaftliche  Nester  b).  X)as  Nest  besteht 
aus  einer  Menge  von  Zellen,  deren  jede  ein 
besonderes  Nest  macht  und  einen  besondern 
Eingang  hat.  Alle  Zellen,  fast  gegen  zwanzig, 
sind  mit  einem  gemeinschaftlichen,  aus  Reisern 
gebildeten  Gewölbe,  bedeckt.  Der  ebenfalls  am 
Kap  im  Lande  der  Nimaquois  sich  aufhaltende 
gesellige  Kernbeifser  (Loxia  socia)  nistet  heer- 
denweise  zwischen  den  gröfsten  Zweigen  der 
Mimosen  c).   Das  allgemeine  Nest  besteht  aus 

I 

noumfscnr  et  elevcnt  fes  pehrs,  corome  s'ils  etaient  de  la 
meme  espece.  J'ai  vu  plusteurs  de  ces  nids,  dans  lesquels 
etaient  des  oeufs  des  dcux  especes.  Ccpendant  il  arrive 
plus  ordinairement  que  chaque  troupe  de  pirriguas  et 
d'annos  fait  un  nid  assez  spacieux  pour  contenir  les  ocufs 
de  toutes  ics  temellcs  de  sa  bände  (quelques  fois  dix  tc- 
melles). 

  •  i«.  ,i 

a)  Aiara  a.  a.  O.  T.  4.  p.  25.  Le  ptrrigua  (eine  Art  von 
Crotophaga)  place  son  nid  sur  des  butssons  baut«  et  e'pais; 
et  il  compose  de  icameaux,  et  il  en  garmt  l'interieur  de 
feuilles  se'ches;  la  forme  de  ce  nid  est  assex.  aplatic. 

Azara  T.  4.  p.  26.  L'anno  batit  son  nid  avec  des  pe- 
tits  lianes  flexibles,  et  il'le  tapifse  en  dedans,  avec  des 
feuilles  de  difFefcns  arbres;  et  prirtcipalemcnt  d'orangcrs; 
et  le  place  de  meme  que  le  pitriguas,  et  quelqucfois  ce 
nid  cohtient  jnsqu'a  vingt  et  trent  oeufs. 

b)  Barrow  a.  a.  O.  S.  251. 

c)  Will.  Paterson  Voy.  dans  le  pays,  des  Hottentots  et  la 
Cafrerie  en  177"]  —  1*779  tr.  de  l'anglais  p.  Castera  Pa- 
ris 1*791.  4.  eine  Abbildung  einer  Mimose  mit  solchen 


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I 


56 

t 

vielen  ^Schern,  die  verschiedene  Eingänge  atemur 
ein  grofses  gemeinschaftliches  Dach  haben.  Der 
Afrikanische  Straufs  lebt  in  Polygamie,  zur 
Brutzeit  gesellt  sich  ein  Männchen  zu  vier  bis 
fünf  Weibchen.  Alle  Weibchen  legen  ihre  Ej- 
er  in  ein  gemeinschaftliches  Nest,  welches  aus 
einer  runden  Vertiefung  auf  der  Erde  oder  int 
Sande  besteht.   Nach  Lichtenstein  a)  findet  man 


Nestern  p.  123.  L'ndustcie  des  Loxias  egale  cell*  des 
Abeilles.  Ob  les  voit  toute  la  journce  occupes  a  cbarrier 
une  espece  d'herbe  particulie're  et  tres  fine,  qui  leur  sert 
a  batir  leur  nid,  et  a  y  faire  les  reparations  et  les  aug* 
mentations  necefsaires.  Ouoique  je  n'aie  pas  sejourne  assez 
long  teros  dans  le  pays  pour  m'assurer  par  moi  Dieme 
s'ils  aggrandifsent  leur  logement  a  mesure  que  leur  famille 
augraentoit,  je  n'en  puis  douter,  d'apr^s  la  quantite'  d'ar- 
bres  que  j'ai  vu  renverses  par  le  poids  des  nids^  ou  dont 
les  branches  etaient  entierement  couvertes  par  ccs  nids.  — 
J'eus  la  curioSite'  de  defaire  un  de  ces  nids  abandonne's» 
pour  examiner  la  strueture  Interieure,  et  je  la  trouvai 
tout  aussi  Higenteuse  que  cclk  du  dchors.  II  y  avoit  plu-v 
sieurs  entrees  conduisant  diacune  dans  une  rue  tres  -  regu- 
liere, de  chaque  cote  de  laquelle  ctoient  des  logemens  i 
environ  desix  pouces  de  distance  Tun  de  l'autre. —  L'bcrbe 
dont  les  Loxias  sc  servent  pour  construire  leurs  nids  s'ap- 
pclle  Therbe  des  Bochmans.  Je  crois  que  ces  oiseaux 
mangent  la  graine  de  lette  herbe..  Cependant  j«  trouvai 
beaueoup  de  debris  d'insectes  dans  le  nid  que  j'cxarainai. 
Ce  nid  paroissoit  avoir  häbite'  plusicurs  anne'es,  et  il  y 
avoit  des  parties  plus  parfaites  que  d'autre;  ce  que  me 
prouve  que  les  Loxias  travaillent  £  leurs  logement  et  l'ag- 
grandifsent  4  mesure  qu'ils  voient  croitre  leur  famille  ou 
plutot  leur  rcpublique. 

a)  Reis«  ins  südliche  Afrika  B.  2.  S.  42. 


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57 

*  1 

oft  30  Eyer  in  einem  Nest;  nach  Barröw  a) 
aber  60  bis  70.  Auch  der  Nandu  b)  oder  Ame- 
rikanische Sträufs  baut  ein  gemeinschaftliches 
Nest,  in  welches  mehrere  Weibchen  ihre  Eyer 
legen,  denn  man  findet  bisweilen  70  bis  80 
Eyer  in  einem  Nest.  Das  Nest  ist  eine  Ver- 
tiefung in  der  Erde,  welche  zUweilen  etwas  Stroh 
enthält. " 


■ 


$•  35- 


»  « 


Nachdem  wir  jetzt  die  grofse  Mannichfal- 
tigkeit  in  der  Form  und  Bildung  der  Nester  der 
.Vögel  gesehen,  und  dabei  auch  die  gröfste  Re- 
gelmäfsigkeit,  Beständigkeit  und  Zweckmäfsig- 
Keit  bemerkt  haben,  so  entsteht  die  Frage  als 
was  die  Nester  zu  betrachte^  sind  und  was  die 
Vögel  zum  Nestbau  bestimmt?  Das  Nest  ist  als 
ein  der  Gebärmuter  der  Saugthiere  analoges 
Gebilde  zu  betrachten,  denn  die  Embryonen  der 
Vögel  bilden  sich  nicht  wie  die  Embryonen  der 
Saugthiere  in  dem,  Leibe  der  Mutter,  in  einem 
besonderen  Organ«  der  Gebärmutter,  sondern 
die  Bildung  der  Embryoiieu  geschieht  außer- 
halb dem  Leibe  der  Mutter,  in  dem  Neste,  und 
die  Mutter  trägt  nichts  weiter  zur  Bildung  der^ 
selben  bei,  als  dafs  sie  den  Eyern  die  zur  Eil- 


a)  Reise  in  das  südliche  Afrika  S.  91.  • 

b)  Azara  Voy*  T.  1.  p.  387.  II  y  a  quelques  oiseaux  sin- 
guliers  qui  paroi&ent  ne  pas  connaitre  la  jalousie  puis- 
qu'ils  se  reumfsent  par  bandes  pour  feire  un  nid,  ou  toute? 
les  fem  eil  es  font  en  meine  tems,    lenrs  couvees.    De  et 

nombre  est  le  Nandu  ou  TAutruchc.    Auch  cbend.   T.  4. 

'   •  - 

P-  H3- 


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♦ 

düng  der  Embryonen  notwendige  Brutwärme 
ertheilt.  Den  Vögeln  fehlt  daher  auch,  genau 
genommen,  dasjenige  Organ,  in  welchem  die 
Bildung  der  Embryonen  bei  den  Säugthieren 
vor  sich  geht,  nämlich  die  Gebärmutter.  In 
den  weiblichen  Zeugungsorganen  der  Vögel  wer- 
den nur  die  Eyer  oder  die  Stoffe  erzeugt,  wor- 
aus sich  die  Embryonen  bilden.  Der  Eyerstock 
bringt  den  Dotter  mit  der  sogenannten  Narbe 
(Cicatricula)  hervor;  der  Eyerleiter  sondert  das 
Byweifs  ab,  welches  sich  an  den  Dotter  anlegt 
und  anbildet;  und  die  untere  eyförmige  Erwei- 
terung des  Eyerleiters,  die  unrichtigerweise  so- 
genannte Gebärmutter,  produzirt  die  kalkartige 
Masse,  woraus  sich  die  Eyschale  bildet.  Dem- 
nach also  fehlt  den  Vögeln  die  Gebärmutter. 
Die  Stelle  dieses  Organs  vertritt  bei  den  Vö- 
geln das  Nest,  in  wie  ferne  es  cter  Ort  ist,  in 
welchem  sich  die  Embryonen  in  den  Eyern  bil- 
den. Das  Nest  ist  ein  wahrhaftes  organisches 
Produkt,  welches  jedoch  nur  die  Form  nicht 
aber  die  Lebensäufserungcn  von  einem  organi- 
schen Gebilde  hat,  es  ist  wie  jeder  organischer 
Körper  in  seiner  Art  vollkommen  und  vollen- 
det. Die  Form  und  die  Eigenschaften  des  'Ne- 
stes stehen  bei  den  verschiedenen  Arten  von 
Vögeln  in  einem  so  cohstanten  und  regelmässi- 
gen Zusammenhang  mit  der  Zahl  der  Eyer  und 
x  mit  dem  Grade  der  zur  Bildung  der  Embryo- 
nen noth wendigen  Brutwärme,  wie  die  Gestalt 
der  Gebärmutter  bei  den  verschiedenen  Arten 
von  Säugthieren  mit  der  Zahl  der  sich  in  einer 
Schwangerschaft  bildenden  Embryonen,  und 
mit  dem  Grade  und  der  Dauer  ihrer  Täntwicke- 
lung.  Die  Bildung  der  Embryonen  in  dem 
Leibe  der  Mutter,  würde  bei  den  Vögeln,  bei 
der  ihnen  ganz  eigenthümlichen  und  auf  den 


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59 

Flug  berechneten  Ofrgahi&ation,  sehr  grofse  Stö- 
rungen in  ihren  .  Löbens  f-  Actionen  Hervorbrin- 
gen. Man  denke  sich  nur  einen .  mit  zehn  bis 
zwölf  Embryonen  schwangeren  Vogel;  dieser 
könnte  bei  der  vermehrten  Schwere  und  bei  der 
durch  die  Schwangerschaft  verursachten  Veren- 
gerung und  Zusammendrückung  der  in  dem 
Unterleibe  befindlichen  Luftsäcke,  deren  Anfül- 
lung  mit  erwärmter  und  verdünnter  Luft  zum 
Fluge  absolut  nothwendig  ist,  sicherlich  nicht 
fliegen,  er  müfste  also  in  dieser  Zeit  aufhören 
Vogel  zu  seyn. 

Das  Vermögen  ein  Nest  zu  bauen  erwer- 
ben oder  erlernen  die  Vögel  nicht,  auf  mensch- 
liche Art,  durch  Erfahrung  und  Reflexion,  durch 
Verknüpfung  und  Vergleichung  von  Begriffen, 
wie  mehrere  Philosophen  a)  angenommen  ha- 
ben, sondern  dieses  Vermögen,  diese  Kunstfer- 
tigkeit, ist  ihnen  angeboren  b),  denn  die  jun- 
gen und  zuerst  brütenden  Vögel  bauen  ihre 
Nester  eben  so  regelmäTsig  und  vollkommen, 
als  die  alten  Vögel,  auch  selbst  dann,  wenn 
sie  gar  nicht  in  dem  Neste  ihrer  Eltern,  son- 
dern in  dem  Neste  eines  andern  Vogels  ausge- 
brütet worden  sind.  Das  Nest  so  wie  alle  tbie- 
rische  sogenannte  Kunstprodukte,  haben  das 
Eigene,  dafs  sie  in  ihrer  Art  vollkommen  und 


ä)  Unter  meiern  Condillac  in  Traite*  des  aniitieaux.  Amsterd. 
H52-  P-  l2-  welcher  alle  Kunstfertigkeiten  der  Thierc 
für  erworben  ansah. 

b)  A.  H.  S.  Reimarus  Allgemeine  Betrachtungen  über  die 
Triebe  der  Thierc,  hauptsächlich  über  ihre  Kunsttriebc. 
Hamburg  i"l*]3.  8«  dritte  Ausgabe. 


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6o 


lauter  Meisterwerke  sind.  Dieses  eine  Kenn- 
zeichen ist  schon  hinreichend,  wie  F.  W.  J. 
Schelling  a)  trefflich  angibt,  allen  Antheil  eines 
Analogons,  eines  Grades  oder  einer  Art  von 
Vernunft  in  diesen  Produkten  zu  verwerfen. 
Wir  müssen  annehmen,  dafs  die  Vögel  durch 
eine  blinde  in  ihnen  liegende  Nöthigung  und' 
Determination  zum  Nestbau  getrieben  werden, 
welche  zu  erklären  bis  jetzt  aufserhalb  der  Sphä- 
re unseres  Wissens  liegt  by 


a)  Erster  Entwurf  eines  Systems  der  Naturphilosophie.  Jena 
und  Leipzig  1799  8-  worin  er  ausführlich  die  Kunsttrie- 
be abhandelt.  S.  199.  Dafs  in  der  thierischen  Kunstpro* 

'  dueten  etwas  der  Vernünftigkeit  Analoges  ist,  wird  gar 
nicht  gelaugnet,  denn  das  sieht  jedes  Auge.  Aber  daraus 
auf  ein  Analogon  von  Vernunft  in  dem  Thierc  selbst  zu 
schltefsen,  ist  allzurasch  geschlossen.  Denn  dieselbe  Ana- 
logie erblicken  wir  auch  in  den  regelmäßigen  Bewcgun. 
gen  der  Weltkörper,  und  in  aller  organischen  Production, 
und  müfsten  mit  demselben  Grunde  den  Planeten  eine 
vernünftige  Seele  zuschreiben,  die  sie  um  die  Sonne 
treibt,  oder  glauben,  dafs  jede  Thier  -  und  Pflanzen. 
Seele  auch  sich  selbst  ihr  Organ  baue. 

b)  Harvey  de  Generat.  Aniro.  Exerc.  2,  Profecto  res  ad« 
miratione  digna  est,  animalcula  illa  locum  hunc  (nidum) 
tanta  providentia  eligere,  eundemque  arte  et  ingenio  haud 
imitabtli,  fingere,  fabricare,  munire  et  abscondere,  adeo, 
u.t  inesse  iis  divinae  aurae  particulam  confiicri  necesse  Sit, 
et  indoctam  cor  um  artem  atque  sapientiam,  mirari  nobis 
potius,  quam  assequi  concedatur. 

F  *  •     •     -'  » 

I 

_  .    t 


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'  ■ 


■  * 

s  Caprtel. 


*  Von   der  Zahl,  Gestalt,  Gröfse  und  Farhe  der 

Eyer  ä). 

r  \  ~  •    i  ** 

i      .  1 1  * 

"I'!  ,  «  ■  |  »  ■ 

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S.  w.  ■    \  j  •  ■  -j     ■  4*       ■    * «  ■ 

obald  der  Bau.  des  Nestes  vollendet  ist,  fangt 
das  Weibchen  an  Eyer  zu  legen«  Die  Weib- 
chen der  kleineren  Vögel  -  Arten ,  2.  B.  der 
Finken,  Hänflinge,  Drosseln,  Amseln  u,  a.,  le- 
gen gewöhnlich  jeden  Tag  ein  Eyv  Die  Weib- 
chen der  gröfseren  Vögel,  z.  B.  der  Pfauen  b), 
der;Sphwäne,  der  Gänse  u*ia.y  aber  legen  enU 

r  » 

,  ,  I     1 1  I 

«)  Aüfser  den  schon  zuvor  bei  tJeo  Nestern  angeführten 
Schriften  geKören  hieher:  '  ,  *' 

'  r1  .     -  '        >  -    f  r     f         •  + 

Aristoteles  Histor.  Animal.  Lib.  6.  Cap.^i.  Aves  om- 
nes  ova  parere,  diversis  tarnen  temporibus,  -nec  in  ovo- 
tum  numero  omnes  convenire.  Cap.  2.  De  natura  et  di- 
versitate  ovorum  oxnnium  avium  etc. 

,      [  Zorn  Petinotheologie  Th.  2.  S.  139.  .■  . 

Jo.  Th.  Klein  Ova  avium  plurimarum  ad  naturalem 
,  magnitutinem  deltneata  et  genuinisi  coloribns  picta  (mit 
lateinischer  und  deutscher  Beschreibung)  Königsberg  1*766.  4. 

Prosp.  Daliinger  Grundrifs  eines  Verzeichnisses  von  Vo- 
geleyern,  für  Nester*  und  Eyersammler,  in  Schranks  litte« 
"  mischen  Ephemeriden  für  das  Jahr  i"]QO.  B.  x.  St.  1.  S.  28. 

»)■  Aristoteles  H.  A.  L.  G.  a.  a.  O.  -  Seroel  tantum  modo  Pa- 
vo'ova  parit  duodecitn- aot  paulo  paüciora,  nec  continua« 
tes  diebus  sed  binis,  tcxnisve  inte*  poiitif. 


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6ä 

weder  zwei  Tage  hintereinander  fort,  und  set- 
zen den  dritten  Tag  äüs,  o*ter  sie  legen  nur  ei- 
nen um  den  andern  Tag.  Das  Legen  dauert 
so  lange  fort  bis  die  jeder  Vogelart  eigcnthüni- 
liche  Anzahl  von  Eyern  gelegt  ist.  Diese  ist  bei 
den  verschiedenen  Vögeln  ungemein  verschie- 
den ß),  nicht  allein  bei  den  Gattungen  und  Ar- 
ten, sondern  auch  bei  deir  Individuen  einer  Art, 
so  dafs  oft  ein  Individuum  ein  oder  zwei  E#er 
mehr  oder,  weniger  legt  als  ein  anderes  Indivi- 
duum. ,Hie  Zahl  der  Eyer  scheint  nach  dem 
•Klima  verschieden  zu  seyn,  so  gibt  Azara  b) 
an,  dafs  die  kleineren  Vögel  in  Südamerika  bei 
weitem  Weniger  Eyer  legen  als  die  in  Euröp4, 
indem  sie  gewöhnlich  nur  zwei  höchstens  vier 
JSyer  legem  Im. .allgemeinen  findet  man,  dafs 
die  zum  erstenmal  brütenden,  so  wie  die  alten 
Weibchen ,  weniger  Eyer  legen  als  die  ~W3b- 
chen  des  Äut^eriu Lebensalter. ;, Vögel,  welche 
mehrmal  im  Jahr  brüten., ,  legen  das  .zweitemal 
weniger  Eyer  als  das  erstemal.    Wenn  man  aus 

*■>■■■■      Ii  r    ■ .  I         '  '  * 

m)  Steiler  a.  a.  0.  p.  ^12.  Numerus  et  magnitudo  ovorura 
pro  'aetatc,  climate  et  foecunditate  plurimum  variat, 
quod  non  taQtum  €x  domesticarüiu ,  sed  et  sylvestrium, 
observatione  darum, 

b)  Voy.  T.  3.  p.  11.  J'ai  vu  une  grande  quantife'  de  nids 
^  de  petitr  {Otteaux,  dam  le&quels  il  n'y  avait  que:deux 
oeufs,  jainais  plus  de  quatrp,  et,  dans  le  nombre  de  ces 
oeufs,  j'en  ai  trouve' beaucoup  de  clairs;  tandis  que  les 
oiseaux  de  Tannen  continent,  qui  ont  le  meme  genre  de 
vie,  ne  pondent  pas  moins  de  quatre  oeufs,  en  ont  sou- 
vent  beaucoup  plus,  et  fonj  fcu*  pontes  par  an.  Hpa- 
rait  e'galement  que  les  especes  <  coimnunes  aux  dewxconti- 
nens  produisent  4ho*as  dans  1%  nquveau  que  dans  l  ancicn. 


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63 

dem  Neste  eines  Vogels  zwei  oder  mehrere  £y- 
er  wegnimmt,  und  der  Vogel  das  Nest  nicht 
verläfst,  welches  sehr  oft  zu  geschehen  pflegt, 
so  legt  er  nochmals  Eyer  nach  a).  Vögel  de- 
ren Nest  zerstört  worden  ist,  oder  denen  man 
alle  Eyer  genommen  hatr  bauen  ein  neues  Nest 
und  legen  abermals  Eyer ,  jedoch  eine  gerin- 
gere Anzahl  als  das  erstemal;  dies  geschieht 
aber  erst  dann,  wenn  das  Weibchen  von  neuem 
'  vom  Männchen  getreten  worden  ist»  Bei  den 
zahmen  Hühnern  irft  das  Eyerlegen  habituell 
gewordenji^sie  legen  fast  das  ganze  Jahr  hin- 
durch, wenn  man  ihnen  eine  reichliche  Nah- 
rung gibt,  und  sie  an  einem  warmen  Orte  hält. 
Jedoch  muis  man  die  Eyer,  eines  oder  zwei 
ausgenommen ,  wegnehmen,  denn  läfst  man  sie 
im  Neste  liegen,  so  fangen  die  Hennen  an  zu 
brüten.  Ich  setze  biet  eine,  Tabelle  bin  über 
die  Anzahl  der  Eyer  bei s  verschiedenen. Vögeln, 
aus.  der  nachher  einige  Resultate  ziehen 
wollen* 

Tabelle  über  dit  Zahl  der  Eyer. 

y 

Na men  Zahl  der  Eyer. 

Grofser  Alk,  Alca  impennis  l  b) 

Arctischer  Alk,  Alca  arctica  '  -  "  I 

Papagey  -  Alk,  Alca  pstttacula  I  C) 

Troil  -  Lamme  ^  Urea  trotte  r      -  x 

Gemeiner  Sturmvogel,  Pwellari*  puffinus  i  d) 


■ 

m)  Raji  Sapientia  Dei.  p.  137. 

h)  Pcnnant  Thiergeschichte  der  nö'rdl.  Polarl  B,  2.  S.  471. 
•)   —   —   ebend.  B.  .a.  S.  477. 
d)  WÜloughbcy  OrnithoL  p.  25X  v 

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64 

Namvn  :  *  -      /  Zahl  der  Ey er. 

Capscher  Sturmvogel,  Procellaria  capensi«<  i  ») 

Albatrofs,  Diomedea  exuians  1  I  b) 

Weifser  Tölpel,  Sola  alba  ,  I 

Tord  -  Alk,  Aica  torda    .  i  bis  2  e) 

Schwarzer  Fregatt  -  VogeJ ,  Carbo  niger  1  —  2 
Die  Pinguine ,  Aptenody  tes  1  —  2 

Gryli-  Lumme,  Uria  grylie  2  d) 

Kleiner  Alk,  Alca  alle'  '  * 

Schwarzkebliger  Seetaucher,  Colymbus  glacialis    2  e) 
Rothkehliger  Seetaucher,  Colymbus  septentrionalis  2 
Gesprenkelter  Seetaucher ,  Colymbus  stellatus  :       2  /) 
Arctischer  Seetaucher,  Colymbus  areticus        .   2  g) 
Mäntel  -  Meve,  Laras  marinus  \,   s  .  2 

Schmarotzer  -  Meve,  Laras  parasiticus  2 
Brasilianisch  er  SpornflCigel ,  Patra  brasiliensis        ^  2  k) 
Rother  Flamingo,  Phoenicopterus  ruber  '  2  i) 

Gehörnter  Katnichi,  Rttlamedea  cornuta  ü:  «"  2  k) 
Jabirä,  Mycteria  atriericana  >  >  i  '  "     2  t) 

Blaufufsiger ^Säbelgchni|ler Recurvirostra  ätfosetta  % 


'  d)  Anderson  fand  ein  ^Jest  dieses  Vogels  mif  einem  Ey  auf 
dem  Lande.  Rerguelen:  Cook  Trois.  v  Ifoyl  *T;  1.  p.  109. 

i)  Pennaot,*.  a.  O.  B.  2.  S.  469. 


*)  Fabricius  Fauna  Grönlandita.  fh 

*)t  —   —  «bcnd-  P-  93- 

«),  —    —    ebend.  p.  97r  \  . 

/)iJ>ennant  a.  a.  O.  £.  2.  S.  491.  und -Steiler  a.a*  O,  p.  224. 

£) -Anderson  Voy.  cn  fslande  T.  2.  p.  $21 ™-  ! 

h)  Axara  Voy.  T,  3.  p.  32.   

7)  Penuant  a.  a.  O.  B.  2. 

k)  Bajon  Mem.  sur  Cayenne  T.  2.  p.  285. 

l)  Azara  Voy.  T.  4.  p.  18T  On  dh  que  Ia  ponte  n'eit  qur 
de  deux  oeuis.  c  ■> 


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$5 

.  tfämcti  Zahl  der  Eyer* 

Kaaköpfiger  Reiher,  Ardeä  cyantodepbik  ■ . i  2  ä} 

Aschgrauer  Kranich,  Gras  cinerea         .  a 

Sibirischer  Kranich,  Grus  leucogeranos       ■  X>  h} 

Kondur,  Vultur  gryphus  a  r) 

Ringeltaube,  Columba palumbus                 '  «  .  &  4) 

Holztaube,  Columba  oenas  ,  S::  .i 

.  Turteltaube,  Columba  turtur  a 

Wandertaube,  Columba  migratofia-.          :  a  /) 

Picui  -  Taube           4.                   )       •  ■  2 jf) 

Tukan,  Rhampastos         ... .;  2  g) 

Brasilianischer  Momot,  Jlflratll*  ibrasüiens*  a   ,  , 

Rother  Aras,  Paittacus  macao    .     .  2  h) 

Blauhalabandiger  Papagay, 4  Bairta&us  cyauptyseos  2  j) 
Jacarini  Merle,  Tanagra  jacarina          : 2  k) 

Rotfabrüstige  Merle,  Tanagra  jacapad  -  r.  a  /) 

Die  KoKbri- Arten  ,  ^  ^L  ,  ,  ^ju) 
Europäische  NachtschwdbeyCaprimua©«  fRrqpaeus,a  (  - 

'•'••>    tf.«     •  •      ■  ,  ■  >*■  < 


^)  Azaxa.Voy.  T.  4-  P.  ;,  ..       .  .J,;irü/l 

*>  Wlaa-Vcy.  App.  p.  45-      .  4*"  r: /f 

c)  Molina  Natarg.  v.  Chili  S;  231.  •  :  OrU  i  \ ) 

d)  Aristoteles  Hitt.  An.  Lib.  6.  Gap.  4.  CeiitiJ  Co4ombt» 
rum  oVa  bina  vel  terna  ad  summ  um  parere/     '       :  >  * 

e)  J.  R.  Forster  In  d.  Philoa.  franstet.  W>l.  tfx  p.  398*.  ' 
/)  Azara  Voy.  T.  4.  p.  136. 

8)  3  P-  *3T  , .  t 

Ä)    —  —  —  i.  p.  50. 

i)  Molina  a.  a.  O.  S.  22T  '  :  1 

A)  Latham  atlgem.  Uebers.  d.  Vögel,  deut*  Utbtn.  B.  2. 

Th.  1.  S.  234.         •*  •    l' "  -  — 

I)    —    abend.  S.  214.  ' 

m)  FcuiUee  Obssrv.  pbyt.  T.  I.  #.  4«5-    P*nnaflt  Thferg. 

d.  n.  PolarL  B.  a,  S,  a^l.   Axara  Vey,  T.  4.  p.  84 -% 

- 
0 


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öd 

■>   '  y  &rirf  il  Zakl-den  Eyer, 

Uratau  -  NaritKhwalb*  a  *) 

Dreifcehige  Meve,  Larus. tridaotylu«  .  ;  3 
Lach-  Meve,  Lato*  ridibniufts     '  .2  -**3 

Kleine  Meerschwalbe,  Sterna  minuta  .  2  ~  3 

Caspkche  Meerschwalbe  >  .Sterna  caspia         8 — 3 
Lercfeengrauer  Regenpfeifer,  Charadriu*  oedk- 

"nemus  1   -2  ~  3  - 

froftfer  Trappe,  Otis  tarda  2 —  3 

Canadische  Rabe,  Corvos  canadensis  2  —  £ 

Salangane,  Hirnndo  esculenta  Ar-T.3 
weifskopfiger  Bartadler,  Gypaetos  barbatus  '2.^3 
Steinadler,  Aqoila  fulva  .  2  — 3 

Weifsk&f>figer  Adler,  AqoMa  leacocephala  3  — 3 
Flufsadler,  Aquila  haliaetos  ,    2  —  3 

Rotbfufsige  MeerscbwaÄe,  Sjerna  hirnndo  2  —  4 
Graner  Reiher,  Ardea  cinerea  2  —  4 

Nacbtfelrieii;  Ardea'trystf^rax  •       ■*  a  — 4 

Weifser  Loffler,  Platalea  leucorodia  2 — 4 

Wiedehopf,  Üpopa  epop«  2  —  4 

Kuruku,  Trogon  curuicui  7  a  ~  4  d) 

Kleiner  Kauz,  Strix  ptfsserinä  ;  -  ,2 —  4 
Grofse  Ohreule,  Strix  >pbo  ....  2. —  4 

Weiftier  Storch ,  Cico^ia^alb*  ;  2 — 5 

Hocko,  Crax-alector  ,      2  —  6  e) 

Kormoran  Scharbe,  Carbo  cormoranus        ,  3 


*).Aiara  Voy.  T.  4.  p.  114* 

5)  J.  R.  Forster  a.  a.  O.  V.  62.  p.  387- 

« >  »ii 

•)  Poivre  in  R>ftn  Hist  nat.  dci  oiseaux  ed.  de  Sonnini 
T.  55.  p.  185-  Staunton  Voy.  de  Macartoy  en  Chine 
T.  1.  p.  38«.  *         ^  1 

d)  Aiara  Voy.  T.  4.  p.  43.  .  -  >  .. 

0)  Buffon  cd  de  Sonnini  T.  4«.  p.  279. 


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«7 

Kamen  Zahl  der  Eyet. 

Spornflttgel  aus  Chili,  Parra  ehilensis  3  a) 

Kleiner  Kuckuk,  Cuculus  minor  3  b) 

.Amazonen  -  Papagei,  Psittacus  ochrocephalus  3  c) 
Gelbflügeliger  Sittich,  Psittacus  virescens  3  d) 

Gelbspecht,  Picus  exalbidus  3  e) 

Gehäubter  Steifsfufs ,  Podiceps  cristatus  3  —  4 
Kleiner  Regenpfeifer,  Charadrius  fluviatilis    3  —  4 

Gehäubter  Kiebitz,  Vanellus  cristatus  3~4 
Waldschnepfe,  Scolopax  rusticola  3  —  4 

Mittelachnepfe,  Scolopax  media  3  —  4 

Rothfufsiger  Wasserläufer,  Totanus  calidris  3  —  4 

Streit  -  Strandläufer,  Tripga  pugnax  3  —  4 

Thurmschwalbe,  Hirundo  apus  3  —  4 

Kleiner  Kernbeifser,  Loxia  minuta  3 —  4 

Bart  -  Meise,  Parus  biarmicus  3  —  4 

Schwarzspecht ,  Picus  martius  3  —  4 

Cotora  -  Papagey  3  —  4  /; 

Mäusebussard,  Falco  buteo  3 — 4 

Rauhfufsiger  Bussard ,  Falco  lagopus  3  —  4 

Hühnerhabicht,  Falco  palumbarius  3 — 4 

Wanderfalk,  Falco  peregrmus  3 — 4 

Baumfalk,  Falco  subbutep  3  —  4 

Thurmfalk ,  Falko  tinnunculus  3  —  4 

Eule  von  Coquimbo,  Strix  cunicularia  3  —  4  g) 


a)  Mojina  a.  a.  O.  S.  230. 

b)  Azara  a.  a.  O.  T.  4.  p.  36*. 

c)  —   —   T.  4.  p.  *]2. 

d)  —   —   T.  4  p.  68. 

e)  Barre're  France  equinoxiale  p.  143. 
/)  Aiara  a.  a.  O.  T.  4.  p.  66. 

g)  —    Voy.  X  3.  p.  124.  Feuillee  Journal  de  pbyi.  X  1 
p.  562.    Molina  Hisfc  ,nat.  da  CJiiü  p.  334. 

5  * 


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68 


Na  min  Zahl  der  Ey*rt 

Geehrter  Steifsfufs,  Podiceps  aurltus  3  —  5 
Kothfiifsiger  Austemii scher,  Haematopus 

osfralegus  3  —  5 

Rohrdommel,  Ardea  stellaris  .  3  —  5 

Kleiner  Trappe,  Otis  tetrax  3  —  5 

Kolkrabe,  Corvus  corax  3  —  5 

Misteldrossel,  Turdüs  viscivorus  3  —  5 

Kreuzschnabel,  Loxia  curvirostra  3  —  5 

Kirsch  -  Kernbeifser,  Loxia  coccothraustes  3  —  5 

Feldlerche,  Alauda  arvensis  3—5 

Goldammer,  Emberiza  citrmella  3  —  5 

*     Finkenhabicht ,  Falco  nisus  3  —  5 

'C  *  ^  ^  Grankehliger  Steifefufs,  Podiceps  auboistatus  3  —  6 

Marail ,  Penelope  maffail  3  —  6  a) 

Soul ,  Tinamus  sovi  Lath.  3  —  6  b) 

Wander  -  Drossel,  Tutdua  migratoriüs  3  —  6  c) 

Sing  -  Drossel»  Turdos  musicus  3  —  6 

Blutfink,  Loxia  pyrrbula  3  —  6 

Sümpfweihe ,  Falco  aeruginosa*  3  —  6 

Kornweihe,  Falco  cyaneus  3  —  6 
Spornflügel  von  Chili  4 
Goldregenpfeifer,  Charadrius  auratus  4 
Punktirter  Strandläufer,  Tringa  ochropus  4 
Halsband  *  Strandlaufer,  Tringa  interpres  4  d) 

Halsband-  Giarol,  Glareola  torquata  4 
Gelber  Pirol,  Oriolus  galbula  4 
Eisvogel  mit  dem  Halsband,  Alcedo  alcyon         4  e) 


— — •— — 

1 

«)  Bajon  a.  a.  O.  T.  1.  p.  343. 

})  Buffon  cd.  de  Sonnini  T.  50.  p.  44. 

#)  J.  R.  Förster  a.  a.  O.  p.  400. 

d)  —    —    —    p.  412. 

e)  Pennant  a.  a.  O.  B.  %  S.  264. 


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Nrnmea  Zahl  der  Eye,. 

Malabarischer  Hortivogel,  Bqceros  malabaricus  4  ay 
Amerikanischer  Kuckuk ,  CucuJus  americanus  4  ly 
Sperlings  -  Papagei,  Pslfltacus  pafserinas  4  C) 

Halsband -Regenpfeifer,  Charadrius  blaticula,  4 -"—5. 

Heerscbnepfe,  Scolopax  gailinagp  4  5 

Woorschnepfe,  Scolopax  gaüinuJa.  4  S 

Grofser  Brachvogel,  Numenius  arquatus      4  — -5 
Schwalbe  vom  Cap,  Hirondo  capensis         4  —  5 
Rotbb'auchige  Schwalbe,  Hirundo  rufa        4~5  d} 
Grüner  Plattschnabel ,  Todus  viridis  4  5 

Gefleckter  Fliegenfänger,  Muscicapa  grisol*  4—5 
Buchfink ,  Fringilla  coelebs  4  —  5 

Schwarze  Ente,  Anas  perspicillata  4 — 6 

Parraka  ,.  Phasianus  parraqua  *  4  — .5  r\ 

Ranchschwalbe,  Hirundo  rustic*  4  — -  <J 

Hausschwalbe,  Hirundo  urbica  4— -fr 
Amsel,  Turdus  merula  4  —  5 

Wasserschwätzer,  Cinclus  aquaticus  .  4  —6 
Haubenlerche ,  Alauda  cristata  4  —  (J 

Kohlmeise,  Parus  major  4  — r  <$ 

Weifse  Bachstelze,  Motacilla  alba  4  , —  (5 

Nachtigall,  Sylva  luscinia:  4  —6 

SchwarzkDpfige  Grasmücke*.  Sylvia  atricapilla  4  — r  6 
Graue  Grasmücke,  Sylvia  hortensis  4 —  5 

Rothbrusüger  Sänger,  Sylvia  rubecula        4-— 6 


4)  Levaitlant  Hiit.  natur»  d'nne  partie  öVoiieattx  aouv,  et 
rare«  de  l'Amerique  et  des  Indes  M.  9. 

*)  Pennant  a.  a.  O.  B.  %  $.  353, 

9)  Aiara  Voy.  T.  4.  p.  «yg, 

•  •     •  ■ 

d)  Bajon  a..  a.  O.  X.  3»  p.  375. 

- 

t)  Pennant  a.  a.  O  B.  a.  S.  $17. 
/)  Bajon  a.  a.  O.  T.  1.  p.  319.  , 


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I 


Namem  Zahl  der  Eyer. 

Hanffink,  Fringilla  cannabina  4 —  6 

Distelfink,  Fringilla  carduelis  4  —  6 

Haussperling,  Fringilla  domestica  4  —  6 

Dreizehiger  Specht,  Picns  tridactylus  4  —  6  a) 

Bunter  Staar,  Sturmis  varius  *  4  —  7 

Blaue  Racke,  Coracias  garrula  4  ; —  7 

Eiterente,  Anas  molissima  5 

Eisente ,  Anas  hiemalis  5  °) 
Krammetsvogel  mit  der  rothen  Brust,  Tufdus 

migratorius  5 

Hudsonische  Meise;,  Parus  hudsonicus  %'     1         5  O 

Federbuscb  Falk,  Falco  tharus  '  5  rf) 
Surinamiscber  Eisvogel,    Alcedo  suriua-  5  —  6 

mensfs  5~ 0  ') 

Blaue  Krabe,  Corvus  Cristatus  5  —  6 
Azeldohle  von  Jamaika,  Gracula  quiscula     5  —  ^ 

Uferschwalbe,  Hirundo  riparia  5 — '6 

Weifsschwanz ,  Saxicola  oenanthe  5  —  6 

Grünspecht,  Picus  viridis  5  —  6 

Singscbwäti  f  Cygnus  musicus  5  7 

Grauer  Würger,  Lanius  excubitor  5  —  7 
Schwarzkehliger  Sänger,  Sylvia  phönicurus  5  —  7 

Chilischer  Trappe ,  Otis  chilensis  6  f) 

Canadische  Ente,  Anas  canadensis  6  —  7  g) 

Holzhebet,  Corvus  glandarius  6  —  7 


a)  ].  R.  Förster  a.  a,  O.  p.  388* 

b)  Pennant  a.  a.  Ö.  S.  528- 

c)  J.  R.  Förster  a.  a.  O.  p.  408. 

d)  Molina  a.  a.  O.  S.  233. 

e)  Fermin  Hist.  nat.  de  Surinam  T.  2.  p.  181« 

f)  Molina  a.  a.  O.  S.  231. 

g)  Pcnnant  a.  a.  O.  B.  2.  S.  506. 


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7* 

Namen  ZßhlderEyer. 
Bläutfehter  ,Kleilw«iiSttfb«fl«|i%c.i/,  :  ^^rr;7  , 


Höcker  -S^iwan ,  Cygnus  gibhqj.    ,  ^..«^6- 
Wilde  GariÄ,  Anser  feros  tfulgan    ,    -Gl  ^  0r^8  - 
Grönf&fsiges  Rphijhilbn  /^aUinuia  cMoropOfr£;--K$  . 
Europäischer  Eisvogel,  Alcedo  ispida  # 
Tannenmeise,  Parus  ater  as-  'v  fr*-r  8  ^ 

Grauijanter>Baumläufer,  forÖötr/amiUari^c. ri^^:;  ; 
Schwarbe  Wasserhuhn,  FuKqiijaJöc*:-  ?.5.<tA6 -nlfc 
Kleines  Robthuhn,  Gallinolii.pwflillii/  :  q  tJI  ;  ^  i 
Zaunkönig  v<  Sylvia  troglodytes  :-  r.H::  :7J— p"8 
Punktirtes  Rphrhubn,  GalKnul*  jKOTana^/A^ ,-rrni*>-  - 
Wendehals,  Yunx  tOf^5911at :]  ;^  r ;(  •  C?T  17^*9.  f  ^ 
Wasser -Raüe,  Rallus  aquaticus  "  7  rr?r» 

Löffelente Anas  clypeata    r  v r  ? :»  ^     "7*  t*t  {  4  > 
Sammtente,  Alias  jftaactd  rcr^:^..  '  r  iT  r>8;-rr<*&  0) 
Schneehuhn,  Tetrao  lagoput  *7  o&imr  ' 

Blanc  Metsei  Parus  coeruleu*bTrt  -;.;<.;  .    -Är?-7iÄ  : 
Haubenmeise,  Parus  cristatöa^^.  l^a  LtixuZ  7mÄä::v 
Weifser  Sagetaucher s  Mergus  albellus         8  —  12 
Spiefsente,  Anas  acuta  g  —  12 

Gehäubter  Pfau,  Pavo  crfatatui  g  —  12 

Wiesenschnarrer,  Crex  pratensis  8  —  *s 

SnpijLifeeUe,  tarus  palustris    r:   .  T         1$  *#£z 
Gektfönteto Sange!?,  Sylvia  rejgulns  imh, 
Tafelente ,  Ana*  'ferlnai  r ( j  j  *:  i  1  r   » ■■   »  ■     .fr  jrä  Y 3 r  ^ : 
J.angsch^äbÖigerSag^tBufchet^  Mergus  serWb  ilvl  1 

KobÄnelse^  Parus  major  ;    y;h  j  36-^4 

Birkhuhn,  Tetrao  tetrix  g — 16 
Auerhuhn,  Tetrao  urogallus 

Kragen  -  Waldhuhn ,  Tetrao  togatus  ,  ,■     {  .. .  9 


0)  Pennant  a.  a.  O.  B.  X  S.  if    v  ?  

b)  J.  R.  Forster  a.  a.  Qr-  *.  394. 


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7« 

tarnen  '  Zahl  der  Ey er. 

Weifcaugige  Ente,  Aöa^j|Ä*o|>klÄlm!id      9  — 

Saatgans,  Anser  segetotn  '  9  —  ■ 

Knäkente  P  Anas  qaerquedula  ■  -      :  9-  —  ia 

Lang^chWanaiges' Waiaboho,  Tetrtiö  f  h*^  ^  « 

isianeflus      i'f  "'  ■  ot-y,:L  "4^'—  »ig, 

Krickente«;  Anas  crecca         rs:z  .         13  > 

Sch^nzmeise^^ania  cfoftitoi  .  9:^15  i 

Schellente»^  Anas  clltogulfcw;J  *  <     :       - \jo  -~  «4  f  ' 
Goldfasan,  PhasiantÄ il^tUÄ  r  r         . tfbv~  «51 
Agami  r  P*opbia  crepitans1        v  ^       .  *o  ^  i6  i) 
Stockente,  ^AnaJ  Döscbas    ni;  ;J  .is.l     r  1*      16  ' 
Schwan-zkehügea  Waldhuhn Tstrao  bö-  ' 

Puter;  Meleagris  gallopavo  >  ^."42,^1^-' 

^rasiikmscher  Tinamu,  Tinamus brasiliensis-i 2  w  flsVnr) 
Tetra*  -omßellus  &Ä"J  12 

Grofter-Trappe ,  Otis  tard*^ lf moo  ?  jg«i4fl2eL»r<rT 
Perlhrfhnv  Sumida  wleagris^ai^  ^>    '  <*6^a4«/:-H 

i.t(.  »e  ,1;.-.:  .ai^  ' 

Am  dieser  Tabelle  *rhell$t*  d&fs,  jm  AUga* 
meißeiv^fe  von  arrizh$}ischen Substanzen;  ieb*^ 
den,*  Vögel,  am  wenigsten  fimiehtbar  siftd, 
mentlich  die^AU^Br/  die rllmramen,  die  Pmgui* 
die  Seetaucher,  die  Albatrofse,  die  Sturm- 
vögpl,-die  Meven,  die  Schatten^  uffd  iUe  Meei> 

f  .1         .  /i'ii  • »  1         1    ,  r-'  ■  ■.. 

*)  J.  R.  Forster  1.  *  Q.  f.  1396*.  /  .  ,r  .  L 
s)  Buffon  ed.  de  Sonnini  T.  50.  p.  t<fr  —  -  - 

r)    —    —    S.  5a  p.  3$.     <.zfif--*    —  ... 
d)  Pennanr  a.  a.  O.  0.  dt.  S.  ig»?  ' 


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TS 

schwalben  unter  den  seil  wimmenden  Yögelnj 
die  Reiher,  die  Jabirus,  die  Störehe,  die  Kra- 
niche und'  die  Flamingos  unter  den  Sumpfvögeln; 
und  endlich  alle  Raubvogel.  Dagegen  sind  die 
vorzüglich  von  vegetabilischen  Substanzen  le- 
benden Vögel  am  meisten  fruchtbar,  nament- 
lich alle  hünnerartigen  Vögel,  die  Rohrhühner, 
die  Rallen  und  di.e  Wie&enscbnarrer  unter  den 
Sumpfvögeln,  und  die  Enten,  die  Ganse,  die 
Schwähe-una  die  Wasserhühner  unter  den 
Schwihimvögdn.  In  der  Mitte  zwischen  -diesen 
beiden  Extremen  stehen  die  von  öligten  und 
mehlig ten  Saarn en  lebenden  Sing  -  und  Klet- 
tervögel, aind  die  von  Insekten  und  Würmern 
labenden  Sumpfvögel ,  Klettervügel  und  Singvo- 
gel.  Der  Grund  hiervon  scheint  darin  zu  lie-, 
geh),  daCs  die  von  animalisch:  u  Substanzen  le- 
benden Vögel,  eine  wenig  reichliche  Nahrung 
finden,   und  dafs  die  Erhaltung  der  Nahrung 


ist,  man  betrachte  nur  die  emsig  herumfliegen- 
den und  Nahrung  aufsuchenden  Raubvogel ,.  die 
zuvor  genannten  Sumpfvögel  und.«  dien  Schar- 
ben, die  Albatrofae,  die  Meven  uuds  $e  See- 
schwalbdn  unter  den  Schwimmvögeln^ ,^o  , wie 
auch  die  eifrig  herumschwimmende^  .nAUcen , 
Luramen  und  Scetaucher  ;  während  die  von  Ve- 
getabilien  lebenden  Vogel  eine  reichliche  Nah- 
rung  mit  weniger  Anstrengung  und  Kraftauf- 
wand finden.  Die  fruchtbaren  rflan zen  fressen- 
den Vögel, '  so  wie  die  kleinen  Klettervögel, 
Singvögel  und  Sumpfvögel,  sind  auch  als  Er- 
nährung« -  Masse  produzirend  anzusehen ,  i  in- 
dem ein  gTofser  Theil  derselben  von  Raubvö- 
geln und  anderen  Raubthieren  verzehrt  wird; 
sie  müfsten  also  bald  vertilgt  seyn ,  wenn  sie 
durch  eine  grofise  Fruchtbarkeit  nicht  erhalten 


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würden  ä)*  Ith  "Allgemeinen' findet  man  ferner* 
däfs  die  kleineren  Vögel  einer  und  derselbe» 
Gattung  fruchtbarer  sind  als  die*  gröfseren~  Ll-i  / 

1">  i     *ü  .  >     ♦ .  ■  •»  : 

■  I  •  (  » "       I  :  I 

«..♦»_     ...       * ,  '      •       1  '  t  .  -*   .  .  •  . «  « .  4 

Die  GrSfse  der  -Eißer  .  ist  in:  Bezug  :aüf  diö 
Gröfse  der  Vögel;,  welche  sie  legen*  j  sehr  :vcr3 
schieden.  Folgendes  scheint  das  Gesetz  rfur  die 
relative  Gröfee  de*  Ryat  zü  sejii :  dierGrörse 
iler'  Byer  steht  im  Verhältnife  •  mife  dem  Grade 
dbr  £ntw  ckelung,  welcberi  dier-Vogeli--  Fdtus 
im  Eye' 'erreichen,  und  mit  diesem  um ufst  jiotb-* 
wendig  wieder  die  Merige  der  im  E^e:  enth*H 
tenert  Materie  gleicfa  laufemp  ajusjiteelcbcär  sich 


L.  .  .  '■■  '*  ;  '»   ■;-<,?>     .  f,  \>{\-,    fir>h.-?  . 

'<»)  Ovorirai  naraerut  ondem  üliliftfero  pne»itv  jftwn  com 
<    ceptinlia  capia  ia  tfviparfk  tfolet.   Quippe  beie  'pacta  ipe* 
' ?  -  * '  ct*T  consulitiir  pereatfitatL  U  tfatara  enjm: r  ür'icine  aniaaati* 
- »  j  ■  idr  numcrosoi  foctw  largittir,:  qdae  viribus  animisve  imbex 
'    cilttaV  abaliorum  injuri«  aegre  «e  tutantur;  adeoque  vi; 

tae^revität^B*  capto*  ptole  compenttt^  —  t  ;Tdoui>,  Hui« 
•    avitim  geritri  4Ut«»  iiiquit  Pliniui  (Lib.  io.  $ap.  53.)  tit 
föfccundiorei  *  timnt  fugacci   carum,   quam  fort«/  ..■  Cum 
eniaf  ^•aeratio  quaäßlibe^  pwrp^tuitahs  gratta  a  a^türa  ia. 
ttituitttr ,  Ifrequens ;  iis  contiagitV  qaae  brevioris  iaevi  *untt 
et  entcrnifiinjurüs  öbnoaiiai,  ,«b  ipecics  dtfcwti  :  Mcoqut 
,      ares ,  •  qaW  robora  polleBt»'  et  «x  rapto  v^uat ,  fdeoquj 
drurtiräiore  ac  lecuripte  yita  fraantur,  raro  ptüs  qua^ 
bifA  öva  ethiot.    Columbae  quidem,  turtures,  et  pälumr 
"   bei;  t)ioa  dunta^at  oya  simul ,  ineu^ant , .  aed  numeri  de? 
fettuBü  fiiequeBtia  compwant;  deciet  enira  qootannia  paj 
rioot.    Multum  itaque  ^eaeraat,  licet  aoa  laulta. 

Harvey  de  Genef ationt     a.  0.   . : 


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15 

| 

jenigen  Vögel  relativ  am  kleinsten,  deren  Fetus 
am  wenigsten  entwickelt  das  Ey  verlassen,  und 
umgekehrt  die  Eyer  derjenigen  Vö^el  sind  re- 
lativ am  gröfsten,  deren  Fetus  am  meisten  ent- 
wickelt und  ausgebildet  aus  dem  Eye  hervor- 
treten. Der  Grad  der  Entwickelung  der  Vögel 
steht  wieder  im  Zusammenhange  mit  der  Le- 
bensart und  mit  dem  Aufenthalte  der-  Vögel. 
Im  Allgemeinen  findet  man,  dafs  die  Fetus  der 
auf  Bäumen  nistenden  Singvögel,  Klettervögel 
und  Raubvögel  das  Ey  am  wertigsten  entwi- 
ckelt verlassen,  denn  sie  sind  sehr' klein  und 
nackt,  kommen  blind  zur  Welt ,  und  ihre  Glied- 
mafsen  sind  so  schwach,  dafs  sie  sich  derselben 
noch  nicht  zur  Bewegung  bedienen  können. 
Diese  Vöcel  legen  im  Verhaltnifs  zur  Gröfse 
des  Körpers  die  kleinsten  Eyer.  Die  Fetus  der 
bühnerarligen  Vögel,  der  meisten  Sumpf  -  und 
Wasser  -  Vögel,  welche  auf  die  Erde  nisten, 
kommen  sehr  entwickelt  und  ausgebildet  aus 
dem  Eye,  indem  sie  beträchtlich  grofs  und  zum 
Theil  mit  Federn  bedeckt  sind;  sie  werden  se- 
hend geboren,  und  ihre  Gliediiräfsen*  vorzüg- 
lich die  Eüfse,  sind  $o  stark  und,  abgebildet, 
dafs  sie  sehr  bald  oder  gleich  nach  der  , Geburt 
das  Nest  verlassen  und  der  Mutter  folgen  kön- 
nen. Diese  Vögel  legen  im  Verhaltnifs  zur  Grö- 
fse des  Körpers  die  gröfsten  Eyer,  Ganz  vor- 
züglich ist  dies  der  Fall  bei  den  meisten  See- 
vögeln,  a);  so  legt  die  Gry  11  -  Lumme  (Uria 
grylle;  Eyer,  welche  die  Gröfse  von  Hüh- 


«)  Steiler  a.  a.  O.  p.  413.  Marinaruni,  divoi  maritimoi , 
insuias  desertas,  incolentium  avium  ova  maxima  ecie,  et 
pro  resptetiva  avis  magnitudine  solitam  magnitudinem  ex- 
cedentia  ,  observavi. 


v 


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nereyem  haben;  obgleich  der  Vogel  niebi  gjrö- 
fser  als  eine  Taube  ist  tf). 

•  \ .  !         f  ..  '    .*  '  >  r.  *• y    [  ' 

.    *  '  '  •♦»'  •       8JhIM:v     ;  L. 

:  Die  Form  der  Eyer  bietet  auch  mehre  V er- 
gehiedenbeiten  dar ,  nicht  aljeiij  ^eii  verschiede- 
nen Arten  vpn  Vögeln,  sondern  auch  bei  ver- 
schiedenen Individuen,  ^ner  Act,  vorzüglich  bei 
den  zahmen  Hühnern  ,  4i$  hald  rundliche ,  bald 
längliche  Eyer  legenM  X>ie  alten  Naturhistori- 
ker  glaubten,  dafs  man  au$  dqr>(Je^#lt  des  Eyea, 
das  Geschlecht  des  fld^ch  im  Eye  beenden  Vo- 
gels erkennen  könne,  tsa  gibl  Aristoteles  an, 
dafs  steh  in  den  langen  und  zugespitzten  Hüh- 
ner «>  Eyern  Weibchen  bildeten,  und  in  den 
mehr-  rundlichen  oder  stumpfen  Eyern  Männ- 
chen.  PUniu*-:0  uud  Golmnella  d)  hatten  die 

* 

1  »  •     r    !••'(  •>  *  r  • 

-  *)  Fabrfciui  Fauna  Gröniandica  p.  9$.    Nach  Steiler  a.  a. 
O.  p.  417         die  Eyer  3  Zoll  3  r— ,8  Linien  lang. 

•  l)  Hfrt.  Anim.  L.  6.  C  a.    Ex  oblong»  *t  »cutis  »ovis  fbe- 

minie  generanhir:  ex  iii  qKae  mucroBera  ©btusum  habent 

Dieser  Meinung  nähert  sich  auch  Steller  a.  a.  O.  p,  420. 
Observavi  generatim  de  ovis  avium,  ea  bifariam  dirTcrre, 
aha  qrassiora  e§xe>  uiajoremque  obtinere  latitudincr»  dia- 
metralem,' altera  vertice  minus  acuto,  c  quibus  masculos 
excludi  puto;  alia  autem  ambitu  angusttora. 

e)  Hist.  nat.  Lib.  10.  Cap.  5a*    Foeminam  edunt,  quac  ro- 
tUTidiora  gignuntur,  reliqua  marem. 

d)  De  rust.  Lib.  9.  C.  5.    Cum  qais.  veiit  quam  plurimos 
mar  es  exdudi ,   longissima  quaeque  et  acutissima  ova  sub-  - 
jiciat;  et  rursus,  cum  foeminas  quam  rotundissiooa. 


I 

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J  M 
%  w 

entgegengesetzte  Meinung.  Sowohl  die  vbn  Ari- 
stoteles als  die  von  Plinius  und  <  Colümella*  auf- 
gestellte Meinung  ist  unrichtig,:  tvie  «iie  Erfah- 
rung sattsam  beweist  a)*  ick  will  hier  die  Form 
von  einigen  Vögel  Eyem  angaben.  .  Die 
Eyer  der  Eülen  b)  sind  «fast  ganz  rundH  Die 
Eyer  des  Milans  c)t  des  Bussards  d)9  des  Thurm* 
falken  e)>  der  Papageien  f)  des  Gelbapechts  g)t 
der  Feldlerche,  der  Blaumeise,  h);  der?  Tkpnen- 
meise,  der  gehäubten  Meise  i) ,  des  Fitissangers, 
des  Tinamus  k)  und  des  Agamis  haben  eine  rund- 
liche Gestalt.  Die  Eyer.  der  Schnepfen  /),  der 
Brachvögel  m),  der  Kiebitze  n),  der  Strandläu- 
fer,  der  Regenpfeifer,  der  Rallen,  der  Rohr«, 
bühner  und  der  Lumraen  ü)  sind  länglich,  aii 
dem  einen  Ende  sebr  zugespitzt  und  am  an- 
dern ganz  stumpf,  sie  haben  eine  birnformige 
Gestalt.     Die  Eyer  der  Elster ,   der  Nacht- 


«)  Beckstein  Gcmeinn.  Kahirg.  Deutschlands  B.  3.  S.t  1249. 

i)  K&in  Ova  Av.  Tab.  >  £  1  —  5. 

e)   —   —   Tab.  6.  f.  I.  Zinnani  Tab,  13.  f.  73. 

—  —  —  6.  f.  2. 
0  —  ~  — 

y>  Zinnani  a.  a.  O.  Tab.  15.  f.  83.    Kitin  Tab.  4.  f.  A. 

g)  Barrere  France  equinoxtale  p.  143. 

h)  Klein  Tab.  4.  fig.  10. 

j)     —  — .     fig.  u,  ... 

k)  BufFon  ed.  de  Sonnini  T.  5.  p.  19.  45. 

0  Klein  Tab.  Ii.  f.  1  —  4.  .  -..<» 

m)    —  —    11.  f.  5.  i    .      *  - 

n)    —   —     3.  f.  23.  .-**"'' 

o)  Steiler  a.  a.  O.  p.  4x4.  Tab.  I.  f.  t 


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< 


75 

jchwalbe  a),  der  Beutelmeise  b),  der  Schwanz* 
meise  <),  der  Thurmschwalbe,  der  Hausschwal- 
be, de*  Wiedehopfs  d)f  des  Goldfaffians^  des 
Kranichs,  des'weifsen  Storchs,  des  grauen  Rei- 
hers, der  $teifsfüfse,  der  Alken  und  der  mei- 
sten Enten  haben  eine  längliche  Gestalt.  Die 
•Eyer  des  Straufses  e)9  des  Kasuars  /),  der  Spech- 
te und  des  Wendehals  sind  oval,  an  beiden  En- 
den gleich  stumpf.  Es  läfst  sich  wohl  nicht 
läugnen,  dafs  die  Form  der  Eyer  in  einiger  Be- 
ziehung mit  der  Form  der  sich  in  den  Evern 
bildenden  Vögel  steht,  namentlich  mit  der  Län- 
ge ihres  Rumpfs,  mit  der  Gröfse  des  Kopfe  und 
mit  der  Lange  und  Stärke  der  Füfse.  So  ist  es 
höchst  auffallend,  dafs  die  Eyer  der  Eulen  fast 
rund  sind,  deren  Körper  gleichfalls  eine  rund- 
liche Gestalt  hat  Der  Körper  der  zuvor  ge- 
kannten Vögel,  welche  längliche  Eyer  legen, 
hat  ebenfalls  eine  längliche  Gestalt.  Bcchstein  g) 
sagt:  es  ist  eine  geprüfte  Erfahrung,  dais  aus 
den  Evern  derjeniger  Hühner,  welche  längliche, 
an  beiden  Enden  sehr  zugespitzte  'Eyer  legen, 
auch  langgestreckte  und  besonders -mit  langen 
Hälsen  versehene  Junge  zum  Vorschein  kommen; 
ich  habe  diese  Erfahrung  selbst  gemacht.  Die 
Gestalt  der  Eyer  hängt  übrigens,  wie  wir  sj>ä- 


a)  Klein  Tab.  10.  f.  f. 


*)  f.  8- 

*)  ~    —  —  f.  7- 

d)  —   —  ii.  f.  6. 

e)  —     —    I.  f.  i. 

/)  —    —  a.  f.  i. 


g)  Bechstcift.  a.  a.  .0.  B.  X  p.  no. 


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terhin  seben  werden,  von 'der  Gestalt  des  Tinte- 
ren Endes  des  Byerleiters,  der  sogenannten  Ge- 
bärmutter ab,  welche  selbst  wieder  in  den  ver- 
schiedenen Vögeln  nach  .der  Gestalt  ihres  Kör* 
pers  verschieden  isU  .  ; 

"  :  M    '  b  ■  •  jr  r.       •  ■  ...       ,*  ... 

*■  •  r 

<    ?  '''-it;'  *  ' 

► '  1  -  4,0^    ■  ■ .  . 

—       I  ' 

Die  Fkrbfc  der  Eyer  ist  ungemein  verschie- 
den, nicht  allein  bei  den  Gattungen  und  Arten, 
sondert*  sfelbst  oft  bei  de»  Individuen  einer  Art. 
Auch  das  Alter,  die  Nahrung  und  die  Dauer 
der  Bcbrikung  haben  Binilufs  auf  die*  Farbe. 
Die  Schwanzmeise  und  der  Zaunkönig  legt  bis- 
Wetl&ti  gäftz  Weifst  By  er,  bisweilen  weifse  Eyer 
mit  rortien  Punkten.  Die  Eyer  des  europäischen 
Kuckuk  -sind  nach  den  Beobachtungen  Bech- 
stein's  ö)  sehr  vierschieden  gefärbt;  man  findet 
nämlich  welche,  die  gelblich  weifs  sind  und  asch- 
graue Flecken  und  rünkffe1  haben;  andere,  die 
grünlich  weifs  sind  und  Flecken  und  Punkte  wie 
die  vorhergehenden  haben;  noch  andere  sind 
bläulich  weifs  und  haben  olivengrüne  Flecken; 
und  endlich  findet  man  auch  schmutzig  weifse 
mit  tielläSchgrauen  Flecken,  Noch  sonderbarer 
ist  es ,  dafi  die  Hauptfarben  sich  auf  einen  gan- 
ten Jahrgang  beziehen,  so.dafs  man  z.  B.  in 
einem  Jahr  nur  bläulich  weifse  mit  olivengrünen 
Flecken  besetzte  Eyer  findet,  und  in  einem  an- 
dern Jahr  nur  gelblich  weifse  Eyer  mit  asch- 
grauen Flecken.  Die  crofse  Seeschwalbe  (Ster- 
na  hirundo)  legt  bald  braune/  bald  grüne,  bald 


m)  a.  tu  O.  B.  2.  p.  1130. 


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grauliche  ßyer  ä)>  Die"  Lumihen'  6)  I^*en  zu- 
weilen dunkelgrüne  oder  bellgrüne  Eyer  mit 
schwarzbraunen  Flecken ;  zuweilen  schmutzig 
weifse  Eyer  mit  kleinen  graulichen  Fleckchen 
oder  mit  rothfarbenen  Fleckens  zuweilen  endlich 
ganz  ungefleckte  Eyer.  Auch  die  Eyer  der 
Scharben,  der  Meven  und  mehrerer  anderen 
Wasservögel  variiren  ungemein  in  der  Farbe. 
Pennant  0  glaubt  dafs  diese  Vögel,  welche  oft 
in  großen  Schaaren  zusammen  auf  Felsen  und 
Klippen  ihre  Eyer  legen,  nu^r  an  den  verschie- 
denen Farben  ihre  Eyer  erkennen  uncj  von  den 
anderen  unterscheiden.  Die  Eyer  derje- 
nigen Vögel,  welche  schon  mehrmals  gebrütet 
haben,  sind  in  der  Regel  dunkler  gefärbt,  als  die 
Eyer  der  jungen,  zum  erstenmal  brütenden  Vö- 
gel Bei  ganz  alten  Vögeln  sind  die  Eyer  oft 
mattfarbig.  Die  Nahrung  bringt  Veränderungen 
in  der  Farbe  hervor,  z.  B.  Hühner,  welche 
man  mit  Waizen  füttert,  legen  röthliche  Eyer. 
Wenn  man  dem  Futter  Farberöthe  beimischt,  so 
werden  die  Eyer  roth.  Die  Farbe  der  Eyer 
wird  oft  durch  die  Brut  verändert,  so  werden 
z.  B»  die  grünlich  weifsen  Eyer  des  Steinschmät- 
zers (Saxioola  oenanthe)  bei  der  Bebrütung  grün- 
lich blau;  die  hellaschgrauen  oder  grünlichen 
Eyer  des..  Staars  werden  bräunlich  grün ; .  die 
grünlichen  Eyer  des  kleinen  Reihers  werden 
nach  und  nach  weifs.  :  ,,T .  ^ 


a)  Buffon  ed.  de  SonDini  T.  6o.  p.  9t. 
l)  Steiler  a.  a.  O.  p.  414. 

r 

r)  Genera  of  Birds  Edinb.  1775. 


t:p.  ■» 
1 


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8i 

r 
»• 

'  Die  fi^fer  der  ttdÄ^V^rihi*  geferbt 
Die  Farbe  ist  als  ein  düfirier  Ueberitig  auf  •  die 
aufsere  Fläche        Eyschäl^  !atrfgeträgen ,  oft :  so 


leicht,  daß  «tan  sie  Wegwische«  katth,  vor- 
züglich  bei  fristh'  gdegten  Eyern.  tKe'  Ursa- 
che der  Färbung  der^  EVe^' Ist  noch  unbekannt, 
Fabricius  ab  Aijuapfctyfe  ft)  glaubte,  <lie  Farbe 
der  Eyer  hänge  vom  Temperament  der  VBfcrt 
ab,  Darwin  b)  hatte  die^ebr  sonderbare  Mei- 
nung, dafs  die  Färbte  der  Eyer  Vöh  jder  Ein- 
bildung de*  Mutter  herrtrhrfc  Däudin  *j  glaubte, 

■       ■um    i.      ■    ■■  '  Hi.fU  J  l'JVlU' 

*  r  *"      *  r  • 

"  <,)  Oper,  omni*  ex  ed.  Bonnti^  5&.  'Stfd  proptet  quam 
causam  albus  cörtcx  est?  nbn  proprer  aliqüam  utilitatem» 
sed  quatenus  consequitut  .temperamentoin  frigidum  etc. 

1  Quod  si  alios  cortice*  alio  toldre  mreettw^fderis ,  *jt  put» 
vcl  pallidos ,   vel  luteos ,   vel  ruttor,   vel  maculatos ,  et 

j  punetis  distmetos;  dieas,  bartc  'varretatem  varium  sequi 
ternperamentum ,  quod  varios  prbducit  httuorts,  qui  in 
ovi  cortice  efflorescunt.  Vidi  emm  *ltquando  Gallinarn 
in  totum  nigram  fuscb  quoque  cortice  oVa  parere. 

b)  Xoonomie  aus  d.t  Engl,  übers,  von  J.  D.  Brandis  B.  % 

c)  Tratte  elementfaire  et  tömpret  dt)rnithologie  Ou  Hiftolr* 
naturelle  des  oiseaux.  Paris  xgoo.  4.  T.  1.  p.  157.  II  est 
un  point  qui  me  paroit  pouvoir  ctre  appuye'  par  un  grand 
nombre  de  faits  conduetits,  c*est  que  la  cbtileur  des  oeufs 
des  oiseaux  conside're's  dans  l^tat  sauvage  paroit  indiquer 
en  quelque  sorte  celle  de  l'olseau  qui  doit  en  provenir. 
Par  exemple,  je  suis  pörte'  a  croire,  1)  que  les  oeufs  uni- 
colores  proviennent  d'oiseaüx  a  plumage  d'one  seule. leinte, 
ou  dont  les  teintes  sont  peu  tranche'es;  %)  que  les  oeufs 
biancs,  gri»,  verts,  bruns  ou  blancbatres  sont  pondus  or- 


«  1  ' 


Di 


82 

dafs  eine  Uebereinstimiöung  der  Farbe  der  Eyer 
mit  der  Ruber  des  rG^fieders  sUtt  fände.  Diese 
Meinung  ist  offenbar  .unrichtig,  denn  vieljs  Vö-. 
gel  .'mit  st-br  buntem  jind  mannigfaltigem  Gefie- 
der legen,  ^auz  >veilie  Eyer,  z.  B.  die  Papa- 
geien; die  Cohbri$;  und  viele  Vöglet,  mit 
ganz  ^nf^igem.  Gefieder  legen  buine  oder 
mehrfarbige  Ejfr,  z.  B*  die  Rabenarteii.'  Das 
was  ic  Ii  ppU  Gewifsheit  «über  di£  tarbe  der  Eyer 
angeben  kann  ist  folgendes:  die  Eyer  werdeit 
in  dem, Endstück  des  Byerleiters,  der  sogenann- 
ten; Gt*ärn>utter,  woran  sich  die  ty§cbale  .bil- 
det, nicht  gefärbt,  sondern  sie  erhalten  erst 
den  farbigen  Ueberzug  in  der  Kloake.  _  .Sehr 
wahrscheinlich  sind  es  die  färbenden  Theile  der 
Excreiuen,te  und  die,  dem  Harn  beigemischten 
Bestandteile,  welche  (Jen  Eyern  in  der  Kloake 
ihre  Farbe  extheileiü  Die  Eyer  sind  entweder 
gaptz  weife  und  ungefärbt»  oder  sie  sind  ge- 
färbt, Ipa  letzteren  Falle  sind  sie  entweder  ein- 
farbig, grau,  blau,  grün  u.  s.  w.,  oder  sie  sind 
mehrfarbig,  z.  B.  grau  und  braun  gefleckt,  grün 
und  scbwarz  punktirt  u.  s.  w.  Da  es  mir  bis 
jetzt  ohnmöglich  gewesen  ist,  einige  allgemeine 
Gesetze  üb^r  die  Farbe  der  Eyer  aufzufinden, 
so  Werde  ich  die  Farbe  der  Eyer  bei  verschie- 
denen Vögeln  in  dem  speciellen  Theil  der  Or- 
nithologie angeben. 

dinairement  par  des  oiseaux  a  plumage  plus  ou  moins 
fonce  en  couleur;  3)  quc  lcs  oeufs  macules  indiquent  des 
oiseaux  parsemes  de  plusicurs  teintes.  Au  reste  je  laifse 
aux  observateurs  a  verifier  certe  opinion,  et  a  exaroioer 
jusqu'a  quel  point  eile  est  exaetc.  II  est  convenable  de 
remarquer  ici  que  Ies  oiseaux,  dont  le  plumage  ne  de« 
vi  cm  tres  -  colore  qu'au  bout  de  quelque  mois,  pondent 
des  oeufs  tirants  sur  le  blanc,  teil  sont  les  Colibris,  lcs 
oiseaux  Mouches  etc. 


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SS 


Viertes  Capitel. 


Von  dem  Bau  der  Ryer  vor  der  Beir&tung. 


ie  normal  gebildeten  Eyer  aller  Vögel  be- 
stehen vor  der  Bebrütung  aus  folgenden  Thei- 
len:  i)  aus  der  £y  schale,  2)  aus  der  Ey scha- 
lenhaut, 3)  aus  dem  Eyweifs  mit  seinen  Hau- 
ten,  4)  aus  dem  Dotter  mit  seiner  Haut,  5)  aus 
den  Hageln,  6)  aus  dem  sogenannten  Hahnen- 
tritt, der  Narbe  oder  dem  Flecken,  und  7)  kann 
man  hieher  noch  den  am  stumpfen  Ende  des 
Eyes  befindlichen  und  mit  Luft  angefüllten 
Raum  zählen. 


Die  Ey schale  d)  ist  hart,  zerbrechlich  und 
porös.  Gewöhnlich  ist  sie  am  oberen  oder  stum- 
pfen Ende  des  Eyes  dicker  und  fester  als  am 
untern  oder  spitzen  Ende«  Im  Allgemeinen 
steht  ihre  Dicke  im  Verhaltnifs  mit  der  Gröfse 
der  Eyer,  so  dafa  also  grofse  Eyer  eine  dickere 
Schale  als  kleine  Eyer  haben.  Sie  ist  jedoch 
auch  verschieden  bei  verschiedenen  Vögeln.  Die 
Eyer  der  Wasservögel  haben  nach  den  Beob- 


a)  to  neXvfOf  und  TO  Xixvpov  bei  Hippocrates,  to 


Sv4*. 


§•  43- 


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1 

H 

arhtungen  Andersons  a)  und  Steileres  b)  dickere 
Schalen  als  die  Eyer  der  Landvögel.  Zu  den 
Vögeln,  deren  Eyschale  vorzüglich  dünn  ist, 
gehören  z.  B*  die  Schwalben»  der  Staar  u.  a«. 
Die  Poren  der  Byschale  Jcann  man  an  gröfsern 
Eyern.  z.  B.  am  Straufseney,  mit  unbewaffne- 
tem Auge  erkennen.  An  kleinen  Eyern  er- 
kennt man  sie  leicht  mit  Hülfe  eines  Vergrö- 
fserungsglases.  Durch  die  Poren  können  die 
dünneren  und  wässerigen  Theile  des  Eyweifses 
ausdünsten,  und  die  atmosphärische  Luft  kann 
durch  dieselbe  eindringen.  Alte  Eyer  sind  leich- 
ter als  frisch  gelegte  Eyer,  weil  ein  Theil  des 
Eyweifses  bereits  verdunstet  ist.  Wenn  rfüan 
ein  Ey  in  ein  Gefäfs  mit  Wasser  legt,  dieses 
unter  die  Glocke  der  Luftpumpe  bringt  und  dann 
die  Luft  entfernt,  so  erblickt  man  an  der  gan- 
zen Oberfläche  des  Eyes  viele  kleine  Luftblas- 
chen,  welche  durch  die  Poren  des  Eyes  her- 
vordringen. Alte  Eyer  zeigen  mehr  Luftbläs- 
chen als  frisch  gelegte*  Die  durch  die  Poren 
der  Eyschale  eindringende  Luft  bringt  in  der 
Substanz  des  Eyes  Fäulnifs  hervor.  Ein  be- 
kanntes Mittel  die  Eyer  vor  Fäulnifs  zu  schüt- 


a)  Hist.  naturelle  de  l'lsland,  de  Grönland,  du  detroit  de 
Davis  tt  d'autres  payi  situes  dans  le  Nord.  Paris  1*750.  8* 
T.  1.  p.  96,  Les  oiseaux  aquatiques  ont  la  coquille  bcau- 
coup  plus  cpaise  que  n'ett  celle  des  oeufs  des  oiseaux  ter- 
restres,  vraisenblemeni  tant  a  cause  de  la  rigueur  du  cK- 
mat  et  du  voisinage  de  la  mer,  que  pour  mieux  conserver 
la  chaleur  peiidant  qu*ils  sont  couverts,  dans  l'intervalle 
qu'ils  rcstent  dccouvcrts,  la  femelle  etant  obligc'c  d'aller 
cherchcr  sa  nourriture. 

N 

*)  a,  a.  O.  p.  2,24. 


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85 

zen,  ist  das  Umhüllen  derselben  mit  einer  fetti- 
gen Masse,,  welche  die  Poren  der  Eyer  ver- 
schliefst, und  dadurch  die  Ausdünstung  des  was. 
serigen  Theils.  des  Eyweifses  und  das  Eindrin- 
gen der  Luft  hindert.  Die  Eyschale  besteht  nach  / 
der  chemischen  Analyse  Fourcroy's  a)f  HaU 
chett's  b) ,  Trommsdorf  V  c)  und  Thomson  s  <f)f 
aus  kohlensaurer  Kalkerde,  und  einer  geringen 
Quantität  phosphorsaurer  Kalkerde,  welche  durch 
thierische  Gallerte  verbunden  sind.  Vauquelin  ei 
will  auch  eine  geringe  Quantität  kohlensaurer 
Magnesia,  etwas  Eisen  und  Schwefel  iti~den  Ey- 
schalen  entdeckt  haben.  Die  Eyschale,  tat  die 
meiste  Aehnlichkeit  mit  den  Schalen  der  Jjjebse, 
der  Seesterne  und  der  Seeigel,  welche  gleichfalls 
aus  kohlensaurer  und  etwas  pbosphors^urer 
Ralkerde  bestehen, 

>    »  • 

*  *  * 

Die  innere  Fläche  der  Eyschale  ist  mit  ei- 
ser dünnen,  weifsen,  aus  zwei  Platten  oder 
Schichten  bestehenden  Haut,  der  sogenannten 
Eyschalenhaut /)  überzogen,  welche  an  ihrer 


*)  Systeme  des  Connaissancei  chim.  T.  10.  p.  310.  , 

b)  In  den  Philos.  Transact.  for  the  Ycar  1799»  p.  $17. 

c)  Handbuch  der  gesammten  Chemie  ß.  '3.  p.  207. 

d)  Systeme  de  Chimje  trad.  de  l'anglois  par  J.  RifTauft.  Pa- 
ris 1809.  8.  T.  9.  p.  125. 

11  u  .      .IL*.  ' 

<)  Analyse  des  Qoquilles  d'Oeuf  in  d.  Annates  du  Museum 
d*hist.  natur.  Paris  1311.  T.  10.  p. 

/)  Membrana  ovi  propria,  Membrana  succingens,  Pcllicula, 
Membrana  ovi  liquotes  amplectens  Harvei,  Membrana  fe- 
st ae  Scenonis,  Membrana  putaminis  Bellini. 


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86 

äufseren  Flache  etwas  rauh  ist  und  an  der  Ey- 
schale  adhärirt.  Ihre  innere  Fläche  ist  glatt  und 
umgibt  das  in  seiner  Haut  enthaltene  Eyweifs* 
Sie  besitzt  mehrere  Poren  und  Kanälchen  a)% 
durch  welche  das  Eyweifs  ausdünsten  und  die 
atmosphärische  Luft  eindringen  kann.  Die  bei- 
den Platten  oder  Schichten  der  Eyschalenhaut 
sind  am  stumpfen  Ende  des  Eyes  etwas  von 
einander  getrennt  und  haben  einen  mit  athmos- 
phärischej:  Luft  gefüllten  Raum  b)  zwischen  sich. 


Li  membrane  de  la  eoqoille  paroit  etre  de  natore  alba« 
mineuse,  au  moini  eile  se  difsout  facilement  dans  la  po« 
tafse  caostique,  sans  produire  d'ammoniaque.  Les  acidet 
la  preeipitent  de  sa  dinolution  ious  la  forme  de  floecon* 
blanci  a  la  miniere  de  Falbumine  et  en  developpent  l'odenr 

du  gaz  bydrogene  fulfure.    Vaaquclin  a.  a.  O.  p.  167. 

• 

a)  L.  Bellinius  Oigrctiio  de  ovo,  ovi  ae're  et  reipiratione  in 
genere  in  g.  Schrift  Opuscula  aliquot  ad  Arcbibaldum  Pi- 
tearnium.  Pittorii  1695.  Leidae  1^34.  p.  55.  Indumenta 
(ovi)  sunt  duae  pelliculae  sibi  statim  post  putamen  in  con« 
tactum  pofitae;  singula  runt  admirabilis  fabricae,  ad  mit- 
tönt enim  aerem  intra  Ovum,  ted  artificio  vere  divino; 
in  utraque  illarum  pellicularum  sunt  collocati  canalet  aerit ; 
quorum  radieet  dueuntur  per  totam  crassitiem  pulaminia 
ad  iiique  superficiem  externem  ejui,  et  biant  in  exte r mim 
aerem,  quo  circum  fundimur;  sunt  Uli  lucidi,  et  docti 
per  membranat  illas  variii  duetibus,  et  pulcherrimi  sunt 
spectaculi  in  Ovo  anatis,  in  Ovo  anscris,  in  Ovo  attage- 
nae,  leu  Galli  indiet,  quamquara  visu  jueundissimi 1  in 
omnibus. 

b)  Umbtlicus,  i^upilia  ovi,  Folliculus  aeris.  Aristoteles,  Pli- 
nius,  Coiter,  Fabrtcius  ab  Aquapendenre ,  Harvey,  Aldes, 
Bellini  ü.  a.  baben  ihn  beschrieben.  Harvey  gibt  irrig 
an,  daü  sich  dieser  Raum  t  wischen  der  Eyschale  und  Ey- 

■  »1,  .-.   .„    ,3;;;        .  .,'  .  „     »  , 


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welcher  cfie  Form  eine?  kleinen  Kugelabschnitts 
hat.  Meistens  befindet  Sich  der  RaW  gerade 
in  der  Mitte  des  stumpfen' Endes,'  doch  biswei- 
len  liegt  er  etwas  seitwärts^  'Mari'  faill  auch 
schon  zwei  bis  drei  solcher  R^umi  feemirtt.  .ha- 
ben a).  In  Evern,  yvelche  nocfti  Jfirn  unteren 
Ende  des  Eyerleiters  enthalten  rind',  stt^i*  iii 
ganz  frisch  gelegten  Eyerh  fand  Ich  den  ^aum 
nicht  b),  bei  alten  Eyera  aber  ist  er  imintr  Jsehr 


,   ;  ■;  j  li-v*       -  D  >.,<;;•..!/  i:t\  t?.b 

schalenbaut  befinde:  Exerc.  de  Gener.  p.  26,:  fit  enirn 
cavttat  isthacc  inter  testam  ,  .  membrana  su«cingciite  tbj.dc, 
stitutam,  et  exteriorta*  .«?niw»9t  öVj  Itquores .  *mp  lect<jr* 
fem.  Joh.  Mayow  in  f.  Tractatus  de  respiratione  foctus 
in  utero  et  ovo,  in  s.  Schrift,  Tractatus  quinque  medico- 
physici.  Bononiae  3674.  auch  in  sein»  Oper.  00a  pbys. 
Hagae  168  !•  p.  285.  bat  diesen  Irrthum  Harveys zuerst 
berichtigt,  und  hat  den  Rium  am  genauesten  geschrieben. 
J.  C  S.  Hehl  praes.  W.  GT  Ploucquet-  Pbsen'ata'  qiiae* 
dam  physiologtca  de  natura  et  usu  aens  avis  avium  in- 
c I n ('s  Tübing.  1*796.  4.  enthält  die  chemische  Analyse 
der  eingeschlossenen  Luft. 

•)  Fabrictus  ab  Aquap.  de  formarione  ovi  - p».  7fXi' u Fcrc  Sem- 
per unica  vi-itur  caviras,  semel  tarnen  in  cocto  ovo  tri- 
plicem  invcni»  unam.alteei  conliguam,  omnes  sane  m  cacu- 
mine  positas  duas  tarne»  «equaJcs,  tertiam  minorem. 

b)  Harvey  a.  a.  O.  will  jedoch  diesen  ^a um  schon  in  Ey- 
ern  gesehen  haben,  die  sich  hoch  im  teibe  der  Henne 
befanden.  Omnibus  ovis  inest;  imo  vero  utero  adhuc 
remanente  ovo:  quam  pnmum  cortice  obtcgitur,  inveni. 

Belltat  sagt  hingegen  sehr  richtig  a.  a.  O.  p.  $l:V\\jum 
autem  cxcluditur  ovum,  et  quousque  intra  ovi  da  et  um  de- 
tinetur,  nihil  acris  intra  obtusum  Ovi  verticem  contingtur 
et  nullum  spatiura  formatum  est  intcr  duas  expositas  mrm- 


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88 

grofs.  Der  Raum  bildet  sich  dadurch  in  den 
gelegten  fiyeru,  dafs  der  dünnere  Theil  des 
Ejweifses  dmch  die  Eyschalenhaut  uud  durch 
die  Poren  ^er  Eyachale  ausdünstet,  und  zwar 
täglicfc  um  ejjiige  Gran;  dagegen  dringt  die  at- 
mosphärische Luffc  durch  die  Poren  des  Eyes 
ein  und  bildet  den  Raum  zwischen  den  beiden 
Platten  Jer  EyschalenhauL  Bei  bebrüteten  Ey- 
ern  wird  der  Raum  immer  gröfser  a),  indem 
die  Ausdünstung  des  Eyweifses  durch  die  JBrut- 
wärme  vermehrt  wird.  Die  in  dem  Raum  ent-» 
hakene  Luft  oxydirt  das  in  den  fivhäuten  cir- 
culir ende  Blut  des  sich  bildenden  Foetus;  wo- 
von später  die  Rede  seyn  wird.  ' 

a*:j  . , -jnc;.  u*       •**  *  tu  \"  ■ 

'  4  ftÜf  mxtfs'  hier  noch  eute  Erscheinung  anfahren, 
welche  man  an  den  Eyenj  wahrnimmt.  Wenn  man 
nämlich  den  spitzen  TheU "  eines  Eyes  an  die  Zunge 

v$fa&.l^'i$-.^l$n&. man  al?er  danB 

■  j.',    ,  .,   ■       .L  ■  ■■■  i  .r.  •  ,•' 

.Iii»**     .   .  ~  '    •  i 

branas  putaminis;  sed  utraeque  membranac  sicuti  intra 
utc ruin.   sunt  ad   contactum  «I   quameunque  partem  ovi, 

•I.i  >»e  rpst»  c/uidem  obtuso  ovi  vertice  cxcepto :  ita  eaedem 
mmbranae  ad  mutuum  contactum  persutunt  etiara  ad  ob- 
tusum  ovi  ivtrticcm  pott  brave  aliquod  tempons  spatium 
ab  cxclusione:  eo  aqtem  brevi  temporis  ipatio  traasacto, 
forman  lhc^pif  ad  ipsum  obtusum  ovi  verticem  spatium 
fllud,  quod  pupiUam  ovi.  nuncupant,  quod  nihil  aliud  est» 
quam  spatium,  quod  producitur  intcr  utramque  exposita- 
rum  membranarum ;   quarum  altera  persistit  ad  contactum 

,     putaminis altera  verq  ab  cod«m  comactu  truditur  per  ia- 

>l   «fW»«?  «cfiü  etc.  , 

•  •  • 

m)  Vixt  V.  Coiter,  Fabricius  ab  Aquap.,  Harvey,  Bclhni, 
n  Aldcs ,  Mahre  •  Jean  u.  a.  richtig  angegeben  haben. 


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I 


den  stumpfen  Theil  an  die  Zange,  so  flShlfc  dieser  sich' 
warm  an.  Diese  Erscheinung  rührt  wahrscheinlich  da- 
her, dafs  das.  den  sf>it*en  Theil  des  Eyes  austollende 
Eyweifs  ein  besserer  Wärmeleiter  ist,  als  die  in  dem 
stumpfen  *f  heil  befindliche  Luft ,  jenes  entzieht  der  Zun- 
ge mehr  Warme, -als  üeäe,  und  daher  mag  das  Gefahr 
von  Kälte  und  Wärme  an  den  entgegengesetzten  Enden 
des  Eyes  henuhren.  \  ' , 

......    .».i  .  .     .  .         .  •  ■    i  1 


$  45- 


»  j 

Jv*  Hl» 

.j 


An  der  innefcn  Fläche  der  EyschaJenhanfc 
liegt  das  durchsichtig^,  etwas  gelblich  weifse, 
klebrige  und  zähe  Jlyweifs  a),  welches  den  Dot- 
ter umgibt  Mari  unterscheidet  zwei  Lagen 
von  Eyweifs,  das  äufsere  und  das  innere  Ey* 
weife  b),  welche  rrian , an  frischen  Eyefn  leicht 
unterscheiden  kann.  Deutlicher  noch  erkennt 
man  sie  in  hartgesottenen  Eyern,  wo- sie  zwei 
das  Eygelb  umgebende*  Rinden  bilden.  Das  äu- 
ßere Eyweifs  ist  flüfsiger  und  wasserreicher  als 
das  innere  Eyweifs;  es  bildet,  in  einer  zarten, 
durchsichtigen  Haut  eingeschlossen,  eine  "dünne 
Lage  um  das  innert  Eyweifs.  Wenn  maii  ein 
Ey  öffnet  so  fliefst1  es -zuerst  aus.   In  frisch  ge- 


i)  to  Xtvnov  oder  to  T»  e*v  \ev*Ofita  bei  Aristoteles . 
OpvCjos  yaAa;  Qvji  albus  liquor,  ovi  albitudo  bot  Pli- 
nius;  ovi  candidum;  ovi  albor;  ovi  albura:  albamentuin ; 
Aldrovand  Albuinen. 


hat  zuerst  Harvey  angegeben,  de 
Generat.  p.  41.  Ego  vefo  in  ovo  gallinaceo,  aon  modo 
varium  albumen  observavi,  sed  etiam  duplex;  utrumque 
propria  mcmbiaju  involotum. 


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« 

legten  Byern  ist  es  in  größerer  Menge  vorhan- 
den als  in  alten  Eyern,  weil  bei  letzteren  schon 
ein  Theil  durch  die  Poren  der  Eischale  ver- 
dunstet ist.  Das  innere  Eyweifs  ist  viel  con- 
sistenter  und  in  gröfserer  Menge  vorhanden, 
als  das  äufsere;  in  frisch  gelegten  Byern  ver-r 
hält  es  sich  zu  dem  äufsern  ohngefähr  wie  vier 
bis  fünf  zu  eins.  Auch  das  innere  Eyweifs  wird 
von  einer  dünnen  und  durchsichtigen  Haut 
(Membrana  albuminis)  umgeben,  welche  gegen 
das  spitze  Ende*  des  Eyes  eine  Verlängerung 
bildet,  die  ziemlich  fest  an  der  Eyscbalenhaut 
anhängt*  Man  kann  diese  Verlängerung,  wel- 
che ich  in  frischen  Eyern  sehr  constant  gefun- 
den habe,  das  Band  des  Eyweifses  (Ligamen- 
tum albuminis)  a)  nennen.  Das  Eyweifs,  wel- 
ches dem  Blutwasser  ähnlich  ist  b),  besteht  nach 
den  chemischen  Untersuchungen  Fourcroy's  c)9 
Parmentiers  d),  Bostock's  e)  und  Thomson's  /) 
aus  80  Theilen  Wasser,  15  Theilen  Eyweifs- 
»toff  und  4  Theilen  Schleim.  Auch  enthält  es 
etwas  kohlensaures  Natrum,   denn  das  frische 

.        J.  \  ■  , 

M«)  S.  Graf  von  Tredcrn  hat  dieses  Band  zuerst  beschrie- 
ben, in  f.  Diiiertatio  sistens  ovi  avium  historiae  et  ineu- 
bationis  Prodromum.    Jenae  1808.  4  P-  5-  ei  ist  gut  ab* 

gebildet  fig.  2.  *  7 

■ 

.tat)  C.  W  Poerner  Experiment»  de  albuminis  ovorum  et  seri 
i   sanguinis  convenientia.  Lipi.  1754-  4«  '  »>t  4  0 

•  tu"«-  /  i...  .vc  ;  -  «-         .  >  »re 

e)  a.  su  O.  T.  10.  p.  307.  .rr  };j 

d)  Im  Journal  de  Phpique  T.  38-  f-  „,.,  {h 

e)  In  Nicholson'«  Journ.  T.  11.  p.  246.  T.  14.  p.  *!* 

/)  t,  a.  O.  T.  9.  p.  214*  .     v    rr  ...  \<  . 


V 

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Byweifs  färbt  die  blauen  Pffanzensafte  grün. 
Ausserdem  enthält  es  .noch  eine  ganz  geringe 
Quantität  Schwefel,  der  .aber  ein  Bestandteil 
des  eigentlichen  EyweifsstofFes  zu  sey n  scheint; 
ein  Theil  desselben  entbindet  sich  beim  Kochen 
der  Byer  mit  etwas  Wasserstoffgas  und  ent- 
weicht  als  Hydrothionsäure ,  die  sich  durch  den 
Geruch  verräth.  Auch  will  man  endlich  Ben« 
zoesaure  in  dem  Ey weifs  gefunden  haben* 


Der  Dotter  oder  das  Eygelb  a),  welches 
die  Gestalt  einer  Kugel  hät,  liegt  innerhalb  des 
zweiten  Byweifses  b)9  jedoch  nicht  ganz  in  der 
Mitte  des  Eyes,  sondern  gewöhnlich  dem  stum- 
pfen Ende  des  Eyes  näher  ab  dem  spitapen.  *£* 


es  vermittelst  zweier,  nachher  zu  beschrei- 
benden Stränge,  Hagel  genannt,  an  das  Ey  weift 
befestigt  ist  Die  eigentliche  mehr  oder  weniger 
gelb  gefärbte  Substanz  des  Dotters  ist  in  der 
zarten,  weichen  und  etwas  durchsichtigen  Dot- 
terhaut c)  enthalten.  Im  ganz  frischen  Zustand 


Innern  des  Eyes,  weil 


vor;  bei  Aristoteles  ro  x^wPov  >  TO  <*>XP°v>  T0  Acku- 


$ör;  bei  Ptinius  Vitellus  genannt. 


jori,  terra  in  centro  posita,  aqua  et  aere  circumdatur, 
ita  pariter  vitellus,  ovi  pars  terrestrior,  duobus  albumini» 
bus,  crassiore  et  tenuiore  ambitür. 


•)  Membrana  vitetti.   U  capsüle  sk  jaune  vori,  Vicq  d'Alyr 


genannt. 


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9* 

erblickt  man  auf  de/*  Ddtterhaut  einen  milch- 
weißen schmalen  Streifen  a),  welcher  sich  von 
der  Insertion  des  einen  Hagels  bis  zu  der  des 
andern.  Hagels  fortsetzt,  und  so  eine  Art  von 
Giirtel^  um  das  Eygelb  bildet.  Die*  Eyer  der 
Wasservögel  sind  dadurch  von  denen  der  Land- 
vögel verschieden,  dafs  sie  mehr  Eygelb  als 
Byweifs  enthalten  b).  Der  Dotter  besteht  aus 
Wasser,  Oel,  Byweifsstoff  und  etwas  Gallerte.: 
Wenn  man  das  Eygelb  verbrennt,  so  bleibt  ein 
kleines  Residuum  von  phQsphorsaurer  Kalkerde 

und  Sode« 

»  •  '  ,i 

«   •  M  '  I 

•    '  5-47- 


t    _ 

An  den  beiden  gegen  die  Enden  des  Eyes 
gekehrten  Flächen  des  Dotters,  jedoch  nicht 
ganz  in  der  Mitte  oder  an  den  Bolen,  sind 
zwei  weifsliche,  gallertartige,  beträchtlich  con-> 
sistente  Stränge  befestigt,  welche  man  Hagel  c) 
nennt.  Die  beiden  Hagel  sind  nicht  gleich  dick, 
Bondern  derjenige  Hagel,  welcher  gegen  die 

«)  Von  Vicq  -  d'Azyr  Zone  ou  bände  circulaire  genannt. 

h)  Wie  Aristoteles  sejion  richtig  angegeben  hat.  Hist.  Anim. 
L.  p.  Li.  2. 

r.i  .  :     ,  :       .  t 

s)  xa^a^ai  hei  Aristoteles  genannt.  Gramkes  von  Pli- 
niiis.  Chalazao,  Tractus  albuoiinosi,  Columnae  albumino- 
sae,  Appendices  albuminis.  Lei  ligamem  suspenseurs  du 
jauoe,  bei  Vicq  -  d'Azyr.  L'alburocn  centrale  ob  le  troi- 
sieme  Albuinen  von  Lc'veille" genannt;  in  t.  Schrift:,  Dis- 
sertation physiologique  sur  la  Nutrition  des  Foetus  con- 
ftidpeY  dans  ics  Mammifcw  et.  dafts  Jcs :  Öiseaux.  Paris 
an  7.  in  8»  *  "n 


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»3 

Spitze  dei  Ryei  sieht,  ist  dicker  al$  der, 
welcher  gegen  den  stumpfen  Theil.dei  fiyes 
gerichtet  ist»  Beide  Hagel  sind  durch  den  zu- 
vor  genannten,  feinen ,  weifslichen  Streifen,  wel- 
cher den  Dotter  in  Form  eines  Gürtels  umgibt,» 
mit  einander  Verbunden.  Dieser  Gürtel,  wel- 
chen man  nur"  an  ganz  frischen  Byem  erken> 
nen  kaniiy  theilt  den  Dotter  von  aufsen  in  zwei 
ungleiche  Hälbkugeln,  die  sich  ohngefähr  wie 
»go  zu  ibo  verhalten»  Auf  der  kleineren  Halb- 
kugel befindet  sich,  der  späterhin  zu  bfschrei- 
bende  Flecken,  der  sogenannte  Hahnentritt  (Ci- 
catricula).  Die  Hagel,  welche  man  so  wobt  in 
befruchteten  ,als  nicht  befruchteten  Eyern  fin- 
det, scheinen  der  äufseren  Form  nach  aus  ei- 
ner Reihe  oder  Kette  von  mehreren  gallertarti- 
gen Körnern  zu  bestehen,  welche  fast  die  Ge- 
stalt von  Hagelkörnern  haben,  daher  auch  ihr 
Name»  Alkin,  wenn  man  die  Hagel  genauer 
betrachtet,  so  findet  man,  dafs  sie  eigentlich 
nicht  aus  einer  Reihe  von  Körnern  bestehen, 
sondern  dafs  sie  spiralförmig  gewundene  Stran- 
ge sind ,  welche  an  der  Dotterhaut  befestigt  ßind, 

und  allmählig  dünjier  werdend  in  mehrere  feine 

•*♦»  •  ■  <        . '  , '  , 


ä)  Harvey  a.  a.  O.  p.  45*  fagt  irrig«  Earum  altera  major 
est,  et  longius  a  viteUo  versus  obtusum  ovi  cacumen  pro- 
tendituf:   altera  minor,  a  viteUo  inferius  venös  parte m  • 
ovi  acutam  porrigitur. 

Bellini  a.  a.  O.  p.  52.  sagt:   Chalaia  longtor  pertinet 
ad  verticem  acutum  ovi ,   et  partem  ejus  acuto  vertici  rc- 
spondentem;   chalaza  Vero  brevior  pertinet  ad  angulum  \ 
obtusum,  et  partem  ovi  respondentem  eidem. 

Die  Hagel  sind  gut  abgebildet  in  des  Grafen  Tredern 
angeführter  Dissertation  Tab.  1.  f.  2.  . 


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94  ' 

JFa den r oäer  Rohrcheri  ausstrahlen,  die  sich  so- 
wohl in  das  innere  als  in  das  äussere  Byweifs 
•verbreiten.  Die  Stränge  sind  hohl  ü)  und  mün- 
den mit  ein£r  kleinen  Oeffnung  in  die  Höhle 
«ler  Dotterhaut  ein«.  Ich  habe  mehrmals  diese 
kleine  Oeffnung  an  der  inneren  Flache  der  Dot- 
•terhaut  gesehen,  auch  ist  es  mir  einigemal  ge- 
glückt eine  feine  Sonde  in  den  Kanal  der  ent- 
wickelten Stränge  einzubringen.  Die  Punktion 
der  Hagel,  worüber  verschiedene  Meinungen 
aufgestellt  worden  sind  b) ,  scheint  nicht  blofs 


~  •  •  •  *  ■  <*  i.  i  * 

a)  Leveille  a.  a.  O.  mafst  sich,  die  Entdeckung  2u,  dafs  die 
Hagel  hohl  sind,  indem  er  sägt:  Chaque  rjörtion  de  1*AI- 
bumen  troisieme  est  traversc'e  par  uii  cordon  auquel  on 
n'a  pas  encore  fait  attention,  et  qui,  jusqu'alors  n'a  cn* 
core  ecrit  que  par  noui.  Hierin  irrt  er,  denn  schon  Bei« 
lini  kannte  diesen  Kanal ,  er  hat  ihn  a.  a.  O.  beschrieben. 

b)  Aristoteles  Hiit.  Anim.  L.  ß. C  2.  tagt:  Grandines  au- 
fem  dictae,  quae  initio  vitelli  a<ibaerent,  nil  ad  generatio- 
riem  conlerunt    Quamquam  aliqui  ita  non  existitnant. 

:    .  .  -  .  . 

Ui.  Aldrovand  hielt  die  Hagel  für  den  männlichen  Saa- 
men,  Ornithologia  edit.  Francof.  p.  99.  Hanc  (grandi- 
nem)  autem  Aristoteles  putat  nihil  conferre  ad  generatio* 
nem:  quae  res  veritati  refragari  videtur,  cum  ova  quae 
ca  careot,  omnia  infoecunda  sind,  quare  ego  eam  cum 
spermate  eandem  esse  credo. 

Fabricius  ab  Aquapendente  verwirft  mit  Recht  die  Meinung 
Aldrovands  a.  a.  O.  p.  16.  Neque  vero  illud  esse  galli 
Semen  opinandum  est,  quod  vulgares  homines,  potissimum 
autem  mulierculae  in  ovo  passim,  la  galladura,  appelli* 
tant,  quae  in  ovi  summitate  consistit,  propterea  quod  haec 
corpora  chalazae  sunt,  quae  in  ovis  gallum  tum  expertis, 
tum  non  cxpertU  iniunt. 


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SS 

die  Befestigung  des  Dotters  in  deiner  Lage  zu 
seyn,  sondern  es  scheint,  dafs  das  Ryweifs 
durch  sie,  während  der  Bebrütun^und  Bildung 
des  Foetus,  in  die  Dotterbaut  geleitet  und  der 
Substanz  d£s  Dotters  beigemischt  werde  a)y  denn 
wir  werdien  späterhin  sehen,  dafs  die  Masse  des 
Eyweifses  während  der  Bebrütung  und  Bildung 
des  Foetus  abnimmt,  die  Masse  dt»  Doltefis  aber 
zunimmt  Diese  Erscheinung  ist  'nur  dadurch 
erklärbar,  dafs  das  Eyweifs 'durch  die  hohlen 
Fad^n  und  Kanälehen  d£r  Hagel  aufgesogen  und 
in  die  Höhle  der  Dotterhaut  geführt  wird. 

* 

-   :'  '•'  <  $•  4«.  ,     ,  . 

V  '  ■  -  •  •  »J 

Endlich  erblickt  man  auf  der  Haut  des  Dot- 
ters, fast  in  der  Mitte  der  kleinen  Hemisphäre, 
einen  kleinen  runden ,  fast  milchweifsen  Flecken, 
bei  Hübnereyern  meistens  von  der  Gröfse  einer 
Linse.  Dies  ist  der  sogenannte  Hahnentritt  >lf)> 

Harvdy  a.  a.  O.  p*  6b.  tagt:  Ego  vero  gestio,  nulluni 
esse  alium  chalazarum  uium,  praeter  cum,  quem  dixi: 
nempc  ut.sint,  tanquam  poli  istiuf  microcosmi,  et  con- 
ttcxiones  omnium  mcmbranarum  convolutae,  et  contortae, 
qutbus  liquores  non  modo  suis  quique  locis  conservantur, 
sed  dftbitam  quoque  invicem  positioncm  retineant. 

Needham,  de  formato  foetu  p.  38*  *agt:  Chalazas  con- 
sulto  omitto,  qnae  revera  humores  non  sunt,  multo  mi- 
nus galli  lernen,  aut  puili  exonjium,  sed  vitelli  in  oti 

centro  suspensi  sustentacula. 

■  t  i  

«)  Diese  Meinung  hat  auch  Leveille  a,  a.  O.  aufgestellt. 

h)  Punctum  s.  Orbiculus  V.  Coiteri,  Cicatricula  s.  macula 
Fabricii  ab  Aquapendente ,  Cicatricula  s.  Circulus  albus 


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9« 

oder  die  Narbe.  Er  ist  sowohl  in  bebrüteten 
als  nicht  bebrüteten  Byern  mit  einigen  weifsli- 
,chett  Kreisen-  a)  umgeben.  Man  w3l  zuweilen 
auf  einem  Dotter  zwei  b)  Narben  beobachtet 
haben.  Die  Narbe  findet  sich  auf  dem  Dotier 
•aller  Bjcr,  auch  selbst  in  den  nicht  befruchte- 
ten c).  Ja  sie  ist  schon  auf  den  noch,  an. 
dem  Byersfocke  hängenden  Dottern  d)  zu  er- 
kennen, und  ich  habe  sie  wiederholt,  selbst  auf 
den  kleinsten  Dottern,  mit  Hülfe  eines  gufeeij 
Microscops  erblickt.  Sie  hat  die  Form  eines 
kleinen  zusammengedruckten,  mit  einer  weife* 


Harvaei,  Cicatricula  s.  circuJaris  macula  Malpighii,  Macu- 
h    la  albicans  Vcslingii.    La  cicatricule  ou  le  germe  de  Vicq- 

"   "  «TAiy'r.  .  " 

•  -  «)  Halonct  ».  chrculL    ■  »-.'i  .  i,  ,  u  t 

» .  . .  * 

h)  Fabricius  ab  Aquap.  a.  a.  Ö.  p.  13«    Eam  (cicatrieulam) 

in  magno  vitcllo  duplicem  aliquando  observavimus ,  alte- 

ram  ahcri  satis  piopinquam ,  et  alteram  altera- minorem  etc. 

.  <)  Härvey  fand  "die  Cicatricula  an  dem  Eye  eines  Kasuars, 
der  sich  nicht  begattet  hatte  a.  a.  O.  p.  19.  Ex  his 
ovis,  unum  peperit  integrum,  quod  aperui,  et  perfectum 
inveni;  albumen  nempe  lureo  circumfusum ,  cum  chalazis 
sive  grandinibus  utrinque  annexis,  et  cavitate  exigua  in 
obtuso  cacumine;  aderat  ctiam  cicatricula,  sive  macula 
albicans. 

d)  Harvey  a.  a.  O.  p.  46.    Macula  omnibus  ovis  inest, 
ctiam  a  prima  cor  um  origine  in  vitellario. 

•  '  •  • 

Graf  Tredern  hat  die  Narbe  an  einem  Dotter  abgebil- 
det, welchtr  sich  noch  im  Eyerstocke  befand,  a.  a.  O. 
T.  1.  f.  1.  und  auf  dem  Dotter  eines  geöffneten  Eys 

fi8.  a. 

•  / 

/ 


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97 

liehen  Flüssigkeit  angefüllten  Bläschens»  Ich 
halte  sie  a)  tür  das  eigentliche  Bychen  (Ovu- 
lum),  aus  dessen  Substanz  sich  der  Foetus  bildet, 
wenn  nämlich  das  By  befruchtet  ist.  'Alle  andere 
Flüssigkeiten  desByes  sind  blofs  als  Ernährungs- 
substanzen zu  betrachten,  die  während  der  Bil- 
dung und  dem  Wachsthum  des  Foetus  verzehrt 
und  in  die  Masse  des  sich  bildenden  Foetus  auf- 
genommen und  verwandelt  werden.  Hiefür 
spricht  namentlich: 

1)  das  constante  Vorhanden seyn  der  Narbe  in 
allen,  auch  selbst  in  den  frühesten  Eyern, 
während  sie  noch  am  Eyerstocke  hängen; 

2)  dafs  ich  wiederholt  in  der  Narbe,  sowohl  in 
bebrüteten  Hühner  -  als  Enten-Eyern,  die  ersten 


«)  Fabricius  ab  Aquap.  a.  a,  Ö.  p.  1$.  sagt:  Cicatriculam 
existitnavimus  esse  ipsius  pedunculi  separationis  vestigium. 

Harvey  a.  a.  O.  p.  45.  tadelt  ihn  defs  wegen  mit  Recht: 
Fallitur  Fabricius  dum  putat,  hanc  maculam  esse  dunta- 
xat  abrupti  pedunculi  vestigium,  quo,  in  ovario,  ipsi  ra- 
cemo  appendebatur  vitellus.  Pedunculus  enim  (ut  ipse 
agnoscit)  cavas  est  et  vitcllo  appropinquans  dilatatur,  ut 
ipsum  totum  ambiat  et  tanquam  in  sacculo  contineat;  non 
autem  Uli  (ut  pedioli  pomorum  aliörumque  fruetuum)  in- 
figitur  ut  ita  abruptus  vestigium  sui  relinquat.  Quöd  si 
aliquando  in  magno  virello  {ut  Fabrictus  refert)  duplicem 
maculam  conspexeris:  causa  monstrf  forsitam  fuerit,  et  du- 
plicati  foetus,  (ot  postea  dicetur)  non  autem  duplicts  pe- 
dunculi inirium.  Plurimum  vero  hallucinatur,  dum  cica- 
triculam hanc  nuUi  usui  inservire  credit:  est  enim  praeci- 
pua  totius  ovi  pars,  cujus  gratia  reliquae  omnes  efforman* 
tur,  et  ex  qua  pullus  origincm  suam  ducit.  Parisanus 
quidem  perperam  hanc  esse  galli  semen  contendit. 

7 


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98 

Spuren  des  Embryos  bemerkt  habe.  Eine  Be- 
obachtung welche  mit  den  früheren  Untersu- 
chungen eines  Caspar  Friedrich  Wolff  a)  über- 
einstimmt, den  icn  hier  allein,  als  hinlängli- 
che Autorität,  anfuhren  kann. 

Mehrere  Naturforscher,  welche  Untersu- 
chungen über  die  Bildung  des  Foetus  im  Eye 
angestellt  haben,  besonders  Malpighi  b),  wollen 


0)  Theoria  GeneraUonis  Halae  l*7"J$.  8-  cd*  n°va  p.  100 
und  p.  102 :  Centro  (areac  maculae)  innascitur  embryo. 
abgebild.  Tab.  1.  f.  1.  macula  ex  ovo  nondum  ineubato 
lit.  c  Centrum  cui  innascitur  embryo,  roateria  alba  re- 
pleta ,  ex  mineribus  globulis  refertum. 

De  Formatione  Intestinorum  Obf ervatioocs ,  in  ovit 
ineubaris  intistutae.  in  d.  Nov.  Commentar.  Petropol.  T. 
12.  p.  421 :  Nunquam  primo  ineubationis  tempore  embryo 
apparet,  quin  baec  «mul  circa  cum  immediate  areola  ob- 
longa  pellocida  quoque  appareat  et  a  reliqua  area  vascu- 
losa  se  distinguaf.  Haec  eo  tempore  vasa  nondum  habet, 
sed  sub  specie  maculae  albae  apparet,  unde  macula  quo- 
que optimo  jure  hoc  tempore  vcl  cicatricula  ab  autoribus 
vocari  soler ;  sed  colbr  ejui  albus*  facile  tarnen  discrimen 
reddit  inter  aream  vasculosam,  seu  maculam,  et  areolam 
pellucidam,  inferiorem  illiua  partem,  et  embryonem  imme- 
diate continentem,  utpote  quae  ob  pellucidatem  obscurior 
potius  apparet,  et  quasi  innane  spatium. 

Auch  Harvcy  a.  a.  O.  und  Malpighi  de  formatione 
pulli  in  d.  Oper.  omn.  T.  2.  p.  54*  stimmen  darin  über- 
ein, dafs  sie  sagen:  Inter  partes,  quibus  Ovum  integra- 
tur,  Cicatricula  seu  circularis  macula,  primum  locum  ob- 
tinet,  in  cujus  enim  gratiam  reliqua  coroprodueta  videntur. 

*)  De  format.  pulli  a.  a.  O.  p.  54.  f.  1.  2.  und  in  Append. 
de  ovo  ineubato  ebend.  p.  76,  f.  1. 


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39 

in  dem  Centro  der  Narbe  befruchteter,  jedoch 
noch  nicht  bebrüteter  Eyer,  die  Spuren  des  klei- 
nen Embryos  gefunden  haben.  Ja  Haller  und 
Bonnet,  diese  eifrigen  Vertheidiger  der  Evolu- 
tions -  Theorie,  versichern  sogar,  dafs  man  die 
Spuren  des  Embryos  ebensowohl  in  der  Narbe 
der  befruchteten  als  nicht  befruchteten  Eyer  be- 
merken könne;  welches  jedoch  nach  den  Un- 
tersuchungen aller  neueren  Naturforscher  durch- 
aus  unrichtig  ist.  ■  v 

i 

Anmerkung. 

Bellini  glaubte ,  durch  mehrere  Versuche  oder  yiek 
mehr  durch  die  Folgerungen,  welche  er  aus  denselben 
z°g»  getäuscht,  dafs  die  Cicatricuia  in  gekochten  fri- 
schen Eyern  die  Oberfläche  des  Dotters  verlasse  und 
sich  in  dessen  Mittelpunkt  begäbe;  in  gekochten  bebrü- 
teten Eyern  aber  bleibe  sie  auf  der  Oberfläche.  Meh- 
rere Naturforscher  a)  haben  versucht  diese  Erschei- 
nung zu  erklären.  Endlich  haben  sich  die  Turiner  4ka- 
demisten  b)  durch  öftere  Wiederholung  der  BeJlinisohen 
Versuche  überzeugt,  dafs  die  Cicatricuia  eben  so  we- 
nig in  den  gekochten  frischen  Eyern  wie  in  den  be- 
brüteten Eyern  die  Oberfläche  des  Dotters  verlasse, 
und  dafs  der  weifsliche  Korper,  welchen  Bellini  im  Mit- 
telpunkt des  Dotters  gefunden  und  für  die  Cicatricuia 
gehalten  hatte,  nichts  weniger  als  die  Cicatricuia  sey, 
sondern  eine  blofse  geronnene  eyweifsartige  Masse. 


«)  Unter  andern  Paul.  Bapt.  Balbi  De  Bellineano  problemare 
circa  ovi  cicatriculam ,  in  d.  Commcnt.  Bononiero.  T.  2. 
P.  I.  O.  p.  85-  P.  2.  O.  p.  369. 

i)  De  Belliniano  problemare,  seu  de  ovorum  elixatorum  Cr 
catricula  in  den  Mise.  Soc.  Taurinensii  T.  1.  O.  p.  3. 

2  * 


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loa 


Fünftes  Capitel. 


Von  der  Bildung  des  Eye*  in  den  weiblichen  Gs- 


A-^ie  ersten  Spuren  der  Dotter  findet  man  in 
dem  Everstock  in  Form  von  sehr  kleinen  Körn- 
eben  oder  Kügelchen.    Sie  sind  in  einer  gefäfs- 
reichen  Haut  (Calix)  enthalten,  welche  mittelst 
eines  Stielchens  am  Eyerstock  hängt,  wie  ich 
schon  im  Capitel  von  den  weiblichen  Genitalien 
(§-  5^9-)  angegeben  habe.    Jeder  Dotter  bildet 
eine  kleine  Blase,  in  welcher  eine  milchige  Flüs- 
sigkeit enthalten  ist,   die  nach  und  nach  eine 
gelbe  Farbe  annimmt,  so  wie  der  Dotter  gröfser 
wird.    Die  Narbe  (Cicatricula)  fand  ich  immer 
an  den  noch  sehr  kleinen  Dottern,  in  Form  ei- 
nes weifsen  Fleckens  oder  zusammengedrückten 
Bläschens,  an  derjenigen  Stelle,  wo  def  Dotter 
zunächst  mittelst  des  Stielchens  am  Ovario  hing. 
Ich  vermuthe,  dafs  die  Cicatricula  den  Ovulis 
Graafianis  bei  den  Säugthieren  analog  ist,  dafs 
sie  der  zuerst  gebildete  Theil  des  Byes  ist,  und 
dafs  der  Dotter  mit  der  Dotterhaut  von  den  Ge- 
fallen des  Eyerstocks  gebildet  wird.    Die  Dotter 
wachsen  zur  Legezeit  ungemein  schnell.  Ich  fand 
in  einer  Henne,  welche  regelmässig  einen  um 
den  anderen  Tag  legte,  am  folgenden  Tag  nach- 
dem sie  zuletzt  gelegt  hatte,  ein  fast  ganz  aus- 
gebildetes Ey  im  unteren  erweiterten  Ende  des 
Kyerleiters  und  drei  schon  beträchtlich  grofse 
Dotter  am  Umfange  des  Eyerstocks  ansitzend. 


nitalie  tu 


§.  49. 


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101 

Der  grofste  Dotter  wog,  wie  der* im  ausgebil- 
deten Eye  enthaltene,  160  Gran,  er  war  also 
vollkommen  reif;  der  darauf  folgende  Dotter 
wog  85  Gran  und  der  dritte  wog  nur  30  Gran. 
Demnach  also  mufste  der  zweite  Dotter,  um  die 
Gröfse  des  ersten  reifen  Dotters  zu  erhalten, 
binnen  ohngefähr  36  Stunden  um  75  Gran  an 
Gewicht  zunehmen;  und  der  dritte  um  die  Grö- 
fse des  zweiten  zu  erreichen  um  55  Gran.  Das 
gleiche  Gewicht  des  in  dem  Eye  enthaltenen  und 
des  gröfsten  am  Eyerstock  hängenden  Dotters 
beweist  r  dafs  der  Dotter  im  Eyerstock  seine 
vollkommene  Ausbildung  erreicht  und  dafs  er 
während  seines  Durchgangs  durch  den  Eyerlei- 
ter  nicht  weiter  an  Gewicht  zunimmt 

An  dem  Kelch  des  vollkommen  reifen* Dot- 
ters erblickt  man  einen  weifsen  glänzenden  Strei- 
fen. Dies  ist  die  Stelle  wo  der  Kelch  zerreifst, 
tim  den  Dotter  in  die  weite  trichterförmige  Mün- 
dung des  Eyerleiters  übergehen  zu  lassen.  Wahr- 
scheinlich richtet  sich  die  Mündung  des  Eyer- 
leiters durch  eine  Art  von  Turgescenz  gegen 
den  Eyerstock  auf,  um  den  aus  dem  Kelch  her- 
vortretenden Dotter  aufzunehmen  a).  Es  ereig- 
net sich  bisweilen,  dafs  der  Dotter  nicht  von 
dem  Oviductus  aufgenommen  wird,  und  dafs  er 
dann  in  die  Bauchhöhle  gelangt.  Ich  habe  zwei 
Fälle  der  Art  beobachtet,  in  welchen  sich  um  ' 


ä)  AI.  Monro  der  altere  sagt  in  s.  Versuch  einer  Abhand- 
jung über  vergleichende  Anatomie,  deutsche  ücbers.  Ger- 
fingen  1790.  p.  §<>:  Die  Ocffnung  der  Mutter  ist  vom 
Eyerstock  abgekehrt.  Aber  dem  ohngeachtet  kehrt  sie  siel» 
durch  die  Macht  des  Orgasmus  venereus  um,  und  fingt 
den  Dotter  auf  u.  s.  vr. 


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den  in  die  Bauchhöhle  gelangten  Dotter  eine 
grofse  Menge  einer  gallertartigen,  dem  Eyweifse 
ähnlichen  Flüssigkeit  gebildet  hatte.  Die  Hen- 
nen, in  welchen  diese  Art  von  ßauchsjch wanger- 
schaft  vorkam,  waren  beide  äusserst  mager  und 
an  einem  Zebrfieber  gestorben.  Die  leeren  Kel- 
che welken  und  schrumpfen  zusammen.  Sie 
scheinen  gröfstentheils  resorbiert  zu  werden, 
wenigstens  fand  ich  in  einer  Henne,  welche 
schon  seit  vier  Wochen  einen  um  den  andern 
Tag  gelegt  hatte,  nur  fünf  verschieden  grofse 
de^licbe  Stellen,  an  denen  Dotter  befestigt  ge- 
wesen waren,  die  übrigen  Stellen  waren  be- 
reits verschwunden. 


•  §.  50. 

Der  an  den  beiden  grofsen  Luftbehältern  des 
Bauchs  liegende  Byerleiter  ist  während  der  Le- 
gezeit ungemein  blutreich»  Die  in  den  oben  ge- 
nannten Luftbehältern  enthaltene  eingeathmete 
Luft  scheint  zur  höheren  Oxydation  des  in  den 
Gefäfsen  des  Eyerleiters  circulierenden  Blutes 
vieles  beitragen,  und  es  dadurch  zur  Absonde- 
rung des  am  Faserstoff  so  reichen  Byweifses  ge- 
schickt zu  machen.  Die  Gefäfse  der  an  der  in- 
neren Fläche  des  Eyerleiters  befindlichen  ge- 
schlängelten und  etwas  spiralförmig  gewundeneil 
Falten  sondern  das  fiyweifs  ab.  Dies  ist  aber 
nicht  bereits  abgesondert  in  so  grofser  Menge 
vorhanden,  dafs  es  sich  nur  an  den  im  Durch- 
gang begriffenen  Dotter  anlegt,  sondern  es 
scheint,  dafs  der  Dotter  erst  die  Gefäfse  zur  Ab- 
sonderung des  Byweifses  reizt.  Die  Bildung  und 
Anlegung  des  Byweifses  an  den  Dotter  geschieht 
wahrscheinlich  nicht  durch  eine  blofse  mecha- 


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nische  Juxtaposition,  wie  Fabricius  ab  Aqua- 
pendente  a)  annimmt,  sondern  der  Dotter  scheint 
«ich  hierbei  selbstthätig  zu  verhalten,  es  kommt 
ihm  eine  Art  von  Vegetations  -  Vermögen  zu, 
wie  Harvey  b)  meint,  welches  das  Wach$thum 


a)  a.  a.  iO.  p.  6".  Vitelli  primo  in  virelloruro  ovario,  seil 
racemo  minimi,  ut  sinapis,  miliique  g  ran  um  expullulant; 
inde  majores,  grandioresque,  et  denique  ad  just  am  mag- 
nitudinem  perducti,  a  proprio  pedunculo,  membranaque 
ab  ipso  producta,  separantur,  caduntque  in  infundibulum ; 
et  ab  eo  in  tecundi  uteri  principium  devolutiv  atque  in 
prima  spira  derenti,  chalazas  acquirunt.  (Quod  persuadet, 
quia  chalazae  vitello  valide  nectuntur.)  Inde  seroim  des- 
cendentes  dum  per  secundi  uteri  spiras  volurantur,  jarn 
undique  albumen,  quod  in  intern is  plicis  reservatür,  iiiist 
apponitur,  adhaerescit,  et  quodammodo  incrustatur;  nam 
hoc  modo  fieri  albuminis  circa  vitellum  appdstlionem ,  et 
applicationem,  adhaerentiamve,  ovum  coctum  durum,  in. 
dicio  est;  in  quo  ejus  modi  laminas,  seu  orbes*  seu  cru- 
stas  apparere  omnibus  pateK 

» 

b)  De  Generat.  p.  33:  Vitellus,  in  racemo,  exigua  dunta- 
xat  papula  est;  sensimque  auctus,  colorcm  et  magnitudt- 
nem  vitclli  adipiscitar;  indequc  abruptus,  per  infundibu- 
lum descendit,  et  per  spiras  cellulasquc  processus  devolu- 
tus,  albumen  induit:  licet  nullibi  (quod  recte  contra  Art« 
stotelem  Fabricius  observavit)  utero  adbaereat,  ncc  per 
vasa  umbilicalia  augeatur;  sed,  ut  piscium,  vel  ranarum 
ova,  foris  ex  aqua  albumina  sibi  parant,  et  circum  vol- 
vunt;  vel,  ut  fabae,  ciceres,  caeteraque  legumina,  et  fru- 
menta,  humore  macerata  intumescunt,  indeque  alimentum 
pullulanti  ex  sese  germini  acquirunt:  ita  similiter  ex  dictis 
uteri  plicis  (tanquam  ex  ubere,  aut  placentae  uterinae)  al- 
bugine  a  humiditate  promanante,  vitellus  sibi  (vegetatior, 
et  innato,  quo  pollct,  calore,  et  facultate)  albumen  quac- 
rit,  et  concoquit. 


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104 


und  die  Bildung  des  Eyes  bestimmt.  Nach  mei- 
nen hierüber  angestellten  Beobachtungen  wach- 
sen zuerst  die  beiden  Hagel  aus  der  Dotterhaut 
hervor,  und  an  diese  legt  sich  nach  und  nach 
das  Ey weifs  an ,  so  wie  der  Dotter  allmählig  in 
dem  Eyerleiter  herabsteigt.  Die  Bildung  des  Ey- 
weifses  ist  gewöhnlich  binnen  achtzehn  oder 
vier  und  zwanzig  Stunden  vollendet.  Die  Fort- 
bewegung des  Dotters  mit  dem  Ey  weils  geschieht 
durch  eine  Art  von  peristaltischer  Bewegung  des 
contractüen  Byerleiters. 


bestehende  Ey  gelangt  in  die  untere  Erweite- 
rung des  ßyerleiters,  in  den.  sogenannten  Ute- 
rus, und  erhält  in  demselben  seine  eigen thiimli- 
-che  Form,  auch  wird  es  hiej  von  der  Eyscha- 
lenhaut  und  von  der  talkartigen  Schale  umge- 
ben a).  Von  der  Form  des  unteren  Endes  des 
Eyerleiters  hängt  die  Gestalt  des  Eyes  ab;  diese 
aber  ist  in  verschiedenen  Vögeln  verschieden , 
z.  B.  in  den  Eulen  ist  der  sogenannte  Uterus 
rundlich,  in  den  meisten  Schwimmvögeln  ist  er 
länglich,  daher  legen  auch  die  ersteren  rundliche 


Das 


a)  Fabricius  ab  Aquapendente  a.  a.  O.  p.  5.  Ubi  autrra 
jam  albuminis  jusra  quantitas  ovo  porrccta  est,  quod  in 
ultima  spira  contingit,  tunc  natura  mcbranas  hunioces  ob« 
volvcntes,  continentcsque  crcat ,  primoque  interiorcm  mol- 
liorem,  tcnuiorcmque ;  roox  illi  proximam  crassiorcm,  et 
firmiorem  desupcr  iuiponit:  ultimo  cortice  obducit, 


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los 

Uterus  die  Form  des  Eyes,  und  diese  selbst  in- 
iluirt  wieder  auf  die  Gestalt  des  sich  im  Eye  bil- 
denden  Foetus.  Die  von  den  Wänden  des  so- 
genannten Uterus  abgesonderte  kohlensaure  und  " 
phosphorsaure  Kalkerde,  woraus  sich  die  Ey- 
schale  bildet,  ist  anfangs  weich,  breyig  und  kle- 
brig d);  sie  legt  sich  in  Schichten  auf  die  By- 
schalenhaut  an,  und  erhärtet  nach  ünd  nach  b). 
J}ie  ganze  Bildung  der  Eyschalenbaufc  und  der 
Eyschale  ist  binnen  zwölf,  höchstens  achtzehn 
Stunden  vollendet.  Die  Menge  der  Kalkerde, 
welche  sich  in  dem  Uterus  legender  Hennen  bil- 
det, ist  ungemein  grofs>  und  erfolgt  sehr  schnell  c)* 


a)  So  fand  lic  auch  Monti;  Commcntar  Bononicns.  T.  4. 
Opus.  p.  334. 

$)  Aristoteles  glaubte  irrig,  dafs  die  Eyer  erst  erhärteten 
nachdem  sie  gelegt  wären;  Hist.  Anim.  Lib.  6.  Cap.  2. 
Cum  vejo  perfectum  fuerit  evum,  absolvitur  atque  ita 
exit,  tempore  procedente  e  molli  mutatum  in  durum. 
Cum  enim  egreditur,  nondum  induruit:  simul  atque  pro» 
dit,  spissatur  ac  durescit,  nisi  morbo  quopiam  praeven* 
tum  sit.  —  De  Generat.  Lib.  3.  C  2.  Quod  enim  cir- 
citer  ambit,  testa  perfecro  jam  ovo  efFicifur:  recte  igitur 
hoc  ita  quaeritur,  »cd  Tatet  primo,  membranarm  möllern 
id  esse,  quod  postremo  testa  crTicitur :  perfecto  enim  ovo, 
durum*  ac  rigidum  evädit  ita  modicc,  ut  exeat  adhuc  molle. 
Dolorem  enim  moveret,  nisi  ita  exiret.  Egressum  statim 
refrigeratum  durarur:  evaporato  humore,  quam  primum 
qut  exigerus  inest,  relictaque  portione  terrena. 

Harvey  a.  a.  O.  p.  47.  bemerkt  dagegen  sehr  richtig : 
In  hac  Aristotelis  sententia  diu  hacseram,  donec  me  ceita 
experientia  contsarium  doeuit.  Quippe  compertum  habeot 
ovum  in  utero,  fere  Semper  diu  cortice  obduetum  esse. 

#)  Vauquelin  Experienccs  sur  les  exeremens  des  poules,  com  - 
pare's  a  la  nourriture  qu'ellcs  prennent;  et  reflexions  sur 


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Irrig  ist  die  Meinung  derjenigen  Naturforscher, 
dafs  sich  die  Eyschale  zum  Theil  aus  der  in 
den  Nieren  erzeugten  Kalkerde  bilde  a). 


la  formation  de  la  cequille  de  Poeuf,  in  d.  Annales  de 
Chemie  T.  29.  N.  85.  p.  3  —  26;  auch  im  Bulletin  de 
la  Societe'  philomat.  Nro.  21.  p.  164*  Ucbersetzt  in  Sche- 
rers Journal  der  Chemie  B  3.  p.  199.  Das  Gewicht  der 
Eyer  ist  nach  Verhältnifs  der  Hühnerart,  des  langsameren 
oder  schnelleren  Legens  und  einer  Menge  anderer  Umstan- 
de  sehr  verschieden.  Doch  glaube  ich  zufolge  einer  ziem* 
lieh  grofsen  Anzahl  von  Versuchen  die  mittlere  Bestim- 
mung auf  58>l'l  Grammen  sitzen  zu  können.  Hat  so« 
nach  eine  Henne  in  6  Monaten,  wie  es  ziemlich  häufig 
geschieht,  130  Eyer  gelegt,  so  hat  sie  in  diesem  Zeitraum 
*]4g6,2z6  Grammen  Stoff  zur  Bildung  dieser  Eyer  her- 
vorgebracht, wovon  man  für  die  Schalen  641,635  Gram- 
men abrechnen  mufs;  es  bleiben  daher  fijr  die  Eysubstanz 
selbst  1333,193  Grammen  übrig,  welches  14  Pfund  15 
Unzen,  1  Drachmen,  8  Gran  beträgt. 

# 

a)  Harvey  de  Generat.  p.  42:  Qucmadmodum  igitur,  in 
omnibus  ferc  liquoribus  terreni  aliquid  inest  (ex  -  gr.  in 
vino,  tartarum;  in  aquis  limus,  aut  sabulum;  in  lixivio, 
sal;  qui,  humido  magnam  partem  exhalante,  concrescit  et 
subsidit)  ita  pariter  sedimentum  album  avium,  una  cum 
urina,  e  renibus  in  doacam  descendere  arbitrarbar,  ovum- 
que  ibidem  eodem  oblini,  et  incrustari,  ut  pavimenta  a 
falconibus,  et  praedictae  Insulae  totum  clivum  gypsari  di- 
ximus:  et  perinde  atque  vasa,  locaque  alia  ubi  crebro 
mtngitur,  flavo  cortice  tegi  solent;  materia  illa  scilicet 
concrescente ,  ex  qua  calculi  in  renibus,  vesica,  aliisque 
corporis  partibus  generantur.  Crcdebam,  inquam,  (prae- 
sertim  Aristotelis  et  Plinii  autoritate  duetus)  ex  hujusmodi 
albo  sedimento,  quod  in  omnibus  oviparis,  (quorum  ova 
duro  cortice  integuntur)  copiose  adest,  ovi  gallinacei  Jcor- 

r 

» 


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io7 

Das  mit  der  erhärteten  Eyschale  umgebene 
und  den  Uterus  bis  zum  Magen  bin  ausdehnende 


ticcm  fieri,  et  ab  ambicnte  frigore  (dorn  exdudirur)  con- 
crescere:  Eandemque  mcam  sententiam,  aliac  quoque  plu- 
Timae  Observation  es  adeo  confirmarunt;   ut  vix  mihi  tem- 

- 

per  cm,  quin  credam,   aliquam  saltcm  testac  partem  inde 
product. 

Vcrumtamcn  (ut  recte  monet  Fabricius)  ratio  omnis  con- 
ricescat  oportet,  ubi  experientia  refragatur.  Vitiumque  hu* 
jus  seculi  est  nimis  familiäre;  phantasmata,  ex  conjectura, 
levique  ratiocinio  (sine  oculorum  testimonio)  nata,  pro 
manifesta  veritate  obtrudere. 

Ein  wahres  "Wort,  welches  leider  auch  auf  unser  Zeit« 
alter  pafst! 

Auch  Vicq-  d'Azyr  muthmafste,  dafs  die  Masse  der  Ey- 
schale  durch  die  HarngefaTse  in  den  Eyerleiter  gebracht 
werde,  im  Esprit  des  Journaux.  Aug.  1*793. 

Vauquelin  hat  in  den  Annales  du  Museum  d'hist.  natur. 
T.  18'  p.  l68*  diese  irrige  Meinung  durch  chemische  Veit 
suche  sattsam  widerlegt.  Mon  intention  n'avoit  pas  e'te* 
d'abord  de  faire  l'analyse  des  coquilles  d'oeufs,  j'avots  eu 
seulement  pour  objet  d'y  rechercher  la  pre'sence  de  l'acide 
urique,  parce  que  dans  l'opinion  oü  j'erois  que  le  carbo- 
nate  de  chaux  des  coquilles  d'oeufs  provenoit  de  l'urine  des 
oiseaux,  il  me  paroistoit  propable  que  l'acide  urique  qui 
est  bien  certainement  forme  par  l'action  des  reins,  s'y 
trouveroit  aussi.  L'cxistence  d'une  petite  quantite  de  car- 
bonate  de  chaux  dans  les  exeremens  des  oiseaux  avoit  en- 
core  rendu  cette  opinion  plus  vraisemblable.  Mais  toutes 
ces  probabilites  se  sont '  trouvees  eu  defaut,  car  quels 
qu'aient  e'te'  les  moyens  embloyes,  il  m'a  e'te'  impossible  de 
demontrer  la  moindre  trace  d'aeide  urique  dans  les  co- 
quilles d'oeufs. 

1 

4 

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loß 

Ey  ist  mit  seinem  stumpfen  Ende  gegen  den 
Byerleiter  und  das  Orarium  gekehrt,  mit  dem 
spitzen  Ende  aber  gegen  die  Mündung  der  Schei- 
de und  gegen  die  Kloake.  So  habe  ich  es  bei 
wiederholter  Zergliederung  von  Hühnern  gefun- 
den. Durch  die  Contractionen  der  in  dem  Ute- 
rus befindlichen  Fleischfasern  wird  das  ausge- 
bildete Ey  durch  die  kurze  Scheide  in  die  Kloa- 
ke forkbewegt,  wo  es  noch  eine  kurze  Zeit  ver- 
weilt, bei  mehreren  Vögeln  seine  ei^enthünili- 
cben  Farben  erhält,  und  dann  durch  die  After- 
Mündung,  mit  dem  spitzen  Theil  voran,  ge- 
legt wird  a).  Dafs  der  Durchgang  des  Eyes 
für  die  Vögel  schmerzhaft  ist,  kann  wohl  nicht 
bezweifelt  werden,  und  dies  scheint  auch  das 
freudige  Geschrey  mehrerer  Vögel  nach  dem 
Eyerlegen  zu  beweisen. 

■ 

- 

m 

§•  53. 

\  Es  entsteht  die  Frage,  wo  die  Befruchtung 

des  Eyes  geschehen  mag,  ob  im  Eyerstock, 
oder  im  Eyerleiter  oder  im  Uterus.  Ich  glaube 
dafs  sie  im  Eyerstock  geschieht,  denn  es  ist  satt- 
sam durch  wiederholte  Versuche  bestätigt,  dafs 
Hennen,  nachdem  sie  nur  einigemal  von  einem 
Hahn  getreten  worden  sind,  Wochen,  ja  Monate 
lang  fruchtbare  Eyer  legen  by  Offenbar  müssen 


d)  Fabricius  a  Aquap.  a.  a.  O.  p.  10.  gibt  an,  dafs  das  Ey 
mit  dem  stumpfen  Ende  voran  gelegt  wird.  Hiegegcn 
spricht  aber  die  luvor  angegebene  Lage  des  Eyes  im 
Uterus. 

b)  Wie  schon  Aristoteles  de  Generatione  Lib.  3.  Cap.  1. 
angibt,  und  Fabricius  ab  Aquap.  a.  a.  O.  p.  20.  Sed 


* 

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109 

daher  die  Byer  irar  Eierstock  selbst  befruchtet 
werden  a).  Die  Befruchtung  der  Eyer  im  Eyer- 
stock  wird  durch  die  dem  männlichen  Samen 
inhaerirende  Tbatigkeit  oder  Kraft,  man  mag 
sie  nun  Vis  prolifica,  genetrix,  vegetativa,  for- 


quod  omnino  vej;um  sie,  virtutem  foecundandi  rota  ova, 
et  quoque  uterum  e  temine  Galli  provenire,  patet  ex  eo, 
quod  mulicres  agunt,  quae  gallinam  omni  gallo  destiru« 
tarn  habeotes,  eam  per  unun,  atqut .  alterum  diem  alibi 
gallo  committunt;  ex  hoc  enim  exiguo  tempore  succedit 
ovo r um  omniura  foecunditas  per  totum  illud  anni  tempus. 

Harvey  de  Generat.  p.  25.  Non  videtur  veri  simile, 
paucas  aliquot  coi'tiones,  prineipio  anni  celebratas,  ovo- 
rum  omnium,  per  integrum  ejus  decursum,  subsequentium 
foecunditati  sufficere.  Ego  tarnen  aliquando  verna  tempe- 
state  (de  coitos  foecundantis  tempore,  et  neeesiitate  aliquid 
certi  indagaturus)  galiinas  duas  a  gallo  seclusas  per  qua- 
triduum  detinui,  quae  interea  fingulae  tria  ova  pepere- 
rant,  non  minus  aliii  prolifica.  Iterumque  aliam  galli- 
nam scclusi,'  quae  deeimb' inde  die  ovum  peperit;  aliud- 
que  die  vicesimo,  et  utrumque  foecundum.  Ut  videatur, 
posse  unum  atque  alterum  coitum,  integrum  racemum» 
omniaque  illius  anni  ova  foccunda  redderc. 

Auch  Reaumur  gibt  in  «einer  Art  dt  faire  edore  les 
oeufs  T.  2.  p.  259.  an,  dafs  eine  Henne,  nachdem  sie 
von  einem  Hahn  getreten  war,  35  Tage  lang  fruchtbare 
Eyer  legte.  :  '' 

'  a)  Irrig  ist  die  Meinung  von  Fabricius  a,  a.  O.  p.  20. ,  dafs 
der  männliche  Samen«  längere  Zeit  in  einem  besondern 
Beutel  (Bursa  Fab riet«)  aufbewahrt  werde,  und  die  nach 
und  nach  sich  bildenden  Eyer  befruchte.  Ich  habe  sie 
schon  im  vorhergehenden  Bande  S.  46I*  widerlegt. 


- 


1 

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HO 

matrix  oder  plastica  nennen,  bewirkt  a).  Je- 
doch findet  keine  gröbliche  Vermischung  des 
männlichen  Samens  mit  den  Substanzen  der  im 
Byerstocke  enthaltenen  Byer  statt,  weil  diese' 
in  ihren  besondern  Häuten  eingeschlossen ,  eine 
solche  Vermischung  nicht  zulassen.  Der  Zeu- 
gungs  -  oder  Befruchtungs  -  Act  geschieht  auf 
eine  dynamische  Art  b),   die  den  männlichen 

Samen  inhaerirende  Thätigkeit  oder  Kräfte  schei- 

»  ■ 


ä)  Aristoteles  de  Generat.  L.  3.  C.  2.  Mas  Semper  perficit 
generationein,  facitque  ut  sensittva  anima  insit,  et  ex  ovo 
animal  gignafcur. 

und  L.  1.  C.  2.  Generationis  principia  potissimum  quii 
statuerit,  raarera  et  foeminam:  marera,  quod  motus  et 
generationis  originera  teneat;  foeminam,  quod  mäteriam. 

b)  Harvey  de  Gener.  p.  102.  A  mare  procedit  dumtaxat 
vis  proereativa  sive  plastica,  quae  ovum  foecundura  reddit ; 
nullam  vero  ejus  partem  constitutt. 

Ebend.  p.  133.  Uterque,  tarn  gallus,  quam  gallina, 
pulli  parens  dicendui  est:  sunt  enim  ambo  principia  ovi 
necessaria;  et  utrumque  pariter  efficientem  ejus  probavi- 
mus.  Gallina  nempe  ovum  facit;  gallus,  ut  foecundum 
sit,  efficit.  Sunt  itaque  ambo  plasticac  virtutis  instrumen- 
ta, quibus  ista  species  perpetuatur. 

Ebend.  p.  137.  Sicut  scintilla  c  silice  excussa,  aut  ful- 
gure  e  nube  aliqua  emicante,  res  subito  accendi,  et  st 
derart  cernimut;  ita  pariter  genitura  maris,  foeminam , 
quam  fetigerit,  eontagio  protinus  affteit,  eidemque  vim 
prolificara  transfert;  qua  non  modo  ova,  sed  uterum 
ctiam ,  et  gallinam  ipsam ,  momento  temporii  foecunda  red- 
dit. Haud  citiui  enim  inflammabile  quid  a  contactu  ig- 
nis  accenditur,  quam  gallina  a  galii  coitu  praegnani  cf- 
ficitur. 


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III 

nen  den  Bildung«  -  und  Vegetation«  -  Procefs  der 
im  Eye»  namentlich  in  der  Cicatricula  enthalte- 
nen Flüfsigkeit  anzuregen  oder  hervor  zu  ru- 
fen, so  dafs  dieser  bei  hinzukommender  Brut- 
warme  oder  künstlicher  Wärme,  nach  und  nach 
von  einer  niederen  zu  einer  höheren  Stufe  des 
Organisirens  und  Bildens  fortschreitet«  Der 
männliche  Samen  scheint  den  weiblichen  Zeu- 
gungsstoff zur  Bildung  und  Gestaltung  zu  be- 
stimmen, er  ist  daher  den  kosmischen  Einflüs- 
sen gleich  zu  setzen,  welche  die  faulenden  und 
aufgelöfsten  animalischen  und  vegetabilischen 
Substanzen  bestimmen  und  anregen,  sich  zu 
neuen  Thier  -  oder  Pflanzen  -  Formen,  als  Infu- 
sorien oder  Schimmel,  zu  gestalten.  Dafs  eine 
jede  Vogelart  ihr  ähnliche  Junge  zeugt  und  her- 
vorbringt, hängt  vielleicht  von  den,  jeder  Vo- 
gelart eigen thümlichen  Qualitäten  des  Samens 
und  der  Eyer  ab,  welche  nach  der  Verschieden- 
heit der  Lebensäusserungen  der  Arten  verschie- 
den seyn  mo  »en.  Unbekannt  sind  uns  freilich 
bis  jetzt  noch  die  Differenzen  in  dem  Samen 
und  in  den  Byern  der  verschiedenen  Arten  von 
Vögel,  doch  glaubeich,  dafs  es  nicht  absurd  ist, 
sie  zu  vermuthen.  Endlich  wird  durch  die  Be- 
fruchtung -  Art  der  Eyer  der  Vögel,  die  Mei- 
nung derjenigen  Physiologen  zur  Evidenz  wider- 
legt, dafs  sich  nämlich  die  in  dem  männlichen  Sa- 
men enthaltenen  Samenthiereben  zum  Foetus  bil- 
den; da  es  hier  doch  unmöglich  ist,  dafs  diese 
in  die  in  den  Häuten  eingeschlossenen  Substan- 
zen des  Eyes  eindringen  können. 

§•54- 

Die  Weibchen  vieler  Vögel  legen  Eyer,  ob- 
gleich sie  sich  niemals  begattet  haben,  z.  B.  die 


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IIS 

- 

Haushüliner,  Fasanen,  Puter,  Pfauen,  Tauben, 
Eisten,  Gänse  a),  Kanarienvögel  b)+  Papagey- 
en 0>  Straufse  d),  Kasuare  e)f  u.  a.  Diese  un- 
befruchteten Eyer  haben  zwar  denselben  Bau 
wie  die  befruchteten,  aber  dennoch  verderben 
sie  leicht  und  geben  in  fräulnifs  über,  wenn  sie 
bebrütet  werden.  Man  nennt  sie  Windeyer  /) 
wahrscheinlich  daher,  weil  die  alten  Griechen  g) 
glaubten ,  dafs  die  Hühner  und  andere  Vögel  zu- 
weilen durch  den  Südwind  befruchtet  werden 
könnten.  Die  Windeyer  sind  weniger  schmack- 
haft als  die  befruchteten  Eyer,  wie  schon  Ari- 


a)  Aristotelct  Hist.  Anrm.  Lil>.  6.  C.  2.  Hill  History  of 
aniraals  p.  360. 

i>)  Harvieux  Tratte  da  Scrin  des  Ccnaries  p.  130. 

#)  Harvey  Excr.  de  Generat.  19.  Button  Hist.  nat.  T. 
63.  p.  105.  Danty  d'Isnard  de  psittaco,  certo  virgine, 
qui  ova  posuit  m  d.  Mein,  de  l'Ac.  des  Sciens.  1726. 

d)  In  der  Menageric  zu  Versailles  haben  Straufscnweibchcn 
einigemal  Eyer  gelegt ;  S.  Me'ra.  pour  servir  a  l'hist.  des 
animaux  P.  2.  p.  138.  Auch  im  Jahr  1799  *cglc  €*n 
Straufsen weibchen    in   der  Menagerie  zu  Paris  ein  Ey, 

Button  Hist.  Nat.  T.  40.  p.  253.  Note  von  Sonnini. 

>  • 

*)  Harvey  a.  a.  O.  p.  20. 

/)  Ova  hypeneraia,  subventamea,  Zephyria,  irrita,  automata. 

■ 

g)  Aristoteles  Hist.  An.  Lib.  6.  C.  2.  Vocantur  etiam  a 
non  nullis  hypozephyrit  ea,  quae  hypenemia  diximus, 
propterea,  quod  verno  tempore  excipete  auras  aves  solent. 
At  hoc  ipsum  faciunt  etiam,  si  certo  tempore  attrectentur. 


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"3 

sloteles  a\  auch  Beton  <Ju  Mans  b)  angibt. 
"Wohlgenährte  und  sehr  wollüstige  Vögel  schei- 
nen am  häufigsten  Windeyer  zu  legen,  beson- 
ders dann,  wenn  die  Wollust  nöch  durch  me- 
chanische Reizungen  der  Geburtstheile  c)9  oder 

—  i  ■     ■  i  > 

«)  a.  a.  O.  L.  6.  C.  2.  Qhi  ajunt  hypenemia  (irrita  ova) 
reliquias  corum  esse,  Nquae  antea  a  coitu  gen c rata  sunt, 
haud  recte  sentiunt.  Nam  compertum  fuit,  in  gallinarum 
et  anserum  genere  ejusmodi  ova  edka  esse  a  novellis  sine 
ullo  coitu.  Eorum  ovorura  magnitudo  minor,  roinusque 
suavia  et  liquidiora  quam  ea,  quae  apta  sunt  ad  genera- 
tionem,  sed  plura  numero.  Si  avi  «ubjiciantur,  liquor 
ille  non  crassescit,  neque  aut  luteum  aut  candidum  a  pri 
stina  mutatur  natura. 

* 

b)  Hisc.  nat.  des  oise  ux  Ltb.  i.  Q.  2g,  Les  oeufi  des  poules 
vierges  sont  moins  agrea>les  au  gout,  que  ccux  qui  ont 
c'te'  fecondc's. 

* 

«)  Harvcy  a.  a.  O  f>.  ig.  fmo  vero  usque  adeo  libidinosae 
interdum  aves  sunt  ;  ut,  si  dorsüm  earum  manu  solum  le- 
vitcr  langas,  statim  procum  ballt,  orificiutnque  uterinum 
nudent,  et  exporrigant:  quod  si  blande  digito  demuiseris, 
Vago  murmure  alarumque  gesricülatione,  gratam  venerix 
duicedincm  exprimtmt.  Quin  etiam  foemellas  ova  inde 
concipere,  et  Aristoteles  auctor  est,  et  ipseract  in  turdo, 
merula,  aliisque  expertus  sum:  idque  olim  primum  for 
tuito ,  mcoque  damno  dcdici. 

Psittatum  nempe  insignem,  docteque  garrulum,  uxor 
mea  diu  in  letitiis  habuit.  Erat  is  adeo  familiaris  ur, 
quocunque  vellet,  liberc  per  aedes  vagaretur; —  Saej  e 
ludibundus  et  lascivus  sedcntis  gremium  adibat;  ubi  capu; 
sibi  attreetari,  dorsumque  demulceri  gesttebat;  quassatisquc 
alis,  et  blando  strepitu  summam  änimi  sui  laetitiam  te&ta 
batur.    Ego  haec  omnia  ab  usitata  ptidem  famUiaritate  ei 


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durch  den  Anblick  der  Begattung  anderer  Vo- 
gel a)   erhöht  wird»     Aristoteles  vergleicht 


«  ... 

obsequio  proficiici,  interpretabar:  marem  enim  nun  arbi- 
trato, ob  loquelae,  et  cantui  eximiam  praestantiam. 

Non  diu  autem  post  blandas  has  contrectatioiies  Pshta- 
cus,  qui  multos  jam  annos  sanus  vixerat,  aegrotavit;  cre* 
brisque  taodcm  convulsionibus  obortit,  in  Dominae  suae 
gremio,  ubi  tottes  luserat,  animam  plurimum  desideratus 
exspiravit.  Dissecto  itaque  cadavere ,  (ut  mortis  causam  in- 
quirerem)  ovum  fere  perfectum  in  utero  feßeri;  sedt  ob 
defectum  maris,  corruptum.  Quem  admod  uro  aviculis  in 
eaveis  reclusii  saepe  accidit,  quae  maris  consortium  de* 
siderant. 

a)  Harvey  a.  a.  O.  p.  2a.  Postca  autem,  cum  in  rundem 
löcum  struthioncs  duo,  mas  et  foemina,  concedissent; 
cosque  avis  baec  Cassovvare  in  proximis  daustris  (ubi  se- 
paratio! ajebantur)  saepenumero  coeuntet  audivisset,  vi- 
dissetque;  inopinato  prorsos  (sympathia,  credo9  cognati 
gencris  extimulata)  ova  coneepit  Ex  his  Ovis,  unum  pe- 
perit  integrum,  quod  aperui,  et  perfectum  inveni; —  Ma* 
tri  vero,  eodem  tempore,  quo  ovum  pepererat,  mortem 
praedixt;  idque  ex  sententia  Aristotelis,  qui  ait,  Avct 
morbo  laborare,  et  interire,  nisi  pariant.  Quod  etiam 
non  multo  post  evenit;  dissectoque  cadavere,  ovum  imper- 
fectum  et  corruptum  in  superiore  uteri  parte,  mortem 
praematuram  (ut  prius  in  psittaco,  aliisque  avibus  obser- 
vaveram)  attulisse  comperi. 

Aristoteles  de  Gener.  L.  3.  C.  1.  Satis  conspectum  est 
in  novella,  tum  gallina,  tum  anserc,  gigni  sine  coitu: 
tum  etiam  perdicis  foeminae,  et  quae  nondum  coi'erint, 
et  quae  coi'erint,  quarum  usus  in  aueupiis,  cum  olfaciunt 
marem,  vocemque  ejus  audiunt,  alteiae  implcntur,  altctae 
statim  pariunt. 


■ 


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t 


115 


das  Legen  der  Windeyer  nicht  ganz  unpassend 
mit  der  Menstruation  <*)•. 


Sechstes  Capitel. 

< 

Von  abnorm  oder  mifsg  ebildeCe  n  Eyern  b). 

■ 

&  55- 

Es  kommen  sehr  häufig  Abweichungen  von 
dem  normalen  Bau  des  Byes  vor,  weiche  in 
den  früheren  Zeiten  Veranlassung  m  mancher. 


ä)  De  Cenerat.  Ltb.  3.  C.  1.  Subventanca  ova  fiunt,  ut 
ante  retulimus,  quoniam  materia  teminalis  in  foemina  est, 
nee  menstruorum  decesiio  fit  avibu's,  ut  viviparit  tanguinc 
praeditis,  in  üi  enim  omnibui  fit,  aliit  magis,  aliis  mi- 
nus, altit  quantum  rem  indicat.  Decessio  igitur  menstruo- 
rum quae  viviparis  fit,  eadem  contiitit  in  avibus  per  de« 
bita  exerementi  tempora.  —  Occenus  aut  menitruorum , 
et  genitura,  exerementum  sunt. 

b)  Ch.  Fr.  Garmann  Oologia  curioia.  Cygneae  (1691).  4. 

G.  F.  Franci  de  Frankenau.  Varius  naturae  in  ovis 
gallinaceis  luiui.  in  d.  Epb.  A.  N.  Cur.  Vol.  1.  p.  243. 

Jo.  Jac.  Stolterfoth  de  ovis  monstrosis  in  Nov.  Liter. 
Maris  Balthict.  i*|02.  p.  151.  cum  fig. 

Poverjani  beschreibt  mehrere  mißgestaltete  Eyer,  im 
Giornale  di  Medicina  Vol.  5. 

Alb.  v.  Haller.   De  Monstris.  Cap.  35.  p.  12 1.  Ova 
monstrosa  in  s.  Oper,  minor.  T.  3. 

8  • 


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ll6 

lei  wunderlichen  Sagen  und  Fabeln  in  der  Na- 
turgeschichte gegeben  haben.  Die  vorzüglichen 
Abnormitäten  werde  ich  hier  der  Reihe  nach 
angeben.  Zuerst  dringt  sich  mir  die  Bemer- 
kung auf,  dafs  mißgestaltete  und  abnorm  gebil- 
dete Eyer  fast  allein  bei  den  seit  längerer  Zeit 
in  Domesticität  lebenden  Vögeln  vorkommen, 
wenigstens  ist  es  .mir  niemals  geglückt,  bei  der 
grofsen  Anzahl  von  Eyern,  die  ich  in  den  Ne- 
stern fast  aller  deutschen  Vogelarten  aufgesucht 
habe,  auch  nur  einmal  ein  mifsgestaltetes  Ey 
zu  finden.  Demnach  scheint  es,  dafs  die  Ursa- 
chen der  Mifsgestaltung  der  Eyer  vorzüglich  in 
Einflüssen: liegen  mögen,  welche  die  Domestici- 
*  tat  mit  6ich  bringt,  namentlich  m  -einer  ztt 
reichlichen  oder  zu  spärlichen  Nahrung.  Es 
ist  eine  bekannte  Thatsache,  dafs  auch  bei  den 
gezähmten  Saugthieren  die  Mifsgeburten  sehr 
häufig  vorkomm«». 

*  ■ 

Nicht,  selten  legen  die  gezähmten  Vögel, 
besonders  die  Hühner,  Eyer  ohne  Schale  a), 
ir»an  nennt  sie  Fliefseyer  (Ova  mollia,  Ova.  sine 
p utamine).  Sie  komnien  am  häufigsten  bei  gut 
genährten  und  schnell  hintereinander  legenden 
Hühnerji  vor.  Die.  Eyer  scheinen  in  diesem 
Fall  durch  die  in  den  Eyerleiter  gelangten  und 


«)  Aristoteles  Hist.  Anjm-  Lib.  6.  Cap.  2,    Gallinae  non 
nullae  pariunt  ova  mollia  vitio. 

Commerc.  litterar.  Norimb.  Ann.  1*713.  hebd.  39. 

Valiincri  Rilaz.  di  mottri  No.  13. 


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schnell  nachfolgenden  Eyer  gleichsam  fortgetrie- 
ben zu  werben  ehe  sich  noch  die  Eyschale  ge- 
bildet hat.  Doch  mag  bisweilen  die  Ursache  in 
Einflüssen  liegen,  welphe  die  gehörige  Erzeu- 
gung der  Kalkerde  in  dem  sogenannten  Uterus 
hindern.  Vielleicht  ereignet  es  sich  auch  durch 
krampfhafte  Zusammenziehungen  des  Uterus, 
$o  dais  das  By  ausgetrieben,  wird,  ehe  es  noch 
seine  Schale  erhalten  hat. 

§-  57- 

Junge  und  zum  erstenmale  legende  VogeT,  am 
häufigsten  Hühner,  legen  bisweilen  ungemein  klei- 
ne Eyer,  welche  mit  allen  innern  Theilen  und 
Flüssigkeiten  regelmäfsig  versehen  sind,  nur  sind 
sie  alle  sehr  klein  und  in  geringer  Quantität 
vorhanden.  Diese  Eyer  pflegt  man  Spureyer  a) 
oder  Z\Vergeyer  'Ovorum  pumihones*  zu  nen- 
nen. Nicht  selten  mögen  solche  Eyer  auch 
von  Hühnern  gelegt  werden,  welche  eine  zu 
schlechte  Nahrung  erhalten.  Von  diesen  Eyern 
müssen  aber  die  ebenfals  sehr  kleinen  Eyer  un- 
terschieden werden,  welche  gar  keinen  Dotter 
enthalten,  sondern  blofaes  Eyweifs  b),  das  oft 
sehr  zäh  und  etwas  erhärtet  ist,  und  die  Gestalt 
eines  Wurms  oder  einer  kleinen  Schlange  hat. 
Diese  Eyer  werden,  von  den  Landleuten  He- 
xeneyer,  auch  wohl  Hahneneyer  genannt,  weil 
sie  glauben,  dafs  alte  Hähne  Eyer  legen,  die 
im  Mist ,  oder  von  Kröten  oder  Schlangen  aus- 


ä)  Betrachtung  der  Spureyer  in  den  Oeconomisch  Physicali- 
sehen  Abhandlungen  Th.  *].  p.  566.  Leipzig.  1154  8- 

b)  Mem.  de  l'Acad*  des-  Sc.  1^15.  Hkt.  p.  24. 


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"8 

i 

gebrütet  wurden ,  und  da&  aus  ihnen  Basiliske 
zum  Vorschein  kämen  a).  Solche  Eyer  werden 
von  sehr  alten  Hennen  gelegt,  oder  aber  sie 
sind  die  lezten  Eyer,  weldie  Hennen  in  dem 
Jahr  von  sich  geben  b).   Es  scheinen  gleichsam 


m)  In  Blancardt  Coli.  Med.  Physic.  P.  I.  p.  469.  Obs.  90. 
ist  ein  solches  Ey  beschrieben,  der  in  demselben  gefunde- 
ne und  abgebildete  längliche  Körper  wird  ftir  einen  Basi- 
lisk ausgegeben.  In  Cypriani  Comment.  ad  Franzii  histo* 
riam  an i mal.  p.  3399.  sind  diejenigen  Schriftsteller  ange- 
führt, welche  diese  und  ähnliche  Fabeln  widerlegt  haben. 

Harvey  a.  a.  O.  p.  53.  Sunt  etiam  quaedam  ova,  ma- 
jora;  alia,  tninora;  aliqua,  etiam  minima,  quae  vulgo  in 
Italia  centenina  dicuntur,  et  mulieres  nostrae  hodie  (ut  et 
olim)  a  gallo  edita,  et  Basiliscos  produetura  fabulantur. 

Th.  Bartholin  Basiliscum  ex  ovo  galli  non  excludi,  et 
de  modo  impraegnationis  ovi;  in  d.  Exercitat.  Miscellan. 
Nro.  2.  p.  X\. 

b)  Fabricius  ab  Aquapendente  a.  a.  O.  p.  6.  Fieri  autem 
in  hoc  secundo  utero  omnia  jam  memorata  corpora  con- 
firmari  potest,  per  exigoum  ovum,  quadruplo  caeterif 
minus,  quod  vulgus  putat  esse  ultimum  gallinarum,  cum 
jam  centum  ova  gallina  pepererit  et  emiserit,  (unde  cente- 
nino  vulgo  dicitur,  et  a  rusticis  disperso)  quod  sine  vi- 
tello  est,  habet  tarnen  caetera,  ut  chalazas,  albumen ,  niem- 
branas,  et^corticem;  Veri  simile  enim  est,  tuoc  generari, 
tunc  vitelli  omnes  jam  in  ova  m  ig  rar  um,  neque  ampliut 
in  vitellarto  aliquis  superest  vitellus,  qui  in  ovum  evadere 
possit:  ex  altera  tarnen  parte,  albuminis  adhuc  modicum 
superest«  Ex  hoc  enim  medico  credibile  est,  Ovulum  pro- 
positum  creari>  et  quod  in  medio  rotundum  corpus  prae 
le  fert  vitcJlum,  sed  tarnen  est  ex  albuminis  substantia 
conflatum;   quod  non  inepte  effoctum  ovulum  appellart 


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M9 

* 

noch  die  Reste  des  in  den»  Eyerleiter  abgeson- 
derten Byweifses  und  der  Kalkerde  zu  seyn. 
Die  von  mehreren  Naturforschern  und  Aerzten 
beschriebenen  Hahneneyer  a)f  sind  zuverlässig 


potest.  Quo  loco  ignorare  non  oportet  ovum  vulgo  cen- 
teninum  appellatum  duplex  reperiri,  alrerum  tine  virello, 
et  hoc  vere  centeninum  dicitur,  quod  est  ultimum  a  galli- 
na  emissum,  cum  quo  gallina  omnino  cessat  eo  anni  rem. 
pore  ab  ovis  pariendis;  atterum  est  timilitcr  pusillum 
ovum  quo  vitellum  habet,  et  non  est  ultimum  a  gallina 
edirum,  sed  intermedium  est,  et  post  tllud  gallina  adhuc 
sequitur  ova  parere  justae  magnitudinis,  ticuti  antea;  sed 
deficit  in  magnitudine  propter  diminutam  facultaiem  vege- 
talem,  sicuti  accidit  persico  et  aliis  planus,  quac  modo 
quidem  plurima  justae  magnitudinis^ non  null«  autem  per- 
pusilla  efficiuntnr,  et  remanent. 

i 

m)  Henr.  Screta  de  Gallo  galjinaceo  ova  ponente  in  Jen  Mise. 
Ac.  Nat.  Cur.  Dec.  i.  Ann.  3.  16*72.  Obs.  17*7.  p.  332. 
Ann.  4.  5.  1673.  ^14-  P  y>°- 

Sam.  Ledel  de  gallo  gaüinaceo  oviparo.  Ib.  Dec.  2. 
Ann.  1.  i6$2.  p.  359. 

J.  B.  Gründcl  de  gallo  gallinaceo  oviparo.  Ib.  Dec  2. 
Ann.  5.  1686.  p.  435- 

Marc.  Gerbeiius  de  ovo  galli  gallinacei  semicircularis 
figurae  in  d.  Ephem.  Nat.  Cur.  Dec.  3.  Ann.  5.  6.  Obs. 
>38  p  *18. 

Laur.  Strauß  Diss.  de  Ovo  galli.  Gifi.  1669.  4. 

Der  eyerlegende  Hahn  sampt  seinem  jüngst  -  gelegten 
Hahnen  -  oder  Basilisken  -  Ey.  Verfasset  von  Eberlurdo 
Gockelio.  Ulm  1697.  &.  eine  Sammlung  aller  albernen 
Mührchen  der  Art. 

Th.  Bartholin  Galli  ovipari  Anatome  in  s.  Histor. 
Anat.  rarior.  Cent.  1.  jdist.  99.  p.  162. 


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120 


nichts  anderes  als  solche  von  alten,  oft  krähen- 
den und  Hahnengefieder  besitzenden  Hennen  ge- 
legte Ejer,  wie  unter  andern  La  Peyronie  a) 
gezeigt  hat. 


Ova  Galli  et  Serpentum  in  s.  Actis  Med.  et  Phifot. 
Hafn.  T.  2.  p.  14.  An  vera  sinr  haec,  et  quac  pro  tati- 
bus  vulgo  aestimantur  ova  gallorum,  valde  dubito,  cum 
ovarium  in  gallo,  olim  in  Arce  coram  August.  Regt  Di- 
vo  Fridcrico  Tertio  a  me  diisecto,  oviparo,  sicut  crede* 
batur,  prorsus  nulluni  invenerim,  et  plerumque  effoetae 
gallinae  hujusmodi  ova  pariunf. 

Ovum  galli  gallinacet  ex  Mui.  J.  J.  Stolferfobti  in  Nov* 

Litter.  Maris  Balthici  1*702.  p.  210. 
i 

Von  den  Eyern,  so  die  Hähne  sollen  gelegt  haben;  in 
d.  neuen  Gefells.  Erzähl.  Th.  1.  S.  103. 

Vielleicht  sind  auch  zuweilen  kalkartige  Concretionen, 
die  sich  aus  dem  Urin  in  der  Kloake  des  Hahns  erzeugt 
hatten,   für  Hahneneyer  gehalten  worden. 

m)  Observation«  sur  tes  petita  oeufs  de  poule  sans  jaune 
que  l'on  appelle  vulgairement  oeufs  de  coeq.  in  d.  Mem. 
de  la  Soc.  roy.  des  Sc.  a  Montpellier  T.  1.  p.  393.  auch 
in  d.  Mem.  de  PAc.  des  Sc.  de  Paris.  Enthalt  zugleich 
folgende  interessante  Beobachtung:  eine  alte  Henne,  wel- 
che wie  ein  Hahn  krähte,  legte  Eyer  ohne  Dotter,  und 
von  Zeit  zu  Zeit  ging  eine  dem  Dotter  ähnliche  Flüssig- 
keit  durch  die  Kloake  ab.  Bei  der  Oeffnung  der  Henne 
fand  sich  in  dem  Eyerleiter  eine  grofse  mit  Wasser  ange- 
füllte Blase,  welche  den  Eyerleiter  sehr  beträchtlich  ver^ 
engte,  und  dadurch  die  normale  Bildung  des  Eyes  in  dem 
Eyerleiter  hinderte. 


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121 

$.  58- 

E.9  ereignet  sich  sehr  oft,  dafs  man  in 
Ejern  des  Hausgeflügels  zwey  a)  ja  sogar  drei 
Dotter  findet,  welche  von  einem  gemeinschaft- 
lichen Eyweifs  und  einer  Schale  umgeben  sind. 
Nicht  selten  hat  jedoch  jeder  Potter  sein  eige- 
nes Eyweifs,  Gewöhnlich  sind  solche  Eyer  sehr 
grofs*    Sie  entstehen  dadurch,  dafs  sich  zwei 


a)  Aristoteles  Hist.  Anim.  Lib.  6.  Cap.  3.  Cemellifica  ova 
binis  vitellii  praedita  sunt,  quae  in  aliquibus  tenui  albu- 
minis  dessepimento  separantur,  quo  minus  inter  se  confu- 
ta  sint.  In  aliis  null  um  est,  $cd  inter  sc  contingunt.  Ac 
gallinae  quidem  nonnullae  sunt,  quae  omnia  gcmclliCcrm 
pariunt. 

Fabriciui  ab  Aquap.  a.  a.  O.  p.  24. 

Harvey  a.  a.  O.  p.  52.  Hu<  quoque  referri  possunt 
ova  geraellifica,  quae  duobus  vitellis  praedita  sunt;  quäle 
nuper  in  utero  gallinae  perfectum,  testaque  obtectum  se* 
peri,  cum  vitellis,  cicatrieujis,  atque  albuminibus  crastio- 
ribus,  omnibus  geminis;  aderant  etiam  quatuor  chalazae; 
albumen  tenuius  unicum  duntaxat  praedicta  omnia  circum 
ambiebat;  quod  item  roembranae  duae  commune*  solum 
investiebant ,  et  singulari  cortice  integebatur. 

El.  Hagendorn,  ova  dupplici  vitcllo  praedita  in  d.  Mis. 
Ac.  N.  C.  Dec.  1.  Ann.  2.  1671.  p.  342* 

G.  Seget  de  ovis  vitelio  duptici  donatis.  Ib.  Dec  1. 
A.  3.  1672.  p.  29g. 

Comment.  Boerhaav.  T.  5.  P.  2.  p.  559.  560.  561. 

i)  Pet.  BorcUi  in  s.  Hist.  et  Observat.  Medic.  pbys.  Art.  3. 
p.  230.  Vidi  tres  vitcHos  in  unico  ovo. 


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Dotter  zugleich  oder  doch  binnen  kurzer  Zeit 
vom  Byerstock  losreifsen  und  in  den  Byerleiter 
gelangen,  wo  sie  dann  zusammen  vom  Eyweifs 
und  von  der  By  schale  umhüllt  werden.  Dieser 
Fall  kommt  am  häufigsten  bei  jungen  wohlge- 
nährten Hühnern  vor» 
i  <  • 

y 

■  » 

§-  59* 

4 

Bisweilen  findet  man  in  einem  grofsen  Rjr 
noch  ein  anderes  kleines  By  eingeschlossen  a>9 
lezteres  ist  entweder  vollkommen  ausgebildet 
und  enthält  einen  Dotter  mit  dem  Eyweifs,  oder 
aber  es  besteht  blofs  aus  dem  Eyweifs  und  der 
Ey schale.  Zuweilen  fehlt  dem  gröfseren  Ey 
der  Dotter,  und  das  Eyweifs  umgibt  das  klei- 
nere Ey.  Ich  will  einige  Beobachtungen  anfüh- 
ren: Jung  b)  fand  in  einem  grofsen  Hühnerey 
innerhalb  des  Eyweifses  und  neben  dem  Dotter 
ein  anderes  kleines  Ev,  welches  von  aussen 
mit  einer  weifsen  und  harten  Schale  umgeben 
war,  und  einen  kleinen  mit  den  Hageln  verse- 
henen Dotter  und  das  Eyweifs  enthielt*  Aehn- 


m)  Harvey  a.  a.  O.  p.  37.  El  hoc  fidenter  astero,  corticem 
intut,  sive  in  utero,  ex  materia  Ibidem  oblata  confici ;  et 
non  aliter,  quam  rcliquas  ovi  partes,  a  formatrice  ejus 
facultate  plasrnari  :y  eoque  magis ,  quod  vi  der  im  ovum 
perexiguum  crusta  tectum,  intra  aliud  gallinae  ovum  ma- 
jus,  perfectum,  er  cortice  circumcirca  obduetum,  contineri. 

G  H.  Welsch  de  lapidibus  praegnantibus,    gemmis  in 
gemmis,  ovis  in  ovis.  Ib.  Dec.  2.  A.  3.  1672.  p.  50. 

i)  G.  Jung,  Ovum  ovo  praegnans,  in  d.  Mise  Ac.  N.  C. 
Dec.  1.  Ann.  2.  1671.  p.  348- 


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u$ 

liebe  Falle  erzählen  Th.  Bartholin  a),  Blan- 
card  b)9  A.  Cleyer  c),  J.  G.  Sommer  d),  J.  C. 
Kundmann  e),  Stolterfoth  /),  G.  H.  Behr  g), 
F.  E.  Briickmann  h),  J.  J.  Amelot  i),  Wei- 
fcard Q  il  a. 

Hannow  /)  untersuchte  ein  ungewöhnlich 
grofses  Gänseey,  welches  fast  die  Gröfse  eines 


m)  Th.  Bartholin  et  P.  J.  Sacht  a  Leewenheimb  De  ovo  in 
ovo  icq  alio  praegnante,  in  d.  Mise.  A.  N.  C.  Dec.  I.  A.  i. 
1670.  p.  I20.  Ovum  gallinae  praegnans  in  d.  Act.  Med. 
Hafn.  T.  5.  p.  72.  Ferner  einige  Falle  in  s.  Epist.  Cent. 
3.  ep.  42.  Cent.  4.  ep.  63. 

• 

h)  In  d.  Collect.  Medie.  Phys.  P.  2.  p.  2*77. 

4)  Ovum  gallinaceum  praegnans,  in  d.  Mis.  A.  N.  C.  Dec.  2. 
A.  1.  1682.  p.  38* 

4)  De  Ovo  in  Ovo  ab  Dec.  2.  A.  I.  i6*82.  Obs.  44.  p.  122. 
C.  Detharding  addenda  ad.  ].  G.  Sommer  Observ.  de  ovo 
in  ovo  gallinae  Judicae  ob  Cent.  I.  2.  Append.  p.  198. 

#)  De  ovo  in  ovo  Gallinaceo ,  in  d.  Brefslajier  Sammlung. 
Ven.  21.  S.  173.  Vert.  22.  S.  414. 

/)  Ovum  praegnans.  Nov.  Lit.  Maris  Balthici  1699.  p.  26. 

g)  De  ovo  gemello  minori  in  alio  majori  incluso,  in  d.  Act. 
Phys.  Med.  A.  N.  C.  Vol.  6.  Obs.  8*.  p.  295. 

h)  De  ovis  in  ovis.  Commerc.  Noriberg.  1742.  p.  383.  c  f. 
\       1744.  p.  72. 

i)  Observ.  sur  un  oeuf  de  ponle  renferme  dans  un  autre 
oeuf.  in  d.  Mcm.  de  l'Ac.  des  Sc.  de  Paris.  A.  1775. 
bist.  p.  28. 

h)  Vermischte  mediz.  Schriften  B.  2.  S.  501.  Frankf.  1793  g. 
I)  Seltenheiten  der  Natur  B.  1.  S.  265. 


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124 

Straufseneys  hatte,  und  worin  ein  anderes  roll- 
kommenes  By  befindlich  war. 

Cl.  Perrault  a)  fand  in  einem  Ey  ein  klei- 
nes Ey  von  der  Gröfse  und  Gestalt  einer  Olive. 
Es  hatte  keine  Schale,  sondern  es  war  mit  ei- 
ner harten  und  dicken  Haut  bedeckt,  welche 
eine  weifse  seröse  Flüssigkeit  enthielt. 

Mery  b)  fand  in  einem  Hiihnerey  innerhalb 
des  Evweifses  ein  anderes  kleines  Ey,  mit  sei- 
ner Schale  umgeben.  Es  enthielt  blofs  Eyweifs 
aber  keinen  Dotter.  Aehnliche  Fälle  erzählen 
Petit  c)  und  Rivaliez  d). 

Lichtenberg  e)  fand  in  einem  drei  Pariser 
Zoll  langen  Hiihnerey  innerhalb  des  Byweifses 
statt  des  Dotters  ein  anderes  vollkommen  zeiti- 
ges und  ausgebildetes  Ey,  mit  seiner  harten 
Schale,  mit  dem  Eyweifs  und  mit  dem  Dotter» 

 •  _ 


m)  Observation!  touchant  deux  choses  reniarquables  qui  ont 
ere  trouve'ea  dans  des  oeufs.  in  d.  Me'm.  de  l'Ac  des  Sc. 
depuis  1666  —  1699.  T.  10.  p.  388 

*)  Observat.  sur  un  oeuf  de  poule  que  renfermoit  un  autre 
oeuf,  mais  sans  jaune.,  Me'm.  de  l'Ac.  des  Sc.  de  Paris. 
A.  1706.  bist.  p.  23. 

c)  Corps  oviforme  trouve  dans  un  oeuf.  ebend.  Ann.  1*742. 
hist.  p.  42* 

d)  Ovum  ovo  praegnans  in  d.  Act.  Erud.  Ann.  1633.  P-  221  • 

e)  Beschreibung  eines  sonderbaren  Huhne reyes,  m  s.  Magazin 
für  d.  Ncuesrc  aus  der  Physik  und  Naturgesch.  B.  1. 
St.  2.  p.  83- 


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**5 

Die  Byer  in  Byern  scheinen  gröfstentheils 
wohl  auf  folgende  Art  zu  entstehen,  nämlich 
wenn  ein  schon  gebildetes  Ey  in  seinem  Durch- 
gang durch  die  Scheide  in  die  Kloake  gehindert 
ist,  und  nun  noch  ein  neues  Ey  in  den  soge- 
nannten Uterus  gelangt,  so  umhüllt  das  £y- 
weifs  dieses  Eys  das  schon  gebildete  Ey,  und 
hierauf  bildet  sich  noch  eine  beiden  Eyern  ge- 
meinschaftliche Schale. 

§.  60. 


Man  hat  auch  zwei  an  den  Spitzen  ver- 
wachsene oder  verbundene  Eyer  beobachtet, 
von  denen  jedes  seinen  Dotter  und  sein  Ey  weift 
enthielt;  die  Schalen  beider  Eyer  waren  an  ei- 
nem Ende  verwachsen.  P.  Borelli  a  ,  G.  Han- 
naeus  b)  und  M.  C.  Hanno w  c),  haben  solche 
Eyer  beschrieben.  Auch  ich  habe  zweimal  sol- 
che Eyer  gesehen.  Sie  entstehen  wahrschein- 
lich dadurch,  dafs  zwei  Eyer  zugleich  in  den 
sogenannten  Uterus  gelangen ,  daft  die  Eyschale 
jedes  Ey  besonders  überzieht  und  dafs  sie  nur 
an  dem  einen  Ende,  mit  dem  beide  Eyer  sich 
berühren,  fehlt,  und  so  sich  von  einem  Ey  auf 
das  andere  fortsetzt. 


.01  r  c  <7^j 


'9         A  *  •  m       t  t 

*i    f\    »<H<      u"  fll  OHlt£b"r  » 

a)  Hiit.  et  Obscrv.  Medlco  -  Physicae  Cent.  4.  p.  28<>- 

*)  De  ovo  genullo  in  d.  Mise.  Ac.  N.  C.  Dcc.  2.  Ann.  4. 
1685.  P-  223. 

c)  Seltenheiten  der  Natur  und  Oekonomie  aus  d.  Danziger 
Erfahrungen  gezogen  von  J.  D.  Titiui.  Lcipz.   1153-  8 
B.  M   p.  314. 


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«6 

§.  6u 

.  Nicht  selten  legen  die  gezähmten  Vögel, 
besonders  die  Hübner,  mit  Anhängen  und  Aus- 
wüchsen versehene  Byer.  S.  Reisel  a)  hat  ein 
Hühnerey  beschrieben  und  abgebildet,  welches 
an  einem  Ende  einen  Anhang  in  Form  eines 
Turbans  hatte.  G.  F.  Frank  b)  hat  ein  Ey  be- 
obachtet, welches  an  einem  Ende  einen  grofisen 
abgerundeten  Anhang  hatte,  und  ein  anderes 
Ey,  welches  einen  aus  drei  aneinander  liegen- 
den kalkartigen  Stückchen  bestehenden  Anhang 
besafs.  C  F.  Garmann  r),  P-  Rommel  d)  und 
J.  F.  Henckel  f)  haben  die  Beschreibungen  und 
Abbildungen  von  Eyern  geliefert,  an  welchen 
sich  ein  langer,  hakenförmig  umgebogener  Fort* 

satz  befand. 

*  *  •  * 

Eyer  mit  langen  schwanzförmigen  Anhän- 
gen haben  G.  &  Polis  /),  Stolterfoth  g),  Blan* 

a)  De  ovo  mpnstrosp,  in  d.  Mi*  A.  N.  C.  Dec  2.  Ann.  2. 

1683  P-  #18*?  .  ■  . 

h)  G.  F.  Francis  de  Frankenau  Varius  narurae  in  ovis  gallina- 
ccti  lusus.  in  d.  Bpb.  N.  C  Vol.  i.  Obs.  1I7.  p.  243. 
Tab.  3.  f.  7.  10. 

#)  Ovum  insolitae  figurae,  in  d.  Mis.  A.N.  C.  Dec.  I.  Ann.  I. 
Obs.  140.  p.  310.   

d)  Ovum  cum  appendice  seu  caudatum  in  d.  JMts.  A.  N.  C. 
Dcc.  2.  Ann.  5.  i6go.  p.  299. 

#)  Ueber  geschwänzte  Eyer  in  d.  Breislauer  Samml.  -  Vers.  Ä3. 

S.  528. 

/)  De  ovo  gallinaceo  monstroso,  in  d.  Mise.  A.  N.  C  Dec  2. 
Ann.  4.  1685.  P-  io5*  .  w 

Ova  monstrosa  ex  Musaco  }.  J.  Stolterfothi,  in  d^Kov. 
Liter.  Mar.  Balth.  Lubccae  1*702.  p.  151.  c  fig. 


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•1 

/ 

f 

Hl 

card  ä)9  J.  H.  Respinger  b),  H.  Deiner  c)  und 
Hannow  d)  beschrieben.  Der  schwanzförmige, 
acht  bis  zehn  Zoll  lange  Anhang  bestand  in 
der  Regel  aus  zähem  Byweifs,  welches  nicht 
von  der  kalkarti  en  Schäle  bedeckt  war.  Sol- 
che Eyer  kommen  am  häufigsten  von  jungen, 
zum  erstenmal  legenden  Hühnern.  Es  scheint, 
dafs  der  anfangs  sehr  enge  Eyerleiter  die  nor- 
male Ausbildung  des  Eyes  bisweilen  hindert. 

Ferner  hat  man  auch  gekrümmte  e)  und  sehr 
verlängerte  Eyer  /)  beobachtet.  Reaumur  g)  hat 


«)  In  den  Collect.  Med.  phyt.  P.  2.  p.  568«  cum  fig. 
h)  Observat.  duor  ovoram  monsfrosorum  satis  tibi  similium, 
in  d.  Act  Helvetic.  Vol.  t.  p.  51.  cum  fig 

#)  Von  geschwänzten  und  Zwerg  -  Eyern,  in  d.  Brcfslauer 
Samml.  Vers.  23.  S.  526.  mit  Abbild. 

Von  einem  monströsen  doppelt  geschwänzten  Htlhnerey, 
in  d.  Brefslauer  Samml.  Vers.  &  S.  58T  Art.  6. 

d)  Von  den  geschwänzten  Eyern,  in  t.  Seltenheiten  der  Natnr 
und  Oekonomie  aus  d.  Dan! ig.  Erfahr,  gezogen  von  J.  D. 
Titius  B.  I.  S.  314. 

#)  M.  Gerbez  de  ovo  galli  gallinacei  lemicircularis  figurae,  in 
d.  Mise.  A.  N.  C.  Dcc.  3.  A.  5.  6.  1697.  1698-  P»  2*78* 
fig-  48- 

Frank  de  Frankenau  bildet  a.  a.  O.  fig.  8*  ein  gekrümm- 
tes Ey  ab. 

Magenfo'rmiges  Htihnerey,  in  d.  Frankischen  Sammlung 
B.  2.  S.  434. 

/)  F.  E.  Brückmann  Monstrosum  galli nae  primiparae  ovum, 
in  d.  Commerc.  Noriberg.  i*]22.  p.  224  Tab.  2  f.  8« 

g)  Observation  sur  un  oeuf  de  poule  dont  la  coque  eroit  rfiar- 
ge'e  d'une  quantitc  de  petits  corps  blaues»  in  d.  Me'm,  de 
l'Ac  da  Sc  Ann.  1749.  Hist.  p.  10$. 


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128 

ein  Ey  beschrieben,  dessen  Schale  mit  vielen 
kleinen  Erhabenheiten  bedeckt  war,  die  eine 
schleimige  Flüssigkeit  enthielten*  Burghärt  a) 
hat  die  Beschreibung  eines  Eye«  geliefert,  das 
mit  harten,  warzenartigen  Auswüchsen  verse- 
hen  war* 

-    ■  « 

Man  hat  in  den  Eyern  fremde  Körper  ein- 
geschlossen gefunden.  CL  Perrauk  b)  fand  in 
einem  Hühnerey  eine  Stecknadel,  die  mit  einer 
weifslichen  Kruste  überzogen  war;  die  Steck- 
nadel war  unter  der  Kruste  schwarz»  W.  We- 
del c)  hat  ein  Ey  beschriebeil,  worin  ein  klei- 
ner Kitseistein  enthalten  war.  In  den  Straufsen- 
eyern  findet  man  ofjt>  nach  dem  Zeugnifs  Bar- 
row's  d)  und  Lichtenatein's  t)>  kleine  Kieselsteine 
von  der  Gröfse  einer  Erbse,  die  gelb  von  Farbe 
und  sehr  hart  sind.  Einmal  fand  Barrow  neun 
und  ein  andermal  zwölf  solcher  Steinchen«  Ich 
vermuthe,  dafs  diese  Steinchen  zufallig  durch 
den  After  in  die  Kloake  und  in  den  Uterus  ge- 
langen ,  wenn  sich  die  Straufse  in  den  Sand  legen. 


a)  Ovum  verrueosum ,   in  d.  Medic.  tiletiae  Satyr,  fpec.  5. 

p,  26.  c.  fig.  „     .  .  _ 

b)  Quelques  Observation!  touchant  deux  choses  remarqua- 
biet  qui  ont  ete*  trouVe'es  dang  des  oeufs,  in  d.  Mem.  de 
l'Ac.  des  Sc.  dtpuis  1666  —  1699.  T.  10.  p.  388« 

#)  In  d.  Ephem.  A.  N.  C.  Dec.  1.  Ann.  9.  10.  Obs.  83-  p.fcoa 

*      .  I 

ä)  Reise  in  d.  südl.  Afrika.  S.  91. 
r)  a.  a.  O.  B.  2,  S.  43. 

■  ■  1  •  .*  ■  ■  * 


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i  129 

■ 

Hannbw  ä)  fand  zwei  kleine  Wurmer  m  dem 
Byweifs  eines  frischgelegten  Eys,  welche  er  für 
Blutegel  hielt.  Zu  Lavoutte  in  Frankreich  fand 
eine  Frau  in  einem  frischaelegten  Hühnerey  einen 
achtzehn  Linien  langen  Wurm  b).  Motiti  c)  be- 
schreibt ein  Ey,  in  welchem  ein  Spulwurm  ent- 
halten war,  der  zwischen  der  Ey schalenhaut 
und  der  Byschale  lag,  und  an  dieser  einen  ge- 
schlängelten Vorspru:ig  bildete*  Solche  Körper 
sind  offenbar  zufällig  in  den  sogenannten  Ute- 
rus gelangt,  die  kalkartige  Schale  hat  sich 
um  dieselben  gebildet  und  sie  in  das  Ey  einge- 
schlossen. 

Kundmann  d)  fand  in  einem  Ey  ein  hartes 
und  pechschwarzes  Stückchen  Blut.  Nie.  Ozeu 
retskowsky  e)  untersuchte  ein  Ey,  welches  am 
stumpfen  Ende  ein  kleines  Loch  hatte,  durch 


a)  In  den  Seltenheiten  der  Natur  etc.  B.  i.  S.  31g. 

*)  Lichtenberg  Magazin,  f.  d.  neueste  aus  der  Pbysick  und 
Naturg.  B.  4.  St.  l.  S.  288*' 

e)  De  ovo  serpenttnifonni,  in  d.  Comment  Bononiens, 
T.  4.  Op.  p.  300.  Oviductus  quidem  orificium  in  avibut 
cum  intestino  recto  conttnens  esse  nemini  est  obscurum : 
si  forte  igitur  contingat,  ut  intestinalis  lumbricus  per  ovi- 
duetum  repens  immaturo  ovo  se  circumplicet,  ibique  in 
ipsa  crustae  formatione  sueco  aliquo  oecupetur  lapidescente, 
consequens  est,  ut  eodetn  situ  constrictus,  ac  imotus  ma- 
neat,  eademque  tesracea  matcries,  quae  ovo  circuinfundi* 
tur,  lumbrtcum  ipsum  obducet. 

<I)  In  d.  Brefslauer  Samml.  Yers,  20.  S.  634. 

c)  De  Ovo  perforato,  in  d.  Nov.  Act.  Ac  Petropol.  T.  12. 
Mcm.  p.  364. 

9 


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130 

welches  ein  Gefafs  heräushing,  das  einen  halben 
Zoll  lang  war.  Nachdem  das  Ey  geöffnet  war, 
sah  man,  dafs  das  Gefäfs  zu  einem  Körper  führ« 
te,  weicher  in  dem  Eye  enthalten  war.  Der 
Körper  hätte  die  Gestalt  einer*  kleinen  Birne 
oder  eines  Sackes,  und  war  mit  geronnenem 
Blut  angefüllt.  Der  Dotter  und  das  Ejweifs 
mit  den  Hageln  waren  vorhanden«  Et  vergleicht 
diesen  Körper  mit  einer  Mole« 


— _  —   •  < 

»  *■ 


Endlich  hat  man  auf  der  Eyschale  dey 
Hühner  zuweilen  verschiedene  Flecken  wahrge- 
kommen,  welche  die  sehr  lebhafte  Einbildungskraft 
«iniger  Naturforscher  für  Bilder  von  Kometen, 
Sonnen,  Sternen,  menschlichen  Köpfen,  Schlangen 
,u.  s.  .ws  a),  gehalten  hat  Manche  «glaubten  sor 
gar,  dafs  sich  diese  Flecken  durch  das  Versehen 
und  durch  die  Einbildung  der  Hühner  gebildet 


a)  £  Gockcliuf  de  Ovis  sole  signatis,  in  d.  Epb.  A.  N.  C. 
Dec.  2.  Ann.  6.  168T  Obs.  I2g.  p.  266. 

(D.  Brander  Prof.  zu  Marbnrg)  Dissen,  de  Ovo  Corne- 
lia). Marburg.  168Z.  c.  fig.  Hessisches  Cometeney.  Mar« 
bürg.  i682.  4. 

Blegny  will  zur  Zeit  da  sich  ein  Komet  sehen  lieft, 
ein  Hühnerey  gefunden  haben ,  das  äusserlich  mit  einem 
Kometen  bezeichnet  war.  Zodiac.  Gallic.  Ann.  3.  p.  30. 
und  107.  mit  einer  Abbildung. 

Guisony  Relation  de  la  figure  humaine  trouve'e  a  Avig. 
non  dans  un  oeuf  de  poüle.  Avignon  168  *•  Auch  im 
Journal  des  Scav.  T.  9.  p.  331.  Mit  einer  Abbildung. 

Cl.  Cleyer  de  ovo  gallinaceo  cum  serprntia  imagine  in 
teira.  Eph.  A.  N.  C.  Dec.  2.  Ann.  1.  Obs.  16.  p.  36*. 


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i3i 


Siebentes  Capitel. 

dem  Brütern  «). 

» 

Sobald  die  Weibchen  die  normale  Anzahl  voii 
Byern  gelegt  haben,  beginnt  das  Brüten.  Sie 

1 1  j 

4»)  Aristoteles  De  avium  incubitu,  quove  tempore  raas,  quo 
item  foemina  incubat.  in  Hist.  Anim.  Lib.  6.  C.  8* 

Zinnant  gibt  a.  a.  O.  die  Dauer  des  Brütens  von  mchw 
rercn  Vögeln  an. 

R.  A.  F.  de  Reaumur,  l'Art  de  faire  eclorre  des  oiseaux 
domestiques.  Paris  1-741.  3  Vol.  in  12.  1749.  2  Vol.  m 
la  Haye  1750.  12.  2  Vol. 

Rcaumurs  Kunst  alles  Federvieh  zu  jeder  Jahreszeit  zu 
ziehen,  mit  Anmerk.  Leipzig«  1*750.  8* 

Reaumur,  The  Art  of  hatching  and  bringing  up  do* 
mestic  fowls  etc.  London  1*750.  8*  E»n  Auszug  von  Abr. 
Tremblcy  herausgegeben. 

mm  -  " 

Reaumur,  Pratique  de  l'Art  de  faire  eclorre  et  elever 
en  toute  saison  des  Oiseaux  domestiques.  Paris  1*751.  in  12. 

L'art  de  faice  eclorre  et  d'e'lever  etc.  avec  les  preeeptes 
de  pure  pratique  de  cet  art.  ed.  2.  Paris  1*751.  in  12. 
2  Vol. 

Anweisung  wie  man  zu  jeder  Jahreszeit  zahmes  Geflü- 
gel ausbriiten  und  aufziehen  soll;  übers,  v.  J.  C.  Thenn. 
Augsb.  1*767.  ia  ft»  2  B. 

9* 


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13* 

bleiben  nun  im  Neste  auf  den  Eyern  sitzen  und 
crtheilen  den  Eyern  die  zur  Bildung  und  Ent- 
Wickelung des  Foetus  nothwendige  Wärme.  Die 
Weibchen  scheinen  sich  zur  Brutzeit  in  einem 
aufgereizten,  fieberhaften  Zustande  zu  befinden, 
denn  die  Temperatur  ihres  Körpers  ist  merklich 
erhöht,  der  Bauch  vorzüglich  ist  sehr  heifs,  sie 
verlieren  die  Efslust,  und  werden  mager.  Bei 
Hühnern  und  andereit  gezähmten  Vögeln  kann 
man  den  Trieb  zum  Brüten  durch  Wärme,  durch 
ein  reizendes  und  erhitzendes  Futter,  z.  B.  durch 
in  W£in  oder  Bier  getauchtes  Brod,  und  durch 
den  Samen  und  die  Blätter  von  Brennesseiii, 
welche  man  getrocknet  und  gepulvert  dem  Fut- 
ter beimischt,  erhöhen.  Kälte,  Mangel  an  Nah- 
rung, so  wie  das  öftere  Eintauchen  des  Steifses  in 
kaltes  Wasser  verhindert  und  erstickt  den  Trieb 
zum  Brüten.  Vielleicht  trägt  dieser  fieberhafte 
Zustand  und  die  stärkere  Entwicklung  der  Wär- 
me vieles  dazu  bei,  dafs  die  Vögel  brüten,  in- 
dem die  erhöhte  Wärme  ihres  Körpers  durch  die 
kalten  Eyer  verringert  wird. 

S-  «5- 

Die  Weibchen  zeigen  eine  grofse  Sorgfalt  a) 
für  ihre  Eyer  und  sind  oft  so  emsig  im  Brüten, 

Ornithothrophie  art  ifiicielle ,  ou  l'art  de.  faire  eclorre  et 
d'elever  la  Velaille  par  le  moycn  d'une  chaleur  arlificiclle 
par  l'Abbe  C.  (Copineau).  Paris.  i8lo. 

F.  M.  Daudin  hat  in  s.  Traite*  elem.  et  coroplet  d'Or- 
ntthologie  T.  i.  p.  161.  eine  Tabelle  über  die  Dauer  dei 
Brütens  bei  verschiedenen  Vögeln  entworfen. 

o)  Harvey  de  Gtner.  p.  51.    Lubet  hic  mirari  quanta  sedu- 
litate  et  patientia,  aves  foeminae  fere  omnes,  dies  «oetes- 


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-  133 

dafs  sie  sich  auf  dem  Neste  ergreifen  lassen  ä)9 
z.  B.  die  wilden  Enten,  die  Tauben,  die  Drosseln 


1  ' 


que  totas  nidis  suis  ihsideant,*  seseque»  ratteren  t,  ac  prae 
fame  propcmodum  eneccnt;  quantisque  periculis  scie  expo« 
«ant,  ut  ova  tueantur;  qoac  st  aliquando  coactae  tintiUum 
rcliqueriitt,  bem!  qoanto  ardore,  et  festinattone  eadcm  re> 
petunt,  et  operiunt?  Anates  et  anseres,  interea  dorn  pau- 
lisper  abfuerint,  ova  Stramine -tegunt,  et  occurranr.  •  Qu« 
vero  magnanimitatc,  im  bell  es  saepe  matres  ova  sua  prore» 
gunt?  quae  tarnen  fortassis  subventanea,  aut  urina  fue» 
rint,  aut  etiam  non  sua;  irao  vero  artiftcialia  inierdum 
ova,  exereta  aut  ebore  afficta,  pari  antroi  foctitudine  de- 
fenefanr.  Stupendus  profecto  avium  amor  ergaovuo*  inert 
et  vita  privatum  r  quod  tantae*  solieitudfoi  nihil  eommadi 
aut  volupratis  rttribnat.  Quts  non  admiretur  a Rectum  iU 
him,  aut  furorem  potius  glocientis  gallinae,  qui  exrihgui 
ncquit,  nisi  aqua  frigida  obruatur?  Durante  hoc  aniroi 
impetu,  cuneta  negligit,  et  ceu  furibunda,  alas  demittit, 
dum  Kispidae  surriguntur  plumae,  iaquieta.  et  querula 
obambulat;  alias  gallinas  nido  deturbat;  ova  passim  quae- 
rit,  quae  ineubat;  ntc  quiescit,  doneca  utilla  nacta  fuerit, 
aut  pullos  quos  dedueat;  quos  sane  mir»  zelo,  et  ardore 
convocat,  iovet,  pascit  et  ttiatuft 

a)  Zorn's  Petinothaqlogie  R.  I*  S.  400.  Die  eingepflanzte 
Liebe  zu  ihrer  Brut  ist  vermögend  die  wildesten  Vögel  9 
um  selbige  Zeit,  ganz  zahm  zu  machen.  E&  ist  nicht 
leicht  ein  Vogel  vorsichtiger,  aLs  eine  wilde  Ente,  und 
sie  begibt  sich  bald4n  die  Flucht,  wenn  sie  einen  Men- 
schen nor  von  weitem  auf  sie  zugehend  erblickt;  aber 
wenn  sie  auf  ihren  Eyem  sitzet so  ist  sie  so  zahm ,  dafs 
sie  nicht  allein  die,. so  sich  ihrem  Neste  nahen,  nicht  flieht, 
sondern  so  hartnäckig  auf  den  Eyern  sitzen  bleibt,  dafs 
sie  öfters  kaum  mit  Ernst  davx>n  abzubringen,  und,  wenn 
sie  weichen  mufs,  nicht  davon  fliegt,  sondern  um  denje- 
nigen, der  bei  dem  Neste  ist,  so  nahe  aut  der  Erde  herum 


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und  viele  andere  kleine  Singvogel.  Ändere  Vo- 
gel, z.  B.  die  Kiebitze,  die  Raubvögel  u.  a,  schwe- 
ren über  dem  Neste,  wenn  sich  ein  Feind  dem- 
selben nähert,  und  suchen  diesen  durch  Flügel- 
schläge zu  vertreiben.  Selbst  der  kleine  Kolibri 
soll  nach  dem  Zeugnisse  von  Fernandez  Ovie- 
4o  a)  sein  Nest  s€hr  eifrig  vertbeidigen  und 
demjenigen  ins  Gesicht  fliegen,  der  sich  demselben 
nahet  Die  Weibchen  bleiben  Tag  und  Nacht  fast 
anhaltend  im  Neste  sitzen  und  verlassen  dasselbe 
jiui:  selten.  Mehrere  Vögel  bedecken  alsdann 
die  Eyer,  z.  B.  wenn  das  grünfüfsiee  Meerhuhn 
(Gallinula  chloropus)  das  Nest  verlaft  um  Nah- 
rung aufzusuchen,  so  bedeckt  es  die  Eyer  sorg- 
faltig mit  Kräutern,  welche  es  aus  dem  Neste 
zupft  b)>  Sa  oft  die  Auerhenne  das  Nest  ver- 
lädst* so  bedeckt  »sie  die  Eyer  jedesmal  mit  den 
neben  dem  Neste  liegenden  Blättern,  mit  Kräutern 


flattert ,  dafs  sie  leicht  getödtet  werden  könnte.  Der  Mist- 
ler und  die  Weift  •  Drossel  sind  sonst  sehr  schüchterne 
und  listige  Vögel,*  aber  wenn  sie  brüten,  bleiben  sie  so 
_  unbeweglich  über  ihren  Eyern,  dafs  ich  selbige  selbst, 
nicht  nur  einmal  habe  mit  meiner  Hand  berühren  können. 
Ich  habe  gesehen,   dafs  eine  brütende  Hohl  -  Taube  von 

p  *  * 

dem,  der  zu  ihrem  Nest  hinauf  geklettert,  mit  der  Hand 
ergriffen  und  mir  gebracht  worden ;  es  ist  aber  fast  kein 
Vogel,  welcher  so  scheu  und  vorsichtig,  als  dieser.  Und 
solches  habe  ich  beyrtahe  'an  allen  unsern  Land  •  Vögeln 
erfahren;  doch  sitzen  sie  nicht  gleich  im  Anfang  ihres 
Brütens  so  unbeweglich,  sondern  wenn  es  über  die  Hälfte 
oder  gegen  das  Ende  der  gewöhnlichen  Zeit  gekommen 
u.  s.  w. 

m)  Hill,  of  West  Indies,  translar.  from  Richard  Eden.  p.  199. 

« 

i)  Bechstein  a.  a.  O.  B.  4.  S.  ^98. 


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»35 

i 

und  Moos  11).  Die  Enten,  Gänse  und  Schwäne  b) 
decken  die  Eyer  mit  Stroh  i  trocknen  Kräutern 
oder  Federn  zu,  wenn  sie  das  Nest  verlassen. 

*  »  I    I  4  m 

■ 

Die  Weibchen  der  in  Polygamie  lebenden 
-Vögel,  namentlich  der  hü h nerartigerr >  Vögel » 
auch  mehrerer  Sumpf -.und  Wasservögel,  unter 
andern  die  Strandläufer,  die  Regenpfeifer»  die 
Wasserläufer,  die  Rohrhühner,  die  Schnepfen , 
die  Reiher  und  die  Steifsfüfse  besorgen  das  Brü- 
ten allein.  Die  Weibchen  mehrerer  Raubvögel 
brüten  ebenfalls  allein,  z.  .B.  die  Weibchen  der 
Milane,  der  Weihen  und  der  Eulen.  Bei  den 
meisten  Singvögeln  und  Klettervögeln  brütet  das 
Männchen  und  Weibchen  abwechselnd,  dies  ist 
namentlich  der  Fall  bei  den  Drosseln,  Würgern, 
Ilernbeifsern,  Sperlingen,  Finken,  Meißen,  Bach- 
stelzen u.  a.;  auch  bei  den  Spechten,  Momots  r) 
und  Papageien,  wenigstens  beim  rothm  Aras 
(Ps.  macao)  d)*  Die  Tauben-  brüten  ebenfalls 
abwechselnd,  wie  schon  Aristoteles  /)  angibt; 
Endlich  sollen  auch  die  Männchen  defe  Wasser* 
hühner,  Meven,  Seetaucher,  umi Alken  mit  deik 

a)  Bechstein  a.  a.  O.  B.  3.  S.  1313.      i  .    .!  r 

b)  Zorn  a.  a.  O  B.  1.  S.  403. 

c)  Azara  Voy.  T.  3.  p.  -1 

♦        ^     f     '   i     .15         •  '  * 

^   1      .  T    T.  4,  p.  5<x        (  z        ,   ,  ( 

e)  a.  a.  O.  L.  6.  C.  8.  Palumba  ab  tero  dtci  incipieiit  to* 
tarn  noctem  usque  ad  jemaculi  tempus  i  neu  bat:  reliquum 
tempus  palumbut.  *   ~    :  < 


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13*  » 

Weibchen  im  Brüten  abwechseln.  Die  Weibchen 
brüten  die  Nacht  und  den  gröfsten  Tbeil  des  Tages 
über,  gegen  die  Mittagsstunden  aber  verlassen  sie 
das  Nest  um  Nahrung  aufzusuchen,  und  dann 
brüten  die  Männchen ,  jedoch  nur  einige  Stun- 
den lang«  Die  Weibchen  der  Raben ,  der  Hänf- 
linge, der  Distelfinken  u.  a.  brüten  zwar  ge- 
wöhnlich allein,  döch  bringen  ihnen  die  JMänn- 
cheh  die  Nahrung  ins  Nest,  und  lösen  sife  zu« 
weilen  Wohl  einige  Stunden  im  Brüten  ab.  Die 
Weibehen  des  Straufses,  von  denen  oft  vier  big 
fünf  die  Eyer  in  ein  gemeinschaftliches  Nest  le- 
gen, sollen  nach  dem  Zeugnisse  Barrow's  a) 
abwechselnd  brüten,  und  das  Männchen 'soll 
aüch  zuteilen  an  dem  Brüten  Theil  nehmen, 

:  *   •    . 1  • '  ^         $♦  67.  | 


.. . 


Dauer  des  Brutens  ist  sehr  verschieden* 
Im  Allgemeinen  findet  man,  dafs  sie  im  Verhak- 
nifs  jnk  dem  Grade  der  Entwicklung  steht,  wel- 
chen'der  Foetus  im  Eye  erreicht,  und  zwar  so, 
dals  Vögel,  deren  Foetus  das  By  wenig  entwi- 
ckelt. Und  ausgebildet  verlassen,  kürzere  Zeit 
brüten  *  als  sölcfce  Vögel, äderen  Foetus  sehr  ent- 
wickelt aus  dem  Eye  hervortreten.  Zu  den  Vö- 
geln,  deren  Foetus  wenig  entwickelt  das  Ey 
verlassen,  gehören  diec  Raubvögel,  die  Singvö- 
gel und  die  Klettervögel.  Die  foetus  dieser  Vö- 
gel sind  beim  Austritt  aus  den  Evern  fast  ganz 
nackt  und  blind,  denn  dip  Augenlider  sind  noch 

Beschlossen,  auch  die  Extremitäten  sind  sehr 
urz  und  schwach.    Die  Foetus  der  meisten 


«)  a.  a.  O.  p.  91. 


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*37 

hühnerartigen  Vögel,  der  Sumpf  -  und  Wasser- 
Vögel  verlassen  sehr  entwickelt  die  Eyer,  sie 
sina  gröfstentheils  mit  Federn  bedeckt,  die  Au- 
gen sind  offen,  und  vdie  Füfse  sind  schon  so 
stark,  dafs  sie  sich  derselben  zum  Laufen  oder 
Schwimmen  bedienen  können,  sie  verlassen  da- 
her meistens  das  Nest,  so  bald  sie  aus  den  Ey~ 
ern  hervorgekommen  sind;  oft  bangt  ihnen  noch 
ein  Stück  der  Ey schale  am  Steifse. 

Uebrigens  ist  die  Dauer  des  Brütens  bei  ei- 
ner und  derselben  Vogelart  verschieckn  nach  der 
Temperatur  der  Luft,  der  Jahreszeit  a),  der  gün- 
stigen Witterung  und  des  Klimas.  In  einem  Ital- 
ien und  nassen  Frühling  dauert  die  Brutzeit  län- 
ger als  in  einem  warmen  und  trocknen  Frühling. 
Nach  Du  Tertre  b)  soll  die  Brütezeit  der  Haus- 
hühner auf  den  Antillen  viel  kürzer  seyn  als  in 
Frankreich.  Der  Krammetsvogel  mit  rother 
Brust  (Turdus  migratoriusj  soll  nach  Forster  c) 
seine  Eyer  zu  Moosefort  in  vierzehn  Tagen  aus- 
brüten ,  bei  der  Severn-Niederlassung  aber,  wel- 
che unter  dem  55.  Grad  nördlicher  Breite  liegt 
.und  nur  4  Grad  weiter  gegen  Norden  als  Moo- 
sefort, soll  dies  erst  in  26  Tagen  geschehen« 


—  . 

-  m)  Hisf.  An  im.  L.  6.  C.  2.    Exclud  unt  celerius  incubante* 

aestate,  quam  hyeme.  Idco  aestate  gaJltnae  duodevigeti- 
no  die*  foetum  exclud  unt,  byeme  aliquando  viguimo 
quipto. 

h)  Hut.  da  lies  Antillcs  T..O.  p.  266. 
t)  Philof.  Transact.  Vol.  62.  p.  399^ 


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I 


138 

Tabelle  über  die  Dauer  des  Brutens,. 

-  -  • 

;    Namen  der  Vögel.  Zahl  der  Tage. 

Die  Schwanzmeise  und  der  Zaunkönig  n  — -  13 
Der  schwarze  Kolibri  (Trochilus  niger)  ä)  12 
Das  Rothbrusteben,  das  Rothschwänzchen , 

die  Goldammer,  die  Hausscbwalbe  13 
Die  Nachtigall,  der  Mönch,  die  graue  Gras- 
mücke, der  sebwarzköpfige  Sänger,  die 
weifse  Bachstelze,  die  Feldlerche,  der  ge- 
fleckte Fliegenfänger,  die  Kohlmeise,  die 
Bartmeise,  der  Buchfink,  der  Sperling,  der 
Hänfling,  der  Kreuzschnabel,  der  Baumläu- 
fer, der  gemeine  Eisvogel,  der  Staar,  der  — 
Wendehals  und  der  Grasspecht  14 
Der  kleine  Regenpfeifer,  der  Halsband  -  Re- 
-    genpfeifer,  der  Wasserschwätzer,  die  roth- 
füfsige  Meerschwalbe,    die  kleine  Meer- 
schwalbe und  die  Lachmeve  14  —  16 
Der  Pirol,  der  Blutfink,  die  Mistel  -  Drossel  15 
Der  graue  und  der  kleine  Würger               15  —  16 
Der  Wiedehopf  ,  die  Sing  -  Drossel ,  derHolz- 

heher,  der  Kiebitz,  der  Kampfhahn  16 
Die  Haustaube  und  die  Turteltaube  :  16  —  17 

Die  Waldschnepfe ,  die  Mittelschnepfe  und  die    *  * 

Heerscbnepfe  16—18 
Die  Holztaube  17  —  18 

Die  Elster  17  —  21 

Der  Sperber  und  Wanderfalke  18  —sl<f 

Die  Krähenrabe,  die  Nebelrabe  und  der  Zie- 
genmelker 18—20 
Die  Ringeltaube  19  —  20 

Die  Kolkrabe,  die  Mandelkrahe,  der  Goldre- 
genpfeifer und  das  schwarze  Wasserhuhn  20 

1 


1)  Audebert  Hist.  narur.  des  Colibrii.  p.  99. 


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139 

Namen  der  FtgeL  Zahl  der  Tage. 

Das  Schneehuhn  ao' —  24 

Der  rothe  Milan,  die  Sumpfweihe,  die  Korn- 
weihe, die  grofse  Ohreule,  die  kleine  Ohr- 
eule, der  kleine  Kauz,  die  Wachtel,  das 
gabelschwänzige  Waldhuhn,  das  Haselhuhn, 
das  graue  Feldhuhn,  der  aschgraue  Reiher, 
J  der  grofse  Brachvogel,  der  ponktirte  Strand- 
läufer, der  Wachtelkönig,  der  Austernfi- 
scher, das  gr'ünfufsige  Rohrhuhn,  das  klei- 
ne Rohrhuhn,  der  gehäubte  Steifsfufs,  der 
geöhrte  und  der  kleine  Steifsrufs  «  —  24 

Das  rothe  Feldhuhn  22  —  24 

Die  Rohrdommel  und  der  weifse  Storch  23 
Der  Goldfasan  24  —  26 

Das  Perlhuhn  25 
Der  Silberfasan ,  der  Puter  und  der  langschnä- 

belige  Säger  26—28 
Der  Pfau,  die  Auerhenne,  der  grofse  Trappe, 
der  Kranich,  die  gemeine  wilde  Ente,  die 
Löffelente,   die  Eiterente,   die  Saatgans, 
der  grofse  Sägetaucher ,  der  grofse  Seetau- 
cher und  die  Troil-  Lumme  a   2  g 
Der  Pelekan  3° 
Der  Hockerschwan            *  35 

Der  Straufs  a)  36  —  413 

« 

§♦  68. 

Zur  Bildung  und  Entwickelung  des  Foetus 
im  Eye  ist  eine  Brutwärme  von  32  Grad  des 
Reaumurschen  oder  von  103  bis  104  Grad  des 


a)  Lichte wttin'i  Reite  B.  2.  S,  42. 


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14»  . 

Fahrenheitischen  Thermometer«  nothwendig  a)9 
welche  der  Haut  wärme  des  Vogels  so  ziemlich 
gleich  ist.  Ist  der  Wärmegrad  höher,  so  bildet 
sich  der  Foetus  schneller,  ist  er  hingegen  gerin- 
ger, so  bildet  er  sich  langsamer  aus  und  verläfst 
also  später  das  Ey.  Es  ist  nicht  nothwendig, 
dafs  den  Eyern  der  gehörige  Grad  der  Wärme 
von  dem  Körper  der  brütenden  Vögel  mitgeteilt 
wird,  sondern  jede  andere  natürliche  oder  künst- 
lich hervorgebrachte  Wärme  von  32  Grad  be- 
wirkt die  Bildung  des  Foetus.  So  haben  schon 
Menschen  b),  auch  Säugethiere  c)  Eyer  aus- 
gebrütet. In  Aegypten  d)  hat  man  eine  sehr  alte 

•_  • 

ä)  Reaumur  a.  a.  O.  T.  1.  p.  11.  p.  i5g. 

V)  Plinioi  Hi$t.  natur.  Lib.  10.  Cap.  55.  T.  2.  p.  418-  «a\ 
Harduin.  Quin  et  ab  nomine  perficiuntur  (ova") :  Julia 
Augusta,  prima  Tiberio  Caesare  ex  herone  gravida,  cum 
parere  virilem  sexum  admoduni  cuperet ,  hoc  usa  est  pueU 
lari  auguriö  ovum  in  sinu  fovcndo,  atque  cum  deponen- 
dum  haberct,  nut riet  per  sinum  tradendo,  ne  intermitre- 
retur  tepor. 

r 

Acbnlicbe  Beispiele  erzählen  Deswig  in  d.  Eph.  A.  N. 
C  Dec  2.  Ann.  10.  Obs.  4.,  Beguelin,  in  d.  Mem.  de 
Berlin  Ann.  1*749.,  Reaumur,  a.  a.  O.  T.  i.  p.  uM 
Hamburger  Magazin  B.  19.  S.  115. 

Fr.  HofFmann  et  J.  J.  Stang,  Disq.  sistens  curiosam 
pulli  gallinacei  in  foemina  cachectica  formati  historiam. 
#al.  1702. 

•)  EineHatze  brütete  ein  Enteney  ans,  Chr.  Helwig  Cai.  et 
Obscrvat.  p.  73. 

«  • 

d)  Aristoteles  Hist.  Ar»  in».  Lib.  6»  C.  2. /Exduduntur  igirur 
avium  ineubatu;  verum  etiam  sponte  iua  in  terra  perfi- 


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Methode  mehrere  tausend  Eyer  auf  einmal  iii 
besonders  gebauten  Ofen  künstlich  auszubrüten. 
Auch  in  China  geschieht  dies  nach  dem  Zeug- 


/ 


«»       ciuntur,    quemadmodum   in  Aegypto«    Defodiunt  cnim 
in  fimo.  • 

Diodorus  Sicnlus  Bibl.  histor.  Libi'i.  74.  T.  1.  p.  35. 
Plinius  Hist.  natur.  Lib.  10.  C.  54. 

Joh.  Veslingii  Obs.  de  pullorum  in  Aegypto  exclusione; 
in  s.  Obscrvat.  et  Epist.  p.  1. 

Greaves,  in  d.  Philos.  Transact.  Nro.  137. 

Thevenot  Voy.  au  Levant.  Liv.  2.  C.  2.  p.  456. 

Pococke  Travels  T.  1.  p.  260. 

■ 

Cranges  ou  Tourtcchot  Voy.  en  Egypte  p.  257. 
Monconys  Voyigcs  T.  1.  p.  463. 
Savery  Lettres  sur  l'Egypte  T.  1.  p.  304. 
Niebuh r  Reise  B.  1.  S.  145. 

Auch  Sicard,  Radzivil,  Lucas,  Myller  u.  a.  haben  die 
Methode  beschrieben. 

Reaumur  a.  a.  O  Th.  1.  Taf.  1.  4.  hat  einen  solchen 
Ofen  beschrieben  und  adgebildet. 

Rozie're  und  Rouycr  handeln  ausführlich  von  dieser 
Methode  die  Eyer  auszubrüten,  in  dem  Prachtwerk,  De- 
scription  de  TEgypte.  Paris  1809.  1810.  fol.  Etat  moderne 
Nro.  5.  p.  203.  21 6.  Die  Eyer,  oft  30  bis  40,000  an 
der  Zahl,  werden  in  den  Abtheilungen  der  erbauten  Ofen 
auf  Stroh  gelegt,  und  dann  werden  die  Qfen  mit  bren- 
nendem Thiermist  erwärmt.  Unrichtigerweise  hat  man 
geglaubt,  dafs  die  Eyer  im  Miste  selbst  ausgebrütet  wür- 
den, welches  selbst  Reaumur  geglaubt  und  vergebens  ver- 
sucht hat.  Gewisse  Familien  des  Dorfes  Berme'  jetzt  Barn- 
bal  im  Delta,  beschäftigen  sich  mit  diesem  künstlichen 
Ausbrüten  der  Eyer.  Sie  bestimmen  die  nöthige  Wairac 
blofs  durchs  Gefühl  aufs  genaueste.    Sie  zerstreuen  sich 


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*4* 

nisse  Ekeberg's  a\  und  J.  Barrow's  b).  In  Etu 
ropa  hat  man  mehrmals  Eyer  in  ähnlichen  Ofen 
ausgebrütet  c)\  desgleichen  in  besonderen  Brut- 
Maschinen  mit  Hülfe  des  Lampenfeuers  d).  Auch 


in  den  Brutmonaten  Februar,  Märtz  und  April  in  ganz 
Egypten,  um  in  mehr  denn  200  Brutofen  das  Geschäft 
zu  leiten. 

.   a)  In  d.  Schwed.  Akad.  Abhandl.  B.  30.  5.  203.    Von  der 
Chincscr  Art,  Eyer  auszubrüten.  \ 

h)  Voy.  en  Chine  T.  i. 

c)  Thom.  Browni  Pscudoxia  epidemica.  Francof.  et  Lips. 
1680.  p.  505.  hier  ist  ein  Ofen  abgebildet  um  mehr  als 
1000  Eyer  auf  einmal  auszubrüten. 

Ol.  Wormii  Epist.  Doct.  viror.   Hafn,  1728.  T.  2. 
Ep.  96. 

Th.  Bartholin  Hist.  Cent.  3.  bist.  100.  Cent.  6.  hist.  11. 

* 

K.  W.  Ccderhielm  Versuch  junge  Hühner  im  Ofen  aus- 
zubrüten, in  d.  Schwed.  Akad.  Abh.  1*748.  S.  233. 

Kufler  in  Birch  Transact.  T.  2.  pf  455.  * 
Ausführlich  in  Reaumur's  angeführter  Schrift. 

rf)  Porta  in  s.  Magia  naturalis. 

Hooke  in  Birch  Transact.  V.  3.  p.  247.  Ann.  1675. 

Beguelin  methodc  pour  faire  eclore  des  poulets  au 
moyen  d  un  fcu  de  Lampe.  Bibl.  Impart.  1*750.  T.  2. 
P.  1.  p.  105. 

Im  Hannöver,  g.  Anzeig.  1751.  p.  154. 

links  Leipz.  Samml.  B.  8.  S.  548« 

Holl  mann  in  s.  Unterricht  von  Barometern  und  Ther- 
mometern. Gotting.  1783-  8*  S*  ?5*  S.  271*  hier  ist  eine 
solche  Brutmaschine  beschrieben. 


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*43 

in  Lohe  a)  will  man  Eyer  atis  gebrütet  haben. 
Endlich  will  Achard  b)  vermittelst  des  electri- 
schen  Fluid  ums  die  Keime  des  Hühnchens  im 
Eye  .entwickelt  haben. 

Der  gehörige^  Grad  der  auf  die  Fyer  ein* 
wirkenden  Wärme  ist  für  sich  zur  Bildung  de* 
Foetus  nicht  hinreichend,  sondern  es  ist  auch 
der  Zutritt  der  atmosphärischen  Luft  zu  den 
Kyern  nothwendig,  wie  unter  andern  die  Ver- 
suche Reaumur's  c\  beweisen.  Er  legte  sechs  be-  * 
fruchtete  Eyer  in  ein  Gefäfs  mit  laulichtem  Wafr 
ser  und  setzte  dasselbe  in  seinen  Brutofen,  in 
welchem  dem  Wasser  und  folglich  auch  den  Syr- 
ern 32  Grad  Wanne  ^ertheilt  wurde.  Nach  drrf 
Tagen  öffnete  er  ein  solches  By,  allein  er  fand 
keine  Spur  eines  Foetus.  Am  neunten  Tag  öff- 
nete er  zwei  Eyer,  die  auf  dem  Wasser  schwam- 
.  men,  eins  derselben  war  verdorben  und  das  an- 
dere war  in  Hinsicht  des  Dotters  unverändert, 


a)  Baussaat  du  Bignon,  in  d.  Mem.  de  Mathcm.  et  Phys. 
presentes  a  i'Ac.  Roy.  de  Paris  T.  4.  p  483. 

b)  Mem.  sur  une  nouvelle  maniere  de  faire  eclore  les  Ocufir, 
au  moyen  de  l'Ectricite,  in  Rozieres  Journ.  de  Phys.  T.  20. 
p.  56. 

- 

Im  Auszug  in  Beckmann*!  Ökonom,  physik.  Biblioth. 
B.  8«  S.  613. 

Vom  Ausbrüten  der  Eyer  durch  die  Eiectricit'at,  in  d. 
Berlin.  Samml.  B.  10.  S.  261. 

e)  a.  a.  O.  Th.  1.  S.  186. 


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*4* 

das  Eyweifs  war  so  flüssig  wie  Wasser  und 
von  einem  Foetus  wrjr  keine  Spur  vorhan- 
den. Ebenso  verhielt  es  sich  mit  den  übrigen 
Evern,  die  am  zehnten  und  am  siebenzehnten 
Tag  geöffnet  wurden.  Viborg  a)  hat  durch  wie- 
derholte Versuche  bewiesen,  dafs  die  atmos- 
phärische Luft  zur  Bildung  und  Entwickelung 
des  Hühnchens  im  Eye  absolut  nothwendig  ist, 
und  dafs  sie  in  irrespirablen  Gasarten  nicht  vor 
sich  geht.  r 

§.  70. 

Nach  Reaurtur*  b)  Untersuchungen  dunstet 
während  des  Bratens  der  fünfte  bis  sechste  Thefl 
der  Flüssigkeiten  des  Eyes  aus.  Ein  Hühnerey, 
dessen  ganze  Schwere  anfänglich  1140  Gran  be- 
trug, wog  990  Gran,  da  das  Hühnchen  fast  ganz 
ausgebildet  war,  folglich  betrug  der  Verlust  des- 
'  selben  durch  die  Ausdünstung  130  Gran.  ,  I* 
gleichem  Grad  wie  das  Ey  während  des  Bxü> 
tens  ausdünstet,  tritt  die  athmosphärische  Luft; 
in  das  Ey  ein ,  und  der  am  stumpfen  Ende  des 
Eys  zwischen  den  Platten  der  Eyschalenhaut 
befindliche  Raum  wird  vergröfsert. 

•  -T 

».  ...» 

§•  71- 

Bemerkenswerth  ist  noch,  dafs  der  Dotter 
und  das  Eyweifs  in  den  befruchteten  Eyern 


a)  Bericht  an  d.  kö'nigl.  Dänische  Gesellschaft  der  Wissen 
Schäften,  über  die  Versuche,  welche  er  mit  dem  Ausbrü- 
ten von  Eyern  in  Gasarten,  die  zum  Athemholen  untaug- 
lich sind,  angestellt  tyrt,  in  s.  Sammlung  von  Abhandlun- 
gen für  Thierärzte  und  Ockonoraen.  B.  4.  S.  445. 

A)  a.  a.  O.  Th.  t,  S.  169. 


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145 

wahrend  der  Brut  nicht  verdirbt,  da  es  doch 
während  des  Brütens  einem  Wärmegrad  von 
103  bis  104  Grad  des  Fahrenheitschen  Thermo- 
meters ausgesetzt  ist,  ein  Wärmegrad,  welcher 
nichtbefruchtete  Eyer  verdirbt  und  in  Fäulnifg 
versetzt.  Dies  beweist,  dafs  die  befruchteten 
Eyer  als  schon  belebte  Substanzen  zu  betrach- 
ten sind,  wie  auch  J*  Hunter  a)  annimmt,  ob- 
gleich an  ihnen  keine  animalische  Lebensäusse- 
rungen ,  nämlich  Empfindung  und  Bewegung, 
wahrzunehmen  sind. 

Unter  den  Eyern  einer  Brut  finden  sich  oft 
ein  bis  zwei  Eyer,  in  welchen  sich  kein  Fötus 
bildet  Sie  sind  entweder  unbefruchtete  Eyer 
oder  solche,  welche  während  des  Brütens  abge- 
storben sind.  Die  alten  Naturhistoriker  b)  nann- 
ten sie  Ova  cynosura  oder  urina. 

« 

§>  7** 

Man  hat  mehrere  Beyspiele,  dafs  sich  Vo- 
gel -  Foetus  in  den  Eyern  innerhalb  des  Leibes 
der  Hennen  ausgebildet  haben»   J.  Kanold  r)  er- 
zählt folgenden  Fall  der  Art:  eine  Henne  wurde 
.ungewöhnlich  dick,  so  dafs  sie  kaum  gehen 


a)  Mc'm.  sur  la  Chaleur  des  Animaux  et  des  Vegetaux,  aus 
d.  Philos.  Transact.  in  Rozier's  Journal  de  Phys.  T.      p.  12. 

h)  Aristoteles  Hist.  Anim.  Lib.  6.  C.  2.  Ova  quae  cyno- 
sura et  urina  ab  aliquibus  dicuntur,  per  aestatem  magis 
oriuntur.  Coelo  tonante  quae  foventur  ova,  corrum- 
puntur. 

9)  Brcfslauer  Sammlung,  Versuch  2.  S.  $2$. 

IO 


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146 


konnte,  weil  ihr  Bauch  beim  Geben  die  Erde 
berührte.  Nachdem  man  die  Henne  getödtet 
und  den  Bauch  geöffnet  hatte,  flofs  eine  Menge 
Wasser  aus  und  man  fand  eine  grosse  Masse, 
worin  drei  ausgebildete  mit  Federn  bedeckte 
Hühnchen  enthalten  waren.  Ein  jedes  der  Hühn- 
chen befand  sich  in  einer  besonderen  Haut. 
Geifsler  a)  fand  in  dem  Bauche  einer  Henne 
ein  vollkommen  ausgebildetes  Hühnchen,  aus- 
serdem war  in  dem  Bauche  noch  eine  Masse 
enthalten,  welche  hartgekochtem  Byweifs  glich* 
Tabarrani  b)  sah  ebenfalls  ein  Hühnchen,  das 
in  einem  mit  den  Gedärmen  der  Mutter  verbun- 
denen Sacke  enthalten  war ;  dem  Hühnchen  fehl- 
te jedoch  der  Kopf.  Rossi  c)  fand  einen  wohl- 

? gestalteten  und  ausgebildeten  Foetus  im  Unter- 
eibe einer  Truthenne*    Er  will  selbst  mehrere 
Versuche  über  die  Entwickelung  der  Foetus  in 


a)  Von  einem  im  Bauch  einer  Henne  gebildeten  Küchlein , 
in  d.  Fränkischen  Sammlung  B.  6.  S.  49. 

b)  In  d.  Atti  di  Siena  T.  3.  p.  125.  appcnd. 

#)  In  d.  Memorie  di  Turino.  T.  6-  p.  266 —  274. 

Mehrere  andere  Fälle  der  Art  sind  aufgezeichnet  in  d. 
Philosoph.  Transact.  No.  50.  p.  1019/  in  d.  Eph.  A.  N. 
C.  Dec.  2.  Ann.  4.  App.  Obs.  28- »  im  Journal  des  Sca- 
vans  Ann.  1678-  N.  23.  Mich.  Lyser  in  s.  Observat. 
Medic.  die  s.  Schrift,  Culter  Anatomicus  Lugd.  Batav. 
173 1  angehängt  sind,  Obs.  6.  p.  19s.,  Gallina  ovipara, 
wo  es  also  heifst:  Dominus  Ch.  Canuti  Pontopidanus  Pa. 
fror  retulit,  quod  nuperrime  in  Dioecesi  sua  gallina  foeta, 
non  more  aliarum  ovum  unum  vcl  alterum  sed  sex  pullof 
bene  conformatos  vivos.  uno  partu  excluserit.  Sed  horura 
vita  matri  necem  intolit,   quae  illico  a  partu  extincta  est. 


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147 


«lern  Bauche  der  Hennen  angestellt  haben,  aus 
denen  sich  ergibt,  jjlaljs  sie  leicht  zu  bewirken' 
ist,  wenn  man  den  Eyerleiter  der  Hennen ,  näm- 
lich befruchteter,  unterbindet  oder  verstopft,  sie 
dann  reichlich  füttert  und  dem  Futter  Wein  und 
Hanfsamen  beimischt.  Man  bat  auch  mehrere 
Beobachtungen ,  dafs  man  Byer  in  der  Bauch- 
höhle fand,  die  wohl  bei  dem  Losreifsen  von 
dem  Byerstock  nicht  von  dem  Eyerteiter  aufge- 
nommen, sondern  in  die  Bauchhöhle  gelangt  wa- 
ren. Morand  a)  erzählt:  eine  junge  Henne, 
welche  oft  gelegt  hatte ,  verfiel  in  eine  Krank- 
heit und  hörte  auf  Byer  zu  legen ;  in  der  geöff- 
neten Bauchhohle  der  getödeten  Henne  fand  man 
am  Gekrös  eine  grofse  Geschwulst,  die  an  ei- 
nem Stiele  hing  und  ein  grofses  Ey  enthielt, 
Welches  sein  Byweifs  und  seinen  Dotter  hatte; 
ersteres  bestand  aus  sechsunddreifsig  Schichten, 
und  lezteres  war  zerflossen,  und  blasser  als  ge- 
wöhnlich. Auch  in  dep  Fränkischen  Sammlung  b) 
ist  ein  ähnlicher  Fall  erzählt:  in  der  Bauchhöhle 
einer  Henne,  welche  nicht  gelegt  hatte,  fand 
man  zwei  grofse  mit  ihren  Schalen,  Dotter  und 
Byweifs  versehene  Eyer,  dann  ein  Ey  von  der 
Gröfse  eines  Gänseeys  ohne  Schale,  ferner  noch 
drei  kleinere  Byer  ohne  Schale  und  endlich  zwei 
Dotter. 


a)  Observ.  tur  un  oeuf  monitraeox  tire  d'une  jetine  poule, 
in  d.  Mem.  de  l'Ac.  des  Sc.  de  Parii  Ann.  1*718«  Hilf* 
P-  25. 

h)  B.  3.  S. 

10  • 


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148 

■ 

f 

Achte»  Cäpitel. 

r 

i 

-Von  der  Bildung  des  Foetus.  ä) 

$♦  73- 

Ich  gehe  jetzt  zur  Bildungs-Geschichte  des  Foetus 
und  «einer  Hüllen  im  E je  über*   Ohnstreitig  der 


«3)  Hippocrates  bringt  einiges' über  das  Brüten  und  die  Bil» 
dung  des  Hühnchens  im  Eye  vor,  in  t.  Buch  sttpi  JüJtftOj 
naibtov.  ed.  Foesii  Genev.  T657  fol.  p.  247. 

■ 

Aristoteles  handelt  zuerst  ausführlich  von  der  Bildung 
des  Hühnchens  im  Ey,  namentlich  des  Hertens,  in  s. 
Historia  Animalium  Lib.  6.  Cap.  3.  p.  1236,  im  zweiten 
Band  der  trefflichen  Ausgabe  von  J.  C.  Schneider.  Lips. 
181 1.  8*  Auch  tn  der  Schrift  de  Ceneratione  Lib.  3. 
Cap.  i.  3.  .  .  ,  ' 

Plinius  schrieb  die  Beobachtungen  Aristoteles  fast  ganz 
ab.  HistOTia  natur.  Lib.  ro.  Cap.  50.  53.  54.  55.  ex  ed. 
Harduini  Paris.  i685-  n-  T-  2-  P-  444* 

■ 

Albertus  Magnus  de  natura  et  anatomia  et  generati- 
one  ovorum,  in  s.  Schrift  De  Animalibus,  Lib.  6.  beson- 
ders das  vierte  Capitel  de  tempore  completionis  ovorum  et 
de  anatomia  eorum  et  motatione  in  fbrmatione  pulli.  Opera 
omnia  ex  ed.  Jammy  Lagd.  1651  fol.  T.  6.  p.  188- P-  19*. 
Eine  Jblofse  Compiktion.  x 

Voleher  Coiter  de  ovorum  gallinaceorum  generationis 
primo  exordio  progressuque  et  pulli  gallinacei  creatiortis  or- 
dioe,  in  s.  Schrift  Externarum  et  internarum  principaUum 
humani  corporis  partium  Tabulae.  Nürnberg.  1513*  fol«  p* 


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,  149 


schwierigste  Theil  der  ganzen  Lehre  von  den 
Vögeln,  wegen  der  Darstellung  der  vielen  und 


$2.  Ein  Auszug  "hiervon  in  O.  Blasit  Anat.  Anrmal.  p.  194* 
Er  stellte  seine  schätzbaren  Beobachtungen  zu  Bologna  im 
Jtbr  i 564 an,  auf  Anrathen  seines  Lehrers  AJdrovand. 

Ulysses  Mdro\>and%  Salaciras,  Coitus,  Partus,  Incu- 
ba.tio,  Generatio,  Exclusio  Avium,  ins.  Ornithologie  Lib. 
14.  pag.  205.  Bononiae  1600  fol.  Fraconf.  161a  pag.  97. 
Oberflächlich. 

i 

Hier.  Fabricius  ad  Aquapendente  de  formatione  ovi 
et  pulli,  ins.  Opusculis.  Patavii  1625  Toi.  in  der  Ausg. 
von  Bohnius  Lips.  i6S7  f°l-  P*  1  >  *n  der  Ausg.  von  D.  S. 
Albin  Leid.  173a.  fol.  p.  1.  Im  Auszug  in  G.  Blasii  Ana- 
torae  Anim.  p.  166.  Enthält  die  ersten  Abbildungen  über 
diesen  Gegenstand. 

Andreas  Libavius  resp.  Ph.  Bavaro  Dissert.  de  ovo 

~*  *»,».»• 

galltnarum  et  pulli  ex  eo  generatione.  Coburgi  1610.  4. 
unbedeutend. 

*  ,  ■  ►  * 

Aemilius  Fanisanut  gibt  einige  Anmerkungen  in  s. 
Schrift  Nobilium  Exercitationum  Lib.  12.  Venct.  1623  fol. 
Lib.  5  de  proercationis  modo  et  ordine. 

Mart,  Sc  ho  oh  Dissert.  de  ovo  et  pulli  formatione.  Ur- 
recht. 1643.  ,a<  Beschreibt  die  Bildung  des  Foetus  ziem- 
lich gut  nach  den  verschiedenen  Tagen  der  Bebrütung« 

Gull.  Harvey  Exercitationes  de  Generatione  Animalium 
Londin.  1651«  4.  Amstcl.  1651.  12*  Im  Auszug  in  Blasii 
Anat.  AnimaL  pu  202.  und  in  .Mangeti  Bihj.  Anat.  Ti  1.  p. 
595*  Vortrefflich.  Er  bediente  sich  bei  seinen  Untersuchun- 
gen der  Vergröfserungsgläser  und  berichtigte,  viele  Irrthü* 
mer  seiner  Vorgänger. 

Jo.  Faber  handelt  Von  dem  bebrüteten  Ey  und  liefert 


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mancherlei  Erscheinungen,  die  sich  hier  dem 
Beobachter  aufdringen*   Um  diesen  Theil  genau, 


einige  Abbildungen ,  in  d.  Collcctio  nobilium  Iihellorum  ai 
plantas  Mexicanas  perrinentium  Romae  165 1.  fol. 

Jo,  Vesling  Observationes  philosophicae  er  mcdicae  de 
pullorum  in  Aegypto  exclusione  medienre  cafore  elementar!, 
in  d.  Obscrv.  Anat  et  Epistot.  Medic. ,  quas  ex  schcdis  Ves- 
lingii  a  F.  Rhodio  servatis  edidit  Th.  Bartholin.  Hafn.  1664 
8-  Im  Auszug  in  Blasii  Anat.  Anim.  p.  197.  Vesling  stellte 
als  Arzt  des  Venetianischen  Consuls  zu  Cairo  im  Jahr  1629 
seine  genauen  Beobachtungen  an  Eyern  an,  welche  er  aui 
Aegyptischeii  Brutöfen  erhielt. 

• 

Nathan*  Highmor  theilt  einige  gute  Bemerkungen  und 
Abbildungen  mit  in  s.  History  oFgeneration  examining  the 
opinions  of  divers  autors  and  chiefly  of  Sir  K4  Dighby. 
London  1651.  8« 

Math.  Stade  (unter  dem  fingirten  Namen  Theodoras 
Aldes)  Disscrtatio  epistolica  contra  Harvcjum  intcrpolara  et 
tribus  observationibus  aueta.  Amstd.  1667.  12.  Observatio- 
nes in  ovis  imritutae.  Amsr.  \668-  1675.  ,a-  curaCaroli 
Schaeffcri  Halae  1614.  12.  Im  Auszug  in  Blasii  Anat.  Anim. 
p.  246.  und  in  Mangeti  Bibh  Anat.  T.  I.  p.  734.  Ent. 
hält  manches  cigenthümlichc. 

Guil.  Croone  theilt  seine  Untersuchungen  über  die  Bit- 
dung des  Hühnchens  im  Ey  mit,  in  Birch.  histor.  Reg.  Soc. 
Vol.  3.  p.  31.  mit  Abbild.    Er  berichtigt  Harvey. 

1 

Guath.  Necdham  beschreibt  die  Eyhä\ite  und  mehrere 
Theile  des  Vogelfoetus,  besonders  seine  GePafse,  gut,  in 
s.  Schrift  Disquisitio  Anatomie*  de  formato  foetu.  Lond. 
1667.  8-  Amstd.  1668.  12. 

Guil,  Langley  Ovi  foecundi  singulit  ab  ineubatione 
diebus  facta«  inspectiones.  Anuterd.  1674.  12.  c.  fig.  im 


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I5i 

i 

fäfslich  und  ausführlich  abhandlen  zu  können, 
so  weit  es  nämlich  die  ausgesteckten  Granzen 


Autz.  in  Btasii  Amt.  Anira.  p.  239.  Enthält  einige  gute 
Bemerkungen  und  Abbildungen. 

• 

J.  Jutti  Schräder  Observationes  et  historiae  ex  G. 
Harveji  libro  de  generatione  animalium  excerptae,  in  ordi- 
nem  redactae.  "Wilhelm i  Langley  de  Generatione  animali- 
um observationes  quaedam:  accedunt  ovi  fecundi  singulis 
ab  ineubatione  diebus  factae  inspectiones,  ut  et,observatio* 
«um  anatomico  -medicarum  Decades  4.    Amsf.  1674. 

Nicol..  Steno  Observationes  in  ovo  et  pullo,  in  d.  Actis 
Harn.  Vol.  2.  Obs.  38.  p.  gi.  im  Auszug  in  BUsii  Anat 
Anim.  p.  29g.  auch  in  Mangeti  Bibl.  Anat.  T.  2.  P.  2.  p. 
314.  Schäzbar. 

MarcelU ßlalpighii  Dissertatio  epiitolica  de  formatione 
puIH  in  ovo.  Lond.  16*73.  n*  c*  ^S*  Appendix  de  ovo  ineu- 
bato  c.  fig.  in  s.  Oper.  Omn.  T.  2.  p.  19.  Batav.  1687.  4- 
Im  Auszug  in  Blasti  Anat.  Anim.  p.  253.  auch  in  Mangeti 
Bibl.  Anat.  T.  1.  p.  575.  Ucbertrifft  durch  seine  gröTsten. 
theils  genauen  Mikroscopischcn  Untersuchungen  und  durch 
die  beygefügten  schönen  Abbildungen  alle  seine  Vorginge» 

Andr,  Snape  hat  eine  Reihe  von  Eyern  untersucht 
und  seine  Beobachtungen  mitgetheilt  in  s.  Schrift  Anatomy 
of  a  horse  containing  a  füll  description  of  all  his  parts 
with  an  appendice  of  two  discourses.    The  one  of  the<  ge» 
neration  of  animals  etc.    Lond.  1686.  fol. 

Joh.  Paul,  Stabe  de  Caisina  de  ineubatione  gallinarum 
Mutin.  i687-  8« 

/.  G,  Berger  de  ovo  et  pullo.   Wittb.  1688-  4- 

Gust.  Cas.  Gahrliep  Notabilia  quaedam  circa  forma**- 


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dieser  Schrift  erlauben,  halte  ich  es  für  not- 
wendig, die  Bildungs- Geschichte  des  Foetus  und 

onem  pulli  gallinecei,  in  d.  Eph.  Ac.  Nat.  Cur.  Dec.  2. 
Anm.  10.  p  13.  Unbedeutend« 

Ant.  Maitre-Jean  Observation*  sur  la  Formation  du 
poulet.    Paris  1*722.  12.  avec  fig.  Schätzbar. 

Maria  Lancisius  handelt  von  der  Bildung  des  Her- 
zens im  Hühnchen,  in  s.  Schrift  de  motu  cordis  et  aneuryt 
matib'us.  Romae  1728  fol.  In  den  Oper.  Omn.  Venet. 
1139  fol.  T.  2.  p  176. 

• 

F.  Th.  Guideti  hat  Untersuchungen  über  verschiedene 
Theile  des  bebrüteten  Eys  und  des  Foetus  angestellt  und 
snitgetheilt  in  s.  Schrift  Dissertationes  physiologicae  et  me- 
dicae.  Turin  1747.  8« 

■ 

AI.  Monra  (der  Vater)  handelt  von  der  Bildung  des 
Hühnchens  im  Eye,  in  den  Essays  of  a  soctety  at  Edin* 
burgh.    Vol.  2. 

Alb.  de  Hatttr  Deux  Memoires  sur  la  formatfbn  du 
coeur  dam;  le  poulet.  Lausanne  1758-  I2-  verbessert  mit. 
getheilt  in  s.  Oper,  minor.  T.  2.  p.  54.  de  formatione  cor- 
dis in  ovo  ineubaro.  Enthält  eine  sehr  grofse  Menge  Be- 
obachtungen über  alle  Theile  des  Foetus. 

—  Deux  Memoires  sur  la  formation  des  os.  Lausanne 

'ISS'  '2.  Auch  aufgenommen  in  den  Oper,  minor.  T.  2. 
p.  160,  De  Ossium  formattone.  Enthält  die  Bildungsge« 
schichte  der  Knochen  des  Hühnchens  im  Eye. 

Casp.  Triedr.  W&lff  gibt  trefflich  die  Bildung  meh- 
rerer Organe  des  Hühnchens  an  in  s.  Schrift  Theoria  ge« 
»erationis  Halae  1759.  g.  ed.  nova  Hai.  1774.  8» 

■  de  formatione  intestinorum  ptaeeipue,  tum  et 


■ 

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153 

seiner  Hüllen  iii  chrönelogJscher  Ordnung  nach 
Tagen  aa*ugeben>  -  4alipit  der  Leser  mit  Leich- 


de  amnio  spurro,'  aliisqtie  partibus  embryoms  gallinacei, 
nondum  visis ,  observationes ,  in  ovis  ineubatis  institutae. 
In  d.  Nov.  Commentar.  Ac.  sc  Peferpolit.  T.  12.  p.  403. 
T.  13.  p.  418-  cum  %.    Gani  vorzüglich. 

■       ►  « 

Casp.  Fried.  IVolJf  über  die  Bildung  des  Darmkanalt 
im  bebrüteten  Hühnchen ,  übersetzt  von  F.  F.  Meckel.  Halle 

t%iX  8?       Abbild.    Eine  sehr  gute  Uebersctzung. 

*  •  •«<  . 

Alex,  Bunter  The  State  of  an  Egg  on  the  fourttt  day 
©f  ineubation.  Mit  einer  Abbild.    Dieses  ohne  Druckort  er- 
schienene Schriftchen  ist  im  CatalogusBibliothecae  htstorico- 
naturalis  Joseph!  Banks  auetore  F.  Dryander.  London  1^96 
T.  2*.  p.  404.  aufgeführt, 

Vtcq.  dAzyr%  Fragniens  sur  llAnaromie  et  la  Physiolo- 
gie de  l'oeuf.  Aus  dem  Vocabulaire  Anatomtque  wieder  ab- 
gedruckt in  den  Oeuvres  de  Vicq  -  cTAzyr  recueill.  par  F.  h, 
Moreau  de  la  Sarthe.    Paris  1805. -8-     6,  p.  388v 

Spallanzani  Des  phenomenes  de  la  circulahoft  observrfe 
dans  le  systecue  entitr  des  vaisseaux  du  poossin  pendant  tonte 
la  couve'e  de  l'oeuf.  in  t,  Experiences  sur  la  Circulation  ob- 
servet  dans  l'uiuversalitc  du.  r/stcroe- vueulaire.  Quvrage 
trad.  de  l'italien  par  F.  Tourdes.  Paris  An.  8«  Seet.  4.  p-262 

F.  S.  F.  LhtilU  Dissertation,  physiologique  tur  la  nu~ 
ttilion  des  Foetus  cQnsideres  dans  les  Mammifercs  et  dans  les. 
Oiseaux.  Paris  An.  *j.  in  8«  Im  Auszügen  Reils  Archiv  für 
d.  Phys.  B.  4..  S.  413.  Enthält  viej  unrichtiges  undaoaas- 
icndes. 

Fr.  Bhim&nbach  von  dem  bebrtiteten  Küchelchen  und 
den  zu  seiner  Oekonotnie  gehörigen  Organen  des  Eyes,  in  s. 
schätzbaren  vergleichende*  Anatomie.  Göttingen  1805.  8« 
Absch.  a*J.  &.  509. 


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154 

tigkeit  die  Succession  in  der  Bildung  des  Foetus 
und  der  sich  gleichzeitig  gestaltenden-  Organe 
überschauen  könne. 

%  .  Ich  Tiefere  eigentlich  nur  die  Bildungsge- 
Bchichte  des  Foetus  in  dem  Eyern  der  Haushen- 
ne, theils  weil  die  Naturforscher  bisher  nur  über 
diese  Beobachtungen  angestellt  haben,  und  theils 
weil  ein  jeder  diese  Beobachtungen  leicht  wie- 
derholen kann ,  indem  man  jä  immer  Gelegenheit 
hat,  sich  Bruthennen  zu  verschaffen.  Einigemal 
habe  ich  die  Bildung  des  Foetus  in  Enten-Byern 
untersucht,  habe  aber  durchaus  keine  Abwei- 
chungen wahrgenommen,  ausgenommen,  dafs  die 
Bildung  des  Foetus  erst  binnen  acht  und  zwanzig 
Tagen  voUejwteMst^  "  ■  * 

In  der  Angabe  der  Zeitpunkte  in  welche  die 
Naturforscher  die  Bildung  verschiedener  Organe 
setzen,  findet  sich  eine  Menge  Von  Abweichun- 
gen und  Widersprüchen,  welche  gröfsten theils 
von  der  Verschiedenheit  des  Triebs  zum  Brüten 
in  den  Hennen,  von  dem  Orte,  wa  das  Nest 
stand,  von  der  Lage  der  Ey er  im  Neste,  von  der 
Witterung  während  des  Brütens,  und  von  ande- 
ren Einflüssen  herrühren,  wie  Harvey  a),  Hal- 


L.  S»  Corner  ab  Tredem  Dissert.  sist.  Ovi  avium  hi- 
stortae  et  incubationis  prodromum«  Jenae  i8<>8-  in  n.  c. 
tah.  aen.    Sehr  gut. 

«)  De  Generat.  p.  96.  Fit  tarnen,  ut  plura  simul  ova  in- 
fpicieme,  quaedam  praecocia,  et  provectiora,  omniaque 
ex  plicata  magis  habentia:  aÜa  tardiora,  membrisquc  minus 
disnncta  appareant.  Quanquam  alias  non  parum  ad  hanc 
rem  faciunr,  anai  topus ,  locus,  externa  fomcnta,  deli- 
geas  iscubatio,  e:  si  quae  sunt  alia  bujusmodi. 


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I 


ler  a) ,  WolfF  b)  und  andere  Naturforscher  rich- 
tig bemerkt  haben.    Ich  gebe  die  Zeitpunkte 


ä)  a.  a.  6»  p.  58*  Aliae  gallinac  alits  ceterius  ad  maturita- 
tem  ova  sua  perducunt,  atque  adeo  ficri  potest»  ut  plurt» 
11111  horarum  fetus  immaruriora  sint,  quam  qui  tunt  pau- 
dor  um. 

1)  Now  Comment.  Ac.  Petrop.  T.  12.  p.  413.  Tempos  fa» 
cubationes,  quo  ccrtae  in  ovis  perfectiones  obtinentur, 
mire  variat,  adeo,  ut  non  rar  um  fit,  ova  aperire,  sex  v. 
gr.  dies  incobata»  quae  aliis  quinque  dies  incubatis,  vix 
aequalia  sint,  iteramque  alia  sex  dierura  ova  videre,  quae 
ova  Septem»  immo  octo  dierum  alia  superent,  quamvis, 
quod  magis  mirandum  esse  censeo,  omnia,  sive  tardiora 
fuerint  tempore  incubaroria,  sive  praccocia ,  die  vegcsimo 
primo  absohito»  nec  facile  priusr  si  paucas  horas  largiaris, 
maturescant  tarnen,  öctumque  exchidant.  Situm  ovorum  sub 
gallina  incubante  multum-  huc  conferre-  puto,  maxime  cum 
inde  simul  intelligatur,  qua  ratio ne  retardata  ova  compen- 
sari,  et  praccocia  limitari  possint ;  nam  durame  incubatione 
gallinam  saepius  dcprehendt  totum  nidum  evertere  non  sine 
strcpitu  et  aliquo  clamore,  adeo  ut  infcriora  sursum,  su,. 
1         periora  deorsum  commoveantur;  saepius  hac  occasicne  ac- 
ciditt  ut  ova  nido  extrudantur  et- frangantur.  Heinde  vero 
plurimum  quoque  contribuere  animadverti,  varium  gallinae 
in  suo  instinctu  fervorem.  Aliae  enim  sunt,  quibus  nulluni 
cubandt  Studium  est»  quae  pingues  sunt  et  rubro  pectine 
ornantur,  haec  ova  deserunt,  et  si  coguntur  ea  tarnen  vix 
calefaciunt;  aliae  autem  prae  cuptdine  cubandi  victum  nc- 
gligunt,  et  quasi  febre  ardcnte  taborarent,  toto  corpore 
urunt,  unde  brevi  emaciantur,  pectineque  notantar,  quod 
vulgo  etiam  notum  est,  albo,  contracto,  exsucco. 

Ib.  p.  464.  Saepius  involucra  interioribus  partibus, 
et  haec  rursum  il Iis  praeferri,  saepius  cor  cum  hepate 
prae  intestinis,  et  contra  haec  prae  corde  magis,  quam  so* 
litum  est,  promoveri  observatum  est  mihi. 


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156 

oder  Termine  der  Bildung  so  an,  wife  sie  tom 
den  bewährtesten  Naturforschern  bemerkt  Wor- 
den sind,  und  so  wie  ieh  sie  am  häufigsten  bei 
jpeinen  eigenen  mehrmals  wiedcrhohlten  Unter- 
suchungen beobachtet  habe.  Ferner  mufs  ich 
Doch  angeben,  dafs  man  die  früheren-  Zustände 
des  Embryos  und  seiner  Hüllen  nur  allein,  mit 
Hülfe  guter  Vergröfserungsgläser  erkennen  kaniv 


%■  74. 

Er s per    Tag^  , 


Bei  einwirkender  Brutwarme,  oder  einer 
anderen  künstlich  hervorgebrachten  Wärme,  wird 
der  auf  der  Dotterhaut  befindliche  Flecken  (die 
Narbe,  der  sogenannte  Hahnentritt,  Cicatricjula) 
etwas  gröfser.  Gegen  die  zwölfte  Stunde  der 
Bebrütung  nimmt  er  allmählig  eine  längliche,  an 
den  Enden  abgerundete  und  in  der  Mitte  etwas 
schmalere  oder  eingezogene  Gestalt  an,  die  fast 
einem  Pjstill  ähnlich  i$t  a).  Die  Kreise  (halQnes, 


4)  Steno  a.  a.  O.  p.  83..  hat  den  Flecken  zuerst  richtig  in 
dieser  Form  abgebildet.  Mehrere  Abbildungen  hiervpn  bei 
jyialpighi  de  iarmat  pulli  f.  7.  O,  Append.  fig.  X  4. 

Haller  a,  a  Q.  p.  318-  Ejus  nidi  $u)>  co  tempore 
figurata  Semper  camdem  esse  pewuadeor,  nempe.  ex  ovata 
reniformem,  q^alis  fit^  quando  duo  circuli  duabus  lineis 
rectis  conjunguntur:  quae  eadem.  fere  pjstilli  figura  est.  — 
Etsi  vero  ellipsin,  aut  margarirae  fprmam  non  nunquam 
expri mir,  ci reut umque,  cum  q.uadam  appendjee:  etsi  etiara 
inacquales  saepe  circuli  sunt,  quibus  constat,  aut  diFormis 
videtur,  aut  superior  fints  ncscro  quomodo  angulosus  ad- 
paret,  aut  inferius  lacer,  aut  alter  circulus  deest,  ut  phia- 
Tae  ftgura  sir,  tonge  tarnen  plrracque  observationes,  et  eo 
magis  quo  meliores  sunt,  nidi  figuram  factunt,  qualem  dixi. 


\ 


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I 


157 

circuli),  welche  schon  vor  der  Bebrütung  den 
Flecken  umgeben,  erweitern  sich  und  nehmen 
an  Zahl  zu.  Ihre  Zahl,  Gestalt  und  Farbe  va- 
riirt  ungemein  a).  Gewöhnlich  erkennt  man  drei 
bis  vier  etwas  geschlängelte  und  wellenförmige 
Kreisel);  der  erste  oder  äufsere  ist  weHs,  der 
zweite  gelblich  weifs,  der  dritte  röthlich  gelb  und 
der  vierte  ist  wieder  weifslich  oder  gelblich.  Der 
Dotter  steigt  am  ersten  Tag  gegen  das  stumpfe 
Ende  des  Eyes,  wo  sich  der  mit  Luft  angefüllte 
Raum  zwischen-den  Platten  der  Eyschalenhaut  be- 
findet, und  gegen  diejenige  Fläche  des  Eyes  auf, 
welche  gegen  den  Bauch  der  brütenden  Henne 
gekehrt  ist,  und  zwar  so.  <lafs  sich  der  Flecken 
am  obersten  Theile  des  Dotters  befindet  c\  Hier- 

I 

a)  Wolff  de  Generatione  f>.  IOÖ.  Tab.  2.  F.  t.  Circuit  du« 
plicis  generis  sunt  non  nulli  enirtl  vel  ante  ineubationera 
v  ipsam  jam,  vel  tarnen  primis  statin»  temporibus  apparere 
solent,  regulartores  fere  semper,  sed  sah*  inconstantes. 
Alii  vero  circa  diem  secundum  vel  tertium  prpdeunt  taepc 
in  macula  perfectiori,  majores,  sed  ita  irreguläres  et  in- 
constantes, ut  nunc  plures,  nunc  paueiorcs,  ptus  minusve 
distinetos,  perfeettores  vel  imperfeetbrts,  nunc  plane  nul- 
los,  et  nunquam  fere  in  duobus  subjectis  similes  depre- 
hendas.  Unicum  perpetuum  constans  est,  ut  detur  in  ma- 
cula centrum,  cui  innascitur  embryo,  'et  citca  hoc  posita 
area  lata,  in  qua,  ut  deineeps  enarrabo,  suo  tempore  di- 
stribumur  vasa  sanguinea. 

h)  abgebildet  bei  Langly  f.  I.  und  bei  Malpighi  de  form, 
pulli  fig.  I.  3.  4.  5.  6.  *J.  9.    Append.  1—6. 

c)  Wie  schon  Harvey,  Slade,  Langly  und  Steho  richtig  be- 
obachtet haben.  Letzterer  sagt  a.  a,  6.  pag.  g2.  Macula 
pro  vario  ovi  situ  situm  mutabat  Semper  in  summo  hac- 
reus,  ac  si  ilia  pars  vitelli  reliquis  partibus  intra  corticem 


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158 

durch  wird  das  Eyweifs  gegen  den  spitzen Theil 
des  Eyes  getrieben,  und  die  Hagel  nehmen  da- 
her eine  schiefe  Lage  an  a).  Bisweilen  jedoch 
findet  man  den  Dotter  mit  dem  Flecken  am  spi- 
tzen Theile  des  Eyes  b),  wenn  nämlich  dieser 
gegen  den  Bauch  der  Henne  gerichtet  war» 

Der  Flecken  in  Bnteneyern  nimmt  ganz  die- 
selbe Gestalt  an,  wie  der  Flecken  der  Hühner- 
eyer.  Er  wird  am  zweiten  Tag  von  vier  Krei- 
sen umgeben;  zunächst  von  einem  hellgelben 
Kreis ,  dann  folgt  eine  gelbliche  etwas  rötbliche 
Substanz,  hierauf  ein  weifser  geschlängelter  Kreis, 
und  endüch  ein  weifslicher,  wolkiger,  allmäh« 
lig  nach  aufsen  blasser  werdender  Kreis» 

§•  75- 

Zweiter  Tag. 

Der  Flecken  ist  jetzt  etwas  grosser  gewor- 
den und  bildet  nach  aussen  einen  kleinen  Vor* 

4 

ovi  comentis  levior  esset.  Eandem  Situs  mutationem  se- 
quentibus  diebus  ut,  2.  3.  5.  6.  *].  8-  etiam  observavimus. 

1 

«)  Harvey  a%  a.  6.  p.  61.  Interea  Chalazas  sive  grandines, 
hinc  atque  illinc  ab  utroque  ovi  cacumine ,  versus  latera 
ejus  declinasse  videas:  idque  ob  permutatum  illum  (quam 
diximus)  liquorum  situm.  Adeo,  ut  altera  chalaza  ex  ob- 
tuso  angulo  aliquantulum  descendat  altera  vero  ex  acuto 
cacumine  tantundem  sursum  feratur:  quemadmodum  in 
oblique  sphaera,  quantum  alter  polus  supra  horiiontem 
.  ascendit,  tantumdcm  alter  deprimitur. 

})  Steno  a.  a.  O.  p.  In  aliis  duobus  observavi  pullum  in  parte 
acuta  ovi.  Ut  adeoquc  certum  sit  non  esse  certum  macuiae  in 


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*59 

sprung  a).  Seine  blasenartige  Höhlung  ist  mit 
einer  crystallhellen  und  durchsichtigen  Flüssig- 
keit angefüllt,  in  der  man  gegen  die  dreifsigste 
Stunde  b)  einen  trüben,  wolkichen,  länglichen 
Körper  bemerkt,  welcher  die  erste  Spur  des  sich 
bildenden  Embryos  ist.  Bei  genauer  Untersu- 
chung mit  dem  Mikroscop  hat  der  Embryo  die 
Gestalt  eines  kleinen ,  ausgestreckten  gallertarti- 
gen Fadens  mit  einem  kolbicbten  Ende«  Die 


obrusi  ©vi  apice  sirum,  nee  lemper  versus  partem  ejus  vj> 
cuam  ferri. 

a)  Harvey  a.  a.  O.  p.  63.  Steno  p.  82.  Sequente  die  xna- 
cula  non  modo  hesrerna  mulro  amplior  erat,  sed  etiam 
supra  rcliquam  ovi  superficiera  eminebat,  qua  ratione  in 
oculo  corneae  pars,  quae  pellucida  est,  extra  rcliquam  oculi 
partem  protuberat.    In  centro  punctum  album  inacquaic. 

b)  Mehrere  wollen  den  Embryo  schon  früher  beobachtet  ha* 
ben ;  namentlich  Malpighi  sogar  vor  der  Bebrütung  im 
Monat  August  bei  sehr  grofser  Warme,  de  fosm.  pulli  in 
d.  Op.  omn.  pag.  54  f.  1.  App.  pag.  -76  f.  1;  und  sechs 
Stunden  nach  der  Bebrütung  eb.  f.  n.  und  App.  fig.  2. 

Lancisius,  welcher  in  Rom  seine  Beobachtungen  an- 
stellte, in  der  *j.  Stunde  a.  a.  O.  p.  %i. 

Haller  Op.  minor,  p.  6*9.  70.  gegen  die  12.  Stunde. 

Vesling  a.  a.  O.  p.  30.  nach  der  25.  Stunde. 

"WolfFTheotr.  generat.  p.  93.  T.  2.  f.  3  nach  der  28.  Stunde. 

Slade  nach  der  43.  Stunde. 

Steno  zu  Ende  des  zweiten  Tages. 

Harvey  am  fünften  Tage> 


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*  i6o 

Stelle,  wo  sich  der  Embryo  bildet,  ist  von  den 
Naturforschern  mit  verschiedenen  Namen  d)  be- 
legt worden. 


0)  Fabricius  ab  Aquapcndente  lagt  der  Embryo  bilde  sich  im 
Chorion. 

'  Harvey  nennt  die  in  der  Cicatricula  enthaltene  durch- 

sichtige Flüfcigkeit,  worin  steh  der  Embryo  bildet.  Colli, 
quamentum  a.  a.  O.  p.  63  Intra  eirculos  liquor  continc- 
tur  clatissimc  refulgens,  quovis  crystallino  humore  purior, 
— ->  et  intertunicam  propriam  tenuissimam  conclusos  apparet. 
Idcoque  liquorem  hunc,  oculum,  sive  colliquamentum  can- 
didum  appello.  —  Atque  hic  aneeps  animi  diu  haesitabam, 
quid  de  candido  hoc  eolliquamento  statoerem  utrom  nempe 
calidum  innatum  diecrem;  an  humidum  radicale,  vel  mate. 
riam  praeparatum  futuro  foctui;  sive  alimentum  perfecte 
coctum,  quäle  Ros  eensitur  inter  homores  recundarios  ?  Nam- 
que  certum  erat  (ut  postea  dicetur)  in  ipsius  medio  prima 
foetus  rudimenta  jaci,  huneque  illo  nutriri  primura,  auetum* 
que  postea  in  eodem  ttquore  hospitari.  —  Die  Haut,  welche 

»      das  Colliquamentum  enthält,  nannte  er  späterhin  Amnion. 

Langly  behielt  den  Namen  Colliquamentum  bei ,  auch 
er  hielt  es  für  das  Amnion. 

Malpighi  nennt  die  Stelle  Colliquamenti  sacculus.  Er 
hielt  sie  für  das  Amnion,  de  lormar.  pulli  p.  53.  Colli* 
quamenti  sacculus,  seu  Amnion  (fig.  14)  copioso  fuscoque 
refectus  ichore ,  pullum  continebat.  In  Append.  aber  p.  "79. 
f.  22.  E.  hielt  er  sie  für  das  Chorion,  indem  er  sagt:  Ca* 
rina  in  coüiquamento  innatabat,  et  circa  ipsam  sacculus  pa- 
rumdistans,  futurus  amnion ,  emergebat,  reliqueis  amplior, 
chorion  erat. 

Mai tre -Jean  nennt  sie  le  lit  du  poulet. 

Haller  nennt  den  Ort,  wo  sich  der  Embryo  bildet, 
Nidus  pulli. 


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i6i 

Wolff-nfennt  den  nun  durchsichtig  gewor- 
denen Flecken ,  worin  sich  der  Embryo  bildet, 


Wolff  hat  in  den  Comment.  Petrop.  T.  12.  pag.  43a 
zur  Evidenz  gezeigt,  dafs  diese  Stelle  weder  Vom  Amnioa 
noch  vom  Chorion  gebildet  werde,  indem  sich  das  Amnion 
erst  gegen  den  dritten  Tag  bildet  und  das  Chorion  noch 
später. 

Biumenbach  a.  a.  O.  S.  514  sagt:  nicht  in  oder  auf  dem 
Hahnentritt  selbst,  .sondern  dicht  neben  ihm  zeigt  sich  zu 
Ende  des  ersten  Tages,  an  welchem  das  Brüten  seinen  An- 
fang genommen,  auf  der  Dotterhaut  eine  glänzende,  ineist 
länglich  abgerundete,  aber  in  der  Mitte  etwas  schmalere, 
kleine  Stelle  (nidus  pulli  s  colliquemantom  s.  areola  pellu« 
cida)  die  dem  künftigen  Küchelchen  gleichsam  vorläufig  die 
Stätte  bereiten  soll. 

Diese  Annahme  scheint  zwar  durch  einige  frühere, 
wenig  genaue  und  bestimmte  Untersuchungen  Malpighi'f 
und  Haller's  bestätigt  zu  werden,  jedoch  ist  sie  den  Be- 
obachtungen eines  Harvey,  Vesling,  Langly,  Wolff,  so 
wie  auch  meinen  eignen  Beobachtungen  zufolge ,  irrig.  Die 
Area  pellucida  ist  eine  und  dieselbe  Stelle  mit  der  Cicatricu- 
ia.  Wolff  sagt  a.  a.  O.  p.  21.  sehr  richtig:  Figura  hu  jus 
ipatii  apparentis  valde  varia  est  et  inconstans,  Semper  tarnen 
oblonga,  et  plerumque  ejusmodi  qualem  Hg.  1  et  2.  exht* 
bui.  Nunquam  primo  ineuhatioois  tempore  ernbryo  apparet, 
quin  haec  simul  circa  cum  immediate  areola  oblonga  pellu« 
cida  quoque  appareat  et  a  rcliqua  area  vasculosa  se  distin. 
guat.  Haec  eo  tempore  vasa  nondum  habet,  sed  sub  specie 
maculae  albae  apparet,  unde  macula  quoque  optimo  jure 
hoc  tempore  vcl  cicatricula  ab  autoribus  vocari  solet;  sed 
color  ejus  albus  facile  tarnen  discrimen  «cddii  inter  arcum 
vasculosum,  seu  maculam,  et  areolam  pellucidam,  interio. 
rem  illius  partem ,  et  embryonem  immediate  continentem , 
4  utpote  quac  ob  pellucidatem  obicura  potius  apparet,  et  quasi 
inanc  spatium. 


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i6a 

den  durchsichtigen  Hof  £  Areola  pullucida),  eine 
Benennung,  welche  ich  bey  behalten  will*  Die- 
ser durchsichtige  Hof  hat  jetzt  folgende  Beschaf- 
fenheit, nämlich  er  ist  von  einem  äufseren  sehr 
dünnen  und  durchsichtigen  Blatte  der  Dotterhaut 
und  einem  inneren,  dickeren  Blatte  gebildet, 
welches,  gleichzeitig  mit  dem  Embryo  entsteht. 
Zwischen  beiden  Blältern  befindet  sich  eine  helle 
Flüfsigkeit,  worin  der  Embryo  nackt  liegt.  Wenn 
man  das  äufsere  Blatt  behutsam  einschneidet  und 
abzieht,  so  kann  man  den  nun  nackt  daliegen« 
den  Embryo  mit  einer  Nadel  aus  der  schwachen 
Vertiefung,  welche  das  untere  Blatt  bildet,  her- 
ausheben. Der  durchsichtige  Hof  ist  demnach 
die  ursprüngliche  Wohnstätte  des  Embryos,  wie 
Wolff  zuerst  bestimmt  gezeigt  hat.  Bemerkens- 
werth ist  es  noch,  dafs  die  längliche  Gestalt  des 
durchsichtigen  Hofs  in  der  frühesten  Zeit  mit 
der  länglichen  Gestalt  des  Embryos  überein 
kommt,  und  sich  auch  nachher  mit  der  Gestalt 
des  Embryos  umändert,  wie  ich  späterhin  an- 
geben werde»  " 

Der  längliche  und  ausgestreckte,  mit  einem 
kolbichten  Ende  versehene  Embryo  a),  besteht 


ä)  Hatvey,  welcher  den  Embryo  erst  am  fünften  Tag  bemer- 
ken konnte,  beschreibt  ihn  a.  a.  O,  p.  75  also:  Est  re- 
vera  corpus  valde  exiguum,  formaque  galbam  vulgarem 
referens ,  ex  qua  musca  oritur ;  colore  etiam  candido  prae- 
ditum  est,  perinde  ac  muscae  vermiculus,  quem  in  carne 
putrescente  fovendum  atque  nutriendum  deponit.  —  Quod 
enim  primo  apparet  similare  est,  et  indistinetum ;  tanquam 
concretum  et  congelatum  quid  ipsius  colliquamenti  foret; 
(qualis  gelatina  apparet,  quae  ex  cornu  cervini  coctura  ef- 
ficitur)  nempe  transparens  nubecula,  et  vix  conspicua,  nisi 
in  dual  quasi  partes  divisa  distingucretur. 


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in  dieser  Zeit  aus  einer  durchsichtigen,  beweg- 
lichen und  fast  flüfsigen  Gallerte,  die  aus  leicht 


Yesling  besehreibt  den  Embryo  zu  der  25  Stunde  a. 
a.  O.  p.  10  also:  Ovum  25  horarum,  maculam  exhibc- 
pallidius  flavam,  alio  deinde  candidiore  quasi  orbiculo  *uc 
cinctam.  In  medio  album  corpusculum  seminis  lentis  ef- 
figie,  in  medio  sinuosum,  in  quo  in  longum  porrectus 
quasi  exiguus  vermiculus  ascaridi  parvulo  similii . 

Slade  sah  den  Embryo  nach  4s  Stunden.  In  cicatri- 
cula  haec  poterant  obscrvari.  In  centro  sive  medio  cor- 
pusculum erat  album  araneae  aut  potius  porculo,  cut  cau> 
dula  contona,  similc. 

Malpighi  beschreibt  den  Embryo  nach  der  6.  Stunde 
in  App.  p.  76.  f.  2.  Pulli  carinae  et  capitis  inchoamente 
zonae  specie  eraergcbant,  in  colliquamento  plumbei  colorif 
innatantia.  Nach  der  12.  Stunde  f.  n.  Observabatur  cari- 
na  quae  candidis  delineata  zonis  rotundum  capitulum  de« 
A  signabat,  et  ultra  medictatem  oibiculares  vertebrarum  vesi. 
culas,  hinc  inde  adstantes,  primo  exhibebat.  —  Ebenfalls 
nach  der  12  Stunde  de  form,  pulli  p.  55.  f.  5:  Foetus 
erumpebat  insigni  capite,  et  duplici  vertebrarum  ordine, 
carinae  inchoamenta  excirante:  hujusmodi  nempe  candidi 
orbiculares  sacculi  seu  vesiculae,  invicem  contiguae,  deor- 
sum  excurrebant,  spinalisque  medullae  stamina  stipabant 
et  cerebri  pariter  primordia  subobscure  emergebant. 

Haller  Op.  minor,  p.  10  gibt  den  Embryo  nach  der 
12.  Stunde  also  an:  Album  corpusculum  manifestum,  al- 
tero  fine  crassius,  fetus  primordium.  Nach  der  24  Stunde 
p.  *74:  adparet  fetus  gracilis,  capitatae  aciculae  similis. 

Wolff  Theor.  generationis  p.  135  f.  4.  beschreibt  den 
Embryo  zur  28*  Stunde  folgendermaaften:  In  primo,  qui 
apparet,  embryone,  capiti,  quod  distinguitur  antrorsum 
recurvatum ,  continuum  observatur  Spinae  dorsalis  rudimen- 

IX  * 


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x64 

zusammenhangenden  Kugeichen  gebildet  -zu  seyn, 
scheint.  Man  kann  an  ihm  keine  Spur  eines 
Organs,  weder  Herz,  noch  Gefälie,  noch  Blut 
wahrnehmen. 

Gegen  das  Ende  dieses  Tages  erscheinen 
innerhalb  der  noch  mehr  erweiterten  Kreise  Jer 
Dotterbaut ,  zwischen  dem  Üufseren  und  inneren 
Blatt,  die  ersten  Spuren  von  Blut  a).  Zuerst 
erblickt  man  gelb  rothliche  Punkte,  dann  Strei- 
fen oder  Linien,  die  wie  in  Rinnen  oder  Fur- 
chen zusammen  fliefsen ,  welche  von  einer  Reihe 
kleiner  Blutstropfen  gebildet  zu  seyn  scheinen* 
Hierauf  vereinigen  sich  diese  Streifen  und  bü« 


tum,  13  vero  absque  ullo  vertebrfirutn  vestigio,  et  absque 
tilla  ccllulosa  substaatia  circumfusa  corpori  embryonts. 

a)  Malpighi  sali  Spuren  von  Blut  nach  der  ifc.  Stunde,  de 
form,  pulli  p.  55.  £5,  reticulum  genannt.  Mit  vollkomm- 
ner  Deutlichkeit  erst  nach  der  30.  Stunde  an.  Q.  p.  56". 
f.  9.  und  Append.  p.  *J8-  £  *8- 

Lanctsius  will  Gef alte  in  der  1 8*  Stunde  gesehen  haben. 

Haller  a.  a.  O.  p.  *J8  t>eobaditete  iut  36.  Stunde  Blut- 
punkte. 

Coiter  sah  am  zweiten  Tag  Blutstreifen> 

Langly  sah  die  veria  circularit  nach  der  17.  Stünde. 
Er  bildet  die  Gcfaftc  vom  dritten  und  vierten  Tag  ab.  £a  3. 

Steno  beobachtete  GefaTse  zu  Ende  des  zweiten  Tages, 
p.  83-  qnaedam  lineolae  sanguineae  retiformes  fornuMCf 
circulum  digiti  amplitudinc. 

Harvey  sah  erst  am  vierten  Tag  Gefafse. 


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*65 

ättt>  eifr Nfct* >  in  welchem  man  dann  die  ersten 
Spuren  von  Gefafeen  bemerkt.  Diese  Gefä&e 
sind  anfangs  gelbröthlich  und  endlich  roth.  Be- 
merkenswerth  ist  -es  T  dafs  die  Gefäfce  immer  im 
Umkreise  anfangen  sichtbar  zu  werden  ,  folglich 
in  ihren  Zweigen,  und  dafs  die  Zweige  sich  erst 
zu  Aesten  verbinden,  welche  sich  dem  Embryo 
nähern,  und  sich  mit  dem  Herzkanal  verbinden. 

Die  Stelle,  wo  sich  die  ersten  Gefäße,  Venen 
nämlich,  bilden,  wird  Aderfläche,  Gefä&raum* 

44erhof  (Area  vasculosaj  genannt^ 

•  •  • 

#  *  * 

- 

- 

Briitir^  Tag: 

Der  Embryo  liegt  zu  Anfang  dieses  Tages, 
wie  am ,  zweiten  Tag -in  dem  durchsichtigen  Hof, 
der  sich  mitten,  im  gröfser  gewordenen  Gefäfs- 
raum  befindet  b).  Dieser  besteht  aus  zwei  Blät- 
tern, zwischen  welchen  in  der  Mitte  der  Embryo 
enthalten  ist:  Das  äufsere,  dünne,  durchsich- 
tige und  gefäfslose  Blatt-,  welches  gerade  über 
den  zu  dieser  Zeit  noch  nicht  von  dem  Amnion 
umhüllten  Embryo  weggeht,  (indem  srch  das  Am- 
nion noch  gar  nicht  gebildet  bat),  und  nach  aus- 
sen einen  etwas  conyexen  Vorsprung  bildet,  ist 


a)  Coitet  nennt  sie  sebr  scharfsinnig,  Secundina. 
Malpight  nennt  sie  -Are*  umbilicalis» 
Haller  Figura  venosa. 

£)  Gut. abgebildet  von, Wolff*  in  d»  Gommern.  Petropol.  T. 
l%  Tab.  *]9  f.  I.  a. 


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166 


die  Dotterhaut  selbst  a).  Das  innere  Blatt  des 
Gefäfsraums,  welches  sich  gleichzeitig  mit  dem 
Embryo  bildet,  hat  eine  ansehnliche  Dicke,  es 
ist  weich,  undurchsichtig  und  gefäfsreich»  -  Die 
Gefäfse  des  Gefäfsraums  schimmern  seitwärts  ne- 
ben dem  durchsichtigen  Hof  durch  das  äufisere 
Blatt,  oder  die  Dotterhaut  durch,  und  sind  zwi- 
schen beiden  Blättern  des  Gefäfsraums  enthalten. 
Sie  sind  jetzt,  und  bis  zum  vierten  Tag,  blofs 
Venen  b).  Es  sind  drei  Arten  von  Venen  vor- 
handen, die  sich  folgendermafsen  vertheilen  c)\ 
die  Venen  der  ersten  Art,  welche  vorzüglich 
den  Namen  der  Dottervenen  (venae  vitellariae) 
verdienen,  treten  zu  beiden  Seiten  aus  dem  Em- 
bryo und  verbreiten  sich  in  die  Seitentheile  des 
Gefäfsraums,  mit  auf- und  ab -steigenden  Zwei- 
gen und  Reisern,  die  Netze  bilden.  Sie  sind  mit 


a)  Wie  auch  Haller  erkannt  hat,  Op.  min.  p.  125.  Ovum 
bor.  70.  Nidui  est  pars  pellucidae  membranae  vitcili, 
multo  quamfetus  longior,  et  laxior. 

Slade  hat  dies  auch  sehen  angegcbrn.  Inspectio  quar, 
ta.  Incepimus  jam  dubttare,  an  non  illnd,  quod  de  colli* 
quamento  traditur,  erroneum  sit,  nam  huc  usque,  quäle 
a  raaximo  Harveo  describitur,  observare  non  potutmus, 
nec  separatam  ac  distinetam  ejus  roembranum  invenire.  Scd 
totum  id,  quod  in  colliquamento  haerere  dicitur,  vel  sub 
vitelli  membrana,  vel  saltem  intra  ejus  duplicaturam  est. 

b)  Hallcr  scheint  dies  auch  erkannt  zu  haben  a.  a.  O.  p.  106. 
Ovum  hör.  54.  Vasa  sive  trunci  ex  fetu  prodeuntes,  ve- 
nae sunt  prineipes  vetelti.  —  Vasa  areae  omnia  sunt  vitel- 
li, neque  hactenus,  vera  vasa  umbilicalia  subuate  sunt. 

e)  Sehr  gut  von  Wolff  beschrieben  und  abgebildet  a.  a.  O. 
p.  417.  Tab.  7.  f.  1.  3.  3.  * 


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l67 


<Jer PfoTtäcler  des  Embryos  verbunden.  Diezweite 
Art  von  Venen  wird  durch  zwei  senkreckte  Ge- 
fäfse  gebildet ,  von  denen  das  eine  aufsteigt  und 
sich  in  den  obern  Theil  des  Gefäfsraums  ver- 
breitet, das  andere  absteigt  und  sich  in  den  un- 
teren Theil  desselben  Raums  verzweiget.  End- 
lich umgibt  noch  eine  andere  .Vene  kreisförmig 
den  ganzen  Gefäfsraum,  man  nennt  sie  dieEnd- 
oder  Kreis- Vene  (Vena  terminalis,  Circulus  ve- 
nosus}  a).  Sie  bildet,  streng  genommen,  keinen 
vollkommenen  Kreis,  sondern  sie  ist  an  ihrem 
oberen  und  unteren  Theil  etwas  eingebogen.  Es 
ist  schwer  zu  bestimmen,  wie  Wolff  richtig  be- 
merkt b),  was  an  ihr  Stamm,  Wurzel  oder  Ast 
ist.  Wahrscheinlich  sammelt  sich  das  Blut,  wel- 
ches sich  in  den  Theilen  des  Gefäfsraums,  die 
sich  zwischen  den  Seitenvenen  und  der  auf-und 
absteigenden  Vene  befinden,  gebildet  hat,  und 
bis  zu  welchen  die  Zweige  der  eben  genannten 
Venen  nicht  reichen,  in  der  Endvene  an,  von 
wo  aus  dasselbe  durch  die  Dottervenen  in  die 
auf-  und  absteigende  Vene  zur  Pfortader  ge- 
führt wird.  Mit  der  Ausbildung  des  Gefäfs- 
raums sind  die  Halonen  verschwunden. 


a)  Langly  nennt  sie  Vena  circularis.  ^ 

Haller  nennt  sie  Vena  peripheriam  figurae  terminans, 

live  Circulus  venosus. 

» 

In  einem  vier  Tage  lang  bebrüteten  Enteney  fand  ich 
einmal  einige  Blutgefässe  außerhalb  des  von  der  Vena  ter- 
minalis bekränzten  Gefäfsraums,  die  mit  der  Vena  termina- 
lis in  Verbindung  standen. 

h)  a.  a.  O.  p.  119.  Quisnam  ejus  truneus  sit,  quae  radices 
seu  rami,  difhxile  est  dtetu. 


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■ 


Der  Embryo  liegt  mif  seiner  vorderen  oder 
Bauch  -  Fläche  auf  dem  zugleich  mit  ihm  ent- 
standenen unteren  Blatt  des  Gefäfsraums,  und 
kehrt  die  hintere  oder  Rücken  -  Fläche  dem  äu- 
fseren  durchsichtigen  Blatte  des  Gefäfsraums  zu. 
Anfangs  ist  das  untere  Blatt  gerade  unler  dem 
Embryo  ausgespannt.  Zu  Ende  des  zweiten 
Tags  und  vorzüglich  zu  Anfange  dieses  Tages 
aber  zieht  sich  das  untere  Blatt  von  allen  Sei- 
ten gegen  den  Embryo  hin  bis  zu  dem  äufser- 
sten  Umfang  des  Embryos,  und  zieht  sich  selbst 
an  demselben  herauf  gegen  den  Kopf  und  Rü- 
cken hin,  wo  es  mit  dem  äufseren  Blatte  in  Be- 
rührung kommt  Nur  eine  kleine  Stelle  an  der 
oberen  oder  Rücken  -  Fläche  des  Embryos  wird 
nicht  von  dem  unteren  Blatte  umhüllt,  sondern 
diese  Stelle  wird  von  der  inneren  Fläche  des 
aufseren  Blattes  des  Gefäfsraums  bedeckt.  Nach- 
dem das  innere  Blatt  bis  zu  dieser  Stelle  gelangt 
ist,  schlägt  es  sich  sogleich  unter  einem  spitzen 
Winkel  um,  und  wendet  sich  wieder  nach  un- 
ten» Hierdurch  bildet  das  untere  Blatt  also  eine 
Blase,  welche  den  Embryo  von  unten  und  von 
den  Seiten  umhüllt*  Man  kann  auch  sagen  der 
Embryo  senkt  sich  tiefer  in  das  untere  Blatt 
hinein,  und  dadurch  zieht  sich  dieses  von  bei- 
den Seiten  an  dem  Embryo  herauf,  bis  an  seine 
obere  oder  Rückenfläche  hin,  wo  es  sich  aber 
wieder  zu  beiden  Seiten  in  einem  spitzen  Win- 
kel umschlägt.  Dieses  merkwürdige  Blatt,  wel- 
ches den  Embryo  von  unten  her  in  Form  einer 
Blase  umgibt,  hat  WolfF  a)  zuerst  genau  be- 


a)  In  den  Comment,  -Petrop.  T.  12.  p.  434.  Tab.  7.  f.  1.  2. 
5.  6.  7.  Er  sagt  p.  436:  Quicunqoe  observator  amnium 
ipsum  in  primo  tuo  ortu,  aut  diebus  saltcm  tertio  et  quarto 

»  r  ' ' 


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i6<j 

schrieben ;  er  nennt  es  das  fälsche  Amnion  (am- 
nium spurium  seu  bulla  in  areae  pullucidae  stt- 
perficie  inferiori  apparens). 

An  dem  falschen  Amnion  lassen  sich  ver- 
schiedene Theile  unterscheiden.  Der  ganze  tobere 
Theä  der  Amnions  -Blase  umhüllt  den  Kopf  und 
den  oberen  Tbeil  des  Embryos.  Diesen  Theil 
nennt  Wolff  a)  die  Kopfscheide  (Vagina  capitis); 
er  entsteht  unter  allen  Theilen  der  Blase  zuerst 
und  ist  den  zweiten  Tag  überallein  vorhanden, 
indem  die  übrige  Blase  sich  dann  noch  nicht  er- 
hoben hat.  Der  untere  Thell  der  Blase  umhüllt 
das  entgegengesetzte-  Ende  des  Embryos,  den 
Schwanznätnlieh.  Wolff  nennt  ihn  die  Schwanz- 
scheide (Involucrum  caudae).  Die  beiden  Sei- 
ten theile  des  falschen  Amnions  schliefsen  die  auf- 
geworfenen Ränder  oder  Wulste  des  Unterleibes 
des  Embryos  ein.  Zwischen  den  beiden  Seiten- 
theilen  erblickt  man  nach  vorn  die  vordere 
Fläche  der  Wirbelsäule  des  Embryos  nackt  und 
ohne  Bedeckung,  irgend  einer  Ark 


non  viderit ,  pro  amnio  eerte  hano  buliam  aeeiperet,  adeo* 
videtur  i«flata  et  humore  distenta  bulla  totum  embryonem. 
qui  transpariet,  iranoediate  includcxe.  Amnium  enim.ipsuat 
ob  sui  pelluciditatem  hac  ratione  non  distinguitur.  Qua 
proprer  amnium  spurium  fllam  vocavry  quamvis  cum  am- 
nio proprie  null  am  timitttudinem  habet.. 

ify  a*  a.  O*  T.  12.  p*  439*  fig»  a.  6.  T» 

l)  cbend.  p.  440  f.  2.  7. 

Die  von  Malpighi  in  f.  Appendix  de  ovo  ineubato  ße* 
ich ri ebene  und  abgebildete  Blase  am  Embryo,  fig.  A.  D.  fig. 
6.  Cr  fig.  16.  F.  scheint  das  falsche  Amnion  zu  seyiu 


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Zu  Anfange  dieses  Tages  erkennt  man  auch 
•das  sich  nun  gebildet  habende  Herzchen  a)  in 


a)  Artstotefes  hat  das  Herzchen  am  vierten  Tag  zuerst  be- 
obachtet und  punctum  sanguineum  (oriyny  aifiaxivi)) 
genannt.  Hist.  Animal.  Lib.  6.  Cap.  3.  Corque  ipsum  ap- 
paret  in  albumine  sanguinei  punctt:  quod  punctum  salit  et 
movet  sese  instar  quasi  animatum.  Seine  Nachfolger  haben 
das  Herzchen  daher  punctum  satiens  genannt. 

Coitcr  sah  das  Herz  am  dritten  Tag.  pag.  33.  Punctui 
live  globulus  sanguineus  manifeste  pulsabat. 


Vesling  beobachtete  das  Herz  in  der  36.  Stunde  p.  24. 
Cofculum  sutmnae  exilitatis,  micare  subinde  et  surrigi  vix 
tarnen  evidenter  judieahatnr.. 

Harvey  sah  das  Herz*  am  4.  Tag,  p.  66.  Quarto  itaque 
die  si  inspexeris,  oecurret  jam  major  metamorphosis,  et  per. 
mutatio  admirabilior;  quae  singulis  fere  illius  diei  horis  ma- 
nifestior  fit;  quo  tempore  in  ovo»  de  vita  plantae,  ad  ani- 
malis  vitam  fit  transitui.  Jam  enim  colliquamenti»  limbus 
linea  exili  sanguinea  purpurasceits  rutilat;  ejusque  centro  fe- 
re, punctum  sanguineum  saliens  emicat;  exiguum  adeo,  ut 
in  sua  diastole,  ceu  minima  ignis  scintillula,  effulgeat;  et 
mox,  in  Systole,  visum  prorsus  efTugtat,  et  dispareat.  Tan« 
tillum  nempe  est  vitae  antmalis  exordium,  quod  tarn  incon- 

spieuis  ihitiis  molitur  plastica  vis  Natura. 

• 

Harvey  de  Cord,  et  sanguin.  motu  p.59.  In  ovo  gal- 
linaceo  post  quatuor,  vel  quinque  dies  ab  ineubatione^ 
primum  rudimentum  pulli  instar  nubeculae  videndum  exhi- 
bui ,  in  cujus  nubeculae  medio  punctum  sanguineum  palpi- 
tans  tarn  exiguum  erat ,  ut  in  contractione  dispareret  et  vi- 
sum aufugeret,  in  laxatione  instar  summitatis  acus  aparere* 
rubicundum:  ita  et,  inter  ipsum  videri  et  non  videri  quasi 
interesse  et  non  esse,  palpitationem  et  vitae  prineipiura 
ageret. 


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Form  eines  zusamroengeschlangelten  Kanals  mit 
drei  Erweiterungen.  Die  aus  dem  Gefäfsraum 
entspringendem  Venen,  treten  in  der  Nabeige- 


Stade  erblickte  das  Herz  nach  dem  dritten  Tag. 

Langly  sagt :  duobus  diebus  cum  tribus  horis  apparet 
media  aestate  punctum  saliens  nondum  rubrum  sed  flavum, 
ad  rubcdinem  tendcns.  fig.  3.  4.  abgebildet. 

Schräder  und  Steno  sahen  es  am  dritten  Tag. 

Malpighi  beobachtete  das  Herz  nach  dem  ersten  Tag. 
App.  p.  78-  6g-  1*7  —  23.  fig.  25.  26".  29.  und  nach  der 
3$.  Stunde  De  format.  pulli  p.  56.  f.  1  u 

Maitre-  Jean  erblickte  es  zur  46*  Stunde* 

Lancisius  sah  das  Herz  zur  28»  Stunde,  p.  1*77.  Elap- 
sis  28  horis  cor  ipsum  ad  Spinae  latus  deprehendi,  specie 
quidem,  ac  figura  varicosi,  ac  semicircularis  tubuli,  quod 
nullum  adhuc  sensibilem  motum  edit. 

Hallersah  die  erste. Spur  des  Herzens  zur  38.  Stunde; 
bestimmter  zur  42.  und  45.  Stunde  p.  91»  Cor  saliens,  re- 
motae  ejus  partes  auricula ,  ventriculus  et  aorrae  butbus. 
Prima  pulsabat  auricula %  sequebatur  ventriculus,  ultima 
micabat  arteria. 

Wolff  beobachtete  das  Herz  zur  36*.  Stunde.  Theoria 
Generationis  p.  94.  Figura  5.  exhibet  embryonem  ex  ovo 
36  horas  ineubato.  In  eo  man i fest o  conspicitur  cor,  instar 
tertiae  partis  annuli,  ex  substantia  factum  levion,  peliucida, 
sed  nullis  continuum  vasis,  neque  arteriosis,  per  embryo- 
nem distributis,  neque  venosis  ullis,  aut  ex  superioribus  ad 
cor  demissis,  aut  lateratiter  embryonem  adeuntibus,  neque 
pereipitur  ullo  modo  aut  pulfatorius,  aut  tremulus  motus, 
neque  sanguinis  rubra  vestigia. 

Spallanzant  p.  202  sah  das  Herz  zur  40.  Stunde« 


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17* 

gend  zu  Sem  Einüryo  und  bilden  eine«  Stamm. 
Hier  lauft  der  Stamm  in  der -Spalte  zwischen1  den 
Seitentheilen  des  falschen  Amnions  aufwärts,  und 
bildet  an  der  vorderen  Fläche  des  Embryos,  da 
wo  sich  späterhin  die  Brusthohle  bildet/  einen 
halbzirkelförmigen-  Kanal,  (Gkculus  s*  annulus 
JVIalpighii)  der  sich  bald  nach  seinem  Erschei- 
nen in  drei  blasenartige  Erweiterungen  ab- 
schnürt a).  Die  erste  Erweiterung  ist  länglich  , 
liegt  am  meisten  nach  oben  und  erstreckt  sich 
von  der  rechten  nach  der  linken  Seite.  Diefs 
v ist  der  jetzt  noch  einzige,  rechte  oder. eigentlich 
gemeinschaftliche  Venensack.  Aus  dem  enger 
werdenden  Venensack  entspringt  ein  etwas  ab- 
steigender Kanal,  welcher  in  eine  zweite  rund- 
liche Erweiterung,  dialinke  Herzkammer,  über- 
geht. Der  Kanal,  welcher  den  Venensack  mit 
der  Herzkammer  verbindet,  ist  der  von  Haller 
genau  beschriebene,  sogenannte  Ohrkanal"  (Ca- 
jialis  aurifcularis).  Aus  der  Herzkammer  ent- 
springt die  rechts  aufsteigende  Aorta  b),  welche 


*  i 

a)  Eine  schöne  Abbildung  des  Herzens  in  diesem  Zustande 
findet  man  in  Blumenbachs  Abbildungen  naturhistorischcr 
Gegenstände.  Heft  f.  Taf.  64. 

*)  Malpjghi  hat  irrig  die  linke  Herzkammer  dieser  Lage  we- 
gen für  den  «echten  Ventrikel  gehalten,  und  hat  angegeben, 
dals  die  Aorte  aus  der  rechten*  Herzkammer  einspringe.  Ab- 
gebildet de  form,  pulli  p.  57-fig.  13^ 

Malpighr  hielt  kurz  darauf  den  bulbus •  aortac  für  den 
linket*  Ventrikel  und  hat  ihn.  also  abgebildet  fig.  15.  16. 
J>«  58-  Valde  solicitus  eram  circa  primae vam  Cordis  appa- 
rentem  formam ,  et,  quam  artingere  potui  a  contenro  san. 
guine  detineatam,  hic  habebitis.  Ex  quibus  pater,  sangu- 
.  nem  perpetuo  a  venis ,  a  limbo  deduetis ,  deferri  in  auri- 


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* 

eine  besondere,  fast  ejformigeSnfeiterung,  den 
Aorten  wulst  (bulbus  aortatr)  bildet ,  ^der  sieb  in  # 
die  nach  hinten  gekrümmte  A orte  fortsetzt.  Auf 
diese  Art  stellt  das  Herz  also  einen  gebognen, 
halbzirkelförmigen  oder  parabolischen  Kanal  dar* 
Der  Herzkanal  ist  anfangs  weifslich  und  voll- 
kommen durchsichtig,  auch  nimmt  man  keine 
Bewegungen  an  ihm  wahr.  So  wie  nach  und. 
nach  das  in  den  Venen  des  Gefafsraums  erzeugte 
Blut,  in  den  Kanal  geleitet  wird,  beginnen  all- 
mählig  4)  seine  Contractionen  und  Expansionen* 
Zuerst  contrahirt  sich  der  Venensack  und  be- 
wegt das  Blut  durch  den  Ohrkanal  in  4ea  ün- 


culam ,  a  qua,  i>rcvl  inferdum  Intermedia  canali ,  in  dex- ' 
trum  cordis  ventriculum  exprimitur,  et  in  sinistrum,  et 
tandem  in  arterias,  a  quibus  in  Caput,  et  umbilicalia  vasa. 
Und  in  Appendix  de  0V0  ineubato  auf  dieselbe  Act  ange- 
geben p.  so.  f.  3a.  und  p.  gl.  £  36. 

Lancuiuj  beschreibt  das  Herz  auf  dieselbe  Art. 

Haller  hat  diesen  Irrthum  zuent  berichtigt. 

«)  TVolff  Theor.  generar.  ed.  4.  p.  96.  Ovum  29  hör.  — 
Cor  rubel lum,  igiturque  in  ipso  Ovo  visum,  immobile 
esse  videbatur.  Scd  moveri,  adhrbito  mict  oscopio ,  mira- 
bundus  dar.  Auetor  animadvertebar.  1s  verb  motui  a  sueto 
omnino  recedebat.  Ranis  enim  erat  ac  tardus,  et  haud 
facile  observandus,  debiiis  etiam  adeo,  ut  gutta  ista  san" 
guinis,  in  cavo  cordis  contenta ,  nec  decresceret,  nee  mo- 
vere tu  r,  sed  eiborum  instar,  motui  peristaltico  subjectorum, 
lern  tantum  lentaque  pressione  afBccretür. 

Auch  Haller  a.  a.  O.  p.  81.  Ov.  hör.  42.  sagt:  Di- 
stinxi  cor,  et  in  co  sanguinis  rubiginosi  motum  sagittae 
simtlem,  sursum  projecti,  dcorsum  reUbcntis. 


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X74 


ken  Ventrikel.  Hierauf  contrahirt  sich  dieser 
«  und  treibt  das  Blut  in  den  Aortenwulst.  Und 
endlich  erfolgt  die  Contraction  des  Aortenwul- 
stes, wodurch  das  Blut  in  die  Aorta  fortbewegt 
wird.  Die  Expensionen  erfolgen  in  derselben 
Ordnung.  Während  dem  Zustande  der  Zusam- 
menziehung in  früherer  Zeit  wird  das  Blut  aus 
dem  Herzkanal  ganz  ausgetrieben,  so  dafs  sich 
der  noch  weifse  und  durchsichtige  Herzkanal 
unserem  Blicke  entzieht.  Erst  während  des  Zu- 
standes  der  Ausdehnung,  wobei  der  Herzkanal 
mit  dem  aus  den  Dottervenen  zuströmenden 
Blute  angefüllt  wird,  wird  er  wieder  sichtbar. 
Die  Bewegungen  des  Herzens  nehmen  nach  und 
nach  an  Schnelligkeit  zu,  und  das  Herz  erhält 
allmählig  eine  blafsrothe  Farbe., 

Bemerkenswerth  ist  es,  wie  auch  Haller  a) 
bereits  erinnert  hat,  dafs  an  dem  aus  dem  Eye 
genommenen  Hühnchen  der  früheren  Zeit  in  dfer 
Regel  zuerst  die  Contractionen  des  Venensacks 
aufhören,  und  dann  nach  einiger  Zeit  die  der 
Herzkammer  und  des  Aortenwulstes.  Selten  dau- 
ern die  Contractionen  des  Venensacks  und  des 
Aortenwulstes  langer  als  die  der  Herzkammer« 
Wenn  die  Contractionen  des  Herzens  nachlassen 
oder  aufhören,  so  kann  man  sie  längere  Zeit 
hindurch  durch  mechanische  Reize,  und  durch  Wär- 
me und  Weingeist  u.  s.  w.,  wieder  erneuern, 
jedoch  hören  sie  bald  auf,  wenn  man  die  Rei- 
zungen zu  stark  und  zu  oft  wiederholt« 


d)  Op.  min.  T.  2.  p.  388-  Prima  fcre  Semper  quiescit  auri- 
cula,  diuturnior  ventriculi  motus  est,  et  nonnunquam  bulbi 
aortae.  Rarum  est  supcrvixisse  auriculam,  rarum  ultimum 
bulbum  aortae  pulfasse.  Non  facile  ostensu  est,  cur  hie  a 
quadrapedibus  aves  adeo  evidenter  diftcrant. 


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■ 


'  Zu  dieser  Zeit  ragt  das  Herz  als  dreyfa- 
chw  Punctum  saliens  noch  aus  der  vorderea 
Fläche  des  Embryos  hervor,  und  ist  nur  von 
der  Kopfscheide  des  falschen  Amnions  bedeckt  a), 
indem  sich  die  Brusthöhle  noch  nicht  gebildet 
hat,  und  der  Embryo  also  an  seiner  vorderen 
Fläche  offen  ist. 

- 

■  • 

Wenn  man  die  Blase  des  falschen  Amnions 
öffnet  und  zurückschlägt,  oder  wenn  man  den 
Embryo  aus  der  Blase  herauszieht,  so  erscheint 
derselbe  in  folgendem  Zustande  b):  der  schon 
bedeutend  grofse  Kopf  ist  etwas  nach  vorn  ge- 
krümmt und  man  unterscheidet  an  ihm  den  Vor- 
der-und  den  Hinter- Kopf.  Der  Vorderkopf  be- 
steht anfangs  aus  zwei  mit  einer  hellen  Flüfsig- 
keit  angefüllten,  durchsichtigen  Bläschen.  Am 
Hinterkopf  erblickt  man  nur  ein  solches  Bläs- 
chen. Zu  Ende  dieses  Tages  oder  zu  Anfang 
des  folgenden  Tages  erscheinen  vier  Bläschen, 
nämlich  zwischen  den  beiden  vorderen  Bläschen 


a)  wie  Wolff  in  den  Gommern.  Petropol.  T.  13.  p.  496  zu- 
erst gezeigt  hat.  Sic  igitur  cor  nullo  thorace,  nullo  am- 
nio  vero,  sed  solo  spurio,  et  quidem  ca  ejus  parte,  quam 
vaginam  capitis  dm,  immediatc  tegitur.  lta  ergo  omnino 
mirum  est,  cor  non  modo  intra  cmbryoncm  non  existcre, 
■cd  neque  ejus  proximo  involucro,  amnio  vero  comineri, 
sed  solo  exteriori  demum  involucro,  amnio  spurio  nempe* 
includi.  Quod  quidem  eo  magis  notandum  mihi  fuit,  cum 
perill.  Hallerus  (in  Physiol.  T.  8.  p.  364),  prineeps  harum 
inquisitionum  auetor,  cor  omni  tempore  a  thorace  tectum 
esse,  adfirmaverir. 

*)  abgebildet  von  "Wolff  in  den  Comment.  Petropol.  p.  490. 
T.  13.  fig.  5. 


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und  den  hinteren  Bläschen  erscheint  noch  eine 
einfache  Blase,  die  sich  aber  bald  der  Länge 
nach  in  zwei  Bläschen  tbeilfc  Diese  Bläschen 
nennt  »an  die  Hirnbläseben  (Vesiculae  cerebra- 
les >  a)  Die  beiden  vorderen  stellen  die  beiden 
Hemisphären  tles  grofsea  Hirn«  vor;  die  beiden 
mittleren  Bläschen  die  Sehhügel,  und  das  hin- 
tere Bläschen  das  kleine  Hirn.  Aus  der  in  den 
Bläschen  enthaltene»  Fliifsigkek  gestaltet  *kh 


a)  Coiter  beschreibt  sie  vom  sechsten  Tag. 

Harvey  sah  sie  am  fünften  Tag  p.  82.  In  vesiculis 
«erebri  et  cerebelli,  praeter  aquam  limpidissinam,  nihil 
reperias* 

Slade  nach  6  Tagen. 

Langly  am  vierten  Tag. 

Steno  am  fünften  Tag. 

Malpighi  de  form,  pulfi  p.  55.  will  sie  nach  24  Stun» 
den  gesehen  haben,  fig.  8* 

Von  Embryonen  des  zweiten  und  dritten  Tag»  abge- 
bildet fig,  16.  17.  18-  19. 

Haller  sah  sie  am  dritten  Tag.  Er  gibt  die  Zahl  der 
Bläschen  sehr  verschieden  an.  z.  fi.  p.  133.  hör.  72.  Cra- 
nii  bullae  cerebrales  duae,  rostrales  duae,  rostralisque  alia 
media.  Occipitalis  denique  sive  cereoelli.  p.  140  hör.  82. 
Vesicula  cerebri  vertebralis  unica;  ante  eara  media  sine 
pari  vesicula;  et  duae  rostrales.  p.  146".  hör.  91.  In  ca- 
pite  vesicula  cerebralis  unica,  septo  divisa,  sirteipiratis  ter- 
tia  parva,  rostrales  duae,  pellucidae  omnes.  p.  1-75.  bor. 
140.  Vesiculae  cerebrales  duae,  grandes  conjunetae.  Pone 
eas  exigua  occipitalis,  tum  rostrales  duae. 

Ich  fand  niemals  mehr  als  fünf  Bläschen. 


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177 

die  Hirnmasse.  Gleich  unter  den  vorderen  Bläs- 
chen erblickt  man  die  grofsen,  hervorstehenden» 
farbenlosen  und  nackten  Augen,  welche  aus  durch- 
sichtigen Häuten  bestehen,  in.  denen  eine  cry- 
stallhelle  Flüfsigkeit  enthalten  ist.  Von  dem 
Hinterhaupte  aus  zieht  sich  das  langgestreckte 
und  etwas  nach  vorn  gekrümmte  Rückgrat  a)9 
die  sogenannte  Carina  o)  abwärts»  welche  sich 
mit  einer  rundlichen  Anschwellung,  dem  Steifs- 
wulst endigt.  Sie  besteht  aus  mehreren  paar- 
weise neben  einander  liegenden  Bläschen»  wel- 
ches die  Rudimente  der  Wirbel  c)  sind.  Zwi- 


a)  Coiter  und  Harvcy  sahen  es  am  fiinften  Tag. 

i 

Vesling  zu  Ende  des  dritten  Tags. 
Slade  nach  dem  vierten  Tag. 
Langly  am  vierten  Tag. 
Steno  am  fünften  Tag. 

Malpighi  App.  p.  78       dreyfsigsten  Stunde. 
Haller  am  Ende  des  tweiten  Tages. 

I)  Harvey  a.  a.  O.  p.  76.  Corpus,  quantum  nobis  videre 
licuit,  est  exiguum  quid  venulae  adjacens,  tanquam  carina 
naviculae  circumflexae,  et  quasi  galba,  vel  termes,  absque 
ullo  costarum,  pedum,  alarumque  vestigio;  cui  corpuscu- 
lum  conglobatum,  multoque  conspectius  appenditur,  scili* 
cet  capitis  rudimentum. 

#)  abgebildet  von  Malpighi  de  form  pulli  fig.  g — 14.  App. 
fig.  18  —  26.  Wolff  Thcor.  Gcncrat.  Tab.  3.  fig.  5. 
Comment.  Petrop.  T.  12.  f.  5. 

Haller  a.  a.  O.  p.  116  Ov.  hör.  64.    Spinam  dorsi 
vidi  t  cum  globulis  vcrtcbrarum  hinc  indc  adsidcntibu*. 

13 


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178 

- 

sehen  diesen  Bläschen  liegt  das  durch  seine  Be- 
ideckungen hervorschimmernde  Rückenmark  a)9 
welches  einen  langgestreckten  Kanal  mit  zwei 
parallellaufenden%weifsen  Rändern  oder  Wülsten 
bildet  In  deih  Kanal  oder  in -der  Rinne  ist  eine 
durchsichtige  Flüfsigkeit  enthalten.  An  zwei  Stel- 
len ist  der  Kanal  etwas  erweitert,  und  seine 
Ränder  sind  etwas  nach  aufsen  gedrängt;  näm- 
lich da  wo  sich  am  Rückenmark  der  erwachse- 
nen Vögel  Anschwellungen  befinden,  aus  denen 
die  Nerven  für  die  oberen  und  unteren  Extre- 
mitäten entspringen.  Die  Brust,  die  Rippen,  die 
Flügel  und  die  Füfse  sind  jetzt  noch  nicht  vor- 
handen. 

Das  Rudiment  des  Unterleibs  wird  zu  bei- 
den Seiten  der  Wirbelsäule  von  einer  länglichen, 
schmalen  ,  gelind  coneaven  Platte  gebildet,  wel- 
che Wolff  b)  die  Unterleibsplatte  (Tamina  abdo- 
minalis; nenht.  Beide  Platten  stellen  die  Len- 
dengegend des  Unterleibs  dar.  Von  der  ganzen 
Oberbauchgegend ,  der  Nabelgegend  und  der  Un- 
*  terbauchgegend  ist  noch  keine  Spur  vorhanden. 
Die  so  eben  angegebenen  Unterleibsplatten  wer- 
den nach  oben  schmaler  und  gehen  in  die  Rän- 
der desjenigen  Theils  der  Wirbelsäule  selbst  unmit- 
telbar über,  welcher  den  Brusttheil  darstellt.  Aus 


ä)  Malpight  Append.  p.  78.  sah  das  Ruckenmark  zur  drey- 
sigsten  Stunde.  Abgebild.  fig.  18  —  23. 

Th.  G.  J.  Nicolai  dissertat.  de  medulla  spinali  avium, 
ejusdemque  generatione  in  ovo  ineubato.  Halaci8li.  Er 
will  es  nach  24  Stunden  oeschen  haben.  Vom  dritten  Tag 
abgebildet  fig.  6.  Uebersctzt  in  Reils  Archiv  B.  II.  S.  156. 

A)  abgebildet  in  den  Gommern.  Petropol.  Tom.  13.  f.  5. 


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179 

diesen  Rändern  entspringt ,  wie  Wolff  a)  zuerst 
gezeigt  hat,  die  Membran,  welche  man  das 
wahre  Amnion  nennt.  Dieses  nun  schlägt  sich 
gleich  nach  seiner  Entstehung  nach  hinten  um 
den  Brusttheil  der  Wirbelsäule  und  bildet  eine 
Scheide  oder  Hülle,  die  in  ihrer  Gestalt  mit  der 
Wirbelsäule  übereinkommt.  Der  obere  Theil  deg 
wahren  Amnion,  der  den  Kopf  umhüllt,  ent- 
springt von  den  Fortsätzen  der  Wirbel,  schlägt 
sich  darauf  sogleich  über  den  Vorderkopf  und 
geht  dann  über  den  Hinterkopf  weg  in  den 
Rückentheil  des  Amnions  über.  Hieraus  nun  er- 
hellet, dafs  jetzt  noch  keine  Seiten theile  der 
Brust,  die  im  vollkommenen  Zustande  durch  die 
Rippen  gebildet  werden,  und  eben  so  wenig  der 
vordere  Theil  derselben,  den  das  Brustbein  dar- 
stellt, vorhanden  sind,  und  folglich  dafs  noch 
keine  Brusthöhle  gebildet  ist.  Auch  ergibt  sich 
hieraus,  dafs  das  Herz,  welches  an  der  vorde- 
ren Flache  des  Brusttheils  der  Wirbelsäule  liegt, 
noch  nicht  von  der  Brust  bedeckt  sejn  kann» 
Das  Herz  ist  auch  nicht  von  dem  wahren  Am- 
nion bedeckt,  sondern  es  liegt  frei  nach  vorn 
zwischen  den  beiden  Seitenplatten  des  wahren 
Amnion,  die  von  den  Rändern  des  Brusttheils 
der  Wirbelsäule  entspringen  und  sich  nach  hin- 
ten umschlagen.  Zu  dieser  Zeit  ist  das  Herz  nur 
von  dem  Theil  des  falschen  Amnion  bedeckt, 
welchen  man  Kopfscheide  nennt. 

Wir  wollen  jetzt  die  Beschaffenheit  des  fal- 
schen Amnion  zu  Ende  dieses  dritten  Tages  be-  . 
trachten,  welche  Wolff  b)  so  trefflich  angegeben 


a)  Commenr.  Pctropol.  T.  13.  p.  493. 

*)  Comment.  Petropol.  T.  13.  p.  449.  Tab.  12.  fig. 


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I 


hat  An  der  von  dem  falschen  Amnion  gebfl* 
dcten  Blase ,  befindet  sich  unmittelbar  unter  der 
Kopfscheide,  in  der  Herzgegend,  eine  Grube, 
welche  Wolff  a)  die  Magengrube  (Fovea  cardia- 
ca)  genannt  hat,  weil  sie  aer  erste  Anfang  des 
Magens  ist.  Sie  stellt  zu  Ende  des  zweiten  Ta- 
ges, so  wie  zu  Anfang  dieses  Tages  eine  Oeff- 
nung  oder  Spalte  dar,  durch  welche  die  aufstet- 
gende  Vene  eindringt,  um  sich  zur  Hohlvene 
und  zum  Venen  sack  zu  begeben.  Zu  dieser  Zeit 
ist  die  Gestalt  der  Magengrube  fast  oval,  nach 
oben  rundlich  und  mehr  breit,  nach  unten  all* 
mählig  verengt  Ihr  wulstiger  Rand  ragt  etwas 
hervor  und  ist  weifser  als  die  übrige  Blase. 
Was  die  Bildung  der  Magengrube  anbetrifft,  so 
kann  man  sagen,  dafs  sie  aus  der  Kopfscheide 
entsteht,  welche  sich  an  dieser  Stelle  wie  gegen 
einen  Mittelpunkt  zusammenzieht  und  den  Em- 
bryo einhüllt.  Die  Magengrube  ist  der  erste  An- 
fang des  Magens,  und  der  Theil  des  falschen 
Amnions ,  welcher  zur  Bildung  der  Grube  bei- 
trägt, gehört  zum  Magen  und  ist  er  selbst  sei- 
ner Form  und  Substanz  nach.  Die  Grube  stellt 
jedoch  noch  nicht  den  ganzen  Magen  dar,  son- 
dern nur  den  hintern  und  oberen  Theil  dessel- 
ben, der  übrige  gröfsere,  vordere  Theil  fehlt 
jetzt  noch. 

In  der  Mitte  der  Oberflache  der  Amniong- 
Blase  erblickt  man  eine  vertiefte  Linie  oder 
Rinne,  die  aus  dem  unteren,  allmählig  enger 
werdenden  Ende  der  Magengrube  entspringt, 
nach  unten  verläuft  und  sich  dicht  über  der 
Schwanzjiülle  endigt   Dieser  Linie  oder  Rinne 


•)  a.  a.  O.  Tom.  12.  p.  449.  f.  7»  k. 


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X8i 


kafc  Wolff  a)  den  Namen  derNafch  des  falschen 
Amnions  (Sutura  amnii  spurii)  gegeben.  Die 
Kinne  verlauft  zwischen  den  beiden  Seiten thei- 
lfcn  der,  Blase,  und  ist  durch  das  Zusammentre- 
ten der  Rander  der  beiden  Seitentheile  entstanden. 
Zu  Ende  des  zweiten  Tages  aber  sind  die  Rän- 
der, noch  von  einander  getrennt,  sie  berühren 
»ich  noch  nicht,  sie  stehen  weit  von  einander, 
so  dafs  die  ganze  vordere  Fläche  der  Wirbejtaäule 
nackt  und  ohne  Bedeckung  irgend  einer  Art  durch 
die  Oeffnung  her  Vorschein  t  b).  Am.  dritten  Tag 
aber  ziehen  sich  die  Ränder  der  Seitentheile  der 
Blase  allmahlig  zusammen,  und  bilden  an  der 
Wirbelsäule  das  Gekrös,  sie  verwachsen  endlich 
nach  vorn  und  so  entsteht. die  Rinne,  welche 
Wolff  Nath  nennt.  Sie  hat  einen,  weifsen  wul- 
stigen Rand,  der  sich  von  dem  Rande  der  Ma- 
gengrube fortsetzt  So  wie  die  Magengrube  von 
der  Kopf  scheide  entsteht,  so  wird  die  Nath  von 
den  länglichen  Seitentheilen  der  Amnions- Blase, 
welche  von,  den  Seiten  zusammentreten,  gebil- 
det. Die  Nath  nun  stellt  das  Rudiment  des  Darm- 
Jkanals  dar*  Anfangs  bildet  sie  einen  vom  Ma- 
gen gerade  absteigenden,  vorn  offenen  Kanal, 
welchen  Wolff  c)  den  Urdarm  (Intestinum  primi- 
tivurn)  nennt»  Die  Rinne  oder  Nath  stellt  eben 
so  den  Anfang  des  Darms  dar,  wie  die  Magen- 
grube den  Anfang  des  Magens.  Der  Theil  des 
falschen  Amnions,  welcher  die  Nath  bildet,  ist 
die  innere  oder  Zottenhaut  des  Darms.  Der 


«)  a.  a.  O.  Tom.  12.  j>.  456.  F.  7.  t 
h)  a»  a.  0.  —  fig.  6.  m.  n. 
#)  a.  a.  O.  T.  12.  p.  459. 


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m 

Darm  also  ist  vorn  offen;  seine  Seitentheile 
müfsen,  damit  ein  vollständiger  Kanal  entstehe» 
sich  erbeben,  gegen  einarider  neigen  und  zu  ei- 
nem Rohr  verwachsen,  welches  auch  wirklich 
erfolgt,  wie  späterhin  angegeben  wird. 

- 

Am  unteren  Theile  der  Blase  findet  sich, 
dicht  über  oder  vor  der  Schwanzscbeide  eine 
Grube,  von  Wolffß)  untere  Grube  (Foveola  in- 
ferior) genannt.  Sie  hat  ganz  dieselbe  Beschaffen- 
heit wie  die  Magengrube  und  die  Nath»  sie  ist 
eine  einfache  Grube,  deren  Wände  sich  im  Grun- 
de berühren  und  zusammenhängen.  Zu  Ende  des 
zweiten  Tages  und  zu  Anfang  des  dritten  Tags 
aber  stellt  die  Grube  eine  tiefe  Höhle  dar,  indem 
sich  die  Ränder  der  Schwanzscheide  noch  nicht 
berühren ,  und  folglich  das  angeschwollene 
Schwanzende  der  Wirbelsäule  durch  die  Oeff- 
nung  erscheint  b).  Die  Grube  nimmt  ohngefähr 
die  Schamgegend  und  die  Aushöhlung  des  Heili- 
genbeins ein,  und  hat  die  Gestalt  eines  gleich- 
schenklichen  Triangels,  dessen  Grundflächenach 
hinten  oder  unten  gerichtet  ist,  und  durch  eine 
nach  aufsen  gewölbte  Linie  dargestellt  wird.  Die 
Schenkel  hingegen  laufen  nach  oben  oder  vorn 
in  den  Rand  der  Rinne  oder  Nath  aus,  so  wie 
sich  die  Höhle  der  Grube  in  die  Rinne  selbst  fort- 
setzt. Die  Grube ,  welche  an  ihrem  Umfang  von 
zwei  weifsen  Wülsten  oder  Rändern  umgeben  ist, 
wird  von  denjenigen  Theilen  des  falschen  Am- 
nions gebildet,  welche  man  die  Schwanzscheide 
nennt.  Diese  Grube  nun  ist  der  wahre  Anfang 
des  Mastdarms  oder  der  Kloake,  und  sie  stellt 


a)  a.  a.  O.  T.  12.  p.  461  fig.  7.  m. 
h)  a.  a.  O.  fig.  5.  v. 


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183 

diesen  Theil  des  Darmkanals  ebenso  dar,  wie  die 
Magengrube  den  Magen,  und  die  Nath  oder  Rin- 
ne den  Ur-  oder  Mittel-Darm.  . 

Endlich  mufs  ich  noch  angeben,  dafs  das 
falsche  Amnion  Gefäfse besitzt,  welche  Wolffa) 
zuerst  beschrieben  und  abgebildet  hat*  Die  Ge- 
fäfse, welche  zur  Kopfscheide  gehen,  und  wel- 
che die  zahlreichsten  sind,  verbinden  sich  mit 
der  aufsteigenden  Vene  an  der  Stelle,  wo  diese 
in  den  Embryo  tritt,  nämlich  an  der  Magen- 
grube. Es  sind  dicht  gedrängte  Venenzweige, 
die  in  der  Kopfscheide  verbreitet  sind.  Andere 
in  geringerer  Menge  vorhandene  Venenzweige 
begeben  sich  in  die  Seitentheile  der  Blase  und  in 
die  Schwanzscheide;  sie  verbinden  sich  mit  der 
absteigenden  Vene.  Alle  diese  ungemein  feinen 
Venen  des  falschen  Amnions  verbreiten  sich 
strahlenförmig,  und  sind  in  ihrei*  Verlaufe  ge- 
schlängelt. 

§.  76. 

Vierter  Tag» 

Der  an  dem  stumpfen  Ende  des  Eyes  zwi- 
schen den  Platten  der  Eyschalenhaut  befindliche, 
mit  Luft  gefüllte  Raum  hat  an  Gröfse  zugenom- 
men ,  indenv  ein  Theil  des  äufseren  ftüfsigern  By- 
weifses  ausgedünstet,  und  statt  dessen  Luft  in 
das  Ey  eingedrungen  ist.  Das  Eywtifs  hat  an 
Volumen  abgenommen.  Der  Dotter  ist  gröfser 
geworden,  er  ist  auch  nicht  mehr  so  gelb,  wie 
zuvor,  sondern  er  hat  eine  milchige,  blafsgelbe 


<i)  a.  a.  O.  T.  ix  p.  444.  f.  6.  *J. 


1 

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IS4 

Farbe,  und  eine  dünnere  Consistenz  erhalten. 
Diese  Erscheinung  rührt  ohne  Zweifel  daher,  dafa 
ein  Tbeil  des  Byweifses  durch  die  hohlen  Hagel- 
stränge eingesaugt  und  der  Dottersubstanz  bei- 
gemischt worden  ist.  Auch  der  Gefäfsraum  hat 
an  Ausdehnung  bedeutend  zugenommen,  und  es 
haben  sich  noch  mehrere  mit  Blut  gefüllte  Ve- 
nenzweige gebildet,  neben  welchen  Arterien- 
zweige a)  laufen ,  die  aus  der  bereits  gebildeten 
Gekrösschlagader  entspringen.  Diese  in  den  Ge- 
fäfsraum sich  verbreitende  Arterien  werden  Arte- 
rien des  Gefäfsraums  (Vasa  omphalo  mesenterica) 
genannt.  Der  jetzt  schon  gegen  vier  Linien  lange 
Embryo  hat  sich  gekrümmt,  so  dafs  der  Kopf 
fast  den  Schwanz  berührt.  Er  liegt  nicht  mehr 
auf  dr m  Bauche,  sondern  er  hat  sich  auf  seine 
limke  Seite  gewendet.  Durch  diese  veränderte 
Lage  des  Embryos  ist  auch  die  Gestalt  des  gröf- 
ser  gewordenen  durchsichtigen  Nabelhofs  verän- 
dert, nämlich  dieser  hat  jetzt  nicht  mehr  die  Ge- 
stalt eines  Pistills,  sondern  eine  länglich  runde 
Gestalt  aus  zwei  gekrümmten  Linien  gebildet; 
die  gegen  den  Rücken  des  Embryos  gekehrte  Li- 
nie ist  convex,  und  die  gegen  den  Bauch  gerich- 
tete Linie  ist  etwas  coneav.  Endlich  hat  der  Na- 
belhof an  Durchsichtigkeit  verloren,  so  dafe  er 
kaum  vom  Gefäfsraum  zu  unterscheiden  ist* 
Wenn  man  das  äufsere  Blatt  des  Gefäfsraums  ein- 
schneidet und  abzieht,  so  kommt  die  Blase  des 
falschen  Amnions  zum  Vorschein,  welche  den 


a)  Langley  sah  sie  zur  12.  Stunde,  f.  3.  4.  5. 

Malpighi  de  form,  pulli  pag.  69.  fig.  16.  sah  sie  zur 
62.  Stunde. 

Haller  zur  64.  65.  oder  12.  Stunde. 


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185 


nun  im  wahren  Amnion  enthaltenen  Embryo 
eng  umhüllt.  Wegen  der  gröfseren  Zusammen« 
Ziehung  des  Embryos  ist  die  Anfangs  geradli- 
nige Nath  des  falschen  Amnions  bedeutend  ver- 
kürzt und  gekrümmt  Die  wulstigen,  gröfser  ge- 
wordenen Ränder  der  Magengrube  haben  sich, 
nach  vorne  verbunden,  und  sind  zum  Magen  ver- 
wachsen. Die  ebenfalls  gröfser  gewordenen  und 
vorspringenden  Ränder  der  Rinne  oder  Nath  aber, 
welche  den  Mittel  - oder  Ur-Darm  darstellen, 
haben  sich  noch  nicht  zum  Darmkanal  geschlos- 
sen, daher  ist  der  Darm  jetzt  noch  offen*  Die 
wulstigen  Ränder  der  von  der  Schwanzscheide 
gebildeten  untern  Grube  sind  nach  vorn  ver- 
wachsen und  stellen  die  Kloake  nebst  den  Mast- 
darm dar. 

Wenn  man  nun  den  Seitentheil  des  falschen 
Amnions  der  Länge  nach  einschneidet  und  ge- 
gen den  vordem  Theil  des  Embryos  zurück- 
schlägt, wodurch,  also  die  Blase  des  falschen 
Amnions  zerstört  wird,  so  erscheint  das  darun- 
ter liegende  wahre  Amnion,  in  Form  einer  fei- 
nen, ausgedehnten  und  mit  einer  durchsichtigen 
Flüssigkeit  angefüllten  Blase  d).  Es  entspringt 
von  dem  Wulste  oder  Rande  des  Unterleibs,  der 
in  der  Schamgegend  anfängt,  in  der  Lendenge- 
gend und  Brustgegend  fortläuft,  und  dann  sich 
dicht  über  der  Herzgrubengegend  nach  vorn 
krümmt  und  sich  mit  dem  der  entgegengesetzten 
Seite  verbindet.  Dieser  Wulst  bildet  den  auf- 
geworfnen Rand  der  ganzen  Höhle,  welche  Un- 
terleib» Becken  und  Brusthöhle  in  sich  fast»  Die 
Oeffnung  dieser  Höhle,  welche  nach  vorn  das 


ä)  Wolff  Gommern.  Pctrop.  T.  13.  Tab.  X  f.  I.  2*  , 


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IS6 

Herz  und  den  sich  aus  dem  falschen  Amnion 
bildenden  Darmkanal  enthält,  stellt  den  ersten 
Anfang  der  Nabelöffnung  dar,  welche  sich  im- 
mer mehr  verengt  und  verkleinert,  so  wie  die 
Wände  der  Höhle  sich  vergröfsern ;  endlich  ver- 
wandelt sie  sich  in  die  Oeffnung  des  sehr  weiten 
Unterleibs,  welche  die  Nabelöffnung  des  Em- 
bryos bildet  a).  Das  von  dem  aufgeworfenen 
Rande  der  Höhle  entspringende  wahre  Amnion 
Schlägt  sich  nach  hinten  um  und  umhüllt  dea 
Kopf,  den  Rücken,  den  Schwanz  und  die  aus 
der  Wirbelsäule  hervorwachsenden  Rudimente 
der  Flügel  und  der  Füfse* 

Da  der  Kopf  jetzt  stark  gegen  die  Brust  ge- 
krümmt ist,  so  ist  das  Herz  mehr  versteckt  als 
am  vorhergehenden  Tage.  Es  liegt  in  den  Win- 
kel, welchen  der  I^opf  mit  der  Brust  bildet,  an 
der  äufseren  Fläche  des  wahren  Amnions,  ,und 
ragt  aus  demselben  hervor.  Die  untere  Höhla- 
der, mit  welcher  sich  die  Venen  des  Gefäfsraums 
oder  die  Dottervenen  verbinden,  so  wie  die 
schon  gebildete  obere  Hohlader,  in  welche  sich 
die  Drosselvenen  b)  einsenken,  tretea  in  den 


a)  Wolff  bemerkt  sehr  richtig  Comment.  Petrop.  T.  12.  p. 
48i:  Ex  ipso  hoc  limbc  roembrana  aranii  veri  continua- 
tur,  sed  aliter,  quam  in  quadrupedibus  hoc  fieri  solet.  In 
bis  enim  abdominis  cutis  ad  regionem  umbilicalem  in  Jpn- 
gum  funiculum  umbilicalem  producitur,  qui  vasa  umbilt- 
calia  continet,  et  ex  ejus  funiculi  fine  demum  membrana 
reflexa  amnium  constituere  ineipit.  In  avibus  nullus  un- 
quam  funiculus  existit  etc. 

i)  Haller  sah  sie  schon  zur  52.  Stunde.  Oper,  minor,  p.  404* 
Die  tarnen  tertio  in'capite  primo  puneta  adparent  rubentia, 


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i8? 

- 

noch  gemeinschaftlichen  rechten  und  linken,  in 
dieQueere  gezogenen  Venensack  ein;  aus  wel- 
chem der  etwas  kürzer  gewordene  Ohrkanal  in 
den  kegelförmigen  linken  Ventrikel  eintritt  Die 
aus  dem  oberen  Theil  des  linken  Ventrikels  ent- 
springende Aorte  ist  eng  a),  bildet  aber  gleich 
darauf  den  Wulst  oder  die  Zwiebel  der  Aorte* 
die  sich  nach  Art  des  Ventrikels  contraherb. 
Nach  der  Bildung  des  Wulstes  wird  die  Aorte 
wieder  enger  V)  und  theilt  sich  in  drei  Aeste, 
die  in  spitzen  Winkeln  zusammentreten,  um  die 
Rückenaorte  zu  bilden  c).  Aus  dieser  entsprin- 
gen einige  kleine  Zweige,  die  zum  Kopf  laufen» 
Der  Stamm  steigt  sehr  deutlich,  allmählig  enger 
werdend,  an  der  vorderen  Fläche  der  Wirbet- 
säule herab,  und  gibt  während  dieses  Verlaufs 
die  Bauchschlagader  CA.  coeliaca)  und  die  Ge- 
krosarterien  ab,  welche  zwischen  den  Platten 
des  falschen  Amnions,  die  hier  das  Gekrös  bil- 
den, liegen.  Auch  schickt  sie  Zweige  ab  an 
die  angeschwollenen  Bänder  des  sich  bildenden 
Brust -und  Bauch -Höhle.  Der  Stamm  gibt  end- 
lich die  Hüft- oder  Becken- Arterien  ab,  aus  de- 
nen die  Nabelarterien  entspringen. 


tum  Striae,  qnae  non  multo  tempore  interlapso  in  lineas 
coerunt,  et  in  truncum  coalescunr,  qui  per  Collum  incapiit 
adscendit,  quae  vena  jugularis  est 

d)  Hiller  nennt  diese»  Theil  Fretum. 

Visq-d'Azyr  nennt  ihn  Isthmus  aortae. 

l)  Haller  nennt  dieses  Stück  der  Aorta  Rostrum» 

- 

c)  diese  Aeste  sind  von  Malpighi  de  form,  pulli  fig.  13.  15. 
16.  17.  i8*  abgebildet.  Die  Aorten  wulst  nennt  er  irrig 
linke»  Ventrikel. 


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t88 

Unmittelbar  unter  dem  Venensack  vor  der 
untern  Hohlader  erscheint  die  Leber  a),  in  Form 
«iner  grau  gelben  etwas  in»,  rötbliche  spielenden, 
gallertartigen  Masse,  welche  an  der  mit  den  Dot- 
tervenen in  Veibindung  stehenden  Pfortader  an- 
liegt. Eigentlich  scheint  die  Leber  aus  der  mit 
den  Dottervenen  in  Verbindung  stehenden  Pfort- 
ader  hervor  zu  wachsen,  oder  ihre  Läppchen 
und  Acini  scheinen  sich  traubenartig  an  den 
.Zweigen  der  Pfortader  zu  bilden.  Der  Stamm 
der  Dottervenen  lauft  als  Ductus  venosus  zur 
Hohlvene^  Die  üi  der  Leber  sich  bildenden  Ve- 


a)  Harvey  sah  die.  Leber  am  &  Tag.,  a.  a.  Q.  p.  84.  Jeco- 
ris  parcnchyma  venae  umbilicalis  qua.  parte  ingreditur, 
super  exilia  stamina  fibrosa  adnascitur:  simili  prorsus  mo- 
do, quo  rudtraen tun*  corporis,  venae  a  corde  descendenti, 
vel  vestculae  pulsanti  accrescere  diximut.  Quemadmodüm 
enim  uvae,  racemo;  germina,  vfrgutfis;  incipiensque  spica, 
gramini  accrescunt:  tta  quoque  hepar  venae  umbilicali  ad« 
hacret,  indeque  oritur,  ut  fungi  ex  arboribus,  et  super- 
crescens  in  ulceribus  caro,  vel  sarcoses  morbosae  arterta- 
rum  ramulis  conterminae,  a  qutbus  nutriuntur,  et  in  ma* 
ximam  intcrdum  molem  excrescunt. 

Das.  was  hier  Harvey,  Vena  umbilicalis  nennt,  Ut  die 
Dottervexie. 

Vesling  sah  die  erste  Spur  der  Leber  am  vierten  Tag. 

Steno  sah  die  Leber  am  siebenten  Tag. 

Malpighi  erkannte  die  Leber  nach  dem  sechsten  Tag. 
Appen  J.  p.  6t. 

1 

Halter  sah  sie  zur  86.  Stunde. 
Wolff  am  vierten  Tag. 


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I 


«9 


xien  verbinden  sich  dann  mit  der  entern  Hohl* 

vene. 

Dicht  zü  beiden  Seiten  neben  der  Wirbel* 
säule  hinter  den  beiden  Platten  des  falschen  Am- 
nions, welche  hier  verbunden  das  Gekrös  bil- 
den, liegen  die  langen  und  schmalen  grau  weis- 
sen* gallertartigen  Nieren  a).  Sie  fangen  in  der 
Gegend  der  Brusthöhle  an  und  steigen  bis  zum 
unteren  Ende  des  Mastdarms  herab,  in  welchen 
sie  sich  von  beiden  Seiten  einsenken.  Sie  bil- 
den jetzt  noch  eine  verbundene  Masse.  Harn- 
leiter und  Gefäfseknäuel  sind  noch  nicht  zu  er- 
kennen. Nach  Wolffs  b)  Untersuchungen  be- 
steht diese  Masse  aus  Platten,  welche  queer 
über  einander  liegen  und  ganz  von  einander  ge- 
trennt sind;  an  der  vorderen  Fläche  kann  man 
dieselben  deutlich  von  einander  absondern,  wäh- 
rend sie  hinten  an  eine  Art  von  Strang  befe- 
stigt erscheinen.  Erst  nach  dem  siebenten  oder 
achten  Tag  sollen  sich  diese  Platten  in  Gefäfs- 
bündel  verwandeln.  Wahrscheinlich  bilden  sich 
auch  aus  diesen  Platten  die  Genitalien.  An  der 
vorderen  Fläche,  der  Nieren  hinter  dem  Mast- 


a)  Malpighi  sah  die  Nieren  erst  am  sechsten  and  siebenten 
Tag.  App.  p.  8*»  Form,  »pulli  p.  61.  die  *J  termiuata.  Re« 
ncs  oblongi  cinerei  caloris  apparebanh 

Steno  sah  sie  am  *\.  Tag. 

Halter  beobachtete  sie  tur  95.  Stunde. 

Wolff  am  vierten  Tag.    Theoria  Generat.  pag*  133. 
Historia  renum:  Tab.  2.  fig.  15. 

*)  Comment.  Petropol.  T.  13.  p.  4$6\  tab.  13.  fig.  3.  1. 


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*90 

dann  erhebt  sich  ein  kleines,  ovales,  gefafsrei- 
ches  Bläschen  a),  welches,  wenn  das  falsche 
Amnion  noch  nicht  geöffnet  und  zurückgeschla- 
gen ist,  von  diesem  bedeckt  wird.   Das  Blas- 


ö)  Dies  Bläschen  ist  in  «einer  Früheren  Beschaffenheit  den 
meisten  äUern  Anatomen  nicht  bekannt  gewesen.  Steno 
scheint  es  zuerst  gekannt  zn  haben;  a.  a.  O.  pag.  34.  In 
alio  ovo  circa  finem  quarti  diei  aperro  vesicnla  pellucida 
quidem  sed  aliqaantulum  flavescero  parte  corporis  anteriore 
in  vicinia  caudae  conspiciebatnr.  Remo:o  amnio  vesicula 
guum  humorem  etianmum  eontinebat,  eratque  caudae  pro* 
xima  et  magis  aquea  conspiciebatur ,  quam  antea.  In  alio 
eadem  vesicula  conspecta  humore  crystaüino  plena. 

Malpighi  de  format.  pull.  p.  59.  sah  das  Bläschen  am 
dritten  Tag,  er  hielt  es  aber  irrig  für  den  Magen.  Figur  17  ist 
es  abgebildet.  Prope  eruptionem  umbilicalium  vesicula  ex« 
tra  pendebat,  sanguineis  vasculis  irrigata,  quem  carnosum 
ventriculum  censeo.  —  Auch  hat  er  es  im  Append.  p.  "79. 
fig.  22.  und  p.  81  fig.  36  beschrieben  und  abgebildet.  Prope 
umbilicalia  vasa  vesicula  figebatur  ichore  pleno. 

Haller  nannte  die  Blase  anfangs  Allanto's,  in  s.  Schrift 
Formation  du  poulet  Vol.  2.  p.  133.  Späterhin  nannte  er 
sie  Membrana  umbilicalis  und  Vesicula  umbilicalis.  Oper, 
min.  a.  a.  O.  p.  325.  Er  beobachtete  sie  zuerst  zur  72.  Stunde. 

"WolffTheor.  Generat.  Tab.  2.  fig.  13  hat  den  Ursprung 
der  Blase  von  den  Nieren  her  abgebildet.  Er  nennt  sie  AI- 
lantois  et  Membrana  vasorum  umbilicalium.  ... 

Blumenbach  nennt  die  Blase  Chorion ;  er  hat  sie  abge- 
bildet an  einem  Küchelchen  aus  einem  100  Stunden  bebrüte- 
ten Hühnerey,  in  s.  Abbild,  naturhistorischer  Gegenstände. 
Taf.  64. 

Auch  abgebildet  vom  Graf  Trcdern  a.  a.O.  £3.  Ii.  19. 


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J9* 

eben  hangt  an  einem  gefafsreichen  Stiel,  der  von 
den  beiden  aus  den  Hüftarterien  tart.  iliacae)  • 
entspringenden  Nabelarterien  (art.  umbilicales) 
gebildet  wird.  Es  besteht  aus  zwei  Platten,  ei- 
ner äufseren  pulpösen  und  gefafsreichen,  und 
einer  inneren  zarten,  gefäfsannen  Platte,  welche 
eine  durchsichtige  Flüfsigkeit  enthält.  Die  in- 
nere Platte  steht  mittelst  eines  hohlen  zwischen 
dtn  Nabelarterien  laufenden  Stiels,  von  Hallera) 
Urachus  genannt,  mit  dem  Endstück  des  Mast- 
darms oder  mit  der  Kloake  in  Verbindung.  Der 
schon  früher  beschriebene  Fabricius  Beutel,  wel- 
cher bei  allen  erwachsenen  Vögeln  vorkommt, 
scheint  ein  Ueberbleibsel  der  ehemaligen  Verbin- 
dung der  Kloake  mit  dem  inneren  Platte  zu  seyn. 
Die  Nabelarterien  bilden  Netze  und  gehen  dann  in 
eine  Vene,  die  Nabelvene  (vena  umbilicalis)  über, 
welche  sich  mit  der  unteren  Hohlader,  vor  ih- 
rem Eintritt  in  den  Venensack,  verbindet  Dem- 
nach ist  die  äufsere  gefäfsreiche  Platte  der  Ge- 
fäfshaut  (Chorion)  analog,  die  innere  Platte  aber 


a)  Haller  war  ungewifs  über  die  Verbindung  der  Blase  mit 
dem  Mastdarm,  in  d.  Op.  minor,  a.  a.  O.  p.  330  sagt  er: 
Tenerior  vesicula  de  quodam  quasi  pediculo  pendet:  is, 
quando  paulo  grandior  est,  videtur  conponi  ex  arteria  um« 
bilicali  sinistra,  exque  tenero  canali,  qui  secundum  arteri- 
am  incedit.  Neuter  autem  finis  *atis  certus  est.  Hmc  enim 
is  canalis  videtur  in  membranam  umbilicalem  evanescere, 
divisus  ut  videtur,  obscurissimo  fine  Inde  tendit  ad  in- 
testinum rectum ,  sive  cloacam  malis  vocare ,  et  idem  dila- 
tatus  duobus  quasi  corniculis  ad  utrumque  latus  amplectitur, 
aut  certe  ei  adhaerescit.  Post  exclusum  pullum  adparet  ponc 
intestinum  rectum  vesica  ovalis,  intus  plicata,  manifesto 
pone  intestinum  in  uropygium  aperta,  cui  et  urachui  a-dhae- 
ret,  et  qui  videtur  iila  inflata  bulla  fuisse,  etc. 


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t 

192 

ist  der  Harnhaufc  (Allantois)  tu  vergleichen  0). 
Erstere  vertritt  offenbar,  wie  wir  späterhin  se- 
hen werden ,  die  Stelle  eines  Respirationsorgans. 

Wenn  man  nun  auch  das  wahre,  eine  helle 
Fliifsigkeit  enthaltene  Amnion  öffnet  und  zurück« 
schlägt,  so  kommt  der  Körper  des  Embryos  oder 
die  Carina  zum  Vorschein.  Auf  den  gröfser  ge- 
wordenen Hirnblasen  erscheinen  Blutgefäfse.  Die 
Augen  haben  an  Gröfse  zugenommen  und  sprin- 
gen mehr  hervor.  Die  nun  schwarz  gefärbte  Ge- 
fafshaut  schimmert  durch  die  weifse  Haut  durch. 
Man  erblickt  an  der  vorderen  Fläche  des  Auges 
einen  schwärzlichen,  die  Pupille  umgebenden,  , 
Kreis,  welcher  nach  unten  einen  Einschnitt  bat  b). 
Jetzt  sind  auch  die  ersten  Spuren  der  Kiefer  zu 
erkennen,  nämlich  zwei  kurze  Anhänge,  die  von 
dem  Hals  zu  entspringen  scheinen.  Zu  Ende 
dieses  Tages  sind  sie  verbunden  und  stellen  den 
Unterkiefer  dar  cu  Gleich  unter  den  Augen  liegt 
zu  beiden  Seiten  ein  Vorsprung,  der  erste  An- 
fang des  Oberkiefers.  Der  grofse  zwischen  dem 
Unterkiefer  und  den  noch  nicht  verbundenen 


r 

a)  Malpighi  hat  in  den  letzten  Tagen  der  Bebrütung  das  Cbo- 
rion  und  die  Allantois  richtig  erkannt,  und  hat  die  Verbin- 
dung des  letzteren  mit  der  Kloake  abgebildet  App.  p.  83* 
fig-  51  58-  59  abgebildet. 

b)  Diesen  Einschnitt  scheint  Steno  zuerst  beobachtet  zu  haben , 
am  sechsten  Tag  nämlich,  a.  a.  O.  pag.  36  In  oculo  nigra 
tunica  praeter  pupillae  foramen  lineam  apertam  habebat,  a 
pupilla  dcorsum  pergentem. 

Abgebildet  von  Malpighi  App.  fig.  ig.  19,  20.  21» 

e)  Gut  abgebildet  von  Graf  Tredern.  fig.  3. 


1 

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I9J 

Anfangen  des  Oberkiefer  bis  zwischen  die  Augen 
heraufsteigende  Kaum  stellt  die  jetzt  noch  gemein- 
schaftliche Mund  -  und  Nasen  -  Höhle  dar.  An 
dem  wulstig  angeschwollenen  Rande  der  Brust 
und  Bauch -Höhle  zeigen  sich  nun  auch  die  Ru- 
dimente der  Flügel  und  Füfse  ö).  Bei  ihrem  er- 
sten Erscheinen  am  dritten  Tag  sind  es  nur  ver- 
dickte Stellen  des  Randes  selbst  Zu  Ende  die- 
ses Tages  aber  sind  es  stark  vorspringende  Hö- 
cker, an  denen  man  jedoch  die  einzelnen  Regionen 
noch  nicht  unterscheiden  kann.  Die  Höcker  sind 
aus  einer  durchsichtigen  gallertartigen  Substanz 
gebildet.  In  den  Flügelhöckern  bilden  sich  Ge- 
fäfse,  die  mit  den  Schlüsselbein  -  Arterien  und 
Venen  in  Verbindung  stehen ;  und  in  den  Sehen« 


a)  Harvey  a.  a.  O.  p.  82.  die  5:  alae  et  pedes  egalba  aliquan- 
tulum  protuberant. 

Vctling  die  4  pedes  et  alae  adparent. 

Langly  und  Steno  beobachteten  die  Anfange  der  Ex« 
rremitäten  am  fünften  Tag. 

Malptghi  will  die  Flügel  schon  nach  24  Stunden  ge 
Sehen  haben.  De  form,  pulli  p.  59  alae  crucis  in  modum 
erumpebanr.  fig.  8-  p»  59  die  3  Crurum  et  alarum  inchoa- 
menta  patebant.  fig.  1*7. 

Haller  a.  a.  O.  p.  119  Ov.  hör.  65.  Initia  alarum  et 
pedum  p.  136.  Ov.  hör.  *J2*  Alarum  et  pedum  initia  ut 
informia  tubercula  adparent. 

Wolff  will  die  ersten  Spuren  der  Extremitäten  zur  36 
Stunde  gesehen  haben.  Theor.  generat.  pag.  135.  Historia 
extremitatum  fig.  5.  11.  In  den  Comment.  Petropol.  T.  13 
p.  514.  Üe  pedibus  et  alis. 

Graf  Tredern  hat  sie  gut  abgebildet  fig.  3. 

13 


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*94 

kelhöckefn  zeigen  sich  Gefäfse,  welche  die  Schen- 
kelarterien sind. 

$•  77« 

Fünfter  Tag. 

An  diesem  Tage  beginnt  allmählig  die  Auf- 
lösung der  Blase  des  falschen  Amnions  ß).  Das 
untere  Blatt  des  Gefäfsraums  nämlich,  oder  die 
innere  Dotterhaut,  welche  auf  die  zuvor  ange- 
gebene Art  die  Blase  des  falschen  Amnions  bil- 
dete, fängt  an  sich  von  dem  oberen  Blatte  des 
Gefäfsraums  oder  von  der  äufseren  Dotterhaut 
zu  trennen,  und  stellt,  nachdem  es  sich  von 
diesem  abgelöfst  hat,  den  eigentlichen  Dotter- 
sack  dar.  Hierdurch  wird  also  das  anfangs  von 
der  inneren  Dotterhaut  umgebene  wahre  Amni- 
on, welches  den  Embryo  enthält,  entblöfst,  und 
kommt  nun  vollständig  zum  Vorschein.  Es  schim- 
mert durch  das  obere  durchsichtige  Blatt  der 
Dotterhaut  durch.  Der  in  dem  wahren  Amnion 
eingeschlossene  Embryo  liegt  alsdenn  mit  die- 
sem in  einer  Vertiefung  des  unteren  den  Dotter 
einschliefsenden  Blattes. 

■ 

Das  untere  Blatt  der  Dotterhaut  oder  das 
ehemalige  falsche  Amnion  bildet  im  Umfänge 
der  von  ihm  erzeugten  Nath,  viele  Falten,  wel- 
che noth  wendiger  weise  entstehen  müssen,  weil 
das  untere  Blatt,  das  sich  vorher  um  das  wahre 
Amnion  als  Blase  des  falschen  Aihnions  schlug, 
nun  in  einer  ebenen  Flache  unter  dem  Embryo 


ä)  WolfT  Comment.  Pctropol.  T.  12.  p.  498.  Evanesccnlia' 
amnii  spurii,  Amnium  verum  cum  cmbryone  emergens. 


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*95 


liegt.  Die  angeschwollenen  Ränder  der  Nath 
nähern  sich,  ziehen  sich  zusammen,  verwachsen 
und  bilden  so  den  Darmkanal  a),  der  nur  noch 


«}  Harvey  a.  a.  O.  p.  82.  dies  6.    Circa  hoc  tempus  etian» 
visccra  omnia,  et  intestina  conspicua  sunt. 

Vciling  sah  den  Darmkanal  nach  dem  vierten  Tag. 

Langly  am  sechsten  Tag. 

Steno  am  siebenten  Tag. 

Malpighi  de  form.  pull.  p.  6o.  die  4.  Candida  in» 
testina  cum  carnoso  praeeipue  ventriculo,  mueosa  tarnen 
manifestabantur. 

Maitre  Jean  obs.  14  p.  156  will  schon  den  Darmka- 
nal gegen  die  50  und  64.  Stunde  gesehen  haben. 

Haller  Op.  minor,  a.  a.  O.  p.  396.  Prima  stamina 
ventriculi  adparuerunt  hora  36.  p.  39*7.  Intestina  primum 
vidi  hora  g6t  deinde  hora  95,  et  100,  et  112,  et  118» 
porro  hora  120,  et  124,  et  138»  hora  142,  hora  144 , 
et  hora  162. 

Wolff  Co  mm.  Petrop.  T.  12  p.  459-  Circa  hoc  tem. 
pus,  die  quinto  plerunlque,  canalis  intestinorum  primo 
integer  apparet;  nam  post  diem  tertium  quoque  et  duode« 
eim  horas,  integrum  canalem  vidi,  sed  semel  tantum. 

Vicq  d'Azyr  sah  den  Darmkanal  zur  %6.  Stunde,  je- 
doch gewöhnlich  zur  1 20^  Stunde« 

Blumenbach  sah  ihn  nach  vier  Tagen. 

Graf  Tredern  a.  a.  O.  p.  9.  Die  4  tubus  intestinalis 
in  conspectum  venit,  praeeipue  auxilio  lentis  vitreae.  Hoc 
tempore  videlicet  canalem  aequalis  luminis  refert,  qui  nu- 
per  ex  meseatino  exortus  est,  atque  longitudinem  aperturae 
abdominis  aequat.  fig.  19. 

13  • 


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durch  eine  kleine  Oeffhung  mit  dem  von  dem 
unteren  Blatte  gebildeten  ßottersack  in  Verbin-, 
dung  steht.  Diese  kleine  Oeffnung  ist  selbst 
durch  Dottersubstanz  geschlossen.  Der  von  dem 
falschen  Amnion  oder  von  der  innern  Dotter- 
haut gebildete  Darmkanal  erscheint  als  ein  kur- 
zer, gerader,  von  dem  Magen  ausgehender  und 
in  den  Mastdarm  übergehender  Kanal,  welcher 
nach  und  nach  an  Gröfse  zunimmt  und  Win- 
dungen bildet. 

Das  Herz  ist  von  den  vergröfserten  Seiten- 
theilen  der  Brust,  welche  mit  dem  wahren  Am- 
nion in  Verbindung  stehen ,  so  wie  von  den 
Flügel  -  Rudimenten ,  fast  ganz  bedeckt«  Auch 
scheint  eine  sehr  dünne  und  zarte  Haut,  der 
Herzbeutel,  das  Herz  zu  umhüllen  a).  Der  an- 
fangs einfache  Venensack  ist  zu  Ende  des  vo- 
rigen Tages  und  zu  Anfang  dieses  Tages  zwei- 
hörnig  oder  in  zwei  Höhlen  getheilt;  er  hat 
sich  wahrhaft  in  zwei  zugespitzte  Venensäcke  b) 


a)  Haller  Op.  min.  a.  i.  O.  p.  162  hör.  103:    Alia  Mem- 
brana, detracto  amnio  superstes,  cor  continct. 

b)  Vesling  a.  a.  O.  p.  29  sah  die  Venensäche  am  6.  Tag: 
Cor  turgidulum  et  duobus  sinibus  sanguineplenisdisrinctum. 

Steno  a.  a.  O.  p .  1-7  die  7.   Gor  admodum  raagnum, 

in  quo  et  ventriculi  et  auriculae  distincte  cognoscebantur. 

» 

Slade  die  7.  Manifeste  apparebant  tria  corpora  pul- 
santia,  quae  erant  duae  auriculae  simul  salientes,  et  intet 
eas  fcrebatur  linea  quaedanx  alba,  has  pulsantes  particulas 
manifeste  distinguens  et  corpus  cordis. 

Schräder  die  4  Particulam  istam  inquietam  aecorate 
examinantibus  patuit,  «andern  constarc  non  e  duabus  solum  * 
auriculii,  sed  et  hii  annexo  corculo. 


✓ 

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*97 

abgeschnürt,  wodurch  das,  beide  Venensacke  ver- 
bindende, ovale  Loch  entsteht  Die  Stelle  der 
Abschnürung  ist  durch  einen  weiften  Halbkreis 


MalpigM  fem  pullt  p.  60  sexta  superata  die.  Cor  in- 
rerius  conditum,  licet  mueosum,  binis  pultabat  vcntriculis^ 
a  quibus  lacertosae  pendebant  auriculae,  duplici  excitatae 
motu,, 

— — .  p.  61.  fig.  20-  die  7.  Condusum  intra 

thoracem  cor  hanc  servabat  figuram ;  geminii  sc.  ventricu- 
Iis,  quasi  saeculo  contiguis,  et  in  superiore  parte  unitis, 
cum  superposito  aurkularum  corpore  compaginabatur,  et 
bini  motus  in  ventriculis,  totidemque  in  auriculis  succe- 
debanr» 

— . — k  Appcnd.  pag.  81  post  dien  5.  Patente 

tborace  cor  extra  locabatur(fig.  39),  quod  ventriculo  dextro 
et  sinistro  componebatur,  superposita  pa riter  auricula. 

Haller  a.  a.  O.  p.  162.  Ovum  hör.  104.  Auricula 
bicornis  adparuit,  duae  nempe,  in  medio  conjunetae,  fini. 
bus  suis  distinetae,  acuminatae  auriculae,  inque  iis  duae- 
guttulac  sanguinis.  Hae  auriculae  ventriculo^ insident  Haec 
sinistrae  auriculae  observatio,  confirmat ,  aurem  a  prineipio 
tinicam  esse,  inde  paulatjm  cum  inercroento  fetus  dextrunt 
sin  um  a  sinistro  dissidere,  donec  daae,  Semper  tarnen  me- 
dia sua  parte  connexae*  sint  auriculae. 

Vicq,-d*Azyr  beschreibt  die  Theitung  des  Venensacks 
sehr  gut  a.  a.  O.  p.  401.  Dans  la  suite,  l'oreillette  droite 
du  coeur,  qui  n'etqit  d'abord  qu'une  portion  de  la  veine 
tave,  prend-une  forme  plus  marque't,  et  sc  partage  en 
quelque  sorte  en  deux  cornes  ou  angles,  dont  l'interstice 
est  occupe  par  ua  espace  blanc:  l'angle  antericur,  qui  pa- 
roit  le  plus  considerable ,  forme  l'oreillette  gauche.  Cest 
dans.  l'intervalle  qui  se'parc  ces  angles,  qu'est  place'e  Tin* 
sertion  du  canal  veineux. 


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193 


angedeutet.  Der  rechte  mit  den  Hohladern  in 
Verbindung  stehende  Venensack  ist  kleiner  als 
der  linke.  Dieser  ist  oval,  und  ragt  über  den 
rechten  Venensack  empor.  Aus  ihm  wachsen 
späterhin  die  Stämme  der  Lungen venen  hervor. 
Der  obere  Rand  beider  Venensäcke  erscheint  ge- 
kerbt. In  jedem  Venensack  erblickt  man  im 
Kxpansions-  Zustande  einen  Blutstropfen.  Der 
von  dem  untern  Rande  der  Vent  nsäcke  entsprin- 
gende und  beträchtlich  verkürzte  Ohrkanal  ver- 
bindet diese  mit  der  Herzkammer.  Gegen  das 
Ende  dieses  Tages  erblickt  man  rechts  an  der 
Grundfläche  der  linken  Herzkammer  unter  dem 
Aorten wulst  eine  ovale,  rÖthlictie  Erhabenheit, 
welches  die  aus  der  linken  Herzkammer  hervor- 
wachsende rechte  Herzkammer  a)  ist.  Sie  ist 
anfangs  sehr  klein  und  viel  kürzer  als  die  linke 
Herzkammer.  Nach  und  nach  steigt  sie  vom 
oberen  Theil  des  Herzens  gegen  die  Spitze  des- 
selben herab.  Diese  erreicht  sie  jedoch  niemals» 
denn  die  rechte  Herzkammer  ist  selbst  bei  er- 
wachsenen Vögeln  fast  um  ein  Drittheil  kürzer 
als  die  linke.  Die  Gränze  beider  Ventrikel  ist 
von  aufsen  durch  eine  weifse  schief  absteigende 
Linie  angedeutet.  An  dieser  Stelle  bildet  sich 
wahrscheinlich  im  Inneren  die  muskulöse  Schei- 
dewand, welche  späterhin  die  Höhlen  beider 
Ventrikel  abtrennt.  Zu  Ende  dieses  Tags  oder 
am  folgenden  Tag  verkürzt  sich  der  Ohrkanal  h) 


a)  Haller  a.  a.  O.  p.  16g.  Ovum  hör.  114.  In  ventriculo 
mira  mutatio.  Linea  depressa  cum  ferc  transversim  bipar- 
tit,  ut  nascantur  duo  quasi  ventriculi ,  superior  et  inferior, 
una  pulsanres. 

b)  Haller  a.  a.  O.  p.  164.  Ovum  hör.  108-  CanaHs  auricu- 
laris  valdc  brevis.  Ebend.  p.  169.  Ov.  bor.  116.  Sangius 


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i99 


so  beträchtlich,  dafs  man  ihn  kaum  noch  erken- 
nen kann.  Es  scheint,  dafs  er  sich,  indem  er 
kürzer  wird,  in  zwei  kurze  Kanäle  von  oben 
nach  unten  abschnürt  oder  abtheilt,  wodurch  die 
beiden  Venengäcke  mit  den  beiden  Ventrikeln 
verbunden  werden.  Diese  beiden  Kanäle  stellen 
dann  die  venösen  Oeffnungen  der  Venensäcke 
in  die  Ventrikel  dar.  Hierdurch  wird  es  deut- 
lich, wie  die  beiden  anfangs  nur  mit  der  linken 
Herzkammer  in  Verbindung  stehenden  Venen- 
säcke nun  mit  den  beiden  Herzkammern,  näm- 
lich mit  der  ursprünglich  linken  und  mit  der 
sich  neu  gebildeten  rechten  Herzkammer  in  Ver- 
bindung treten.  Ohne  diese  Abschniirung  des 
Herzkanals  von  oben  herab,  welche  nach  der 
Abschnürung  des  einfachen  Venensacks  in  einen 
gedoppelten  erfolgt,  ist  es  unbegreiflich,  wie  die 
neu  gebildete  rechte  Herzkammer  mit  dem  rech- 
ten Venensack  in  Verbindung  kommt.  Durch 
die  Abschniirung  des  einfachen  Venensacks  in 
zwei  Venensäcke,  durch  die  Abtheilung  des  sich 
verkürzenden:  Ohrkanals  in.  zwei  Kanäle,  die 
Ostia  venosa  nämlich,  so  wie  durch  die  Bildung 
der  Scheidewand  zwischen  beiden  Herzkammern, 


per  canalem  auricularem,  nunc  brevem,  abit  in  ventricu« 
tum  utrumque  conspicuum.  ib  p.  374.  Denique  postquam 
in  primis  pulli  principiis  hic  canalis  longissimus  fuit,  ien« 
simque  corde  ad  vertcbras  reducto,  et  ipse  brevior  factui 
est,  novissime  intra  carnes  cordis  reeeptus,  eoque  musculo 
circa  cum  canalem  adsurgente,  occultatus,  in  ostium  veno* 
sum  abit.  Hora  enim  144  auricularis  canalis  nonnunquam 
evanuit,  et  auriculae,  quae  roagis  interim  magisque  ad  cor 
accesserunt,  eodem  fere  die  sexto  absoluta  cum  corde  coa» 
lucrunt. 


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20O 


wird  das  anfangs  einfach  vorhandene  Herz  ein 
gedoppeltes«  ein  rechtes  und  ein  linkes  Herz. 

Die  verengteotelle  der  Aorte,  welche  den 
linken  Ventrikel  mit  dem  Aortenwulst  verband, 
ist  verschwunden,  auch  der  Wulst  der  Aorte 
wird  am  folgenden  Tag  an  der  Stelle  in  die  Sub- 
stanz des  Herzens  hinein  gezogen,  wo  sich  der 
rechte  Ventrikel  an  den  linken  angebildet  hat, 
so  dafs  die  drei  früher  genannten,  aus  dem  Wul- 
ste entspringende  Aeste,  welche  den  Stamm  der 
Aorte  bildeten ,  dann  aus  dem  oberen  Theil  des 
Herzens  selbst  entspringen.  Sie  sind  durch  Zell- 
gewebe zu  einer  Masse  verbunden,  und  werden 
nach  und  nach  tiefer  in  die  Substanz  des  Her- 
zens gezogen.  Der  eine  dieser  Aeste  ist  die 
wahre  Aorte.  Die  beiden  andern,  an  ihrem  Ur- 
sprung verbundenen  Aeste  stellen  die  Lungen- 
arterie dar,  welche  beide  Aeste  sich  jetzt  noch 
als  arteriöse  Gänge  in  die  Aorte  begeben;  denn 
die  Vögel- Embryonen  besitzen  nicht  einen  ar- 
teriösen Gang  wie  der  Mensch  und  die  Saug- 
thiere,  sondern  zwei,  wie  Haller  a)  sehr  rich- 
tig beobachtet  hat.  Der  linke  arteriöse  Gang  ist 
gröfser  als  der  rechte.  Aus  diesen  beiden  arte- 
riösen Gängen  wachsen  die  Arterien  -  Aeste  für 
die  Lungen  -  Substanz  hervor.  Dadurch,  dafs  der 
Aortenwulst  in  die  Herzkammern  hineingezogen 
und  in  die  Substanz  desselben  verwandelt  wird, 
ist  es  deutlich,  wie  die  anfangs  aus  dem  Aorten- 
wulst entspringenden  Aeste  späterhin  die  Stäm- 
me der  Aorta  und  der  Lungenarterie  darstellen. 
Auf  diese  Art  entsteht  durch  Abschnürung,  Ver- 
kürzung und  Anziehung  der  Theile  des  ursprüng- 


ä)  Op.  minor.  T.  2.  p.  380. 


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2QI 

lieh  einfachen  Herzkanals  ein  gedoppeltes  Herz 
und  ein  gedoppelter  Kreislauf.  Der  grofse  und 
kleine  Kreislauf  sind  jedoch  während  der  Dauer 
des  Embryo  -  Zustandes  durch  die  arteriösen 
Gange  und  durch  das  ovale  Loch  verbunden. 
Bald  nachdem  der  Embryo  aus  dem  Eye  getre- 
ten ist ,  verschliefsen  sich  auch  diese  Verbindun- 
gen, und  dann  ist  der  Kreislauf  des  Bluts  ein 
vollkoimneii  doppelter,  beide  Gefäfskreise  stehen 
durch  das  grofse  im  Körper  verbreitete  Haarge- 
fäfssystem  und  durch  das  kleine  in  den  Lungen 
befindliche  Haargeferfssystem .  so  wie  durch  die 
Ostsia  venosa  in  den  Herzhälften  in  Verbindung. 
Die  auf  den  Venensäcken  und  Ventrikeln  sien 
nach  und  nach  bildende  Muskelfasern  ä)  belegen 


a)  Harvey  a.  a.  O.  p.  $2.  die  6,    Parencbyma  cordis  pul- 
•anti  vesiculae  obnasciiur. 

Steno  a.  a.  O.  die  *].  Cordis  substantia  fere  carnosa. 

Malptghi  form.  pult,  die  7.  p  (Ji.'  circa  utrosque  ven- 
triculos  mjusculosae  spirales  filme  successive  obducebantur, 
quibus  cordis  caro  compaginabatur ,  et  ambo  ventriculi 
oectebantur. 

  App.  p.  81  post  diem  4,  Cordis  struetura  carne. 

musculosa  evidenter  excitabatox 

Lancisius  a.  a,  O.  p.  17$.  Priniis  ineubationis  diebut 
vas  illud  (quod  cor  audet)  inftexum  aique  inacqualiier  di- 
latatum  nullis  adhuc  extemis  coraplectentibus,  vcl  coljigan. 
tibut  fibris  praedituin  animadveni :  paulatim  vero  a  5  us- 
que  ad  10  diem  multis  explicatis  Rhrarum  fasciculis  ac 
lacertis  vinclri ,  ac  roborari. 

Haller  la'ugnet  mit  Unrecht  den  Antheil,  welchen  die 
Muskelfasern  an  der  Vereinigung  der  Herzkammern  haben. 


» 


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202 

das  Herz  mit  Muskelsubstanz  und  verbinden  die- 
selben immer  mehr  zu  einem  gemeinschaftlichen 
mit  Höhlen  versehenen  Körper* 

Meistens  zu  Ende  dieses  Tages  erscheinen 
die  Anfänge  der  Lungen«),  in  Form  einer  sehr 


*  a.  O.  p.  385..  Mufculosas  fibras  huc  revocat  Lanctsiu», 
quac  paulatim,  et  serius  subnatae,  cor  con firmen t,  ejus- 
que  partes  uniant.  Verum  ab  omni  tempore  cor  roosculo- 
sum  fuisse,  er  crassities  manifesta  ostendit,  qua  primo  in 
conspectu  et  hora  48  se  offert,  et  inprimis  vis.  irritabilis, 
,quae  musculo  propria ,  in  cor  de  vero  eo^  tempore,  summa 
est,  ab  ipsa  hora  48. 

In  der  neuesten  Zeit  hat  auch  Anton  Carlisle  durchs 
Mikroscop  beobachtet,  dafs  das  Punctum  saliens  bei  seinen 
ersten  Bewegungen  noch  nicht  von  Muskelfiberh  umgeben 
ist.  Uebcr  Muskelbewegung  in  d.  Philos.  Transact.  for 
the  Ycar  1805.  Part.  I. 

«)-  Harvey  p.  %2.  die  6  pulmonum. cernuntur  rudimenta. 

Schräder  die  7.  sub  sterno  ad  cordis  latera  afflxos  vi- 
dimus  pulmo nes,  vasis  suis  praeditos. 

Malpighi  Append.  p.  81.  post  5  dies  pulmones.  rubigi. 
nosi  coloris  patebant. 

Hallcr  a.  a.  O.  p.  39t.  Cap,  10.  Pulmones.  Primum 
quidem  mihi  adpatuerunt  i2o  hora,  tunc  124  et  138, 
deinde  hora  144«  non  'ra  parvi ,  quin  ctiam  prius  potuis- 
sent  conspici,  nisi  pellucidi  fuissent,  linea  tarnen  minores 
dorso  adplicati  super  hepar,  ad  latera  cordis,  multoque  po- 
steriori  loco.  Eo  tempore  ex  cinerco  pcllucent,  nubeculae 
similcs,  mueosi,  aecto  tarnen  confumati  albescunt.  Cylin- 
drici  videntur,  minusque  quam  posteriori  tempore  lati. 

Wolff  will  sie  schon  am  vierten  Tag  gesehen  haben. 


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203 

kleinen  a),  länglichen,  durchsichtigen,  schlei- 
migen und  blasenartigen  Masse,  welche  gröisten- 
theils  vom  Herzen  bedeckt  an  der  Carina  liegt» 
In  den  folgen  den  Tagen  erblickt  man  zarte  Blut* 
streifen  in  ihr,  welches  Zweige  der  Lungenar- 
terie sind.  Die  fünf  Hirnbläschen  haben  an 
Gröfse  etwas  zugenommen,  und  sind  gefäfsrei- 
eher  geworden.  Die  beiden  weifsen  Stränge  des 
Rückenmarks  b)  sind  deutlich  sichtbar,  eine  Rin- 
ne oder  Furche  ist  nach  hinten  zwischen  ihnen 
wahrzunehmen,  welche  unten  in  der  Gegend  der 
Kreuzwirbel  den  rhomboidalischen  Sinus  bildet. 
Das  Rückenmark  ist  schon  deutlich  consistent, 
während  das  Hirn  noch  eine  blofse  Flüfsigkeit 
ist.  Das  Rückenmark  ist  alsa  früher  ausgebil- 
det als  das  Hinu 

An  der  untern  Flache  des  gröfser  geworde- 
nen nackten  Augapfels  erblickt  maa  einen  hel- 


Nov.  Comm.  Petrop.  T.  13.  p.  489*  Pone  auriculum.  pulmo 
apparet ;  corpusculum  oblongum  ferecyündricum.  Tenerrima 
imer  omnes  partes  substantia  gaudent  pulmones  fere  pcllu- 
cida.  Inferior  pars  mammillaris  subtilissimae  vesiculae  in- 
star primum  in  conspectum  venire  solet.. 

Vicq^l'A2yr  sah  sie  am  sechsten  Tag.  (Test  vers  le'mi- 
lieu  du  sixieme  jour  d'incubarion ,  qu'bn.  parvient  a  recon- 
noitre  lc  poumon, 

«)  Hailer  a.  a.  O.  p.  i*]g.  Ov.  hör.  120..   Pulmo,  minimus» 
multo  quam  auricula  dextra  minor. 

b)  Malpighi  de  form.  pull.  p.  60.  die  6.    Spinalis  medulla  in 
binas  divisa  partes»  solida  per  longum  carinac  exporrigebatur. 

Haller  a.  a.  O.  p,  1^5  hora  144.  Bifidam  origincm'rac* 
dullae  spinalis  excapite  per  involucra  video. 


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2<H 

len  Streifen,  eine  Spalte  a),  welche  bis  zur  Pu* 
pille  reicht,  und  die  ganze  untere  Seite  der  Skle- 
rptika  und  der  schon  schwarz  gefärbten  Gefäfs- 
haut  durchschneidet*  Mittelst  eines  Vergröfse- 
rungsglases  erkennt  man  zu  beiden  Seiten  des 
Auges  zwei  sehr  zarte  Blutgefäfse,  die  von  hin- 
ten nach  vorn  verlaufen,  und  sich  im  Umkreis 
der  Pupille  verlieren,  wo  sie.  sich  zu  einem  die 
Pupille  umgebenden-  Gefäfskreis  zu  verbinden 
scheinen»  Jene  Spalte  in  der  Geßfshaut  ist  die 
Stelle,  wo-  der  sich  bildende  Sehnerv  b)  eintritt, 
und  die  Gefäfae  scheinen  die  Wurzeln  des  nach- 
herigen Giltarkörpers  und  der  Iris  zu  seyn,  wie 
es  Kieser  zuerst  sehr  wahrscheinlich  gemacht  hat. 
Jetzt  ist  weder  Sehnerv  und  Nervenhaut,  noch 
Ciliarkörper  und  Iris  vorhanden-  Innerhalb  der 
Gefafsha^ut  ist  der  sehr  wässerige  Glaskörper  und 


a)  Haller  a.  a.  O.  p.  399  nennt  die  Spalte  hilus  pellucidus. 

Btüroenbach  hat  diete  Spalte  an  einem  Embryo  von  100 
Stunden  abgebildet  in  s.  Abbildungen  naturhisr.  Gegenstände 
Taf.  64.  Er  hält  sie  für  eine  Spalte  der  Iris.  Dies  kann 
aber  nicht  wohl  seyn,  weil  zu  dieser  Zeit  die  Iris  noch 
nicht  vorhanden  ist.  —  Eine  ähnliche  Spalte  hat  Blumen- 
.  bach  auch  an  dem  Auge  der  Embryonen,  der  Laudeidechsen 
(Laccrta  agilis)  gefunden.  Handbuch  der  vcrgl.  Anal.  pag. 
511  in  der  Note. 

Kieser  hat  die  Bildung  des  Auges  im  Vogel  -  Embryo 
sehr  gut  beschrieben  in  Olten's  und  Kieser's  Beiträgen  zur 
vergleichenden  Zoologie,  Anatomie  und  Physiologie.  Heft 
2'  P  S9?  Ueber-  die  Metamorphose  des  Auges  des  bebrüte- 
ten Hühnchens  im  Eye.  Abgebildet  Taf.  5.  fig.  1. 

« 

i)  Steno  a>  a.  O.  die  7.  kiatus  tunicae  nigrae  in  oculo  adopti- 
cum  nerv  uro  excurrebat. 

1 

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ao5 

die  kleine  spliarischeCrjstallinse  enthalten.  Hier- 
aus erhellet  zugleich ,  dafs  die  Embryonen  der 
Vögel  keine  Pupillar- Haut  besitzen,  wie  die 
Embryonen  des  Menschen  und  der  Säugthiere. 

$.  7$. 

Sechster    Tag.  a) 

♦ 

Wenn  man  nach  Eröffnung  des  Eyes  das 
äufsere  zarte  Blätt  des  Dotters  abzieht,  so  kommt 
das  den  Embryo  umhüllende  Amnion  und  das 
gefäfsreicbe  Chorion  zum  Vorschein,  so  wie 
auch  der  mit  dem  Darmkanal  verbundene  Dot- 
tersack. Das  sehr  zarte,  durchsichtige  und  mit 
einer  hellen  Flüfsigkeit  angefüllte  Amnion  steht 
mit  den  Integumenteh  des  Embryos  in  Verbin- 
dung, namentlich  mit  der  die  Brust  und  den 
Bauch  bedeckenden  Haut.  Am  Bauch  bildet  es 
den  sehr  grof-en  Bauch  ring  in  Form  eines  w  ei- 
ten hohlen  Cylindess  b),  in  welchem  der  mit 
dem  Dottersack  durch  den  Dotterkanal  in  Ver- 
bindung stehende  Darmkanal,  die  DottergefäTse 
oder  die  Gefäfse  der  Area  vasculosa,  so  wie 
auch  das  Chorion  mit  seinen  Gefafsen  liegen. 
Nach  der  Bildung  dieses  Cylinders  schlägt  sich 
das  Amnion  um,  und  umhüllt  den  Embryo. 
Durch  die  Beimischung  eines  Theils  des  Ey wei- 
ses ist  der  Dotter  gröfser  geworden  und  hat  eine 


a)  eine  Abbildung  des  Eyes  von  diesem  Tag  findet  man  in 
Malpighi  App.  p.  81  fig.  31-  38- 

1)  Haller  a.  a.  O.  p.  i*]S  hör.  124.  Annulus  abdominalis 
torus  est  tu  mens,  ex  quo  superius  exit  membrana  vitelli  cc 
inier i  us  vesicula. 


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2ö6 

milchige  Farbe  angenommen.  Der  auf  der  Dot- 
terhaut befindliche  Gefäfsraum  hat  fast  zwanzig 
Linien  im  Durchmesser  und  nimmt  daher  mehr 
als  die  Hälfte  der  inneren  Fläche  des  Eyes  ein. 
Die  im  Gefäfsraum  verbreiteten  und  mit  der  Pfort- 
ader in  Verbindung  stehenden  Dottervenen  ent- 
halten in  ihren  feinsten  Zweigen  eine  gelbliche 
Flüfsigkeit,  in  den  Aesten  eine  gelblich  -rothe, 
und  in  dem  Stamme  eine  rothe  Flüfsigkeit  Of- 
fenbar sind  sie  Venen  und  Saugadern  zugleich, 
indem  sie  nicht  nur  das  Blut  aus  den  Arterien- 
zweigen  aufnehmen,  sondern  auch  Dottersub- 
9tanz  aufsaugen  und  dem  Herzen  zuführen.  Die 
aus  der  Gekrösatterie  entspringende  und  rothes 
Blut  enthaltende  Dotterarterie  verzweigt  sich  mit 
zarten  Reisern  in  dem  Gefäfsraum.  Der  Dotter- 
sack selbst  steht  mittelst  eines  sehr  kurzen  und 
engen  Kanals,  welcher  zwischen  den  Stammen 
der  Dottergefäfse  liegt,  mit  dem  mittleren  Stück 
des  Darmkanals  in  Verbindung.  Dieser  Kanal 
wird  Dotterkanal  a)  (Ductus  vitellarius,  ductus 


a)  Levcillc  a.  a.  O.  p.  *p  nennt  ihn  Ligament  vitello  inte« 
stinal  ou  suspenseur  du  Jaune.  Er  hält  ihn  irrig  für  kei- 
nen Kanal,  sondern  für  ein  bloßes  Band. 

Schon  Aristoteles  scheint  diesen  Kanal  gekannt  zu  ha- 
ben. Histor.  Anim.  Lib.  6.  Cap.  3. 

Umbilicus  qui  ad  luteum  fertur,  cum  pulli  tenui  inte- 
stino  connecti'tur. 

Coiter  kannte  ihn  bestimmt,  denn  er  beschreibt  ihn 
vom  I-J  Tag  a.  a.  O.  p.  35  also:  Intestina  extra  umbili- 
cum  aliquo  usque  propendere,  et  meatus  ex  intestino  ad 
ovi  vitellum  pervenire  vidi. 

Harvcy  hat  diesen  Kanal  übersehen. 


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507 

vitelli  intestinalis,  Pedunculus,  Apophysis)  ge- 
nannt ;  in  den  letzten  Tagen  der  Bebrütung  kann 
man  durch  den  Kanal  den  Darmkanal  aufbla- 
sen, ein  Versuch,  welcher  schon  von  Steno, 
Haller  a),  Blumenbach,  Vicq-d'Azyr  u.  a*  mit 

gutem  Erfolg  angestellt  worden  ist. 

> 

Das  sehr  gefäfsreiche,  blasenförmige  Chorion 
ist  gegen  einen  halben  Zoll  lang  und  besteht 
deutlich  aus  zwei  Platten,  in  die  sich  die  beiden 
Nabelarterien  und  die  Nabelrene  verzweigen. 
Das  in  diesen  lezteren  Gefäfsen  enthaltene  Blut  ist 
gewöhnlich  schön  hochroth.  In  dem  Chorion  ist 
eine  helle  Flüfsigkeit  enthalten.  Das  kleiner  und 
consistenter  gewordene  Ky  weifs  liegt  am  spitzen 
Ende  des  Byes. 


Steno  hat  ihn  sehr  gut  betchrieben  in  s.  Schrift:  De 
musculis  et  glandulis  observatiooum  speeimen  cum  episto- 
Iis  duabus  anatomicis.    Amsterd.  1664.  12,  p-  36.  Hafn. 
1664»  4-  p«  Ii-    Epist.  ad  Paulum  Baibette  de  vitelli  in 
intestina  pulli  rransitu. 

Needham  beschrieb  den  Kanal  in  s.  Schrift:  Deformato 
foetu.    Amsrd.  1668.  12.  p.  108. 

1 

Auch  Schräder,  Malpighi,  Haller,  Wolff,  Vicq-d'A- 
zyr  und  Blumenbach  haben  diesen  Kanal  sehr  gut  be- 
schrieben. 

Graf  Tredern  hat  ihn  sehr  gut  abgebildet,  fig.  4.  19. 
2o.  21.  22.. 

Haller  und  Bonnet  sahen  irrig  die  Verbindung  des 
Dotters  mit  dem  Darmkanal  als  einen  Hauptbeweis  der 
Evolutionstheorie  an. 

a)  Oper,  minor,  a.  a.  O.  p.  299.    Ductus  vitellarius  inmit- 
titse  in  tenue  intestinum  perqueeum  cavea  vitelli  inflatür. 


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♦ 

I 

Der  vom  Amnion  umhüllte,  gegen  zehn  Li- 
nien lange  Embryo  liegt  stark  gekrümmt  in  ei- 
ner Vertiefung  des  Dotters.  An  dem  sehr  grof- 
sen  Kopf  erblickt  man  aufser  den  gefäfsreichen 
Hirnblasen  und  den  grofeen  nackten  Augen  den 
Anfang  des  ungemein  kleinen  Schnabels  a).  Die 


ä)  Coiter  a.  a.  O.  die  6.  praeterlaps.  Infra  oculos  erat  rostro 
quid  simile. 

Harvey  sab  den  Anfang  des  Schnabels  am  sechsten  Tag. 

Vesling  a.  a.  O.  p,  29  die  6.  Inrer  oculos  rostri  aL 
bscantis  rudimenta. 

Langly  die  6.  Oris  fissura  nondum  rostro  munita.  — 
Rostrum  jam  foruiari  ineipit,  quoque  magis  oculi  crescunt 
eo  magis  ad  se  invicem  accedentes  illud  attollunt,  fiuura 
oris  nihilominus  apparente. 

Steno  die  5.  rostri  apex  conspieuus.  die  7.  pars  infe- 
rior rostri  bifida. 

Malpighi  App.  p.  gl.  sexta  die  completa.  Rostri  prin- 
eipium  emergebat.  flg.  42.  E.  f ig.  43. 

«  de  form,  pulli  p.  61.  die  m\.  terminata.  Intcr 

araplos  oculos  sensim  erumpebat  rostrum. 

Maitrejean  sah  den  Schnabel  zur  164.  Stunde. 

Haller  sah  den  Anfang  des  Schnabels  am  vierten  und 
fünften  Tag. 

WolfT  Theor.  gentrat.  Tab.  1.  fig.  14.  r.  bildet  einen 
Embryo  mir  dem  Schnabel  vom  fünften  'Fag  ab. 

Graf  Tredern  beschreibt  den  Schnabel  sehr  gut  a.  a: 
O.  p.  6.  frons  media  producitur  in  speciem  uvae  sive  ap- 
pendicis  ab  duabus  aliis  minoribus  obtusis  appendieibus  per 
duas  rimas  veiut  disjuneta,  quae  posthac  conformant  nares.  ' 
Vorzüglich  gut  abgebildet  vom  sechsten  Tag  fig.  4. 


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beiden  Aestfc  des  Unterkiefers  sind  verbünden 
und  bilden  einen  kleinen  aufwärts  gebogenen 
Vorsprung.  Zwischen  den  Augen  bemerkt  man 
einen  sehr  kleinen  abgerundeten  Fortsatz,  weU 
eben  ich  den  Stirnfortsatz  nennen  will.  Neben 
demselben  befinden  sich  zwei  stumpfe  Vorsprün- 
ge, die  zu  beiden  Seiten  von  dem  Stirnfortsatz 
durch  eine  bis  zum  Augapfel  reichende  Spalte 
getrennt  sind.  Diese  Vorsprünge  sind  die  Ru- 
dimente der  Oberkiefer»  welche  sich  später- 
hin verbinden  und  den  Oberschnabel  darstellen. 
Brst  dann,  wann  sie  verbunden  sind,  wird  die 
Mundhöhle  von  der  Nasenhöhle  abgeschieden ; 
letztere  wird  durch  den  sich  verlängerten  Stirn- 
fortsatz, mit  welchen  sich  die  Nasenscheide- 
wand bildet,  in  zwei  Hälften  getheilt  Der  Em- 
bryo der  Vögel  besitzt  also  in  der  früheren  Zeit 
eine  Art  von  Hasenscharte  oder  Wolfsrachen. 

Der  Hals  ist  sehr  kurz  und  die  Brüst  ist 
klein.  Durch  die  zaTten  Bedeckungen  der  Brust 
kann  man  die  Bewegung  des  Herzens  erkennen. 
Der  sehr  grofse  Bauch  bildet  einen  starken  Vor- 
sprung, in  Form  eines  Nabelbruchs  a).  Die  Flü^ 
gelhöcker  sind  gröfser  und  breiter  geworden. 
An  den  kurzen  und  breiten  Stummeln  der  Füfse 
kann  man  die  Anfänge  der  Zehen  b)  erkennen. 


a)  Malpighi  de  form.  pull.  p.  60.  die  6.  Abdomen  clausuni, 
quasi  hernia  laborans,  extra  protuberabat. 

i)  Htrvey  ä.  a.  O.  p.  83'  Sub  finem  sexti  diei»  et  prirfeipi- 
um  septimi,  digiti  pedum  disringuntur. 

Vcsling  die  *\.  pedcl  in  digitoi  partiti, 
Ungiey  — — . 

*4 


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flIO 

V 

Das  Herz  bat  eine  blafsrothe  Farbe«  Man 
kann  die  beiden  sich  abwechselnd  expandieren- 
den und  contrahircnden  Venensäcke  deutlich  er- 
kennen. Die  beiden  pulsirenden  Ventrikel  a)  sind 
ganz  an  die  Venensäcke  angerückt,  indem  der 
Ohrkanal  verschwunden  ist  Der  Aorten  wulst 
ist  verschwunden,  und  die  Lungenarterie  ist  vor« 
banden.  Man  kann  die  beiden  Carotiden  un4 
den  zur  Bauchhöhle  herabsteigenden  Stamm  der 
Aorte  mit  seinen  Aesten  deutlich  erkennen.  Ne- 
ben den  Arterien  befinden  sich  die  Venen.  Die 
Venen  b)  bilden  sich  in  der  gallertartigen  Mas- 
se, welche  von  den  Arterien  abgesondert  wird, 
Anfangs  erscheinen  Rinnen  und  Furchen,  in  de- 
nen man  Blutpunkte  erblickt,  diese  verbinden 
sich  zu  zurücklaufenden  Zweigen  und  Aesten. 
Die  Wände  der  Venen  scheinen  sich  um  die 
Rinnen  zu  bilden.   Die  Haut  0  und  alle  Thei- 


Malptghi  de  form.  pull.  hör1.  120.  f.  38*  App.  sexto 
die  elapso.  fig.  41.  42. 

s 

Maitrcjcan  iah  die  Zehen  zur  164.  Stunde. 

Haller  hör.  13g.  Artus  digitati,  articulati. 

a)  Hailer  a.  a.  O.  p.  182.  Ov.  hör.  138*  In  corde  pulsante 
duo  ventriculi  disttneti,  dexter  brevior,  non  tarnen  adeo 
multo,  forte  tertia  parte.  Ventriculi  auriculis  nunc  pro- 
piorcs  et  vix  distantes.  AuricuUe  duae  distinetae,  micantes, 
Arteria  pulmonalis  nunc  quidem  primum  conspicua,  ad 
sinistra  aortae,  linea  rubra  distineta.  Aorta  nunc  trifida. 
Utraque  artcria  ex  ipso  ventriculo  nata,  cum  bulbus  eva- 
nuerit. 

i)  Wolff  Theor.  generat.  p.  119. 

c)  Malpighi  de  form.  pull.  p.  60.  post  d.  6*.  Corporis  exterior 


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I 


an 


le  a)  des  Embryos  sind  mit  Gefäfisnetzen  durch« 
webt 

Der  ungemein  kurze  aus  dem  kleinen,  weifs» 
liehen  Magen  entspringende  Darmkanal  ist  über- 
all gleich  weit  und  bildet  da,  wo  sich  der  Dot- 
terkanal mit  ihm  verbindet,  eine  kleine  Krüm- 
mung oder  eine  Schlinge  b),  die  im  Nabelring 
liegt  An  dem  Mastdarm  erblickt  man  zwey 
kleine  Höcker,  die  Anfange  der  Blinddärme  c). 
Der  Mastdarm  endigt  sich  mit  einer  kleinen  Er- 
weiterung, der  Kloake,  ander  man  die  mit  dem 
Chorion  d)  in  Verbindung  stehende  Bursa  Fa- 
bricii  erkennen  kann. 

Zu  Ende  dieses  Tages  nimmt  man  oft  schon 
schwache  Bewegungen  e)  des  Embryos  wahr, 


habtrus  cute  obduetttf,  viiorum  reticularibut'  propaginibui 
irrigabatur.  ' 

a)  Spallantani  a.  a.  O.  pag.  I15.  Exper.  130.  Six  jotirt  dt 
couvec.  La  tete,  le  con,  le  dos,  et  la  queue  sont  pour- 
vus  d'une  infinite  dürreres  et  de  venes. 

b)  Craf  Tredern  hat  diese  Schlinge  fig.  lo.  Sehr  gut  abge« 
bildet» 

e)  Haller  a.  a.  O.  p.  190.  hör.  144.  Intestini  recti  initium  tri« 
den  Latum,  ob  caecas,  ei  intestino  insertas,  appendices. 

Graf  Tredern  hat  sie  abgebildet  fig.  2ö. 

d)  Maller  a.  a.  Ö.  p.  19t.  Ov.  hör.  144.  Intestinum  rectum 
ineipiens  a  dilatatione  spatiformi,  sive  lanceae  cuspidis  st« 
mili :  huic  extremo  adhaerens  latior  ab  umbilicali  membrana 
duetüs. 

#)  Harvty  a.  a.  O.  p.  ga.  sagt:   Jim  quoque  (di<  6.)  fottu* 

14  •  , 


1 


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wenn  man  ein  Ey  von  dieser  Zeit  öffnet  Eine 
Erscheinung,  die  um  so  merkwürdiger  ist,  weil 
jetzt  das  Gelyrn  noch  eine  Flüfsigkeit  ist,  und 
nur  das  Rückenmark  sieb  ini  festen  und  gebil- 
deten Zustand  befindet.  Die  Bewegungen  schei- 
nen daher  durebdas  Rückenmark  und  nicht  durch 
das  Gehirn  bewirkt  zu  werden* 


tesc  movet,  et  leniter  cöntorquet,  caputque  exporrigit:  Ucet 
nihil  etiamnum  cerebri,  praeter  aquam  lrmpidam  vesiculae 
in cl us am  ,  comperiatur.  Est  denique  perfecta  galba ;  hpc 
tolum  ab  erucis  discrepans ,  quod  hi  vermes  emaneipati  cum 
iint,  huc  Hluc  serpant,  victumque  sibi  alionde  tjuaerant! 
ille  vero  vermiculus  stabilis,  proprioque  pabulo  innatans, 
eibum  per  vasa  urabilicalia  haurietur. 

Coiter  die  8*  Pullus  validkm  motu  in  ovi  albumine 
se  ipsum  volvebat. 

Vesling  die  g.  TbtusFoetüs  tum  ovum  aperiretur  motu 
quodam  convulsivo  coneutiebatur.  ' 

Slade  die  7.  Foetus  se  jam  movebac. 

Schräder  die  8*  Remota  tunica  foetum  sese  in  suo 
colliquamcnto  moventem  et  calcitrantem  deprehendimus. 

Steno  die  9.    Observarus  motus  non  obscurui. 

Haller  p.  182.  Ov.  hör.  138.  Fottus  primum  nunc 
sponte  in  sua  fovea  se  motitavit. 

Spallanzani  a.  a.  O.  p.  212.  Kxper.  126.  Sur  un  öeuf 
cinq  jours  de  couve'e.  Cest  la  premiere  fois  que  le  pous« 
sin,  frappe  par  un  rayon  solatre,  a  remue  ses  meinbrcs. 


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al3 

•  "■  '  •      §'.  79- 

*  •  f    t  -  , 

Siebenter    Tag.  m)i 

'*  * 

Der  in  der  Flüssigkeit  des  Amnions  schwim- 
mende Embryo  ist  gegen  einen  Zoll  lang.  Das 
sehr  gefäfsreiche  Chorion  mifst  gegen  13  Linien 
ini  Durchmesser.  Der  Kppf  de*  Embryos  ist  fast 
so  grofs  als  der  Körper.  Die  in. den  mit  rotben 
Gefäfsnetzen  versehenen  Hirnblasen  enthaltene 
Hirnsubstanz  hat  dieConsistenz  eines  weifslichen 
Schleims  ^)  angenommen.  Nach  Wenzel  n)  ver- 
hält sich  je Ut  das  Gewicht  des ,  Hirns  zum  Ge- 
wicht der  M^sse  dea  Körpers  wie  1  zu  14.  An 
dem  Hirn,  lassen  sioh  deutlich  die. beiden  schma- 


«)  Abbildungen  des  Embryos  von.  diesem  Tag  finden  sich  in 
MaJpigiu  <(c  form.  puIli  p  61.  fig.  20.  App.  p.  8*-  ßfe«  10. 

L^ngly  die  "j.  Ceiebrum  coagulatum*  sese  offert. 

Stene  die-  g.  Cerebrum  non  aqueum  sed  ad  peruitam 
magis  accedens. 

Malpighi  de  form,  pulli  p.  61.  Ate  r]  superat.  Pullui 
capite  amplo  et  imigo*  polldbat»  et  cerebrum  etiam  extra 
eminebat  soiitis  contentum  induimentis;  quibu«  lacerafU 
ichor  jam.  fiuidus  in  solida  concreverajt  filaroenta,  ventrt* 
culorum  concamerationes,  excitentia, 

■ 

Haller  a.  a.  O.  p.  196.  Ov.  hör.  1Ö2.  Cerebrum  eit 
mueus  albus,  qui  ab  aceto  cogitur. 

e)  Joseph,  et  Carol.  Wcnjel  de  penitiori  .  struetura  cerebri 
hominis  et  brutorum.  Tübing.  igi2.  fol.  Cap. 33.  p.  268« 
Ratio  incrementr  eerebri  ad  incrementum  reliqui  corporit 
in  pullo  gallinaxeo  in^ubatp  usque  ad  vigesimum  primum 
iaeubatioois  diem. 


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414 

len  nach  vorn  liegenden  Lappen  des  grofsen 
Hirns  erkennen,  dann  die  dahinter  liegenden 
Srhhügel,  und  das  noch  nicht  mit  Furchen  ver- 
sehene kleine  Hirn.  Alle  diese  Theile  sind  noch 
nicht  zusammen  getreten,  wie  im  Hirn  der  er« 
wachsenen  Vögel,  sondern  sie  sind  der  Lange 
nach  aus  einander  gerückt,  so  dafs  das  Gehirn 
viel  Aehnlichkeit  mit  einem  Fischgehirn  hat«  Die 
beiden  weifsen  und  beträchtlich  consistenten 
Stränge  des  Kückenmarks  treten  bei  ihrem  Ein- 
gang in  den  Kopf  etwas  auseinander»  wodurch 
die  vierte  Hirnhöhle  gebildet  wird»  Auf  diesen 
Strängen  liegt  das  kleine  Hirn,  Die  zarten  weis- 
sen Markstränge  lassen  sich  leicht  durch  die 
durchsichtige  Hirnsubstanz  bis  in  die  Hälften  des 
grofsen  Hirns  verlaufend  erkennen  Auch  er- 
blickt man  einige  Markstreifen,  die  sich  in  die 
Sehhügel  fortsetzen.  Das  Hirn  ist  an  der  Basis 
und  an  den  Marksträngen  consistenter  als  an 
der  Peripherie,  Offenbar  geht  die  Bildung  des 
Hirns  vom  Rückenmark  aus.  Die  Haut,  welche 
früher  die  Hirnblasen  bildete ,  ist  zur  Gefäfshaut 
des  Hirns  geworden. 

Hinter  der  aufwärts  gebogenen  Spitze  des 
Unterkiefers  erblickt  man  einen  weifsen  Höcker, 
welcher  die  Zunge  a)  ist.  An  den  sehr  kurzen 
Flügeln  kann  man  alle  Regionen  oder  Abthei- 
lungen erkennen  b).  Der  dem  Daumen  analoge 
Theil  des  Flügels  bildet  einen  kleinen  Vorsprung, 

a)  Steno  die  7.  Lingua  brevis  sed  crassa, 
Schräder  die  8«  Lingua  apparet« 

6)  Malpighi  de  form,  pulli  p.  61.  die  7.  Alae  et  crura  cum 
appensis  pedibus  omnimodam  tortitae  erant  configurationenk 


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»15 

Aucfr  an  den>  unteren-  Extremitäten  kann  man- 
alle  Regionen  erkennen.  Die  Zehen  erscheinen 
wie  durch  eine  Schwimmhaut a)  verbunden.  Das 
Steifsbein  bildet  einen  nach  vorn  umgebogenen 
Fortsatz  in  Form  eines  kleinen  Schwanzes. 

An:  dem  Rücken  erkennt  man  mehrere  rei- 
henweise übereinander  liegende  weifse  Flecken, 
welches,  die  knorpeligen  Anfänge  der  ''Wirbel  b) 
sind.  In  der  früheren  Zeit  waren  es  blofse  Bläs- 
chen. An  den  Seiten  der  Brust  erblickt  man 
weifse  Streifen  oder  Linien,  die  Rippenanfange  c ). 


a)  Cxafk  Xrcdern  hat  dieses  gut  abgebildet.  £  12. 

Sehr  interessant  ist  es,  dafs  Emmert  und  Hochstätter 
an  den  Füfsen  der  Land-Eidechsen -Embryonen  eine  ähnliche 
Schwimmhaut  fanden.  Untersuchung  über  die  Entwicke* 
lung  der  Eidechsen  in  ihren  Evern,  in  Reils  und  Auten- 
rieths.  Archiv  B.  10.  S.  92.  bey  einem  etwas  mehr  ent- 
wickelten Embryo- waren,  zwar  die  Enden  der  unteren  Ex- 
tremitäten in  Zehen  abgctheÜf,  aber  diese  wurden  alle 
durch  eine  gefäßreiche  Schwimmhaut  vereinigt  ((ig  80» 
was  wir  ebenfalls  bey  zarten ,  Embryonen  von  Säugthieren 
und .  Hühnern .  immer,  gefunden*  haben. . 

Bekanntermaasen- trifft  man  in  früherer  Zeit  ähnliche 
Häote  an,  den .  Händen  ,  und  Füfsen  *  des  menschlichen  Em- 
bryos  an.. 

B)  Harvey  p.  83<  die  6>  Spinae  vestjgium  jam  primum  a  re- 
liqua  pulpa  discernitur,  colore  quidem  lacteo,  sed  con- 
sistentia  firmiore.  Ita  similiter,  quasi  tenues  aranearum 
telae,  exiles  lineae  lacteae  per  corpusculi  pulpam  vagantes, 
costarum,  aliorumque  ossium  speeimen  exhibent. 

c)  Malpighi  App  p.  gl.  post  d.  7,  Costulae  niveae  et  adhuc 
molles  crant. 


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2l6 

In  den  unteren  Extremitäten  sind  die  weifsen 
cylindrischen  Anfänge  des  Oberschenkelbeins 
und  des  Schienbeinsa)  zuerkennen.  Diese  knor- 
peligen Anfänge  der  Knochen  sind  weich,  durch- 
sichtig und  wenig  von  Gallerte  verschieden. 

Die  Speiseröhre,  der  kleine  Kropf  und  der 
Magen  sind  gebildet.  Die  Schlinge  oder  Krüm- 
mung des  sehr  kurzen  Darmkanals  ist  gröfeer 
geworden.  An  dem  ersten  Stück  des  Darms  er- 
nennt man  einen  kleinen,  weifsen,  länglichen 
Körper,  welcher  der  Anfang  des  Pankreas. b)  ist 
Die  beträchtlich  grofse,  aus  zwei  Lappen  be- 
stehende Leber  ,  von  denen  einer  zum  Theil  den 
Magen  bedeckt,  hat  eine  grau  weifse,  etwas 
gelblich  rothe  Farbe  c),  und  ist  aus  mehreren 
Körnchen  und  Läppchen  d)  zusammengesetzt, 


Stcna  die  8*  Coitulae  elcgantissiraae. 

HaHer  a.  a.  O.  p.  202.  Ov.hor.  ti>$.  Initiacosrarunn 

m)  Haller  a.  a.  O.  p.  195.  Ov.  hör.  162.  Hoc  die  primum 
femur  et  tibiam  distinguere  datum  esL 

b)  Graf  Tredera  sab  es  schon  am  sechsten  Tag.  a.  a.  O.  p. 
9.  fig.  ao. 

c)  Malpighi  de  form,  pulli  p.  60.  post  d.  6.  Jecoris  calor 
nondam  rubicundus,  sed  ex  candido subfuscus  redditus  erat. 

d)  Malpighi  de  form,  putti  p.  61  die  7  superat.  Jccor  ipsum^ 
tubluteo  interdum  stiffusum  colorc,  quanaoque  cinereo, 
au  et  iux  et  soltdius  reddebatur ,  et  ipsius  glandulae  nou  om- 
ni no  rotundam  et  sphaerteam  referebant  figurata»  sed  ob- 
longiores  et  quasi  caeculoa  utriculos,   duetui  bepatico  ap- 

1      pemos,  tepr  aeuntabant ;  quod  in  aliquibus  glandujosis  he- 
patis  racemis  et  miiiaribot  gfendttU«  frequeotec  Qbservatur. 

Malpighi  Append.  p  8*  circa  4.  9.    Jccur  xerampo 
linura,  glandulosis  utriculis  comtans  obsenrabatar. 

« 


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■«7 

welche  an  GefäTszweig*n*  wie  an  Stielchen,  hän- 
gen. In  die  Leber  dringt  die  Pfortader  ein,  und 
hinter  der  Leber  steigt  die  untere  Hoblader  her- 
auf» An  der  unteren  Fläche  der  Leber  kann 
man  die  sehr  kleine,  weifse  Gallenblase  a)  er- 
kennen. Heute  sah  ich  auch  zuerst  dieMÜ2#), 
in  GesUlt  eines  kleinen,  weifslichrothen  Körper- 
chens, welches  rechts  nehen  dem  oberen  Theil 
des  Magens,  lag,  und.  an  einem  kleinen  Gefäße 
zweig  hing.  Die  Milz  erscheint  also  iqi  Em- 
bryo später  als  die  Leber,  so  wie  sie  auch  m 
der  Thierreihe  später,  als  die  Leber  hervortritt. 
Die  Nieren  siud  röthlich  und  körnig.  Häller  c) 
will  an  diesem  Tag  auch  die  Nebennieren  und 
den  Eierstock  gesehen  haben. 


«)  Haller  a.  a.  O.  p..  1*79.  Ov.  hör.  124.  Vestigium  vesicu- 
lae  fdlij. 

 a>  a.  O.  p.  184.  Ov.  bor.  138-    Album  vcsiqi- 

la*  vestigiom. 

Vicq.d'Aiyr- a*  a.  Q.  p»  403.    La  vesicole  du.fcel  se 
montre  entre  la  fin  du  septicroe  jour  et  le  commeacement 

du  huitiemc, 

V)  Vcsling  sah  sie  am  achten  Tag  a.  a.  Q.  p.  30  die  8-  Liea 
remoto  venrriculo  ad  latus  sc  p  rode  hat,  ex  albo  dilutius 
xubellus. 

Steno  die  12,  Lien  visu;  raaniCcstuf. 

Schräder  die  14.  Elcvato  ventriculo  conspexiraus  lia- 
aem  minutissimum,.  figura  sphaerica,. 

Haller  a.  a.  O.  p.  200.  Qv.  hör.  168-  LiefM*,  ui  fal« 
lor,  ioiti*  cqnspiciunjur. 

*)  a.  a.  O.  p.  200.  Ov.  hör.  168-    Rene«,  eapsake,  Ovaria 
crystallina ,  globoia ,  sub  renibus  conspiciuntur. 


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m 

21$ 

S-  80; 

Achter    Tag.  a) 

Die  Aderfläche  mifst  gegen  zwei  Zoll'  imi 
Durchmesser,  Der  Embryo  ist  ausgestrecht  ge- 
gen vierzehn  Linien  lang.  Der  gröfser  gewor- 
dene Stirnfortsatz  bat  sich  etwas  nach  unten  ge- 
krümmt und.  bildet  den.  Rückeni  des  Oberscbna- 
bels.  Die  seitwärts  sich;  zeigenden,  stumpfen 
Fortsätze  der  Oberkiefer  habem  sich  mit  dem 
Stirnfortsatz  Verbunden wodurch  die  Spalten  ver- 
schwunden und  die  Nasenlöcher  entstanden  sind  b). 
Zu  Ende  dieses  Tages  erscheint  ein.weifser  Knor- 
pelkern c)  in«  der  Spitze  des  .  weichen  Schnabels. 
Die  oberen  und  unteren  Extremitäten  d)  sind  mit 
allen  Regionen  zu  erkennen*  Au£  denselben, ver- 
laufen viele  Gefäfizweige  in  Gestalt  rother  Strei- 
fen und  Punkte  e\.  Aufser  den,  knorplichen  An- 
fängen der  Wirbelnder  Rippen,  des  Oberschen- 
kelbeins und  des  Schienbeins  kann  man  heute 
auch  eine  knorpelige  Linie  in  der  Brust  erken- 
nen* welches  der  Anfang  des,  Brustbeins  f)  ist. 


ä)  Eine  Abbildung  des  Embryo*  von  diesem  Tag  findet  sich  in 
Malpighi  de  form.  pull.  (ig.  21. 

b)  gut  abgebildet  von  Graf  Tredern  fig.  5.  6*.. 

c)  Haller  a.  a.  O.  Ov.  hör.  192.  p;  210..  Cartilago  in  rostro 
p.  21  !•  Initiuro  calli  in  rostro. 

d)  Haller  a.  a.  O.  Ov.  hör.  192.    Alae  manuum  similes,  cum 
pollice,  pedes  pedum. 

r 

4 

e)  a.  a.  O.  Ov,  hör.  192.  p.  2 10.  Arter iae  magnae  ar- 

tuum  lineas  factum,  minores  macularum  similes  sunt. 

/) Langly  die  8.  Sterni  exordium  instar  lineae albae se  manifestat. 


v 


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2IQ 

Alle  diese  knorpelige  Anfange  der  Knochen  sind 
-weich  und  durchsichtig,  und  man  kann  in  ihnen 
weder  Fasern,  noch  Blätter  a)  wahrnehmen. 
Aufgetrocknet  gehen  sie  in  eine  dem  Gummi 
ähnliche  Substanz  über.  Um  die  knorpeligen 
Anfänge  der  Knochen  befindet  sich  eine  gallert- 
artige Substanz,  in  der  sich  nach  und  nach  weifo- 
liche  Streifen,  die  Anfänge  de*  Muskeln  b)  bilden. 

§. 

Neunter  Tag*. 

Der  am  stumpfen  Ende  des  Eyes  zwischen 
den  Platten  der  Ey schalenhaut  befindliche,  mit 
Luft  gefüllte  Raum  hat  an  Gröfse  zugenommen. 
Das  meistens  am  spitzen- Ende*  des  Eyes  liegende 
weiislich  gelbe  Eyweifs  ist  kleiner  und  consi« 
stenter  geworden.  Das  äufsere  Blatt  der  Dotter«. 


Steno  die  cj.    Sterni  parfrformarö  coepra. 

Haller  a.  a.  0;  p.  21  r.  Ovanon  194:.  Leve  sterni  ru- 
diroentura. 

Vicq  d'Aiyr.  Le  sternumsc  monrre  entre  lä  fin  du  sep. 
tieme  jour  et  ie  commencement  du  huitieme.. 

ä)  Haller  Experimcnta  de  ossiunr  formatione  a;  a.  0.  p.  479. 

Scarpa  har  eine  Reihe  von  Beobachtungen  über  die  Bil- 
dung der  Knochen  im  Embryo  der  Hühner  mitgetheilt  in  s. 
Schrift:  De  penitiori  osaiom  struetura  Cocnmentarius.  Lipt. 
1*799.  4*  übers,  v,  T.  G.  A.  Koose.  Leipzig  1800.  p.  10. 

i 

6)  Haller  a.a.Q.  Ov.  hör.  162.  Musculi  aliqui  in  artubus  nati. 

Schräder  die  9.  Musculi  pecforales  cum  sterno,  quod 
albicante  linea  inter  illos  se  prodebat. 


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Z2Q 

'haut  ist  seiner  Zartheit  wegen  kaum  noch  zu 
erkennen.  An  der  inneren  Fläche  der  Dotter- 
haut nimmt  nun  viele  zarte  Falten  urd  Flecken, 

,und  zwar  nach,  dem  Verlauf  der  Gefälse,  wahr, 
die  eine  grofse  At  bnlichkeat  mit  den  Zotten  der 
Schleimhaut  des  Darrokanals  haben.  In  diesen 
Falten  erblickt  man  gelbe  Gefäfse,  Venen,  wel- 
che Dqttersubstanz.  aufgesaugt  haben.  Diese  Ve- 
nen werden  gelbe  Dottergefäfse  (Vasa  vitelli 
lutea)  a)  genannt.   Sje  stehen  mit  den  Zweigen. 


d)  Steno  a.  a  O.  d.  20.  Dignissima  visu  vasa  flavescentia  ais 
busculorum  instar  ramos  suos  difTundentia  et  truncum  inte- 
sitno  obverteniia,  quae  magno  numcro  ext»  sacculum  dis- 
sectum  Iibcra  ^eprebenduntur,  quasi  solis  capillaribus  sacculo 
adhaeientia.  Pulchcrimc  demonstrantur  iUa  vasa,  quando 
in  sacculo  etiamnura  adhaerentc  intestinis  foramcn  long  am 
fit  supejrjus  Lta  ut  vitelli  portio  cxbauriatur,  tunc  cnim.tn 
reliquo  vitello  patebunt  exstantia  vasa  plurimis  ramulis, 
filicis  instar  expansis,  sacculo  interius.  annexa. 

Langry  die  7.  Lutea  \asa  jam  primum  sese  prodtdere , 
cjnibus  nxultae  venulae  intertextae  erast.  die  10.  intorta  illa 
vasa  lutea  jam  venulis  accressunt,  adeo  ut  innumerabilia 
puncta  rubra  cum  luteis  mista  dignpscere  facilc.  sjt.  die  19. 
Tum  vircüus  magna  parte  abdornt nc  absconditur,  infra 
ventriculum  Spinae  incumbens  vasa  lutea  multa  apparent, 
et  numerum  arteriarum  longe  exccdunt,  quae. tum  t corpo- 
ris paucae  atque  cxiguae  sunt,  sed  manifesto  cum  vasis  luteis 
junguntur  et  uticunque  capillescunt. 

■ 

0  Maipigbi  dt  form.  puü.  post  dicm.io.  Elegantem  circa 
vitclWim  productjoaem  micari  licobat,  dum  eyacuata.bujus- 
roodi  tunica,  et,  diductis  parum  ipsius  partibus,  supra  vi» 
truoa  extendabatur.  Arteriae  mote  minores  erant  ipsis  venis, 
iliae  vero  qequaquam.  perpetuo  vitelH  tunicae  hacrebant, 
scd  ajongatis  cxtremitatibiis  in vjccm  anastomizatis ,  caecas 


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221 

der  beträchtlich  grbfsen  und  Blut  führenden  Ve» 
nen  des  Gefäfsraums  in  Verbindung.  Die  Arte- 
rien sind  im  VerhiÜtmfs  zu  derGröise  und  Zahl 
der  Venen  sehr  klein,  so  dafs  es  wohl  keinen 
Zweifel  unterliegt,  dafs  die.  Venen  die>  durch 
das  Eyweifs  veraümite  Dottersubstanz  aufsaugen 
und  dem  Blute  beimischen.  Das  bedeutend  grofse 
Chorion,  welches  das  Amnion  an  Ausdehnung 
übertrifft ,  ist  ungemein  gefäfsreich.  Die  aus  den 
Hüftarterien  entspringenden  Nahelarterien  bilden 
in  dem  Chorion  sehr  schöne  und  zahlreiche  Ge- 
fäfsnetzea),  welche  mit  den  Zweigen  derNabel- 


quasi  appendices  premebant,  quae  a  tunica  int<rius  pen« 
dentes  in  vitelli  ichorc  fusco  innatabant,  et  mergcbantur. 
Arteriis  praecipuc  copiosi  haercbant  sacculi,  qui  ambienti* 
bus  sanguineorum  vasorum  rivulis  firmabantur,  et  conglo- 
bata vitelli  tubstantia  turgebant;  singulus  utriculus  plurci 
globulos  patum  dcpressos  continebat. 

Haller  a.  a.  O.  p.  214.  Ov.  hör.  lifj.  Vetelli  vasa  in- 
cipuunt  a  parte  interiori  sive  spectante  caveam,  habere 
adnatcs  plicas  clevatas,  sed  simplices,  brevesque,  et  evi« 
denter  sequentes  vasorum  divisioncs,  indeque  scrpentina.  p. 
215.  In  vitello  circulus  vasculosus  punctatus  adparuit,  ex 
quo  vasa  oriuntur,  quae  valvularum  partcm  convexam  per 
ambulant.  Valvulae  clevatae,  rubellae  potius,  quam  fla- 
vae,  ramosae  et  serpentinae. 

Blumenbach  sah  die  vasa  lutea  am  vierten  Tag. 

Leveille  a.  a.  O.  p.  65.  läugnet  irrig  die  Existenz  die« 
ser  GefaTse. 

* 

a)  Haller  a.  a.  O.  p.  32t).  Pulcherrima  mediis  incubationis 
diebus  membrana  umbilicalis  est,  Ui  pulchriorcm  ab  artificio 
Ruyschiano  non  speres. 


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22% 

vene  in  Verbindung  sieben.  Der  Uebergang  der 
feinsten  Arterienzweige  in  Venenzweige  ist  leicht 
durchs  Vergrößerungsglas  d)  zu  erkennen.  Bis- 
weilen nimmt  man  Pulsationen  in  den  geschlän- 
gelten Arterien  wahr.  Die  linke  Nabelarterie  ist 
gröfser  als  die  rechte,  wie  Haller  b)  sehr  richtig 
bemerkt  hat.  Das  in  den  Arterien  enthaltene 
lind  aus  dem  Korper  des  Embryos  kommende 
Blut  ist  schwarzroth,  in  den  Gefäfsnetzen  wird 
es  allmählig  hell  roth  gefärbt ,  und  schön  schar- 
lachroth  kehrt  es  durch  die  Nabelvene  in  den 
Körper  zurück.  Es  ist  wohl  nicht  zu  bezwei- 
feln, dafs  diese  Umwandlung  des  carbonisirten 
Blutes  in  oxygenirtes  durch  die  Einwirkung  der 
athmossphärischen  Luft  geschiebt,  welche  durch 
die  Poren  der  Eyschale  in  das  Innere  des  Byes 
eindringt.  Das  Chorion  ist  daher  als  ein  wah- 
*  es  Respirations  -  Organ  zu  betrachten  Das 
durchsichtige  und  mit  der  Haut  des  Embryos  am 
Nabelring  verbundene  Amnion  ist  fast  ganz  von 
dem  Chorion  bedeckt.  Die  in  ihm  eingeschlos- 
sene klare  Flüfsigkeit,  worin  der  Embrvo 
schwimmt,  fangt  an  Faser*  oder  Eyweifs-Stotf 


a)  Blumenbach  in  d.  Hausb.  d.  vergl.  Anatomie  S.  521  sagt 
sehr  wahr:  die  dünnhäutigen  Aestc  der  Gefafse  des  Chori- 
ons geben  im  frischgeöffneten  noch  lebenden  Eye ,  das  beste 
microscopische  Object,  um  den  Blutumlauf  an  einem  warm- 
blütigen Thiere  zu  demonstriren. 

b)  a.  a.  O  p.  329.  Arteria  umbilicalis  sinistra,  semper  major 
est,  iliacac  sui  tateris»  et  aortae,  verus  confinuatus  truneus. 
Altera  dextra  extgua,  tarnen  adest,  et  ipsa  ea  iliaca  dextra* 
parva  est. 

e)  Haller  a.  a.  O.  p.  $1%.  Humorem  amnii  in  teneriorihus 
pullis  nuperiotibus  exemplis  non  potui  cogere,  neque  li- 


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4 

zu  enthalten,  wie  die  weiften  Flocken  zeigen, 
die  beim  Zugiefsen  von  Säuren  in  ihm  entstehen. 

Der  sechszehn  his  achtzehn  Linien  lange, 
stark  gekrümmte  Embryo  pflegt  sich  bei  Oeff- 
nung  des  Byes  und  des  Amnions  lebhaft  zu  be- 
wegen. Sein  Kopf  ist  im  Verhältnifs  zur  Gröfse 
des  Körpers  noch  sehr  grofs.  Der  knorpelige 
Oberschnabel  bildet  einen  kleinen  Vorsprung, 
an  welchem  sich  der  Anfang  des  hornartigen 
Ueberzugs  des  Schnabels  zeigt.  Am  Unterkiefer 
ist  noch  keine  Spur  des  hornartigen  Ueberzugs  a) 
zu  erkennen.  Die  grofsen  vorspringenden  Augen 
.  sind  von  den  hervorgewachsenen  durchsichtigen 
Augenlidern  b)  zum  Theil  bedeckt.  Die  Horn- 
haut ist  durchsichtig  und  sehr  wenig  convex. 


quore  de  sulfure  stillante,  neque  de  vino,  neque  acri  ace* 
to,  saepissime  rcpctito  exemplo.  In  maturioribus  pullig 
utiquc  cogitur  facile  in  albuminis  speciem,  ut  de  ea  re  du* 
bium  nulluni  supersir, 

i 

a)  Graf  Tredern  p.  *].  fig.  6.  die  "J.  vel  &  rostrum  vagina 
cartilaginosa  induci  incipil,  quae  in  maxilla  superiori  fere 
Semper  maturtus,  quam  in  inferiori  oritur.  Orhinem  ducit 
illa  Capsula  ex  puncto  quodam  minirao  albo,  ex  quo  deinde 
cartilago  facta  rostri  apicem  capir. 

h)  Coiter  die  9.   Oculi  perfectissimi  et  suis  palpebris  donati. 

Vesling  die  10.  Oculorum  orbes  palpebrarum  integu- 
menta  dimidiatim  velabant. 

Larcgly  die  $.  Palpebrarum  initia  conspiciuntur.  die  10. 
Oculi  palpebris  clauduntur. 

Schräder  die  10.  Oculorum  integri  bulbi  palpebris  intecti. 

Steno  die  10.  Oculi  nondum  toti  palpebra  tecti. 


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2*4 

Die  Sclerotika  ist  Sehr  dünn,  so  dafs  die  schwärz- 
liche Gefäfshaut  durchschimmert;  an  ihrer  un- 
teren und  hintern  Fläche  befindet  sich  eine  Spalte, 
durch  welche  der  Sehnerv  eintritt.  Die  schwärz- 
liche» Gefäfshaut  bildet  nach  vorn  den  Ciliarkör- 

1>er,  an  dem  man  die  Falten  der  Ciliarfortsätze 
eicht  erkennen  kann.  Die  Spalte  ist  verengert; 
ihr  mittlerer  Theil  ist  geschlossen  a);  der  hin- 
tere Theil  bildet  die  Stelle,  wo  der  Sehnerv  ein- 
tritt; der  vordere  Theil  ist  noch  nicht  geschlos- 
,  sen ,  sondern  zwischen  den  Falten  des  (Ziliar- 
körpers sichtbar  b)+  Die  erste  Spur  des  Kamms 
erscheint  als  ein  feiner  langer  Streifen  in  der 
Richtung  gegen  die  Linse.  Die  ungemein  schmale 
Iris  läfst  sich  noch  nicht  mit  blofsem  Auge  be- 
merken. Die  Retina  c)  ist  deutlich  als  Fortse- 
tzung des  Sehnervs  zu  erkennen;  sie  erstreckt 
sich  bis  an  die  Crystallinse.    Die  kleine,  fast 


Malpighi  die  lö.  Öculi  Velamemis,  et  membrana,  qua 
nictitant  f  contegebantur. 

Haller  p.  2tß.  Ov.  hör»         Oculi  palpebris  obdueti. 

•)  Steno.  Hiatus  in  tünica  oculi  nigra  clausus ,  nisi  qua  op« 
ticura  nervum  contingebat. 

*)  Kieser  a.  a.  O.  p.  95.  fig.  3. 

■ 

<?)  Steno  die  10.  tunica  retina  albedine  sua  erat  cönspicua» 

Hallcr  will  die  Retina  schon  tu  Ende  des  siebenten 
Tags  gesehen  haben,  a.  a.  O.  p.  199.  Ov.  hör.  168«  Ocu> 
lor.  diameter  19  centesim.  In  ii$  retina,  et  ciliare  corpus 
distineta  ot  fabricata,  et  retina  quidem  evidentissima  plicis 
magnis  ad  1  entern  utque  erystallinam  continuatur,  et  poste- 
rior coronain  ciliarem  operit.  Tab.  5.  p.  404.  fig.  1. 


■ 


• 

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225 

iphä'rische  Crystallinae  a)  liegt  in  einer  Vertie- 
fung des  durchsichtigen  und  wässerigen  Glas- 
körpers. 

Das  in  seinen  Häuten  eingeschlossene  Ge- 
hirn hat  an  Consistenz  und  Ausbildung  beträcht- 
lich zugenommen*  jedoch  seine  Basis  bei  wei. 
tem  mehr  als  seine  Peripherie.  Auch  scheinen 
mir  die  Sehhügel  cjy  woraus  deutlich  die  Seh- 

■ 

-■    '  '■  '  v 

«)  Coiter  die  lo  In  oculo  omnes  »Urticas,  omnes  hu  mores  vidif 

Ve&ling  die  9.  In  oculis  crystallus  jam  conspicuns. 

Steno  die  10  humor  Vitreus  crystallino  aliorum  aniraa- 
lium  non  dissimilis  qua.  consistentiam ,  magnitudine  pisi,  in 
summo  ejus  inhaerebat  crystallina  admodum  exiguusi 

h)  Malpigbi  de  form,  pulli  p.  61  post  d.  8*    Ccrebri  molcs 
Jam  solidior  erat.;  natn  vesiculae  olim  dlsparatae,  nunc  uni- 
tae,  geminas  constituebant  emincUtias,  in  quibus  Ventncult 
excitabantur,  thalamus  pariter  scu  exortus  nervorum  opfi* 
corum,  et  cerebellum  cum  prinetpio  spinalts  meduilae. 

"  ■  ■■■  App.  p.  82.  post  d.  9.  Ccrebri  cristatae  vesiculae, 
quae  in  opticorum  nervorum  exortum  de&inunt,  minores  et 
profundiorcs  redditae,  ad  latera  inclinabamur ;  Idem  acci. 
debat  anterioribux  vcsiculis  v^fig.  5Ö).  Ccrebri  quoque.  basif 
,  jam  pene  solideiacti  talis  erat;  anteriores  ve^iculae  paiebanf, 
nervorum  pariter  opticorum  exortus  a  cristatis  Vcsiculis  in 
oculos  ineurrebat ;  iniundibuli  portio,  a  contigua  excitat» 
Vesicula,  certbfi  continuitatem  lulciebat,  et  non  longe  spi- 
nalts medullae  prineipium  pendebat. 

Haller  a.  a.  O.  p.  212.  Ov.  hör.  2iö.  Cerebrutn  satil 
perfectum.  Lobos  anteriores  et  posteriores,  et  processus  ma* 
miliares  distinxi ,  et  cerebellum. 

#)  Joseph  und  Carl  Wenzel's  Podromus  eines  Werks  über  das 
Hirn  des  Menschen  und  der  Thiere.  Tübingen  1806.  4*  S. 

15 


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226 


nerven  entspringen,  mehr  ausgebildet  zu  seyrt 


Marteträngen  des  grofsen  und  kleinen  Hirns  kann 
man  bereits  auch  die  zarten  Commissuren  erken- 
nen ,  welche  die  Hemisphären  des  grofsen  Hirns, 
und  die  Sebhügel  verbinden.  Das  kleine  Hirn 
zeigt  noch  keine  Furchen  und  Blätteben»  es  ist 
daher  dem  kleinen  Hirn  der  Fische  und  der  Am- 
phibien ähnlich.  Die  sehr  grofse,  vom  kleinen 
Hirn  bedeckte,  vierte  Hirnhöble  o),  die  Seiten- 
hirnhöblen  und  die  Höhlen  der  Sehhügel  sind 
deutlich  wahrzunehmen.  Das  Rückenmark  ist 
vollkommen  gebildet  und  der  Sinus  rhomboida- 
lis  ist  vorhanden  £).  Aus  den  Rückenmarks- 
strängen sind  die  Spinalnerven  hervorgewachsen, 
die  in  das  Parenchym  ihrer  respectiven  Organe 
eindringen»  Seitwärts  am  Kopf  hinter  den  Au- 
gen und  unter  dem  Hirn  nimmt  man  die  Oeff- 
nungen  des  Ohrs  als  schwache  Gruben  wahr  ;  das 
zu  Tage  liegende  Pauckenfell  zeigt  Blutgefäfse  c ). 

Das  in  dem  Herzbeutel  eingeschlossene  blafs- 
rothe  Herz  ist  ausgebildet  d),  sowohl  seiner  Lage 


38*  Beim  bebrUteten  Hühnchen  entwickeln  sich  am  frühe« 
flen  und  schnellsten  die  Sehhügel  mit  den  Sehnerven,  lang- 
samejr  ist  die  Entwicklung  des  großen  Hirns  und  noch 
langsamer  die  des  kleinen. 

a)  Steno  die  9.  Quartus  cerebri  ventricului  latus  admodum. 

h)  Nicolai  hat  ihn  von  dieser  Zeit  gut  abgebildet,  a.  a.  O. 

#)  Steno  die  10.  Foramen  auditus  attense  inspicientibus  sin« 
guineum  vasculum  exhibebat. 

d)  Coiter  die  9.  Cor  suam  habebat  formam  et  colore  subal« 
bido  praeditura,  pulsabat  etiam  extra  pullum  diu. 


Aufser  den  weifsen 


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227 


ab  Gestalt  nach.  Der  rechte  Venensack  ist 
gröfser  als  der  linke ;  an  den  in  den  Venensack 
eintretenden  Hohlvenen  lassen  sich  die  Klap- 
pen a)  wahrnehmen.  In  den  dünnen  weifslichen 
Wänden  der  Venensäcke  erblickt  man  mit  Hilfe 
des  Vergrofserungsglases  weifsliche  Muskelstrei- 
fen. Der  gröfsere  und  mehr  nach  hinten  und 
unten  liegende  linke  Ventrikel  ist  länglich  rund 
und  bildet  die  Spitze  des  Herzens.  Der  kleinere 
und  mehr  nach  vorn  und  oben  liegende  rechte 
Ventrikel  ist  kurz,  gekrümmt  und  dem  linken 
gleichsam  angehängt.  Die  Höhlen  beider  Ven- 
trikel sind  durch  die  Scheidewand  des  Herzen* 
von  einander  getrennt.  Die  Aorta  und  die  durch 
die  arteriösen  Gänge  mit  der  Aorta  Verbundene 
Lungenarterie  ist  vollkommen  deutlich  zu  er« 
kennen.  Das  Herz  pulsirt  gegen  zwölf  mal  in 
einer  Minute.  Die  Venensäcke  contrahiren  und 
expandiren  sich  gleichzeitig*  sö  auch  die  Ven- 
trikel. Das  Herz  behält  sehr  lange  seine  Reiz- 
barkeit bj9  Und  Zwar  Zeigen  sich  jetzt  die  Ve- 
nensäcke längere  Zeit  reizbar  als  die  Ventrikel  c). 


*)  Steno  die  iö.  Potui  in  Vena  Cava,  quae  intra  cor  et  hepar 
erat,  valvuläre  satii  manifestam  observare;  auriculae  tenui- 
iormem  membranam  referentet»  quibusdam  in  iocis  albof 
quasi  tunicülös  exhibebant. 

b)  Steno  die  8.  Cor  cum  aurlculis  fnovebatur  distinctisiime; 
imo  resectum  et  ab  omnibus  etiam  vasis  liberarum  in  manu 
mea  diu  movebatur;  quiesecns  tandem  et  quasi  plane  mor- 
tuum  orii  anhelitu  iterum  in  vitam  revocabatur,  id  quod 
saepius  factum  non  sine  adstantium  admiratione. 

#)  Vesling  die  lt.  Jam  duodeeim  exaetae  erant  horae,  cum 
dissecto  corpore,  diviso  cerebro,  laceratts  visceribus,  et 
abruptis  umbilicalibus  v.:sis,  adhuecordis  auricula  sc  moveret. 


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Hinter  dem  Herzen  nebet*  der  Wirbelsäule  He* 
gen  die  kleinen,  kaum  drei  Linien  langen,  weifs- 
liehen  und  durchsichtigen,  mit  zarten  Gefäfsne*. 
tzen  durchzogenen  Lungen.  Die  noch  häutige 
Luftröhre  a)  ist  leicht  wahrzunehmen.  Der  Ala- 
nen und  Darmkanal  sind  etwas  gröfser  gewor- 
den, aufserdem  haben  sie  sich  nicht  geändert» 
Leber  röthitch  mit  vielen  Gefäfszweigen  durchv 
zogen.  In  den  grofsen,  rothen  und  aus  Läpp- 
chen zusammengesetzten"Nieren  b)  erblickt  man 
Blutgefittse;  auch  kann  man  die  Harnleiter  f)  er- 
kennen. Iii  mehreren  Embryonen  dieser  Zeit 
fand  ich  an  der  vorderen  Fläche  der  Nieren 
zwei  kleine  länglich  weifslicbe  Körperchen>  wel- 
ches die  Hoden  d)  zu  seyn  schienen. 

Die  beträchtlich  festen  und  beim  Beugen 
Elastizität  äußernden  knorpligen  Mittelstücke  der 


Langly  die  n.  Viginfi  sex  horii  corculum  impösitutb 
tnanui  a  calore  quasi  reviviscens  ctenuo,  quotiefscunque  li- 
bitum est,  pulsar,  sed  primis  octo  aut  decem  horis  non 
solum  auriculac,  sed  et  cor  ipsum,  ast  postea  tantum  au- 
riculae,  ut  plurimum  ordinato  motu  a  dextra  ineipiente, 
aliquando  inverso  ordine  a  sinistra  ineipiebat  motus;  sed 
sequentt  die  idem  tentanti  non  successit,  nisi  quatuor  aut 
quinque  horis  ab  incisione,.  et  deinde  nunquam. 

0)  Vesling  die  8*  Arteria  tiacheae  canalis  jam.  conspicua» 
•  •  ■ 

b)  Haller  a.a.O.  p. 2 12.  Ov.  hör.  210.  Renum  vascula  conspicua. 

e)  Steno  die  9.  Ureter«. 

d)  Steno  die  9.  Testes- 

Vesling  die  Ii.  Testes  in  conspeetüm  Veneruttt. 

Halter  p.  214.  Ov.  hör.  216.  Testes  ni  fallor  consplcut. 


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d?9 

Schenkelknochen  und  Schienbeine  fangen  an  ein 
gelbliches.. und  runzlichles  Ansahen,  zu  erhalten. 
Wenn  man  sie  unter  dem  Vergröfserungsglas  be- 
trachtet, so  erblickt  man  in  ihnen  ein  netzför- 
miges Gewebe  a),  dessen  Federn,  unter,  spitzen 
Winkeln  zusammenlaufen.  Dieses  zw^r  noch 
knorpliche  und  biegsame  Netz  unterscheidet  sich 
\on  4em  Übrigen  Knorpel  des  künftigen  Kno- 
chens durch  einige  Undurchsichtigst,  gelbe 
Farbe  und  Rauhigkeit. 

§■  8a. 

■ 

Zehnter  und  elfter  T,i$.  *) 

■  »  •  » 

Der  gegen  21  Linien  lange  Embryo  hat  eine 
ganz  gekrümmte  Lage.  Sein  irji  Verh.iltnifs  zum 
Jigrpcr  weniger  grofse  Rppf  c)  ist  zwischen  die 
Füfse  angezogen,  und  zum  Tjieil  vo#  den,  Flü- 
geln bedeckt.  Die  gefäßreiche  Haut  ist  mit  vie- 
len kleinen  Erhabenheiten  verseben  ,  aus  denen 
die  flaumartigen  Federn  //)  hervorbrechen.  Jetzt 


a)  Scarpa  a,  a.  O.  S.  io. 

i)  Abbildungen  von  Embryonen  a,us  dieser  Zeit  fjndct  man 
in  Malpighi  de  form,  pulli  fig.  22.  App.  f.  51. 

■  « 

Maitre-Jcan  fig,.  39., 

4  * 

c)  Schräder  die  10-  Jam  inter  caput  et -corpus  reliquum  me- 

lior  proportip. 

<£)  Coiter  die. 9.  Pullui  jam  omnibus.  parribus  absolurus  et 
poris  latis,  ex  quibus  pennarum  primae  radices  prorupturae 
cran*.  die  10  fcny)ra.dot$uai  et  clui^s  erant  primii  radi- 
eibus  pennarum  obdyctae. 


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C3o 

bat  die  Gallenabsonderung  schon  begonnen,  denn 
man  findet  die  Gallenblase  a)  mit  einer  blafs« 


Vesling  die  1 1.  Jam  pennarum  primitiae  praesto  fuemsr. 

Langly  die  10.  Pullui  jam  plumarum  primordia  habet. 

Steno  die  10  Cut«  erat  aipera  et  in  tergo  pennarum 
praebuit  vestigia  conspicienda. 

Malpighi  de  form,  pulli  p.  60  pott  diem6  Corporis 
exterior  habitu*  cute  obductus,  vasorum  reticularibus  pro- 
paginibus  irrigabatur  et  evidcntiores  reddebantur  tumorps 
quidam,  sei»  futurarum  pennarum  folliculi, 

 App.  p.  82  post  dicm  9.  Exterior  corporis  ha* 

bitus  tumoribus,  pro  futuri*  pennis  cxasperatur. 

Haller  a.  a.  O.  p,  221  Ov,  hör.  240,  Bulbi  nigri 
plumarum  conspicui.  p,  230  Ov,  bor,  264,  Plumae  undi- 
que  de  fctu  cfflorescunt, 

Vicq  d'A*yr  a.  a.  O,  p.  403.  On  voit  la  plume  pa- 
roitre  a  la  surface  de  la  pcau  et  la  recouvrir  au  commen- 
cement  du  sixieme  jour.    Dies  ist  offenbar  zu  früh. 

a)  Vesling  die  11.  Jecur  impensius  flavum,  et  subtus  nigri- 
cante  folliculo  bilis  instruetum. 

Langly  die  IQ.  Vesicula  feile  turgida  est. 

Schräder  die  Ii.  Dcxtro  hepatis  lobo  elevato,  sese  of- 
ferebat  folliculi  bilarius,  globulus  scilicet  coeraleus,  mag- 
nitudine  caput  aciculae  vi*  superans. 

Malpighi  de  form,  pulli  p.6l.  de:ima  elapsa  die.  In- 
terius  rubiginqso  jecori  appensus  pendebat  bilis  folliculus, 
quae  caerulea  erat. 

Haller  a.'a,  Q.  p,  219  Ov,  hör.  236,  Hepar  bilo* 
bc,  cum  vesicula  nunc  viridi,  erst  minima. 


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231 

grünen  Galle  ä)  angefüllt  In  dem  weifsli- 
chen  Magen  und  im  Anfangsstück  des  dünnen 
Darms  V)  erblickt  man  grüne  Punkte,  welche 
von  ergossener  Galle  herrühren. 

Zwölfter  und  dreizehnter  Tag,  c) 

Der  am  stumpfen  Ende  des  Eyes  befindli- 
che, mit  Luft  gefüllte  Raum  nimmt  fast  den 


— 


Hallcr  a,  a,  O.  p.  22f.  Qv.  hör.  246.  Vesicula  fcüis 
viridissima. 

a)  Hallet' Eiern.  Physiol  T.  8-  P-  ^4-  Bi1is  P"«»um  dec°- 
lor,  in  pullo  ineubaro  a  die  deeimo  per  varios  viroris 
gradui,  deraum  sub  tempus,  quo  cxcluditur,  caerulea  et  acrn  est. 

* 

*)  Steno  die  u.  Circa  orificium  ventriculi  conspiciebatur 
punctum  viridev 

Schräder  die.  II.  Ventriculus  eo  Utere,  quod  fellis 
vesiculae  est  vicinum,  intra  suas  tunicas  habebat  punctum 
quoddam  aerugmeunu 

Malpighi  de  form.  pull.  p.  61.  deeima  elapsa  die.  In 
intestino  parum  bilis  itagnabat. 

Haller  a.  a.  O.  p.  219.  Ov.  hör.  236.  Ventriculus 
crassus,  inque  eo  bilis  aliquantum.  p.  221.  Ov.  hör.  240. 
Intestina  bile  ttneta.  p.  228-  Ov.  hör.  291.  In  ventriculo 
viridis  fellis  particula. 

e)  Gute  Abbildungen  der  Embryonen  dieser  Zeit  mit  ihren 
Häuten  findet  man  in  Malpighi  de  form,  pulli  fig.  24. 
Appcnd.  fig.  52.  Blumenbachs  Abbild,  naturhistorw  Gegen- 
stände.  Taf.  34. 


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232 

vierten  Theil  des  Eyes  ein.  Das  mit  einem  von 
Blut  strotzenden  Gefäfsnetz  versehene  Cborioa 
ist  fast  an  der  ganzen  inneren  Fläche  der  Ky- 
ßchalenhaut  ausgebreitet.  Am  spitzen  Ende  des 
Eyes  liegt  das  sehr  klein  gewordene,  qonsistente 
und  klebrige  Eyweifa.  Es  ist  einerseits  durch 
das  Eyweiis.band  an  die  innere  Fläche  der  Ey- 
fichalenhaut  befestigt,  und  anderseits  ist  es  durch 
die  Hagel  mit  dem  Dottersack  verbunden*  Die 
Sehr  flüssige  Dottersubstanz  ist  blafsgelb  und 
milchig.  Die  Gefäfse  des  Dottersacks  sind  klei- 
ner als  die  Gefafse  des  Chorions.  An  der  in- 
neren Fläche  des  Dqttersacks  erblickt  man  die 
sehr  zahlreichen,  gefransten,  gelben  Gefafse ;  be- 
sonders reichlich  sind  sie  an  der  Stelle  vorhan* 
den,  wo  sieb  die  Vena  terminale  befindet  Der 
im  Amnion  eingeschlossene  24  bis  28  Linien 
lange  Embryo  bewegt  sich  stark,  auch  öÄnet 
und  schliefst  er  den  Schnabel  d).  Aus  der  Haut 
des  Rückens,  des  Sfceisses,  der  Flügel  und  der 
Schenkel  sind  die  flaumartigen  Federn  hervor- 
gewachsen  b).   Die  Extremitäten  sind  4er  Form 


o)  Schräder  die  II.  Pullus  calcitrabat,  et  os  suum  aperiebat* 

Hallcr  a.  a.  (X  p.  236.  Ov.  hör.  2S5<  Fetus  iji  im» 
nio  hiat»  et  rostrum  aperir. 

'  f>)  Vesling  die  12.  Do  mim  jam  penmikiruni  primordiis  ma. 
culosum.  die  13.  Pullus  hinc  iede  nigricaniibus  pennulis 
insigniius. 

Schräder  dfe  13.  plumae  egregic  exereverant. 

Malpighi  de  form,  pulli  p.  62.  pbst  duodecimanvdiem 
pennarum  eiuptiones  dorsi  .longitudincm  contegebant,  et  ab 
extremis  paxiter  alis  et  (Oxis  erump*bant. 


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« 

nach  ganz  ausgebildet  vorhanden.  An  den  Füs- 
sen nimmt  man  die  Zehen  mit  allen  ihren  Glie- 
dern wahr,  sie  sind  aus  der  einer  Schwimmhaut 
ähnlichen  Haut,  welche  die  Zehen  früherhin 
verband,  gleichsam  hervorgewachsen;  jedoch 
erblickt  man  an  der  Wurzel  noch  die  Rudimente 
jener  Haut  a).  Die  Füfse  sind  schon  mit  zarten 
weifsliqhen  Schuppen  oder  Schilden  bedeckt. 

Der  Schnabel  ist  ganz  gebildet  und  mit 
Knorpel-  Masse  durchdrungen.  In  den  Nasen- 
höhlen sind  dip  kleinen  häutigen  Muscheln  vor- 
handen« Die  mit  Blutgefäfsen  versehene  Zunge 
liegt  ziemlich  frei  in  der  Mundhöhle.  Augen- 
lider ganz  gebildet,  die  Augen  bedeckend.  Zwi- 
schen den  Platten  der  wrifsen  Haut  erblickt  man 
den  Kreis  der  kleinen,  platten  Ossifikationsr 
punkte  des  Knochenrings  b).  Durch  die  in  der 
Gefäfshaut  befindliche,  noch  mehr  verengte  Spalte 
tritt  der  Sehnerv  ein.  Der  aus  der  Retina  sich 
erhebende  Kamm  e )  dringt  durch  den  Glaskörper  • 
bis  zur  Kapsel  der  Linse.  Die  früher  ini  Ciliar* 
körper  noch  sichtbare  Spur  der  Spalte  ist  ver* 


a)  abgebildet  von  Graf  Tredtrn  fig.  \ß. 

b)  Blumenbach  will  diese  Puncta  Ossifikation  is  schon  am  neun* 
ten  Tag  geselvcn  haben,  Handbueh  der  vergl.  Anat.  S.  .119. 
Recht  als  Puncte  oder  gleichsam  als  ein  kreisförmiges 
Schnürchen  von  ejn  paar  Qutzend  der  zartesten  Perlen^ 
sieht  man  die  Puncta  ossifveationis,  im  Augapfel  rund  um 
#e  Hornhaut,  wo  sie  die  Grundlage  des  Knochen  rings  der 
Sclerotica  machen. 

c)  Halter  a.  a.  O.  p.  23g.  Ov.  hör.  agg.  Plumulam*  membra* 
naceam  per  vitreum  humorem  ad.  lentis,  capsulata  deduxj. 


* 

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*34 

scbwunden«  Die  mm  mit  blofsem  Auge  sicht- 
bare Iris  erscheint  als  eine  zarte  Haut  ohne  Spalte, 
und  ohn$  sch Garzes  Pigment  dy. 

» 

In  den  häutigen  Hüllen  des  Hirns  nimmt 
man  die  knorpligen  Anfänge  der  Schädelknochen 
wahr,  welche  an  de^  Basis  des  Schädels  deut- 
licher als  am  Gewölbe  sind«  Die  Qonsistenz  des 
Hirns  by  bat  zugenommen.  Am  kleinen  Hirn  hat 
die  Blätterbildung  begonnen,  es  zeigen  sich  von 
aufsen  Queer  -  Furchen,  welche  die  Blättchen 
Irennen.  Die  Hemisphären  des  grofsen  Hirns 
und  die  Sehhügel  $inq  durch  markige  Commissa- 
reA  verknüpf^ 

Die  weifslichen,  ipit  Blutgefäßen  durchzo- 
genen Lungen  sind  etwas  £rölser  als  das  Herz* 
An  der  Luftröhre  hat  die  Knorpelbildung  c)  an- 
gefangen. Die  Luiigenarterien  d)  und  Venen 
sind  deutlich.  In  dem  Kropf  und  in  dem  mus- 
kulösen, wie  wohl  sehr  engen,  Magen  e)  ist  eine 
$chleimige,  milchige  Flüssigkeit/;  enthalten;  der 

i 

 ■ 

a)  Kieser  a.  a.  O.  Taf.  6.  fig.  f. 

5)  Haller         O,  Ov,  hör,  312,  Cerebrum  pulpoium ,  tatis 
perfectum. 

c)  Schräder  die  11.    Arteria  aiper  a  aliqaam  tunc  nacta  du- 
ririem. 

<fl  Hallcr  a.  a.  Q.  p.  234.   Ov.  hör.  270.    Aitcria  pulmo- 
na  Iis  permagna.    Ramj  ad  pulmoncs  conspieui. 

0)  MaJpighi  de  form.  puIli  post  d.  i\    Ventriculus  carnosus. 
Haller  a,  a.  O,  p.  242.  Ov.  hör.  309.  Ventriculus  carnosus. 

/)  Coiter  die  16.  In  ventriculo  reperi  substantiam  chylosam. 


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235 


des  Magens  ist  gewöhnlich  Galle  beigemischt. 
Ohne  Zweifel  ist  diese  Flüssigkeit  ein  Secreti- 
onsproduct  der  Drüsen  des  Kropfs  und  des  Drix* 
senmagens.  Vielleicht  wird  aber  auch  von  dem 
Embryo  Liquor  amnii  verschluckt,  wieHarvey 
und  Haller  a)  annehmen^  Der  Darmkanal  bil- 


Harvey  post  d.  14.  In  ventriculi  cavitatc  liquor  lim- 
pidus  repcritur,  ejosdcm  pltnc  cooststentiae,  colorif  et  sa- 
poris  cum  colli  quamento,  in  quo  foetus  natabat;  qui  per 
intestina  dilabens,  colorem  sensim  mutat,  et  in  cbyiura 

vertüur* 

Schräder  die  14*  In  ventriculo  candidum  chylum  re- 
periebamus,  eidemque  immensam  particulam  acruginei  co- 
loris,  qualcm  diebus  praecedentibus  intra  tunicas  haerere 
vidimus. 

Malpighi  de  form,  pulli  p.  62,  pott  d.  14.  In  camoto 
ventriculo  lac  stagnabat  et  proxima  intestiai  portio  muco 
quodam  caodido  replebatur,  glandulaeque  copiosae  intra 
cjuidem  substantiam ,  interierebantur. 

Haller  a.  a.  O.  p.  240.  Ov.  hör,  286,  In  ventriculo 
materies  raueoja,  limpida.  —  Ov.  hör.  288*  Multum  in 
ventriculo  bilis,  cum  muco  roistae.  —  Ov.  hör.  312.  Yen- 
tricului  tumidus,  et  ipse  et  ingluvic«  lacte  replentur. 

m)  a.  a.  0  p.  391*  Similitudo  summa,  quae  est  inter  albu- 
mtn  a  chlore  coactum,  et  matcriam  albam  ventriculi;  bu- 
moris  amnii  natma  coagulabilis  circa  eadem  tempora  nata: 
ejusdem  materiei  sedes  in  oesophago,  ingluvic,  ventriculo: 
neque  in  ulla  alia  parte  animalis:  perpetui  hiatus  pulli, 
quos  mediis  in  aquis  tot  in  ovis  adnotavi:  exemplum  pi- 
scium ,  qui  absque  dubio  et  diföcultate,  mediis  in  aquis 
dcglutiunt,  hominumque,  qui  in  iisdem  aquis  ante  sub- 
mersionem  aquam  absorbent,  albuminis  perpclua  dimiuutio, 
et  plena  ante  partum  coroumtio.  haec  quidem  omnia  con- 


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det  mehrere  Krümmungen  und  Windungen,  die 
zum  Theil  in  der  weiten  vom  Amnion  gebilde- 
ten cybnderförmigen  Nabelscheide  liegen,  wo  sie 
durch  den  DotterkanaP  mit  dem  Dottersack  in 
Verbindung  stehen.  Die  langen  Blinddärme  sind 
ausgebildet.  Im  Darmkanal  findet  man  Schleim 
mit  Galle  vermischt.  An  den  rothen  Nieren 
kann  man  die  geschlängelten  Harngefäfse  ä)  er- 
kennen,  so  wie  auch  die  Arterien,  Venen  und 
Harnleiter.  Die  Nebennieren  sind  vorbanden. 
Der  kleine  Eierstock  und  der  enge  ßjerleiter 
ist  sichtbar. 

Die  Muskeln  sind  weifs.  b%  \yeich  und  mit 
Blutgefäfsen  durchzogen;  bei  der  Reizung  mit 
$chajfen  Instrumenten,  Säuren,  und  Weingeist 
contrabiren  sie  sich  nicht        Je^zt  lassen  sich 

T  : — r-r, 

sentiunj,  ut  dubiura  null  am  sit,  quin  fetus  aquam  amnii, 
ex  albpmine  reparatam,  dcglutiat,  inquc  vemriculunj  cogat 
dcfccndcrc. 

m)  Haller  a.  a.  O.  p.  340.  Ov.  bor.  2ß6.  Rcncs  rubri,  ad 
microscopium  facti  rotundis  lobis,  qui  ipsi  ex  minitnis  vai« 
cd  Iis  ferpcntinis  coroponi  videntur.  — r  Ov.  hör.  2g6»  Re- 
nes  ex  vasculis  inflexis.  pulehre  composüi. 

b)  Vesling  die  m.  Albis  adbqc  xnusculii  foetus  tarnen  tnoye. 
tur  iisdem, 

Haller  ,a.  a..  O..  Ov.  bor.  28&  Carnes  albae. 

c)  Haller  a.  a.  O.  Ov.  bor.  312.  Nulla  irritapilitas  oisi  in 
corde,  buic  maxima. 

LeveilJc  a.  a.  O,  p  2g.  Le  curieux  observateux  pour 
suit  il  ses  recherches  retire  t-il  au  vingticme  jour  de  Tin. 
cjibaticjn  un  .poulej  de  sa  coquiile?    5'il  .le  di«<i'que  dans 


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«37 

«ich  die  größeren,  noch  nicht  glänzenden:  Seh- 
nen a)  erkennen.  In  den  knorpeligen  Unterkie- 
ferästen,  in  den  Wirbelbeinen,  in  dem  Brustbein, 
in  den  Rippen»  in  den  Schlüsselbeinen,  in  den 
Oberarm  -  und  Vorderarm  -  Knochen,  in  den 
Ober- Und  Unterschenkel  -  Beinea  nimmt  man 
Verknöcherungs- Punkte  wahr.  Alle  diesePunkte 
haben  ein  netzförmiges  und  zellichtes  Anseiren  b), 
und  sind  mit  Blutgefäfsen  durchzogen.  Die  Bein« 
haut  ist  dick  und  gefäßreich. 

■ 

§*  84* 

» 

Vierzehnter,  fünfte kniet  und  eechiekntet 

Zwischen  den  blatten  des  Chorions  befin- 
den sich  weifse  Streifen  d)t  welche  aus  einer 


cct  etat,  le  scalpel  divisera  lefe  musales  sans  provoquer  \tut 
contraction  et  ils  reiteront  insensibles  au  stimulu*  du  fer. 
11  ne  sera  pas  plus  heureux,  s'il  a  recourf  a  i'applicatiou 
des  moyens  nombreux  que  ioumit  la  chymie.  Ainsi  les 
acidcs  muriatique  oxygcne,  nitrique,  sulfüriquc,  le  muriate 
oxigene,  la  potasse  fonduc  etc.  ont  et«  d'un  usagc  absolu* 
ment  nul. 

«)  Haller  a.  a.  Ö.  pag.  240.  Öv.  hör.  2ffi.  Albus  tendo 
Achill js  scd  non  splendeus, 

i)  trefflich  abgebildet  Von  Scarpa  taf.  i.  fig.  ^.  g-  9-  Schien- 
bein eines  Hühnchen  im  Eye  am  vierzehnten  Tag  nach 
dem  Anfange  des  Brütens. 

e)  Abbildungen  des  Embryos  und  seiner  Hüllen  von  dieser  ttlt 
sind  enthalten  inMalpighi  form.  pull.  fig.  23.  App.  fig.  54* 

<fl  Malpighi  App.  p.  $3.  HGhorii  cavjtate  AllantoideS  tunica 


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238 

weichen  und  consistenten  Masse  bestehen.  Diese 
Streifen  sind  wahrscheinlich  kein  Harn,  sondern 
Ueberbleibsel  von  der  in  dem  blasenförmigen 
Chorion  enthalten  gewesenen  Flüssigkeit  a).  Die 
hochrothes  Blut  enthaltende  Nabelvene  dringt 
durch  den  Bauchring  ein  und  öffnet  sich  in  die 
untere  Hohlader  vor  ihrem  Eintritt  in  den  rech- 
ten Venensack.  Wenn  man  den  30  bis  3*  Li- 
nien langen  Embryo  aus  dem  Amnion  nimmt, 
so  öffnet  und  schliefst  er  den  Schnabel ,  als  wenn 
er  nach  Luft  schnappte*  An  den  Flügeln  bre- 
chen die  Federn  hervor.  Der  Schnabel  und  die 
Zehenglieder  sind  mit  dem  hornartigen  Ueber- 
zug  b>  versehen.  An  der  hinteren  Fläche  der 
rothen  Lungen  c)  nimmt  man  Eindrücke  oder 
Furchen  wahr,  welche  von  den  gebildeten  Rip- 
pen herrühren  d).   Der  Darmkanal  äufsert  Reiz* 


Seftsim  manifestabatur  •  subalbam  candidamque  cominebat 
tirinam,  quae  intcrdum  fUamcntosa,  reticuiare  opus  effU 
cicbat. 

Haller  a.  a.  O.  Ov.  hör.  336.  p.  255.  Inter  duai  la- 
minas  membranae  umbilicalis  crustac  albac,  molles,  liehe- 
Iiis  alieujus  similes. 

*)  Halter  a.  a.  O.  p.  331.  Quando  dem  um  enormem  magni- 
tudinem  vesicae  umbilicalis  cum  renum  parvitate  comparo, 
et  uretcrum ,  nullo  modo  probabile  esse  invenio,  humorein, 
qui  aliquando  sit  in  ea  repertus,  a  renibus  esse. 

b)  Malpighi  App.  p.  82.  die  14  elapsa.  Ungues  et  rostrum 
solid  am  acquisicrant  naturam. 

*)  Haller  a.  a.  O.  p.  258.  Ov.  hör.  358.    Pulmo  roscus. 

d)  —  —  —  p.  263.  Ov.  hör.  366.  Pulmones  a  tho- 
race  figurati,  costarum  eftigiem  inpressam  ferunt. 


■ 


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1 


«39 

■ 

barkeit  a).  Die  grüne  Galle  fängt  an  bitter  zu 
werden,  das  sie  firüherhin  nicht  war* 

•  ■ 

§.  85- 

Siebenze'hnter >  mchttehntcr  und  niunlehntet 

Tag.  b) 

-• 

Das  Chorion  nimmt  die  ganze  innere  Flache 
des  Eyes  ein,  es  umhüllt  den  Dotter  und  den 
im  Amnion  eingeschlossenen  Embryo.  Seine  Ar- 
terien pulsiren  stark.  In  dem  inneren  Blatt  des 
Chorions,  in  der  Allantois,  findet  sich  eine 
weifse  •  kalkartige  Masse  c) ,  in  Form  von  Strei- 
fen.  Das  Byweifs  ä)  ist  bis  auf  das  fiyweifs« 


a)  Haller  a.  a.  O.  p.  264*  ÖV.  bor.  384.  Intettinorum  aliqü* 
irritabilitas,  ut  sollicirata  te  in  nodulos  contraxerinf. 

i)  Eine  Abbildung  des  KUchelchcn  Vom  19.  Tag  findet  mall 
in  Malpigh't  Append.  fig.  5^ 

e}  Malpighi  Append»  p.  g}.  die  Chorii  substamia  etat* 
tior  reddita,  quasi  carnea,  exiguum  continebat  humorem* 
ejusque  coneavitatem  allantoides  tunica  fere  e*  toto  oeett« 
pabat,  tnueosa  referta  urina. 

Haller  a.  a.  O.  p.  2*}o.  Ov.  hof.  40I.  Ineer  laminai 
membranae  umbilicalis  sordes  spumosae  et  crustaccae  sunt. 

d)  Coiter  die  1$.  Viscosum  et  album  oranino  absumptum  est 

Vesling  die  18«  Albuinen  rorum  jam  consumptum. 

Stade  die  17.  Albumen  crassum  fere  forum  consump- 
tum ,  sed  chalazae  vitclli ,  non  instar  globulorum ,  sed  sub 
forma  fibrarum  aut  filamentorum  abscissorum  in  crassum 
hoc  albumen  terminabantur. 


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band  Und  die  düntt  gewordenen  Hagelstränge 
verzehrt.  Per  Dottersack  a)  ist  nicht  mehr  rund 
und  ausgespannt,  sondern  gelappt  und  zusam- 
mengefallen ;  eine  Veränderung,  welche  von 
der  Abnahme  der  Dotterffubstanz  herrührt.  Die 
an  den  Falten  der  inneren  Fläche  der  Dotter- 
häut:  befindlichen  gelben  Gefäfse  b)  sind  sehr 
zahlreich.  Die  Arterien  des  Dotters  sind  sehr 
klein,  dagegen  sind  die  Venen  um  so  gröfser. 
Der  durch  den  Dotterkanal  mit  dem  Darmkanal 


Stcnö  die  20.  Albnmert  totum  comumptum,  exiguam 
partero  albam  reliqucrat,  quam  prochalazis  habcrero. 

Haller  a*  a.  O.  p.  274  Ov.  hör.  414»    De  albumine 

* 

Collum  linea  non  latiut  superest» 

a)  Haller  a.  a.  O.  p  269.  Ov.  h.  390.  Vitellus  bilobatut. — 
p.  2-jg.  Ov.  h.  432.  Vitellus  trilobatot  in  vaginam  umbi- 
licalem  ineipit  resumi,  moleque  minuitur,  totusque  laxusest. 

1)  Lahgly  die  ig.  Tum  vitellus  magna  parte  abdomine  ab- 
sconditur,  infra  ventriculum  Spinae  ineumpens  vasa  lutea 
multa  apparent,  et  numerum  arteriarum  longe  excedunt, 
quae  tum  temporis  paucae  atque  exiguae  sunt,  sed  mäni- 
festo  cum  vasis  luteis  junguntur  et  ubicunque  capillescunt. 

Steno  die  20.  Continuatib  sacculi  vitclli  cum  tntesti- 
ho  in  medio  duorum  vasorum  sanguineorum  manifesta  erat, 
dignissima  vero  visu  Vasa  flavescentia  arbuscolorum  instar 
ramos  suos  diffundentia  et  truneum  intestino  obvertentia, 
quae  magno  numero  intra  sacculum  dissextum  libfera  de* 
prehendumur,  quasi  solis  capVIlariUus  sacculo  adhaerentia. 
Pulcherrime  demönstrantur  ilia  vasa,  quando  in  sacculo 
etiamnum  adbaerente  intestinis  foramen  longum  fit  superius 
ita  ut  vitelli  portio  exhauriatur,  tunc  enim  in  reliquo  vi* 
tcüo  patebunt  exstantia  vasa  plurimis  ramulis,  filicis  instar 
expansis,  sacculo  interius  annexa. 


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24* 


verbundene  Dottersack  beginnt  durch  den  Na- 
beiring  in  die  Bauchhöhle  zu  treten.  Der  mit 
Federn  bedeckte  Embr yo  liegt  in  einer  gekrümm- 
ten, zusammengeballten  Lage  in  dem  Amnion 
eingeschlossen.  Der  Hals  ist  stark  geborgen,  und 
der  Kopf  befindet  sich  gewöhnlich  unter  dem 
rechten  Flügel  seitwärts  an  der  Brust  a).  Die 
unteren  Extremitäten  sind  gegen  den  Bauch  an- 
gezogen. In  den  lezten  Tagen  der  Bebrütung 
verliert  sich  das  Fruchtwasser,  so  dafs  man  das 
Amnion  unmittelbar  an  dem  Körper  des  Em- 
bryos anliegen  sieht*  Der  Embryo  bewegt  sich 
lebhaft,  er  öffnet  und  schliefst  den  Schnabel, 


a)  Aristoteles  Hist.  Anim.  Lib.  6,  Cap.  3.  Pulius  tenet  caput 
supra  dextrum  crus  ad  ila  sub  ala. 

Coiter  die  19.  pulius  habuit  caput  deorsum  inclina- 
tum  sub  dextra  ala  et  dextro  crure  reconditum. 

Hatvey  p.  92.  Absumpto  vero  albumine,  et  exigua 
jam  coUiquamcnti  relicta  quantitate,  per  aliquot  ante  ex- 
cjusionem  dies,  pulius  non  amplius  natat,  sed  supra  vitel- 
lum  decumbit,  totumque  conglobatus,  capite  ut  plurimum 
inter  femur  dextrum  et  alam  posito,  rostro  etiam,  ungui« 
bus  et  plumis,  caeterisque  omnibus  instruetus  conspicitur 
Modo  dormit,  modo  vigilat,  Ynovensque  sese  respirat  et 
pipit.  Si  ovura  auri  admoveris,  tumultuantem  intus  foe- 
tum,  calcitrantem,  atque  pipientem  manifeste  audies.  Idem, 
si  in  aquam  calidam  pedetentim  dimissus,  innatabit,  pul- 
lusque  intus  a  calore  ainbiente  expergefactus  saltus  edit, 
ovumque  huc  illuc  volutabit.  Quo  experimento  mulieres 
ova  ioecunda  distinguunt  a  subventaneis,  quae  aquae  im- 
posita  subsident. 

x6 


1 

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2^2 

schnappt  nach  Luft  a),  find  läfat  selbst  nicht  sei« 
ten  seine  pipende  Stimme  b)  hören* 

Der  Schnabel,  die  Zunge,  die  Nasenhohlen 
und  die  Augen  sind  ausgebildet  Der  Schädel 
ist  bis  auf  die  Fontanellen  und  Nähte  knorpe- 
lig, und  das  Gehirn  hat  seine  normale  Gestalt. 
Alle  Hirntheile  und  Hirnnerven  sind  sichtbar. 
Die  Masse  des  Mirns  verhält  sich  zur  Masse  des 
Körpers  ohngefähr  wie  eins  zu  achtundzwanzig. 
An  dem  lebhaft  pulsirenden  Herzen  sind  noch 
die  Ductus  arteriosi  zu  erkennen,  welche  die 
Lungenarterie  mit  der  Aorte  verbinden.  Die 
rothen  Lungen  sind  an  die  Rippen  angewach« 
sen.  Die  Wärme-Entbindung  ist  noch  sehr  gering, 
denn  der  Körper  des  Embryos  fühlt  sich  kalt 
an.  Der  kleiner  gewordene  Nabelring  ist  mit 
den  Bauchmuskeln  umgeben.  In  dem  ausgebil- 
deten Kropf,  in  dem  Drüsenmagen  und  im  mus- 
kulösen Magen  befindet  sich  eine  weifsliche, 
schleimige  Substanz.  Die  Muskeln  des  Magens « 
sind  blafsroth.  Die  Länge  des  mehrere  Windun- 


a)  Hallcr  a.  a.  O.  p.  271.  Ov.  hör.  405.  Fetus  costas  ele- 
vavit,  rostrura  aperuir,  clausirque  ut  quasi  respirare  vi- 
deretur.  —  p.  275.  Ov.  hör.  429.  Pullus  vivus  de  ovo  ex- 
tractus,  rostrura  inotitavit,  gtutit  quasi  aerero,  aiasque  et 
pedes  coneussit. 

b)  Aristoteles  a.  O.  Pullus  circa  vicesimam  diem  jam  vo- 
cem  emittit. 

Snape  die  18*  pullus  pipit. 

Langly  die  19.  pipit  jam  pullus,  et  oculos  aperit. 

Hallcr  a.  a.  O.  p.  2$o.  Ov.  hör.  451.  Fetus  rostrum 
repetito  aperuit,  et  dctiique  pipit. 


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*43 

gen  bildenden  Dann  kanals  verhält  sich  zur  Länge 
des  Körpers  ohngefähr  wie  drei  zu  eins.  In  dem 
Darmkanal  ist  Schleim  mit  Galle  vermischt  ent- 
halten, der  in  der  Kloake  angehäuft  dem  Meco- 
nium  a)  gleicht.  Der  Darmkanal  äufsert  Reiz- 
barkeit. Die  grofse  Leber  hat  eine  blafsgelbe 
Farbe  b).  Die  in  der  Gallenblase  enthaltene  Galle 
ist  dunkelgrün  und  bitter.  Milz  blafsroth.  Die 
Nieren  und  Generations-  Organe  sind  ausgebil- 
det Die  Mittelstücke  aller  langen  Knochen  sind 
aus  einem  netzförmigen  Knochengewebe  gebil- 
det; sowohl  die  innere  als  die  äul'sere  Knochen- 
haut ist  mit  vielen  GefäTsen  versehen,  welche 
Zweige  in  die  Knochensubstanz  abschicken.  Auch 
in  den  knorpeligen  Ansätzen  zeigen  sich  schon 
Spuren  von  Knoclienkernen.  Die  gröfstentheils 
aus  flachen  netzförmigen  Knochenpuncten  sich 
bildenden  Schädel- und  Gesichts  -  Knochen  sind 
sehr  deutlich  zu  erkennen.  Zwischen  den  Stirn- 
beinen, Scheitelbeinen  und  dem  Hinterhauptsbeia 
befindet  sich  eine  grofse  dreieckige  Fontanelle. 
Die  Ränder  der  Knochen,  welche  in  Nöthen  oder 
Harmonien  zusammenstofsen,  sind  noch  knorpe- 
lig. Der  Unterkiefer  besteht  aus  vier  Stücken, 
nämlich  aus  den  zwei  Gelenktheilen  und  aus  den 
zwei  horizontalen  Aesten.  Das  Brustbein  wird 
von  fünf  Knochenstücken  zusammengesetzt,  die 


«)  Harvey  p.  93.  paulo  ante  foerus  exclusionem  faeces  sub- 

virtdes  cernuntur,  quales  exclusos  pullos  ejicere  diximus. 

« 

,  r 

Vcsling  die  19.  Intcstinit  cxcrementi  quid  et  biliös! 
viridis,  aliqua  parte  inerat. 

£)  Harvey  p.  93,  Nec  hactcnus  quidem  jecoris  color  purpu- 
reum aut  sanguincus  est,  sed  ab  älbore  in  flavcdinem  ver* 
gens;  qualia  piscium  jecora  cernuntur. 

16  * 


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durch  Knorpelmasse  verbunden  sind.  Diese  Kno* 
chenstücke  sind:  das  Mittelstück,  welches  sich 
zum  Brustbeinkamm  erhebt;  die  beiden  oberen 
Seitenstücke,  welche  die  vorderen  Seitenfortsätze 
darstellen ;  und  die  beiden  unteren  Seitenstücke, 
welches  die  hinteren  Seitenfortsätze  sind.  Die 
Rippenanhänge  stellen  noch  besondere  Stücke 
dar,  welche  noch  nicht  mit  den  Rippen  ver- 
schmolzen sind.  Jede  Beckenhälfte  zerfällt  ift 
das  Darmbein,  Sitzbein  und  Schambein. 

* 

Die,  mit  Sehnen  versehenen  Muskeln  sind 
blafsroth. 

$♦  86. 

Zwanzigster  und  einundzwanzig*  tcr  Tag.  a) 

%  Der  am  stumpfen  Ende  des  Eye«  befindli- 
che >  mit  Luft  gefüllte  Raum  nimmt  den  vierten 
Theil  des  Eyes  ein.  Das  Chorion  ist  dick  und 
breit;  seine  kleineren  Gefäfszweige  sind  oblite- 
rit  und  enthalten  kein  Blut  mehr  b),  nur  die 

mm  i  ii 

a)  Foetus  von  dieser  Zeit  haben  abgebildet  fabricius  ab  A* 
quapendente  a.  a.  O.  Tab.  6.  fig.  2o.  Tab.  7  i\g.  2t. 

Malpighi  im  Apend.  fig.  5g.  60. 

Eine  schöne  Abbildung  der  Lage  des  Küchelchens  im 
Eye  hat  Graf  Tredern  geliefert,  a.  a.  O.  fig.  32. 

i)  Haller  a.  a.  O.  p.  293.  Ov.  hör.  504.  Membranam  um* 
bilicalem  totum  ovum,  praeter  inane  spatium  sub  obtuso 
vertice,  rcplcntcm  reperi,  pauooribus  vasis  et  roagnam 
partem  siccatis  et  inantbus,  reliquis  potius  mJnoribus,  etsi 
trunci  duo,  arteria  nempe  umbilicalis  et  vena  umbilicalis, 
enormi  sunt  mole.x 

* 

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245 

■ 

durch  den  sehr  verengten  Nabelring  hervortre- 
tenden Gefäfsstamme  sind  noch  vorhanden.  In 
dem  innern  Blatt  dex  Gefäfshaut  ist  keine  Feuch- 
tigkeit mehr  enthalten*  sondern  man  erblickt 
blofs  einige  weisse,  kalkartige  Streifen.  Das 
Chorion  ist  mit  der  Bursa  Fabricii  verbunden. 
I)er  kleiner  gewordene  Dotter  a)  liegt  in  der 
Bauchhöhle,  und  hangt  mittelst  des  Dotterka- 
nals am  dünnen  Darm.  Nicht  selten  kann  man 
den  Darmkanal  durch  den  Dotterkanal  aufbla- 
sen, oder  auch  umgekehrt  den  Dottersack 
Der  in  dem  welken  Amnion  eingeschlossene  Foe- 
tus nimrnt  fast  das  ganze  Ey  ein.  Wenn  man 
den  Foetus  aus  dem  Ey  nimmt,,  so  bewegt  er 
sich  sehr  stark,  er  Öffnet  den  Schnabel,  streckt 
die  Zunge  hervor,  athmet  und  läfst  seine  Stimme 
hören.   Oefters  pipt  c}  der  Foetus,  während  er 

ä)  Harvey  a.  a.  O.  p.  93,  Paulo  ante  foetuj  exdusionem  vi« 
tellus  in  abdomen  intra  intestina  concluditur,  idque  non 
folum  dum  foetus  in  ovo  fucrit,  sed  post  exclu*ionem  cti- 
am,  cum  obambulat,  matremque  insequens  victum  quacrit. 

Vcsling  die  20.    Totum  luteum  satis  magnum  in  ab- 
domen jam  erat  attractunu 

Malpighi  Append.  p.  83-  <*««  20-    Vitelli  corpus  In 
ventrem  retractum,  exteriorem  abdominis  formam  excitabat. 

Haller  a.  a.  O.  p.  285-  Ov.  hör.  475.    Vitcllus  in  ab- 
dornen  resumtus. 

k)  Haller  a.  a.  a  p.  288-  Qv.  n.  480,  Inflavi  intestinum,  et 
vitellus  per  suum  canalem  inflatus  est. 

*)  Malpighi  App.  p.  84-  d.  21.  Pullui  prope  exitum  pipiebat. 

* 

Haller  a.  a.  O.  p.  278-  Ov,  h.  480.  Fetus  et  in  ovo  pipiit. 


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246  . 

noch  im  Eye  eingeschlossen  ist,  so  dafs  es  sich 
nicht  in  Zweifel  ziehen  läfst,  dafs  e.r  hier  schon 
athmet.  Daher  schwimmen  denn  oft  die  aus 
dem  Embryo  genommenen  rosenfarbenen  Lun- 
gen ä)9  wenn  man  sie  ins  Wasser  wirft.  An  dem 
sehr  dicken  Bauch  erblickt  man  den  verschos- 
senen Nabelring  b).  Das  welke  Amnion  ist  am 
Nabelring  mit  der  Haut  de*  Bauches  verbunden* 
In  dem  bei  der  Berührung  mit  einem  scharfen 
Instrument  sich  zusammenziehenden  Darmkanal 
findet  man  bereits  etwas  Dottersubstanz  c).  Die 
beiden  Blinddärme,  der  Mastdarm  und  die  Klo« 
ake  enthalten  eine  grünliche  dem  Meconium  ähn- 
liche Substanz* 

§.  87» 

Austritt  des  Foctus  aus  dem  Eye*. 

Der  in  der  früher  beschriebenen  zusammen« 
geballten  Lage  d)  befindliche  Foetus  zerbricht  in 
der  Regel  am  einundz wanzigsten  Tag,  ohne 


a)  Haller  a.  a.  CX  p.  289»  Ov.  b.  48°*  Pulmo  natat  in  aqua, 
p  292.  O.  h.  501.  Pulmones  rubicundi,  roseique,  et  na- 
labiles, 

1)  Coiter  die  20.  Umbilict  foramen  oedusum  erat,  uttamen 
spcctilo  immisso  facile  aperiri  potuit.  Dilatato  foramine 
cuitello,  prosiliit  vitellus. 

e)  Langly  die  21.  Intestina  cratsa  et  ieprimis  rectum  vtrt- 
dibus  exerementis  distenduntur. 

Yesling  die  21.  Intestina  biiiosts  exerementes  plena. 
d)  abgebildet  am  21.  Tage  von  Rcaumur  ».  a.Q.  Taf.9.  f.  1. 


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247 

• 

Hülfe  a)  der  brütenden  Henne,   dufch  eigene 
'  Kraft  b),  seine  Hüllen  und  verläfst  das  Ey.  Ge- 
gen die  Mitte  oder  zu  Anfang  des  ein  und  zwan- 
zigsten Tag*  fängt  derFoetus  an,  sich  lebhaft  zu 


*  • 

a)  Fabricius  ab  Aquapendente  und  einige  andere  haben  ange- 
nommen, (He  Henne  öffne  daiEy. 

b)  Harvey  a.  a.  O.  p.  96.  Experientia  compcrtum  habeo, 
pullum  ipsum  (non  autcm  matiem)  corticem  frangere,  id- 
quc  rationt  ctiam  quam  maxime  est  .comeotaneum.  Quo- 
modo  enim  alias  ova  in  fimetis,  furnisque  calidis  (ut  in 
Aegypto  alibique  fit)  rumpantur?  ubi  mater  nulla  adest, 
quae  vocem  supplicanti«  pulli,  opemque  implorantis  audere 
queat.  Tcstudinura  marinarum  et  terrestrium ,  piscium 
quoque,  bombyeura,  serpentum,  et  strutbionum  ova,  quo- 
modo  irangantur?  cum  foetibus  Ulis  vcl  vox  desit,  qua 
exitüm  petaM,  vcl  sub  terra  sepulti  exaudiii  nequeant. 
Spontc  igitur  nascuntur  pulli,  atque  ex  ovis  suis  proprio 
molimine  prosiliunt.  Idque  ita  fieri ,  certissimis  argumen: 
Ns  liquet.  Quippe  in  prima  ovi  perforatione,  hiatus  iste 
rmilto  minor  est,  quam  ut  matris  rostro  conveniat :  sed 
pulli  rostro  directe  respondet,  circa  quod  (in  modum  co- 
ronae)  corticem  aequali  Semper  a  cacumine  distantia  rup- 
tüm  vidcas,  partesque  ebnfractas  (praesertim  primis  ictibus) 
foras  semper  prominete.  Qucmadmodum  autem  ruptis  vi- 
treis- fenestris ,  facile  quis  judieaverit,  intusne  ictus  an  fo- 
ris  advenerit;  si  modo  frustrorum  adhaerentium  apices, 
quo  tendant,  diligenter  intuitus  fuerit:  Ita  pariter  rupto 
ovo,  ex  fragmentorum  per  totum  coronae  doctum  erainen- 
tia,  ab  interna  causa  id  proficisci  manifestum  est.  Quin 
egomet,  aliique  mecum  complures,  simul  ac  pullum  audi- 
vimus  corticem  unguibus  scalpere,  vidimus  quoque  illico 
cundem  rostro  pertundere ,  rupturamque  in  circulum  coro« 
nae  instar,  deducere.  Quinetiam  vidi  foetum  capitc  suo 
cort'tcts  cacumen  attollere  et  amovere. 


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-48 

bewegen/  sich  hin  und  her  zu  wenden  und  aus- 
zudehnen, so  dafs  man  oft  die  Reibung  desSchna- 
bels an  der  mit  ihrer  Haut  überzogenen  Eyschale  > 
hören  kann.  Durch  diese  Bewegungen  entste- 
hen in  der  trocknen  und  zerbrechlichen  Schale 
bald  einfache,  bald  zusammengesetzte  Risse,  die 
gewöhnlich  in  der  Mitte  des  Byes  von  einem 
Punkt  ausgeben  a),  nämlich  von  dem,  wo  die 
harte  Schnabelspitze  zu  liegen  pflegt.  Diese  Risse 
werden  nach  und  nach  grösser,  und  es  sprin- 
gen kleine  Stückchen  Schale  von  der  Eyschalen- 
haut ab,  welche  jetzt  noch  nicht  zerrissen  ist. 
Der  unverletzte  Zustand  der  Eyschalenhaut  bei 
Verletzung  der  Eyschale  selbst  mag  denn  wohl 
die  irrige  Meinung  veranlafst  haben ,  dafs  die 
Henne  das  Ey  mit  dem  Schnabel  öffne.  Durch 
die  fortgesetzten  Bewegungen  des  Foetus  sprin- 
gen gröfscre  Stücke  der  Eyschale  b)  ab,  und 
die  Risse  laufen  um  das  ganze  Ey  herum.  Jetzt 
wird  auch  die  Eyschalenhaut  zerrissen.  Die 
Henne  tragt  zu  diesen  Vorarbeiten  des  Auskrie- 
chens nichts  bei,  ausgenommen,  dafs  sie  bis- 
weilen das  Ey  mit  den  Füfsen  umdreht  0>  und 


a)  Reaumur  a.  a.  O.  Taf.  9.  fig.  3.  hat  ein  solches  Ey  ab- 
gebilder. 

&)  Reaumur  a.  a.  Oe  Taf.  9.  fig.  4.  hat  ein  Ey  in  diesem 
Zustand  abgebildet. 

c)  Harvey  a.  a.  O.  p.  97*  Gallina  sedulo  auscultans,  quam 
primum  vocem  ab  iroa  parte  attolli  pereipit,  ovum  quidem 
non  rumpit,  sed  pedibus  suis  sursum  revolvit,  commodio- 
remque  situm  pullo  intus  incluso  praebet.  Non  constat 
autem,  pulium  voce  sua  rumpendi  corticis  necessitatem 
matri  indicare,  aut  exitum  ab  ca  petere.  Nam  saepe  per 
biduum  ante  exchisionem,  pulium  in  ovo  pipientem  audias. 


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849 

1 

ihm  eine  günstigere  Lage  zum  Zerbrechen  gibt. 
Der  Foetus  hebt  nun  den  oberen  Theil  der 
Schale  auf  oder  legt  ihn  zurück,  um  sich  den 
Weg  zum  Austritt  zu  bahnen.  Er  streckt  seine 
schwachen  Füfse  aus,  entwickelt  die  Glieder  aus 
den  zerrissenen  Byhäuten  und  zieht  den  Kopf 
unter  dem  rechten  Flügel  hervor.  Endlich  ricn- 
tet  sich  das  Küchelchen  auf  und  verläfst  mit 
schwankendem  Schritt  die  zerbrochene  Hülle. 
Ueber  das  Geschäft  des  Auskriechens  verstreicht 
gewöhnlich  ein  halber  T>g.  Kräftige  Küchel- 
chen beendigen  dies  Geschäft  früher,  schwäch- 
liche später,  ja  letztere  kommen  bisweilen  dabei 
ums  Leben.  Der  gröfste  Theil  des  Chorions  und 
Amnions,  so  wie  das  ehemalige  Byweifsband 
bleiben  an  der  inneren  Fläche  der  Byschalenhaut 
hängen.  Am  geschlossenen  Nabel  des  Küchel- 
chens erblickt  man  nur  Bruchstücke  des  Chori- 
ons und  des  Amnions ,  die  bald  verwelken  und 
abfallen* 

Als  der  vorzüglichste  Grund  des  Austritts 
des  Foetus  aus  dem  Ey  ist  wohl  das  verwel- 
kende und  absterbende  Chorion  zu  betrachten, 
welches  gegen  den  einundzwanzigsten  Tag  seine 


Ncc  mater,  dum  ova  revolvit,  rumpendi  ca  locum  quaerit ; 
scd,  ut  infans,  cum  in  cunis  sc  male  habet,  iaquietatur, 
plorat,  ejulat;  materque  illius  ainans,  buc  illuc  sedulo  ab 
uno  Iatcre  in  aliud  removet,  agitatque,  donec  ille  placa- 
tus  fucrit:  ita  similitcr  gallina,  ubi  pulluoi  tumultuantetn, 
pipiememque  in  ovo  senserit,  vel  jam  ex  ovo  exclusum  in 
nido  sese  inordinate  commoventem ;  protinus  se  attollit, 
cavetque,  ne  corporis  sui  pondere,  vel  calore  oimio  eum 
laedat,  rostroque  pedibusque  ultro  citroque  vojvit,  donec 
ioetut  quietem,  atque  indolentiam  comparaverit. 


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I 


250 

Lebensperioden  endigt.  Mit  dem  Absterben  die- 
ser Haut ,  welche  das  Respirationsorgan  des  Foe- 
tus darstellte,  tritt  für  diesen  die  Noth wendig- 
keit ein,  durch  die  Lungen  zu  respiriren.  Das 
Athmen  durch  die  Lungen  kann  im  Eye  jedoch 
nur  sehr  unvollkommen  von  statten  gehen,  der 
Foetus  scheint  daher  durch  die  Hindernisse  des 
Athmens  in  eine  Art  von  coavulsivischer  Bewe- 
gungen zu  gerathen,  wodurch  das  Ey  zerbro- 
chen wird. 

Gleich  nach  dem  Austritt  des  Foetus  aus 
dem  Ey,  welcher  bei  den  verschieden  Vögel- 
arten zu  verschiedener  Zeit  eintritt  (man  ver- 
gleiche die  Tabelle  über  die  Dauer  des  Brütens 
5.  138),  entfernt  die  Mutter  die  Eyschalen  aus 
dem  Neste* 

x  §.  88* 

Nachdem  ich  die  Bildung  des  Embryos  und 
seiner  Hüllen  im  Ey  von  seinem  Entstehen  bis 
zu  seinem  Hervortreten  aus  dem  Ey  angegeben 
habe,  so  sei  es  mir  jetzt  noch  erlaubt,  einige 
Betrachtungen  über  die  Bildung  und  Ernährung 
des  Embryos  anzustellen.  Der  Embryo  a)  gestal- 
tet sich  in  dem  befruchteten  Ey  aus  der  in  dem 
Flecken  (Cicatricula  s.  macula)  enthaltenen  Fiüs- 
slgkeit  Die  Gründe  für  diese  Meinung  habe  ich 
schon  früher  (S.  97)  angegeben. 


«)  Hippocratei,  Anaxagoras,  Alcmeon,  Menander  und  die 
meisten  älteren  Griechischen  Philojophen  und  Aerzte  glaub- 
ten, der  Embryo  gestalte  sich  aus  dem  Dotter  und  werde 
durch  das  Eyweifs  ernährt. 

Aristoteles  (Hist.  Anim.  L.  5.  C.  3.  Gener.  Anim.  L. 
3.  C.  1«  3)  und  Plinius  (Hist.  nat.  L.  10.  C-  53.)  hatten 


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Der  aus  einer  durchsichtigen,  gallertartigen 
und  aus  Rügelchen  oder  Bläschen  gebildeten 


die  entgegengesetzte  Meinung,  sie  hielten  das  Ey weife  tu* 
die  Masse,  woraus  sich  der  Embryo  bilde,  und  den  Dotter 
für  die  Ernährung*-  Substanz  des  Embryo. 

Fabricius  ab  Aquapendente  nahm  an,  der  Embryo 
bilde  sich  aus  dem  Hagelsträngen  und  werde  durch  den 
Dotter  und  das  Eyweils  ernährt,  a.  a.  O.  pag.  ig*  Mes 
sententia  est,  ut  pullus  tanquam  materia,  ex  chalazis  cor* 
poretur«  Chaitfzae  sunt  in  ovo  eo  loco  positae,  ubipullus 
generatur,  ergo  ex  iis  pullus  conflatur. 

Der  große  Harvey  hat  zuerst  die  Cicatricuta  ab  den 
Ort  erkannt,  wo  sich  der  Embryo  bildet.  De  Generationt 
a.  a.  GL  p.  an.  Hinc  porro  de  animalis  exordio,  pri- 
moque  inhaerente  ovi  ptincipio,  facti  sumus  certiores« 
Quippe  manifeste  constat,  cicatrjculam,  sive  maculam,  par- 
ticulam  esse  ovi  principalem,  ad  quam  rcliquae  omnes  re* 
verendae  sintj  cuiquc  (si  ulli,  prae  caeteris)  debeatur,  quid 
quid  demum  id  fuerit,  quod  Ovum  foecundum  redditj 
puliique  gencrationem  ab  cadem  primum  ineboari.  p.  152. 
In  ovo  igitur  (ut  diximus)  nulla  pars  dtstineta,  aut  mate- 
ria praeparata  adest,  ex  qua  foetus  effbrmatur :  sed  que- 
madmodum  in  plantar  um  seminibus,  apex  aut  gemmula 
protruditur:  ita  pariter  in  ovo,  cicatricula,  sive  macula 
inest,  quae  vi  plastica  imbuta  in  oc.ulum  et  cotliquamen- 
tum  crescit;  ex  quo  et  in  quo  pulli  primordia  generantur^ 
nutriuntur,  et  augentur  in  pulluro  perfectum. 

Langly  a.  a.  O.  Tertio  tandem  observationum  anno, 
nernpe  1657,  certior  factus  sum,  cicatriculam  esse  cavita* 
tem  inter  duas  vitelli  membranas  sitam,  in  qua  liquor  tc~ 
nuis  continetur,  qui  clarissimae  lymphae  instai*  alba  suh- 
,  stantia  qua  cicatricula  est  foris  conspicua,  continetur:  Adeo 
ut  puUi  generatio  non  ahtcr,  quam  aliorum  animalium  ex 
liquore  clarissimo  exordium  capiat,  et  quam  vis  ante  ineu- 


1 

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Masse  bestehemle  Embryo,  in  dem  man  durch-, 
aus  noch  kein  Organ  erkenaen  kann ,  steht  mit 
den  auf  dem  Dotter  sich  bildenden  Venen  des 
Gefafsraums  in  Verbindung;  die  anfangs  als 
blofse  Rinnen  oder  Furchen  in  der  Dottersub- 
ßtanz  erscheinen,  in  denen  der  flüfsfgere  Theil 
des  Dotters  enthalten  ist.  Da  der  Embryo  jetzt 
wächst  und  an  Gröfse  zunimmt,  noch  ehe  das 
Her?  gebildet  ist,  und  noch  ehe  man  irgend  eine 
Aeufserung  des  animalischen  Lebens  an  ihm 
wahrnimmt,  so  kann  er  nicht  unpassend  mit 
einer  Pflanze  a)  verglichen  werden..  Der  Stoff, 
woraus  der  Embryo  ernährt,  wird,  ist  der  flüfsi- 
gere  Theil  der  Dottersubstanz,  der  durch  die 
zuvor  genannten  Rinnen,  die  Dottervenen^dem 

•  A 

"       ■  I 

I 

■ 

bationem  vix  distinctc  coi\spiciatur  haec  fovea,  primp  i«- 
cubationis  tarnen  die,  si  membrana  exterior  auferatur,  sc 
conspiciendam  distinctc  exhibet,  et  secundo  clarius,  prae- 
sertim  si  incisi  vitelli  membrana  vitcllus  diftluat,  secum 
enim  praedictam  foveam  defert,  quemadmodum  flumine  de» 
fertur  aliquod  corpus  illi  innatans.  Quod  si  hpc  tertio  de« 
mum  die  instituitur,  jam  punctum  salicns  membranis  ad- 
haerebit,  dum  fovea,  haec  una  cum  vite.Ho  alio  deferatur. 

In  der  neuern  Zeit  hat  endlich  C.  F.  Wolff  diese 
physiologische  Wahrheit  erkannt  und  durch  Untersuchung 
gen  sattsam  bestätigt. 

a)  Wie  schon  Aristoteles  de  Gen  erat.  An  im.  L.  3.  Cap.  2. 
aussagt:  Vivunt  autem  prineipio,  et  quae  in  ovis,  et  quae 
in  animalibus  giguuntur  vita  plantae. 

Harvcy  a.  a.  O.  p.  14*  Vita  quae  pullo  ante  quar- 
tum  diem  kiest  (scilicet  nate  formationem  cordis)  plantar u in 
aeraula  videtur,  atque  anima  vegetativa  duntaxat  censen- 
da  est. 


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■ 

Embryo  2ugeführt  Wird  a).  Die  Dottervenen 
sind  daher  gleichsam  dieWurzelü  des  vegetireH- 
den  Embryos.  Es  existirt  also  in  dem  Embryo 
und  in  Seinen  Hüllen  eine  Thätigkeit>  wodurch 
die  Ernährung,  das  Wachsthum  oder  die  Vege- 
tation bewirkt  wird.  Man  mag  nun  diese  ThiU 
tigkeit  Vis  genetrix,  Vis  plastica,  Idea  opera- 
trix,  Vis  formatrix,  facultas  fbrmatrix,  Vege- 
tationskraft oder  mit  Wolff  Vis  essentialis,  oder 
mit  Blumenbach  Nisus  formativus  nennen,  so 
wird  dadurch  das  Phaenomen  nicht  weiter  er- 
klärt und  aufgehellt.  Die  notwendigen  Bedin- 
gungen zur  Thätigkeits  -  Aeufserung  der  Vege- 
tationskraft in  dem  Flecken  und  im  Embryo  sind : 

i)  die  vorausgegangene  Befruchtung  b)  des 
Eys; 


a)  "Wolff  Thcor.  generat.  p.  95.  §.  16g.  Embryonen  hoc 
tempore  ex  substantia  ovi  nutriri ,  demonstrant  illius  Vo- 
lumen auetum ,  perfettiones  acquisitae,  abstntia  tujuscun- 
que  alius  matetiae,  consumtio  albuminis  et  vttelli  succedeng, 
experimenta  inferius  recensenda;  consequenter:  transire 
particulas  nutrientes  ex  ovo  ad  embryonem ;  et  existere 
vim,  qua  id  perficitur,  quac  non  est  systolica  cordis  et  ar* 
teriarum ,  neque  hinc  facta  pressio  in  venas  vicinas,  neque 
harum  compressio  a  motu  musculorum ,  dirigentem  absque 
canalibus,  viam  determinantibus,  adeoque  analogam  Uli, 
quam  aeque  vocabo  essentialcm.  169.  Et  repere  suecos 
nutririos,  hac  vi  actos,  per  illam  substamiam,  ex  globufcs 
conßatum,  hisce  interponendos,  et  sie  voJumen  embryonig 
aueturos  aeque  ac  id  de  plantis  demonstratum  fuit. 

I)  Wolff  Th.  gener.  p.  155.  Jam  verö  quid  est  coneeptio? 
Certe  nihil  aliud  quam  prima  vegetationis  inchoatio. 


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a)  die  Einwirkung  eines  gehörigen  Wanne* 
grads  auf  das  befruchtete  By,  und 

3)  der  Zutritt  der  atmosphärischen  Luft  zu 
den  in  dem  Eye  eingeschlossenen  Substanzen, 
durch  die  Poren  der  Eyscbale. 

Wenn  eine  dieser  Bedingungen  fehlt,  so 
bildet  sich  kein  Embryo. 

Nach  und  nach  gestalten  sich  die  in  der 
Dottersubstanz  befindlichen  Rinnen  zu  wahren 
Venen  und  dia  in  ihnen  enthaltene  Flüfsigkeit 
wird  zu  Blut;  gewifs  nur  dadurch,  dafs  die  in 
den  Dottervenen  enthaltene  feinere  Dottersub- 
stanz  durch  das  Sauerstoffgas  derjenigen  atmo- 
sphärischen Luft  oxydirt  wird,  welche  durch  die 
Poren  der  Eyschale  in  den  am  stumpfen  Ende 
befindlichen  Kaum  eindringt.  Dafs  das  Sauer- 
stoffgas  durch  Häute  Flülsigkeiten  oxydiren  kann, 
das  haben  schon  längst  die  vonPriestley  angestell- 
ten Versuche  bewiesen.  Es  bildet  sich  der  Herz- 
kanal und  mit  ihm  beginnen  die  ersten  Aeufse- 
rungen  der  Reizbarkeit,  als  sich  contrahirendes 
und  expandirendes  Punctum  saliens.  Aus  dem 
Herzkanal  wächst  der  Arterienbaum  hervor,  in 
welchen  das  Blut,  das  alle  Stoffe  oder  Elemente 
zur  Gestaltung  der  Organe  enthält,  durch  die 
Contractionen  des  Herzkanals  fortbewegt  wird. 
Der  Gefäfsbaum  sondert  aus  dem  Blute  die  Stoffe 
zu  den  Organen  ab ,  und  seine  Gefafszweige 
wachsen  oder  vegetiren  in  die  sich  bildenden 
Organe  hinein. 

* 

Daher  ist  es  erklärbar,  wie  zuerst  der  Rumpf 
und  der  Kopf  und  alle  Organe,  welche  zunächst 
Aeste  aus  der  Aorte  erhalten,  namentlich  das 


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a55 

Gehisn  und  Rückenmark,  die  Augen,  der  Ma- 
gen und  Darmkanal,  die  Nieren  und  die  Wir- 
belsäule gebildet  werden ,   indem  die  Stoffe  zu 
diesen  Organen  am  frühsten  aus  dem  Blute  der 
Aeste  des  wachsenden  Gefäfsbaums  abgesondert 
werden.    Alle  Organe  und  Theile,  welche  von 
untergeordneten  und  folglich  später  gebildeten 
Aesten  und  Zweigen  des  sich  gegen  die  Peri* 
pherie  ausbreitenden  Gefafsbaums  gebildet  wer- 
den, entstehen  später,  namentlich  am  Kopf  die 
Kiefer,  die  Zunge,  die  Geruchsorgane,  und  die 
Augenlider;  an  der  Brust  die  Rippen  und  das 
Brustbein;  am  Bauch  die  Seitentbeile  und  Be- 
deckungen des  Bauchs.  Es  kann  uns  daher  nicht 
wundern,  dafs  die  Brust  und  der  Bauch  in  der 
frühern  Zeit  vorn  offen  ist,  und  sich  erst  nach 
und  nach  von  hinten  nach  vorn  schliefst,  indem 
ja  die  Arterien,  welche  die  Stoffe  zur  Bildung 
der  Wände  der  Brust  und  Bauch-Höhle  absetzen« 
nämlich  die  Intercostal- und  Lenden  -  Arterien 
aus  dem  Stamme  der  Aorte  hervorwachsen  und 
sich  von  hinten  nach  vorn  ausbreiten.  Die  spä- 
ter als  die  Carina   entstehenden  Extremitäten 
wachsen  als  Stümmel  oder  Tuberkeln  aus  dem 
Rumpfe  hervor.    So  wie  die  Arterien  der  Extre- 
mitäten gegen  die  Peripherie  wachsen,  und  sich 
in  mehrere  Aeste  und  Zweige  theilen,  gestalten 
sich  die  verschiedenen  Regionen  der  Extremi- 
täten. 

Jetzt  ist  der  Vegetationsprocefs  in  dem  Em- 
bryo von  dem  Herzkanal  abhängig,  in  wiefern 
dieser  nämlich  das  Agens  ist,  durch  welches  die 
Ernährungs  -  Flüfsigkeiten  zu  den  vegetirendtn 
Organen  geleitet  werden. 

Die  Bewegungen  des  Herzens  hängen  von 
der  Einwirkung  der  Brutwärme  und  von  dem 


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256 

Zutritt  der  athmossphärischen  Luft  zu  dem  Ey 
ab.  Hören  diese  Einflüsse  auf,  so  nimmt  man 
am  Herzen  keine  Lebens  -  Aeufserungen  wahr , 
und  der  Vegetation  s-Procefs  steht  still.  Vermin- 
derung der  Brutwärme  macht  die  Bewegungen 
des  Herzens  langsam ,  und  zugleich  geht  der  Ve- 
getations  -  Prozels  langsam  von  statten. 

In  dem  gallertartigen  Körper  des  Embryos 
gestalten  sich  successive  die  verschiedenen  orga- 
nischen Systeme,  wie  ich  bereits  früher  ausführ- 
lich beschrieben  habe.  Das  Cerebal-  Nervensy- 
stem erscheint  als  eine  mit  einer  durchsichtigen 
Flüssigkeit  angefüllte  Blase,  welche  in  einen  Cy- 
linder  das  Rückenmark  auslauft.  Das  System 
der  Chylifikations  -  Organe  bildet  sich  auf  die 
früher  angegebene  Weise  aus  einer  mit  dem  Em- 
bryo sich  gestaltenden  Haut,  die  von  WolfF  fal- 
sches Amnion  genannt  worden  ist.  An  das  Chy- 
lifikations-System  reihen  sich  die  aus  dem  Ge- 
fäfsbaum  hervorwachsende  Leber,  die  Milz  und 
die  Bauchspeicheldrüse.  Das  die  Funktion  eines 
Respirationsorgan  vertretende  Chorion  gestaltet 
sich  an  dem  Endstück  des  Darmkanals  als  eine 
mit  Gefä'fsnetzen  durchzogene  Blase,  in  denen 
das  venöse  Blut  des  Embryos  oxydirt  wird.  Das 
für  eine  höhere  Lebensstufe  nothwendige  Respi- 
rationsorgan, die  Lunge,  bildet  sich  neben  dem 
Herzen  aus  einer  blasenförmigen  Masse.  Die 
Bildung  des  Systems  der  Harnwerkzeuge  und  der 
Zeugungsorgane  geschieht  gleichzeitig  mit  der  Bil- 
dung des  Endstücks  des  Darmkanals,  der  Kloake. 
Die  für  eine  andere  Lebenssphäre  bestimmte  Sin- 
nesorgane gestalten  sich  am  Kopf  in  der  Nähe 
des  Gehirns,  zuerst  die  Seh- und  Gehör- Organe, 
dann  die  Geruchs-  und  Geschmacksorgane,  und 
zuletzt  der  Schnabel,  der  zugleich  Tastorgan  ist* 


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^57 

Das  System  der  Bewegungsorgane,  die  Knochen, 
die  Bänder  und  die  Muskeln ,  erscheinen  am  spä- 
testen. Die  Knochen  sind  anfangs  blasenförmige 
Säckchen,  in  welchen  Gallerte1  enthalten  ist,  die 
sich  nach  und  nach  in  Knorpel  verwandelt.  In 
der  Knorpelmasse  wird  die  durch  den  Lebens- 
procefs  des  Embryos  erzeugte  phosphorsaure 
Kalkerde  abgesetzt,  welche  in  Form  eines  netzför- 
migen Gewebes  erscheint.  Auch  hier  findet  eine 
Succession  in  der  Bildung  statt,  zuerst  bildet 
sich  die  Wirbelsäule  mit  dem  Schädel,  dann  die 
Rippen,  hierauf  die  Extremitäten,  die  Gesichts- 
knochen ,  das  Brustbein  u.  s.  w.  Die  Extremi- 
täten selbst  wachsen  baumartig  von  dem  Centro 
gegen  die  Peripherie,  sich  in  Aeste  und  Zwei- 
te theilend.  Es  findet  hier  ein  merkwürdiger 
Zusammenhang  statt  zwischen  den  sich  in  Aeste 
und  Zweige  theilenden  Arterienstamm  der  Ex- 
tremitäten, und  der  sich  immer  mehr  verglie- 
dernden Knochenmasse.  Die  Muskeln  bilden  sich 
in  der  die  Knochen  umgebenden  gallertartigen 
Masse.  Die  verschiedenen  organischen  Systeme 
und  deren  untergeordnete  Gebilde  werden  durch 
das  Gefäfssystem  und  das  Nervensystem  zu  ei- 
nem Ganzen,  zu  einem  Organismus  verknüpft 
Das  Herz  und  das  Hirn  sind  die  beiden  Brenn- 
punkte der  Vitalität  dieses  Organismus,  nach 
-  vollendeter  Verknüpfung  der  verschiedenen  Sy» 
steme. 


§.  89- 

Alle  Erscheinungen  der  sich  bildenden  Sy- 
steme und  Organe  im  Embryo  zeigen  zur  Evi- 
denz, dafs  eine  Succession  in  der  Hervorbrin- 
gung und  Bildung  der  Organe  statt  findet,  die 

*7 


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258 

Bildung  des  Embryos  geschieht  also  durch  BpU 
genese,   wie  Harvey  a),  Wolff  b)>  Blumefl- 

_    .  * 

«)  de  Gener.  päg.  162.  l»iquido  ex  histaria  aostra  constat* 
pulli  gcfterationem  ex  ovo,  üeri  potius  per  epigencsim* 
quam  per  metamorphosin;  ncque  omnes  ejus  partes  siraul 
fabricari,  sed  successivt,  atque  t>rdine  emergere;  eundem« 
que  simul,  dorn  augetur,-  fbrmari ;  et  augeri ,  dum  forma* 
tur;  parresqtie  alias  aliis  priorrbus  supergeneran,  etdistin» 
gui;  prioeipiumque  augmentum  et  perfectionero  procedere* 
per  m od  uro  Crescendi ,  tandemque  exoriri  foctum.  Facul- 
tas entra  puHi  foTmatrix,  materiam  potius  sibi  acquirit,  et 
parat;  qnam  parataro  invenit:  videturque  pullus  haud  ab 
alio  fieri,  vei  augeri  ,  quam  a  se  ipso. 

i)  Wolff  de  Formatione  intestinorum  in  d.  Commeht.  Pctrö* 
pol.  T.  13.  p.  51g.    Loco  pltrriom  corollariorum ,  qua« 
ad  dilucidandam  theoriam  generationis  spectarent,  unum 
tantummodo  subjungam,  quod  epigenfcsin  confirmet.  Vidi« 
mus  Varias  corporis  partes,  veluti  thoracem  (§.  132)  certo? 
tempore  nondum  existere ,  et  existere  eo  tempore  non  pol« 
se;  neque  concludimus,  thoracem  non  existere,   eo  argu* 
ntentö,  quod  observatus  non  est;  sed  vidimus  in  eo  loco* 
ubi  tborax  oriri  deberet,  ofiri  amnium  verum,    quo  no- 
tum  est,  terminari  in  foetu  anterios  totum  trutocum;  atque 
hinc  concludimus,  quod  iste  thorax,  qui  non  apparet,  non 
existere  possir,  adeoque  non  existat.    Idcm  de  pelvi  obser* 
vatum  est,  cujus  locum  pars  inferior  amnii  occupa.  ^.  141); 
similiter  vidimus  in  eo  loco,   ubi  lamina  intestini  raedii 
utrinque  ineipere  deberet,  aut  limbum  intestinalem,  qui 
termino  hu  jus  laminae  anterior  est       148)  >  au*  immedi- 
ate  partes  bullae  laterales  ineipere  (§.  137),  certo  testi* 
rnonio,  has  laminas  intestini  medii  hoc  tempore  adesse  non 
posse.    Idem  de  intestinö  recto  valet  (§.  139).    Hoc  pri- 
mum  argumentum  esse  puto  epigeneseos ;  undc  nempe  col« 
legi  potest,  partes  pectoris  non  Semper  exstitissc  sed  tue« 
cessive  productal  esse ;  quotnodocuttque  caeterum  haec  pro« 


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259 

bach  a)  u.  a.  sattsam  gezeigt  haben.  Alle  Er- 
scheinungen des  sich  bildenden  Embryos  spre- 
chen gegen  die  von  Haller  und  Bonnet  vertei- 
digte Evolutions  -  Theorie.  Die  als  Hauptargu- 
ment für  diese  Theorie  angesehene  Verbindung 
des  Dotters  mit  dem  Darmkanal  ist  durch  die 
von  Wolff  gelieferte  Bildungsgeschichte  des  Darm- 
kanals aus  dem  falschen  Amnion  hinlänglich  er- 
klärt worden,  und  gibt  jetzt  einen  Hauptbeweis 
für  die  Theorie  der  Epigenese.  Alis  einen  Be- 
weis für  die  Epigenese  will  ich  nur  noch  in  der 
Kürze  die  Bildungsgescbichte  des  Hirns  und  Rü- 
ckenmarks angegeben,  als  Resultat  der  früher  an- 
gegebenen Untersuchungen  und  Beobachtungen, 


duetiofiat;  ham  noto  dico  per  cotieürsum  particularum , 
per  modum  ferraentationis ;  per  causas  et  rationes  mechant« 
cas;  per  vires  animae  partes  produci;  produci  vero  dico» 
Si  illae  partes  in  statu  paulo  adultiori  considerantur,  novo 
argumento  ansam  praebent.  Nunc  primordia  earum  ad* 
sunt,  sed  ita  comparata,  ut  facile  cognoscas,  nondum  esst 
partes  integras,  jamjam  formatas,  sed  talia  rudiraenta,quae 
in  ejusmodi  partes  transforinanda  sunt.  Loco  intestini  mt* 
dii,  id  est  totius  tractus  intestinorum,  quae  intestina  duo* 
deno  et  recto  imerest,  duas  simplices  lami'nas  vides,  mnrgi*  # 
nibus  anterionbus  revolutas,  caeterum  planas,  separatas  et 
distantes  a  se  invicem  (§.  126) ,  immo  priori  tempore  pes* 
totudi  roesenterium  separatas  (§.  136).  Quaero  igitur,  an 
hae  laminae  siht  integrum  intestinum?  Nemo  sana  affir» 
rnabit.  Hinc  condudo  igitur,  partes  integras  et  formatas 
non  semper  exstitisse»  sed  certo  tempore  pou  coneeptio* 
nem  formatas  esse.  Nolo  uberius  loqui  de  statu  embryo- 
nis  XXIV  horarum,  ubi  simpliciora  miiltum  ömnia  süntj 
nam  non  credo,  validiora  Iiis,  quae  jam  dixi,  dici  pOssc 

*)  Uebcr  den  Bildungstrieb.    Göttihgen  1791.  g. 

I7  * 


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260 

Das  Gehirn  und  Rückenmark  entstehen  aus  einer 
hellen,  durchsichtigen  Flüssigkeit»  welche  in  einer 
Haut  eingeschlossen  ist,  in  der  sich  Gefäfszweige 
vertheilen»  Die  Hauptparthien  des  Gehirns  sind 
blofse  mit  dieser  Flüssigkeit  gefüllte  Blasen ,  und 
das  Rückenmark  stellt  einen  cylindrischen  An* 
hang  dieser  Blasen  dar*  Zuerst  gestalteten  sich 
in  aer  Flüfsigkeit  die  beiden  Markstränge  des 
Rückenmarks.  Diese  setzen  sich  in  die  Hirn* 
blasen  fort,  welche  das  kleine  Hirn,  die  Seh  hü- 
gel  und  die  beiden  Hemisphären  des  grofsen 
Hirns  andeuten,  und  an  dieselben  bildet  sich  an 
der  Basis  des  Hirns  die  Marksubstanz  an.  Nach- 
dem die  Hauptparthien  des  Hirns  an  der  Basis 
gebildet  sind,  entstehen  die  Hirnhöhlen  und  es 
gestalten  sich  die  Markportionen,  welche  als 
Commissuren  die  Hirntheile  verbinden,  nämlich 
die  Commissuren  des  grofsen  Hirns  und  der  Seh- 
hügel. Aus  den  Rückenraarkssträn^en  und  de- 
ren Fortsetzung  ins  Gehirn  wachsen  die  Nerven 
hervor,  die  sich  zu  ihren  respectiven  Organen 
fortsetzen.  Die  Ernahrungsgefäfse  der  Nerven 
sind  Zweige  der  Arterien,  neben  welchen  mei- 
stens die  Nerven  verlaufen.  Der  letzte  Schritt 
zur  Hirnbildung  ist  das  Entstehen  der  Blättchen 
des  kleinen  Hirns. 

$♦90. 

Zum  Schlufs  noch  einige  Worte  über  die  im 
Eye  eingeschlossenen  Ernährungs- Substanzen  des 
Embryos.  Die  Stoffe  zur  Bildung  der  Blutmasse 
des  Embryos  sind  die  im  Ey  eingeschlossenen 
Flüssigkeiten,  der  Dotter  und  dasEyweifs,  Sub- 
stanzen welche  dem  Chylus  in  ihrer  Mischung 
und  ihren  Bestandtheilen  sehr  ähnlich  sind,  und 


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I 

26l 

denen ,  wie  dem  Chylus ,  nichts  abgeht  um  Blut 
zu  seyn  als  die  Oxydation,  die  auch  schon  in 
den  Gefäfsen  der  Aderfläche  durch  die  Einwir- 
kung des  Oxygens  der  in  dem  Luft  -  Raum  a) 

— m  

ä)  Ucbcr  den  am  stumpfen  Ende  des  Eys  befindlichen  mit 
Luft  gefüllten  Raum  haben  die  Physiologen  verschiedene 
Meinungen  gehabt.  Harvey  äufsert  seine  Meinung  hierü- 
ber in  folgender  Stelle  a.  a.  O.  p.  2*70.  Cavitas,  quae  in 
parte  obtusa  est  ovi,  aerem  intra  se  continet;  ideoque  uti- 
lis  est  ad  ovi  ventilationem ,  ad  pulli  perspirationem ,  re- 
frigerium,  et  respirationem,  ac  denique  ad  loquelam.  Unde 
cavitas  illa  primo  exigua,  mox  major,  ac  demum  maxima 
cpnspicitur;  prout  nempe  varii  jara  dicti  usus  postulaverint. 

Mayow  a.  a.  O.  p.  290.  Et  vero  arbiträre  fas  sit, 
aerem  illum  in  ovo  reconditum ,  ob  Krim  clasticam  (quae 
quidcm  incubantis  fotu  haud  parum  intenditur)  liquores 
ovi  colliquatos  roolliter  comprimere,  easdemque  in  vasa 
umbilicalia  impellere;  et  perinde  ad  motum  animalem  in- 
stituendum  haud  parum  conduccre. 

Bellini  a.  a.  O.  glaubte,  dafs  die  Luft  aus  dem  Raum 
ins  Amnion  gelange,  und  der  in  dieser  Haut  enthaltenen 
Flüfsigkeit  beigemischt  werde,  und  dafs  sie  dadurch  zum 
Athmen  beitrage. 

Vallisncri  hat  die  Meinung  Bellinis  angenommen,  er 
will  sogar  die  Wege  gefunden  haben,  durch  welche  die 
Luft  zur  Cicatricula  gelange.  Vie  delP  Aria  nclla  seconda 
conteccia  dell'Uovo,  che  vengono  defori  dclla  prima,  e 
passa  al  tuorlo,  e  cicatrice  dell'Uovo.  In  den  Opcre  Fisi- 
co-Mediche  T.  3.  p.  206.    Venezia  1733.  fo1- 

Darwin  in  s.  Zoononcie  Abth.  2.  p.  393  der  Ucber* 
Setzung  sagt:  Die  Nothwendigkeit  der  Oxydation  des  Blut5 
in  der  Leibesfrucht  wird  ferner  durch  die  Analogie  mit 
dem  Küchelchen  im  Eye  erläutert,  bei  welchem,  wie  es 


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2$2 

enthaltenen  atmosphärischen  Luft  wirklich  er- 
folgt Zuerst  wird  der  feinere  und  flüfsigere 
Theil  des  Dotters  durch  die  Einwirkung  der 
Brutwärme  von  dem  consistenteren  Theil  abge- 
sondert, es  bilden  sich  netzförmige  Rinnen,  die 
Anfänge  der  Dottervenen ,  in  welchen  der  flüfsi- 
gere Theil  des  Dotters  enthalten  ist.  Zwischen 
diesen  Rinnen  befindet  sich  der  dickere  oder 
consistentere  Theil  des  Dotters  in  Gestalt  von 
Inseln.   Das  flüfsigere  Eyweifs  wird  von  den 


scheint,  das  Blut,  in  den  aufseren  Enden  der  Gefafse, 
welche  den  Dotter  umgeben,  mit  Sauerstoff  geschwängert 
wird,  die  sich  auf  dem  Luftsack  an  beiden  Enden  des  Eyi 
verbreiten,  und  durch  diese  feuchte  Membran ,  aus  der  hin- 
ter derselben  eingeschlossenen  Luit  Sauerstoff  einsaugen. 

Hehl  a.  a  O.  hat  zuerst  die  in  dem  Räume  einge- 
schlossene Luft  mit  Pontanas  Eudiometcr  untersucht,  und 
bat  gefunden,  dafs  sie  der  athmosphärischen  Luft  ähnlich 
ist.  Er  sagt  p.  25.  Evictum  est,  pullum  vivum  sub  in* 
eubatione  ex  humoribus  ovi ,  qui  etsi  analogi  cum  sangui- 
ne,  tarnen  verus  ruber  sanguis  nondum  sunt,  hunc  ipsum 
produecre,  et  cum  tot  experimenta  doccant,  ruborem  san- 
guinis a  prineipio  Uto  aeri  inhaerente,  quod  oxygenes  vo- 
cant,  dependere,  videtur  certe,  istud  prioeipium  et  iuhocce 
negotio  agere.  Obstare  quidem  videtur  huic  influxui  et 
communicationi  septimentum  praetensum,  quod  omnino 
aerem  ipsum  traosire  vetat,  verum  subtile  istud  prineipium 
de  quo  agirnus,  uti  per  membranas  venarum  in  nostres 
pulmonibus  penetrare  videtur,  ita  illud  non  modo  per  sc- 
piraentum  hocce,  sed  et  per  omnem  ovi  ambitum  intrare 
contentisque  sese  miscere  posse  statuimus.  Nec  est  quod 
objictas,  ex  tarn  parva  quantitate  aeris  tn  saeco  content* 
notabiles  illas  mutationes  exspectari  non  passe,  cum  ex  aerc 
atmosphaertco  in  ovum,  cujus  exhalatio  per  calorem  fotus 
copiosa  est,  novam  subinde  portionem  resoiberi  necesse  sit. 


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,*63 

feinsten  Aesten  der  in  dem  By  weife  ausstrahlen- 
den hohlen  Hagelsträngen  aufgenommen,  und 
durch  die  ia  die  Dotterhaut  einmündeten  Stämme 
der  Hagel  in  diese  ergossen  und  der  Dottersub- 
stanz beigemischt,  daher  die  Erscheinung,  dafs 
der  Dotter  während  der  ersten  Hälfte  des  Brü- 
tens an  Gröfse  und  Flüfsigkeit  zunimmt,  und 
das  Ansehn  einer  milchigen  oder  chylusartigen 
Flüfsigkeit  erhält.  Späterhin  wird  auch  das  con- 
sistentere  Byweifs  aufgesaugt  und  dem  Dotter 
beigemischt.  Die  Aufnahme  des  Eyweifses  durch 
die  Hagelstränge  geschieht  vielleicht  auf  dieselbe 
Art,  wie  die  Wurzeln  der  Pflanzen  das  sie  um- 
gebende mit  aufgelöfsten  erdigen  Theilen  ver- 
mischte Wasser  aufsaugen,  wenigstens  habeich, 
niemals  Aeufserungen  der  Reizbarkeit  an  den 
Hagelsträngen  wahrgenommen.  Die  Hagel  schei- 
nen daher  ein  pflanzenartiges  Leben  zu  fuhren» 

Die  mit  Byweifs  vermischte  Dottersubstanz 
wird  durch  die  in  der  Dotterhaut  sich  verbrei- 
tenden feinsten  Zweige  der  Dottervenen  aufge- 
saugt, welche  iii  den  letzten  zwei  Drittelnder 
Brutzeit  als  die  so  zart  gebildeten  gelben  Gefäfse 
(vasa  lutea)  erscheinen.  Ueberhaupt  hat  die  gan- 
ze innere  Fläche  der  Dotterhaut  viel  Aehnlich- 
keit  mit  der  zottigen  Haut  des  Darmkanals,  und 
so  wie  man  oft  an  dieser  bei  Menschen  und 
Säugthieren  Saugadern  erblickt,  die  mit  Chylus 
angefüllt  sind,  so  bemerkt  man  an  der  inneren 
Fläche  der  Dotterhaut  Gefäfszweige  mitDolter- 
substanz  gefüllt.  Die  von  den  Dottervenen  auf- 
gesaugte mit  By  weifs  vermischte  Dottersubstanz 
wird  im  Fortgang  von  den  Zweigen  zu  den 
Aesten  und  zu  dem  Stamme  merklich  roth  ge- 
färbt und  in  Blut  verwandelt.  In  der  früheren 
Zeit,  noch  ehe  das  Chorion  gebildet  ist,  geschieht 


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die  Oxydation  der  Ernährungs-Flüfsigkeit  allein 
auf  der  Aderfläche,  späterbin  aber  vorzüglich 
in  dem  Chorion,  denn  das  nicht  sattsam  oxy- 
dirte  Blatt  fliefst  aus  den  Hüftarterien  in  die  Ar- 
terien des  an  der  inneren  Fläche  des  Eyes  und 
an  dem  mit  Luft  gefüllten  Raum  ausgebreiteten 
Chorions.  Schön  hochroth  gefärbt,,  und  folglich 
oxydirt,  kehrt  das  Blut  durch  den  Venenstamm 
des  Chorions,  welcher  in  die  untere  Hohlader  vor 
ihrem  Eintritt  in  den  rechten  Venensack  ein- 
mündet, zum  Gefäfssystem  des  Embryos  zurück, 
um  durch  die  Contractionen  des  Herzens  zu  al- 
len Theilen  fortbewegt  zu  werden* 

So  enthält  also  das  Ey  nicht  allein  die  Ma- 
terie und  den  Stoff  zum  Blut,  sondern  auch  die 
Mittel  und  Bedingungen  zur  Blutbereitung  selbst. 
Durch  den  sich  im  Embryo  thatig  aufsernden 
Vegelationsprozefs  werden  aus  dem  Blute  die 
mancherlei  Gebilde  produzirt,  welche  den  Em- 
bryo constituiren  *  nämlich  Nervenroark,  Mus- 
kefsubstanz,  Knorpelmasse,  Knochenmasse  u*s.  w. 
Der  Vegetation sprozefs  ist  gleichsam  ein  beleb- 
ter chemischer  Prozefs ,  durch  den  die  sehr  ein- 
fach scheinenden  chemischen  Bestandteile  der 
Eysubstanzen  auf  mannigfaltige  Art  zersetzt  und 
von  neuem  combinirt  werden.  Unmöglich  ist  e& 
dem  Chemiker  aus  dem  Dotter  und  Eyweifs 
durch  chemische  Operationen  dieselben  Substanz 
zen  zu  produziren,  nämlich  Nervenmark,  Mus- 
kelsubstanz u.  s.  w. ,  welche  aus  diesen  Substan- 
zen durch  den  Vegetationsprozefs  erzeugt  werden. 

Die  in  dem  Amnion  und  in  der  Platte  des 
Chorions,  in  der  Allantois,  enthaltenen  Flüssig- 
keiten sind  offenbar  als  Secretionsproduqte  des 
Embryos  und  seiner  Häute  zu  betrachten.  Es 


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I 


*65 

sind  Flüfsigkeiten,  welche  in  den  früheren  Le- 
bensperioden aus  dem  Blute  des  Embryos  abge- 
sondert werden ,  und  späterhin,  wieder  aufgenom- 
men werden,  denn  in  der  letzten  Zeit  des  Brü- 
tens sind  sie  gröfstentheils  verschwunden*  Die 
Funktion  dieser  Flüfsigkeiten,  so  wie  die  Wege 
durch  welche  sie  wieder  aufgenommen  werden, 
sind  uns  bis  jetzt  noch  nicht  hinlänglich  bekannt. 
Die  in  der  AHantois  enthaltene  Flüssigkeit  kann, 
ich  nicht  wohl  für  abgesonderten  Harn  halten, 
weil  die  Flüfsigkeit  schon  zu  einer  Zeit  erscheint, 
in  welcher  die  Nieren  kaum  ihre  erste  Bildung 
begonnen  haben;  und  weil  die  Flüfsigkeit  gera- 
de dann  sich  verliert,  da  die  Nieren  ihre  gröfste 
Ausbildung  erreicht  haben. 


Neuntes,  Capitel. 

Von  de*  Mifsgehurten  der  Vögel.  «) 

$•  92. 

Bei  den  Vögeln*  namentlich  den  gezähmten* 
kommen  sehr  oft  Mifsgeburten  vor,  sowohl  mit 
Uebermaas ,  als  mit  Mangel  in  der  Bildung,  Die 


a)  F.  Licet us  de.  monstrorum,  natura.  Patav.  x6i6.  4«  ex 
Blasii  Arostd.  1665. 

Ulysses  Aldrovandi  l^onstrorum,  Historia.  Bonon. 
1642,  foL  auch  in  s.  Omithologia. 

F.  W.  Schmuck  Fasciculus  Admirandorum  Natura« 
oder  der  spielenden  Natur  Kunstwerke.  Strafsburg  1619. 
4.  c.  fig.    Continuatio  1680«  4.  c  fig- 

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366 

Mifsgeburten  mit  excessiver  Bildung  sind  jedoch 
bei  weiten  häufiger  als  die  mit  mangelnder  Bil- 
dung. Zuerst  will  ich  mehrere  Beispiele  von 
Mifsgeburten  angeben  und  dann  will  ich  die  ver- 
schiedenen Meinungen  und  Theorien  über  die 
Entstehung  und  Bildung  der  Mifsgeburten  in 
Bezug  auf  die  der  Vögel  prüfen. 

§♦  93- 

Bey  den  Mifsgeburten  mit  Uebermaas  der 
Bildung  findet  eine  Stufenfolge  in  der  Verdop- 
pelung und  Vervielfältigung  der  Organe  statt, 
von  einem  doppelten  Federschaft  auf  einem  Kiel 
an  bis  zur  Verdoppelung  des  ganzen  Körpers* 
Hanow  d)  sah  eine  Zwillings-  Schwungfeder  eig- 
ner Gans;  aus  einem  breiten  dicken  Kiel  war 
ein  doppelter  Schaft  mit  doppelten  Fahnen  her- 
vorgewachsen*  So  wie  Menschen  mit  überzäh- 
ligen Fingern  und  Zehen,  vorkommen,  so  kom- 
men auch  Vögel  mit  überzähligen  Zehen  vor« 
Ulysses  Aldrovand  b)  hat  ein  HühncUen  be- 
schrieben und  abgebildet,  welches  an  jedem  Fufs 
fünf  Zehen  hatte.  FongerQ.ux  c}  sah  ein  Hühn- 


Jndrea  Ferrer  d*  Valdecchi  de  las  avea  monstrosas. 
Madrir  1683.  4- 

Vallisneri  Relazione  di  vari  mostri.    Oper.  T.  %  p. 

14-  c.  fig.  " 

A.  d?  Halter  de  Monstrts  in  d.  Oper,  roin.  T.  3.  p.  K 
Morcau  de  la  Sarthe  Desciiption  de  principales  Mon- 

etruQsjtes  dans  1  horamc  et  dans  les  animaux.    tfaris  lSoS- 

fol.  avec  planch.  enjura, 

<i)  Seltenheiten  der  Natur  B.  3.  S.  u4* 
h)  de  naonstr..  p.  561.  Nro.  ii. 

e)  Hist.  de  l'Acad.  de«  Sc,,  de  Pari$  *J73.  p.  25.  N 


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eben,  welches  an  jedem  Fufi  zwei  hintere  Zehen 
hatte;  in  jfcder  überzähligen  Zehe  waren  die  ge- 
wöhnlichen Knochen  vorhanden.  Aldrovand  a) 
beobachtete  einen  Hahn,  aus  dessen  rechten 
Schenkel  zwei  lange  Zehen  hervorgewachsen 
waren, 

S-  94- 

Vogel  mit  drei  Füfsen  kommen  ungemein 
oft  vor.  *  Auch  hier  findet  wieder  eine  Stufen- 
folge in  der  Zahl  der  vorhandenen  Zehen  statt» 
In  der  hiesigen  anatomischen  Sammlung  befindet 
sich  ein  Hühnchen ,  an  dessen  Steifs  ein  dritter 
kleiner  Fufs  mit  zwei  Zehen  festsitzt.  Aldro- 
vand beschreibt  einen  Hahn  b)  und  eine  Henne  c) 
mit  drei  Füfsen ;  der  dritte  mit  vier  Zehen  ver- 
sehene Fufs  safs  am  Steifse  an.  Hanow  d)  hat 
eine  ähnliche  Henne  beschrieben.  Meyer  e)  lie- 
fert die  Abbildung  des  Gerippes  einer  Henne 
mit  drei  Füfsen.  der  dritte  Fufs  ist  am  Steifse 
befestigt,   Kundmann/)  hat  einen  dreifüfsigen 


Hühnchen  mit  fünf  und  mehreren  Zehen  find  be« 
schrieben  in  den  wieder  vereinigten  Dan*  ig.  Erfahr.  ,1743, 
E.  5a.  N.  4. 

a)  a.  a.  O.  p.  56.  Nro.  ic\ 

a.  a.  O.  p.  555.  Nro.  6. 

4)   —   —  B.  1.  S.  30g.    Auch  in  den  nützlichen  Danztger 
Erfahr.  1747.  W.  48-  ist  ein  ähnliches  Beyspiel  angeführt,  1 

e\  Vorstellungen  von  Touren.  B.  3«  Taf.  50.  auch  Taf.  49z. 
•/)         P  8«K  t 


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I 

Sperling  beschrieben.  In  der  Brefslauer  Samm-. 
lung  a)  ist  die  Beschreibung  einer  Ente  mit  drei 
Füfsen  enthalten ;  der  dritte  Fufs  war  aus  dem 
Oberschenkel  der  einen  Extremität  hervorge- 
wachsen., Aldrovand  b)  hat  ein  Hühneben  mit 
drei  Füfsen  beschrieben  und  abgebildet;  der  dritte 
am  Steifs  befestigte  Fufs  hat  fünf  Zehen,  drei 
vordere  und  zwei  hintere.  Ein  ähnliches  von 
Aldrovand  c)  beschriebenes  Hühnchen  hat  am 
dritten  Fufs,  fünf  nach  vorn  gerichtete  Zehen. 
Meyer  d  hat  die  Abbildung  einer .  ähnlichen 
Henne  nebst  ihrem  Gerippe  geliefert;  der  über- 
zählige kleine  Fufs  ist  links  am  Becken  einge- 
lenkt K  vier  Zehen  sind  nach  vorn  und.  eine  ist 
nach  hinten  gerichtet.  Schmuck  e)  hat  einen 
Sperling  mit  drei  Füfsen  abgebildet;,  der  dritte 
grofse  am  Steifse  befestigte  Fufs  hat  sechs  Zeben, 
und  ist  gleichsam  aus  zwei  Füfsen  zusammenge- 
schmolzen. In  Schweden  wurde  ein  ausgewach- 
sener Adler  mit  drei  Füfsen  geschossen,  welchen 
Lidbeck  /)  beschrieben  hat.  Der  dritte  kurze 
\ind  stark  gekrümmte  Fufs  safs  am  Unterleibe 
an,  mitten  zwischen  den  beiden  andern  Füfsen, 
ynd  hatte  sieben  Zehen. 

■ 

a)  p.  1103. 

b)  a.  a.  Q.  p,  557.  Nro.  8- 

* 

c)  —    —  p.  l6l.  Nro.  12. 

<f)    — '  —  B.  1.  S.  49»  Taf.  78- 
<?)   —   —  S.  8-.  Nro.  11. 

/)  Beschreibung  einet  dreyfufsigen  Adlers  in  d.  Abhandlung 
der  Schwed.  Akad.  Jahr  1762.  S.  168-  % 


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a69 

i 

$•  95- 

Eben  so  oft  trifft  man  vierfüfsige  Mifsge- 
burten  unter  den  Vögeln  an.  Die  überzähligen 
Füfse  sind  mehr  oder  weniger  ausgebildet.  V. 
Coiter  a)  hat  das  Skelett  eines  Hahns  beschrie- 
ben und  abgebildet ,  an  dessen  Steifsbein  zwei 
Füfse  befestigt  waren ;  das  Oberschenkel »  und 
Schien -Bein  war  einfach,  der  eine  Fufs  hatte 
vier,  der  andere  nur  zwei  Zehen»  Aldrovand 
beschreibt  einen  Hahn,  welcher  am  Steifs  zwei 
kleine  und  verkrüppelte  Füfse  trug.  Meyer  c) 
liefert  die  Abbildung  einer  Taube  mit  zwei  klei- 
nen überzähligen  Füfsen.  Ich  besitze  ein  Ruch  ei- 
chen mit  zwei  kleinen  überzähligen»  am  Steifs- 
bein befestigten  unteren  Extremitäten;  diebeidtn 
Oberschenkelbeine  sind  zu  einem  Stücke  ver- 
wachsen. Moreau  de  la  Sarthe ,  d)  hat  einen 
Hahn  beschrieben  und  abgebildet,  der  rechts 
zwischen  dem  Schenkel  und  Flügel  zwei  kleine 
Füfse  hatte.  Hähne,  Hennen  und  Küchelchen 
mit  zwei  überzähligen  Füfsen  haben  Aldrovand  d)9 
J.  Stolterfoth  e),  J.  J.  Leibnitz  /)  u.  a.  beschrie- 
ben. Beschreibungen  und  Abbildungen  vierfüßi- 


ä)  Extcrnar.  et  internar.  principal.  human,  corpor.  tabul.  etc. 
Noriberg.  15*72.  fol. 

b)  a.  a.  O.  p.  552.  Nro.  .3. 

€)  a  a.  O.  B.  1.  p.  50.  Taf.  80. 

m 

d)  a.  a.  O.  PI.  5. 

#)  a.  a.  O.  p.  553.  Nro.  4. 

/)  in  der  Nov.  Liter.  Mar.  Baltb.  1703.    Mant.  p.  67. 


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ger  Tauben  haben  Aldrovand  a)  und  Hornung />) 
geliefert.  Moreau  de  la  SärtheO  hat  eine  Tau- 
be mit  vier  Füfsen  abgebildet;  die  beiden  klei- 
nen wohlgestalteten,  überzähligen  Füfse  säfsen 
mittelst  eines  Knochen  am  Steifsbein  an.  In  der 
hissigen  anatomischen  Sammlung  bewahre  ich 
eine  junge  vierfüfßige  Gans;  die  hinter  derOel- 
drüse  am  Steifsbeine  befestigten  kleineren  Füfse 
•*  haben  ein  gemeinschaftliches  Oberschenkelbein» 
alle  übrigen  Theile  der  Füfse  sind  vollkommen 
ausgebildet.  Aehnliche  vierfüfsige  Gänse  haben 
Aldrovand  d) ,  Schwenkfeld  e),  A.  Borrich  /), 
Follisiusg)  undWeygandÄ)  beschrieben*  Böhm/) 
hat  zwei  junge  vierfüfsige  Enten  beobachtet» 
Aldrovand  k)  hat  einen  vierfüfsigen  Distelfink 


ä)  Dcicript  BibÜDth.  Norit.  p.  18* 

Auch  mehrere  Beispiele  in  den  ftanzig.  Erfahr.  1743. 
W,  24«  1745  W.  35. 

b)  a.  a.  O.  p.  565.  No.  15,  p.  566.   Nx>.  15.  16.  p»  56*8* 
No.  18» 

e)  Cista  Medic.  Epiit.  245. 

d)  a.  a.  O.  PI.  23. 

•)  p-  564.  ;  ,  ' 

/)  Ther.  Silesiae. 

g)  in  Th.  Barthol.  Epift.  Cent  4.  Epiit.  92. 

h)  Observ.  de  Anserculo  quadrupede  in  d.  Mise.  N.  C.  Dec. 
2.  Ann.  4.  p.  100.  c.  fig. 

1)  Brefsl.  SammL  Ven.  36.  S.  714*  * 

IJ   -----  ~ 


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■ 


27l 

und  Hönning  <*)  einen  vierfüfeigen  Sperling  be- 
schrieben» 

•  < 

Mit  der  Bildung  überzähliger  unterer  Extre* 
Initäten  ist  oft:  eine  Verdoppelung  des  Afters 
verbunden.    Haller  b)  beschreibt  ein  dreyfüfsi* 
ges  Hühnchen  mit  zwei  Steifsen  und  mit  Zwei  After- 
mündungeh,  bei  Einern  einfachen,  sehr  weiten  MasU 
darm.    Der  dritte  Fufs  safs  auf  efnem  besondern 
dreieckigen  Knochen,  der  mittelst  einer  bandar- 
tigen Haut  zwischen  den  beiden  Steifsbeinen  be- 
festigt War;   das  Schenkelbein  und  Schienbein 
wichen  nicht  von  der  normalen  Form  ab.  Por- 
tal c)  hat  eine  dreifüfsige  Taube  zergliedert,  wel-» 
che  bei  doppeltem  After  auch  einen  doppelten 
Mastdarm  hatte.    P.  Schumacher  d)  hat  einert 
doppelafterigen   Hahn  beschrieben,   der  einen 
dritten  gekrümmten  mifsgestalteten  Fufs  hatte, 
welcher,  der  vorhandenen  Zahl  der  Zehen  nach, 
aus  zwei  Füfsen  zusammen  geschmolzen  zu  seyn 
schien.  Der  dritte  Fufs  safs  an  einem  besondern 
Hüftbein  neben  dem' Steifse  an.    In  der  hiesigen 
anatomischen  Sammlung  befindet  sich  ein  aus- 
gewachsener Hahn,  welcher  zwei  vollkommen 
ausgebildete  Afteröffnungen  und  zwei  am  Steifs- 
bein befestigte  Füfse  hat.  Beide  After  führen  zu 


a.  a.  O.  p.  569.  No.  lg. 

* 

b)  Oper,  minor.  T.  3.  p.  53, 

c)  Hi$r.  Je  l'Acad.  des  Sq.  Ann.  1*771.  p.  34. 

d)  in  Tb.  Bartholini  Epift.  Medic.  Cent.  2.  Epist.  83- 


1 


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272 

♦ 

einer  sehr  weiten  einfachen  Kloake.  Ein  kurzes 
gekrümmtes  Schenkelbein  trägt  die  beiden  eben- 
falls gekrümmten  Schienbeine;  an  diese  sind  die 
Fufswurzelknochen  eingelenkt.  Der  rechte  Fufs 
hat  drei  und  der  linke  bat  zwei  mit  Nägeln  ver- 
sebene Zehen.  C.  Graff  a)  hat  ein  Küchelchen 
beschrieben,  welches  einen  doppelten  After  und 
zwei  überzählige  untere  Extremitäten  hatte.  Die 
beiden  Aftermündungen  führten  zu  einem  unge- 
mein ausgedehnten  einfachen  Mastdarm.  Die 
beiden  ausgebildeten  unteren  Extremitäten  waren 
an  einige  besondere  Wirbel  (wahrscheinlich  Steifs- 
bein-Wirbel),  die  am  heiligen  Bein  anlagen, 
befestigt  Die  Bildung  der  übrigen  Eingeweide 
zeigte  keine  Abweichungen*  Die  Mifsgeburten 
mit  überzähligen  unteren  Extremitäten  und  mit 
doppelten  After  machen  einen  Uebergang  zur 
Verdoppelung  des  Körpers» 

•  » 

§•  97- 

Vogel -Mifsgeburten  mit  blofsen  überzähli- 
gen Flügeln  sind  selten.  In  der  hiesigen  ana- 
tomischen Sammlung  befindet  sich  eine  ausge- 
wachsene Taube,  mit  einem  überzähligen  Flügel. 
Links  am  unteren  Theil  des  Brustbeins,  da  wo 
sich  der  untere  Seiten  -  Fortsatz  befindet,  ist  ein 
kleiner  Knochen  beweglich  eingelenkt,  auf  dem 
ein  kurzes  Oberarmbein  ansitzt,  welches  zwei 
kleine  verwachsene  Vorderflügel  trägt.  Schmuck  b) 
hat  das  Skelett  einer  Taube  abgebildet,  welche 


a)  de  pullo  gallinaceo  monströse  in  d.  Act.  Physico  •  Medtc. 
Vol.  4.  p.  426.  Obs.  106.  cum  fig. 

b)  a.  a.  O.  p.  *J.  No.  3. 


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rechts  unter  dem  Schulterblatt  noch  einen  mifs- 
gestalteten  Flügel  besäte» 

§.  98. 

Nicht  Helten  kommen  Mifsgebürten  mit  vier 
Flügeln  und  vier  Füfsen  vor.  P.  Rommel  a)  hat 
ein  Hühnchen  mit  vier  Flügeln  und  vier  Füfsen 
beschrieben.  Moreau  de  la  Sarthe  b)  bildet  ein 
Hühnchen  ab,  an  dessen  Brust  zwei  kleine  un*  : 
tere  Extremitäten  ansitzen,  zwischen  welchen 
zwei  kleine  Flügel  hervorgewachsen  sind»  J.  M. 
HoiTmann  f)  beobachtete  ein  Küchelchen  mit 
vier  Flügeln,  vier  Füfsen  und  zwei  After-Mün- 
dungen. C  F.  Wolff  d)  beschreibt  einen  merk- 
würdigen Fall  der  Art:  er  fand  in  einem  Ey 
ein  todtes  Küchelchen,  Welches  bei  einfachem 
Kopfe  *  Hals  und  Körper  vier  Flügel  und  vier 
Fülse  hatte.  Der  am  Bauche  liegende  Dotter» 
Sack  war  ebenfalls  einfach*  Die  normalen  und 
wohlgestalteten  Extremitäten  fegen  an  ihrem  ge*. 
Wohnlichen  Orte,  die  überzähligen  kleinen  Ex- 
tremitäten aber  «äfsen  hinten  am  Kreuzbein  fest, 
und  zwar  die  Füfse  höher  als  die  FlügeL  Die 


a)  in  d.  Ephem.  Ac.  N.  G.  Dec.  1.  Ann.  5.  Ob*.  148-  p* 
301  c  fig.  Auch  ein  ähnlicher  Fall  im  Journ.  desSavans 
168t.  p.  17.  in  4. 

I)  a.  a.  O.  PI.  331 

9)  in  d.  Eph.  Ac.  N.  G.  Dec.  3.  Aui».  i.  Obt.  14a.  p./*3t 
.     Tab.  9.  fig.  13. 

d)  de  pullo  monströse*,  quatuor  pedibus,  totidemque  alts  in- 
itrueto  in  d.  Act.  Ac.  Petropol.  Ann.  1780.  P.  Ii  Mem« 
p.  Ä03.  Tab.  §. 

12 


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*74 

vollkommen  ausgebildeten  und  am  Kreuzbein  ein* 
gelenkten  überzähligen  unteren  Extremitäten  wa- 
ren den  normalen  in  Hinsiebt  der  Lage  und 
Richtung  ganz  entgegengesetzt,  denn  wenn  sich 
das  Hühnchen  derselben  hätte  zum  Gehen  be- 
dienen wollen >  so  würde  sein  Kopf  gegen  die 
Erde  gerichtet  worden  seyn.  Unterhalb  der  Schen- 
kel in  der  Gegend  des  Steifsbeins  safsen  die  Flü- 
gel fest,  auch  sie  waren  den  normalen  Flügeln 
in  ihrer  Lage  und  Richtung  entgegengesetzt.  Der 
Magen,  die  Leber  und  der  enge  Darm  waren 
einfach.  Das  Endstück  des  engen  Darms  theilte 
sich  in  zwei  Kanäle;  von  denen  einer  in  die 
weiten  Gedärme  überging;  der  andere  aber  en- 
digte sich  als  ein  kurzes,  blindes  Darmstück» 
Statt  zweier  Blinddärme  waren  drei  vorhanden, 
von  gleicher  Länge  und  gleicher  Gestalt.  Der 
Mastdarm  endigte  sich  nicht  an  dem  gewöhnli- 
chen Ort,  sondern  neben  dem  rechten  Schenkel 
der  überzähligen  unteren  Extremität»  am  Rande 
des  heiligen  Beim.  Die  Aftermündung  war  un- 
gemein eng,  so  dafs  man  kaum  eine  Steknadel 
einbringen  konnte.  Alle  übrigen  Eingeweide  der 
Brust  und  des  Bauchs  waren  vollkommen  ein- 
fach und  normal  vorhanden. 


Auch  die  obere  Körper- Hälfte,  der  Kopf 
und  der  Hals  kommen  verdoppelt  vor,  in  man- 
cherleiGraden  und  Uebergangs-Stufem  Schmuck  a) 
beschreibt  ein  Hühnchen,  und  Valüsneri b)  eine 


«)  a.  a.  O.  Cent.  2. 
k)  Mottri  p.  15. 


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■ 


ö75 

Taube  mit  fcwei  Schnäbeln.  Buchner  o)  sah  ein 
Hühnchen  töit  zwei  Schnäbeln,  drei  Flügeln  und 
vier  Füfsen.  Auch  hat  man  Beispiele  von  Gän- 
gen mit  drei  Schnäbeln  b).  Winholt  c )  sah  einen 
jungen  Fasan,  der  drei  Schnäbel  und  drei  mifs* 
gestaltete  verwachsene  Schädel  hatte,  aber  nur 
zwei  Augen.  Es  gibt  auch  Mifsgeburten  mit  ein- 
fachem Schnäbel  und  doppeltem  Schädel  und 
Gehirn  d).  Häufiger  kommen  Mifsgeburten  mit 
fcwei  Köpfen*  vor,  Henkel  e)  hat  eine  Ente  mit 
fcwei  Köpfen  beschrieben»  Winholt  /)  und  Mo- 
teau  de  la  Särthe  g)  haben  Tauben  mit  zwei 
Köpfen  beschrieben.  Schmuck  h)  liefert  die  Abbil- 
dung einer  Taube  mit  zwei  Köpfen  und  zwei 
Hälsen»  J.  Böhm  i)  beschreibt  eine  Taube  mit 
zwei  Köpfen  und  drei  Flügeln.  Buchner  k)  sah 
ein  Küchelchen  mit  zwei  Köpfen,  vier  Flügeln 
und  vier  Füßen*  bei  einfachen  Körpen 


ä)  Brefslatier  Samml.  Vers.  3$.  p.  »JtJ,. 

h)  Act.  Mar*  Bahn.  1-7004  p.  254. 

t)  Siebeft  Vorletungen  über  das  Entstehen  der  Mifsgeburten» 
heraüigeg.  Von  J.  C.  F.  Schert    Bremen  18o-f.  S.  ß-j. 

i)  ein  Huhnchen  der  Art  ist  beschrieben  im  Journ»  de  Mt« 
decine.  T.  3.  fco»  4. 

t)  in  der  Brefcl.  SamiaL  Venl»  &5*  S.  96. 

/)  a.  a.  Ö.  S.  61* 

g)  a.  a.  D.  PI.  16. 

h)  a.  a.  O.  No.  g. 

- 

i)  in  d.  Eph.  Ac  iNf.  C.  Dec  X  Ann.  6.  Obi.  51»  App.  p. 

2.  fig.  43. 

h)  Breill.  Samml.  Vtrs.  36.  p.  115. 

18  * 

f 

« 


■ 


»76 

§.  ioö. 

Endlich  folgen  die  Mifsgebüften  mit  mehr 
pder  weniger  verdoppelten  Körper.  Schmuck  a) 
hat  ein  Hühnchen  mit  einem  doppelten  Bauche 
und  Steifse,  mit  vier  Füfsen  und  FKigeln,  mit 
einfachem  Kopf  und  Hals ,  und  einfache*  Brust, 
abgebildet.  Geoffroy  b)  hat  ein  Hühnchen  be- 
schrieben >  Welches  einen  Schnabel  aber  z\vei 
Schädel  hatte,  eine  fast  doppelte  Bf  ust,  vierFlüw 
gel,  vier  Füfse,  zwei  Steifte  und  zwei  After*- 
roündungen.  Der  Kropf  und  der  Magen  waren 
einfach,  jedoch  gröfser  als  gewöhnlich.  Dasein- 
fache Herz  lag  in  der  Mitte  der  fast  gedoppel- 
ten Brusthöhle»  Es  waren  zwei  Oeliirne  und 
eine  doppelte  verwachsene  Wirbelsäule  vorhanu 
den.  Dieses  Hühnchen  hatte  selbst  die  £y  schale 
durchbrochen.  Es  wurde  zwei  Tage  nach  dem 
Auskriechen  aus  dem  Ey  getödteU 

/  .... 

Hannow  c)  theilt  die  Beschreibung  eines 
doppelten  Hühnchens  mit.  Der  Kopf  war  voll- 
kommen doppelt;  der  sehr  dicke  Hals  bestand 
aus  zwei  Wirbelsäulen.  Die  Brust  war  noch 
einmal  so  breit  als  gewöhnlich;  an  ihr  waren 
zwey  normale  Flügel  eingelenkt;  aufserdem  be- 
fand sich  an  derselben  noch  ein  befiederter  Wulst, 
an  dem  man  Rudimente  zweier  uhausgebildeter 
Flügel  wahrnahm.  Der  Steifs  war  doppelt  vor- 
handen.   Aufser  den  beiden  normalen  unteren 


a)  a.  a.  O.  S.  8-  No.  10. 

b)  Rccueil  period.  d'Observat.  Juitl.  1*755.  *• 

c)  Seltenheiten  d.  Nat.  B.  i.  S.  313,    Auch  im  Hamburg. 
IVhgazin  B.  %.  S.  649 


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ExtPeroitäten  erblickte  man  noch  einen  dritten  am 
Steifse  befestigten  Fufs,  der  so  dick  war,  als« 
wenn  er  aus  zwei  Füfsen  gebildet  wäre;  die 
Zehea  waren  wirklich  überzählig  vorbanden, 

Eine  bei  den  Vögeln  nicht  selten  vorkom- 
mende Erscheinung  ist  die  Verdoppelung  des 
Herzens,  meistens  ohne  sonstige  Bildungs  -  Ab- 
weichungen. Cl.  Rudbeck  a)  fand  in  einer  mit- 
telmäfsig  grofsen  Henne  zwei  Herzen  bei  sehr 
vergrößerter  Leber.  Littre  b)  fand  bei  der  Zer- 
gliederung einer  Henne  zwei  Herzen,  die  gleich 
grofs  waren,  jedoch  etwa«  kleiner  als  das  ein- 
fache Herz  einer  andern  Henne  von  gleichem 
Alter.  Sie  lagen  in  der  Entfernung  eines  hal- 
ben Zolls  neben  einander.  Jedes  Herz  hatte  seine 
Venensäcke,  Herzkammern  und  Gefäfsstämme 
wie  ein  normal  gebautes  Herz.  Die  beiden  un- 
tern Hohladern  kamen  aus  der  Leber.  Die  nä- 
here Beschreibung  der  Gefäfs  -  Verbreitung  ist 
nicht  angegeben»  H.  W.  B.  von  Westhoven  c) 
sah  in  einer  Henne  ein  doppeltes  Herz  bei  dop- 
pelter Leber.   D'Aboville  d)  beobachtete  zwei 


ä)  S.  Hcmsterhuis  Messis  aurca  exhib.  Anatomica  novissima 
er  utilissima  cxperimenta.  Heidelberg.  1659.  8-  P-  33  *• 
No.  18.  ^ 

K)  Mem.  de  TAc.  des  S$.  de  Paris  Ann.  1709.  Hist.  p.  26 

e)  Ephem.  Ac.  Nat.  Cur.  Gent.  8-  Obs.  8-  P-  264. 

d)  Transacr.  ofthe  American  Philos.  Spcicty  at  Philadelphia 
Vol.  %,  p.  330, 

« 
I 


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«78 

Herzen  in  einem  Puter,  C,  Menzel  a)  fand  in 
dem  Herzbeutel  einer  erwachsenen.  Gans  drei 
Herzen  eingeschlossen.  Zwei  gleich  grofse Her- 
zen hatten  die  Gröfse  und  die  äufaere  Gestalt 
eines  gewöhnlichen  G  *nseherzens  5  das  dritte  sehr 
kleine  Herz  lag  in  der  Mitte  zwischen  den  bei- 
den andern*  Den  inneren  Bau  hat  er  nicht  an«* 
gegeben.  Scemmerringftj  erwähnt  eine«  doppeU 
ten  Gänseherzens* 

1 

* 

$<  IQSU 

Ungleich  seltener  kommen  Mifsgeburten  der 
Vogel  mit  Hemmungs-  Bildungen  oder  mangeln-, 
den  Theilen  vor.  Am  häufigsten  findet  man  Kü- 
chelchen mit  angebornen  Nabelbrüchen,  es  hängt 
nämlich  ein  Theü  der  Gedärme»  oft  mit  dem 
Dottersack»  aus  der  Nabelöffnung  hervor  c). 
Diese  Küchelchen  sterben  bald  nach  dem  Aus- 
tritt aus  dem  Ejr*  Zu  den  Hemmungs  -  Bildung 
gen  mögte  ich  auch  die  Hühnchen  zählen*  deren 
Zehen  durch  eine  Haut»  wie  durch  eine  Schwimm- 
haut d)%  verbunden  sind;  denn  wir  haben  bei 
der  BUdungs  -  Geschichte  des  Foetus  gesehen , 
dafs  die  Zehen  immer  in  der  früheren  Zeit  durch 
eine  Haut  verknüpft  sind.  Im  Fall  die  Haut 
bleibt  und  an  Größe  zunimmt»  kommen  Huhn* 


ä)  Miic,  Ac.  N,  C  Dec,     Ann,  9,  10,  Qbs*  lojj,  pag,  367* 

*)  Vom  Bau  dei  measchk  Kerpen,  Th,  4,  S.  u  in  der  Note, 

c)  Reaumur  Art  de  faire  eclore  T,  \.  p»  339, 

d)  BrcfiK  Sammlung  Vers»  ar  S.  176,  s 


■  \ 

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*79 

^hen  mit  Schwimmfüfsen  aus  dem  Ey.  Die  ge- 
wöhnliche Meinung  der  Naturforscher,  welcher 
zufolge»,  solche  Hühnchen  Bastarde  voa  Hühnern 
und  Enten  seyn,  sollen,  kann  ich  nicht  wohl  an- 
nehmen.. C  G.  Ludwig  ä)  hat  eine  Henne  be- 
schrieben, welcher  der  linke  Flügel  gänzlich 
fehlte.  Die, Stelle,  wo  der  Flügel  hätte  ansitzen 
müssen,  war  mit  der  Haut  bedeckt»  und  es  fand 
sich  kerne  Spur  eines  Flügels,  nicht  einmal  ein 
Höcker  oder/eine  Papille.  Obgleich  die  Hennfc 
gut  genährt  war,  so  erschienen  doch  die  an  dem 
Brustbein  und  an  dem  Rücken  befestigte  Ursprün- 
ge der  zu  dem  Flügel  gehörigen  Muskeln  welk 
und  verkleinert.  Mit  Recht  erklärt  sich  Ludwig 
gegen  die  gewöhnliche  Meinung  des  Entstehens 
solcher  Mißgeburten  durchs  Versehen. 

$.103., 

Endlich  findet  maaMifsgeburten  der  Vögel, 
mit  überzähligen  und  mangelnden  Theilen,  oder 
mit  Hemmungs- Bildungen ,  wie  wohl  selten.  In 
der  hiesigen  anatomischen ,  Sammlung  befindet 
sich  ein  Hühnchen,. und  eine  junge  Ente,  mit  zwei 
an  dem. .Hinterhaupte  verwachsenen  Köpfen  bei 
'  vollkommen  einfachen  Körper  ;aUe  Wirbel  des  ein- 
fachen Halses,  sind  in  beiden  Fällen  nach  hinten  bis 
an  die  Brüstwirbel  ganz  gespalten,  und  stellen  eine 
wahre  Spina  bifida  dar.  Valisneri  b)  beschreibt 
eine  junge^  Gans ,  .worin  er  4  eine  Speiseröhre,  ei- 


a)  De  fallaci  judicio  vulgi  fuper  vi  imaginationis  maternae 
%    in  fetum  obscrvata  quaedam.  in  f.  Advcrj.  Medic.  Pract. 
Vol.  2.  p.  81« 

k)  Mostri  No.  5.  Tab.  io.  fig,  12. 


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» 

nen  Magen,  einen  doppelten  Darmkanal,  zwei 
Lebern,  zwei  Milze,  zwei  Nieren,  und  eine  ein- 
fache Kloake  fand ,  jedoch  war  nur  eine  einzige 
untere  Extremität  vorhanden. 

$.  104, 

Zu  den  bei  den  Vögeln  sehr  selten  vorkom- 
menden Abweichungen  von  der  normalen  Bil- 
dung gehört  eine  Art  des  Hermaphroditisraus, 
nämlich  man  findet  in  einem  Individuo  zugleich 
einen  Hoden  und  einen  Eyerstock.  A.  de  Hei* 
de  a)  erzählt,  dafs  man*  in  der  Bauchhöhle  eines 
Hahns,  welcher  wie  eine  Henne  sich  aufs  Nest 
begab,  aber  keine  Byer  legte,  einen  ziemlich 
grofsen  Hoden,  und  mehrere  Eyer  gefunden  habeA 
von  denen  einige  aus  blofsem  Dottersubslanz  be- 
standen, andere  kleinere  aber  aus  Eyweifs,  das  in 
einer  d  cken  Schale  eingeschlossen  war.  Bech^ 
stein  b)  erzählt  den  merkwürdigsten  Fall  der 
Art.  Der  Zwitter  hatte  einen  dick  gekränzten 
Kamm,  lange  Kehllappen,  und  war  übrigen?  in 
allen  Stücken  das  Mittelding  zwischen  einem 
Hahn  und  einer  Henne,  Er  hatte  mittelmäßig 
gebogene  und  zugespitzte  Steifs  -  und  Hals-  Fe- 
dern, einen  halb  gekrümmten  Schwanz,  und 
stumpfe  Sporn.  Die  Gesellschaft  der  Hühner 
suchte  er  nicht,  er  mufste  sie  vielmehr  fürch- 
ten, weil  ihn  Hahn  nnd  Hühner  bissen.  Daher 
ging  er  immer  allein.   Er  krähte  beständig,  aber 


ä)  Experimente  et  Obscrvationcs  Amstel.  i6%6.  $.  p.  1^3. 
Obs.  95.  Galli,  qui  p utabat ur  bermapbroditus,  Aoatome 
rudo. 

B)  Gemeina.  Naturgescb.  Deutschlands.   B.  3.  S.  1219. 


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• 


nur  so,  wie  es  die  Hennen  zuweilen  thun,  auch 
sang  er  wie  diese.  Man  hat  niemals  bemerkt  , 
dafs  er  Lust  bezeugt  hätte,  ein  Huhu  zu  treten, 
oder  sich  vom  Habit  treten  zu  lassen.  Bei  Er-» 
Öffnung  der  Bauchhöhle  fand  aich  die  doppelte 
Ruthe,  nur  ein  Testikel,  und  auf  der  linken  Seite 
ein  halber  nierenförmig  gelegter  Eyerstock,  des-«  • 
sen  Eyerchen  nicht  grofser  als  Hirsenkörnrj  wa-r 
Ten»  Der  zwei  Jahr  alte  Zwitter  war  übrigens 
ganz  ausserordentlich  fettv 

S.  io5v 

Die  Annahme  der  Anhänger  der  Evolution*- 
Theorie,  dafs  die  Mifcgeburten  aus  ursprünglich 
Ausgestalteten  präformirten  Keimen  entständen, 
ist  durchaus  nicht  annehmbar,  weil  die  Bildung 
des  Embryos,  wie  wir  früher  gesehen  haben, 
nicht  durch  Evolutioa  sondern  durch  Bpigenes$ 
geschieht.  Die  Mißgeburten  der  Vögel  liefern 
ohnstreitig  einen  Hauptbeweis  gegen  die  Mei- 
nung des .  Entstehens  derselben  durchs  Versehen 
oder  durch  die  Einwirkung  der  durch  einen 
schreckhaften  Eindruck  affizirten  Phantasie  der 
Mutten  auf  den  Embryo;  denn  noch  ehedieBil- 
dung  des  Embryo?  im  Eye  begonnen  hat,  ist 
das  Ey  aufser  allem  nur  irgend  möglichen 'psy- 
chischen Ejnflüfs  der  Mutter  gesetzt.  Bs  ist  ver- 
nünftigerweise kein  Weg  denkbar ,  auf  welchem 
die ,  wie  wohl  sehr  problematische  Phantasie  und 
die  BiMer  der  Henne  oder  der  Mutter  auf  die 
Bildung  des  Embryos  einwirken  und  diese  alie- 
niren  könnten.  Auch  die  von  mehreren  Physi- 
ologen und  Aerzten  auf  die  Entstehung  der 
menschlichen  Mifsgeburten  angewendete  Mei- 
nung, nämlich,  dafe  Mifsgeburten  durch  die  Ein- 


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Wirkung  äufserer  mechanischer  Einflüsse  auf  den 
Embryo  durch  Druck,  Stöfs  u.  s.  w.  entstehen 
könnten,  ist  hier  durchaus  ni^ht  anwendbar, 
indem  auf  das  mit  einer  zerbrechlichen  Schale 
umhüllte  Ey  keine  solche  mechanischen  Einflüsse 
wirken  können ,  welche  den  Embryo  in  seiner 
Gestaltung  hemmen,  oder  alieniren  könnten,  ohne 
dafs  das,  ganze  5y  selbst^  dabei  zerstört  würde. 

Aristoteles  a)  nahm  an:  dafs  in  allen  den- 
jenigen Fällen  Mifsgeburten  mit  überzähligen 
Gliedern  entständen,  in  welchen  zwei  Dotter  in 
einem  Ey  zusammengeschmolzen  oder  geflossen 
wären.  Dagegen  aber  entständen  Zwillinge , 
wenn  zwei  Dotter  in  einem  Eye  enthalten  und 
nicht  verbunden  wären.  Fabricius  ab  Aquapen- 
dente  b)  hatte  Meinung,  dafs  in  allen  Eyern 
Mifsgeburten  mit  überzähligen  Gliedern  entstän- 
den, in  welchen  zwei  Dotter  enthalten  wären. 
Harvey  cj  nahm  an,  dafs  nur  dann  Aüfsgebur- 

"  1  •  >  1  "  - 

ä)  De  Generatione  Aniroalium  £ib.w  4.  Cap.  4.  Quodst  vi- 
telli  distinguntur  membrana ,  gemini  pulli  discrcti  sine  ulla 
supervacua  parle  generantur,  Sed  si  vitelH  continuantur, 
pulli  ex  iis  monitrifici  prodeunt,  corpore  et  capite  uno, 
crunbus  quaternis,  alis  totidem,  etc. 

b)  a.  a.  O.  p.  19.  Quod  si  ioterdum  ovum  duos  continens 
vitellos,  intra  se  pullum  cum  quatuor  cruiibus,  vel  alis, 
duobusque  capitibui,  et  id  gcnus  monstra  pariat;  nunquam 
tamea  duo  invicexn  separati  (utduodici  possint)  pulli  sunt; 
sed  unus  dumagat  corporis  truncus  est,  qui  duo  capita» 
quatuor  crura,  aliaque  hujusmodi  annexa  habet. 

e)  a,  a.  Ol  Exercitatio  24.  De  Ovis  geniellificis  p.  99.  Cre- 
dtderim  potius,  cum  in  ovo  gerne  11  ifko  duo  vitelli  eodem 
albumine  conduiliuitar ,  inviccmque  adeo  conjuncti  sunt, 


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»83 

tert  mit  überzähligen  Organen  gebildet  würden , 
wenn  die  Narben  oder  Flecken  zweier  in  einem 
Eye  enthaltener  Dotter  in  eine  Narhe  oder  in 
einen  Flecken  zusammenträten.  Obgleich  es  die 
Meinung  der  meisten  Naturforscher  ist,  welche 
JVlifsgeburten  mit  überzähligen  Gliedern  beobach-, 
tet  haben»  nämlich  daf&  dieselben  in  den  gröfse- 
ren  mit  zw$i  Dottern  versehenen  Eyern  entstän- 
den» indem  die  beiden  sich  bildenden  Embryo- 
nen zu  einem  Körper  verwüchsen ,  weil  der  enge 
Raum  derßyschale  die  vollkommene  Ausbildung 
der  beiden  Embryonen  nicht  zulasse,  so  spricht 
doch  folgende  merkwürdige  Beobachtung  C.  F. 
Wolffsi  a)  dagegen«  Er  fand  in  einem  sechs  Tage 
lang  bebrüteten  Hühnerey  von  gewöhnlicher 
Gröfse ,  mit  völlig  einfachem,  Dotter  und  Ey- 
weifs  zwei  Embryonen  in.  einem  einfachen  Ge- 
fafsraum,  aus  welchem  für  jeden  Embryo  die 
Dottervenen,  erntspr^ngen«.  Die  beiden  Embryo- 

■  J  l  II  IUI. 

ut  corunx  cicarriculac,  dorn,  simut  aperiantur^  unum  ovo« 
lum  (colliquamcntuui  a  nobis.  dictum)  constituant;  mon- 
strosum  foetum,  proereari  possev  cum.  quatuor  pedibui, 
duobus  capitibui.  etc.,  quippe  nihil;  video,  quod  impediat: 
taUmqnc  ex  ovo  Fabricii  prognatum  arbitror. 

Verumtamen  ubi  duo  vitelli  dittineti  fuerint,  duabut 
tunicia  propriis  dissepti,  et  grandinihut  suis ,  albuqiioibus, 
caetetisque  ad  foetui  generationem  necessariis  instrueti . 
cum  Aristotele  concludendunx  censeo»  tale  ovum,  ut  partes 
omnet  (praeter  corticem)  duorunx  ovorum  habet ,  ita  et  po- 
tentias  quoque  obtinere;  ac,  uisi  infoecundum  aut  urinum 
fucrit,  duos  plcrumque  fpetus  pt  odueturum ,  raro  autem 
pionstrum  singulare. 

#)  Ovum  simple*  gemeUiferum  in  den  Nov.  Comment.  Ac. 
Pcuop,  T.  14'  P.  I«  p.  45&  c  fig. 

* 

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»84 

nen  kgen  ganz  dicht  nebeneinander»  mit  der 
vorderen  Fläche  ihres  Körpers  einander  entge- 
gen^ewandt,  ihre  Köpfe  berührten  sich,  und  den 
Darmkanal  beider  stand  durch  seinen  Dotterka-* 
nal  mit  dem  Dottereack  in  Verbindung»  Dem- 
ohngeachtet  waren  sie  völlig  von  einander  ge-* 
trennt,  und  nirgends  fand  sich  eine  Spur  von 
Verwachsung.  Mit  Recht  erklärt  sich  daher 
Wolff  a)  gegen  die  gewöhnliche  Annahme,  dafo 


a)  a.  a.  O.  p.  4*73.    Non  probabile  est,  fieri  rnonsrra  ex 
gemellis  comprcssis  et  contrescentibus.    Yidimus  hos  cm- 
bryones  adco  sibi  cssc  vicinos,   ut  non  modo  necessario 
oculi  confluere  debuissent,  si  quidem  unquam  disrincti  ex- 
stitisscnr,  sed  ut  fieri  non  ppssit,  ut  unquam  distincti  ex. 
stirerint;  quin  potius.  a  primo  prmcipio  nonniii  uni  ocuta 
utrique  cmbryooes  inrlusi  esse  potuctint.    Et  tarnen  cm- 
bryones  separatj  ad  cjiem  sexfum  peractum  usque  manse- 
»int.     Quae  ergo  tandem  suificiens  concretionis  caussa  esse 
potent?  Si  dicas,  fieri  concrctioncm  tempore  seriori;  dum 
embryones  magis  increscunt,   adeoque  magis  in  ovo  com- 
primuntur;  considcrandum  est,  partes  adeo  jam  esse  forma- 
tas  omnes  hoc  tempore,  die  sexto,  ut,   si  destruerentur , 
quemadmodum  adiormationem  ejusmodi  monstrorum  requi- 
retur,  nec  partes  denuo  porro  restitui,   nee  vita  embryo- 
nuro,  durante  hac  corporum  metamorphosi  conservari  pos- 
sit.    Nec  verum  est,  comprimi  embryones  in  ovq  eo  magis, 
quo   magis   increscunt.    Q10  enim  magis  embryones  in- 
crescunt, eo  quoque  magis  rcliquae  partes,   alhuroc,n  et 
vitcllus  imrainuantur,   adeo,  ut  eadem  semper  materiac 
qjiamitas   in  ovo  conservetur.     Sed   majus  argumentum 
offert  ovum  illud,  cujus  in  superioribus  mentionem  feci , 
znonstro  perfecto.  bkorporeo  instruetum,  quod  non  nisi  tres 
dies  ineubatum  fuit.    Hoc  illud  saijiin  demogstrat,  ad  pro- 
duetionem  monstrorum  non  requiti  ejusmodi  foctuum  com* 
pressionem ,  qoae  contingeret  post  diem  sextum  ob  incre~ 
tuentum  faetuum* 


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285 

Mifsgeburten  mft  überzähligen  Gliedern  (Weh 
Verwachsung  zweier  Embryonen  entstehen  sol- 
len^ In  gf ofsen  EyerA  mit  doppeltem  Dotter 
und  Byweifs  bilden  sich  zwei  Embryonen,  wahre 
Zwillinge.  Fälle  der.  Art  haben  Aristoteles  «)> 
HarveyÄJ,  Wblff  u.  a.  beobachtet. 

Es  bleibt  uns  keine  andere  Erklämngsart 
der  Mifsgeburten  der  Vögel  übrig,  als  die  von 
Rcederer,  Wolff,  Bluinenbach  u.  a.  aufgestellte 
und  vertheidigte,  nämlich  die  Annahme  eines 
vermehrten  oder  verminderten,  und  von  seiner 
ursprdn glichen  und  normalen  Richtung  ahwei- 
chenden  Vegetations-  oder  Bildungs-  Prozesses, 
oder  Bildungstriebs,  wenn  man  nämlich  durch 
diesen  letztern  das  Phänomen  leichter  erklären 
zu  können  glaubt.  Geht  der  Vegetations-Pro-  ' 
zefs  mit  verminderter  und  abnormer  Tbätigkeit 
von  statten >  so  entstehen  Mifsgeburten  mit  man- 
gelnden Theilen  und  Hemmungs-  Bildungen.  Es 
bilden  sich  in  diesem  Fall  in  dem  Embryo  meh- 
rere oder  Wenigere  Gefäfse  c)  nicht ,  durch  wel- 

III! 

ä)  Hist.  Animal.  Lib.  6.  Cap.  Ac  gallinne  quidem  non* 
nullae  sunt,  quae  omni*  gemellifcra  pariunt,  in  quibus» 
quod  evenire  vitello  dixiihus,  perspectom  est.  Duodevi* 
ginti  enim  aliqua  cum  peperisset,  extlusit  gtminos,  hisi 
quae  irritä  fucrunt.  Reliqua  genitalia  gemello«  drderunr, 
ita  tarnen,  ut  ex  gemeliis  alter  major  esset,  alter  minor, 
postremus  autem  etiam  monstrosus; 

b)  a.  a.  O.  p.  52.  Quaravis  ex  istiusmodi  Ovis  (gemellificts) 
gemini  pulli  iiascantur  (ut  nobis  compertüm  e«t  )  nbn 
sunt  tarnen  vitales,  sed  plcrumqüe  cito  pereunt;  idque  vel 
ob  loci  atque  acris  in  cortice  defectum,  vel  quod  alter  al« 
teri  impedimento  sit,   et  nocumentum  adferat. 

c)  Man  vergleiche  was  ich  hierüber  in  meiner  Anatomi*  der 
kopflosen  Midgeburton,  Landshut  1313.  fol.  p.  104.  an- 
gegeben häb'e*. 


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286 


che  die  Masse  und  Substanz  feto  den  Organen 
abgesondert  und  erzeugt  wird.  Wenn  zum  Bei« 
spiel  wegen  Mangel  än  Energie  des  Vegetations- 
Prozesses  eine  Flügel  -  oder  Schenkel-  Arterie 
aus  dem  Arterienbaum  nicht  bervorwachst  >  so 
kann  folglich  die  gallertartige  Masse  zur  Bil- 
dung eines  Flugeis  oder  Fusses  au*  dem  arteri- 
ellen Blut  nicht  abgesondert  werden,  und  es  ent- 
steht eine  Mifsgeburt  mit  einem  mangelnden 
Flügel  oder  Fufa. 

Ist  die  Thatigkeit  des  Vegetations  *  Prozes- 
ses  exceSsiV  vermehrt,  so  entstehen  Mifsgebur- 
ten  mit  überzähligen  Organen  mit  doppelten 
Köpfen,  Körpern,  Flügeln,  Füfsen,  Herfen,  u. 
s.  w.  In  diesem  Fall  bilden  sich  überzählige 
Gefäfse,  welche  aus  dem  arteriellen  Blut  den 
Stoff  und  die  Masse  zu  überzähligen  Organen 
absondern* 

Wenn  zum  Beispiel  vier  Carotiden  aus  der 
Aorta  hervorwachsen,  so  entstehen  zweiKöpfe» 
Vier  Flügel -oder  Schenkel-Arterien  bilden  Mifs- 
geburtcn  mit  vier  Flügeln  oder  Füfsen*  Wachst 
eine  dritte  Schenkelarterie  aus  dem  Steifse  her- 
vor, so  entsteht  ein  dritter  Fufs,  der  bald  ein- 
fach i  bald  wie  aus  zwei  Füfsen  zusammenge- 
schmolzen erscheint,  je  nachdem  sich  mehrere 
oder  wenigere  Gefäfszweige  bilden*  Bei  den 
Mißgeburten  mit  doppeltem  Herzen  haben  sich 
2wei  Herzkanäle  gebildet  Wären  aus  diesen 
vollkommen  doppelte  Gefäfsbäume  hervorge- 


a)  Wolff  de  Generatione  p.  304.  Monstra,  qoae  ex  duobus 
embryonibus  conata  vulgo  dicuntur,  producta  luxuriantis 
vegetationis  mihi  eise  videntur. 


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287 

wachsen,  so  wurden  Vollköteinehiäop^lteMifs- 
geburten  entstanden  sejn. 

Solche  Mifsgeburten  entstehen  gewöhnlich 
in  grofsen  Byern  mit  sehr  grofsem  Dotter  und 
bei  einer  grofsen  Menge  von  Ey  weifs.  Hier  ist 
ein  wahrer  Ueberflufs  an  Ernährungs  *  und  Bil- 
dungs- Substanzen  Vorbanden» 

Endlich  Kann  der  Vegetations  -  Prozefs  in 
.  einigen  Gebilden  erhöht,  in  andern  vermindert 
seyn ,  es  werden  dann  auf  der  einen  Seite  Stoffe 
zu  überzähligen  Organen  abgesetzt,  Und  auf  der 
andern  Seite  fehlen  Stoffe  zur  Bildung  von  Or- 
ganen. Hierdurch  scheinen  die  gemischten  Mifs- 
geburten mit  überzähligen  und  mangelnden  Or- 
ganen gebildet  zu  werden* 

Die  Ursachen  des  erhöhten  öder  verminder- 
ten, und  von  seiner  normalen  Richtung  abwei- 
chenden Vegetations- Prozesses  können  wohl  in 
nichts  anderen  liegen,  als  entweder  in  einer 
stärkeren  oder  schwachem  Befruchtung,  oder  in 
der  Einwirkung  eines  erhöhten  oder  verminder- 
ten Grades  der  Brutwärme.  Wir  haben  früher- 
hin  gesehen»  dafs  die  Vegetation  des  Embryos 
langsam  von  statten  geht,  oder  still  steht,  wenn 
der  Grad  der  Brutwärme  vermindert  wird;  um- 
gekehrt er  wird  beschleinigt,  wenn  der  Grad  der 
Brutwärme  erhöht  wird.  Ich  vermuthe,  dafs  man 
es  durch  oft  wiederholte  Versuche  dahin  brin- 
gen könne,  willkührlich  Mifsgeburten  in  denfiy- 
ern  zu  erzeugen. 


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ÄS8 


S  i  e  b  e  fi  t  fe  t  Abschnitt 

t 

Metamorphose  der  VtigeU 


Erste«  CapiteL 

Van  der  Metamorp  hoxe  dps  gesammten  Leben /,  Pon  dem  - 
Austritt  aus  dem  Eye  an  Iris  zum  Tod» 

D  er  Grad  der  Bildung  und  ßntwickelung,  wel- 
chen die  Jungen  der  verschiedenem  Vögel- Gat- 
tungen bei  ihrem  Austritt  aus  dem  Ey  besitzen» 
ist  sehr  verschieden.  Ich  habe  bereits  früberhin 
(§•  67)  angegeben ,  dafs  im  Allgemeinen  die  Dauer 
der  Brütezeit  und  die  relative  Gröfse  der  ßyer 
im  Verhältnifs  mit  dem  Grade  der  Entwickeiung 
und  Bildung  steht,  mit  welchen  die  Jungen  das 
Ey  verlassen.  Die  Jungen  derjenigen  Vögel  kom- 
men am  wenigsten  ausgebildet  aus  dem  Ey,  de- 
ren Eyer  relativ  zu  der  Gröfse  ihres  Körpers  am 

kleinsten  sind,  und  deren  ßriitezeit  am  kürzesten 

s 

\ 


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239 

dauert.   Ünd  umgekehrt  die  Jungen  derjenigen 
Vögel  verlassen  das  By  am  meisten  ausgebildet, 
deren  Eyer  relativ  am  gröfsten  sind,  und  deren 
Brütez^it  am  längsten  dauert    Hier  sind  die  Be- 
lege und  Beweise  für  diesen  Satz.    Die  Jungen 
der  Singvögel,  Klettervögel,  Tauben  und  Kaub- 
vögel, welche  im  Verhältnifs  zur  Gröfse  ibre& 
Körpers  die  kleinsten  Eyer  legen ,  und  deren 
Brütezeit  am  kürzesten  dauert,  verlassen  das  Ey 
am  wenigsten  ausgebildet.   Sie  kommen  mit  ge- 
schlossenen Augenlidern,  und  folglich  blind  a) 
aus  dem  By;  ihr  Körper  ist  fast  ganz  nakt,  nur 
hie  und  da  erblickt  man  einigen  tiaarartigen 
Flaum  auf  der  Haut;  und  ihre  Füfse  sind  so 
schwach   dafs  sie  sich  derselben  noch  nicht  zum 
Gehen  und  Stehen .  bedienen  können.    Der  Kopf 
dieser  Jungen  ist  im  Verhältnifs  zum  Körper  sehr 
grofs*    Die   Nacken  -  Muskeln  sind   noch  so 
schwach,  dafs  sie  anfangs  kaum  Starke  genug 
besitzen  den  Kopf  aufzurichten,  um  die  Atzung 
in  den  geöffneten  Schnabel  aufzunehmen.  Die 
Flügel  sind  seht  kurz  und  nackt.    Die  Eltern  > 
besonders  die  Mutter,  tragen  j^tzt  die  gröfste 
Sorgfalt  die  Jungen  zu  pflegen  und  zu  ernähren. 
Das  erste  Geschäft  der  Mutter  nach  dem  Aus^ 
tritt  der  Jungen  aus  dem  Ey  ist,  die  Ey  schälen- 
stücke  aus  dem  Nest  zu   entfernen.   Die  von 
öligen^oder  mehligen  Saarn en  lebenden  Sihgvö«. 
gel,  die  Finken,  Gimpel,  Kernbeifser  u.  a.  pfle* 
gen  die  Nahrung  für  die  Jungen  in  dem  öberrt 
Stück  der  Speiseröhre,  oder  in  der  kropfartigen 
Erweiterung,  wenn  sie  eine  solche  besitzen*  zu 


a)  Wie  «chon  ÄriVoteUt  de  Generat.  Lit.  4.  C.  6.  von  der 
Krähe,  vom  Hölzheher,  von  dem  Sperlingen  und  Schwal- 
ben richtig  angibt; 

*9 


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$9° 

erweichen,  und  zur  leichtern  Verdauung  für  ihre 
schwachen  Jungen  vorzubereiten.  Die  erweichte 
Nahrung  geben  sie  den  Jungen  in  den  geöffne- 
ten Schnabel.  Mehrere  dieser  Vögel,  unter  an- 
dern die  Sperlinge,  füttern  ihre  Jungen  auch  mit 
animalischer  Nahrung,  mit  kleinen  Raupen  und 
weichen  Insekten.  Bei  den  Tauben,  welche  in. 
mancher  Hinsicht  in  ihrer  Oekonomie  den  Sper- 
lingsartigen  Vögeln  ähnlich  sind,  wird  in  dem 
Kröpfe,  nach  den  Beobachtungen  Huntert  ä)> 
zur  Zeit  wo  sie  Junge  haben,  eine  milchartfge 
Flüfsigkeit  abgesondert.  Der  Kropf  wird  gefäß- 
reicher, er  schwillt  an,  und  die  in  seinen  Wän- 
den enthaltene  Drüschen,  sondern  eine  asch- 
graue, milchige,  käsige  Substanz  ab,  mit  der 
die  Jungen  in  den  ersten  Tagen  nach  dem  Aus- 
tritt aus  dem  By  gespeist  werden.  Diese  Absonde- 
rung erfolgt,  welches  merkwürdig  ist,  nicht  al- 
lein bei  der  Taube,  sondern  auph  bei  dem  Tau- 
ber. Beim  Tauber  soll  diese  Milchabsonderung 
länger  dauern  als  bei  der  Taube;  bei  dieser  hört 
die  auf  sobald  sie  wieder  anfängt  Eyer  zu  legen. 
Eine  ähnliche  vermehrte  und  .veränderte  Sekre- 
tion in  den  Drüsen  des  Schlunds  und  der  Spei- 
seröhre mag  a.uch  wohl  bei  andern  Vögeln  ein- 
treten, welche  ihre  Jungen  aus  dem  Kröpfe 
fütterm 

Die  von  Insekten  lebenden  Vögel  die  Spech- 
te, Drofseln,  Würger,  Meisen,  Lerchen,  Sän- 
ger, Staareu.a.,  auch  die  Heher,  Elstern ,  Raben 


«)  Job.  Hunter  on  a  tecretion  in  the  crop  of  breading  pi- 
geons,  for  the  nourishment  of  their  youngs,  in  s.  Obserir. 
on  certain  parts  of  the  animal  occonomy*  Lond.  i*7S&  P« 
191.  Tab.  1.  2. 


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291 

u.  a.  suchen  Raupen,  Würmer  und  weiche  In* 
sekten  auf,  verkleinern  dieselben  auch  wohl 
gröblich  im  Schnabel,  und  geben  sie  dann  ihren 
Jungen.   Die  Raubvögel  ernähren  ihre  Jungen 
*    mit  dem  im  Kröpfe  erweichten  und  halb  aufge« 
löfsten  Fleisch ,  welches  sie  aus  dem  Kröpfe  aus- 
speien«  Bei  dem  Ätzen  wird  keins  der  Jungen 
von  den  Alten  übersehen,  sondern  es  wird  eine 
strenge  Ordnung  und  ein  genauer  Turnus  im 
Füttern  beobachtet.  Die  Alten  tragen  auch  grofse 
Sorgfalt  das  Nest  so  rein  als  möglich  zu  erhal- 
ten, feste  Bxcremente  tragen  sie  so  lange  mit 
dem  Schnabel  aus  dem  Neste  fort,  bis  die  Jun- 
gen Stärke  genug  besitzen  die  Excremente  selbst 
aus  dem  Neste  zu  werfen.   In  der  Nacht  pflegt 
die  Mutter  auf  dem  Neste  zu  sitzen,  um  die 
zarten  Jungen  zu  erwärmen.     Bei  reichlicher 
Nahrung  und  guter  Witterung  wachsen  die  Jun- 
gen ungemein  schnell,  so  dafs  ihr  Körper  oft 
binnen  acht  bis  vierzehn  Tagen  vier  bis  sechs- 
mal gröfser  und  schwerer  ist ,  als  beim  Austritt 
aus  dem  Ey.   Die  flaum  -  oder  haar  -  förmigen 
Federcheu  verlieren  sich  allmählig,  und  es  wach- 
sen die  wahren  Federn  aus  der  Haut  hervor, 
zuerst  die  Schwung-  und  Schwanzfedern,  dann 
die  Deckfedern  der  Flügel  und  des  Schwanzes* 
und  endlich  die  übrigen  kleinen  Federn  des  Kör- 
pers.   Die  Bildungs- Geschichte  der  Federn  habe 
ich  schon  früher  angegeben  (im  vorhergehenden 
Band  §.  143.)   Die  Füfse  und  Flügel,  besonders 
die  leztern,  nehmen  an  Gröfse  und  Stärke  zu, 
so  dafs  die  Jungen  anfangen  sich  im  Neste  auf« 
zurichten.    Nach  und  nach  treten  sie  auf  den 
Rand  des  Nestes,  und  wenn  das  Nest  auf  einem 
Baume  steht,   so  verlassen  sie  halb  hüpfend, 
halb  flatternd  das  Nest  und  schwingen  sich  von 
Zweig  zu  Zweig,  die  Flügel  übend.  Auch  der 

19  ♦ 


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29* 

I 

beim  Atistrift  äus  dem  Ey  hoch  weiche  SchnäJ- 
bel  Wird  härter  und  fester.  Die  Sangvögel  und 
Klettervögel  «iftd  flügge  und  verlassen  da»  Nest 
binnen  vierzehn  Tagen  oder  drei  Wochen.  Die 
Raubvögel  bleiben  längere  Zeit  im  Nest.  Nach- 
dem die  Jungen  das  Nest  verlasseh  haben ,  wer- 
den sie  noch  so  lange  von  ihren  Eltern  gefüfc 
tert,  bis  sie  im  Stande  sind,  selbst  ihre  Nah- 
rung aufzusuchen.  Die  Raubvögel  ieien  ihrert 
Jungen  Anfangs  todte  Thiere  vor,  'dann  aber 
mehr  öder  weniger  verwundete  Thiere,  oder 
kleinere  Thiere,  an  denen  sie  sich  im  Fangen 
üben  können» 

*•  *  §.  107* 

Die  Jungen  der  Hühnerartigen  Vögel,  der 
Sumpf- und  Schwimm  -  Vögel,  deren  Kyer  im 
Verhältnifs  zur  Gröfse  ihres  Körpers  sehr  grofs 
sind,  und  deren  Brütezeit  im  Allgemeinen  un- 
gleich länger  dauert  ah  bei  den  vorher  genann- 
ten Vögeln,  verlassen  das  By  am  meisten  aus«»- 
gebildet.    Sie  kommen  sehend  aus  dem  Ey ,  ihr 
Körper  ist  ganz  mit  haar  -  oder  woll  -  artigen 
Flaum  bedeckt,  und  ihre  Füfse  besitzen  Stärke 
genug  zum  Stehen  und  Laufen.  Die  Jungen  der 
hühnerartigen  Vögel,  namentlich  der  Haushenne, 
der  Feld*  und  Wald- Hühner,  der  Wachteln  und 
der  Trappen,  und  die  Jungen  der  auf  die  Erd« 
nistenden  Sumpfvögel,  namentlich  der  Sehne* 
pfen,  der  Brachvögel,  der  Kiebitze,  der  Strand* 
laufer  und  der  Wasserläufer,  laufen  sogleich 
oder  sehr  bald  nachdem  sie  das  Ey  verlassen 
haben,  mit  der  Mutter  aus  dem  Neste  davon > 
um  Nahrung  zu  suchen/  Die  Mutter  führt  ihre 
Jungen  an  Orte  wo  sich  Nahrung  findet;  legt 


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«93 

• 

den  Jungen  die  für  sie  passende  Nahrung  vor» 
und  ladet  sie  durch  Gebährden  und  durch  man- 
cherlei Töne  zum  Genufse  derselben  ein.  Die 
Feldhühner  und  Wachteln  a)  z,  B.  eilen  mit  ih- 
ren Jungen  den  ^Vmeisen  -  Haufen  zu«  und  legen 
ihnen  die  Eyer  dieser  Insekten  vor.  Die  Jun- 
gen der  meisten  Wasservö^el,  der  Rohrhühner, 
der  Wasserhühner,  der  Steifsfiifse,  der  Sägetau- 
cker,  der  Enten,  der  Lumraen  u.  a.  sind  mit  ei- 
nem dicken,  wolligen  Flaum  bedeckt,  ihreFüfse 
sind  besonders  stark  und  entwickelt  b)9  wäh- 
rend  ihre  Flügel  noch  sehr  klein  sind,  daher 
verlassen  auch  sie  das  Nest  sehr  früh  und  fol- 

fen  der  Mutter  auf  die  Teiche  und  tlüfse  nach. 
)ie  jungen  Wasservögel  erhalten  unter  allen 
Vögeln  am  spätesten  die  eigentlichen  Federn, 
besonders  die  Schwungfedern,  sehr  lange  behal- 
ten sie  ihre  Baumartigen  Bedeckungen.  Die  Jun- 
gen der  auf  Bäumen  nistenden  Sumpf- und  Was- 
ser-Vögel, z,  B.  der  Störche,  mehrerer  Reiher, 
•  der  Scharben  u.  a.  bleiben  längere  Zeit  im  Nest 
und  werden  von  den  Eltern  ernährt  Ihre  Flü- 
gel müssen  sich  zuvor  ausbilden  uiid  die  zum 
Fluge  nothige  Stärke  erhalten.  Die  hühnerarti- 
gen Vögel,  die  Sumpf- und  Wasser  -  Vögel  be- 
gleiten ihre  Jungen  längere  Zeit,  einige  wie  Z.J3. 
Rebhühner,  bis  zur  Begattungszeit  des  nächsten 
Jahrs.  Sie  versammlen  die  Jungen  um  sich  durch 
besondere  lockende  Tone,  und  warnen  sie  bei 

«)  %orn's  Peiinotheologie  B.  i,  S.  4to. 

h)  Kaiser  Friedrich  IL  in  s.  Schrift  de  arte  venandi  cum  avi- 
b.us  (c<J.  Q.  Schneiden)  reicht  die  richtige  Bemerkung  p.  40. 
Mcmbra  coxarum ,  tibiarum  et  pedum,  in  avibus  aquaticis 
natatilibus,  percrexcunt  citius  quam  alae  earum. 


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drohender  Gefahr  durch  andere  besondere  Töne* 
Auch  schützen  sie  dieselben  gegen  die  Angriffe 
von  Raubthieren.  In  der  Nacht  pflegen  sie  ihre 
Jungen  um  ,  sich  zu  versammlen,  um  sie  unter  ih- 
ren ausgebreiteten  Flügeln  zu  erwärmen. 

r 

w  4 

$♦  io8- 

Wahrend  den  ersten  Wochen  nach  dem  Aus- 
tritt aus  dem  Ey  gehen  in  dem  Körper  der  jun- 
gen Vogel  wichtige  Veränderungen  vor.  Der  in 
die  Bauchhöhle  getretene,  durch  den  Dotterka- 
jial  mit  dei0  Darmkanal  in  Verbindung  stehende 
Dottersack  nimmt  sehr  schnell  an  Gröfse  ab  a)p 
seine  Gefafse  werden  ällmählig  kleiner  und  obli- 
teriren.  DieDottersubatanz  gelangt  theils  durch 
den  Dotterkanal  directe  in  den  Darmkanal ,  denn 
man  trifft  sie  in  demselben  an  b),  theils  wird  sie 
in  der  frühern  Zeit  durch  die  gelben  Gefäfse  auf- 
gesaugt, und  in  die  Dottervenen  geleitet.  Vicq- 
d'Azyr  hat  die  Wichtigkeit  des  Dotters  für  die 
Ernährung  des  jungen  Vogels  durch  Experimen- 
te c)  dargethan.    Bei  den  kleinern  Vögeln  ist 


a)  Halter  Op.  sin,  T.  3.  p.  299.  Puttus  exclusus  die  4-  Vi-, 
telli  pars  juglandi  vix  aequalis  in  abdomine  super  est.  Ab  eo 
«factum  in  tenue  intestinum  paravi. 

■ 

Harvey  a.  a.  O.  hielt  itrig  die  Aufsaugung  des  Dotters 
durch  die  Veaen  für  die  einzige  Ursache  des  Verschwinden* 
des  Ootters. 

i)  Haller  Op.  min.  T.  2.  p.  301.  Pultus  exclusus  die  7.  In 
caecis  intcitinis  muh  um  viteUi  reperi. 

c)  a.  a.  O.  p.  406.  J'ai  fait  ensuite  differentes  experiences  a 
Taide  des  quelles  j'ai  verifie'  combien  le  jaune  e'toit  utile  a 
la  substance  du  jeune  poulet;  en  extirpant  cette  liqueur» 


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der  Dotteraack  meistens  gegen  den  sechsten  oder 
achten  Tag  verschwunden,  bei  den  Küchelchen 
gegen  den  sechszehnten  Tag  a),  bei  den  Enten 
und  Gänsen  gegen  den  zwanzigsten  Tag.  Ge- 
wöhnlich findet  man  als  Rest  des  Dottersacks 
und  Dotterkanals  einen  kleinen  oft  kaum  eine 
oder  zwei ,  oder  mehrere  Linien  langen  Anhang 
am  mittleren  Stück  des  dünnen  Darms,  ein  wah- 
res Dfverfciculum,  so  wie  es  von  mehreren  Ana- 
tomen am  Darmkanal  des  Menschen  b)  gefunden 
.worden  ist,  hier  nämlich  als  Rest  der  Vesicula 
umbilicalis  c).  Solche  Anhänge  haben  Ste- 
no of),  Needham  e),  Willougbey /),  J.  C.  Pej- 


quelques  jours  apres  la  naissance  de  Toiseau,  quoique  la 
plaie  tut  bien  cicatrisc,  tanimat  qui  avoit  c'rc  soumis  a  cette 
Operation,  tomboit  dans  un  e'tat  de  langueur,  qui  se  ter- 
roinoit  par  une  mört  plus  ou  moins  prompte. 

a)  Haller  a.  a.  O.  p,  303.  Pullus  Exclusus  die  15.  Vitellus 
evanuit.  Maure  Jean  a.  a.  O.  p  259  sah  am  sechszehnten 
Tag  noch  einige  Reste  des  Dottersacks. 

k)  Fr.  Meckel.  Uebcr  die  Divertikel  am  Darmkanal  in  Reils 
Archiv  f.  d.  Physiologie  B.  S.  421.  Eine  ausführliche 
treffliche  Abhandlung; 

e)  vergl.  meine  Anatomie,  der  kopflosen  Mifsgeburten  S.  66. 

d)  in  s.  Observat.  Speciem.  de  musc.  et  gland.  p.  ^5. 

e)  de  formato  foetu  p.  m.  Ductus  hic  posterioribus ineubatio- 
nis  diebus  satis  conspieuus  est,  ut  multo  magis  post  exclu- 
sioncro,  ubi  crescit  indies,  et  decrescente  vitello  grandescit, 
donec  eo  penitus  absumpto,  ad  intestini  latus  inclinatur, 
ibtdemque  intestinulum  quoddam  caecum,  semuncialis  Ion* 
gitudinis  per  totam  animalis  vitam  repraesentat,  ut  nun- 
quam  non  inventn  possir. 

,  /)  Francisci  Willughbeii  Omithologiac  Libri  tres.  Recognovit, 
digessit,  supplevit  Joannes  Rajus.  Londini  i6"]6.  fol. 


39ö 

era)  bei  einer  Henne,  Malpighi-ft)  bei  Gänsen Ä 
Pallas  c)  bei  Psophia  crepitans,  Vicq-d'Azyr  d), 
Rudolphi*)  bei  einer  Gans,  und  Meckel  f)  be- 
obachtet.  Auch  ich  habe  mehrmals  einen  solchen 
blinden  Anhang  bei. Hühnern,  besonders  ab,er  bei 
Sumpf- und  Schwimm,  -  Vögeln,  namentlich  bei 
Schnepfen,  Wasserläufern,  Reihern,  Gänsen  und 
Enten  gefunden. 

Die  Muskeln  des  Magens  der  körnerfressen- 
den Vögel  werden  nach  und  Aach  größer,  dich, 

p.  7.  Ductus  intestinal.  In  quamplurimi»  avibos,  «in* 
medium  intestiwoxura ,  appendieuium  quendam  seu  intesti- 
»um  caecum  vermiculo  siraile  observavimus  quod  nihil 
aliud  est  quam  reljquiae  ductus  Ulius  per  quem  vitellus  ovi 
in  intestina  pulli  derivatur.  In  ijoanullis  processus  iste 
admodunxest  conspieuus,  semidigitah  vel  digitali  fere  Ion- 
gitudine ;  in  aliquibus  brevior  est  et  minor  multo ;  in  aliit 
denique  obliteratur  peniftp  et  evanescit.  Caeterum  duetum, 
istum  seu  canalem  vel  primus  invenit,  vel  saltem  primgs 
(quod  seimus)  literis  prodidit  Nico!.  Steno;  nobis  certe  cog- 
stitus  fuit  antequam  libellum  ejus  videremus. 

«)  in  dk  Mise  Ac  N.  C.  Dec  %.  Ann.  \.  Obs.  85«.  p.  20^  c  fi$ 

$)  De  Sedibus  et  Caussis  Morbo^.  Ep.  34.  Art.  rj, 

■  •  •   •  \  '  -         .        •  / 

<?)  in  s.  Spicil  Zool.  T.  I.  Ifasc.  4.  p.  4. 

4)  a.  a.  O.  T.  4.  p.  398.  Le  tronc  du  vaisiean  jeune  demeure 
pendant  toute  la  vie  de  hinimar,  attache,  et  suspendu  aux 
parois  du  tubc  intestinal,  comme  une  appendie  vermifos- 
me.    Dies  ist  zuviel  gesagt. 

#)  in  s.  Abhandl.  S.  55, 
/)  a.  a.  O. 


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» 

ler  und  rSthen  Die  innere  Haut  des  Magens  ist 
anfangs  wenig  callös,  sie  nimmt  successive  an 
Dicke  und  Harte  zu» 

- 

Die  Bursa  Fabricii  a),  mit  der  fr  {Hierhin  das 
Chorion  verbunden  zu  seyn  schien,  bleibt  noch 
längere  Zeit  beträchtlich  grofc  und  gefäfsreicb. 
Nach  und  nach  verengen  und  schliefsen  sich  die 
beiden  arteriösen  Gänge»  wefche  die  Lungen* 
arterie  mit  dev  Aorte  verbinden,  und  bilden 
weifse  Faden.  Auch  das  ovale  Loch  zwischen 
den  beiden  Venensäcken  wird  geschlossen. 

Die  Ausbildung  der  Knochen  schreitet  seht 
schnell  vorwärts,  alle  Schädel  -  und  Gesichts- 
Knochen,  welche  keine  Gelenke  bilden,  ver- 
binden sich  vollkommen  und  verwaohsen  endv 
lieh.  Die  verschiedenen  Stücke  des  Brustbeins, 
des  Unterkiefers,  des  Hüftbeins  und  der  Wirbel 
verwachsen  zu  einem  Stück  und  stellen,  nur  ei- 
nen Knochen  dar.  Die  Rippen  -  Anhänge  ver- 
binden sich  mit  den  Rippen ,  und  die  Epiphysen 
der  Röhrenknochen  schmelzen  mit  den  Mittel- 
stucken  zusammen.  Alle  Knochen  sind  in  der 
frühern  Zeit  mit  einem  sehr  gefäfsreichen  Mark 
angefüllt,  nach  und  nach  wird  das  Mark  in  mehr, 
reren  Knochen  aufgesaugt,  und  die  gefäfsreiche 
Markhaut  legt  sich  an  die  innere  Flache  der 
Knochen  an.   Dadurch  entstehen  die  hohlen  mit 

Luft  gefüllten  Knochen,  denn  die  Luft  dringt 

...  » 

•v— r-5  r-r 

«)  a.     O.  p.  2299.    Pullut  3  dies  exchiios.  Pone  intestinum 
rectum  vesica  fortis  ovalis,  plicata,  plicii  longttudincm  sc- 
quemibus,  cui  et  urachus  adhaeret  et  ureteres,  ut  tarnen, 
Osmuoo  urach i  uon  viderem,  ncque  sefft  ex  utacKo  subiret. 
Aperitur  hacc  yesica  ponc  intestinam  in  uropygtum. 


■ 


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29$ 

immer  mehr  durch  die  in  den  Knochen  befind- 
liehen  und  mit  den  Luftsäcken  in  Verbindung 
stehenden  Luftlöcher  ein,  je  mehr  das  Knochen- 
mark resorbiert  wird.  Sehr  schnell  und  sehr  aus* 
gebreitet  werden  die  Oberarmbeine,  die  Schlüs- 
selbeine, die  Schulterblätter,  das  Brustbein,  die 
Wirbel,  die  Becken knoeben  und  die  Oberschen- 
kelbeine der  Raubvögel  hohl.  Langsam  und  we- 
niger ausgebreitet  geschiebt  dies,  bei  den  Knöt- 
chen der  hühnerartigen,  der  Sumpf-  und  Was- 
ser-YögeL 


§.  109* 

-. 

Die  Stimme  und  die  Stimmorgane  der  jua*. 
gen.  Vögel  erhalten  nach  und  nach  ihre  Ausbil- 
dung, wie  die  von  Barrington  a\  über  die  Stim- 
me und  den  Gesang  der  Vögel  angestellten  Be- 
obachtungen beweisen.  Der  erste  Ton,  welchen 
die  jungen  Vögel  im  Neste  ausstofsen,  ist  einförmig, 
schreiend  und  klagend;  sie  lassen  iha  hören, 
wenn  sie  hungrig  sind.  Besonders  dann,  wann 
die  Mutter  mit  Futter  zum  Neste  geflogen  kommt, 
pflegen  alle  Junge  ein  verlangendes  Geschrei  aus- 
zustehen. Sobald  die  Jungen  das  Nest  verlas- 
sen haben,  beginnen  die  meisten  einen  Ruf  oder 
Lock-Ton  auszustoßender  besteht  aus  der  öftern 
Wiederholung  einer  und  derselben  Note.  Die 
Vögel  behalten  diesen  Ton  das  ganze  Leben 
hindurch.  Den  eigentlichen  Gesang,  welcher 
flötend,  pfeifend  oder  zwitschernd  ist,  und  der 
sich  nur  bei  den  sensiblea  Sperlingsartigen  Vö- 


*)  io  den  Philo».  Itansact.  Vol.  63.  p.  249,  auch  in  Rozier 
Jouin.  d.  phys.  Aua,  1773.  T.  3.  p.  393. 


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299 


geln  äufcer*,  erlernen  die  jungen  Vögel  succes-  , 
sive,  meistens  durch  .Nachahmung  des  Gevsangs 
ihrer  Eltern.  Erst  nach  mehreren  Versuchen 
und  nach  längerer  Uebung  sind  die  Vögel  im 
Stand  den  Gesang  der  Eltern  zu  immitiren.  An- 
fangs lassen  sie  nur  einzelne  Noten  hören,  dann 
einzelne  Passagen  und  endlich  den  ganzen  Ge- 
sang. Es  verstreichen  mehrere  Monate  der  Ue- 
bung bevor  die  jungen  Kanarienvögel  im  Stande 
sind  ,  den  Gesang  ihrer  Eltern  nachzuahmen,  sehr 
oft  brechen  sie  bei  der  Execuüon  schwerer  Pas« 
sagen  in  der  Mitte  ab,  besonders  bei  solchen» 
wobei  ein  schnelles  Steigen  und  Fallen  der  Töne 
vorkommt,  weil  sie  ihre  Stimmorgane  noch  nicht 
sattsam  in  ihrer  Gewalt  haben.  Wenn  die  jun- 
gen Sing- Vögel  voa  ihren  Eltern  entfernt  wer- 
den, so  lernen  sie  sehr  leicht  die  Stimme  ande- 
rer Vögel,  in  deren  Gesellschaft  sie  sich  befin- 


ling,  der  sich  ia  Gesellschaft  eines  Distelfink* 
und  Leinfiftks  befand,  dafs  er  die  Stimme  beider 
Vögel  erlernt  habe.  Ich  habe  einen  jungen  Ka- 
narienvogel gehört,  welcher  den  Gesang  einer 
Meise  angenommen  hatte,  und  eine  Lerche,  wel- 
che aufs  genauste,  jfcdoch  nur  schwach,  die  Stimme 
der  Dohlen  auf  einem  benachbarten  Thurm e 
nachahmte.  Junge  Vögel,  namentlich  Kanarien- 
vögel, Gimpel ,  Hänflinge,  Staaren,  Amseln  u.  a.» 
lassen  sich  daher  leicht  durch  kleine  Orgeln» 
durchs  Flagionet  und  durchs  Pfeifen  mit  dem 
Munde  zu  bestimmten  Melodien abrichten,  u.  s.w. 

Die  jungen  Vögel  ahmen  nicht  allein  die 
Stimme  und  den  Gesang  der  Alten  nach,  son- 
dern auch  deren  übrige  Handlungen,  sie  suche» 
und  fliehen  dieselben  Gegenstände,  wie  ihre 
Eltern. 


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J.  Hex 

Das  Gefieder  der  jungen  Vögel  ist  bei  den 
meisten  Vogelarten  bis  Zxir  ersten,  bei  mehreren 
auch  bis  zur  zweiten  Mauser  sehr  auffaltend  von 
dem  der  alten  verschieden.    Die  jungen  Blutfin-» 
ken  haben  an  der  Brust  statt  der  hochrothen 
Federn,  braungelbe,  und  eben  solche  auf  dem 
Kopfe,  an  deren  Stelle  bei  der  Mauser  schwarze 
hervorwachsen  a).    Die  jungen  Distelfinken  hal- 
ben statt  der  lebhaft  rotheii,  schwarzen  und 
weifsen   Federn  am  Kopfe,  ganz  graue  und 
schmutzig  weifse  Federn.    Die  jungen  Finken 
haben  da ,  wo  sie  nach  der  ersten  Mauser  grün» 
braun,  blau  und  roth  werden,  eine  grauliche 
Farbe.  Auch  der  Grünling,  Emmerling  undZei-, 
sig  ist  bis  zur  ersten  Mauser  durchaus  grau,  und 
erlangt  nach  dieser  das  grüne  oder  gelbe  Gefie^ 
der.   Der  gemahlte  Ammer  (Kmberiza  ciris)  er-? 
langt  erst  nach  einigen  Jahren  sein  prächtige» 
Gefieder.   Anfangs  ist  er  schlicht  braun,  dann 
wird  er  blau  und  hierauf  erst  erhält  er  vollkom- 
men seine  lebhaften  Farben.    Der  Siu  oder  Bart- 
Fink  (Fringilla  barbata)  by  hat  jung  eine  gelbe 
Kehle,  nach  sechs  Monaten  wachsen  unter  dem 
Schnabel  schwarze  haarartige  Federn  hervor, 
welche,  so  wie  er  älter  wird,  wachsen  und  die 
ganze  Kehle  bedecken.    Der  blaue  Baumläufer 
fCerthia  caerulea)  c)  erlangt  erst  nach,  einigen 
Jahren  sein  schönes  Gefieder.  Das  Gefieder  der 

r—  » 

•■  ■ 

«)  Zorns  Petinotheologic  B.  1.  S.  56*}. 

*)  Mplina  Naturgeschichte  von  Chili  S.  $19» 

*)  Seba  Thesaur.  T.  1.  p.  106. 


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4 

jtirtgen  Colibiris  a)  ist  grau  oder  einfarbige  nach 
einigen  Mauserperioden  fängt  es  an  zu  brilli* 
iren.  Die  jungen  Flamingos  b)  sind  im  ersten 
Jahr  heilgrau ,  im  zweiten  Jahr  werden  sie  weifs 
•  und  erhalten  rothe  Flügel,  und  im  dritten  Jahr 
sind  sie  glühend  scharlachroth.  Der  rotlieJLöf- 
felreiher  (Platalea  ajaja)  r)  ist  in  der  Jugend 
grau  oder  weif&iicht,  er6t  im  dritten  Jahr  er- 
langt er  sein  rothes  Gefieder.  Die  jungen  Schwä- 
ne sind  aschgrau >  sie  bekommen  im  zweiten 
oder  dritten  Jahr  die  glänzende  weiße  Farbe. 
Die  Hornvögel  ä)  haben  in  der  Jugend  noch 
kein  Horn  auf  dem  Schnabel  oder  doch  nur  ei- 
nen sehr  kleinen  Höcker >  welcher  nach  und  nach 
gröfser  wird ,  so  wie  sich  der  Vogel  der  Periode 
der  vollkommenen  Ausbildung  nähert. 

§.  tu. 

Sei  den  jungen  Vögeln  findet  noch  keine 
Geschlechtsverschiedenheit  in  Hinsicht  des  Gtfie- 

■ 

d)  Bajon  Mem.  pour  tVrvir  a  l'hht.  de  Caytenne  p.  257. 

9  T  I 

b)  Browne  Nat.  history  of  Jaraaica  p.  480:  While  these  birds 
are  young,  they  arc  of  a  dark  colour,  except  a  Im  fea- 
thers  in  the  crown  of  the  head  and  corners  of  (he  vvinps; 
but  as  they  advance  in  yean  they  turn  chiefly  a  startet 
colour» 

Catetby  Nat«  Hist.  of  Carolina  T.  1.  p.  Lahar  a. 
a.  O.  T.  7.  p.  290.  De  Leat.  a.  a.  0.  pag.  533.  Dutcrtrft 
Hist.  nat.  des  Ami  lies. 

0)  Barrere  France  eqhinoxiale  p.  125. 

rf)  Levaillant  Hist.  natur.  d'une  partie  d'oisseaux  nöuveaüx  et 
rares  de  l'Amenquc  et  des  Indes,  p.  2.  3. 


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ders  und  anderer  Theile  statt»  Besonders  be- 
inerkenswerth  ist  «s,  dafo  das  Gefieder  der  jun- 
gen Vögel,  auch  selbst  der  männlichen»  dem 
Gefieder  der  Weibchen  am  meisten  gleicht.  Je 
mehr  sich  die  Männchen  der  Periode  der  voll- 
kommensten Ausbildung  näheren,  je  mehr  ent- 
fernt sich  ihr  Gefieder  von  dem  der  Weibchen. 
Dies  ist  offenbar  ein  Beweis,  dafs  die  Männ- 
chen als  höher  entwickelte  und  ausgebildete  Ge- 
schöpfe als  die  Weibchen  zu  betrachten  sind. 
Hier  sind  einige  Belege  für  diesen  Satz.  Die 
jungen  Haus- Sperlinge,  sowohl  die  männlichen 
als  die  weiblichen,  sind  bis  zur  ersten  Mauser 
der  Mutter  vollkommen  ähnlich;  erst  im  Winter 
fängt  die  schwärze  Kehle  an  durchzuschimmern 
und  der  rothbraune  Streif  an  den  Seiten  des 
Kopfe  erscheint.  Die  Jungen  der  schwarzköpfi- 
gen  Grasmücke  (Sylvia  atricapilla)  a)  sind  dem 
Weibchen  ähnlich,  nach  der  ersten  Mauser  be- 
kommt das  Männchen  den  schwarzen  Flecken 
am  Kopf.  Die  jungen  Männchen  der  Amsel  sind 
bräunlich  wie  die  Mutter,  nach  der  ersten  Mau- 
ser erlangen  sie  das  schwarze  Gefieder.  Die  Jun- 
gen de s  rothrückigen  Würgers  (Lanius  spinitor- 
quus)  b)  sehen  alle  fast  wie  die  Mutter  aus  und 
nehmen  das  Jugend- Kleid  in  diejenigen  Länder 
mit,  wo  sie  sich  im  Winter  aufhalten,  hier  mau- 
sern sie  sich ,  und  kehren  nun  in  ihren  verschie- 
denen männlichen  und  weiblichen  Kleide  zurück. 
Die  jungen  Männchen  des  gepuzten  Colibris 
(Trochilus  ornatus)  und  des  braungefleckten  Co- 
libris (Trochilus  niger)  seheu  den  Weibchen 


a)  Bechstein  Naturgesch.  B.  3.  S.  521. 
*)  4  B.  2.  S.  1345. 


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303 

ähnlich,  nach  und  nach  erhallen  sie  ihr  glänzen« 
des  Gefieder,  welches  sie  von  diesen  unterschei- 
det Die  Jungen  der  hübnerartigen  Vögel  ha* 
ben  durchaus  die  meiste  Aehnlicbkeit  mit  den 
Weibchen,  nach  der  ersten  und  zweiten  Mauser 
bekommen  sie  ihr  eigentümliches  männliches 
Gefieder;  der  männliche  Haus -Hahn  erhält  dann 
seine  langen  Schwanzfedern,  auch  seinen  lan» 
gen  Kamm  und  seine  Sporn»  Der  Birkhahn  be- 
kommt nach  dem  ersten  Jahr  seinen  fächerför- 
migen Schwanz.  Die  Goldfasanen  -  Männchen 
besitzen  erst  im  dritten  Jahr  ihr  ausgebildetes 
schönes  Gefieder,  die  langen  Kehllappen  und  die 
langen  Sporne;  Die  schonen  Federn  des  Pfauen- 
schwanzes üj  erscheinen  nicht  eher,  als  bis  der 
Pfau  sein  drittes  Jahr  erreicht  hat,  früherhin 
ist  der  Pfau  der  Henne  ähnlich.  Die  Männchen 
des  Trappen  sehen  im  ersten  Jahr  dem  Weib- 
chen senr  ähnlich,  bis  sie  endlich  ihre  Bartfe- 
dern erhalten.  Die  Kampfiiähne  erhalten  im 
zweiten  Sommer  die  dicke  Halskrause. 
'  -  .  .  ■  ■  - 

* 

§.   112.  i 

i  ; 

Die  Periode  der  Kindheit  und  der  Jugend 
dauert  bei  den  Vögeln  in  Vergleich  mit  der  de$ 
Menschen  und  der  Säugthiere  sehr  kurz.  Bei 
weitem  die  meisten  Vögel,  namentlich  die  Sing- 
vögel, die  Klettervögel  und  die  kleineren  Arten 
der  hühnerartigen  Vögel,  der  Sumpf  -  Und 
Schwimm -  Vögel  erreichen  vor  dem  Ende  des 
ersten  Jahrs  ihres  Lebens  ihre  vollkommene  Aus- 
bildung und  pflanzen  dann  ihr  Geschlecht  fort. 

■  • 

*  

a)  Linne  Amoenit.  Acad.  Vol.  4.  p.  368. 


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3°4 

Die  Raubvögel,  die  grofseren  Artert  der  hühner* 
artigen  Vögel,  der  Sumpf  -  und  Schwimmvögel 
sind  zu  Ende  des  zwfeiten  oder  dritten  Jahres 
vollkommen  ausgebildet  und  zeugungsfähig.  Die 
Dauer  der  Periode  der  Entwkkelung  und  des 
Wachsthüms  verhält  sich  bei  vielen  Vögeln  zur 
Dauer  des  ganzen  Lebens  wie  i  :  io>  oder  gar 
wie  i :  *ö  und  noch  mehr* 

Üeber  die  Erscheinungen  des  eintretenden 
Alters  bei  den  Vögeln  im  freien  Natur- Zustand 
haben  wir  sehr  wenige  Beobachtungen  wir  kön- 
nen sie  auch  nicht  leicht  haben ,  weil  die  altern- 
den Vögel  bald  eine  Beute  ihrer  Feinde  und 
Verfolger  werden;  Eine  der  constantesten  Er* 
scheimingen  des  eintretenden  Alters  ist  das  Ver* 
bleichen  und  weifs  werden  des  Gefieders,  wahr* 
scheinlich  als  Folge  des  verminderten  Ernah* 
rungs -Prozesses.  Schwarze  Hühnena)  werden  im 
hohen  Alter  oft  über  die  Hälfte  mit  weifsenFe* 
dem  bedeckt  Die  kleinen  grünen  Papageien  - 
von  Surate  b)  werden  im  Alter  ganz  weifs.  Di- 
stelfinken werden  im  Alter  leicht  blind  und  ver- 
lieren die  schönen  Farben  ihrer  Kopf-  und  Flü- 
gel -  Federn.  Viele  der  beobachteten  weifsen 
Sperlinge,  Finken  0>  Drosseln,  Raben  d)>  Ler* 

■  •  •-•  ■ 

ä)  Schröter  in  den  Berlin.  Mannichfaltigkeiten  Jahrg.  2.  S.  j6$. 
i)  Turpin  Hist.  deSiam.  T.  I.  p.  321. 

c)  Jw  J.  Wagner  Fringüla  Candida  in  d.  Mise.  Ac.  N.  C.  Dec* 

A.  8-  1689.  P-  S20- 
M.  Bi  Valentini  de  Frihgilla  albicante  in  d.  Mise.  Ae. 
N.  C.  Dec.  2.  A.  4.  16S5.  P-  I87* 

d)  J.  L.  Wetzet  de  corvis  albis  in  d.  Mise  A.  Nt  G.  Dec. 
Ann.  3*  1612.  p.  9*. 


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3oS 

chen,  Schwalben  o)  u.  a.,  sind  wahrscheinlich 
alte  Vögel  gewesen.  Es  ist  zu  vermutben,  dafs 
selbst  die  jungen  weissen  Vögel,  die  man  zu- 
weilen in  den  Nestern  der  Elstern,  Drosseln , 
Sperlinge,  Lerchen,  Schwalben  u.  a.  findet,  voi| 
alten  Vögeln  erzeugt  worden  sind  b).  Cates- 
by  O  erzählt  von  dem  amerikanischen  Pelikan, 
welchen  er  Couricaca  nennt,  dafs  im  Alter  zwei 
Drittheile  seines  Kopfes  und  Halses  nackt  und 
mit  einer  dicken  Haut  bedeckt  sind,  wahrend 
Kopf  und  Hals  in  der  Jugend  ganz  mit  Federn 
bedeckt  sind* 


Rosinus  Lentilius  Addcnda  ad  LL.  Wittel  Observar. 
de  corvis  albis.  Ibid.  Dec.  3.  A.  5.  6.  1697.  169&  App. 
pag.  105. 

C.  Clauder  Pennae  albae  corvo  nigra  ex  ala  succes- 
sivc  excrescentes.  Ibid.  Occ  2.  A.  5.  i6$6.  p.  3*7$. 

).  du  Tresne  de  Francheville  Diss.  tur  un  phenomene 
de  U  nature  dans  le  regne  animal  (un  corbeau  blanc)  in 
d.  Nouv.  Mem.  de  Berlin.  A.  1-7*73.  p.  23. 

0)  Lcdel  de  alba  hirundine  in  d.  M.  A.  N.  C.  Dec  3.  A.  I« 
1694  p.  84- 

G.  Wallin  de  hirundine  alba,  in  d.  Act.  litter.  Sue* 
ciae  A..  1731.  p.  98. 

Fr.  Lachmund  Observ.  variae  Zoologicae  in  d.  M.A» 
N.  C  Dec.  3.  Ann.  3.  App.  p.  109.  221.  De  avibusprse* 
tcr  naturam  candidis  in  episcopatu  Hildesheimensi  et  vici« 
nia,  qualit  est  aureola,  linaria,  hirundo,  alauda,  cörvus. 

h)  Günther**  Gedanken  über  die  ganz  weifsen  Vogel,  weicht 
von  anders  gefärbten  Eltern  anomalisch  erzeugt  werden« 
im  Naturforscher  St.  I.  S.  54> 

c)  Natur.  History  of  Carolina  T.  1. 


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306 

■  • 

Es  ist  eine  merkwürdige  Erscheinung,  dafs 
die  Weibchen  mehrerer  Vögelarten,  namentlich 
die  Haushennen  a) ,  die  weiblichen  gemeinen  und 
Gold -Fasanen  b),  die  Weibchen  der  Pfauen 
der  Haustauben,  der  Puter  d),  der  Trappen,  der 
Hausenten  u.  a.  im  Alter  das  Gefieder,  die  Stim- 
me und  andere  Eigentümlichkeiten  der  Männ- 
chen annehmen;  und  zwar  zu  einer  Zeit,  wo  sie 
entweder  ganz  aufhören  Eyer  zu  legen,  oder 
nur  kleine  mit  Ejweifs  gefüllte  By  er  legen.  Ich 


ä)  Aristoteles  erwähnt  schon  solcher  Hennen  Hist.  An  im.  L. 

'  9-  C.  36.  Galtinae  cum  vicerint  gallos,  cueuriunt,  mares- 
que  imitandi  subagitare  conantur.  Attollitur  etiam  crista 
ipsis,  simul  et  dunes  (uropygium) ;  adeo  ut  non  jam  facile 
dignoscantur,  an  foeminae  sint.  Quibusdam  etiam  calcaria 
parva  surriguntur. 

b)  Blumenbach  hat  neulich  in  s.  Commentatio  de  anomal is 
et  vitiosis  quibusdam  Nisus  formativi  aberrationibus.  Göt* 
ting.  1813.  4.  p.  8*  «ine  alte  Goldfasanen  -  Henne  mit  Hah- 
nengefieder beschrieben. 

Die  Franzosen  nennen  solche  Hennen  Fatsans  coquars 
Mauduyt  Ornithol.  in  d.  Encyclop.  method.  p.  3. 

c)  J.  Hunter  Of  the  appearance  of  the  change  of  sex  in  La- 
dy Tynte's  peahen.  Philos.  Transact.  Vol.  10.  p.  534. 

d)  Nach  Bechsteins  Bemerkungen  in  r.Naturgescb.  Deutschi.  B. 
3.  p.  116.  bekommen  die  alten  Weibchen  des  Meleagris 
gallopavo  zuweilen  einen  Haarbüschel  auf  der  Brust,  wie 
die  Männchen,  der  aber  doch  nur  höchstens  halb  so  lang 
wird,  wie  der  der  Männchen. 


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halte  dies  mit  für  einen  Beweis  *  dafs  das  männ- 
liche Geschlecht  auf  einer  höheren  Bildungsstufe 
steht  als  das  weibliche,  und  dafs  letzteres  sich 
nur  dann  dieser  Stufe  annähret,  wenn  es  seine 
weiblichen  Functionen  ablegt.  Es  ist  eine  be* 
kannte  Thatsache,  dafs  alte  Jungfrauen  und  Wei- 
ber, welche  aufhören  menstruirt  a)  zu  seyn* 
leicht  den  Bart  und  die  männliche  Stimme  er- 
halten. So  wachsen  ja  auch  bei  Gellthieren 
oder  eigentlichen  alten  Schmalthieren ,  bejahrten 
Jungfrauen,  die  ihr  Geschlecht  niemals  fortge- 
pflanzt haben,  kleine  Geweihe  hervor. 

$♦  115. 

Die  Vögel  erreichen  hn  Verhaltnifs  zur 
Gröfse  ihres  Körpers  ein  sehr  hohes  Alter >  den 
Wenigen  wie  wohl  nicht  sehr  zuverlässigen  Be- 
obachtungen und  Nachrichten  zufolge,  welche 
man  hierüber  in  den  Schriften  der  Naturfor- 
scher b)  findet.  Im  Allgemeinen  erlangen  die 
grösseren  Vögel  ein  höheres  Alter  als  die  klei- 
neren. Am  längsten  leben  die  Schwimm- Vögel> 
Sumpf- Vögel,  und  Raubvögel,  dann  folgen  die 
Klettervögel>  die  Hühnerartigen  Vögel  und  zu- 


a)  J.  Bierlin  de  foeminU  t*  lupptesiiöfie  toefttium  barbatU 
Altorf.  16Ö4.  4* 

b)  ßaco  deVerutati*  Hist.  Vitfle  et  mortif.  ed.  Francöf.  i66$. 
Fol.  p.  499.  Er  bat  die  Beobachtungen  und  Nachrichten 
Uber  das  Alter  der  Vögel  aus  den  Schriften  Aristoteles  u* 
a.  gesammlet. 

* 

Willougby  Ortiitbologia  L.  1.  C.  4.  p.  12.  De  ftetate 
avium. 

Ig  * 


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3o8 

letzt  die  Singvogel  Folgende  nach^den  bestem 
Beobachtungen  über  das  Alter  verfafste  Tabelle 
enthält  die  Belege  hiefür: 


Neunen  der  Vögel, 

Wachtel 
Blutfink 
Turteltaube 
Grünling 
Amsel 
Gemeiner  Fasan 
Sraar 
Perlbuhn 
Feldhuhn 
Goldfasan 
Buchfink 
Hänfling 
Zeisig 
Lerchen 
Elster 
Distelfink 
"Weifser  Storch 
Haustaube 
Pfau  . 
Haushabn 
Hautente 
Grauer  Papagei 
Rother  Aras 
Falk  . 
Rabe  . 
Hausgans 
Pelikan 
Großer  Adler 


Jahre  der  Lebensdauer. 
gegen  5 

—  8  «ach  Aristoteles. 

—  11 

—  11 

—  11  nach  Sechstem. 
 12 

—  12  nach  Bechstein. 

—  15  nach  Aristoteles« 

—  15  nach  Bechstein. 
'  "  -  16 

—  18 
.      —  19 

—  19 

1 —  £0  nach  Derham  d) 
flo— 23n.WilJougby» 
— -  22  b) 

—  2ä  —  arn-Willougby. 

—  «5 

—  26 

—  37 

—  43 

—  44  nach  Azara  c) 

—  2o  bis  100  nach  Buffon. 

—  80  nach  Willoughby. 

—  100 


a)  Albin  Ornithol.  T.  1.  p.  14. 

b)  Collection  academique  Partie  e'trangere  T.  4.  p.  331. 

c)  a.  a.  O.  T.  4.  p.  51. 


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309 

■ 

♦ 

Xw  e  i  re  s   C  a  p  i 

■ 

Von   der  jährlichen  Metamorphose* . 

§:  xi  6;., 

I>ie  Vogel  durchlaufen  wie  die  Säugthiere 
eine  jährliche  Metamorphose,  deren  Perioden 
von  dem  Stande  der  Erde  gegen  die  Sonne,  odef 
von  dem  Jahrszeiten  abhängen«.  Diese  haben 
entweder  unmittelbar  Einflufs  aul;  die  Vögel 
durch  die  mit  ihnen  verbundene  verschiedene 
Intensität. der  Wärme,  des  Lichts,  der  electri- 
schen  Spannung  der.  Luft  u-s.  w.>  oder  mittel- 
bar, in  wiefern  von  ihnen,  wieder  die  Vegeta- 
tion und  das  Gedeihen  mehrerer  Thiers  abhangt, 
von  denen  sich  die  Vögel  nähren.  Der  Kulmi- 
nations- Punkt  der  jährlichen  Metamorphose  ist 
die  Periode  der  Fortpflanzung,  denn  zu  dieser 
Zeit  sind  alle  Organe  der  Vögel  ani  meisten  aus- 
gebildet, die  Zeugungsorgane  blühen  und  treiben 
Früchte.  Die  Vögel  haben  jetzt  den  schönsten 
Federschmuck,  die  stärkste  Stimme  und  den  me- 
lodienreichsten Gesang*  Alle  Lebens  -  Aeusse- 
rungen  gehen  energisch  von  statten«  Die  mit 
dieser-  Periode  verknüpften  Erscheinungen  habe 
ich  bereits  früher  iip  Capitel  von  .  der  Begattung 
angegeben, 

Auf  die  Periode  der  Fortpflanzung  folgt  die 
Periode  der  jährlichen  Abnahme,  nämlich  die 


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3io 

Mauserzeit  ä)9  der  Federwechsel,  welcher  für  die 
Vögel  dieselbe  Metamorphose  ist,  welche  das 
Haaren  für  die  &äugtbiere  ist  Die  alten  abge- 
nutzten, und  mehr  oder  weniger  verwelkten 
und  vertrockneten  Federn  sterben  ganz  ab,  fal- 
len aus,  und  neue  sich  bildende  Federn  nehmen 
die  Stellen  der  alten  ein.  Zu  dieser  Zeit  sind 
die  Vögel  traurig,  niedergeschlagen  und  matt, 
sie  hören  auf  zu  singen,  sie  gehen,  laufen  und 
fliegen  wenig,  sie  versagen  die  Nahrung,  ma- 
gern ab,  und  werden  bisweilen  wahrhaft  krank. 
Manche  sterben  am  Durchfall  oder  an  Convul* 
sionen,  besonders  die  jungen  Vögel,  welche  sich 
zum  erstenmal  mausern.  Alle  Vögel,  mit  Aus-« 
nähme  der  Kapaunen  b)  und  anderer  Kastraten, 
wechseln  das  Gefieder  wenigstens  einmal  im  Jahr, 
gewöhnlich  nach  der  Brütezeit  im  Monat  Juli, 
August  und  September.  Mehrere  Vogel,  welche 
ich  späterhin  nennen  werde,  mausern  sich  auch 
im  Frühjahr.   Die  jungen  Vögel  y  welche  zum 


a)  Kaiser  Friedrich  II.   in  f.  Schrift  rfe  Arte  veriandi  cum 
v  avibus,  cx  ed.  Schneider,  Üb,  I.  Cap.  5*].  De  mutatione 

plumagii. 

Zorn»«  Petinotheologie  B.  iv  S.  262*. 

Mauduyt  in  der  Eocyclop.  mcthod.  (Ornithologie  ji.  230 
de  la  mue. 

Beehrtem'!  Naturgeschichte  Deutschlands  B.  i.  Absch, 
I.  Kap.  7,  Von  den  Mausern  der  Vögel. 

Reich  über  das  Haaren  und  Mausen!  im  Berliner  Ma- 
gazin für  die  neuste  Entdeckungen  in  der  gesammten  Na* 
turkunde  Jahrg.  3.  S.  223. 

i)  Buffon  Hist.  natur.  des  Oiseaux  T.  4.  p.  146. 


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3U 

erstenmale  die  Federn  wechseln,  verHeren  nur 
die  kleinern  Federn,  und  behalten  die  Flügel- 
und  Schwanz -Federn.  Die  alten  Federn  a)  fallen 
entweder  successive  aus,  und  die  neuen  Federn 
wachsen  nach  und  nach  unmerklich  wieder,  so 
dafs  die  Vögel  immer  sattsam  mit  Federn  be- 
deckt sind,  um  fliegen  zu  können;  oder  aber 
die  Federn  fallen  in  grofser  Menge  aus,  so  dafs 
die  Vögel  einige  Zeit  lang  gar  nicht,  oder  nur 
schlecht  fliegen  können.  Zu  den  Vögeln,  bei 
denen  der  Federwechsel  auf  die  erstere  Art  ge- 


a)  Kaiser  Friedrich  a.  a.  O.  p.  68  sagt  sehr  richtig: 

Modus  mutandi  plümagium  duplex  est,  alius  enim  est  Or- 
dinarius, aliusinordinarius.  Ordinarius  vero  est,  quando 
simul:  dcponuntur  multae  pennae,  scd  quihus  dejectis  suc- 
ccdentes  tan  tum  crescunt,  quousque  juvare  passunt  ad  vo- 
Jandum,  priusquaui  dcponuntur  aliae,  et  post  hoc  depo- 
nuntur  aliae  siroili  modo  et  ordinatim.  Inordinarius  vero 
modus  mutandi  plümagium  est,  quando  simul  dcponuntur 
multae  pcnnae,  et  quando  quibusdam  ejectis  dcponuntur 
indifferenter  et  aliae,  non  cxpectando,  quousque  Substitu- 
te crescunt,  deinde  dcponuntur  et  aliae  pennae  inordina- 
tin  et  dissimili  modo.  Aves  itaque  rapaces  pro  eo,  quod 
vi  volatus  debeant  acquirere  praedam  secum  fugicntem 
ante  sev  habuerunt  ordinatum  modum  mutandi  plümagi- 
um, ex  qua  mutatione  non  perditur  volatus,  qui  eis  erat 
necestarius  ad  praedandura,  sed  aves  non  rapaces  terrestres 
minus  ordinatum  modum  mutandi  habuerunt,  non  enim 
indigebant  vi  volatus  ad  capiendam  escam,  cum  ipsa  esca 
non  fugiat  ante  eas,  verum  tarnen  ad  sui  defensionem  et 
ad  fugiendum1  nocumenta  indigebant  volatu,  u"de  non 
omnino  confuse  mutant;  sed  aves  aquaticae  natantes  inor- 
dinatum  modum  mutandi  plümagium  habuerunt,  neque  ad 
fugiendum  nocumenta,  neque  ad  acquisitionem  escae  indi- 
gebant volatu,  cum  utrumque  reperiant  in  aquis. 


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3** 

schient,  gehören  die  Raubvogel,  die  Klettervo- 
gel, die  Singvögel,  und  die  meisten  hühnerar- 
tigen und  Sumpf- Vogel.  Bei  diesen  Vögeln  fal- 
len Federn  aus  und  neue  bilden  sich  unmerk- 
lich wieder;  besonders  deutlich  bemerkt  man 
dies  an  den  Flngel-und  Schwanz- Federn.  Die 
mittleren  Schwungfedern  fallen  zyerst  aus,  und 
bilden  sich  zuerst  wieder;  dann  fallen  die  inne- 
ren kürzeren  aus  und  zuletzt  die  äufseren  län- 
geren; sie  wachsen  in  derselben  Ordnung  wie- 
der. Am  Schwänze  fallen  zuerst  die  mittleren 
längeren  Federn  aus,  dann  die  darauf  folgenden, 
und  zuletzt  die  äufseren.  Die  neuen  bilden  Sick 
in  der  selben  Ordnung.  Oft  sieht  man  Vögel, 
bei  denen  die  mittleren  Schwanzfedern  fast  wie- 
der ausgebildet  skid,  während  die  alten  äufse- 
ren Schwanzfedern  noch  vorhanden  sind.  Die 
Vögel  in  Cayenne,  mit  Ausnahme  der  meisten 
Schwimmvögel,  sollen  sich  nach  dem  Zeugnisse 
Bajons  d)  sehr  langsam,  fast  ganz  unmerklich, 
mausern.  Zu  den  Vögeln,  bei  denen  der  Fe- 
derwechsel auf  die  zweite  Art  geschieht,  gehö- 
ren viele  Wasser  -  Vögel,  besonders  die  Schwa- 
nen, Gänse  und  Enten.  Diese  verlieren  oft  alle 
Schwungfedern  auf  einmal,  so  dafs  sie  nicht 
fliegen  können,  sie  verbergen  sich  alsdenn  im  * 
Schilf. 


a)  Mem.  Sur  Caycnnc  T.  Z.  p.  259.  Tout  le  mondc  «aif 
cncorc  que  les  oiseaux  sont  sujets  a  changer  tous  les  ans 
de  plumes,  et  que  dans  les  climats  froids  00  tempe're's,  ce 
changement  se  fait  dans  une  saison  marquc'e.  Dans  le  plus 
grand  nombrc  de  ceux  de  (a  Guiane,  ce  changement  ne 
s'opere  que  peu  ä  peu ,  et  pour  ainsf  dire,  pendant  toute 
l'anne'e,  sur  tout  chez  les  oiseaux  dont  les  couleurs  sont 
vives  et  vanees. 


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I 


3*3 


t 

Die  neuen  Federn,  welche  die  SteHe  deräf- 
tenr  ausgefallenen  einnehmen,  bilden  sich  in  der 
Haut  innerhalb  kleiner  mit  Blutgefäfsen  durch- 
zogenem und  mit  einer  gallertartigen  Masse  an- 
gefüllter Säckchen,  welche  in  Form  von1  Rlihr- 
chen  oder  Scheiden  aus  der  Haut  hervorwach- 
sen a)9  wie  bereits-  (im  vorigen  Band  S.  146) 
ausführlich  beschrieben  worden  ist.  Die  Farben 
der  neu  gebildeten  Federn  sind  ungemein  ver- 
schieden. Das  Gefieder  der  jungen  Raubvogel, 
Sumpf- und  Wasser- Vögel,  so  wie  aueh  man- 
cher Arten  der  übrigen  Ordnungen,  hat  nach 
der  ersten  Mauser  noch  nicht  die  Farben  des 
elterlichen  Gefieders,  sondern  es  hat  seine  die- 
sem Alter  eigentümlichen  Farben.  Man  kann 
sie  das  Jugendkleid  nennen.  Sehr  viiele  arctische 
Vögel,  welche  sich  m  Lappland,  Grönland,  in 
der  Hudsonsbay  und  in  Kamtschatka  aufhalten, 
z.B.  die  Schnee- Ammer,  die  Eulen,  die  Schnee- 
Hühner  u.  a.  bekommen  ein  mehr  oder  weniger 
weifses  Gefieder.  Auch  die  meisten  wo  nicht  alle 
Sumpf  -  und  Schwimm  -  Vögel  erhalten  bei  der 
Herbst  -  Mauser  ein  besonders  gefärbtes  Gefieder, 
welches  vom  Sommer  -  Gefieder  sehr  verschieden 
ist.  JDt§es  hat  J.  P.  A.  Leisler  b)  unter  andern 
von  dem  gemeinen  Sandläufer  (Arenaria  vulga- 
ris), vom  dunkelbraunen  und  grünfüfsigenWas- 


ä)  F.  Poupart  sur  Ies  plumes  Jcs  otseaux  -  Mcm;  de  l'Ac.  des 
Sc.  de  Paris  A.  1699.  Hist.  p.  43. 

- 

b)  In  seine»  interessanten  Nachträgen  2a  Becksteins  Natur« 
geschichte  Deutschlands.  Hefti.  Hanau  I$i3.  $- 


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serläüfer  (Totanus  fuscus  et  maculatus),  vonr 
aschgrauen,  kleinen,  hochbeinigen,  und  stein- 
drehenden Strandläufer. (Tringa  cinerea,  pusilla , 
minuta  et  interpres),  von  der  grauen  und  Lach- 
Meve  (Larus  canus  et  ridibundus)  zur  Evident 
gezeigt.  Das  mehreren  Vögeln  im  Winter  eigen- 
thümliche  Gefieder  kann,  man  das«  Winterkleid; 
nennen. 

§.  119.* 

Viele  Vögel,  namentlich  alle  diejenigen y 
welche  ein  besonderes  Winterkleid  haben,  mau- 
sern sich  auch  im  Frühjahr  vor  der  Begattungs- 
zeit. Die  im  Herbst  hervorgewachsenen  Federn 
fallen  aus  und  neue  Federn  mit  eigenthümlichen 
%  Farben  nehmen  ihre  Stelle  ein.  Das  neue  Gefie- 
der, welches  mehrere  Vögel  während  der  Begat- 
tungszeit, und  während  des  Sommers  bis  zur 
Herbstmauser  tragen,  kann  man  das  Hochzeits- 
oder Sommer- Kleid  nennen.  Zu  den  Vögeln, 
welche  ein  besonderes  Sommer  -  Kleid  haben , 
gehören  auch  mehrere  Sing -Vögel,  z.  B.  das 
Männchen  des  Cardin  als  (Loxiaorix),  des  lang- 
geschwänzten Dickschnabels  (Loxia  caffra),  meh- 
rerer Ammern  a)  und  Spechtmeisen  b).  Sehr 


a)  Mauduyt  a.  a.  O. 

b)  Levaillant  lei  otseaux  dAfrique  T.  6.  p.  136. 

Tont  Sucrier  mue  re'gulierement  deux  fois  dans  l'espa- 
ce  d'une  anne'e,  et  change  de  couleur  a  chacune  de  ces 
mues;  mais  ce  changement  n'arrive  qu'aux  males  seulement, 
les  femelles  cönservent  constamroent  les  meines  coulcurspen- 
dant  toutes  les  saisoas ,  une  fois  quelle*  ont  revetu  Celles 
de  Tage  fair. 


- 


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3*5 

merkwürdig  ist,  dafs  die  Mannchen  dieser  Vö- 
gel nur  zur  Begattungs-  Zeit  (vergleiche  den  §.  6. 
S.  10)  ihr  schönes  ausgezeichnetes  Gefieder  ha- 
ben, und  dafs  sie  in  ihren  Winterkleid  den  Weib- 
chen ähnlich  ist»  Abermals  ein'  neuer  Beweis , 
dafs  die  Männchen  als-  höher  ausgebildete  Ge- 
schöpfe zu  betrachten  sind.  Die  Verschieden- 
heiten des  Gefieders  in  Hinsicht  des  Alters  und 
der  Jahreszeiten  hat  in  der  Ornithologie  sehr 
viele  Irrungen  verursacht,-  Vögel  einer  Art  sind 
im  Jugendkleide  im  Sommer- und  Winter- Klei- 
de, wie  schon  Aristoteles  ä)  gezeigt  hat,  für 
verschiedene  Arten  gehalten  worden.  Beispiele 
hiervon  werden  bei  der  Beschreibung  der  ein- 
zelnen Arten  in  Menge  vorkommen. 

■ 

i 

m 

§4  120, 

Ueber  die  Ursache  des  Federwechsels  hat 
man  verschiedene  Meinungen.  Willoughbj  suchte 


ta  saison  des  amours  est  pour  chaque  sucrier  male  Le 
moment  ou  il  revit  sa  brillante  livre,  qu'il  garde  tout  le 
tems  de  la  nidification  et  de  l'e'ducation  de  ses  petits;  a- 
pres  quot  il  mue,  et  prend  son  habit  d'hivcr,  et  cc  habit 
est  toujours  sisemblable  ou  si  approchaut  decelui  de  la  fe- 
mclle,  que*  dans  beaucoup  d'especcs,  il  est  alors  difficile 
de  distinguer  (es  sexes  autrement  que  par  la  disscction.  Les 
sucriers  males  conservent  donc  leur  habit  d'hivcr  ou  de  la 
saison  des  pluies  jusqu'a  l'approthe  du  tems  des  amours, 
e'pOque  ou  ils  muent  unc  seconde  fois  pour  reprendre  leur 
habit  de  tace,  etc« 

f 

a)  Hist.  Animal.  Lib.  9.  Cap.  36*. 

b)  a.  a.  O.  p.  287* 


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I 


Si6 

die  Ursache  cter  Mkuser  *  in-  einer  Art  von  Fiew 
her^  welches  sich  die  Vögel  durch  die  Begat- 
tung-, durch  das  Eyerlegen  und  Brüten  zuzögen. 
Es  begegne,  den  durch  dieses  Geschäft  abgemat- 
teten Vögeln  ,  was  de«  Menschen,  begegne,  die 
von  einem  hitzigen  Fieber  befallen^  gewesen 
wären-,,  sie  verlören  die  Federn  wie  diese  die 
Haare  verlieren.  Auch  Buffon  und  Mauduyt  er- 
klären-den  Federwechsel  fast  auf  dieselbe  Art> 
indem  sie  sagen»  dafs-  die  Ernährupgs- Flüssig- 
keiten durch  die  Vorgänge  des  Zeugungs  -  Ge- 
schäftes gröfstenth  ei  Is  verzehrt  worden  seien,  und 
dafs  zu  .  wenige  Brnäbrungs  -  Substanzen  zu  der 
Haut  und  den  Federn  gelangen,  um  diese  zu  er- 
nähren; die  Federn  stürben  daher  ab  und.  fielen 
aus.  Durch  eine  reichliche  Nahrung  nach  dem 
Zeugungs  -  Geschäfte  strömten  die  Ernährungs- 
Substanzen  wieder  in  grofser  Menge  zu  der  Haut, 
und  nun  würden  die  neuen  Federn  gebildet. 
Gegen-  diese  Meinungen  sprich t*  die  Mauser  der 
jungen .  Vögel,  die  bald  nach  dem  Austritt  aus 
dem  Ey  ebenfalls  die  Federn  wechseln,  ohne  ei- 
nen Verlust  der  Brnäbrungs -Flüssigkeiten  erlit- 
ten zu  haben.  Um-  das  Mausern  cter  Jungen  zu 
erklären  hat  Mauduyt  angenommen,  dafs  bei 
diesen  der  Federwechsel  aus  einem  Ueberflufs  an-  . 
Ernährungs -Substanzen  erfolge,  nämlich  es  er- 
zeugten sich  beim  schnellen  Wachsen  der  jun- 
gen Vögel  neue  Federn  ,  welche  die  älteren  klei- 
neren verdrängtem  Ich  mufs  gestehen,  dafemir 
die  Erklärungsart  eines  und  desselben  Phäno- 
mens aus  zwei  sich  directe  entgegen  gesetzten 
Ursachen  nicht  genügend  ist.  Die  Mauser  scheint 
eher  die  Folge  eines  uns  noch  unbekannten  Ein- 
flusses der  Jahreszeiten  auf  die  Lebens -  Aeufse- 
rungen  der  Vögel  zu  seyn ,  besonders  auf  die 
Haut  und  das  Gefieder.  Dem  Wachsen  und  Ver- 


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3^7 


welken  tier  pflanzenar  tigen  Federn  liegen  wahr- 
scheinlich dieselberiUrsacben  zum  Grunde;  wel- 
che das  Aufblühen  und  Verwelken  der  Vege- 
tabilien  überhaupt  bewirken.  So  ist  es  höchst 
merkwürdig,  dais  man'  die  Mauser  ganz  unter- 
brechen kann,  wenn  man  die  Vögel  an  einen 
kühlen  und  dunkeln  Ort  bringt  a).  In  diesem 
Fall  fallen  zwar  viele  alte  Federn  aus ,  aber  es 
wachsen  keine  neue  wieder.  Dies  beweifst  of- 
fenbar, dafs  das  Licht  tmd  die  Wärme  einen 
grofsen  Einflufe  auf  das  Wachsen  des  /Gefieders 
haben» 

Es  könnte  hier  auch  noch  von  den  jährli- 
chen Wanderungen  der  Vögel  gehandelt  werden, 
jedoch  halte  ich  es  für  zweckmäfsiger  dies  im 
Abschnitt  von  dem  Aufenthalte  und  von  der  Ver- 
breitung zu  thun. 


Drittes  Capitei 
Von  der  täglichen  Metatnorphott* 

i 

§.  121. 

Die  tägliche  Verschiedenheit  des  Standes  der 
Erde  gegen  die  Sonne,  und  der  hiervon  abhän- 
gende Grad  des  Lichts  hat  einen  mächtigen  Ein- 
flufs  auf  die  Vögel,  er  bestimmt  die  Perioden 
der  Thätigkeit  und  der  Ruhe.   Der  Tag  ist  bei 


ä)  welches  2orn  a.  a.  O.  Th.  t.  S.  269  von  den  Vogel- 
stellern erzählt. 


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3i8 

<  *  * 

■ 

weitem  für  die  gröfste  Anzahl  der  Vögel  die 
Zeit  der  Tliätigkeit,  und  die  Nacht  ist  die  Zeit 
der  Ruhe.  Nur  die  für  das  Licht  sehr  empfind- 
liche Vögel,  mit  sehr  reizbarer  Iris,  die  feulen 
und  Tagschläfer  fliehen  das  Licht  und  verber- 
gen sich  am  Tag  an  dunkelen  Orten,  welche 
sie  Abends  oder  in  der  Nacht  verlassen»  Einige 
Falkenarten  und  mehrere  Sumpf«  und  Schwimm- 
vögel pflegen  doch  auch  in  der  Abend  -  Däm-  . 
merung  oder  in  mondhellen  Nächten  ihre  Natu 
rung  aufzusuchen. 

$.  12a. 

Die  meisten  Vögel  erwachen  mit  Tages- 
Anbruch.  Die  Singvögel  pflegen  im  Frühling 
und  Sommer  in  der  Morgen  -  Dämmerung  ihre 
Stimme  hören  zu  lassen,  anfangs  nur  kurze  ab- 
gebrochene Töne,  dann  aber  längere  melodien« 
reiche  Ton -Reihen.  Die  Männchen  der  JHüh- 
Derartigen  Vögel,  und  mancher  Sumpf- Vögel 
lassen  in  der  Frühe,  auch  mitten  in  der  Nacht 
ihre  helltönende  Stimme  hören.  Sobald  sich  die 
Sonne  am  Horizont  erhebt,  suchen  die  Vögel 
ihre  Nahrung  auf.  Die  Raubvögel  a)  pflegen  mit 
Tages -Anbruch  zu  jagen.  ^Sobald  sie  eine  hin- 
reichende Mahlzeit  gehalten  haben,  kehren  sie 
an  ihren  Standort  zurück  um  zu  verdauen. 
Während  dieser  Zeit,  die  gewöhnlich  bis  zum 
Nachmittag  dauert,  putzen  sie  ihre  Federn  und 
suchen  die  Insekten  auf,  welche  ihr  Gefieder  be- 


a)  Aristotel«  Hisf.  Anim.  Lib.  9.  Cap.  32.  Aves  fapac« 
exeunt  ad  praedandum,  quaepostquam  comediunt,  redeunt 
ad  loca  propria  suae  mansiotiis. 


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3*9 

wohnen.  Die  Tauben ,  die  Räben ,  Dohlen ,  Els- 
tern und  die  meisten  Singvögel»  die  Drosseln, 
Ker nbeisser ,  Finken ,  Ammern ,  Bachstelzen , 
Rotbkehlchen  u.  a.  pflegen  sich  im  Frühling  und 
Sommer  zur  Mittagszeit  in  Flüfsen,  Bächen  und 
Pfützen  zu  baden,  und  das  Gefieder  zu 
reinigen.  Die  hühnerartigen  Vögel,  die  Feld« 
und  Wald. Hühner,  die  Wachteln,  die  Fasanen« 
Pfauen  u.  a.,  so  wie  auch  die  Lerchen  und 
Schnarrer  baden  sich  gegen  Mittag  in  warmen 
Sande  oder  in  warmer  Erde;  sie  scharren  Lö- 
cher in  den  Sand,  wälzen  sich  in  demselben 
herum,  und  werfen  den  Sand  mit  den  Füfsen 
und  Flügeln  in  das  durch  die  Hautmuskeln  auf- 
gesträubte Gefieder.  Dies  geschieht  hauptsäch- 
lich zur  Vertilgung  der  Insekten,  welche  sich 
im  Gefieder  aufhalten.  Mehrere  Singvögel,  die 
Sperlinge,  die  Hänflinge,  Grünlinge  u.  a.  baden 
sich  im  Sand  und  im  Wasser,  wie  es  sich  trifft. 
Nachdem  im  Sommer  die  Mittags -Hitze  vorüber 
ist,  gehen  diese  Vögel  abermals  ihrer  Nahrung 
nach.  Die  von  Vegetabilien  lebenden  Schwimm- 
vögel, die  Enten,  Gänse  und  Schwäne  verlas- 
sen in  der  Frühe  mit  Tages  -  Anbruch  die  Ge- 
wässer um  Nahrung  aufzusuchen.  Gegen  Mit- 
tag kehren  sie  zum  Wasser  zurück,  und  Nach- 
mittags pflegen  sie  noch  einmal  zum  Fressen 
auszugehen. 

9 

fr 

Sobald  die  Abend  -  Dämmerung  anbricht  be- 
geben sich  die  Vögel  zur  Ruhe.  Die  Raubvö- 
gel setzen  sich  an  ihren  gewöhnlichen  Standort 
auf  hohe  Bäume  nieder.  Die  meisten  Singvögel 
verbergen  sich  iu  dicht  belaubte  Bäume  oder  ins 


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3zo 


Gesträ'tich.  Die  Schwalben  begeben  sich  in  ihre 
Nester»  Die  Spechte,  Kleiber,  u.  a»  verbergen 
sich  in  den  Baumlöchern,  worin  sie  zu  nisten 
pflegen.  Viele  hühnerartige  Vögel,  die  Pfauen, 
Fasanen,  die  Waldhühner-,  die  Haushühner  u.  a. 
fliegen  auf  Bäume  auf.  Die  Wachteln,  Feld- 
hühner und  Schnarrer  verkriechen  sich  ins  Ge- 
treide und  ins  hohe  Gras.  Die  meisten  Sumpf« 
und  Schwimm- Vögel  bleiben  in  der  Nähe  der 
Sümpfe  und  Gewässer  im  Gesträuch,  im  Schilf 
und  Rohr,  oder  fliegen  auch  auf  Bäume  auf, 
wie  die  Störche,  Fischreiher,  Löffelreiher,  Schar- 
ben u.  a.  Viele  Schwimmvogel  schlafen  schwim- 
mend auf  dem  Wasser,  mit  gegen  den  Rücken 
gekrümmten  und  unter  den  Federn  versteckten 
Kopf.  Alle  Vögel  setzen  oder  stellen  sich  beim 
Schlafen  mit  dem  vordem  Theil  des  Körpers 
gegen  den  Wind,  damit  dieser  das  Gefieder  nicht 
.  auseinander  treibe  und  sie  dadurch  beunruhige» 
Uebrigens  ist  die  Stellung  kn  Schlafe  verschie- 
den. Die  Raubvögel,  Singvögel  und  hühner- 
artigen Vögel,  welche  auf  Bäumen  schlafen, 
nehmen  eine  zusammengedrückte  und  niederge- 
beugte Stellung  an,  so  dafs-der  Bauch  oft  auf 
dem  Aste  ruht,  worauf  sie  sitzen,  sie  umklam- 
mern mit  ihren  Zehen  den  Ast  fest«  Die  Mus- 
keln ,  welche  das  Festhalten  der  Aeste  im  Schlafe 
bewirken,  so  wie  die  Art  des  Festhaltens  selbst, 
habe  ich  bereits  früher  (im  vorhergehenden  Ban- 
de §.  335)  beschrieben.  Gewöhnlich  stecken  diese 
Vogel  den  Kopf  unter  einen  Flügel.  Viele  Pa- 
pageien a)  der  alten  Welt  schlafen  an  Zweigen 
hängend  mit  abwärts  gerichteten  Kopf.  Sumpf- 
und  Schwimmvögel  schlafen  gewöhnlich  auf  einem 


a)  Turpin  Hist  de  Sum  T.  1.  p.  32K 


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321 

* 

Fufse  stehend,  der  andere  Fufs  ist  gegen  den 
Bauch  angezogen  und  der  Kopf  ist  seitwärts  ge- 
gen den  Rücken  gekrümmt  und  unter  einem 
Flügel  versteckt. 

§.  124. 

Bemerkenswerth  ist  es  noch ,  dafs  die  Dau- 
er des  Schlafs  im  Sommer  und  Winter  so  auffal- 
lend verschieden  ist  Im  hohen  Sommer  schla- 
fen die  Vögel  höchstens  nur  fünf  bis  sechs  Stunde 
von  halb  neun  Uhr  Abends  bis  zum  Sonnen- 
Aufgang  des  folgenden  Tages.  Im  Winter  hin- 
gegen schlafen  sie  gegen  fünfzehn  bis  sechszehn 
Stunde,  vom  Untergang  der  Sonne  an,  g<gen 
halb  fünf  Uhr,  bis  zum  Aufgang  derselben  am 
folgenden  Tag.  Hierdurch  wird  also  das  Gleich- 
gewicht zwischen  der  Menge  der  zu  erhaltenden 
Nahrung  und  der  Consumtion  derselben  durch 
die  Bewegung  u.  s.  w.,  in  den  verschiedenen 
Jahreszeiten  hervorgebracht.  Im  Winter  findet 
bei  wenig  Nahrung  und  viel  Schlaf  eine  geringe 
Consumtion  der  Kräfte  durch  die  Lebensäufse- 
rungen  statt?  Im  Sommer  dagegen  tritt  bei  einer 
reichlichen  Nahrung  und  bei  wenig  Schlaf  eine 
grofse  Consumtion  ein,  besonders  noch  durch 
das  Zeugungs- Geschäft. 

* 


21 

■ 

* 


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322 

Viertes  CapiteL 

Von  der  Metamorphose  der  Vogel  in  Bezug  auf 
die  Erd  -  Revolutionen. 

§.  124. 

Es  ist  bekannt,  dafs  die  Erde  bereits  mehrere 
Revolutionen  erlitten  hat,  wodurch  nicht  allein 
die  äufsere  Oberfläche  der  Erde  umgestaltet  wor- 
den ist,  sondern  wodurch  auch  die  Bewohner 
der  Erde  verändert  worden  sind.  Mit  jeder 
gröfseren  Erd  -  Revolution  sind  Thiere  unterge- 
gangen, wie  die  Knochen  der  Mamuths,  der 
Ohiothiere,  der  Paläotherien,  der  Anoplotherien, 
der  Megatherien,  des  Megalonix,  des  Ornitho- 
cephalus  d)  und  vieler  anderer  Thiere  sattsam 
beweisen.  Aber  es  scheinen  sich  auch  nach  ei- 
ner jeden  solchen  Revolution  neue  Thierformen 
gebildet  zu  haben,  hauptsächlich  wohl  durch 
allniählige  Metamorphose  und  Umänderung  der 
älteren  übrig  gebliebenen  Thiere  in  neue  Thier- 
formen, bewirkt  durch  neue  klimatische  und  physi- 
sche Einflüsse.  Es  ist  jetzt  aufser  allen  Zweifel  ge- 
setzt, dafs  vor  der  letzten  gröfseren  Erd-  Re- 
volution bereits  Vogel  existirten,  dies  beweisen 
die  Ornitholithen.    De  Lamanon  b)  erwähnt  ei- 


d)  S.  T.  Soemmerring  über  einen  Ornithocephalus,  in  den 
Schriften  der  Akad.  d.  Wissenschafren  in  München.  B.  2. 

■ 

b)  Hob- Paul  de  Lamanon  Descr.  de  divers  fossiles  trouves 
dans  les  ca  nie  res  de  Montmartre  pres  Paris  in  Roiicr 
Journ.  T.  19.  p.  1*73. 

 Sur  l  Ornitholithe  de  Montmartre  ib  T.  22.  p.  309. 

■ 


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323 

nes  in  den  Gyps -Brüchen  von  Montmartre  ge- 
fundenen Vogel  -  Gerippes.  Es  war  von  der 
Spitze  des  Schnabels  bis  zum  Steifse  vier  Zoll 
lang,  und  schien  einem  Sumpfvogel  angehört  zu 
haben.  Cuvier  a)  hat  mehrere  versteinerte  Vö- 
gelknochen beschrieben,  die  zu  Montmartre  ge- 
funden worden  sind.  Keiner  dieser  Knochen 
gleicht  vollkommen  den  Knochen  der  noch  jetzt 
vorkommenden  Vögel -Arten.  Ein  Schulterblatt 
scheint  einer  Art  von  Pelikan  angehört  zu  ha- 
ben. Ein  Schenkelbein  und  eiif  Oberarmbein  ist 
von  einem  Vogel  aus  der  Ordnung  der  Sumpf- 
vögel, vielleicht  von  einer  Art  von  Numenius, 
oder  Scolopax,  oder  Tantalus.  Ein  Oberarm- 
bein gleicht  dem  eines  Staars.  Ein  Fufs  und  ein 
Flügel  scheinen  einer  Art  Meerlerche  angehört 
zu  haben.  Cuvier  b)  liefert  auch  die  Beschrei- 
bung eines  Vogel  -  Gerippes  aus  den  Gyps-Brü- 
chen  von  Montmartre,  Der  Vogel  ist  mit  den 
Bauch  auf  eine  schon  gebildet  gewesene  Lage 
von  Gyps  gefallen,  und  noch  ehe  sich  genug 
Gyps  aus  dem  Wasser  niedergeschlagen  hatte, 
um  den  Vogel  ganz  einzuhüllen,  ist  der  gröfste 
Theil  des  Kopfs  und  der  linke  Fufs  verloren  ge- 
gangen, denn  von  diesen  fand  man  keine  Spur 
im  Stein,  Die  Gattung,  zu  welcher  der  Vogel 
gehörte,  läfst  sich  nicht  bestimmen,  jedoch  hat  er 
zu  der  Ordnung  der  Sumpfvögel  oder  hühnerar- 
tigen Vögel  gehört,  weil  das  Oberarmbein  sehr 


a)  Mein,  sur  Ics  Ossemens  d'oiseaux  qui  xe  trouvent  dam  les 
carnercs  a  platrc  des  environs  de  Pari«,  in  d.  Annal.  du 
Musee  d'hist.  natur.  T.  9.  336  pl.  2"J.  2g. 

b)  Supplement  au  Mem.  sur  les  Ornitholithes  de  nos  carrie- 
res  ä  platte,  in  d.  Annal.  du  Mus.  T.  14.  p.  43. 

21  * 


■ 


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3*4 

kurz  ist ,  -und  weil  die  Knöchen  des  Vorderarms 
»och  kürzer  sind  als  das  Oberarmbein,  denn  die 
Vögel  dieser  Ordnung  haben  solche  Flügel.  Der 
Gestalt  des  Schnabels  nach  schien  er  zu  den 
Jiühnerartigen  Vögeln  gezählt  werden  zu  müfsen. 
Der  Vogel  hatte  fast  die  Größe  einer  Wachtel» 
doch  war  er  etwas  gröfser. 


•  125. 

Im  Öeninger  Stinkschiefer  hat  man  fossile 
Knochen  von  Sumpfvögeln  gefunden.  Karg  ä) 
bat  zwei  Füfse  von  einem  Vogel  beschrieben,  die 
einer  Schnepfen  -  Art  angehört  zu  haben  schei- 
nen. Im  Pappenheimer  Kalkscbiefer  hat  man 
fossile  Knochen  von  Schwimmvögeln  angetrof- 
fen b).  In  den  Felsen  Von  Gibraltar  kommen 
Reste  von  Vögeln  vor;  Imrie  c),  J«  Hunter  d) 
und  J.  Baddington  e)  erwähnen  derselben.  Die 
Knochen  liegen  in  den  Spalten  der  Felsen ,  die 
aus  grau  blauem  Marmor  bestehen.  Daselbst 
findet  man  auch  Reste  von  Landschnecken  »  aber 
keine  Seeschnecken.    Auch  in  den  Spalten  der 


a)  Ueber  die  Fossilien  von  Oeningen,  in  d.  Schriften  der 
Gesellschaft  der  Naturforscher  in  Schwaben  B.  t.  1805. 
Taf.  2.  fig.  I. 

b)  Acta  Acad.  Theod.  Palat.  T.  5.  Pars  physic.  p.  65.  c.  fig. 

o)  in  d.  Transact.  of  the  royal  Society  of  Edinburg  T.  4.  p. 
191  For  the  Year  1*798. 

d)  ibid.  p.  412. 

e)  in  d.  Philos.  Transact.  Vul.  60  Art.  35  p.  414. 

* 

■  * ' 

■v 

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1 


3^5 


Felsen  zu  Cette  a)  ,  die  gröfstentheils  aus  grauem 
dichten  Kalkstein  bestehen,  mit  weifsem  Sp  th 
durchzogen,  findet  man  Vögel  -  Knochen,  ver- 
mischt mit  anderen  Knochen  kleiner  Landthiere* 


Endlich  kommen,  aujch  Abdrücke,  von  Vogel- 
federn vor*  Walch  b)  hat  einige  solcher  Ab- 
drücke beschrieben.  Faujas- Saint-  Fond  c)  liefert 
die  Beschreibungen  und  Abbildungen  einiger  Vo- 
gelfedern, welche  in  den  Steinbrüchen  zu  Vestena 
nova'im  Veronesischen  gefunden  worden  sind, 
wo  man  zugleich  sehr  viele  Ichthyolithen  ange- 
troffen hat. 

Diese  fossile  Reste  von  Vögeln  beweisen  für 
das  Alter  der  Classe  der  Vögel.  l>a  aber  alte 
diese  Reste  von  untergegangenen  Vögel  -  Arten 
herzurühren  scheinen,  so  können  sie  als  Beweise 
betrachtet  werden,  dafs  die  Arten  in  dem  Laufe 
der  Zeit  ebenso  der  Metamorphose,  unterworfen, 
sind  wie  die  Individuen. 


*)  Cuvier  iur  les  breche«  otseuses  qui  retnplissent  lei  fentei 
de  rochers  a  Gibraltar  et  dam  plusieurs  autres  lieux  des 
cot  es  de  la  Mcditerrance>  et  sur  les  aniroaux  qui  en  ont 
fourni  les  os.  in  d.  Annal.  de  Mus.  T.  13.  p.  169. 


e)  in  den  AnnaL  du  Musee  T.  3.  p.  18-  pl.  >•   £  *•  a-  3- 


§.  107. 


b)  Naturgesch.  der  Versteinerungen  B.  2.  S.  i82» 


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326 


Achter  Absclinitt. 


Aufenthalt  und  Verbreitung  der  Vogel  a)< 

D„  Gesund  die.es  Abscbni«,  i.  AD* 
Stellung  des  Aufenthaltes  und  der  Verbreitung 
der  Vögel  auf  der  Erdkugel.  Die  Belege  zu  die- 
ser Darstellung  habe  ich  aus  den  in  den  Noten 
angeführten  Schriften  bewährter/  Reisenden  und 
Naturforscher  entlehnt.  Zuerst  werde  ich  den 
Aufenthalt  und  V erbreitung  def  Vögel  auf  dem 
Lande,  auf  den  Gewässern,  auf  Gebüfgen,  in 
Thälern,  Wäldern,  Sümpfen  u,  s.  w.*  die  soge- 
nannte physische  Verbreitung  im  allgemeinen 
angegeben,  und  dann  will  ich  die  Verbreitung 
der  Vögel  nach  den  Graderi  der  geographischen 
Breite  und  Länge,  die  sogenannte  geographi« 
sehe  Verbreitung,  folgen  lassen* 


ä)  Tieviranus  hat  im  zweiten  Bande  seiner  Biologie  den  er* 
sten  Versuch  über  die  Verbreitung  und  den  Aufenthalt  der 
ThieTC  überhaupt  geliefert.  Das  bekannte  Werk  Zimmer- 
manns enthält  nur  die  Verbreitung  des  Menschen  und  4er 
Säugthiere,  es  gehört  folglich  nicht  hieher. 


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•  327 


Erstes    C  a  p  i  t  e  1. 

Von  der  physischen  Verbreitung  der  Vögel. 


§..128. 

Adle  Vögel  leben  ia  der  Luft  auf  der  Ober- 
fläche der  Erde  und  des  Wassers,  weil  ihreLe- 
bensäufserungen  in  einem  sehr  hohen  Grade  von 
dem>  Athmen  der  atmosphärischen  Luft  abhän- 
gig sind,\wie  ich  .bereits  im  vorigen  Band  (§. 
531)  gezeigt  habe.  Wenngleich  einige  Vögel 
wie  die  Taucher,  Pinguine,  Alken  u.  a.  im  Was- 
ser, untertauchen,  so  können  sie  doch  nur  kurze 
Zeit  in  . diesem,  Elemente  verweilen.  Der  Bau 
der  Bewegungs- Organe,  der  Flügel  und  der 
Füfse,  bestimmt  hauptsächlich  die  Orte  des  Auf- 
enthalts. Vögel  mit  Schwimm -Füfsen  sind  an  das 
Wasser  geknüpft* „und  zwai;  um  so  mehr  je  kür- 
zer ihre  Flügel  sind  und  je,  weniger  sie  folglich, 
zum  Fliegen  gebraucht  werden  können.  Schwimm- 
vögel mit  so  beschaffenen  .Füfsen  sind  die  Pin- 
guine, die  Alken,  die  Lummen,  die  Steifsfüfsej 
u.a.,  welche  nur  die  Ufer  der  Gewässer  betre- 
ten um  hier  zu  brüten.  Schwimmvögel  mit  län- 
geren Flügeln  sind  die  Scharben,  die  Tölpel, 
die  Sturmvögel,  die  Möven,  die  Seeschwalben, 
die  Enten,  die  Gänse,  die  Schwäne,  die  Säge- 
taucher, die  Pelikane  u.  a.,  die  sich  zwar  auch 
auf  dem  Wasser  aufhalten,  aber  sich  doch  in 
die  Luft  erheben  können.  Sehr  wenige  dieser 
Vögel  sind  vermöge  des  Baues  ihrer  Füfse  in 
den  Stand  gesetzt,  auf  Bäume  aufzufliegen.  Vö- 


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3^8 

gel  mit  sehr  langen,  nackten  Füfsen  mit  soge- 
nannten Wad  -  Füfsen  halten  sich  in  Sümpfen 
und  an  den  Ufern  der  Gewässer  auf.  Sumpf- 
vögel mit  kurzen  Flügeln,  und  mit  drei  nach 
vorne  gerichteten  Zehen  bei  mangelnder  oder 
kurzer  hinteren  Zehe,  die  Wasserläufer,  die 
Schnepfen,  die  Regenpfeifer,  die  Kiebitze  u.  a. , 
verlassen  ihre  Aufenthaltsorte  selten,  und  kön- 
nen nicht  auf  Bäume  auffliegen.  Sumpfvögel  mit 
langen  Flügeln  und  vier  langen  Zehen  erheben 
sich  mehr  oder  weniger  hoch  in  die-  Luft ,  wie 
die  Reiher,  die  Störche,  die  Kraniche,  die  Spa- 
telreiher, die  Eamichis,  die  Flamingos,  u.  a., 
viele  dieser  Vögel  können  selbst  auf  Bäume 
auffliegen,  wie  die  Störche,  mehrere  Reiher- 
arten u.  a.  Vögel  mit  sehr  kurzen  Flügeln 
und  mit  kurzen  vorderen  Zehen ,  bei  man- 
gelnder hinteren  Zehe,  wie  die  Straufsenar- 
tige  Vögel,  sind  blos  an  die  Oberfläche  der 
Erde  geknüpft,  der  Bau  ihrer  Füfse  zwingt  sie 
vorzüglich  Ebenen  zu  suchen.  Vögel  mit  mehr 
oder  weniger  kurzen  Flügeln  und  mit  sogenann- 
ten Gangfüfsen,  wie  die  hühnerartigen  Vögel, 
die  Pfauen,  die  Truthühner,  die  Fasanen,  die 
Hockos ,  die  Wald  -  und  Feld  -  Hühner,  die  Wach- 
teln halten  sich  meistens  auf  der  Oberfläche  der 
Erde  auf,  und  nur  während  der  Nacht  fliegen, 
mehrere  dieser  Vögel  auf  Bäume  auf.  Vögel  mit 
Kletterfüfsen,  wie  die  Spechte,  dieKuckuks,  die 
Papageien ,  die  Jackamars  u.  a. ,  sind  durch  den 
Bau  ihrer  Füfse  an  die  Bäume  geknüpft,  selten 
betreten  sie  die  Erde.  Vögel  mit  mehr  oder  we- 
niger langen  Flügeln  und  mit  vier  beträchtlich 
langen,  freien  Zehen,  wie  die  Raubvögel  und 
Singvögel  halten  sich  auf  Sträuchen,  Bäumen 
und  Felsen  auf,  erheben  sich  mehr  oder  weniger 
hoch  in  die  Lüfte  und  betreten  häufig  die  Ober- 


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329 

fläche  der  Erde.  Die  Raubvögel  «nd  es,,  welche 
sich  vermöge  des  Baus  ihrer  Flügel  und  Ath- 
inungs-  Organe  am  weitesten  von  der  Oberflä- 
che der  Erde  entfernen  und  in  die  höheren  Re- 
gionen der  Lwift  erheben  können.  Von  Hum- 
boldt a)  sah  den  Kondor  von  den  Cordjlleras 
aus,  in  einer  Höhe  von  mehr  al*  3300  Toi&en 
schweben. 

§.  129. 

Einen  sehr  grofsen  Einflufs  auf  dfeh  Aufent- 
halt der  Vögel  hat  der  Bau  der  Organe  der  Er- 
nährung, des  Schnabels,  der  Zunge,  der  Magen 
und  des  Darmkanals,  so  wie  das  Vorkommen 
und  die  Beschaffenheit  der  Nahrung  in  den  ver- 
schiedenen Rhmaten ,  in  den  verschiedenen  Ge- 
wässern, und  in  den  verschiedenen  Gegenden 
und  Regionen  der  Erd  -  Oberfläche.  Ob  gleich 
die  Wasservügeh  wegen  des  Baues  ihrer  Bewe- 
gungs-  Organe  sich  nur  auf  den  Gewässern  oder 
in  der  Nähe  der  Gewässer  aufhalten,  so  finden 
wir  dennoch  nicht  auf  atlfcn  Gewässern  diesel- 
ben Wasservögel,  sondern  immer  nur  diejenigen, 
welche  von  bestimmten  Emährungs- Substanzen 
leben,  die  gerade  in  den  Gewässern  enthalten 
sind.  Wir  treffen  zum  Beispiel  keine  Wasser- 
Vögel  auf  süfsem  Wasser,  auf  Landseen,  Flüf- 
sen  und  Bächen  an,  welche  ainschliefslich  von 
Meeres -Produkten  leben,  und  umgekehrt  finden 


o)  Recueil  d'Obiervatiom  de  Zoologie  er  d'Anatom're  com- 
pare'e  p.  62. 

Esiai  mr  la  Geographie  des  Plante*  Parii  1805.  4. 
paß.  138- 


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33o. 


wir  auf  dem  Meer  keine  Wasservogel,,  welche^ 
sich-  ausschliesslich  von  Pflanzen  und  von  Pro-, 
dukten  des  süfsen  Wassers  nähren.,  Wasservögel, . 
welche  sich  ausschliefslich  von  Meeresproduk- 
len  nähren  und  daher  nur  auf  den  Meeren"  leben,  „ 
sind  die  Alken  und  Pinguine;-  ferner,  gehören 
die  Sturmvögel,  Tropikvögel,  Fregattvögel  u.a.  „ 
hieher.    Wasservögel,  welche  sich  von  Thieren , 
des  süfsen   und::  salzigen   Wassers,  ernähren,, 
und.  daher  sowohl  auf  dem  Meer,    als  auf 
gröi'scren  Flüfsen  und  Landseen  vorkommen  sind  } 
die  Möven,  die  Meerschwalben,  die  Pelikane,, 
die  Scharben  u.  a..  Zu  den  vorzüdlich  auf  süf-.. 
sem  Wasser  lebenden  Vögeln  gehören  die  Steifs- 
füfse,  die  Taucher,,  die  Enten,  ,  die  Gänse  und, 
Schwhne.    Ebenso  verhält  es  sich  mit  den  Sumpf- 
vögeln.   Einige  Sumpfvögel*  nähren ,  sich  von, 
Pflanzen  und  von  kleineren  Thieren  des  süfsen 
Wassers,  wie  die  Meerhühner,  Wasserhühner ,  , 
Rohrhühner  u.  a. .  Andere  leben  hauptsächlich 
von  Erd würmern,  wie  die  Schnepfen,  die  Brach- 
vögel, die  Kiebitze,  u.  a.    Wieder  andere  nähren 
sich  von  Insekten  des  süfsen  Wassers,  und  von 
kleinen  Wasserschnecken  wie  die  Strandläufer. 
Noch  andere  von,  Amphibien,  und;  Fischen  des. 
süfsen  Wassers,,  wie  die  Störche,  . die  Reiher  u.  a. 
Wir  können  diese;  Vögel  daher ^  nur  da  finden,, 
wo  ihre  Nahrung  vorkommt.. Die  hauptsächlich 
von  grasartigen  Vegetabilien  lebenden  hühner- 
artigen Vögeln  treffen  wir  da  in  gröfster  An- 
zahl an,  wo  sich  ihre  Nahrung  am  reichlichsten 
findet«    Die  Verbreitung  der  grofsen  Anzahl  von 
Singvögeln  und  Klettervögeln,  welche  sich  ent- 


ren,  wie  die  Finken,  die  Ammern,  die  Kern- 
beifser  u.  a. ;  oder  von  weichen  süfsen  Baum- 
früchten, wie  die  Papageien  u.  a.;  oder  von  In- 


weder  von  oehli 


d  mehligen  Saamen  nah- 


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331 

sekten 9  es  seien  dieses  ausgebildete  und  fliegende 
Insekten,  oder  Insekten -Larven,  wie  die  Wür- 
ger, die  Tanagras,  die  Fliegenfänger,  die  Sper- 
thien,  die  Sänger,  die  Schwalben,  die  Spechte, 
die  Jakamars  u.a.,  richtet  sich  durchaus  nach 
der  Verbreitung  der  Pflanzen,  und  der  Insekten, 
Kvie  ich  späterhin  zeige»  werde^ 

§.  iJö; 

Viele  VSgel  halten  sich  hauptsächlich  auf 
Gebirgen  auf,  und  sind  nur  da  zu  finden.  Der 
Vultur  fulrus  und  leucocephalus,  derGypaetos 
alpinus  kommt  auf  den  Alpen  Tyrols,  der  Schweiz 
u.  s.  W.  vor?  der  Vultur  auricularis  auf  den  ho- 
hen Gebirgen  des  südlichen  Afrikas;  der  Vultur 
aura  und  der  Sarkoramphos  condor  auf  den 
amerikanischen  Gebirgen..  Zu  den  Vögeln,  wel- 
che sich  auf  den  europäischen  Gebirgen  aufhal- 
ten, gehören  Corvus  pyrrhocorax  und  graculus, 
Sturnus  collaris  und  einige  andere.  Vögel ,  wel- 
che auf  den  asiatischen  Gebirgen  vorkommen 
sind  Türdus  sibiricus,  Emberiza  pusilla,  E.  spa- 
diocephala,  Loxia  rubicilla,  Parus  alpinus,  Hi- 
rundo  daurica.  Der  Parkensonius  inirabilis  hält 
sich  auf  den  felsigen  Gebirgen  Neuhollands  auf 
u.  s.  w. 

> 


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 ...,,\ 


Von  der  geographischen  Verbreitung  der  fögeLay: 

\ 

Die  Zahl  der  bis  jefzt  bekannten  Vö^e}- Arten 
beträgt  gegen  zweitausend  und  sechs  hundert. 
Darunter  smfl  gegqn  269  Raubvögel,  3QG>,Klet- 


ä)    Reisen  um  die  Erde,  welche  bedeutende  zoologische  und 
namentlich  ornithologische  Bemerkungen  enthalten. 

G.  Dampier  new  Voyage  round  the  World.  London  1697. 
8.  5  VoL  franz.  Amstcrd.  1698-  8»  H01»  12,  17 II.  12+ 
1723.  12,  teutsch.  Leipz.  1*708.  8* 

G.  Lord  jiruoa  a  Voyagc  round  the  world  in  the 
Years  1742« — 44t  compilcd  frora  his  papers  and  other 
materials  by  R.  Walter.  London  1746.  4.  teutsch.  Leipz. 
1749.  4.  franz.  Paris  1750.  Amstcrd.  1751. 

De  Bougainuillt  Voyagc  aytour  du  inonde  en  1766 
—  69  Paris  1771.  4.  1772..  8-  teutsch.  Wpz. .  1772,  8- 
englisch.  London.  1772.  4.  by  J.  R.  Forster. 

De  Pages  Voyagc  autour  du  monde  et  vers  ks  deux 
Poles,  par  met  et  par  terre,  pendant  les  anne'cs  1767 —  76. 
Paris  1*783.  2*  Vol.  8-  teutsch.  Prankf.  u.  Leipz.  1786.  8- 

J.  Hakeswortk  an  aecount  of  the  Voyagcs  undertaken 
by  the  order  of  his  present  Majesty  for  making  discove- 
ries  in  the  southern  hemisphere  and  successively  perfor- 
med  by  Comroodore  Jtyron,  Capt.  Wallis,  Capt.  Carteret, 
and  Capt.  Cooke  drawn  up  fron  the  journals  which  were 


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333 


tervögel,  130b  Singvogel,  13Ö  huhnerartige  Vö- 
gel, 7  straufsfcnartige  Vögel,  350  Sumpfvögel, 


■ 

kept  by  the  fhe  several.  Commanders  find  from  Ihe  papers 
of  J.  Banks.    Lond.  1773.  4.  3  "Vol.  teutsch.  Berlin. '1774. 

/.  Cook  a'Voyage  towards  thc  Southpole  and  round 
the  world  performed  in  his  Majesty's  Sliipes  th er  Resolution 
and  Adventurc  —  in  the  Years  1774  —  15-  London  1775. 
8-  1776-  4.  2  Vol.  teutsch  Leipz.  1776.  franz.  Amst.  1777 
Paris  1118.  ^ 

G.  Forster  a  voyage  round  the  world  in  his  Brit.  Maj. 
Sloop.  Resolution,  commanded  by  Capt.  Cook,  during  in 
the  Years  1772  —  075.  Lond.  1777  4.  2  Vol.  teutsch 
hcrausg.  Berlin  1*7*78* 

J.  R.  Forster  Observations  made  during  a  Voyage 
round  thc  World  on  Physical  Geography,  Natural  Histo- 
ry  and  Ethic  Philosophy.  London  1*7*78*  4*  Paris  1778«  4* 
teutsch.  Berlin  1*783  8* 

Cook,  Clarke  and  Gore  a  ybyage  to  the  paeifie  ocean, 
in  thc  Years  1776 —  l*78o*  London  1*782.  3  Vol.  4.  teutsch 
von  Forster.  Berlin  i*78"7*  franz.  Paris  1-J85*  4* 

De  la  Perouse  Voyage  autour  du  Monde,  publ.  et  re- 
dig, par  M.  L.  A.  Maller  Mureau.  Paris  1*79*7.  8*  avec  Atl. 
Par.  I-J98-  8«  engl.  London  1798.  teutsch,  Berlin.  1*799. 

Labillardiere  Relation  du  Voyage  a  la  recherche  de  la 
Perouse  pendant  les  annees  1791  —  92.  Paris  1800.  2  Vol. 
4.  avec  Atlas,  engl.  Lond.  1800.  teutsch.  Hamburg  1802. 

G.  Vancouver  a  Voyage  of  discovering  into  the  north 
paeifie  ocean  and  round  the  world  in  the  Year  1*790  — 
1*795.  Lond.  3  Vol.  4.  teutsch  in  18.  19.  B.  d.  Magaz.  der 
Reisen.  Berlin  1799.  i$oo.  franz.  par  Morellet  et  Demeu- 
niers  Paris  1800  par  Henri.  Paris  i8<tt# 

- 


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334 

und  250  Schwimmvogel.  Diese  Vögel  sind  von 
den  £isbetgen  vdes Nordens,  vom  Si.Gradnörd- 

G.  H.  v.  Zangsdorff  Bemerkungen  auf  einer  Reise  um 
die  Weh.  Frankf.  1812.  2  B.  4. 

,  Der  Reisen  um  die  Erde  von  Bdek,  Walker,  ftixon, 

Portlock ,  Hamilton ,  Marchand ,  Turnbull  u.  a.  nicht  zu 
erwähnen. 

Schriften  und  Reisebeschreibungen ,  welche  zoologische  Bemer- 
kungen über  Länder  verschiedener  Welttheile  enthalten* 

Th.  Pennant  Thiergcschichtc  der  nördlichen  Polarlän« 
der  a.  d.  Engl,  übers  v.  E.  A.  W.  Zimmermann.  Leipzig 
1787.  2  B.  in  4.  B.  2.  Vogel. 

P.  Bellon  du  Alans  des  observations  de  plusieurs  sin- 
gularites  et  choses  memorables,  trouvees  cn  Grece,  Asie, 
Iude'c,  Egypte,  Arabie  et  autres  pays  estranges  Paris  1553. 
4-  "554-  1555-  1550.  1585«  Anvers  1588  Ut»«  durch  C. 
Clusius.  Antwerp.  1589*  1605. 

 Portraits  d'oyseaux,  animaux,  serpens, 

herbes  etc.  d'Arabee  et  Egypte.  Paris  1557.  1618* 

J.  P.  Tournefort  Relation  d'un  Voyage  de  Levant,  con- 
tenant  l'histoire  ancienne  et  moderne  de  plusieurs  lies  de 
TArchipeP,  de  Constantinoptc,  des  cotes  de  la  mer  noir,  de 
l'Armenie,  de  la  Georgie,  des  frontiers  de  Perse  et  de 
TAsie  mineure.  Paris  1717.  2  Vol.  4.  Lyon  1717.  teutsch. 
Nürnberg  1776.  8- 

K  Hasselquist  Iter  palaestinum.  Stockholm  1757  aus 
d.  Schwed.  übers.  Rostock  1762.  8« 

W.  G.  Browne  Travels  in  Afiica,  Egyptand  Syria  from 
the  Y.  1792  —  98  Lond.  1799.  4.  teutsch  Weimar  1800. 


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s 


335 

lieber  Breite  bis  zu  <Ien  Eisbergen  <des  Südens, 
bis  zum  68  —  70  Gradsüdlicher  Breite  über  die  Erd- 
oberfläche verbreitet.  Ehe  ich  die  Gesetze  der 
Verbreitung  anhebe,  will  ich  zuvor  die  Vögel- 
arten in  den  verschiedenen  Welttheilen  aufzäh- 
len, und  zwar  zuerst  die  jedem  Welttheile  ei- 
gentümlichen Vögel,  und  dann  die  zwei,  drei 
oder  mehreren  Welttheilen  angehörenden  Vögel. 
Hierdurch  werde  ich,  um  Raum  zu  ersparen, 
Wiederholungen  in  der  Aufzählung  vermeiden. 
Sehr  gern  hätte  ich  die  Aufzählung  deir  Vögel 
nach  Abtheilungen  und  Segmenten  der  Erdkugel, 
nach  den  Graden  der  Länge  und  Breite  gewählt, 
allein  die  wenigsten  Reisenden  haben  in  ihren 
Schriften  die  Grade  der  Länge  und  Breite  derje- 


G.  A.  OUvier  Voyage  dans  I' Empire  Ottoman,  l'Egyp» 
te,  la  Persc.  Paris  1801.  2  Vol.  in  4.  4  Vol.  8 

TT,  Slocne  a  Voyage  to  the  islands  Madera ,  Barbados , 
Nieve,  St.  Christopheres  and  Jamaika,  with  the  natural 
history.  London  1*707.  2  Vol.  fol. 

M.  R.  (Riddel)  Voyage  to  Madera,  and  lower  Cary- 
bel  isles,  with  sketches  of  the  natural  history  of  thosc  is- 
lands.  Edinb.  1792.  12. 

A.  P.  Lednt  Voyage  aux  Isles  de  Tene'iiffe,  la  Trini- 
te,  Saint  Thomas,  St.  Croix  et  Porto- Rico.  Paiis  1810.  2. 
T.  8«  teutsch  durch  Zimmermann.  Elberfeld  i$n. 

P.  de  Laval  Voyage  contenant  ses  navigations  aux  In- 
des oriemales,  aux  Maldives,  Molucques,  au  Bresil  etc. 
Paris  1615.  2  Vol.  8-  1679.  2  Vol.  4. 

■ 

TT.  P.  Thunberg  Reise  durch  einen  Theil  von  Europa, 
Afrika  und  Asien  a.  d.  Schwcd.  Berlin  1792.  2  B.  8. 

t 

Vieler  andern  Schriften  nicht  zu  gedeuken. 


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336  ,  . 

nigen  Orte  angegeben,  wo  sie  die  Vögel  gefun- 
den haben.  Um  diesen  Mangel  einigermaasen  zu 
ersetzen,  habeich  die  Vögel  so  aufgezählt,  wie 
sie  von  Norden  nach  Süden  in  den  Welttheilen 
vorkommen.  Aus  dieser  mit  sehr  grofser  Mühe 
entworfenen  Aufzählung  der  Vögel  werde  ich 
späterhin  die  Beweise  für  die  aufzustellenden  Ge- 
setze d«:  Verbreitung  entlehnen. 


.  Das  Vaterland  einer  Vogelart  ist  da  anzu- 
nehmen, wo  sie  sich  im  freien  Naturzustande 
aufhält  und  fortpflanzt,  a)  Die  Periode  der  Fort- 
pflanzung, dieseBlüthezeit  derThiere,  setzt  die  gün- 
stigen Einwirkungen  der  Aufsenwelt  auf  diesel- 
ben voraus,  wodurch  sie  in  den  Stand  gesetzt 
werden,  den  Kulminations  -  Punkt  ihres  jährli- 
chen Lebens  Zu  erreichen.  Man  kann  keines- 
wegs nur  diejenigen  Länder  für  das  V aterland 
der  wandernden  Vögel  annehmen  b),  wo  sieden 
Winter  zubringen,  weil  die  Wanderungeri  der 
Vögel  vorzüglich  nur  durch  die  kalte  Jahreszeit 
verursacht  werden,  welche  eine  gänzliche  Ent- 
ziehung oder  einen  Mangel  an  Nahrung  für  diese 
Vögel  bewirkt.  Der  Grad  der.  Entfernung  der 
Vögel  von  ihrem  Sommer- Aufenthaltsort  ist  ganz 
zufällig,  und  richtet  sich  nach  der  Strenge  des 
Winters.  Viele  Vögel,  welche  in  sehr  kalten 
Wintern  bis  ins  nördliche  Afrika  wandern,  blei- 
ben bei  gelinden  Wintern  in  Italien,  Spanien 

— 

ä)  wie  auch  Zimmermann  für  die  Thiere  überhaupt  annimmt. 
b)  wie  Treviranus 


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337 


tthd  Griechenland ,  selbst  in  Teutschland.  Das 
Vaterland  dieser  Vögel  wäre  demnach  also  in 
verschiedenen  Jahren  verschieden.  Endlich  ist 
es  ja  auch  sattsam  bekannt,  dafs  bei  weitem  die 
meisten  Wander- Vögel  sich  in  denjenigen  Län- 
dern nicht  fortpflanzen,  wo  sie  den  Winter  zu- 
bringen. Von  den  Schwalben  und  einigen  an- 
dern ist  es  freilich  noch  problematisch. 

Um  bei  der  Aufzählung  der  Vögel  -  Arten 
keinen  Raum  durch  die  Citate  wegzunehmen, 
habe  ich  nur  vorzüglich  die  neuern  Reisenden 
genannt.  Das  vor  dem  Namen  mehrerer  Vögel- 
Arten  angebrachte  Fragzeichen  soll  anzeigen, 
dafs  die  Existenz  der  Art  noch  zweifelhaft  ist. 


I. 

Vogtl  Welche  Europa  eigenthümtich  sind,  ä)       - 1  o 

L  Raubvögel.  7  V  0 

Kurzzehigter  Adler  Aquila  brachydactyla.  Teutschland.   y.y.  L 

getiegerter  Adler        —    tigrina.  Kurland. 

rothlich  -  weifser  Adler  —    bubalina*  Kurland.  * 

a)  J.  A.  E.  GSze  Europäische  Fauna  oder  Naturgeschichte  der 

europäischen  Thiers  Leipzig  1793.  8-  B-  4-  5-  6-  Vögel. 

■■ 

Spitzbergen  ,  Island ,  Feroer  Inseln  u.  a. 

C.  /.  Phipps  (Mulgravc)  Voyage  towards  the  North* 
Pole.  London  1774.  4.   teutsch.  Bern  4.  französ» 

Paris  1775. 

/.  Anderson  Nachrichten  von  Island,  Grönland  und 
der  Straße  Davis.  Hamburg  1746.  Frankf.  undLeipz.  r]41* 
8.  Paris  1750. 

11 


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338 

rothf&fsiger  Falke     Falco  rufipes.  Teutschland, 

langschwänziger  Falke  —  macrourus.  Rufsland, 

langh&siger         —    —  braccatus.  Kurland. 


N.  Horrehow  The  natural  history  of  Island ia.  London 
1158  fol.  ursprünglich  dänisch.  Copcnhagen  1150.  8*  P*" 
ris  1164-  a  Vol.  in  12. 

E.  Olafsen  und  B.  Povelsen  Reisc  durch  Island,  a.  d. 
Dan.  übers.  Copenh  u.  Leipz.  1774.  4.  mit  Abbild. 

N.  Mohr  Forsoeg  til  en  Islandsk Naturhistorie  u.  s.w. 
Copenhagen  1786.  8- 

M.  D.  Brünichii  Ornithologia  borealis  sistens  collec- 
tionem  avium  in  omnibus,  »mperio  danico  subjectis  insulis 
borealibus,  factam.    Hafn.  1764.  gr.  4. 

H.  Höver  Eptstola  de  avibus  in  Farris  insulis  repe« 
riri  solitis,  in  Clusii  Exoticorura  Auctuario  p.  367» 

Lappland ,  Norwegen ,  Schweden  und  Dänemark, 

J.  Sehefferi  Laponiae  descriptio  Upsal.  1670.  Fran- 
cof.  1613. 

P.  Hoegstroern  Beschreibung  des  schwedischen  Lapp- 
lands. Leipz.  1-748*  8- 

C.  Hammer  Fauna  Norwegica.  Havn.  1175. 

E.  Pontoppidans  Versuch  einer  natürlichen  Historie 
von  Norwegen.  Kopenh.  1*754.  2  Th. 

 Kurzgefafste  Nachrichten  die  Naturhisto- 

rie  in  Dännemark  betreffend,  a.  d.  Dan.  üb.  Kopenh.  und 
Hamb.  1*765.  4- 

/.  C.  Pabricius  Reise  nach  Norwegen.  Hamb,  1779  8- 
C.  Linne  Reisen  durch  einige  schwedische  Provinzen. 
Halle  1764.  a.  d.  Schvv.  8- 


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I 


339 

gefleckter         Falke  Falco  versicolor  England. 
?  Ränder  • —    —     tnarginatus»  Sclavonien. 
rothfleckiger       —    —    ininutus.  Maltha. 


Ü.  Linni  Fauna  Suecica*  Lugd-Batav.  1*746.  fc.  ex 
ed  A.  J.  Kctzii.  Lips.  1800.  S* 

P.  G.  Tengmalm  Ornithologische  Bemerkungen  auf 
Almare  Stüik  in  Upland.  N.  Abh.  d.  schwed.  Akad.  B.  4. 
J.  1-783-  s-  4*. 

S.  Oedmann  Specialen  Örnithologiae  Wermdocnsif, 
ebend.  —  B.  5.  S.  50. 

C.  P.  Thunberg  Nachricht  Von  einigen  schwedischen 
Vögeln.  B.  19.  I-J98.  S.  322. 

J,  D.  Petersen  Verteichnifs  baltischer  Vögel ,  alle  auf 
Christiansoe  geschossen.    Altona  1766.  4. 

O.  K  Müller  Zoologiae  Danicae  prodromus.  s.  AnU 
mal.  Danicae  et  Norweg.  Hafn.  1*7-76.  8* 

  — ^   *ZooIogia  Danica  Vol.  1.  2.  Hafn,  et 

Lips.  1T79.  8» 

— •  — —  leones  aniroalium  rariorum  Daniae* 
Hafn.  1-777.  fol. 

Grofibrittanieri. 

R.  Sibbaldus  Scotia  illustrata  i.  Prodromus  historiae 

naturalis Scotiae.  Edinb.  1684-  f°l-  Sect.  3-p.  n.deAvibus. 

■ 

G.  Boate  Natural  History  of  Ireland.  Lond.  1752.  8* 

T.  Pennant  A  Tour  in  Scotland  ehester  1-7*71.  Lond. 
ITJ2.  1-714.  teutsch  durch  Ebcling.  Leipz.  1-7-79.  8- 

C.  Merret  Pinax  rerum  naturalium  Britannicarum. 
Lond.  1667.  8« 

22  * 


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I 


34° 

i 

schwarzer  Milan  —  ~ater.  Europa* 
Wespen  Bufsard  —    apivorus»  Europa. 

2  gestiefelter  Bufsard    —    pennatus.  Europa. 


T.  Pennant  The 'britisch  Zoology.  Lond.  t^SS.  fol. 
Lond.  1768-  teutsch.  Augsb.  1771.  fol. 

•C  AIerret    Ornithologia  Brirannica.  Lond.  1771.  foL 

W.  Lewin  The  Birds  of  Great  ßritain  systematically 
arrangcd,  acourately  engraved  and  painted.  8*  Volum. 
Lond.  1795.  4. 

J.  Walgott  Synopsis  of  british  Birds.  Lond.  1*794.  2, 
Vol  .  4. 

• 

E.  Donavan  The  natural  History  of  british  Birds. 
Lond.  -1794.  2  Vol.  gr.  8. 

T.  Bewich  History  of  british  birds.  Newcastle  1797; 

a  Vol.  ' 

(Schill)  The  History  of  sevenry  four  of  the  most  re- 
in arkaWe  british  Birds.  Lbndon  1^07.  8- 

W.  Markwick  Aves  Sussexienses»  or  a  Catalogue  of 
bieds  found  in  the  Country  of  Sussex.  in  d.  Transact.  o£ 
the  Linneau  Society  VoL  4.  p.  1. 

- 

Holland. 

Nederlandsche  Vogelen  door  G.  Notemann>  Amsrerd. 
1770.  Tweede  deel  door  M.  Houttuyn  Amst.  1789«  3«  D. 
1797.  4.  D.  1809.  5  D.  I8n. 

Teutschland. 

J.  L.  Frisch  Vorstellung  der  Vögel  in  Teutschland. 
Berlin  1743.  fol.  / 

J.  AI.  Beckstein  Gemeinnützige  Katurgeschichte  Deutsch- 
lands. Leipz.  1804.  8*  2  Aufl. 


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34* 

?  sclavomscherBufsarÄ—    sclav  onicus.  SclavoTii^n. 

Poscheger  Gespann&chaft. 
?.Rohr  Weyhe  —    arundinaceus.  Europa. 


F.  P.  A.  Leisler  Nachträge  zu  Bcchsteins  Naturgc- 
»cjüchte  Deutschlands.  H.  i.  Hanau.  Igi2.  8» 

• 

J.  M.  hechstein  Ornitholojrisches  Taschenbuch  Ypn  und 
für  Deutschland.  Leipz.  1802.  2  B.  in  8- 

Bekker  Deutsche  Ornithologie.  Darmstadt  1800.  fol. 

J.  Wolf  und  R.  Meyer  Naturgeschichte  der  Vogel 
Deutschlands  in  getreuen  Abbildungen.  Nürnb.  1305.  fol. 

„  — , —    Taschenbuch  der  deutschen  Vogelkunde. 

Frankf,  i8i<V  8-  ?> 

C.  Schwenckfeld  TheriopHeionSilcsiae.  Lignic.  1603.  4. 

h  H.  Zorn  Episrola  de  avibus  Germaniae,  praesertim 
sylviae  Hercyniae.  Pappenh.  1745.  4. 

P.  C.  Fabriclus  Commentatio  de  Antmalibus  Wettera- 
viae  indigenis.  Heimst.  1749.  8« 

F.  T.  Bockas  Preufsische  Ornithologie  ;  im  Naturfor- 
scher St.  8-  S-  39-  St.  9.  S.  39.  St.  12.  No.  io<  St.  13, 
N.  18.  St.  17.  N.  7. 

Fr.  P.  Schrank  Fauna  Boica.  Nürnb.  1798.  8«. 

Siemjsen  Handbuch  der  systematischen  Kenntnis  der 
mecklenburgischen  Lan<J-  und  Wasser- Vögel.  Rostock  und 
Leipz.  1794-8- 

7.  T.  Klein  Aviarium  Prussicum;  in  d.  Neu.  gesells. 
Erzähl.  Th.  2.  S.  185. 

G.  ff.  Krameri  Elcnchus  vtgetabilium  et  animalium 
per  Austriam  inferiorem  observatorum.    Viennae  et  Prag. 

8« 


1 

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342 

4 

graue  Weyhe  —    griseus.  England. 

Wasser  —  —    rufus,  Teutschland, 

Frankreich« 


Schwei tz^ 

ff.  B.  de  Saussure  Voyage  dans  les  alpes  ptccc'dc 
d'une  bist,  naturelle  da  envirom  de  Geneve.  Neufchatel 

G.  K.  C.  Storr  Alpenreise.  Leipz.  1*J84-  2B.4.  enN 
hält  ein  Verzeichnifs  der  in  der  Sehweite,  vorkommenden. 
Vögel  nach  Sprüngli'*  SammHw^ 

Rufsland.. 

P.  S.  Pallas.  Reise  durch  verschiedene  Provinzen  de* 
russischen  Reichs.  Petersburg  177*.  3  Th.  4^ 

t 

S.  C.  Gmelin  Reise  durch  Rufsland  zur  Untersuchung 
der  drey  Reiche  der  Natur..  Petersb.  1771.  3  Th.  4. 

X  Lepechina  Tagebuch  der  Reisen  durch  verschiedene 
russische  Provinzen..  Altenburg  1774.  $  Th.  aus  dem  Rus- 
sischen.. 

P.  S.  Pallas  Bemerkungen  auf  einer  Reise  in  die  süd- 
lichen Statthalterschaften  des,  russischen  Reichs«.  1796.  sTh,. 
in  4.  franz.  Paris  1805.  4. 

* 

X  G.  Georgi  Geographische,  physikalische  und  narur» 
•historische:  Beschreibung  des,  russischen.  Reichs..  Königsb«. 
1199-  3  Th.  4. 

J.  L.  Fischer  Versuch  einer  Naturgeschichte  vonLiv* 
Und.  Leipz^  1778.  8- 

J.  M.  G.  Besehe  Bcytrag  zur  Naturgeschichte  der  Vo- 
gel Kurlands,  mit  gemablten  Kupf.  nebst  einem  Anhanget 
Über  die  Augenkapseln  d.  Vögel.  Mietau  il  Leipz.  1792« 


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343 


Nacht  Kauz  Strix  aluco.  Europa,  von 

Schweden  an« 
rauhfüfsiger  Kauz        —    dasypus,         Franken , 

Thüringen. 


E.  W.  Drümpelmann  Getreue  Abbildungen  und  natur- 
historische Beschreibungen  aus  d.  nördi.  Provinzen  Rufs- 
lands, vorzüglich  Lief- Est- und  Kurlands..  Riga  igu.  foL 

- 

Polen. 

P.  G.  Rzaczynski  Historia  naturalis  curiosa  Poloniae 
magnae  ducatus  Lituaniae.    Sandomir.    1*721.    4.  Auct. 
Ged.  1-736. 

Ungarn. . 

A.  F.  Comes  Mars  ig  Ii  Danubius  pannonico  -  mysicut. 
Hag.  Coro.  1*726.  fol. , 

I.  Severini  Tentamcn  Zoologiae  Hungaricae.  Posen. 
»TO  8* 

/.  B.  Grofsinger  Uni  versa  historia  physica  regni  Hun- 
gariae  secundum  tria  regna  naturae  T.  2.  P.  2.  Ornithol. 
Poson.  et  Camarom.  1*793.  8* 

Frankreich. 

P.  Barrere  Ornithologiac  speeimen  novum  sive  serict 
avium  in  Russinione,  Pyrcnaeis  montibus,  atque  in  Gallia 
aequinoctiali  observatarum.  Perpiniani  1*745.  4- 

Delarbre  Essai  Zoologique  sur  rAüVcrgne,  ou  histoire 
naturelle  des  animaux  sauvages  quadrupedes  et  oiseaux  in- 
digenes.  Paris  1798.  8» 

P.  P.  Lapeyrouse  Table«  roethodiques  des  mammife- 
res  et  des  oiseaux  observes  dans  le  departement  de  la  haute 
Garonne.    Toulouse  1799.  8« 

J.  L.  M.  Guillemeau  Essai  sur  l'histoire  naturelle  des 
Oiseaux  du  Departement  de  Deux  Severs.  Paris  1806.  8- 


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344 


Zwerg  Kau»  —    pygmea.  Europa, 

grofse  Habichts- Eule  —    macroura«  — 


Spanien  und  Portugal. 

J.  &  Agnesii  Apologia  $  liber  de  avibus ,  quae  in 
Albufcra  palude  prope  Valentiara  degunt,  in  ej.  Oper, 
poetic.  1545.  8* 

G.  G.  Casal  Historia  natural  y  medica  de  e  principade 
de  Asturias.    Madrid  1762.  4. 

1 

G.  Bowles  Introduction  a  la  Historia  natural  y  ge- 
ografia  fisica  de  Espanka.  Madrid  1775*  4*  franz.  v.  Fla« 
vigny.  Paris  1776.  8«  cd.  G  M.  d'Azara.  Parma.  1783«  8- 

/.  Cavanilles  Observation  es  sobre  la  Historia  naturale, 
Geografia  etc.  del  regno  de  Valencia.  Madr.  1795. 3  Vol.  fol. 

Brohwell  Natural  and  political  history  of  Portugal. 
Lond.  1726.  8- 

J.  Armstrong  History  of  tbe  Island  of  Minorca. 
Lond.  1752.  1756.  8-  Pari«  *lß9>  *3«  "eutsdv.  in  d. 
Gott.  Samml.  1764.  8« 

Descrizione  de  las  islas  Pythiusas  y  Balearcs.  Madr. 

Italien. 

C.  Pilali  Saggio  de  Istoria  naturale  del  Bresciano* 
Brescia  1769.  4. 

Maltoni  delle  Istoria  naturale  della  provincie  Berga* 
inasche.    Bergamo  1778« 

P.  A.  Gili  Agri  romani  historia  naturalis  tres  in  par- 
tes divisa,  P.  regn.  anim.T.  1.  Ornithologia.  Rom.  1781.  SV 

Jausjin  Mem  hist.  sur  lhistquc  naturelle  de  laCorse* 
Laus.  1758-  8- 


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S45 

H,  Klettervöge^ 

p 

Elster  Specht.  Picus  leuconotus.     Rofsland;  Po- 

len, Schlesien. 


GrisaUi  Istoria  naturale  dell'isola  diGorsica.  Floren». 

J-774-  8- 

Storia  naturale  dellisola  di  Corsica  «1  Sign»  Hasen- 

öhrl.  Firenz.  1^4.  $. 

Barrel  Mem.  für  l'hiat.  natur.  des  Corses,  Parif  1*783- 
Ii.  tr.  de  rangt. 

D»  J.  Ax,umi  Hier,  geographique,  poÜtiqoe  et  naturelle 
de  la  Sardaignc.  Paris  et  Strafsburg. 

D.  Schiavi  Descrizione  dt  varie  produzionc  natorali 
della  Sicilia.  Palermo.  1*76 

•  L.  Spallanzani  Viaggi  alle  due  Sicilie.  Pavia 
6  Vol.  Bern  1-795.  8-  Leipa.  1*795.  8-  P*«*  >799- 

K  Cetti  Storia  naturale  di  Sardegna.  Piatt.  4*7*74.  8* 
Vol.  2.  gli  Uccclli.  Leipz.  1*784*  8- 

L.  de  Boisgelin  Malte  ancienne  et  moderne,  contenant 
la  discription  de  cette  ile,  son  Histoire  naturelle  etc«  Mars. 
Parts  1805.  3  Vol.  8- 

Koestlin  Briefe  über  die  Naturgeschichte  der  Insel 
Elba.    Wien  1*780.  8» 

Dalmatieri)  Türkey  und  Archipclagus. 

Fortis  Viaggio  in  Dalmatia.  Vcnet.  1*774.  4.  3  VoL 
Bern.  1*7*76.  8« 

P.  jV.  Chrysqgono  Notizia  per  servire  alla  istoria  na«» 
turale  della  Dalumtia.  Treviso  178<V  4. 


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346 

i 

III.  Singvogel.^ 

• 

schwarzstirnigerWürger  Lanius,  minor  s.  Italiens,  Europa, 

Teutschland,  Italien.  * 
Skurzschwanziger —      —     bracbyurus.  Ungarn, 

Taurien  nach  Pallas. 
Roth  Drossel  Turdus  iliacos.  Europa,  von  Island  au, 
Mistel  —  —  viseivorus.  Europa,  v.  Norwegen  an. 
Kohr     —         —  arundinaceus.  Europa,   die  kältere. 

Zone  ausgenommen. 
Stein     —         —  saxatilis.     sudliches  Europa ,  Oest- 

reieb,  Tyrol,Ungarn,  Itajien*.  Türkei» 
zweideutige  Drossel    Turdus  dubius*        Europa , 

Teutschland. 

• 

einsame  Drossel  <—    solitarius.  Frankreich, 

weifsschw'anzige  Drossel  —    leueurus.  Spanien, 
gefleckter  Fliegenfänger  Muscicapa  grisola^  Euröpa,  von  . 

Schweden  an. 

schwarzrückiger  —         —    atricapilla.    Europa,  von 

Sondmor  an. 

schwarzgrauer    —         —    museipeta.   Europa,  in 

Schweden  nicht. 

kleiner  —         —    parva.        Europa,  in 

Schweden  nicht. 

Sprosser  Grasmücke,  Sylvia  philomela,  gemäfsigtes  und 

südliches  Europa,  in  Schweden  nicht, 
graue         —  —    hortensis,    —  — 

Klapper      —  —    garrula,      —  — 

fahle  —  —    cinerea,       —  — 

gesperberte—  —    nisoria,  Teutschland. 


Observazioni  storiche,  naturalt,  politichc,  intorno  la 
Valachia,  Moldavia.  Neapel  i«788-  *2- 

C.  S.  P.  Sonniai  Voyage  en  Grece  et  enTurquie.  Pa- 
ris 1801.  4.  übers,  in  Mag.  d.  Reis.  Berlin  1801  B.  24. 

1 


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347 

bippolais*    Europa,  von 

Schweden  an. 
atricapilla ,  —  — 
schoenobanus—  — . 
modularis,  —  ,  — 
sibilatrix,  —  — 
phragtnitis»  —  — 
rufa,  —  — 

fitis,  —  — 

naevia,         —  — 
superciliosa,  Rufsland, 
ferruginea ,  — 
Dortfordiensis,  England, 

Frankreich» 
fluviatilis,  Oesterreich; 
pallustris,  Teutschland, 
albifrons,  — 
griseothorax,  — 
massiliensis  >  Provence, 
maculafa,  — 
melanocephala,  Sardinien, 
moschita  %  — 
schwarzkehJigerSteinscbmätzer,Saxioola  rabicola,  Europa, 

von  Drontheim  an. 
—       maura,  Rufsland. 
Parus  cristatus  %    Europa  p 

vonSondmor  an. 

—  jgnotus,  in  der  Gegend 
vonSondmor  nachStroem. 

—  narboniensis,  Langue- 

dock. 

Accentor  alpinus,  Alpen  Tyrols, 
Kraiqs  und  Kärnthens. 
^  Brach  -  Pieper    Anthus  campestris,  Europa  von  Island  an. 
"Wasser —         —     aquaticus,  Teutschland,  Italien. 


gelbbäucbigerLaubvogel— 

schwarzköpflger  Sänger — 

?  rothfarbiger  —  — 

schieferbrü^tiger  —  ~ 

geschickter  — 

Schilf  —  — 

Weiden  —  — 

Fitis  —  — 

gefleckter  — .  — 

Augenbraun  —  — 

goldkehliger  —  — 

?Dortforder  —  — 

?Flufa  —  — 

Sumpf  —  — 

?  weifsstirniger  —  — 

?  graubrüstiger  —  — 

?  Provenzer  —  — 

?  gefleckter  —  — 

?  schwarzköpflger  —  — 

?  rothkappiger  —  <r— 


rothkehliger 
Hauben  Meise 

?  Norwegische 

?  rotbgraue 

Alpen- Fluevogel 


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34« 

?  dunkelfarbige  Lerche.   Alamda  obscura,  England* 

?  kleine  —         —    minor,  Europa. 

?  Sumpf  t         —    mosellana,  an  der  Mosel, 

ziegelfarbige       —         —    testacea,  Europa.. 

weifcscbnäbelige —         —    albirostris,  Portugal, 

?  grüner  Baumläufer      fcerthia  viridis,  Kjfrnthen. 

Felsen  Schwalbe    Hirundö  melba,   Süd-Europa,  Malta, 

Insel  Lipari  nach  Spallanzani, 
Schweiz,  Savoyen. 

Stein  Krähe        Corvus  graculus,    Alpen  der  Schweiz, 

Tyrols,  Kärnthens. 

Brand  Fink      Fcingilla  flammea ,  Noeland  irtSchweden. 

Citronen  Fink  Fringüla.  citrinella,  Oesterreich,  Schweiz, 

Tyrol. 

%  dummer  —    stulta.,  Italien. 

?  gesprenkelter Fhjk —    bononiensis,  um  Bologna. 
2  weifsschwänziger Fink,  Fringüla  leucura,.  um  Bologna. 
$  Dalmatischer,         —        —     dalmatica,  Dalmatien. 
ziegelrotber  —       —    testacea,  Portugal. 

Berg  -  Ammer  Emberiza  montana,  nördliches  Europa. 
Sperlings-  —         —       passerina,       —  t- 
Zaun-       —  cirlus  s.  elaetfcorax,  nördli- 

ches Europa. 

Zip-  —       cia,         südliches  Europa, 

gebünderter —  lesbiaK  Provence. 


IV.  Hühnerartige  V&gel. 

Holz -Taube,  Columba  oenas,  Europa,  vort  de  nFero er 

Inseln  an. 

graues  Waldhuhn,  Tetrao  canus,  Schweden. 

rothes     —  —    scoticus,  Schottland. 

?  Damascener  Feldhuhn,  Perdix  damascena ,.  Frankreich. 

schwarzgewelltes  Feldhuhn,  Perdix  andalusica,  Andalusien" 

mondfleckiges  Feldhuhn,  Perdix  gibraltarica,  Gibraltar, 

wahrscheinlich  auch  in  der  Barbarei. 


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.- 


349 

V,  Sumpfvögel. 

unbestimmter  Ralle    Railas  dubios ,  Sclavonien. 
isabellfarbener  Läufer    Cursorius  isabellinus ,  England , 

Teutschland,  Frankreich» 
olivenfarbiger  Strandläufer  Tringa  cälidris,  nördliches 

Europa. 

gewellter  *—  —    undulata,  Norwegen» 

Dänemark,  Kurland» 
einfarbiger  — *•  uniformis,  Island, 

graulicher  —  —    grisea,  Europa, 

gesprenkelter  Strandlänfer  Tringa  naevia,  Europa, 
kurzschnabliger     —  —    lincolniensis, England» 

rothbrüstige  Schnepfe  Scolopax  belgica,  Niederlande. 
Zwerg- BrachvDgel-  Numenius  pygmaeus  s.  pusillus, 

Nord-Europa, 
grüner  Nimmersatt  lantalus  viridis,  Rufsland, 
glänzender  —  —      igneus,  — 

kleiner  Regenpfeifer  Charadrias  minor  s\  fluviatiHs ,  Ett- 

ropa. 

Italienischer  Currier  Coerira  italicä,  Italien, 
dunkelfarbiger  Reiher,  Ardea  obscura,  Sclavonien. 

VI.  Schwimmvogel. 

Felsen  Meve  Larus crepidatus,  Spitzbergen,  nordliche 

Europa,  Nordsee,  Ostsee. 
Gulaund  Gans  Anser  boreaüs,  Island. 
Isländische  Ente,  Anas  islandica,,-  Island»  r>  * 
weiüsaugige  —      —  leucophthalmos,  nördliches 

Teutschland,  Rufsland, 
schwarzkinniger  Steifsfufs  Podiceps  hebridicus,  auf  den 

Hebriden. 

graukehliger  —         —      subcristalus,  Europa, 

langschnäbeliger      —         —      longirostris,  an  den 

Bächen  und  Flüfsen  der  Pyrenäen. 


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35o.  , 

II. 

Vogel  welche  Asien  eigenthutnlich  sind,  ö) 

I.  Raubvögel. 

Ohren-        Geyer  Vultur  pondicerianus ,  Ostindien, 
langhalsiger       —     —    indicus,  — 
Coromandelscher—      —     gingianus,  Coromandel. 
Mönchs  -  —     —    monachus,  Amboina. 


Kamtschatka  und  Siberien. 
d)  Außer  den  früher  genannten  Reisen  von  Pallas ,  Lepechina, 
u.  a.  vorzüglich  folgende:  , 

Ä  Krascheninnikof  Geschichte  von  Kamtschatka  (in 
russis.  Sprache.  Petersb.  1*754.  2  B.  in  4.)  engl,  durch  J. 
Gricw.  Glocester  1*764.  4.  teutsch  durch  Köhler.  Lemgo 
l*]66.  franz.  Lyon  l']6'].  Amst.  1T70. 

J.  G.  Gmelin  Reise  nach  Sibirien.  Göttingen  1-751. 
4  Th.  8- 

G.  W.  Steiler  Beschreibung  von  dem  Lande  Kamt- 
schatka.    Frankf.  und  Leipz.  i"H4.  8» 

 .   Tagebuch  setner  Seereise  aus  den  PetrU 

Paul  Hafen  in  Kamtschatka  bis  an  die  westlichen  Küsten, 
in  4fn  neuen  nordischen  Denkwürdigkeiten  von  Pallas. 
5.  und  6.  B. 

 Topographische  und  physikalische  Be- 
schreibung der  Berings- Inseln  cbend.  S.  10. 

S.  Oedmann  Beschreibung  von  Kamtschatka,  dessen  Ein- 
wohnern und  physikalischen  Merkwürdigkeiten.  Upsal. 

1187-  8« 

W.  Coxe  Account  of  the  Russian  discoveries  between 
Asia  und  America.  Lond,  i^fto.  4.  fr.  Paris  i*)8i-  4» 


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; 


351 

kastanienbrauner  Geieradler  Gypactos  castaneus,  Persien. 
Jaik  Adler    Aquila  leocorypha,  am  Jaik  nach  Pallas, 
grimmiger  Adler  Aqnila  ferox,  Astrakan. 
rothbrauner  Adler   Aquila  sinensis,  Asien,  China,  Indien. 


J.  Billings  An  Account  ot  a  geographical  and  astro- 
nomical  cxpcdition  to  the  northcrn  parts  of  Russia.  Lond. 
1800.  4.  fr.  Pari*.  1802. 

Kaukasus,  Persien,  Syrien,  Klein  Asien,  Palästina. 

Arabien. 

P.  S.  Pallas  Rcice  von  der  nördlichen  Seite  des  Kau« 
kasus  bis  nach  Choy  in  Persicn.  in  2  ß.  d.  neu.  Denkw. 
des  Nordens. 

C.  Bablizl  Bemerkungen  in  der  persischen  Landschaft 
Gilan  und  auf  den  Gilanischen  Gebirgen,  in  Pallas  n. 
Nord-Beitr.   B.  4.  S.  1. 

J.  A.  Güldenstadt  Reise  durch  Rufsland  und  im  kau- 
kasischen Gebirge.  Petersb.  1787*  2  B.  4.  herausgegeben 
von  P.  S.  Pallas.  4' 

Philippi  Sanct  •  Trinit.  Carmelitae  Itinerarium  orien- 
tale.  Lyon  1649.  8« 

Chardin  Voyage  en  Perse  et  autres  lieux  de  TOrient. 
Amst.  itii.  10  Vol.  12.  Amst.  1735.  4  Vol.  4. 

A.  Bussel  The  natural  history  of  Aleppo  and  parts 
adjacent.  Lond.  1*7  B.  4.  2  ed.  1794.  4. 

T.  F.  Hasselquist  iter  palacstinum.  Stockholm  1*749  in 
schwed.  Sprache,  übers,  von  Linne'.  Rostock  1*762.  8* 

Karsten  Niebuhr  Reisebeschreibung  nach  Arabien. 
Kopenh.  17*72.  4.  Leipz.  1774.  x 

P.  Forskael  Dcscriptio  jnimalium,  avium  etc.  in  itinen 
orientali  observat.  ed.  Niebuhr.  Hatn.  1775.  4. 


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35» 

Schüä*         Adler  Aquila  cheela,  Ostindien. 

Pondiscberischer  —  —  pondiceriana ,  Ostindien. 

Meer  -  —  maritima,  Javanische  Meersufer» 


P.  Forshael  Iconcs  rerum  naturalium.  —  1*7*76.  4. 

Atlas  Japanensis,  "beeng  remarkables  Addresscs,  by 
Way  of  Ambassy  from  the  East  India  company  of  united 
Provincei  to  the  Eraperor  of  Japon,  collcctcd  out  oftheir 
several  writting  and  adorned  with  several  sculptues  by  J» 
Ogilby.  Lond.  1670.  fol.  franz.  Amst.  1680. 

E.  itaempfer  fiistory  of  Japan.  London  1727  fol.  2 
Vol.  Franz.  a  laHaye  1*729  fol.  Amst.  1732.  holt'änd.  Amst. 
1*733.  teutsch  von  Dohm  Lemgo  1777  2  V.  4. 

Charlevoix  Histoirc  du  Japon,  ou  Ton  trouVe  tout  ce 
qu*on  peut  apprendre  de  la  nature  et  des  produetion»  du 
pays.  Paris  1736.  3  V.  4-  »754- 

Mengoki y  Japan  ,  China,  Tunkin ,  Siam. 

F.  Bernier  Voyage  contenant  la  description  des  Etats 
du  Grand  Mogol  etc.  Amst.  1679.  ll2$*  I125*  a  ^  *n  l2, 

J.  B.  du  Halde  Description  generale  historfque,  chro- 
nol. ,  polit. ,  et  physique  de  l'Empire  de  la  Chine  et  de  la 
Tartarie  chinoise.  Paris  1735.  4  Vol.  fol.  a  la  HayC  1736. 
teutsch.  Rostock  1747.  4. 

Grozier  Description  generale  de  la  Chine.  Paris  1785*  4* 

Richard  Histoire  naturelle  et  eivile  de  Tunkin.  Paris 

1 

1788-  2  Vol.  in  12. 

Voyage  de  Siam  par  les  P.  P.  Jesuites.  Paris  i685-  S« 
Second  voyage.  Paris  1691.  12» 

De  la  Louhire  du  royaume  de  Siam.  Paris  1691.  12. 

Turpia  Histoirc  naturelle  et  eivile  du  royaume  de  Siam. 
Paris  1771.  2.  Th.  in  12. 


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533 

graufftfsiger  Habicht  Falco  orientalis,  Japan, 
schwarzkehliger  Habicht  Falco  japonicus,  Japan, 
gelbgestreifter        —       —    badius ,  Zeilon* 


Indien  und  asiatische  Inseln, 

Histoire  naturelle  et  generale  des  Indes,  iles  et  terre 
fcrme  de  la  grande  mer  oce'ane,  trad.  dp  castellan.  Paris 
1666.  fol. 

Delion  Nouvelle  Relation  d'un  voyage  fait  aux  Indes 
Orientale*,  contenant  la  description  des  iles  de  Bourbon  et 
de  Madagascar,  de  Surate,  de  la  Cote  de  Malabar,  de  Ca- 
licut,  de  Timor,  de  Goa  etc.  avec  l'histoire  des  plantes 
et  des  animaux  qu'on  y  trouve  etc.  Amst.  1699.  12.  Lon- 
don 1999.  8- 

Gaultier  Schouten  Voy.  aux  Indes  Orientale*.  Amst. 
Ilo*].  2  Vol.  12. 

K  Valentyn  Beschryving  van  onde  niew  Ostindian. 
Amit.  i-jai,  8  Vol.  fol. 

J.  G.  Worm  zehnjährige  ostindianische  und  persiam- 
sche  Reisen.    Dresd.  u,  Leipz.  i^*J.  8* 

Istoria  naturale  e  politica  del  regno  del  Gran-Mogul, 
deir  India,  di  Pegu  etc.    Venet.  1138-  8- 

G.  F.  Gerbert  ostindische  Naturgeschichte  etc.  Halle 
1752.  8- 

P.  Osbeck  Reise  nach  Ostindien  und  China,  aus  dem 
Schw.  iibers.  von  Georgt.   Rostock  176%-  8- 

Sonnerat  Voyages  aux  Indes  orientales  et  a  la  Chine. 
Paris  i-]82-  3  T.  4.  Aus  d.  Fram.  übers.    Zürch  1783- 

Fra  Paolino  da  S.  Rartolomeo,  Carmelitano  scalzo, 
Viaggio  alle  Indie  orientali.  Roma  1796.  8*  Franz.  Paris 
1808«  8-  3  Vol.  teutsch  iibers.  v.  J.  K.  Forster  in  Berlin. 
Magaz.  1798-  B.  15 

X.  PennanL  Indian  Zoolog.    Lond.  1*769.  fol. 

—  —  Indische  Zoologie  mit  15  Kpf.  von  J.  R. 
Forster.    Halle  fol. 

23 


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354 

weifstirniger  Habicht  Falco  indicus,  Java, 
rothtropfiger  Falk  Falco  regulus,  Sibirien  nach  Pallas. 
Dümmerungs  —    —      vespertinoides ,  Sibiüen. 
Würger  —  ,  —    lanarius,  Tartarei,  nördliches  und 

östliches  Sibirien, 
süber&cbw'anziger  Falk  Falco  asiaticos,  China, 
schwarzblauer       —    —     caerulescens ,  Bengalen, 
gelbköpfiger  —    —     ochrocephalus,  Ostindien, 

rautenfleckiger  — —    —     rhombeus,  am  Ganges. 
Federbusch  —    —     cirrhatus,  Ostindien. 

Beritz  —    —    calidus ,  — 

geschickter  —    —    melanoleucos  — 

Schrei-  —    —    vociferus,  Küste  von  Co- 

romandel. 

Zeilonischer  —    —    ceilonensis,  Zeilon. 

Javanischer  —    —    javanicus,  Java. 

Berg  Kauz  Strix  barbata,  Sibirien. 
Yaik  Ohreule  —      diminuta,  Sibirien,  nach  Pallas, 
weifsliche  Ohreule  —      pulchella,  Sibirien 


J.  T.  Koelreuter  Aves  indicac  rarissimae  et  incogni- 
tae  in  d.  Nov.  Comm.  Ac-  Petrop.  T.  Ii.  M.  p.  429. 

Sonnerat  Reise  nach  Neuguinea,  nebst  einer  Beschrei- 
bung der  philippinischen  Inseln  undMolukken,  a.d.  Franz. 
übers,  von  Ebeling.    Leipz.  i*7*n.  4. 

IV.  Smarden  History  of  Sumata,  London  l*/83»  4* 
Paris  1-788-  8- 

/.  C.  Wolfs  the  Üfe  and  advcntures  in  Ceylon,  with 
a  description  of  that  island,  its  natural  productions,  etc. 
by  Erkelskron.  Lond.  1*785.  8.  Paris  1*793.  8. 

R.Percival  an  Account  of  the  island  of  Ceylon,  con- 
taining  its  history,  geography,  natural  history  etc.  Lond. 
1803.  4.  teutsch  in  Sprengeis  Bibl  B.  u.  Weimar  1804. 

The  narrative  oi  Cap.  Woodard  with  description  of 
the  island  of  Celebres  etc.  3  ed.    Lond.  1804.  8- 


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355 


schwarzfüfsige  Ohreule  Strix  sinensis,  China, 
mondfleckige       —       —    coromanda,  Coromandel. 
Indische  —  • —    indica,  Zeilon. 

• 

IL  Klettervögel. 

dickschnäbeliger  Papagei  Psittacus  nasutus,  China, 
blauhalfteriger  S'ttich  —    capistratus,  Ostindien, 

schwarzschwanziger  Lory    —    cochinsinensis ,  Co- 

chinchina. 

rothafteriger  Sittich  Psittacus  leverianus  ,  Ostindien. 

indicus,  - — 
Lichtensteinii ,  — 

multicolor,  Ostindien. 
Sonnerati,  — 
accipitrinus,  — 
orientalis,  — 
asiaticus,  — 
variegatus  ,  — 
ornatus ,  — 
incarnatus,  Ostindien, 

Java, 
eupatria,  Gingi. 
borneus  *    Ostindien  , 

Borneo. 
erythrocephalus,  Ben- 
galen, Gingi,  Borneo. 

—  anriulatus,  Chandernagor. 

—  barbatulatus ,  Malacka. 

—  moluccensis,  — 

—  Alexandri.  Ceilon. 

—  torquatus,  Philippinen. 
Psittacus  melanopterus ,  Lu- 

zon,  Java. 

—  minor,  Luzon. 

—  philippinarum,  Phi- 


ostindischer      —  — 

geschminkter    —  — 

weifshalsbandiger—  — 

blauhalsbandiger  —  — 

Habichts  -  Papagei  — 

blaurückiger  — 

rothwirbliger  —  — 

bunter  Lory  — 

blaubindiger    —  — 

rothkehliger    —  — 

Achselband      —  — 

rother  Sittich-  —  «— 

rothköpfiger  Sittich  — 


gelbrin  geliger  — 
violet  nackiger  — 
blausteissiger  — 
Alexanders  — 
Halsbands  — 
schwarzflügeliger— 

buntflügeliger  — 
rothbäuchiger  KakatU 
lippinen. 


*3 


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35<* 


gelbschwingiger  Papagei  Psittacus  lucionensis,  Philipp. 
Kulavissi  Papagei  Psittacus  galgulas ,  Philippinen. 


gehäubter  Sittich      —  jav 


,Tanicus 


Java. 


Osbeckischer  —        —      Osbeckii,  — 
blauscbwänziger  Lory  Psittacos  caeruleatus ,  Borneo. 


gelbstreifiger  Papagei 
schwarzkopfiger  Sittich 
blaumanteliger  — 
violettblauer  Sittich  Lory 
Kappen  Lory 
grauschwingiger  Sittich 
gelbschulteriger  — 
weifser  Kakatu 
rothhaubiger  Kakatu 
gelbhaubiger  — 
geschwätziger  Lory 

purpurkappiger  — 

schwarzkappiger  Lory 

karmoisinrother  — 
einfarbiger  — 
grafsgrüner  Papagei 
grofser  Bartvogel  Bucco  grandis,  China, 
gelbhalsiger  Bartvogel  Bucco  philippinensis,  Philippinen* 
schwarzkehliger  Bartvogel  Bucco  niger.  — 
schwarzkopiiger      —  —    indicus,  Ostindien, 

grüner  —  —    viridis,  — 

rothkopfiger  —  —    rubricapillus  ,  Ceilon. 

gelbwangiger         —  —    ceilonicus,  — 

blaukehliger  Kuruku  Trogon  asiaticus,  Ostindien, 
gestreifter        —        —        indicus ,  — 
gefleckter        —        —        maculatus,  Ceilon. 
Band  —  — -       fasciatus ,  — 

blaurückiger  Kuckuk  Cuculus  sinensis,  China. 
Paradies-  —  —    paradiseus ,  Siara. 


bataviensis,  Java, 
atricapillus,  Molucken» 
amboinensis,  — 
coccineus ,  — 
aiciniatus ,  — 
quebiensis,  Amboina. 
xanthosomus ,  — 
cristatus,  Molucken. 
moluccensis ,  — 
sulphureus ,  — 
garmlus  ,  Molucken, 
Ceram,  Java, 
dotnicilla ,  Molucken , 

Ostindien, 
lory,  Molucken  und 
Philippinen ,  Insel  Yolo. 
puniceus ,  Amboina. 
unicolor,  Molucken. 
gramineus ,  Amboina. 


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357 


4 

goldbrauner  Kuckuck    Cuculus   mindanensis,  Philippi- 
nen. 


gestreifter  — 

gelbb'auchiger  — . 

rotbgefleckter  — 

Schiller  — 

dreystreifiger  — 

Sonnerats  • — 

grauköpfiger  — 

Halsbands  — - 

geschickter.  — 

gewellter  — 

Lerchen  — 
schnepfenfarbiger — 

gefleckter  — 

rothkupfiger  — 


radiatus,  Panay. 
flavus,  — 
punctatus,  Ostindien, 
Philippinen, 
orientalis,  Ostindien, 
indicus ,  — 
Sonnetatii,  — 
poliocephalus,  — 
coromandus,  Coraman- 

del. 

melanoleucos,  — 
honoratus ,  Malabar. 
bengalensis  ,  Bengalen.  . 
scolopaceus,  — 
maculatus  ,  — 
pyrrhocephalus  ,  Cei- 


lon. 

rostrother  Specht  Picus  persicus,  Persien, 
schwarznackiger  Specht  Picus  bengalensis,  Ostindien, 
gesprenkelter         —      —    psarodes  ,  — 
halbschnäbeliger     —  — -    semirostris ,  — 
rothschulteriger      —      —    malaccensis,  Malacka. 

— «    mineatus  ,  Java* 

—  philippinarum,  Philippin. 

—  manillensts ,  — 

—  cardinalis,  Insel  Luzon. 

—  moluccensis ,  Molucken» 


rothflügliger  — 

braungrüner  — 

schmutziggrüner  — 

Cardinal-  — 

Brun  -i  — 


III.  Singvögel. 

kurzschwänziger  Würger  Lanius  brachyurus,  Pannen,  nach 

Pallas. 

rothschwänziger     —       —    phoinicurus ,  Daurien, 

nach  Pallas. 

Schach  • —       —    schach,  China. 


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358 


scbeerenschwänziger 

Choretz 

rothscbläfiger 

gelbschnäbliger 

nacktscbaftiger 

graubräunlicher 


backenschnäbeliger       —  — 


weifser 
feueraugiger 
rothkeblige  Drossel 

dunkle  — 
blasse  — 
gchäckige  « — . 


rothhalsige    —  — - 


weifsbackige 
Shanhu  — 
tnondhälsige  — . 
violette  — 
schwarzhalsige  — 
Pfeif.  _ 
Brillen-  — 
gelbe  — > 
grüne  — 
streifsch  wanzige  — 
Schrei  -  — 
Pagoden  — 
Federbusch-  — 
oran  geköpfige — 

grünliche 
aschgraue  — 
grausteifsige  — - 


Würger  Lanius  caerulescens ,  Ben- 
galen. 

—  —    cristatus,  Bengalen 

—  —    emeria ,  — 

—  —    boulboul,  Ostindien 

—  —    malabaricus,  — 
— •       —    lucionensis ,  Insel 

Luzon. 
antiguanus  ,  Insel 
Panay. 

—  —    albus,  Panay. 

—  —    panayensis,  Panay» 
Turdus  calliope,  Kamschatka,  Si- 
birien, 

obscurus,  Sibirien, 
pailidus,  — 

—  Sibiriens ,  Sibirische  Alpen, 

nach  Pallas. 

rußcollis ,  höchste  Gebirge, 
Dauriens,  nach  Pallas* 
*     persicus,  Persien. 

—  schanhu,  China. 

—  arcuatus ,  — » 
violaceus,  — * 
nigricolüs^  — 

— ■      bubil ,  — 

—  perspicillatos ,  China. 

—  flavus,  — 

—  viridis-,  «— . 
— -  sinensis 9  China,  Ostindien« 
— •  canorus,    —  Bengalen, 

—  pagodarum  ,  Ostindien. 

—  suratensis,  — 

—  citrin  us,  — 
— •  indicus ,  — 

—  cinereus,  — 

—  orientalis, 


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■ 


359 


Cowal  -  Drossel  Turdus  dauma,  Ostindien, 
geputzte      —       —      speciosus,  — 
graue  —       —      griseus,  Coromandel. 

rpthkehlige  —       —      ginginianus,  — 
langschwänzige  Drossel  Turdus  macrourus,  Malabar. 


schwarzkinnige 
goldkopfige 

goldschwänzige 

weifsstreifige 

philippinische 

Einsiedler  - 
Tauben  - 
Dominikaner- 
Musik  - 
aschblaue 


malabaricus,  — 
ochrocephalus ,  Cei- 
Ion  ,  Java, 
amboinensis,  Amboina 
mindanensis,Mindanao 
philippensis ,  Philip- 

pinen. 
eremita ,  Philippinen, 
columbinus,  — 
dominicanus  ,  — 
cantor,  — 
manillensis,  Manilla. 


weifskehliger  Fliegenfänger  Muscicapa  sibirica,  am  See  Bai- 
kal, Kamtschatka. 


rothstirniger 
geschäckter 
roth  grauer 

- 

netter 

bekränzter 

gelhalsiger 

graukehliger 

orangesteissiger 

grauer 

pomeranzfarbiger 
dunkelgrüner 

lappiger 

schwarzkehliger 
roth  afteriger 


erythropis  ,  am 
Flusse  Jenisey. 
melanoleuca,  a.  d. 

Wolga. 
a&don,östliches  Si- 
birien, nach  Pallas, 
nitida ,  China, 
sinensis ,  — 
flavicollis,  — ■ 
grisea,  — 
fuscescens,  — 
nitens,  Ostindien, 
flammea ,  — 
pondiceriana ,  Co- 

mandel. 
comata,  Ceilon. 
javanica,  Java, 
haemorrhousa,  Java. 


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360 


gelbbrüstiger  Riegenfänger  Musöicapa  raelanictera  *  Java, 
graubrauner         —  —      philippensis ,  Philip- 

4  pinen. 
azurblaurr  —  _      caerulea.  Philippinen 

gelbkehhliger       —  —      manillensis,  Manilla, 

blauköpfiger        —  —      cyanocephala,  — 

schwarzkappige  Merle  Tanagra  melanictera ,  Caucasus, 
rothschwingige     —      —      sinensis  ,  China, 
schwarze  —      —      atrata,  Indien, 

rostrothe  —      —      rudis,  Coromandel. 

purpurflrtglige       —      —      amboinensis,,  Amboina. 
kleiner  Manackin  Pipra  mfnuta,  Indien, 
schwarzkehlige  Meise  Parus  sibiricus,  Sibirien. 


Prinzchen 

verliebte  —  — 

Alpen  —  — 

rostbraune  —  — 

schwarzstirnige  —  — 

rotbbäucbige  —  — 


gelbk&pfige  Bachstelze  MotacUla 
schwarzgezäumte— ■  — 
mondbänderige    —  — 
geschickte         —  — 


grüne  — 
rothkopfiger  Sänger 
Awatcha  — 

gelbscbwänziger  — 

blau  schwänziger — ■ 

gelblicher  — 
sibirischer  — 
Ufer-  — 
langschnäbeliger  — 
finsterer  — 


knjaescik ,  — 
amorosus,  Asien, 
alpinus,  Alpen  Persiens* 
sinensis,  Chinas 
indicus,  Indien, 
malabaricus ,    Küste  von 

Malabar. 
citreola  ,  Sibirien. 

—  melanopa,  Daurien» 

—  in  die  a,  Indien. 

—  maderaspateosis  ,  Ma.- 

dras. 

—  viridis ,  Ceilon. 
Sylvia  borealis,  Kamtschatka, 

—  awatcha,  — 

—  aurorea,  Sibirien,  um  Sa- 

langa,  nach  Pallas«, 

—  eyanura,  Sibirien,  am  Je- 

nisey,  nach  Pallas, 

—  citreola,Sibirien,  nach  Pallas 

—  calliope ,  am  Jenisey. 

—  littorea,a.  Caspischen  Meer* 
— *■  longirostris  ,  am  Caucasus. 

—  obscujra,  Gebirge  Persiens, 


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36 1 


weifck&pfiger    Sänger    Sylvia  albicapilla,  China. 


longicauda ,  — 
sinensis ,  — 
nigricollis,  Indien, 
sutorta,  Indien,  Ceilon* 
guzurata,  Gu zurät, 
asiatica  ,.  — 
ceilonica,  Bengalen, 
olivacea,  Ceilon. 
caryophyllacea,  Ceilon. 
cingalensis ,  — 
flamraea,  Java. 


langscbwänziger 
fleischbäuchiger 
schwarzhal  si  ger 
Schneider- 
braunscbeiteliger 
Schleier - 
scbwarznackiger 
olivenfarbiger 
rother 

schillergrüner 
feuerfarbener 

schwarzöhriger  Steinschmätzer  Saxicola  montanella,  Si- 
birien. 

schwarzbrauner         —  —      caprata,  Insel 

Luzon. 

sibirische  Lerche  Alauda  sibirica,  Sibirien,  nach  Pallas, 
gabelfleekige  —      —     mongolica ,  am  Flufs  Onon  und 

Argun,  Mongolei. 

Kuppen-  —  —  malabarica,  Küste  von  Malabar. 
grauköpfige   —  1   —      gingiea  ,  Küste  von  Koro. 

mandel. 

gelbrüekiger  Baumläufer  Certhia  cantillans,  China. 


streifsth  wänziger  — 

dunkelblauer       —  — 

rotbrückiger       —  — ■ 

gelbbauchiger      —  — 

-weifshalsiger       —  — 

rothschnabelider  —  — 

gpldgrüner         —  — 

gelbflugiger         —  — 

langsehnabeliger  —  — 

blaukehliger      .  —  — 

A 

allfarbiget           —  — 


gnsea,  — 
asiatiea ,  Indien, 
erythronotos .  Indien« 
lepida,  Indien, 
indica,  — 
ery throrhyncbos ,  In- 
dien. 

macassariensis,  Ma- 
cassar  In  Ostindien, 
erysoptera ,  Bengalen, 
longirostris ,  — 
ceilonica,  Ceilon. 

Philippinen« 
omnicolor«.  CeUon. 


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362 


kastanienbrauner  Baumläufer  Certhia  sperata  et  pusilla,  * 

Philippinen. 

grünbäuchiger         —  —      amboinensis ,  Am- 

boina. 

langschnäbeliger  Kleiber  Sitta  longirostris .  Batavia. 
Persischer  Bienenfressar  Merops  persicus,  am  Caspischen 

Meere  nach  Palles. 


grünkehliger       —  — 

rothköpfiger  — 
glänzender  —  — 

grauer  —  — 

blauer  Wiedehopf  Upupa  indica,  Indien, 
bnnter  Plattschnabel  Todus  varius,  — 
rothöhrige  Schwalbe  Hirundo  daurica,  auf  den  Altaischen 

und  Sibirischen  Alpen ,  nach  Pallas. 
—      sinensis,  China. 


coromandus  ,  Indien, 
Coromandel. 
erythrocephalus,  Indien, 
philippinus,  Philippinen, 
moluccensis,  Molucken. 


rothschnabelige — 
sammetschwarze— 
blutköpfige 
rothkoplige 
gleichschwänzige 
efsbare 


panayana,  Philippinen, 
erythrocephala,  Indien, 
indica,  — 
javanica,  Java, 
esculenta,  — 


rostfleckiger  Tagschläfer  Caprimulgus  indicus ,  Indien.  ' 
weifsbärtiger     —  —        asiaticus,  — 

weifskehliger  Eisvogel  Alcedo  smyrnensis,  Smyrna,  Ben- 
galen, China. 


violettblauer 

graurückiger 

dreyzehiger 

purpurfarbner 

Halsband- 

rothbäuchiger 

kahlschwänziger 

rosenfarbiger 

weifsbäuchiger 

Hauben 

grünköpfiger 


atricapilla ,  China, 
orientalis ,  Indien, 
tridactylla.  — 
purpurea ,  Ostindien, 
caerulea ,  — 
bengalensis,  Bengalen, 
dea,  Ternate. 
coromantte,  Coromandel. 
collaris ,  Philippinen, 
cristata .    —  ,  Molucken; 
chlorocepbala,  — 


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3*3 


weifskopfiger  Eisvogel  Alcedo  leucocephala ,  Java.^. 

gelblicher  — 
brauner  Horrivogel 


—     flavicans,  Celebes. 
Buceros  hydrocorax,  Indien,  Mo- 

lncken. 
malabaricus ,  Ostindien , 

Ceylon, 
ginginianus,  Coromandel 
rnanillensis,  Manilla. 
bicornis,  Philippinen« 
rhinoceros ,  —  ,  Suma- 
tra ,  Java, 
albus,  auf  den  Diebs -In- 


krummschnäbeliger—  — 

zweyschnäbeliger  —  — 

schwarzohriger     —  — 

zweywinkliger  — >  — 

Nas-  —  — 

weifser  —  — 

sein,  nach  Hawkesworth. 
Daurische    Krähe    Corvus  dauricus,  Daurien,  Mongolei. 

am  Baikal  u.  an  der  Lena,  nach  Pallas, 
weifsohrige    Krähe    Corvus  auritus,  China. 


purpurkopfige  — 
gelbrothe  — 
Makao  -  — 
aschgraue  — 
gelehrige  Racke 
schwarzköpfige — 
rothschnäbelige — 
blaukehlige  — 
grauschwänzige  — 
blausteifsige  — 
grauscheitelige  — 


—  purpurascens ,  China. 
— «     rufus ,  — 

—  sinensis.  China.  Makao« 
— -      cinereus  ,  Ostindien. 

Coracias  docilis,  östliches  Asien. 

—  melanocephala,  Ghina. 

—  sinensis  f  — 
orientalis,  Ostindien. 

—  vagabunda  ,  Indien. 

—  bengalenfis  ,  Bengalen. 

—  indica,  Ceilon. 


Staaren    Atzel    Gracula  sturnina ,   Süddaurien ,  nach 

Pallas. 

Hauben      —       —      cristastella,  China, 
Mino        —       —      religiosa ,  Ostindien. 
Nonnen     —  saularis,  Bengalen, 

schwarzflügelige  Atzel  Gracula  melanoptera ,  Ostindien« 
kahle  —       —    calva,  Philippinen. 

Martin  —       —    tristis.  — 

grofser  Paradiesvogel  Paradisea  apoda,  Molucken,  Pa- 
pua Inseln ,  Insel  Arou. 


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Papuiscber  — 
rother 


alba,  Insel  Papua, 
anrea,  Indien. 


schwarzer  Paradiesvogel Paradisea  nigra,  Molucken. 

papaana,  Insel  Papua 

und  Mixoal. 
rabra,  Insel  Papua  und 
Mixoal. 

?  weifser  — 
goldfarbiger  — 
blauer  Pirol  Oriolus  caeruleus,  Madras; 
scwarzkOpfiger  Pirol  Oriolus  melanocephalus  ,   Madras  , 

China. 

Indischer  —       —    indicus,  Ostindien, 

gestreifter         —       —    radiatus,  — 
Chinesischer      —       —    chinensis,  China, 
violetter      Staar      Sturnus  dauricus,  am  Flufs  Onon 

und  Argun,  nach  Pallas. 

—  viridis,  China. 

—  ruscus,  — 

—  sericeus,  — 
Fringilla  rosea,  Sibirien. 

—      flavirostris,  — 


grüner  — 
olivenbrauner— 
Seiden  — : 
rosen  farbiger  Fink 
g  elbsch  näbeliger — 
punktirter  — 
olivenbrauner  — 
sch  warzko  p  fi  ger— 
gelbbäuchiger  — 
brauner  — 
rothkebliger  — 
weifsohriger  — 
braunkehliger  — - 
azurköpfiger  — 
Kaiser  — 
grüngelber  — 
Ringel  — 
Halsbands  — 
grünstetfsiger  — 
weifsbrüstiger  — 
orangebunter  — 


armandava,  Asien, 
sinica,  China, 
melanocephala ,  — 
asiatica ,  China«, 
fusca ,  — 
melba,  — ^ 
leucotis ,  — 
fuscicollis,  — ■ 
picta ,  — 
imperial is  ,  — 
ceilonica,  Ceilon. 
torquata,  Indien, 
indica,  — 
multicolor,  Ceilon« 
melanoleuca,  Java, 
melanictera,  Makao. 


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• 


365 


rotbrückige  Ammer  Emberiza  rutila,   Sibirien  an  den 

Ufern  des  Onons. 


grauköpfige      —  — 

kleine  —  — 

Fichten  —  — 

gelbbrustige  —  — 
geschminkte    —  — 

Sperlings  —  — 
rosenfarbige  —  — 
braunstreifige  —  — 
streifschwanzige —  — 
grüne  — 
Gauer  —  — 

langschwänzige  —  — 
gesellige        —  — 
rothstreifige  —  — 
blaubäckige   —  — 
rothbrüstige   —  — 

gelbkehliger  Kegelschnäbler  Colius  indicus,  Ostindien, 
kahläugiger         —  —    coromandelien^is — 

gelber  Kernbeisser  Loxia  flaviaus, 
gewellter    —         —  undulata. 
brauner       —         —  fusca. 
aschgrauer  —         —  cana. 

silberspitziger—  sibirica,  Sibirien,  nach  Pallas, 

rosenfarbbäuchiger  Kernbeisser  Loxia  rubiciila,  Kamschat- 

ka- Gebirge. 


spadiocephala  ,  Daurische 
Alpen ,  nach  Pallas, 
pusilla,  Daurische  Alpen, 

nach  Pallas, 
pithyornus,  Sibirien,  Astra- 
kan ,  nach  Pallas, 
aureola,  Sirien,  Kamtschatka 
fucata,    —  am  Onon  und 

Argun. 
passerina, —  am  Jaik, 
rofea,  — 
sinensis,  China, 
fusca .  — 
viridis,  Indien« 
asiatica ,  — 
vidua,  — 
familiaris,  Java, 
quadricolor,  — 
cyanopis ,  — • 
panayensis,  Insel  Panay, 


hellbrauner 
asiatischer 
grauhälsiger 
k  a  s  tanienbrauner 

weifsköpfiger 


sinensis ,  China, 
asiatica ,  — 
melatmra,  — 
molucca,  — »Ja- 
va, Molucken. 
maja,  China.  Mo- 
lucker.. 


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366 


Straufs  -  Kembeisser 

gelbsteissiger  —  — 

grauköpfiger  —  — 

orangebauchiger  — 

rostrother  — •  — 

Nonnen         ~  — 

dunkelbrüstiger —  — 

weifskehliger —  — 

grüngelber     —  — 

lauchgrüner    —  — 

getüpfelter      —  — 

weifsbackiger  —  — 

Halstuch        —  — 

gelbschnäbeliger—  — 


Loxia  indica  9  Indien. 

—  hordeacea, 

—  indica ,  — 

—  bicolor,  — 

—  Aeruginosa,  Ostindien, 

—  collaria ,  — 
—    bengalensis ,  Bengalen. 

malabarica,  Küste  Malabar. 
hypoxantha,  Sumatra, 
prasina,  Java, 
punctularia,  Java, 
javensis,      — ,  Sumatra, 
molueca,  Molucken. 
philippina ,  Philippinen. 


IV.  Hühnerartige  Vögel. 


gelbbindige  Taube 
gestrichelte  — 
blauhäubige  — 

Halsband- 

Indische  — 
purpur  schulterige— 
grauköpfige  — 
purpurüügelige  — 

hahnenfederige  — 

hellgraue  — 

■ 

,  schwarz!  inürte  — 
Federbusch-  — 

Muskatennufs  — 
grauflügelige  — 


Columba  orientaiis,  China. 

—  sinica ,  — 

—  eyanoeephala,  China,  In. 

dien. 

—  risoria ,  Indien. 

—  suratensis,  — 

—  phoenicoptera,  Indien, 

—  asiatica,  — 
~       pompadora,  Indien,  Cei- 

lon. 

— -       nicobarica,  Nikobarische 

Inseln. 

—  malabarica,  Küste  Mala- 

bar. 

—  malaccensis,  Malacka. 
— »       cristata,  Malacka,  Cele- 

bes,  Maako. 

—  aenea,  Molucken. 

—  indica ,  Amboina,  Indien. 


r 


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,  367 

Gewürz  -  Taube    Columba  aromatica,  Amboina. 
grüne  —         —        viridis,  — 

gebänderte     —         —        amboinensis,  — 
gewellte       —         —       bantamensis ,  Java, 
scbwarzköpfige—        —       melanocephala,  — 
graubunte      —         —       javanica ,  Java, 
purpurfarbige—         —       purpurea ,  — 
Jambu  —         —       jambu  ,     — .  Sumatra. 

Papagei-      —         —       vernans ,  Manilla. 
rothbrüstige  —         —       cruenta,  — ; 
blutrothe      —         —       sanguinea, Manilla,  beson- 
ders in  der  Gegend  von  Baroche,  Cambajau.  Brondra, 
Pracht-Pfau  Pavo  cristatus,  Indien ,  Ceilon ,  Siam, Java 

auf  den  Gebirgen  nach  Labillardiere. 
doppelsporniger  Pfau  Pavo  bicalcaratus,  China, 
ungehaubter       —    —    tibetanus,  Tibet, 
ungespornter      —    —    muticus,  Japan. 
?  gehörnter  Truthahn  Meleagris  satyra,  Indien. 
Kamm-Hahn  Alector  galius,  Indien,  in  den  Wäldern  Javas, 
namentlich  des  Gebirgs  Panangouman  nach  Labillardiere. 
Argus  -  Fasan  Phasianus   argus,  Chinesische  Tartarei. 
prächtiger  —        —       superbus,  China. 
Gold-       —       —       pictus,  — 
Silber-      —       —       nycthemerus,  China. 
Straufs      —        —        impejanus,  Indien, 
geschäkter—       —       leucomelas,  — 
Hauben-    —       —       coronatus,  Makao, 
dreizehiges  Waldhuhn  Tetrao  paradoxus,  südliche  Tar- 
tarei. nach  Pallas« 

kabläugiges  Feldhuhn  Perdix  caspia ,    am  Caspischen 

Meer,  Persien. 

Kekelick-       —         —      kekelick,  Bucharei,  China» 
geperltes        —         —      perlata,  China, 
braunbauchiges —         —      chinensis,  China,  Philip- 
pinen. 

gelbgebändertes—        —      asiatica ,  Indien* 
weifsstirniges  —        —     indica ,  — 


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368  " 

gewölkte  Wachtel  Perdix  cambaiensis,  Irftien. 
rostrothes  Feldhuhn  —      ceilonensis,    —  ,  Ceilon. 
rothbraunes     —      —      gingica,  Gingi. 
schwarzschuppiges  Feldhuhn  Perdix  pondiceriana,  Küste 

von  Coromandel. 

gelbzügelige  Wachtel  Perdix  coromandelica,  Küste  von 

Coromandel. 
orangebauchiges  Feldhuhn  Perdix  javanica,  Java. 
Wecker  -  Wachtel  Perdix  suscitator,  — 
graustreifige    —       —      manillensis,  Manilla. 
braunbrüstige  —       —      luzoniensis  ,  — 
weifskinnige  Trappe  Otis  indica,  Indien, 
haarbüschiger    —      —    aurita*  — 
Band-  —     —    bengalensis,  Bengalen. 

V.  Straussenartige  Vögel 
gehelmter  Casuar  Casuarius  erneu,  Süd- Asien. 

VI.  Sumpfvögel. 

gehäubtes  Rohrhuhn  Gallinula  cristata,  China,  Indien, 
grünes  —         —      viridis,  Indien, 

langschnäbeliges —  ,       —      madraspatana  ,    Madras  , 

Malabar. 

gestreifter  Ralle  Rallus  striatus ,  Philippinen. 
Band-         —      —    torquatus,  — 
brauner        —      —    fuscus,  — 
lang&chwänziger  Ralle  Rallus  ceilonicus,  Ceilon. 
langsch wanziger  Spornflügel  Parra  finensis,  China,  Java, 

nach  Labillardiere. 

Schleier-  —         —     indica ,  Hindos  tan , 

Ostindien. 

langkahlschäftiger     —         —      luconiensis,  Indien, 

Philippinen,  Insel  Luzon,  nach  Sonnerat. 
schwarzköpfiger  Strandläufer  Tringa  keptuschka,  Sibirien, 
gebänderter    —    fasciata ,  Astrakan. 


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369 

Lappen  Kiebitz  Vanellus  goensis,  Indien. 

?  sibirischer  Regenpfeifer  Charadrius  Sibiriens ,  Sibirien, 

?  tatarischer       —  —        tataricus,  .südliche 

Wüsten  der  Tartarei  nach  Pallas. 
?  asiatischer        —  —       asiaticus,  südliche 

Wüsten  der  Tartarei  nach  Pallas, 
braunbandirter     —  —       indicus,  Indien, 

belappter  —  —       bilobus,  Küste  von 

Malabar. 

dunkelbrauner     —  —  philippinus,  Philippinen, 

schwarzscheiteliger  Brachvogel  Numenius  luzoniensig, 

Insel  Luzon. 

neblige  Schnepfe  soolopax  cinerea,  am  caspischen Meer, 
buntrückige  —       —      sinensis,  China, 
graustreifige  —        —      indica,  Indien. 
Feldbahn      —        —      maderaspatana,  Madras, 
schwarzbrüstige—     —      bengalensis,  Bengalen, 
weifskopfiger  Nimmersatt  Tantalus  leueoeephalus,  Indien. 
schwarzkOpfiger    —  —    melanocephalus,  — 

?  bengalischer        —  —     bengalensis,  Bengalen, 

rothbrauner  — «  —  m'anillensis,  Philippinen, 

sibirischer  Kranich   Grus  gigantea,  Sibirien  nach  Pallas, 
indischer  .      —     —    antigone,  Ostindien, 
japanischer      —      —    japanensis,  Japan, 
gelbhalsiger      Reiher  Ardea  flavicollis,  Ipdien. 
pondischerischer    —    —    pondiceriana ,  — 
zahnschnäbeliger    —    —    coromandelina, — 
?  Malackiscber        —    —    malaccensis,    —  Malacka. 
?Tranquebarischer —    —    leueoptera,  Tranquebar. 
schwarzflügliger    —    —    melanoptera,  — 
braunstreifiger       —    —    sinensis,  China, 
schwarzschwänzig.— *    —    philippensis,  Philippinen, 
schwarzflügeliger  Jabiru  Mycteria  asiatica ,  Ostindien. 

VII.  Schwimmvögel. 
?  rosenfarbiger  Pelikan  Pelecanus  roseus ,  Insel  Manilla. 
?manillischer      —  —     manillensis,  —  — 


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37° 

grauruckiger  Pelikan  Pelecanus  philippensis ,  Philippinen, 
Zwerg  -  Scharbe  Carbo  pygraacus ,  Caspisches  Meer. 
Fischer  -  Tölpel  Sula  piscator,  China, 
schwarz  schwänzige  Meerschwalbe  Sterna  philippina , 
orangefufsige  —  —  sinensis,  China. 

grofse  MDve  Laras  ichthyaetus  CaspischesMeer,  n.  Pallas, 
schwarzbäuchiger  Schlangen vogel  Plotus  melanogaster, 

Java,  Ceilon. 

?  sibirische  Moeve  Larus  atricilloides ,  südliche  Salzseen 

1  Sibiriens« 
Riesen-    Gans  Anser  grandis,  Sibirien, 
rotbe         —      —    casarca,  Astrakan. 
streifhDpfige  —      —    indicus,  Indien, 
schwarzrückige  Gans  Anser  melanotos,Coromandel,Ceilon 
Sichel-Ehte  Anas  falcaria,  Sibirien  nach  Pallas,  auch  auf 

/       dem  Altaischen  Gebirg, 
gluckende     Ente  Anas  glocitans,  Ost- Sibirien. 
Kakuscbka      —    —    kakuschka,  Caspisches  Meer, 
weifsohrige     —    —    lucida,  —  — 

buntschnabelige—    —    arabica,  Arabien. 
Sirsaeir  —    —    sirsaeir,  — 

bekränzte        —   . —    formosa,  See  Baikal,  China. 
Hina  —    —    hina,  Chuuu 

hahnenfederige —  — -    galericulata ,  China,  Japan, 
streifköpfige    —    —    indica,  Indien, 
rothköpfige      —    —    caryophyllacea,  Indien* 
schillernde       —    —    coroniandeliensis,  Coromandel. 
weifsstirnige    —    —    tnanillensis ,  Manilla. 
buntschnäbelige—    —    poetilorhyncba,  Ceilon. 
graubrauner  Taucher  Colymbus  sinensis,  China. 
?Caspiscber  Steifsfufs  Podiceps  caspicus,  Caspisches  Meer, 
schwärzlicher  Alk  Alca  tetracula,  zwischen  Japan  und 

Kamtschatka. 

Parkit  —    —    psittacula,       —  — 


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37i 

III. 

Vogel  welche  Afrika  eigentümlich  sind,  a) 

I.  Raubvögel.  , 

schwarzer  Geier  Vultur  niger,  Egypten. 

Aas  —      —      percnopteras ,  Egypten. 

bewafneter  —      —      armatus ,  Egypten  nach  Brown« 


«)  Ol.  Dapper  Description  de  l'Afrique,  trad.  du  flamm  and. 
Amst.  1668.  fol. 

/.  R.  Förster  Neue  Beiträge  zur  Kcnntnift  von  Afrika« 
Berlin  1794.  2  B.  g. 

Barbarei. 

Histoire  naturelle  et  politique  de  la  Barbarie.  Rouen. 
1703.  12. 

T.  Shaxvs  Travels,  or  observations  relating  to  several 
parts  of  Barbary  and  the  Levant.  Oxford  1738  fol.  SuppL 
1*746.  Ä  ed.  London  1757.  4.  teutsch.  Leipi.  1765.  4. 

G.  Höst  Nachrichten  von  Marokos  und  Fes  a.  d.  Däiiif. 
Kopenhag.  i"78l  •  4* 

R.  L.  Desfontainer  Mem.  Sur  quelques  nouve'lcs  espe- 
ces  d'oiseaux  des  cotes  de  Barbarie.  in  d.  Mem.  de  PAc.  des 
Sc.  de  Paris.  i*78"7-  p.  496. 

Kanarische  Inseln ,  Mader a  u.  a. 
Bemerkungen  üher  die  Vogel  dieser  Inseln  findet  man  in 
Forsters  Reisen  um  die  Welt,  in  der  Reise  von  Ledru , 
und  in  Barrow's  Vog.  to  Cochinchina.  P.  4.  S.  6. 

Von  Joseph  de  Viera  y  Claviero  Noticias  de  la  historia 
general  de  islas  de  Canaria.  Madrit.  1*7*70.  3  Vol.  8* 

/.  B.  G.  M.  Rory  de  St.  Vincent  Essais  sur  les  isles 
fortunees  et  l'antique  Atlantide  ouPure'cisde  I'hist.  generale 
de  l'Archipel  des  Canaries.  Paris  1803.  4.  übers,  in  Spren- 
geis Ribl.  B.  IX  Weimar  I804.  8* 

IV  Gourlay  Observation  on  the  natural  hystory,  cli« 
mate  and  Diseases  of  Madeira.  London  1811.  8- 

24  * 


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37* 

Ohr  -  Geier  Vultur  auricularis,  auf  den  hohen  Gebirgen 

des  südlichen  Afrikas ,  namentlich  am  Cap , 
nach  Le  Vaillant 


Egypten, 

P.  Albini  Historia  naturalis  Aegyptt.  Lud.  1735.  4. 

Dcscription  de  PEgypte  etc.*  compose'e  sur  Ics  Memoires 
de  M.  Mailler,  aocien  consul  de  France  cn  Carie,  par  Pabbe' 
Lemascrier.  Paris  1740.  4. 

Oranger  Relation  de  Voyage  fait  en  Egypte  en  1730, 
ou  Pon  voit  ce  qu'il  y  a  de  plus  remarquable  ,  particulie- 
remenc  sur  Phist.  naturelle.  Paris.  1745.  12.  in  d.  Gotting. 
Samml.  B.  3. 

C.  S.  Sonnini  Voyage  dans  la  haute  et  basse  Egypte. 
Paris  1799.  3  Vol.  8» 

Dcscription  de  PEgypte,  ou  recueil  des  observations  et 
des  recherches  qui  ont  iii  faites  en  Egypte  pcndant  Pex« 
pedition  de  Parmee  francaise.  Paris  1810  gr.  fol. 

- 

Aethiopien%  Nubien ,  Abystinien, 

Lugo  de  VrreCa  Historia  ecdcsiastica ,  politica,  natural 
y  rooral  de  las  regnos  de  la  Ethiopia.  Valencia  1610.  fol. 

A.  Sandoval  Naturaleia,  policia,  sagrada  y  profana,  y 
ritos  de  toda  Etheopia.    Sevilla  1627.  4. 

H.  I.  Loho  Historia  de  Ethiopia.    Coimbra  1659. 
a.  d.  port.  übers.  Paris  1728.  4. 

/.  Ludolphi  Historia  Aethiopiae.  Francof.  1681*  fol. 

X  Bruce  Travels  to  discover  the  source  ot  the  Nil. 
Edinb.  1788'  5  Vol.  4.  teutsch.  Rinteln  1791.  8-  französ. 
Paris  1790.  4. 

Senegal. 

Adanson  Voyage  au  Senegal.  Paris  1770.  8«  teutsch. 
Brandenburg  1773.  8- 

Demaret  Nouvclle  histoire  de  PAfriqua  francaise.  Paris 
1767.  2  Vol.  12. 


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373 

Chincao  Geier  Vultur  chincou,  auf  den  hohen  Gebirgen 

des  südlichen  Africas,  namentlich 
am  Cap,  nach  Le  Vaillant. 
Changun  — ?      —    changcun,  —      —  — 
Kolbs-     —     —    Koibü,       —      —     —  * 


Guinea, 

W.  Bosman  Naauwkeurige  Beschryvinge  van  de  Gui- 
nese.  Goud-Tand-en  Slaven  Kust.  Utrecht  1704.  4.  franz. 
Utrecht  1705.  teutsch.  Hamburg  170g.  8- 

Ypyagc  du  Chevalier  dei  Marchais  enGuinee,  islci  voi- 
i'ines  et  a  Cayennectc.  p.  lePeieLabat.  Amst.  1731.4V0I.  g. 

IV,  Smith  Voyage  to  Guinea.  London  1750. 

P.  E.  Isert  Beschreibung  und  Abbildung  einiger  Vpgcl 
aus  Guinea,  in  d.  Schrift,  der  Berlin.  Gesellsch.  Naturf. 
Freunde.  B.  9.  St.  16.  332. 

Congo ,  Angola, 

O.  Lopez  Relazione  det  reaum  de  Congo  et  dellc  vicini 
contrade,  con  carte  geografische,  designi  vart  di  plante, 
d'animali  etc.  Coimbra  1591.  4«  lat.  Francof.  159s*  fol* 
Amst.  1659.  4- 

Proyard  Histoire  de  Loango,  Kakongo  et  autres  royau« 
mes  d'Afrique.  Paris  1766.  12, 

Die  Reisen  von  Mungo  Park  und  Horneman  in  das  in- 
nere.  Afrika  enthalten  leider  keine  ornithologische  Bemer- 
n. 

Südliches  Afrika,  Kap  der  guten  Hoffnung, 

P.  Kolb  Beschreibung  des  Vorgebürges  der  guten  Hoff« 
nung.  Nürnberg  17x9.  3  B,  fol.  Frankf.  u.  Leipz.  1745-  8> 

Nieuwe  algeroeene  Bcschryving  van  de  Cap  de  goedc 
Hoop  raet  Plaaten^  Arastcrd*  en  Harjing.  2  D.  ,1777.  8- 

A.  Sparrmann  Rcse  ti'l  goda  HoppsUden  u.  s.  w.  Stock- 
holm 1783.  2  B.,  8»  aus  d.  Schwed.  übers.  Berlin  1783. 
1184-  8. 

» 

's 


V 


kunge 


374 

Angollscher  Geieradler  Gypaetos  angolensis,  Angola. 
Abyssinischer    —  —  nisser,  Abyssinien,  Nubien. 

kampflustiger  Adler  Aquila  bellicosa,  Afrika, 
wei&stirniger    —      —    albifrons ,  am  Cap  der  guten 

Hoffnung,  nach  LeVaillant* 
,  Ruf  —     —    vocifera,      —  — 


W.  Patterson  A  narrative  of  a  journey  into  thc  Coun« 
try  of  the  Hottentots  and  Caffraria.  Lönd.  1789.  4.  tcutsch. 
v.  J.  C.  Forster.  Berlin  1796.  8«  franz.  Paris  1791. 

F.  Levaillant  Yoyage  dans  l'intcrieur  de  l'Afrique.  Pa- 
ris 1790.  4.  tcutsch.  Frankf.  1790.  2  B.  8« 

— —  — —   Second  Voyage.  Paris  1795.  2  V.  4. 

 Histoire  naturelle  des  Oiseaux  d'Afrique. 

Paris  1799.  kl.  foL 

J.  Barrow  An  Account  of  travels  into  the  interior  of 
touthern  Afrika  in  the  ycars  1797.  I198-  includiug  cur- 
iory  observations  on  the  geology  and  geography,  the  na- 
tural hisrory  etc.  London  1801,  4  teutsch  in  Sprengeis 
Bibl.  Weimar  l8oK 

JR*  Percival  An  Account  of  the  cape  of  Good  •  Hope, 
principally  illustrariny  of  the  Situation  and  resource  of 
that  colony  on  different  viwes,  interspersed  with  observa- 
tions on  its  geography,  natural  history  etc.  London  1804. 
4.  frani.  Paris  1805« 

lichtenstein  Reise  nach  dem  südlichen  Afrika,  Berl,  lgi  1. 8* 

Inseln  des  östlichen  Afrikas. 

Dubois  Voyages  aux  isles  Dauphinc  ou  Madagascar,  et 
Bourbon  ou  Mascarcigne  etc.  avec  l'hisu  naturelle  du  pays. 
Par  s  1674.  l2> 

J.  B.  C.  M.  Börry  de  Spint-V  cent  Voyage  daris  les 
quatre  principalcs  iles  des  niers  d'Afrique  dans  les  anne'es 
1801  —  iS02.  Paris  1804.  3  Vol.  8.  teutsch  in  Sprenge^ 
Bibl.  B.  25.  26. 


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375 


geierartiger     Adler  Aquila  vulturina,  am  Cap  der  guten 

Hoffnung,  nach  Le  Vaillant. 
kurzschw'anziger —      —    ecaudata,     —  — 
Blager  —      —    blagra ,        —  — 

Federbusch         —      —    occipitalis,   —  — 
graurückiger  Milan  Falco  aegypticus^  Egypten. 
?  Barbarischer  Falk  Falco  barbaricus ,  Barbarei. 
Fischer  —      •—    piscator,  am  Senegal, 

Parasit  —      —    parasitus,  nach  Daudin,  am  Cap 

der  guten  Hoffnung  nach  Le  Vaillant. 


Bach*  — 
schwarzflugliger  - 
Jakal  — 
federfufsiger  — 
Tachard  »  — 
froschfressender  — 
Gabar  • — 
Minul  — 
Tachiro  « — • 
singender  ~— 
Chicquera  — 
gewellter  — 


bacha ,  — 
melanopterus,  — 

jakal,  — 

plumipes ,  — 

tachardus ,  — 

ranivorus,  — 

gabar ,  — 

minullus ,  — 

tachiro,  — 

musicus,  — 

chicquera ,  — 


—    nndulatus,    —  — 
Capsche  Eule  Strix  nisuella,  am  Cap  der  guten  Hoffnung, 

nach  Le  Vaillant. 
choucou,       —  — 
personata,      —  — 
alba,  —  — 

huhul,  —  — 

collaris ,         —  — 


Choucou  —  — 

Masken    —  — 

?  weifse   —  — 

Huhul      —  — 

Halsbands  —  — 


IL  Klettervögel. 

rothschwänziger  Papagei  Psittacus  erithacus,  Congo, 

Guinea. 

schwarzer  —       —       obscurus,  Egypten, 

nach  Hasselquist* 


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376 


gelber 
senegalischer 
flammenfufsiger 
grauköpfiger 

scwärzlicher 
Maskarin 


Sittich  Psittacus  solstitialis ,  Angola. 

—  —        senegalus,  am  Senegal. 

—  — *       flammipes,  Süd -Afrika. 

—  —        canus,  Madagascar,  Insel 

St.  Mauritius. 

—  —       niger,  Madagascar. 

—  —       mascarinus,  Madagascar, 

Insel  Bourbon. 
zweifelhafter  Bartvogel  Bucco  dubius ,  Küste  d.  Barbarei, 
kleiner  —  —    parvus,  Senegal, 

violetter  Musafresser  Musophaga  violacea,  Guinet. 
Goertan    Specht  Picus  goertan ,  am  Senegal. 


goldrückiger  — 
getüpfelter  — 
goldflügliger 
Kafferscher  — 
orangefarbner— 
grauer  — 
olivenbrauner— 


senegalensis,  — 
nubicus,  Nubien. 
namaquus,  Süd-Afrika, 
cafer,  Kaffernland. 
aurantios ,  Kap  d.  gut.  Hoffnung, 
capensis,      —  — 
olivaceus. 


braunflügeliger  Kuckuk  Cuculus  aegypticus ,  Egypten, 

Sporn               —  — 

scbwarzrückiger  ~  — 

rothschwänziger  —  — 

sägefleckiger      —  — 

Gold  -  — - 
Glanz  — 

rothbrüstiger      —  — 

Federbusch-«       —  — 

Tolu  -               —  — 

kupfergrüner       —  — 

blauer                 —  — 

T  urako-            —  — 


am  Senegal, 
cafer,  Kaffernland. 
capensis,  Kap  d.g.Hoffn. 
serratus ,  — 
auratus ,     —    —  — 
lucidus,     —    —  — 
madagascariensis,  Mada- 
gaskar, 
cristatus  ,  — — 
tolu,  — 
afer ,  — 
caeruleus,  — 
persa,    (ein  besonderes 
Genus)  Afrika. 

III.  Singvögel. 
Senegalischer  Wörger  Lanius  senegalensis ,  am  Senegal, 
gelbafteriger    —         —    barbarus,  — 


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377 


Schnepfen  -  Würger 

schwärzlicher  — • 
krummschnabeliger — 
rostbäuchiger  — 
Sperlings  — 
schwarzkehliger  — 

weifskDpfiger  — 
blauer  ~ 
gelbrother  — 


ius  scolopaceus,  fudliches 

Afrika, 
collaris,  Kap  d.  g.  HofFng. 
curvirostris*  —  — 
ferrugineus,  —  — 
passerinus,   —  — 
madagascariensis ,  Madrf. 

gascar. 
leueoeephalus»  — 
bicolor,  • — 
rufug ,  — 


geränderte    Drossel  Turdus  africanus,  Afrika. 


gelbsteifsige  — — 
?  Tripolische  — 
rothflüglige  — 
Schiller  — 
orangebäuchige  — 
braungraue  — 
Gold-  — 
weifsbäuebige  — 
Glanz-  — 
Nonnen-  — 
braunkehlige  — 
eckigsebwänzige  — 
rothschwänzige  — 
rothschwingige  — 
rothbrüstige  — 
weifssteifsige  — 
oliv  en  farbige  — 
bräunliche  — 
?  Kapsche  — 
kleinschnabelige — 
goldfleckige  — 
schwarzwangige— 
olivengelbe  — • 
Mauritius  -  — 


barbaricus,  Barbarei, 
tripqlitanus,  Tripolis, 
eryrbropterus,  am  Senegal, 
aeneus ,  — 
chrysogaster  ,  — 
senegalensis,  — 
auratus,  Whidah. 
leueogaster,  — • 
nitens,  Angola, 
monacha,  Abyssinien. 
abyssinicus, 
aethiopicus ,  — 
erythacus,  Kap  d.  g.  Höffng. 
mino,         —  — 
ruficaudus,  — 
bicolor,      —  — 
oli  vaceus ,    —  — 
capensis,     —  — 
cafer,         —  — 
ouravang,  Madagaskar, 
madagascariensis,  — 
nigerrimus ,  — 
burbonicus,  Bourbon. 
mauritanus,  InselFrankreich 


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378 


braunschnäbeliger  Fliegenfänger  Muscicapa  senegalensis  , 

atn  Senegal. 

—  N     —        cristata,  — 

—  —       melanoptera , 


gehäubter 
brannkehliger 


rofsiger  — 

weifsstirniger  — 

gelbgefleckter  — 

weifsschwänziger  —  — 

ohrbuschiger  —  — 

aschfarbiger  —  — 

dickschnabeliger  —  — 

Bonrbonischer  —  — 

weifsgurgeliger  —  — 

fuchsbäuchiger  — 

wellenförmiger  —  — 


am  Senegal, 
deserti  t  Afri- 
kanische Wösten. 

—  albifrons,  Kap 
der  guten  Hoffnung. 

afra ,  ■ — 

—  leucura,  — 

—  ochracea,  — 

—  cana*,  Madagascar. 

—  madagascariensis , 
Madagascar. 

borbonica,  — 

Insel  Bourbon. 
tectec ,  — 
rufiventris,  — 
undulata,  Insel 


Frankreich. 

roth flügeliger  Seidenschwanz  Ampelis  phoenicea,  Afrika, 
orangebäuchiger  Manakin  Pipra  capensis,  Kap  d.  g.  Hoffn. 
dreifarbiger  —        —  tricolor,     —    —  — 

aschgraue         Meise    Parus  capensis,     —    —  — 
dunkelbraune  Bachstelze  Motacilla  capensis,—    —  — 
gelblichbraune      —         —    afra,         --    --  — 
citronenbäucbiger  Sänger  Sylvia  flavescens,  am  Senegal, 
fuchsbäuchiger      —       —    rufigastra,    —  — 
dunkelfarbiger  — ■       —    fuscata,  — 
geschuppter         —       —    undata,        —  — 
blonder  —       — /  subflava,      —  — 

grofsschwänziger  —       —    macroura,  Kap  d.  g.Hoffn. 
streif  kehliger        —       —    fricana ,     —    —  — 
rothkehliger         —       —    caffra,       —    —  — 
olivenbrauner       —       —    madagascariensis,  Mada- 
gascar. 


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379 

blaugrauer    Sänger  Sylvia  Hvida,  Madagascar. 
gelbgrauer       —       —    borbonica,  —  Ins.Bourbon. 
scheckschwänziger  Steinschmätzer  Saxicola  senegalensis, 

am  Senegal, 

gelbrother  —  —  fervida, 

am  Senegal. 

ruthlichbrauner  —  —  leucorrhoa, 

am  Senegal. 

graubrauner  —       sperata,  Kap 

der  guten  Hoffnung. 
Hottentotten  —  —  hottentotta, 

Kap  der  guten  Hoffnung, 
orangebrustiger  —  —  aurantia, 

Kap  der  guten  Hoffnung, 
kleinhaubige  Lerche  Alauda  senegalensis,  am  Senegal, 
orangehälsige  —    capensis,  Kap  d.  g.  Hoffnung, 

rothgemischte  —       —    africana ,  — 
seidenfadiger  Baumläufer  Certhia  sericea,  Afrika. 


glänzender 

nitida,  — 

graubäuchiger 

verticalis, — 

orangekehliger 

aurantia,  — ^ 

violetbrauner 

senegalensis,  a.Senegal 

schöner 

pulchella,     —  — 

• 

Malimbe. 

Halsbands  - 

chalybea ,  am  Senegal, 

Kap  der  guten  Hoffnung. 

blauköpfiger 

cyanocephala,  Malimbe 

im  Reich  Congo. 

Karmeliter 

fuliginosa,  Malimbe. 

Sugnimbindu 

sugnimbindu,  — 

graubäuchiger 

dubia,  Küste  v.  Angola. 

fünffarbiger 

quinquicolor,  auf  Sier- 

ra Leona. 

goldstirniger 

aurifrontalis ,  Kap  der 

guten  Hoffnung. 

blausteifsiger 

viridis,  —    —  — 

schwarzsch  wänziger  - 

melanura,--  — 

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langschwänziger  Baumläufer  Certbia  famosa,  Kap  der  gu- 

tenHoffnung. 


cinerea,  —    —  ~ 
violacea,  —    —  — 
capetisis,  —    —  — 
soul.  menga  et  manil- 
lensis,  Madagascar. 
olivacea ,    .  — 
burbonica,  Ins.Bourbon 


grauer  — 

violetköpfiger  — 

?  Kapscher  — 

bruststreifiger  — 

olivenfarbiger  — 
grünbrauner  — r 
grüner     Kleiber  Sitta  chloris,  Kap  der  guten  Hoffnung, 
gelbbäucbiger  —    —  caffra ,  —  — 

grüner  Bienenfresser  Merops  viridis ,  Egypten* 
blauköpfiger      —  — -    njubicus,  Nubien. 
rothscbwingiger —  —    erythropterus,  a.  Senegal, 

kastanienbrauner—  —    badius,  Insel  Frankreich. 

Afrikanischer  Wiedehopf  Upupa  africana^  Congo,  Kap  der 

guten  Hoffnung. 

rothschnabeliger  —  —    erythrorhynchos,  Afrika 

grauer  —  —    capensis,  Madagascar. 

Amber    Schwalbe  Hirnndo  ambros'aca ,  am  Senegal, 
rothsteifsige    —       —    senegaleusis,  — 
rothkjappige     —       —    capensis*  Kap  d.g.  Hoffnung. 
Halsbands       —        —    torquata,  — 
Weizen  —       —    borbonica,  Insel  Frankreich, 

gabelschwänziger  Tagschläfer  Capritnulgus  furcatus,  süd- 
liches Afrika  nach  Levaillant. 
Halsbanda-  — .  —      collaris,  — 

•ägyptischer  Eisvogel  Alcedo  aegyptiaca,  Egypten. 


Krabben- 
grofser 
gelbrother 

blauköpfiger  — •  — 


cancrophaga,  am  Senegal, 
maxima,  Kapd.  g.  Hoffn. 
madagascariensis ,  Mada- 
gascar. 
caeruleocephala,  — 


Hauben  •  Hornvogel  Bucerps  africanus ,  Afrika ,  Kap  der 

guten  Hoffnung  nach  Barrow. 
schwarzschnabeliger  Hornvogel  Buceros  nasutus,  am  Se- 
negal, Süd-  Afrika.. 


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38i 

geschäckterHorn  vogel  Baceros  melanoleucos,  Kaffernland. 
Hauben-    Krähe  Corvus  africanus,  Afrika, 
violetschwarze  —      —    senegalensis  et  afer ,  Afrika. 
Bart-  —      —    hottentotus,Kap  d.g.Hoffhung. 

?  weifshalsige   —      —  albicollis. 
weifsnackige    —      —    caffer,  Kaffernland. 
zimmetbraune    Kacke  Coracias  afra,  Afrika, 
scheerschwänzige    —        —      caudata,  Angola, 
schwalbensch winzige-       —      abyssinica,  Abyssinien. 
blaue  —       —      caffra,  Kaffernland. 

purpurbraune  —       —      madagascariensis ,  Ma- 

dagascar. 

Weber  Piriol  Oriolus  textor,  am  Senegal, 
gelbbäuchiger  Ochsenhacker  Buphaga  africana ,  — 
geschickter    Staar  Sturnus  capensis,  Kap  d.  g.  Hoffnung* 
Hahnenkamm    —        —      gallinaceus,  — 
schpner       Fink  Fringilla  crispa,  Afrika. 
Kanarien-     —       —       canaria,  kanarische  Inseln. 
Dattel-         —       --       capsa,  Barbarei,  Abyssinien. 
langschnäbeliger      —       longirostris,  am  Senegal, 
blauhäubiger  —       —       cyanocephala ,  —  — 
weinrother    —       —       senegala,        —  — 
Ultramarin     —       —       Ultramarina,  Abyssinien. 
rothwangiger--       —       afra,  Angola, 
orangebäuchiger      —  angolensis,-— 
dunkelbrauner—        —       atra,  — 
Feuer-         —       —       ignita,  Gambiä. 

Schleier   alaris,  Kap  d.  gut,  Hoffnung. 

weifswangiger-       — *      naevia,  — 
Halbmond     —       —       arcuata,  -- 
Faradies    Ammer  Emberiza  paradisea,  Angola, 
gesprenkelter  —       .  —       principalis,  — 
Königs-        —         —        regia,  — 
Ango  lischer   —         —       angolensis,  — 
streifkOpfiger  -         —       capensis,  Kap  d.g.Hoffnung. 
schwarzstirniger  —     —       quelea,      —  — 


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38» 


gelbscbulteriger  Ammer  Emberiza  longicauda  ,    Kap  der 

guten  Hoffnung,  nach  Barrow. 
karmoisinrotber  —  —  rubra,  Insel  Frankreich. 
Calfat  —        —    calfat,      —  — 

fuchsrother  —  —  borbonica,  Insel  Bourbon. 
blauschwänziger  Kegelschnabler  Colius  senegalensis ,  am 

Senegal. 


weinrother  — 

weifsrückigcr  — 

gestreifter  — 
weifsflügeliger  Kernbeifser 

schwarzbäuchiger  — 

Sing«  — 

goldröckiger  — 

Senegalischer  — 

geperlter  — 

gebänderter  — 

langschwänziger  — 

Paradies  — 

blauschwarzer  — — 

Federbusch-  — 

Schleier-  •  — 

dreizehiger  — 

gelbgrüner  — 

gelbschulteriger  — 

Grenadier  — 

"geselliger  - — 

fuchsfleckiger  — 

schwefelgelber  — 

gelbbandirter  — 

samtnetner  — 

poroeranzgelber  — 


capensis,  Kap  der 
guten  Hoffnung. 

—  erythropus,  — 

—  striatus ,  — 
pomicivora,  Afrika, 
afra ,  — 

—  cantans ,  — 

—  aurea,  Benguela. 

—  astrild,     — ,  kana- 
rische Inseln,  am  Senegal. 

—  perlata ,  Whidah. 

—  fasciata,  — 

—  macroura,  — 

—  ery  throcephala  f  An- 

gola. 

—  angolensis,  Angola. 

—  cristata,  Aethiopien. 

—  abyssinica,Abyssinien. 

—  tridactyla,  — 

—  melanocephala,Gambia 

—  capensis,  Kap  der  gu- 

ten Hoffnung. 
« —    orix,     —    —  -- 

—  socia,     —    —  — 

—  africana,  —    —  — 

—  sulphurata,    —  — 

—  flaviventris,  —  — 

—  caffra ,    —    —  — 

—  aurantia,  -  

Insel  Bourbon. 


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383 


Hängnest  Kernbeisser  Loxia  pensitlis ,  Madagascar. 
gestrichelter    —         —      striata,  Insel  Bourbon. 


IV.  Hühnerartige  Vögel.' 


lappenfederige  Taube  Colomba  aegyptiaca,  Egypten. 


braanrothe  — - 
schön  flügelige  — 
weinfarbige  — 


Waalia  — 
allfleckige  — 
rothscbwingige  — 
violetschwanzige  — 


—  senegalensis ,  am  Senegal. 

—  afra ,  — 
— ■    vinacea ,  — 

—  macroura,  — 

—  waalia,  Abyssinien. 

—  guinea,  südliches  Afrika. 

—  capensis,    —  — 
— -    madagascariensis  ,  Mada- 
gascar. 

Kapuzen  Perlhuhn  Numida  meleagris, Egypten,  Barbarei, 

Lybien,  Guinea,  Congo,  auch  wild 
am  Sonntagsflufs  und  in  Madagascar , 
nach  Ives,  und  Sparrmann. 

gehäuptes  Perlhuhn  Nuroida  cristata,  Afrika,  Madagascar 

nach  Pallas. 

madagaskarisches  Perlbuhn  Numida  mitrata ,  Madagascar, 

Guinea  nach  Pallas, 
acshgrüner  Fasan  Phasianus  africanus,  Afrika, 
kastanienbraunes  Waldhuhn  Tetruo  namaqua ,  Kap  der 

guten  Hoffnung, 
rothhälsiges  Feldhuhn  Perdix  ruficollis ,  Afrika. 


zweisporniges 

rothbrüstiges 

gebändertes 

graubuntes 

gestreiftes 


bicalcarata,  am  Senegal, 
petrosa,  Gambia, 
afra,  Kap  d.  g.  Hoffnung, 
capensis,  —    —  — 
striata,  Madagascar. 

grisea ,  — — 
nigricollis,  — 


graukehliges        —  — 
schwarzhalsiges    —  — 
schwarznackiger  Trappe  Otis  cafra,  Kaffernland. 
weifsöhriger       —       —    afra,  Kap  der  guten  Hoff 

nung,  nach  Barrow. 


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384 

V.  Straussenartige  Vögel. 

Tölpischer  Dada  Didus  ineptus,    Insel  Mauritius  und 

Bourbon.  Soll  nach  Bory  St. 
Vincent  nicht  mehr  existiren. 

?  Einsiedler    —      —    solitarius,  Insel  Rodigo. 

?  Nazar         —     —    nazarenus,  Frankreich. 

VI.  Sumpfvögel,  < 

gefleckter  Trompetenvogel  Psophia  undulata,  Afrika, 
zimmetfarbener  SpornflOgel  Parra  afrieana,  — 
gelbstirniger  —         —    senegalla,  am  Senegal, 

weifsfleckiger  Ralle  Rallus  barbaricus,  Barbarei, 
schwarzer        —      —    niger,  Kap  d.  gut.  Hoffnung, 
blauhalsiger      —     —    caerulescens ,  —    —  — 
rostfarbiger      —     —    capensis , 
sporntlügeliger  Regenpfeifer  Charadrius  spinosus,  Unter- 
Egypten. 

lappenstirniger        —  —    pileatus,  am  Senegal, 

schwarzköpfiger    —  —    melanocephalus,  — 

sonderbarer  —  —    heteroclitus,  Guinea, 

bekränzter  —  —    coronatus,  Kap  der 

guten  Hoffnung. 

Senegalisches  Sandhuhn  Glareola  senegalensis,  amSenegal. 
schwarzbrüstige  Schnepfe  Scolopax  capensis,    Kap  der 

guten  Hoffnung  nach  Barrow. 
weifsköpfiger  Brachvogel  Numenius  leucocephalus,  — 
aschgrauer  —  —      africanus,  — 

brauner  —  —  madagascariensis,Ma- 

dagascar. 

ägyptischer  Nimmersatt  oder  Ibis  Tantalus  ibis,  Egypten, 

auch  am  Kap  d.  g.  H„  nach  Barrow. 
braunköpfiger  — •  —    aethiopicus , 

Aethiopien. 

stahlschwänziger  —  —    cafrensis,  Kaf- 

fernland. 


• 


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1 


V 


385 

kahler  Nimmersatt  öder  Ibis  Tantalus  Calvns,  Kap  der  gu- 

ten  Hoffnung, 
violetflugeliger    —  —      hagedash,  —  — 

gehäubter  —  - —      cristatus,  Madagascar* 

gehäubter  Scbattenvogel  Scopus  umbretta,  am  Senegal, 

Kap. 

Kehl-  Reiher    Ardea  gularis,  am  Senegal. 
Paradies     —        —    paradisea,  Süid -Afrika. 
Braungüldischer  Storch  Ciconia  chrysopelarga.Kaffernland. 
Kronen  Kranich  Grus  pavonina,  Afrika,  Kap  am  Milch - 

flufs,  nach  Barrow. 

VII.  Schw'lmmvogeK 

'rothruckiger  Pelikan  Pelecanus  rufescens,  Afrika, 
braunschwarze  Scharbe  Carbo  afticanus,  Afrika, 
gelbnasiger  Albatrofs  Diomedea  chlororhynchos,  Kap 

der  guten  Hoffnung,  auch  im  stillen  Meer, 
ägyptische  Meerschwalbe  Sterna  nilotica,  Egypten. 
Afrikanische       —  —  africana. 

schwarzer  Sturmvogel  Procellaria  aequinoctial:s;Kapder 

guten  Hoffnung,  sudliches  Meer  bis 
zum  3 7. Gr»  nach  Peron. 
Senegalischer  Schlangenvogel  Plotus  senegalensis,  amSe« 

negal,  auch  am  Kap  am  Zwart-  kops-  Flufs, 

nach  Barrow. 
Egyptische    Gansv  Anser  aegyptiacus ,  Egypten, 
spornflügelige  —     —    gambensis,  Gambia, 
grauköpfige     —  canus,  Kap  der  gut»  Hoffnung» 

Berg  — *     —    montanus,     —  — 
Nil-  Ente  Anas  nilotica.  Nil  und  Ober-Egypten. 

Mond-  —      —    daroiatica,  Egypten,  Barbarei. 

braunbäUchige  —      —    africana,  — 
Cirkel  — *      —    alexandrina ,  Alexandrien« 
Gattair  — *  — *-    gattair«  — 
rothschnabelige  —  — •    erythrbrhyncha,Kap  d.  g.Hoff, 
Georgische     —  — ■    georgica,  —  — » 

25 


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386 

■ 

Dominikaner  Ente  Anas  dominicana,  Kap  d.  g.  Hoffnung, 
blaubrüstige   —      —    capensis,  .      —  — 

nach  Barrow. 

dunkelgrüne  —      —    madagascariensis,  Madagascar. 
braunstreifiger  Pinguin  Aptenodytes  demersa.auf  dem  Welt- 
meer ,  vorzöglicfa  in  der  Nähe  des  Kaps. 

'  .  IV. 

Vogel,  welche  Amerika  eigenthumlich  sind  a). 

I.  Raubvögel. 

Condor-  Geier  Vultur  gryphus,  auf  den  Gebirgen  der 

Andes -Kette, 
schöner      —     —    papa,  Südamerika. 
?  Brasilischer—     —    aura,  — 


«)  De  Laet  Novus  Orbis»  seu  Americac  utriusque  descriptio. 
Leid.  1633.  fol. 

Don  Antonio  de  Ulioa  Notizias  amcricanas  sobra  la 
America  meridional  y  la  septentrional.  oricntal.  Madrit 
vyyx  4.  teutsch.  Leipz.  1781.  8. 

'  J.  Levaillant  Histoire  naturelle  d'une  partie  d'Oiseaux 
nouveaux  et  rares  de  l'Amerique  et  des  Indes.  Paris  1801 
fol. 

Nord  -  Amerika. 

Denys  Description  geograpbique  et  historique  des  cotes 
de  l'Amerique  septentrionale,  avec  l'hisr.  natur.  du  pays. 
Paris  1672.  a  Vol.  12. 

P.  Kalm  Reise  nach  dem  nördlichen  Amerika.  Gotting. 
1754.  3  B.  8-  *•  d.  Schwcd. 

L.  P.  Vieillot  Histoire  naturelle  des  Oiseaux  de  l'Ame- 
rique septentrionale  depuis  Saint  •  Dominique  jusqu'a  la 
baie  d'Hudson.    Paris,  fol. 


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387 

Cberiway  Geier  Vultur  cheriway,  Insel  Aruba, 

gestreifter    —  plancus ,  Feuerlatid. 

lohgelber  Geieradler  Gypaetos  ambustus^Falklands-Inseln« 


/.  R.  Tontet  A  Catalogue  of  the  Animals  of  North 
Amerika.  London  \y\\.  8« 

Grönland ,  Hudsonsbay^  Labrader  u.  s.  w. 
D.  Cranzens  Historie  von  Grönland.  Barby  1*765. 1*770. 
2  B.  8* 

0.  Fabricii  Fauna  Crönlandica.  Hafn.  et  Lips.  1*780.  8- 

H.  Ellis  a  voyage  to  Hudsons  «bay.  London  1")48*  8* 
teutsch.  Gotting.  1*750.  8* 

J.  Robton  Account  of  six  year  residence  in  Jiudson- 
Bay.  London  1*752.  8* 

/.  Ä,  Forster  Account  of  the  birds  sent  from  Hudsong« 
bay;  with  observations  relative  to  thier  natural  history  in 
d.  Phil.  Transact.  Y.  1*7*72.  p.  382. 

Stellers  im  Jahr  1741  von  Kamtschatka  aus  mit  Bering 
unternommene  Reise  nach  den  West-  Küsten  in  Amerika, 
herausg.  von  P.  S.  Pallas.  8» 

G.  Imlay  A  topographical  description  of  the  weitem 
territory  of  North* America,  containing  a  succinet  aecount 
of  the  climate,  natural  history  etc.  London  1*792.  8* 

Lewis  et  Clarke  Voyages  depuis  l'embouchure  du  Mis- 
souri jusqu'a  1'cntiee  de  la  Colombie  dans  la  mer  paeifi- 
que  fait  dans  les  annees  1804  6.  trad.  de  Tangl.  Paris 
I810.  8* 

G.  Cartwright  A  Journal  of  transactions  and  evenements 
during  a  residence  of  nearly  six  years,  part  of  the  coast 
of  Labrador.  Newyork  1*792.  3  Vol.  4. 

Kanada ,  Pensyhanien  ,  Virginien^  Louisiana ,  Karolina , 

Florida  u,  s.  w. 

P.  Boucher  Hist.  naturelle  des  moeurs  et  des  produeti- 
ons  de  Canada.  Paris  1664.  12. 

*5  * 


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388  * 

schwarzwangtger  Adler  Aquila  americana ,  Nordamerika, 
weifsbäuchiger  — -      —    leucjgaster,  — 
schwarzschwingiger  —      —    candita ,  Louisiana.  ' 


X  Bartram  Observations  -on  -the  inhabitans,  «Iimate, 
soil,  divers  productions,  animals  etc.  made  in  bis  traveb 
from  Pensylvania  to  Onondago,  Oswego  and  tbe  lake 
Ontario.    London  1*751«  8* 

J.  Carter  Travels  through  tbe  inferior  Parts  of  North- 
America.  London  1774.  g-  teutscb.  Hamburg  1780. 

T.  A.  Michau x  Voyage  a  l'Ouest  des  Monts  Alleghanyx, 
dans  les  etats  de  Ohio,  tlu  Kentucky  et  du  Tenesse  etc. 
Paris  1804.  8«  teutsch.  Weimar  1805* 

J.  Josselyn  New  England  rarities  discoverd  in  birds, 
beasts,  fiches,  serpents  and  plants.    London  1672.  12. 

Natural  and  politkal  iiistory  of  tbe  State  of  Vermont. 

1198-  8- 

IV.  Bttliock  Virginia  examinata,  or  natural  and  politi- 
cai  description  of  his  "country*    London  1649.  4- 

F.  Fihon  Discovery  Settlements  and  present  State  of  Ken- 
tuky,  and  an  essay  towards  the  topography  and  natural 
hrstory  of  that  important  contry.  Wilmingtoa  1784.  8- 
franz.  Paris  i*]85-  8* 

Remarks  on  the  cümat,  produce  and  natural  advantages 
of  Nova-Scotia.  London  1784-  8* 

B.  Smith  Barton  Fragments  of  the  natural  bistory  of 
Pensylvania.  Philadelphia  1799.  föl. 

M.  Catesby  The  natural  history  of  Carolina,  Florida 
and  the  Bahama.  Islands.  London  1731.  %  Vol.  gr.  fol. 
teutsch.  Nürnberg  176*7  fol. 

F.  BrikwelCs  Natural  bistory  of  Carolina.  Dublin  1745. 8. 

An  Account  of  the  first  discovery  and  natural  history 
of  Florida  by  Will.  Roberts,  illustrat.  by  T.  Jcfferyes. 
London  1763.  4. 


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Hauben  -  Adler  Aqaila  narpyia,Jarna?ka,Paragrmy 

nach  Azara. 

gebänderter  —      —    aeqtrinoctialis,  Gayenne. 

großäugiger         —     —    uribitinga,  Brasilien. 


&'  BomansyA  concise  natural  histosy  of  Rast -and  West- 
Florida.  Newyork  IT76.  I2-. 

Laval  Voyage  dans  la  Louisiawe.  Paris  172g.  4. 

Lepage  du  Prats  Histoirc  de  la  Louisiane.  Paris  1*758. 
3  Vol.  12. 

CalifornietL 

M.  Vcntgas  historia  natural  y  civil  de  k  California. 
Madrit  1754.  3  T.  4,  tcutsch.  Lemgo  1769. 

Jtfexiko,  Westindien. 

Gonzalez  Hernandez  de  Qviedo  bistoria  general  y  na- 
tural de  las  indias  islas  y  tierra  ferma  del  mar  Oeeano. 
Toledo  1526.  fot. 

F.  Himandez  de  la  naturaleca  y  virtudes  de  las  arbo- 
les,  plantas  y  animales  de  la  nuova  Espagna,  en  especial 
de  la  provincia  de  Mexico.  Mexico  1615.  4* 

—    nova  plantarum  animalium  et  mineralinm 

segni  mexicani  historia.    Rom.  1626  fol. 

A.  de  Htrrera  descriptio  Indiac  occidentalis,  Amstcrd. 
1622.  fol. 

/.  £.  Nierember&iL  historia naturac peregrinae.  Ajitwerp, 
1635.  fol. 

Fr.  X.  Clavigero  Geschichte  von  Mexico  a.  d.  Italien* 
übers.  Leipi.  t"jS9-  3-B.  8- 

C.  dp  Roche/ort  natural  and  roorar  history  of  rhe  An» 
tilies.  London  1666.  fol.  hollUnd.  Kottcrd.  1662.  4. 

Du  Tertre  Histoire  generale  des  isles  Antillcs,  avec 
Fhist.  natur.    Paris  166-].  4  Vol.  4.  1721.  6  Y.  iz. 

s 


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39o 

Paraguayischer    Adler  Aquila  paraguayanus,  Paraguay  , 

neue  Art  von  Azara. 
Federbusch  —     —    tbarius,  Chili  nach  Molina, 

scbwarzschwänziger*  — -    austräte,  Staatenland. 

i 

Charlevoix  Histoire  de  Hsle  Espaguole  au  de  Saint  -  Do- 
minique. Paris  1732.  2  V.  4. 

(Nicohanl  Essai  sur  F  histoire  naturelle  de  Saint- Domin - 
«|ue.  Paris  17*76.  8 

M.  E.  DescourtiU  Voyage  d*un  naturaliste  et  ses  obset> 
vations  a  St.  Dominque.  Paris  1809  3  Vol.  8» 

J.  Davici  Ihe  history  of  the  Caraby  Islands,  viz.  Bar- 
bados, St.  Christophe,  St.  Vincent,  Martinico,  Dominico 
Ctc,  and  coutaining  the  natural  history.  Lond.  \666.  fol. 

Labat  Nouveau  voyage  aux  isles  de  TAmerique,  conte- 
nant  lhistoire  naturelle  etc.    Paris  1722.  6  V.  12. 

JT.  Sloane  A  Voyage  to  the  Islands  Madcra,  Barbados, 
Keves,  St.  Christophers  and  Jamaica,  with  the  natural 
bistory.  London  1707  fol. 

Some  modern  Observation  upon  Jamaica,  and  to  its 
,       natural  history  etc.    London  172*7.  8- 

P.  Browne  the  civil  and  natural  history  of  Jamaica. 
London  1756.  fol.  1789.  fol. 

Th.  de  Chanvallon  Voyage  a  la  Martinique,  contenant 
diverses  observations  sur  la  physique,  sur  Thistoire  natu« 
seile  etc.    Paris  1763.  2  Vol.  4* 

Griffith  Hughes  The  natural  bistory  of  the  Island  of 
Barbadoes.  London  1758-  fol.  »793.  fol. 

Südamerika* 

J.  a  Costa  historia  natural  de  laslndas.  Sevilla  1590. 4. 

Louis  Feuiliee  Journal  des  Observations  physiques,  ma- 
tbematiques  et  botaniques  faites  par  l'ordre  du  Roy  sur 
les  Cotcs  Orientales  de  VAmeriqu^  Mcridionale ,  et  dam 


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I 


;  391 

dunkelrückiger  Milan  Falqo  furcatns,  Carolina,  Peru, 
aschgrauer  Bussard      —    cinereus,  Hudsonsbay. 
gestreifter  —    lineatus,  Neu  -  York. 

1 

ies  Indes.  Occidentales  depuis  fonnee  1707  jusq.  en  1712. 
Paris  1714.  T.  1  —  3.  4. 

Terra  f  irma,  Orinoco ,  Neu  -  Andalusien, 

lyonel  Waffers  New  Voyage  and  Description  of  the 
isthme  of  America  second  ed.  to  which  aie  added  the  na- 
tural history  etc.  London  1704.  8*  franz.  Paris  1709.  12. 

/.  Gumilla  El  Orinoco  itlustrado  e  defendito.  Historie 

» 

natural,  etc.  Madrit  1741.  2 Vol.  4.  franz.  Avignoni754. 
3  Vol.  12. 

F.  S.  Gilius  Saggio  di  istoria  AmerLcana,  e  sua  Istoria 

naturale  etc.  Kom  1780.  3  Vol.  8» 

» 

Guiana,  Cayenney  Surinam. 

P\  Barrere  Essai  sur  l'histoire  naturelle  de  la  France 
cquinoxiale.  Paris  1741.  12,  Nouv.  relation.  Paris  1143* 
*149«  9-  teutsch  in  d.  Göttinger  Sammlung  B.  2. 

P.  Termin  Histoire  naturelle  de  la  Holland«  equlnoxi- 
ale  ou  Description  des  animaux  etc.  Amsterd.  1765*  8* 
Amst.  1769.  2  Vol.  8*  teutsch.  Potsdam  1~IS2.  8« 

Ea\  Bankroß  Essay  of  the  natural  history  of  Guyana 
in  Southamerica.  London  1769*  8* 

Bajon  Memoites  pour  servir.  a  L'histoire  de  Cayenne  et 
de  la  Guiane.  franeoice.  Paris  1777.  2  T.  8- 

I.  G.  Stedman  Voyage  a  Surinam  et  dans  Vinterieur  de 
la  Guyane  trad.  p.  Henri.  Paris  1799.  3  V.  8» 

■  • 

Brasilien, 

J.deLaet  Historia  naturalis Brasileae.  Lugd.B.  i&fö.  fol. 
Margraa/  Histöria  Brasileae.  Lugd.  1648.  foL 


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S9* 

rothschwänzJger  Bussard  Falco  borealis ,  Carolin», 
Jamaikanischer      **-  jamaicensk,  Jamaika« 


TA.  Lindl ey  Narrative  of  voyage  to  Bresil.  Lond.  i$o4* 
8.  tcutsch  in  Sprengers  Samml.  Weimar  I8°6.  B.  29.  franz. 
Paris  1806.  g. 

Paraguay* 

P.  Lorano  Descripcion  corografica  det  terreno,  rios  * 
arboles  y  animalcs  de  las  proviucias  de  Gran  -  Chaco,  Ga- 
lambar  etc.  Cordova  1-732  4. 

Charlevoi*  Histoire  du  Paraguay.  Paus  1756  3.V.  4- 
M.  Doöritzhojfer  Historiade  Abiponib.us.  Viennae  1784*  8*. 
Don  Felix  de  Azara  Voyages  dans  l'Aroericjue  meridii 
onale  depuis  1781  —  i80'-  publ.  par  C.  A.  Walkcnaer, 
enrichis  de  nates  par  Q.  Cuvicr  Suiyis  de  l'histoire  na- 
turelle des  Oiseaux  du  Paraguay  et  de  la  Plata  firaduit 
dapre's  l'onginal  cspagnole  p.  §onnini.  Paris  *8°9-  4Y0L 
g.  avec  Atlas. 

Peru ,  CkUi, 

Prezier  Relation  du  voyage  de  la  mer  du  Sud  aux  cotes 
du  Perou  et  de  Chili.  Paris  1716*  Amst.  1717.  2  Yol.  &• 
Hamburg  1718*  . 

Ph.  Vidaure  Istoria  naturale  c  civile  del  Chili.  4. 

Compcndio  della  Storia  geografica,  naturale  e  civile  del 
fegno  del  Chili.  Bologna  1776.  8«  tcutsch.  Hamb.  1782.  8- 

J.  Molina  Istoria  naturale  del  Chili.  Bologna  1782.  &• 
tcutsch.  Leipt.  1786-  & 

Patagonien  y  Feuerland ,  Malouinischc  Inseln. 

J.  Falkner  A  Description  of  Patagonia  and  the  adjov* 
sring  parts  of  South  -  America.  London  1774.  4. 

D.  Pernely  Journal  historique  d'un  voyage  fait  aux  lies 
Malouines.  Berlin  1769.  8* 

Histoire  d'uu  voyage  aux  Ues  Malouiac**  Paris  177a 
%  .Vol.  $. 


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393 


gefleckte  Weihe 

■ 

Falco  brasiUensis,  Brasilien,  Pa- 

rairiiav  nach  Azara. 

einfarbiger  Habicht 

obsoletus,  Hudsonsbay, 

Tauben 

columbarius ,  — 

bis  Süd- Carolina. 

Leverscher 

leverianus.  Carolina. 

Carolinischer 

ZT 

europigistus .  — - .  neue 

• 

4 

Art  von  Bosc. 

Sumpf 

4 

ulieinosus.  Pensylvanien» 

Jamaika. 

Antillischer 

mm* 

antillarum,  Antillen,  Por« 

• 

torico. 

grofsschnäbeliger 

magntrostris,  Cayenne. 

kurzbeiniger 

cayanensis ,  — 

schwarzhälsiger 

nigricollis,  — 

weifshälsiger 

_  _ 

_ 

albicollis,  • 

rothkopüger 

mm 

meridionalis »  — 

kleinster 

— 

tinus ,  — - 

bleifarbiger 



plumbens»  — 

Paraguay. 

Azaras 

Ararae    Para^uav.  neue 

Art  von  Azara. 

orangebrüstiger 

anrantius.  Surinam. 

fleischnasiger 

suffrator ,  — 

Winter- 

Falk 

hyemalis,  Hudsonsbay. 

Sanct  Johanne* 

S,  Johannis ,  — 

Neufundland. 

rostnackiger 

novae  terrae,  —  — 

dunkelbrauner 

obscurus,  Nord- Amerika. 

kleiner 

sparverius  ,   von  Neu- 

Schottland  bis  zu  den  Antillen,  in  Portorica  nach  Ledru. 

unbestimmter 

dubius,  Carolina. 

Lach- 

cacchinans,  Süd- Amerika, 

Guiana. 

schwarzzügliger 

melanops,  — 

zweizahniger 

bidentatus*  — - 

zweibindiger 

nitidus,  — 

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394 


Falk 


Eule 


rothkebliger 
Au  gen  braun. 

bunter 

Buffons 

Mauduyts 

aschgraue 

Wapacuthtt 

gestreifte 


gesprenkelte  — 
rothe  — 
cbocolatfarbige 


langscbnabelige 


Mexikanische  — 

Chicbictli  — 

Neuspanische  ™ 

aschgraue  — 

rothschnäbelige  — «• 

Brillen  — 

Kaninchen  — 


kurz£ügelige       —  — , 


Falco  «tmilinus,  Guiana. 
-r— *    superciliosus  %  Süd-Ame- 
rika, Guiana. 

—  discolor,Guiana,Cayenne. 

—  BufFonü,  Cayenne. 

—  Mauduy  ti , 

Strix  cinerea ,  Hudsonsbay. 
-r^-    wapacuthu,  — 

—  nebulosa, 

bis  Neuyork. 

—  naevia ,  Nord  -  Amerika. 

—  asio,  V.Grönland  b.  Carolina. 

acadica,  Nord-Amerika. 

—  phalaeroides ,  Insel  Trini- 

dad nach  Ledru. 

—  dominicensis,  St.  Domin- 
go, Portorico  nach  Ledru. 

mexicana,  Mexico. 

—  cbichictli,  — 

—  tolchiquatli, 

—  americana,  Sud- Amerika. 

—  cayenneusis,  Cayenne. 
— -    perspicillata,  — 

—  cunicularia,  Chili,  Para- 
guay nach  Azara. 

,  Brasilien. 


IL  K let t*r vö geU 

orangekopfiger  Sittich  Psittacus  carolinensis  et  ludovici- 

anus,  Karolina,  Virginien. 

lüinesischer  Papagei       —    pertinax,  Land  der  Illine- 

sen,  sudlich  am  See  Michigan,  Surinam, 
Guiana,  Cayenne,  Brasilien. 

Kappen  Sittich    Psittacus  mexicanus,  Mexiko. 

blaustirniger  Papagei  —    havannensis,  —    ,  Havanna. 


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395 


braunbäuchiger  Papagei  Psittacus  sordidus  ,  Mexiko, 
schwarzköpfiger — >  melanocephalus, Insel 

Trinidad,  Guiana. 
Macao  Ara&   ,Psittacus  macao,  Jamaika,  Antillen,  Süd- 
Amerika  bis  zum  2  &.  Grad  südlicher 
Breite  nach  Azara. 

aracanga,  Jamaika,  Antillen;  Insel 
Portorico  und  Trinidad,  Sumatra, 
Guiana,  Brasilien. 
—    erarauna,  Guiana,  Südamerika  bis 
zum  24.  Grad  südlicher  Breite. 
Finken-       Sittich  Psittacus  tirica,  Jamaika,  Brasilien. 
Amazonen-  — ~    ochrocephalus ,  Jamaika,  In- 
sel Trinidad,  Guiana,  Paraguay. 


Canga 


blauer 


rathkehliger  —•-  — - 
gelbköpfiger  — 

weifsköpfiger  — >  — 

violetköpfiger  — *  — 
ascbstirniger  Papagei  — * 
Guaruba-      Sittich  — • 


Paruane  — 
goldköpfiger    — <-■ 
grofser  — - 
dreifarbiger  — ■* 
Hyacinth  — 
braunkehliger  — 
gefleckter  Papagei 
gelbflügeliger 
gelbschulteriger  - 
rothstirniger  Aras 

Makawuanna 
grüner  — 


collarius,  Jamaika, 
aestivus,         ,  Insel  Tri- 
nidad, Guiana,  Brasilien, 
leucocephalus,  St.  Domingo, 

Martinique, 
violaceiw,  Guadeloupe* 
barbadensis ,  Barbados, 
guarouba,    Insel  Trinidad, 

Brasilien, 
guianensis,Portorico,Guiana* 
tui,  Ins.  StThomas,Cayenne. 
ambiguus  %  — 
tricolor,  — » 

hyacintbinus  x  -U, 
aeruginosus,  — 
varius ,  — 
oohropterus*  — - 

Intens ,  — 
militaris,  Guiana,  Paraguay 

nach  Azara. 
makawuanna,Gujana,Cayen«e 
Severus,  Guiana,  Surinam, 

Brasilien.  « 


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396 


Sperlings-  Sittich  Psktacus  passermus,  Guiana,  Brasi- 

lien,  Paraguay, 
sosone,  Guiana,  Cayenne. 
coronatus,  —    ,  Surinam, 
ruenstruus,  —    ,  Cayenne, 

Snrinani,  Paraguays 
caeruleocephalus,  Guiaaa. 
autumnaiis,  .  

festivus,  Guiana,  Cayenne. 
pileatus,  — 

erytbrothorax,  Guiana. 
anaca, 

vireseens,  Cayenne. 
agiüs ,  — 
buccalis,     v  — 
cbrysopterus ,  — 
squammosus,  —— 
vireseens,  — 
versicolor,     — ,  Surinam, 
purpuratus ,  — 
pulverulentus,  — .  , 
jendaya,  Brasilien., 
canicularis  >  — 
aureus,         — ,  Paraguay, 
parayuanus,.  — 
taraba,  —  >  Paraguay. 

Bouqueti,  — 
tuipara,  — 
patagonicus,  Paraguay  vom 
32.  Grad  südl.  Breite  bis  zu  den  Patagonen  nach  Azara; 
Jaquilma  Sittich        —    jaquüma,  Chili, 
graubäuchiger  Papagei —    choroeus,  — 
blauhalsbandiger  —  — —  cyanolyseos,— 
Schmaragd  Sittich      —    smaragdinus,  Magellanis  eher 

Meerbusen. 

Tukan  Pfeffervogel  Ramphastos  fcueanus,  Süd-  Amerika, 
rothschnabeliger —       —    erythrorhynchos,  — 


Sosone         —  — 

Kronen  -  Kakatu  — 

blauhalsiger  Papagei  — 

blauer  — 

Herbst           —  — 

Tacua           —  — 

Kaika            —  — 

rotbbrüstiger  —  — 

Anaka            —  — 

gelbfLügeliger  Sittich  — 

Krik             —  — 

grauwangiger  —  — 

goldflügeliger  —  — , 

geschuppter  —  — 
gelbflügeliger 

vielfarbiger     —  — 

purpurschwänziger  — 

bepuderter  Papagei  — 

Jendaya  -  Sittich  — 

rotbstirniger  —  — - 

goldfarbiger    —  — 

schwarzbuntes  Lory  — 

rothkopfiger  Papagei  — 

blaukopfiger  —  — 

Tuipara*         —  — 

Patagonischer  — - .  ~ 


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397 


scheckiger  Pfeffer  vögel  Ramphastos  piscivotus,  S.  Amerika 


Halsband 

Pfauen              —  — 

schwarzschnäbeliger 

blauer               —  .  — 

grüner             —  — 

glattschnäbeliger —  — 

goldohriger       —  — 

Arakari            —  — 

■ 

Toco               —  — 

gelbkehliger       —  — 

Prediger           —  — 


torquatus,  Mexiko, 
pavoninus,  — 
luteus ,  — 
caeruleus,  — 
viridis ,  Cayenne. 
glaber,  - — 
piperivorus, — 
aracari,  Cayenne,  Surinam, 

Brasilien, 
toco,         —  Paraguay 

nach  Azara. 
dicolorus,  —    —  — 
picatus,  Güiana,  Brasilien, 
rothkehliger  Bartvogel  Bucco  cayennensis,  PortoRico 

nach  Ledru,  Cayenne. 


Halsbands  -  — 
scbDner  — 
weifsbrüstiger  — 
bespornter  — 
?  geschickter  — 
spaltschnäbeliger — 


capensis,  Guiana. 
macrorhynchos,  Cayenne. 
fuscus ,  — 
calcaratus ,  — 
melanoleucos,  — 
tamatea,  Cayenne,  Brasilien. 


rothbäuchigerKuruku  Trogon  curucui ,   Insel  Trinidad 

nach  Ledru,  Paraguay- nach 


violetter  — 

aschgrauer  - — 

gelbbäuchiger  — 

gelbrother  — 


Azara,  Mexiko ,  Brasilien, 
violaceus,  Süd-Amerika, 
strigilatus,  Guiana,Cayenne. 
viridis,  Cayenne. 
rufus,  — 


braunschwingigerKuckuk  Cuculus  americanus,Nord-Ame- 

rika,  Carolina,  Jamaika. 
— «    dominicus,  Louisiana,  St. 
Domingo,  Portorico,  Guiana. 

—  ridibundus,  Mexiko. 

—  vefula,  Jamaika,  Porto- 
rico, Antillen. 

—  pluvialis ,  Jamaika. 


graubäuchiger  — ■ 

Lach  -  — 

langschnäbeliger  — 

Regen-  — 


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39* 

kleiner 


Knckttk  Cnculus  minor,  Portorico,  Cay- 
enne, Paraguay  nach  Azara. 


gesprenkelt«      —  — 

punktirter          —  — 

kastanienbrauner  —  — 

gelbbrustiger      —  — 

rother               —  — 

gehörnter          —  — 


naevins,  Cayenne,Paraguay 
punctatus ,  — 
cayanus ,     —  — 
tenebrosus,  — — 
brasiliensis ,  Brasilien, 
cornutus ,  — 
weifsschnäbeliger  Jakamar  Galbula  albirostris^Sudamerika. 
?  grofser  — 
grüner  — 
Paradie»  — 


—    grandis,  Guiana. 

—  —    viridis,    —  Brasilien. 

—  — -    paradisea ,  Cayenne, 

Brasilien,  Surinam. 

Specht  Picus  turatus,  von  der  Hudsonsbay 

bis  Carolina. 

—     —    villosus,       —    —  — 

_    pubescens,  Pensylvanien,  Vir- 

ginien ,  Carolina. 

—  hirundinaceus ,  Neu -England. 

—  obscurus,  Virginien. 

—  erythrocephalus,  Pensylvanien 
und  die  benachbarten  Provinzen. 

—  canadensis,  Canada. 

—  carolinus,  Carolina,  Jamaika, 

Portorico. 

—  principalis,    von  Neujersey 
y  ,  bis  Brasilien. 

—  pileatus,Pensylvanien,Neuyork. 

—  cinnamomeus,  Süd- Karolina, 

Guiana,  Cayenne. 

—  bicolor,  Amerika. 

—  sanguineus ,  — 

—  tricolor,  Mexiko. 
— .    striatus,  St,  Domingo,  Porto- 
rico nach  Ledru. 

Sperlinga       —      —    passerinus,  St.  Domingo,  Por- 
torico, Cayenne. 


Gold- 

haariger 
Dunen 


Schwalben  -  — - 
weifssteifsiger — 
rothköpfiger  — - 

t 

weifsrückiger  — 
gewellter  — 

i 

weifsschnäbeliger 

rothbüscbiger  — 
zimmetfarbener — 

zweifarbiger  — 

blutfarbiger  — 

dreifarbiger  — 

gestreifter  — 


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399 


gelbfcopfiger  Specht  Plcus  chtorocephalas,  Guiana. 


rothöhriger 

liniirter 

rothhalsiger 

rothbrüstiger 

weifsbackiger 

gelber 

¥  fuchsrother 

gelbbuschiger 

gelbhäubiger 

Holzhacker 

Pitius 


undatus,  Guiana,  Surinam, 
lineatus,  Cayenne. 
rubricollis,  — 
ruber,  — 
cayannensis>  — 
flavicans ,  — 
rufus , 

melanoleucos,  Surinam, 
flavescens,  Brasilien, 
lignarius,  Chili, 
pitius,  — 


III.  Singvögel. 


Notkaischer  Würger  Lantus  notka,  aus  dem  Notka- Sund* 
kurzfüfsiger     —  — *    septentrionalis, Nordamerika. ' 
graubäuchiger  —       —    canadensis,  Canada. 
grauköpfiger    —       —    atnericanus,  Louisiana, 
tyrannischer     —       —    tyrannus,  Virginien,  Caro- 
lina ,  St.  Domingo ,  Cayenne,  Paraguay  nach  Azara. 


geschäckter  — 
schwarzer  — 
schwefelgelber  — 

schwarzköpfiger— 
rothfarbiger  — - 
gefleckter  — 
gestreifter  — 
orangefarbener  — 
augenfleckiger  — 
weifsschulteriger  - 
orangescheiteliger 


leverianus ,  Sud-Amerika, 
niger,  Jamaika, 
sulphuratus ,  Cayenne,  Pa- 
raguay nach  Azara. 
cayanus,      — ,  —  — 
rubiginosus,  Cayenne. 
naevius,  — — 
doliatus ,  • — 
aurantius,  — 
ruber,  Surinam, 
varius,  Brasilien, 
pitaitgua,    —  ,  Paräguay 


nach  Azara. 

grauschwänzige  Drossel  Turdushudsonicus,Hudsonsbay. 

Wander-  —   migratorius,  — 

Notka- Sund f  geht  gegen  Süden  bis  Carolina. 


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400 


Schimmer  -  Drossel  Turdus  labradous,  Labrador,  Neu* 

york,  auch  in  Portorico  nach  Ledru* 

Notka-Sund,  Nor- 


gefleckte         —  — 

goldköpfige     —  — 

lohgelbe         —  ~— 

braune            —  — 

schwarzschwanzige  — 

rothfarbige      —  — 

Spotte           —  — 

schwarzgesäumte 

kleine            —  * — 

rothfufsige      —  — 

gelbfufsige  — 

lauchgtüne          ■  *— * 

graubrüstige     —  — 

Orpheus         —  — 

graubraune      —  — 

• 

schwarzkehlige  —  — 

Portorico        —  — 

weifsrückige    —  — 

kleinschwänzige—  — 

Läute*            —  — 

graubraune      —  — 

Pata  -             —  — 

gelbbrüstige     —  — 

ichwatzbrüstige—  — 

Ameisen  -        —  — 

gesprenkelte     —  — 

Larum             —  — 

Colma             —  — 


naevms 
folk-Sund  nach  Langsdorf, 
aurocapillus,  Pensylvanien  , 

Portorico. 
mustelinus,  Neuyork. 
fuscus,  — 
noveboracensis,  — 
rufus,  Virginien,  Carolina, 
polyglottus,  — ,       —  > 

Jamaika,  Ptortorico. 
trichus ,  Nord  -  Amerika, 
minor,    Amerika,  Jamaika, 
plumbeus,  —  ,  Portorico 

nach  Ledru. 

americanus, — 
prasinus ,  — 
jamaicensis »  Jamaika, 
orpheus,  Jamaika,Neuspanien 
dominicus,    St.  Domingo, 
Paraguay  nach  Azara. 
ater,  St.  Domingo,  Portorico. 

hispaniolensis ,   

nach  Ledru. 
Alapi,  Guiana. 
cyanurus,  — 
tintinnabulatus,  Guiana, 

Cayenne. 
guianensis,  Guiana. 
palmarum,  Cayenne. 
pectoralis ,  — 
cinnamomeus,  — 
formicivorus,  — 
lineatus ,  — • 
tinniens,  — 
colma,  — 


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■ 


4oi 


schwarzflu 
weifsohrige 
gelbrothe 
fiDtende 
Coraya 
lohflügelige 
Häute- 
gelbruckige 
bunte 
graulichte 
geibb'&ichige 
Königs- 
schwarzköpfige 


Tufdus  bambla,  Cayenne» 

—  auritus,  — 

—  rufifrons,  — *  ^ 
- —    cantans »  — * 

— -  coraya ,  * — 
*—    fuscipes  >  — - 

—  cirrbatus,  — 
Stria  tus,  Surinam» 

—  variegatns,  — 

—  surinamensis, — 

—  brasiliensis»  Brasilien* 
— »    rex,  — 

atricapillus>Paraguay  nach 


Azara,  nicht  am  Cap  d.  g.HofFn.,  wie  Brisson  angibt» 
Staaren  —    curaeus,  Chili« 

?  Thenka  —       —    thenca,    — ,  Paraguay, 

gestreifter  Fliegenfänger  Mascicapa  striata,  an  derSevern 

Niederlassung  in  der  Hudsonsbay. 


graugrüner  » 
Katzen  — 
gabelschwänziger  - 

blafsgrünlicher  — - 
Federbusch-  — » 

braunrotbe  — 
geschwätziger  — * 
aschgrauer  — * 
schwarzkappiger  — 
schieferkehliger  — 
weiftbunter  — 
schwarzer  — 
schwalbenschwänziger 
rothäugiger  — 
orangestreifiger  — 
Peteschen  — 


acadica,  Neu-Schottland. 
canadensis,  Kanada, 
tyrannus ,  — 

Surinam ,  Paraguay, 
noveboracensis.Neuyork 
crinita ,  Virginien ,  Karo- 

Jina,  Paraguay» 
ferruginea,  Karolina* 
viridis,         — - 
virens  , 

fusca,  — 
ludoviciana ,  Louisiana« 
leucomela,  Georgien, 
atra,  Nord  -  Amerika« 
forficata,  Mexiko» 
olivacea,  Jamaika, 
ruticilla,    —  Portorico. 
petechia,  Martinique« 

a6 


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/ 


40* 

streifkopfiger  Fliegenfänger  Muscicapacayennensis,  St.Do- 

mingo ,  Portorico ,  Cayenne. 
coronata ,   Portorico , 
Süd- Amerika, 
aurantia,  Guiana, 
agilis,  Cayenne. 
fuliginosa,  — 
rufescens,  — 
cinerea ,  ~™ 
pygmaea,  — 
minnta ,  — 
barbftta,  — 
rubricolfis ,  — 
meloxantha,  — 
bicolor,      — ,  Para- 
guay nach  Azara» 
cinnamomea,  Cayenne. 
spadicea,  — 
ferox ,  — 
Paraguay  nach  Azara. 
surinama,  Surinam, 
cristatella ,  — 
cbalybea,  — 
chloropus ,  — 
leucocephala,Paraguay, 
neue  Art  von  Azara. 
rufocephala,  —  — 
colon ,         —  — 
cyanorynchos,—  — 
punctata ,  — 
melanoflava,  —  — 

sibllans ,        —  — 


gekrönter  — -  — 

orangebrüstiger  —  — 

geschäftiger  —  — 

dunkelbrauner  —  ' — 

gelbrother  —  — 

grauhalsiger  —  — 

Zwerg  —  ■— • 

kleinster  — •  — 

bartiger  —  — 

purpurkehliger  —  — 

gelbbäucbiger  —  — 

schwarzbunter  —  — 

zimmetbrauner  —  — 

gelbsteifsiger  —  — 

Tyrannen  —  — 

weifsspitztger  —  — 

weifswangiger  —  — 

?  blauburiter  —  — 

?  grüTifufstger  —  ~ 

weifsköpfiger  —  ~ 

rothköpfiger  — 

Colon  —  — 

biauschnäbeliger  —  — 

punktirter  —  — 

schwarzgelber  —  — 
pfeifender 


Krone*-  Seidenschwanz  Ampelis  cristata,  Amerika, 
seidenartiger      —  —    roagnana,  Sud-Amerika. 

?  blaubrüstiger    —  —    tersa,  — 

Pompadur         —  —    pompadora,  Guiana, 

Cayenne. 


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I 


4^3 

rother  Seidenschwanz  Ampelis  carnifex,  Guiana,  Cayenne 
rothkehliger    —  —    cayana,  Cayenne. 

grauer  —  —    cinerea,  — 

zapfenmäsiger —  —    carunculata,  —  Brasilien* 

schillernder     —  —    coccinea ,  Surinam* 

bunter  —  * —    variegata,  Brasilien, 

rothbrüstiger  —  —    cotinga,  — 

rothe  Merle  Tanagra  rubra,  Kanada,  Neuyork 

bis  Brasilien. 

Sommer         —       —    aestiva,  Virginien,  Karolina, 
olivenfarbige  —  — -olivacea,  v.Neuyorkb.  Cayenne 
engschnabelige— •       —    missisipensis ,  am  Missisipj, 

Mexiko,  Paraguay  nach  Azara. 
graue  —  « —    griseaKLonisiana,  Guiana. 

Bischofs         —     .  —    episcopua,    von  Louisiana 

bis  Cayenne. 
himmelblaue    ~       —    canora,  Neuspanien» 
?  bunte  —       —    variegata ,  Mexiko« 

blaubunte       —       —    mexicana,      — ,  Guiana, 

Cavenne. 

grüne  — •  —  virens,  Mexiko,  Brasilien,  Peru, 
rothbrüstige  — •       —    jacappa,  Mexiko,  Guiana, 

Cayenne. 

Neger  —       —    cayennensis,  Mexiko,  Guiana, 

Brasilien. 

olivenbraune   —       —    dotninica,  St.  Domingo,  Por- 

torico  nach  Ledru. 
stille  —  — -    silens ,  Guiana. 

roth  kappige     —       —    gularis,  — 
grofse  —       —    magna,     —  Cayenne. 

Hauben  —       —    cristata,  — « 

Halstuch        —  atra,  — 

Hut-  -  —       —    pileata,      — ,  Brasilien, 

scbwarzköpfige—       —    atricapüla,  — 
Sajaku  —       —    sajaca,  Cayenne. 

?  gefleckte  —  —  punctata,  — 
fuchskopfige    —       —    cayanensis,  — 

26  * 


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4°4 


blaue 

grauköpfige 
rothkopfige 

goldfarbige 
Paradies 


3akarini  — 
weifskOpfige  — 

gelbe  — 
weifsschnäblige — 

Kriegs  -  — 
furchenkrallige  — 


Merle  Tanagra  caerulea  ,  Cayenne. 

—  —    tricolor,  — 

—  —    gyrola,        —  >  Surinam, 

Peru. 

— .  — .    violacea,  Surinam. 

—  —    tatao,       — ,  Brasilien. 

—  brasiliensis,  Brasilien. 

—  jacarina ,  — 

—  leucocephala,  — 

—  flava ,  — 

—  albirostris,  Sud-Amerika. 

—  militaris ,  — 
— —    striata ,      .  — ■ 

purpurfarbener  Manakin  Pipra  cristata,  Mexiko, 
musikalischer       —  musica,    St.  Domingo, 

Portor ico  nach  Ledru. 

—  rupicola ,  Portorico,  Insel 
Trinidad,  Guiana,  Surinam. 

serena,  Guiana. 

—  aureola ,  — 

—  atricapilla,  — 

—  naevia,  Cayenne. 

—  albifrons,  — 

—  pareola,  Cayenne,  Kuba, 

Brasilien. 

—  rubetra, Cayenne,  Brasil. 

—  leucocephala ,  Surinam. 

—  leucocilla ,  Surinam ,  Bra- 
silien. 

—  torquata,  Brasilien. 

—  erythrocephala,  Brasilien, 

,  Mexiko. 

—  peruviana,  Peru. 
— -    superba,  Sud-Amerika. 

—  gutturalis,  — 

—  grisea 


Felsen  -  — 

blaukbpfiger  — 

rothbrDstiger  — 

schwarzköpfiger  — - 

gefleckter  — • 

weifsstirniger  — 

blaurückiger  — 

gelber  — 

weifsköpfiger  — 

weifskappiger  — 

Halsbands-  — 

goldköpfiger  — 

saffranrother  — 

prächtiger  — 

weifskehliger  — 
grauer 


?  rothhäubige  Meise  Parus  griseus,  Grönland. 


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t 


4°5 


braunk&pfige  Meise  Parus  budsonkus,   Hudsonsbay  am 

Savernflufs. 

scbwarzkopfige —    —  atrieapillus ,  Hudsonsbay,  vom 

64,  Grad  der  nördlichen  Breite  bis  Kanada. 
?  Kletter         —    —  americanus,  Kanada,  Karolina« 
gelbsteifsige     —    —  virginianus,  Karolina,  Virginien. 
?  schwarze       —    -r-  cbela,  Guiana. 

kurzscbnabeligeBacbatelzeMotacillahudsonica,Hudsonsb# 
orangekehliger  Sänger  Sylvia  auricollis ,  Kanada« 


gelbgefleckter  — 

gelbplattiger  — 

gegürteter  — . 
scbwarzwangiger  -» 

gelbstirniger 

wurmfressender  — 

goldkopfiger  — r 

grüner  — 

orangekehliger  — » 

rothköpfigep  — ^ 

rothbrüstiger  — 

bimmelblauer  — 

goldfarbiger  — 

weifckappiger  — 

Blackburnacher  — - 
achwarzkappiger  — 

grauköpfiger  — . 

ockergelber  — 

weifs  bindiger  — - 

graulicher 

Binsen.  — 
blauer 

Fichten,  — 

carolinischer  — ^ 

gelbbäuchige  — • 


tigrina, 
icterocephala,— 

—  cincta ,  -~ 

—  canadensis,   — ,  Pensyl- 

vanien. 

—  flavifrons ,  Pensylvanien. 

—  vermivora ,  — 

—  coronata ,  — 

—  virens,  — 
« —    auricollis,  ^  — 

—  petechia,  — 

—  pensylvanica,  — 
«~—    caerulea,  — * 

—  chrysoptera,  — - 

—  varia,  Pensylvanien,  Jamaika 

—  Blackburnia,  Neuyork. 

—  striata,  — 

—  incanar 

—  umbria,  — 1 

—  »o  veb  otacensis, .  — 

Louisiana,  Portoricö. 

—  currucoides,  Virginien. 

—  juncorum,       —  Karo- 

lina. 

—  sialts,  —  — 

—  pinus,  Karolina. 

—  carolinensis,  Karolina. 
—    flavicollis,  — 


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4Ö6 


fciegelrotber  Sänger 

streifrfickige  — 

Halsband  — 

Protonotar  — 

graukehlige  — 

fetter  — 

olivenbrauner  — 

orangebäuchiger  — 

Hol  — 

gelbbrüstiger  — 

gelbrückiger  — < 

rubinkOpfiger  — * 

blaugrauer  — 

weifslicher  — » 

grdnwtifser  — 
Pisang 

Palm  — 

künstlicher  — 

braunkebliger  — * 
fleckenwangiger  — 

Hangnest  — ■ 

einfarbiger  — * 

rothaeitiger  — 
Bart 


gelbkopfiger  — 

orangeköpfiger  — 
gehäupter  — ^ 

fuchssehwänziger- 
rothbäuchiger  — * 

■ 

atraufskDpfiger  — * 

grauer  -~ 

vielfarbiger  — 
hellgelber 

blaubäuchiger  ~ 


Sylvia  caroliniana,  Karolina, 

—  ludoviciana,  Louisiana. 
— •    sernitorquata ,  — 

—  protonotarius,    —  \ 
— -  cana,  — 

—  pinguis,  — 

—  fusca,  — 

—  fulva,  — 

—  mitrata »  — 

—  trichas ,  Nord- Amerika. 

—  americana  %  -~ 
— i  Calendula ,  ~ 

—  caerulescens,  St.  Domingo. 

—  albicollis,  — 
^  chloroleuca,      —  • 

—  bonanivora,  -» 

—  palmarum,         — ,  Por- 

torico. 

~    pensilis»  —  — 

— .    fuscescens*  Jamaika, 

—  dominica»  — 

—  calidris  %  — 

—  campestrU>  . 

—  ruficapilla,  Martinique, 
mystaceat  Portorico  nach 

Ledru. 

aestiva ,  Guiana, 

—  chrysocephala%  Guiana* 
— .    cristataA  mm 

—  Gujanensis ,  mm 

mm»    velia,  Guiana,  Cayenne, 

Surinam. 

—  elata,  Cayenne, 
«~-    grisea  t 

—  tnulticolor,  Cayenne, 

—  aequinoetfajis ,  — 
~  cayana. 


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4o7 


blauküpfiger    Sänger  Sylvia  cyanocephala,  Cayenne. 


ruficauda ,  — 
fuscicollis ,  — 
lineata ,  — 
fusca,  Surinam, 
guira,  Brasilien, 
perspicillata,  am  Plataflufs. 
bonariensis,  Buenosayres. 
platensis ,  — 
patagonica ,    Patagonien , 

Feuerland, 
spinicauda,  Feuerland, 
magellanica,  — 
gularis,  Südamerika. 


rothschwänziger  — 

braunhälsiger  — 

blaustreifiger  — 

brauner  — 

Guira  — 

Brillen  — 

weifskinniger  — 

gebänderter  « — 

■weifsstreifiger  — 

dornschwänziger  — 

qüfcerstreifiger  — 

schwarzflügeliger  — 

Mehrere  dieser  Sanger  sind  Steinschmätzer. 

kleines  Hähnlein  Gallita  parva ,  Paraguay,  Art  einer  neu- 
en von  Azara  entdeckten  Gattung. 
Guirayetapa—    —  guirayetapa, 
rothe         Lerche  Alauda  rubra,  Pensylvanien. 
rostbäuchige  —       —    ludoviciana,  Louisiana, 
gelbrückige   —       —    fulva,  Buenos  Ayres,  am  Pla- 
taflufs, neue  Art  nach  Azara. 
Mincir  — -       —    fodiens,  Buenos  Ayres. 

gelbrothe  —  —  rufa,  Paraguay,  am  Platatlufs. 
braune  —       —    fusca,      —    neue  Art  nach 

Azara. 

purpurfarbener  Baumläufer  Certhia  purpurea,  Virginien. 


rothafteriger 
blauer 

eherne 
Zuckervogel 

?  Cayennischer 
?  blaubrüstiger 
grauköpfiger 
Kniebänder 


—  —    mexicana,  Mexico. 

—  —    eyanea,  Mexico,  Cayen- 

ne, Brasilien. 

—  —    aenea,  Westindien. 

—  —  flaveola,  Jamaika,  Ba- 
hama-Inseln,  Bartholomais,  Portorico. 

—  —    cayana,  Cayenne. 

—  —    flavipes,  — 

—  —    poliöcephala,  Cayenne. 

—  —    armillata,  — 


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4°a 


zweifarbiger  Baumläufer  CerÜtfa  caerulea,  Cayenne,  Bra- 
silien. 


gelbgraner  — 

%  gruüflügetfger  — 
violetsteifsiger 

Bastart  — « 

bunter  ^— s 

brandgelber-  — ■ 


oehrochlora,  Surinam, 
praesioptera,  — 
brasiliana,  Brasilien, 
trochitea*  Südamerika^ 
varia  ,  — «• 
fuhva*  — . 


scbwarzküpfiger  Kleiber  Sitta  carolinensis,  Nord  Ameri* 

ka,  Jamaika. 

?  Kanadischer  -~ 
kleiner 

grofser  — 
schwarzscheiteliger- 
gefleckter  -~ 
kastanienbrauner  — 
gemeiner  Kolibri  Trochilus  colubris,  Karolina,  Kanada, 
selbst  Neu- England,  auch  in  Jamaika  und  Brasilien. 
Kragen  Kolibri  Trochilus  rufas,  Nord- Amerika ,  selbst 

am  Nootka-Sund  nach  Cook, 
ichwarzbrüstiger  Kolibri  Trochilus  gramineus*  Nordame- 

rika. 


canadensis,  Kanada, 
pusilia,  Karolkia,  Jamaika, 
major,  Jamaika. 
jamarceBsis,  —  ,  Guianax 
naevia ,  Surinam, 
surinamensis, 


blauscbw'änziger  — ~ 

blauer  -~ 

Paradies  — « 

graabrüstiger-  — 

gefleckter  — 

?  graukehliger  -~ 

?  violetter  — - 

schwarzbäuchiger  — « 

samraetbäucbiger  — 

Schimmer 

l^raungefleckter  — * 
«St.  Domiogoischer^ 


viridis,  Nordamerika, 
venustissimus,  Mexico« 
paradiseus^  -~ 
cyanurus^ 
punctulatus, 
maculatus^ 
violaceos  ^  — • 
bolosericeus» 

Guiana. 

nitnga,  Mexico,  St.  Do* 

mingo,  Brasilien. 
elegans>  St  Domingo* 
niger ,  — 

domiuicus  >    — » 

Portorko« 


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4°9 


gabetechwanziger  Kolibri  Trochi tos  forficatus,  Jamaika, 
schwalbenschwänziger—       —    furcatus,       — , 

Cayenne,  Brasilien, 

schwarzköpfiger  — 
?  grauhalsiger  — 


blauhalsiget 

Glanz 

kleinster 


grünster 

?  rubinhäubiger 

?  Tabagoischer 

zweifarbiger 
blauschäckige* 

Tobai. 

Augenbraua 

Zwerg 

punktirter 

breitschäftiger 

weifsbäuchigex 

geöbrter 
Saphir 

?  goldkebKgee 
Rubin 

karmoisinrother 
geputzter 


  —      polytBlUS,  jama.cv«, 

Südamerika. 
~—       ~    margaritaceus ,  Por- 

torico  nach  Ledru. 

—  —  aurulentus,  Portorico 

—  —    maugaeus,  — - 

—  —    minimus,  — 
Antillen,  Sudamerika,  auch  auf  den 
Malouinen  nach  Pernetty. 

—  —  viridissimus,Tabago, 

Trinidad  nach  Ledru. 

—  —    elatus,  Tabago,  Cay~ 

enne,  Guiana. 
— —    rabacensfs ,  Tabago, 
Trinidad  nach  Ledru. 
-  bicolor,  Guadeloupe. 

—  cyanomelas,  Antil- 
len, Südamerika. 

~  — ■    pella,  Guiana,  Suri- 
nam. 

—  —    superciliosus, — * 

—  exilis,  — 

—  —    punctatus ,  — 

—  campylopteros,— • 

Cayenne, 
~-       —    mellivorus,  Guiana, 

Cayenne, 

—  —    airitus,     —  t 

—  saphirinus ,  — ■>  — - 

—  teucogaster,  — 

—  rubineus,   — ,  Bra- 

silien. 

—  guianensls,  — 

—  ornatus,    — , 

Cayenne, 


• 


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4io 


grauruckiger    Kolibri  Trochilus  polionotos,  Guiatia,  Bra. 

silien. 

—  caeruleus,  Guiana. 

—  laticaudus,  — 


blaukopfiger  — 
breitschwänziger  — 
scherenschwänziger 
?  violetschwanziger 
goldgrüner  — 
?  buntbalsiger  — 
?  karfunkel  — 
Straufc  — 
?  Amethist  — 
VscbOnbaucbiger  — 
?  rostscb  wänziger — 
?grönbrüstiger  — 
-tauhföfsiger  — 
weifsschnabeliger — 
tingewisser  — 
weifssch  wänzige/ — 
rothbäucbiger  — 
Wander  — 
blaustirniger  — 
rubinkbpfiger  — 
blaukopfiger  — 

Kappen  ■— 
granatkebliger  — 
?rothbrüstiger  — 
graubäucbiger  — 
vielfarbiger  — 
gelbstirniger  — 
purpurköpfiger  — 
orangekopfiger  — 
dunkelkOpfiger 
Rakettenschwänziger 
aschgrauer  Bienenfresser 
rotbscbwingiger  — 
bunter        •  — 


— .  macrourus,  Cayenne. 

—  albus  f  — 

—  rnellisugus ,  — 

—  fimbriatus,  x  — 

—  carbunculus ,  — — 

—  cristatus/  — 

—  ametbystinus,  — 

—  cbrysogaster ,  — 

—  ruflcaudatus,  — 

—  chlorothorax ,  — 

—  pegasus, 

—  albirostris ,  — 

—  incertus,  Surinam. 

—  leucnrus,  — 

—  birsutus,  Brasilien. 

—  thaumandias,  — 

—  glaucopis  ,^ 

—  moschitus , 

—  cyanocephalus,  Chili  nach 

Molina. 

— —  galeritus ,  — 

—  auratus,  Sudamerika. 

—  jugularis, 

—  cinereus , 

—  rnulticolor,  — 

—  flavifrons , 

—  purpuratus , 

—  aurantius , 

—  obscurus, 

—  longicaudus,  — 
Merops  cinereus,  Mexiko. 

—  cayanensis ,  Cayenne, 

—  surinamensis,  Surinam. 


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4ii 


rubinbäuchiger  Bienenfresser  Merops  brasiliensis,Brasilien. 
gelbköpfiger  Wiedehopf  Upupa  mexicana ,  Mexiko. 

orangefarbener      aurantia,   , 

Barbados. 

dankelfarbiger  Plattschnabel  Todas  obscuras,  Nordamerika 


rostrother 
blauer 

kurzschwänziger 
grüner 

brauner 
weifsköpfiger 
schöner 
bleifarbiger 
aschgrauer 


ferrugineus,  _ _ 
caeruleus,  Amerika. 

brachyurus,   

viridis,  St.  Domingo, 
Jamaika,  Martinique, 
fnscus,  Südamerika, 
leucocephalus,  — 
regius,  Cayenne. 
plumbeus,  Surinam, 
cinereus,  _, 


Guiana. 

graurückige  Schwalbe  Hirumdo  unalaschkensis,  Unalaschka 

_    purpurea^t  violacea,  Nord- 
america  von  der  Hudsonsbay  an. 
—    pelasgica,  Neuyork,  Pen- 


purpurfarbige   

Stachelschwalbe  „ 


sylvanien ,  Cayenne. 
nigra,  St.Domingo,  Cayenne 
dominicensis ,  St.  Domingo, 

Portorico. 
_    acuta,  Martinique, 
  cayannensis,  Partorico,  In- 
sel Trinidad  nach  Ledru ,  Cayenne. 
_    tapera,  Jamaika,  Cayenne, 
Brasilien,  Paraguay. 
mmm    rufa,  Cayenne,  _ 
_  -  chalybea,  — 
_    fasciata,  — ,  Guiana. 
_    leucoptera,  Guiana, 
_^    peruviana,  Peru. 
_    americana,  Südamerika  am 


schwarze  _ 
weifsbäuchige   

scharfscbwanzige 
weifsbackige 

braune   

rothbäuchige  _ „ 
stahl  schwarze  _ 
weifsbäuchige  _ 

weifsflügelige  _ „ 

grauköpfige   

rothafterige 

La  Plata  Strom. 

graubrauner  Tagschläfer  Caprimulgus  canadensis ,  Nord- 
Amerika. 


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4*2 


Wander-   Tagschläfe*  Caprimulgus  tnigratorius ,  Nord- 

Amerika, 


Schwanz  gebändert  er  - 
«ick«  ack  streifiger  — 
weifsfleckiger  — 
grofsuasiger  . 


grofset 
grauer 

weifskebliger 
gelbrother 
Halsband 
rotböhriger 
mondfieckiger  — 
scharf  schwänziger  — - 
goldringiger  » 
Nacunda 

AzaraY  — 
gabelschwanziger  — 
grüner 
Tuta 

braune- 
blaue- — 

- 

Stellers  ~ 

Zanke  ™ 
Hoxisana 

Jamaikanische.  — 

weifshaubige  . 

<Vib«scher 
kreuzschnabelige— 
kahlkopfig«  — 


virginianus,  — 
carolinensis,  — 
jamaicensis ,  Jamaika* 
americanus  %     — , 

Guiana« 
grapdis,  Cayenne. 
griseus,  — 
albicollis,  — 
rurgs,  — » 
seraitorquatus,  Cayenne. 
cayennensis ,  — 
gujanensis ,  Guiana. 
acutus ,  — 
torquatus»  Brasilien, 
nacunda,  Paraguay,  neue 
Art  von  Azara, 
Azarae,     —  — 
forficatus*. —  — 
Momot  Momotus  brasiliensis ,  Brasilien. 

<—    tu  tu,  Paraguay,  neue  Art 

von  Azara. 

Krähe  Corvus  canadensis,  Hudsonsbay, 

Neuland,  Canada. 
-~       —    cristatusAHudsonsbay,  Neu- 
land» Canada  bis  nach  Carolina. 
Stellen,  Notkasund*.  Nor- 
folksund nach  Langsdorf, 
zance,  Mexiko* 
mexicanjjs,  Mexiko., 
jamaicensis,  Jamaika, 
leucognaphalus,  Portorico, 
neue  Art  nach  Ledru. 
caribeusj.  Portorico* 
crucirostris,  — 
calvus,  Cayenne. 


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413 


violetgraue 

gelbb'auchiger 

blaunackige 

hellgrüne 

rothkehlige 

Acahe 


Krähe  Corvus  cayanus,  Cayenne. 

—  —    flavus  ,  — 

—  —    surkiamensis  et  argyoph- 
thalmus ,  Surinam ,  Neuspanien. 

— .       —    peruvianus>Peru,  Paraguay 

nach  Azara.  * 
^       —    sanguinolentus,  Paraguay, 

neue  Art  nach  Azara. 

—  —    acahe,  Paraguay,  neue  Art 

nach  Azara. 

fünffleckige  Kacke  Coracias  mexicana>  Mexiko, 
graubrüstige  —         —    cayennensis,  Cayenne* 
purpurfarbige    Atzel  Gracula  quiscuia,  Neuyork,  Mexi- 
ko, Jamaika 

bartscbwanzige  —       —    barita,  Antillen,  südliches 

Nord-Amerika. 

kahlhalsige        —       —    nuda,  Cayenne. 
gestreifte  —       —    cayennensis, — ,  Guiana. 

langschnabelige  —        —    longirostra,  Surinam,  Sid- 

Amerika. 

Stirn  —       —    foetida,  Amerika, 

seltner  Pflanzenbeisser  Phytotorna  rara,  Chili  nachMolin«. 
gelbkehliger  Pirol  Oriolus  virescens,  Hudsonsbay. 
schwarzer       —       —    niger,  Nordamerika  von  der 
Hudsonsbay  an,  auch  in  Paraguay  nach  Azara. 
Baltimore        —       —    baltimorus,  von  Kanada  bis 

Carolina. 

«—    ferrugineus,  Nordamerika. 

—  leucocephalus ,  — - 

bis  Louisiana. 

— -  phoeniceus,  Nord- Amerika, 
Neuyork,  Califomien  bis  Mexiko. 

—  caudacutus,  Nordamerika. 

—  icterus,  Californien,  Jamaika, 
Antillen,  Südamerika. 

—  chrysocephalus,  Amerika. 
«—    annuiatus,  — 


rostfarbener  — • 
weifsköpfiger  — 


er  — 


spitzschwänziger- 
gelber  — 


goldkopfiger  — 
ringschwänziger  - 


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414 


gefleckter     Pirol  Oriolus  melancolicus ,  Mexiko. 


hellgelber  — 
gabelschwänziger 
Costotl  — 
grauer  — 
%ch  warzkappiger— 
Ayoquantototl  — 
braunrückieer  — • 
gelbafteriger 

Pfeif  — 
Pisang  — 

Hangnest  — 
gelbscholteriger — 

/ 

olivenfarbiger  — 

Reis  — 

bunter  — 

rothbrüstiger  — 

weifsflugeliger  — 

gelbköpfiger  — 
rother  — 
Specht  _ 

?  Guianischer   

Japakatii   

rothsprenkeliger  

Bauben    < 

mondfleckiger  Staar  Sturnus  ludovicianus,  Louisiana. 

S  braunköpfiger    2-    obscurus,  Mexico. 

?  blauköpfiger      mexicanus,   

rothbrüstiger      loyca,  Chili. 

rothkehligcr      militaris,    Paraguay,  Ma- 

gellan  Strafse. 

Winter  -  Fink  Fringilla  hyemalis ,  Hudsonsbay  bis  Neu- 

york. 


—  novae  Hispaniae ,  _ 

—  furcatus, 

—  costotl ,   

—  griseus  #   

—  mexicanus,  Mexico,  Cayenne« 

—  xanthornus,   :,  Jamaika. 

—  brasiliensis,   ,  _ 

«—    dominicensis,  Mexico,  St. 

Domingo,  Jamaika,  Portorico. 

—  viridis,  St.  Domingo. 

—  bonana,  Jamaika,  Antillen, 

Südamerika. 
— -    nidipendulus,  Jamaika. 

—  cayennensis,  St.  Thomas, 

Cayenne,  Paraguay. 

—  olivaceus,  Cayenne. 

—  orizyvorus,   ,  Antillen. 

varius,   

—  americanus  f  _ 

—  leucopterus,  _ 


Guiana. 
Surinam« 
Brasilien 


icterocephalus,  _ 
baemorrhous,  _ 
picus,  Guiana. 
guianensis,  Guiana. 
japacani,  Brasilien, 
cartagenensis ,  Carthagena. 
cristatus,  Südamerika. 


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415 

braunschwarzer  Fink  Fringillanorthoniensis,  Nortonsund. 

Baum-      monticola,  Hudsonsbay, 

Canada. 

rostfarbiger        —     —    ferruginea,    von  Neuland 

vbis  Pensylvanien.  , 
Sperlings-         —      —    passerina,  Canada. 


olivenfarbiger 

olivacea.  — 

schwarzscheckiger  - 

icuniiueids,  —  »  .Louisiana. 

weifskehlio-pr 

albicollis  PensvlvaniHn 

UdUUll  LCi 

fasciata .  Neuvork 

I,  «•«  Iß 

craminea .  — ■ • 

?  streifkoDfieer 

niiiaia  ^  ~" 

spiLZScnwanzigei 

iduudtuid ,  vjcurgicu» 

ä\  i  r*  lr  Ir  }'\  t-\  ^  rr  a  *• 

GlCK.l\.Opilgcr 

treorciana.  — — 

rothsurp^eliffer 

purpur 

finrrinrpi                   ._.  , 

UUlUUICdy  1 

Kuh- 

XV.  Uli  — 

pecoris.  — —  •  Neu- 

trnrlr  Virtrinipn 
jri/r&|    v  Ii  giujcu. 

Danaina 

bleolor     Rahama  -  Inseln 

Tamaika 

orangegelber 

«CUC  y                                  1  y  — — 

gelbkehliger 

flavirn11i«s     NnrH  -  Amerika 

Trauer 

- 

frictic  — 

,1.1  lOllO  p 

Drossel 

iliaca.  — 

graubrauner 

cana.  Mexiko.' 

bunter 

variegata ,  — 

Catototl 

catototl»  — 

Pisang 

jamaicensis ,  Jamaika. 

Erd 

savannarum ,  — 

grauköpfiger 

cana ,  — 

rothkinniger 

noctes,  Martinique,  Süd- 

Amerika. 

kastanienbrüstiger— 

maja,  Kuba. 

artiger 

lepida,  Havannah. 

rothgliederiger 

Eustachii,  Insel  St.Eustach. 

schwarz  wangiger 

\  ^^^^ 

cristata,  Cayenne,  Paraguay. 

angschwänziger 

macroura,  — 

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416 


Herbst- 
blaukehliger 
weifsbäuchiger 
violetbauchiger 
bartiger 
Dioka 

rrotbandiger 
gelbfleckiger 
rothbrttstiger 


Knk  Fringilla  autumnalis,  Surinam. 
—      —    tricolor,  — — 
— -     —    sarinama  ,  — 
granatina,  Gniana, 
barbata,  ChüL 
diuca,  — 
australis,  Feuerland» 
carthaginensis,  Südamerika» 
punicea,  Amerika. 


Unalaschka*  Ammer  Emberiza  unalasehkensis,  Unalascbka. 


schwarzkeblige  — 

schwarze  — 

weifsköpfige  — 

aschgraue  — 

blaue  — 

Eis  — 

gemahlte  — 

rothaugige  — 

Hufeisen  — 
Reife  — 

Indigo  — 
gelbkbpfige 
olivenfarbige  — 

Amazonen  — 
?  graue  — 
?  dickschnäbelige  — 
Papagei  — 
gelbschnabelige  — ■ 
gelbgeränderte  — 


americana,  Hudsonsbay. 
hyemalis  ,  — 
leocophrys,      — ,  Canada» 
cinerea,  Canada. 
caerulea ,  — 
glacialis,  Hudsonsbay» 
ciris,  von  Canadabis  Guiana 
erythrophthalma,  Neuyork, 

Carolina« 
ludoviciana,  Louisiana, 
orizyvora,  Carolina,  Loui- 
siana, Kuba,  Paraguay» 
cyanea ,  Mexiko» 
tnexicana ,  — 
olivacea,    St.  Domingo, 
Portorico  nach  Ledru. 

■ 

amazona,  Surinam» 
grisea,  — 
surinamensis,  — 
psittacea,  Brasilien* 

brasiliensis ,   ,  Paraguay 

platensis,  amLaPlataStrom« 


queerstreifiger  Kernbeisser  Loxia  hudsonica,  Hudsonsbay. 
oüven&rbiger     —  — •    canadensis,  Canada,  Cay- 

enne. 

dunkelbrauner     —         —    öbscura,  Neuyork. 
fachetschwänziger—         —    flabellifera,  Virginien. 


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417 


grauer       Kernbeisser  Loxia  grisea ,  •Virginien. 
rothbrüstiger      iudovicitma,  Louisiana. 


weifsflügeliger    

gefleckter     

Cardinal    — 

weifskehliger     

gekrönter     

biutrother     

gelbköpfiger   ,   

braunwangiger    

purpurfarbener     

Portorico     

Dominikaner     

weifsafteriger     

schwarzköpfiger—   

kleiner     

blauscbnabeliger  —   

kleinster    _ 

rothbauchiger     

Hauben     

weifsschwänziger   

?  Azulem     

saffr  an  gelber     

zweifarbiger     

goldbleifarbiger —   

bimmelblauer    -  

weifsschnabeliger   


leucoptera,  Nord-Amerika* 
maculata ,        —  — 
cardinalis ,       —  — 

von  Neuland  an,  Jamaika, 
caerulea ,  Nord  -  Amerika 
und  Süd- Amerika, 
coronata,  Sud- Amerika, 
sanguinolenta,  Mexiko, 
mexicana ,  — 
canora,  — 
violacea,  Jamaika, 
portoricensis ,  Portorico 

nach  Ledru. 
domhucana ,     —  — 

Brasilien, 
dominicensis,  St.  Domingo, 
erytbtomelas,  Cayenne. 
minuta ,  Cayenne,  Surinam, 
virens,  Surinam, 
minima,  — 
brasiliana,  Brasilien, 
cucullata ,  — 
leucura ,  — 
cyanea ,  — 
bonariensis,  Buenos  Ayres. 
bicolor,  Paraguay,  neue 

Art  von  Azara. 
auroplumbea,  — ,  — 
Azarae,  — ,  — ■ 

torrida,'  Paraguay,  Süd- 


Amerika. 

Halskragen  Eisvogel  Alcedo  alcyon,  Hudsonsbay,  Nor- 
ton-Sund, Norfolk -Sund  nach  Langsdorf, 
Carolina,  Portorico  nach  Ledru. 

?  aschgrauer  Eisvogel  Alcedo  torquata,  Mexiko,Martinique. 

27 


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418 

zweifarbiger  Eisvogel 

?  Amerikanischer  

Amazonen  — 
stolzer  — 

schönsteifaiger   

blaurückiger   

gefleckter   

kastanienbrauner  

weifsbäucbiger   

himmelblauer   

weifsschnäbeliger_^ 


Alcedo  bicolor,  Cayenne. 

  americana,  — 

  amazona,  — 

  superciliosa,  . — 

 cayenensis,   >  Gufana. 

  surinamensis,  Surinam,  — 

  maculata,  Brasilien. 

  brasiliensis,  — 

_    albi ventris,  Paraguay,  neue 

Art  von  Azara. 

  Azarae ,   ,  —  — 

  lcucorhynohos, Südamerika. 


IV.  Straussenartige  Vögel. 

graurückiger  Nandu  a)  Rhea  americana ,  Guiana,  in  den 
Ebenen  von  Monte  Video ,  in  den  Pampos  von 
Buenos  Ayres,  Chili,  tes  zur  Magellans-Strasse. 


V.  Hühnerartige  Vögel. 

Wander -Taube  Columba  migratoria,  Hudsonsbay,  in  den 
Wäldern  am  Flufs  Onandago  nach  Kahn  und  Bartram. 
Canadische    Taube  Columba  canadensis,  Cauada. 

weifsscbeitelige     leucocephala,  Bahamalnseln, 

Jamaika,  St.  Domingo. 

  passerina,  Carolina,  Mexico, 

Brasilien. 

  carolinensis,  Carolina,  Por- 

torico  nach  Ledru,  Südamerika. 

  caerulea,  Mexiko. 

  hoclotl,  — 

  naevia,  — 

  mexicana ,   

  dominicensis,  St.  Dqmingo. 


Sperlings-   

Carolinische   


blaue  _ 
weifsschulterige  — 

schwarzfleckige  

weifsbrüstige   

schwarzbindige  


ä)  nicht  Tuyu  od«  Tuyuyu,  dies  ist  der  Name  des  Jabirus. 


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4iQ 


?  kleine 
Rebhuhn 

weifsbäüchige  < — 


Taube  Columba  minuta,  St.  Domingo. 

—  montana,  Jamaika,  Cayenne. 

—  jamaicensis,  — ,  Paraguay 

nach  Azara» 

—  caribaea ,  Jamaika,  Portorico, 

Caraiben. 

—  cyanocephala ,  Jamaika,  Cü- 

ba,  Sudamerika. 

—  martinica,  Martinique,  Por- 

torico ,  Paraguay» 

—  St.Thomae,  Insel  St.Tbomas» 

—  marginata,  Westindien. 

—  surinamensis,  Surinam, 

—  speciosa,  Cayenne. 

—  fusca,  Carthagena, 

—  leucoptera,  Carthagena,  Süd- 
amerika. 

—  corensis,  Südamerika. 


ringelsch  wanzige  — 

blankopfige     —  — 

rothbäuchige   —  — 

gelbafterige      —  — 

?  gerändete      —  — 

buntkehlige      —  — 
schmalhälsige  — 

Carthagenische  —  — 

weifsflugelige  —  — 

graue  —  — 

gelbgeflecktes  Waldhuhn  Tetrao  canadensis,  Hudsons- 

bay,  Neuland,  Canada. 
Nordamerikanisches  —       —    cupido ,    H  udsonsbay , 

am  Albanyflufs. 
Kragen  —       —    umbellus  et  togatüs, 

Hudsonsbay,  bis  Carolina  und  Louisiana» 
langschwänziges  —  —  pbasianellus,  Hudsonsbay 
?  Felsen-  —       —  rupestris,  — 

weifslinierte  Wachtel  Perdix  hudsonica,  — 
weifskehliges  Feldhuhn    —    marilanda,  von  Canadabis 

zu  den  südlichsten  Ländern  Nordamerikas, 
rothschnabelige  Wachtel  —  mexicatfc,  Louisiana,  Mexico 
weifsbäüchige  —  —  falklandica,Falklands-lnseln. 
geflecktes     Feldjiuhn    —  naevia,  Mexico. 

—  gujanensis,  Guiana. 

—  novae  Hispaniae,  Mexico. 

—  coyolcos,  Mexico,  Paraguay 
1 —  tataupa,  Paraguay,  neue  Art 

von  Azara. 

47  • 


rothzügliges 

Stranfs-  Wachtel 

gelbbäuchige  _  — 
Tataupa  — 


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I 


420 

bläuliche  Wachtel  Perdix  caerulescens,  Paraguay,  neue 

Art  von  Azara. 
Wildes  Truthuhn  Meieagris  gallopavo,  an  den  grofsen 
waldreichen  Sümpfen  Nordamerikas ,  am  Missisippi 
nach  Micbaux,  auch  in  Jamaika, 
schwärzliche  Penelope  Penelope  cumanensis ,  Cayenne , 

Guiana. 

scbwargrüne       —       —    marail,  Cayenne,  Guiana. 

gebaubte    —    trristata,  Guiana,  Brasilien. 

pfeifende  —       —    pipiens,  Brasilien, 

schreiender     Hocko  Crax  vociferans,  Mexico. 
Mexikanischer    —       —    pauxi,  — 
kugeltragender  —  « —    globifera,  Jamaika, 
gekrönter         —       —    alector  et  rubra,  Jamaika, 

Paraguay. 

gehelmter         —  galeata,  Insel  Curassao. 

nacktstirniger    —        —    nigrifons,  Brasilien, 
weifser         Fasan  Phasianus  mexicanus,  Mexico, 
rothbäucbiger  —       —    paraqua,  Cayenne. 
olivenbrauner  —       —    motmot,  Brasilien, 
gekrönter        —       —    cristatus,  Süd-Amerika, 
grofser    Tinamu  Tinamus  brasiliensis,  Cayenne,  Guiana, 

Brasilien. 

aschgrauer    —       —    cinereus,  Cayenne. 
gefleckter     —       —    variegatus,  Guiana. 
kleiner         —       —    soni,  — 
weifser  Trappe  Otis  chilensis,  Chili  nach  Molina. 

VI.  Sumpfvögel. 

Klapper-       Ralle  Rallus  crepitans,  Nordamerika. 
Virginischer      —      —    virginianus,  Virginien. 
langschnäbeliger —      —    longirostris ,  Cayenne. 
olivenbrauner    —      —    cayannensis,  — 
schwarzkehliger —      —    jamaicensis,  — 
schwarzkehliges  Rohrhuhn  Gallinula  Carolina,  Nordamerika 


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42i 

gelbbrüstigesRobrhubn  Gallinula  noveboracensis.Neüyork 
schwarzköpfiges  —       —    melanocephala,  Amerika, 
purpurfarbenes  — —  — *    purpurca,  Mexico,  bis  Pa- 
raguay. 

oliv  enf arbig  es     —       —    cayennensis,  Cayenne,  Gui- 
ana ,  Insel  Trinidad  nach  Ledru. 
Martinisches,       —       ~~    martinica ,  Antillen,  Cay- 
enne, Paraguay, 
gelbschnabeliges  —       —    flavirostris  f  Cayenne. 
schwarzbauchiges —       —    rufico Iiis,  Cayenne,  Para- 
guay. 

fochsrothe*        —       —    carthagena*  Carthagena. 
aschgraues  Wasserhuhn  Fulica  americana ,  Nordamerika, 
buntes  —  mexicana,  Mexico« 

schwarzscheiteliger  Spornflügel  Parra  ludoviciana,  Loui- 
siana. 

kastanienbrauner       —  —    jacana,  St.  Domin- 

go, Südamerika. 
Straufs-     Sporn  flu  gel  Parra  cayennensis,  Cayenne. 
granschwarzer,  —         —    brasiliensis ,  Guiana,  Bra-«. 

silien. 

bunter  —         —    variabüis,  Cayenne,  Bra- 

silien, Paraguay, 
schwarzer       —        —    nigra,  Brasilien, 
grüner  —         —    viridis,  — 

violetter         —         —    chilensis,  Paraguay,  Chili, 
kegelschnabeliger-         —    chavaria,  Südamerika, 
weifser  Wassersäbler  Recurvirostra  alba ,  Nordamerika* 
düsterer   Strandläufer  Tringa  novae  terrae,  Neufundland, 
südlicher*        —         —    australis*  Hudsonsbay, 

Cayenne. 

bunter  —        ••—    variegata,  Notkasund. 

gtauscbwanztger  -         —    no veboracensis ,  Neayork. 
langschw'anziger—         —    longicauda,  Nordamerika, 
rother      Regenpfeifer  Charadrius  rubidusr  Hudsonsbay. 
scbwarzhäubiger —         —    atricapillus,  Neuyork. 
schreiender        —         —    vociferus,  Neuyork,  Vir- 
gilen ,  Carolina. 


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♦ 

bellfleckige* Regenpfeifer,  Cha*a,drius  virginfcus ,.  Virginu 

en ,  Louisiana. 

buntschwänziger  —  —    jamaicensis,  Jamaika, 

schwarzküpfiger.  — «  -~    cayennensis,  Cayenne, 

Paraguay  nach  Azara. 
$chwarzpunktirteSchnepf$  gcolopax  tedoa^  Hudsousbay.. 


marmonrte 

wellenbäuchige,  —  — 

?weifse_  —  — 

Nick-  — 

tothbröstig*  .  *^ 


braune 

schwimmfufsige^ 
kleine 
Stein- 
Savannen^ 
die  kschnabelige 
zweifarbige 
Sonnen - 


raarmorara,,  — 
hudsonica^  -w* 
Candida  x  — 
notans*    Küste  von 

Labrador, 
noyeboracensis,.  Neu- 

york. 

grisea,. 

semipalroata  ^  — 
minor,  Nordamerika, 
melanoleuca^  — 
paludosa,  Cayenne«. 
cayennensis^  Cayenne.. 
bicolor* 
helias,,  Gutana. 


Eskima    Brachvogel Nqmenins  bor^lis Hudsonsbay. 
weifsstrichiger  — — t  hiidsonitus». 
kastanienbrauner-*         —    guarauna,  Südamerika., 
weisser      Nimmersatt  Tantalus  albus,  Carolina, 

—  ruber,, 


scharlachro.ther 

Jflexicaniscber  — 
grön  glänzender  — 
kleiner  — 
grauem  — 
brauugliederiger  — * 

Keicb,-     Kranich.  Gros  aroericana,  von  der  Hudsonsbay 

bis  Florida.. 

gelbrQther  canadensis^  von  der  Hudsons- 

bay bis  Mexico, 
rothschujteriger  Reiher  Ardea,  hudsoutcax  von  der  Hud- 
sonsbay bisNeuyork. 


Jamaika  ^ 
Südamerika, 
mexicanus«.  Mexico, 
cayennensis  x  Cayenne, 
roiuutus*  Surinam, 
griseus,  Brasilien, 
pillus,  Chili, 


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423 


grofser       Reiher  Ardea  herodias,  Nord- Amerika, 
rostkopfiger    —      —    rubiginosa,      — » 

—  virgata ,  — 

—  cana,  Neuyork. 

—  rufescens,  Louisiana. 

—  aequinoctialis,  Carolina,Mexico. 

—  violacea,  Carolina,  Bahama- 

Inseln,  Jamaika. 

ludoviciana,  Louisiana,  Por- 

torico  nach  Ledru. 
virescens,  Neuyork,  Jamaika, 

Cayenne. 
spadicea,  Mexico, 
huhou,  — 
hoactli,  — 
jamaicensis,  Jamaika,Paraguay 

exilis ,  — 
cracra,  Martinique,  Sudamerika 
brasiliensis,  Jamaika,  Brasilier. 
undulata,  Cayenne. 
cayennensis,  — 
leucogaster,  — 
scolopacea,  — 
agami,  — 
cocci,  — 
fusca ,  — 
tigrina ,  — ,  Surinam, 

pileata,  Guiana. 
striata,  — 
flava,  Brasilien, 
erythroeephala ,  Chili» 
thula,  Chili,  nach  Molina. 
galatea,  — ,    —    — ,  Pa- 
raguay nach  Azara. 
torquata,  Süd-Amerika. 

grauscbnäbeljger Storch  Ciconia  maguari,  Brasilien,  Süd- 
&  -  Amerika. 


gestriegelter 
aschfarbener  — 
röthlicber  — 
rothschnabeliger  - 
gelbkDpfiger  — 

graurückiger  — 

grüner  — 

purpurbrauner  — 
Huhu-  — 
Hoactli  — * 
?  Jamaikaischer  — 

A 

Zwerg  — 
Cracra  — 
punktirter  ♦  — 
Zickzack  — 
gestreifter  — 
weifsbäuchiger  — 
Schnepfen  — 
Agami-  — 
Cocci  — 
dunkelbrauner  — 
getiegerter  — 
Hut-  — 
?  gestreifter  — 
gelber  — 
rothkOpfiger  — 
Thula  — 
milchweisser  — 


Halsbands        —  — 


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424 


weifser  Jabira  Mycteria  americana,  Süd-Amerika, 
gehäubter  Hoblschnabel  Cancroma  cochlearia  s.  cancrö- 

phaga,  Süd-Amerika. 
Zwerg  Loffler  Platalea  pygmea,  Guiana,  Surinam, 
rotber      —       —    »jaja»  Louisiana,  Mexico,  Jamai- 
ka, Brasilien,  Paraguay, 
gehörnter  Anhima  Palamedea  cornuta,  Guiana,  Surinam, 

am  Orinoco,  La  Plata ,  Amazonenflufs. 
%  gehäubter  —         —      cristata ,  Brasilien, 
goldbrüstiger  Trompetenvogel  Psophia  crepitans,  Süd- 
Amerika,  am  Amazonenflufs  nach  Condamine, 
Surinam  nach  Stedman. 
weifser  Flamingo  Phoenicopterus  chilensis,  Chili. 

VII.  Sehwimmvogel. 

rothschnaneliger  Pelikan  Pelecanus  erythrorhynchos,Nord- 

Amerika. 

weifsbauchiger      —       —    carolinensis , •  Carolina, 

Cayenne. 

weifsohriger        —       —    roagellanicus,  Feuerland. 
kleinster    Tölpel  Sula  parva,  Cayenne. 
Thagu         —      —  thagu,  Mexiko,  Chili, 
schwarzzebiger  Sturmvogel  Procellaria  melanopus,  Nord- 
Amerika. 

gelbkehiiger  —  —     brasiliana,  Brasilien. 

?Keeask  Möve  Larus  keeask,  Hudsonsbay. 
dunkelbraune  Meerschwalbe  Sterna  fuscata,  St,  D 
schwarznackige      —         —    cayennensis,  Cayenne, 

Paraguay. 

kirre  —         —    Simplex,  Cayenne. 

rothbraune  —         —    spadicea,  — 

Schleier  —         —    surinamensis,  Surinam, 

weifsbauchiger  Schlangenvogel  Plotus  anbinga,  Brasilien, 

Paraguay. 

dunkelbrauner       —  —    surinamensis,  Suri- 

nam. 


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< 

4-5 


schwarzhalsiger  Schwan  Cygnus  nigricollis,  Chili,  Para- 
guay, Magellan-Strafse. 
mon  dfleck  ige  Gans  Anser  canadensis,  Nord- Amerika, 
blauflügeüge    —     —    coerulescens ,  Hudsonsbay, 

Canada. 

— -     —    coscoroba,  Chili. 

—  —  bracbypterus,Falkianda-Inseln. 

—  —    antarcticua  ,        —  — 

—  —    leucopterus  ,       —  — — 
Ente  Anas  perspicillata,  Hudsonsbay,Nord* 

Amerika,  Norfolk-Sund  nach  Langsdorf» 

—  —  fuscescens,  Neufundland« 

—  —  labradora,  Küste  von  Labrador. 

—  erythrorhynchos,  Nordamerika. 

—  obscura,  Neuyork. 

—  carolinfensis,  Nordamerika. 

—  sponsa,  Nordamerika ,  Jamaika. 

—  mexicana,  Mexico. 

—  fulva,  — 

—  novae  Hispaniae,  Mexico. 

—  bucephala,  albeola  et  rustica , 
Nord- und  Süd -Amerika. 

—  discors ,  Jamaika. 

—  jamaicensis,  — 

—  dominica ,  St.  Domingo ,  Gua- 
deloupe, Portorico. 

—  Jacquini,  St.  Domingo. 

—  autumnalis,  Westindien. 

—  arborea,  Portorico,  Jamaika, 

Guiana. 

—  spinosa  ,  Portorico ,  Cayenne, 

Gutana. 

—  bahamensis,  Bahama-  Inseln, 

Brasilien. 

—  brasiliensis ,  Brasilien. 

—  vidua  ta,  Carthagena,  Paraguay. 

—  magellanica,  Magellan-Strafse. 


Coscoroba 
kurzflügelige 
weifse 
Trapp 
Brillen  - 


braune 

scbäckige  — 
ro  thscbnäbelige — 

dunkelbraune  — 

?karolinische  — 

Braut  — 

buntrückige  — 

goldgelbe  — 

punktirte  — 

dickköpfige  — 

Blässen  — 

hochäugige  — 

fuchsrothe  — 

Jacquins  — 

Herbst  -  — 

Baum-  — 

scharf8chwänzige 

weifskehlige  — 

olivenfarbige  — 

Spanische  — 

rostfarbene  — 


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426 


blauer  Sägetaucher  Mergus  caeruleus,  Hudsonsbay. 
brauner      —  —      fuscus,  — 

buntscbnabeliger  Steifsfufs  Podicepa  carolinensis ,  Nord- 
Amerika. 

rothkehliger  —  —    cayanus,  Cayenne. 

weifsflügeliger        —  —    domimcus,  St.  Do- 

mingo» Antillen,  Surinam, 
gestreifter    Taucher  Colymbus  striatus  ,  Seen  der  inne- 

ren  Hudsonsbay. 

Louisianischer  —        —    ludovicianus ,  Louisiana, 

Paraguay. 

Südamerikanischer         —     dominicus,  Portorico,  Pa- 
raguay nach  Azara. 
?  Labradorischer  Alk  Alca  labradorica,  Labrador. 

Vögel,  welche  Australien  eigenthümlich  sind  a). 

I.  Raubvogel* 

blaugrauer  Adler  Aquila  navae- Hollandiae,  Neuholland 

nach  Collins. 

bespomter    ~—    Falco  novae  Hollandiae,  Neuholland. 


a)  De  B rosse  Histoire  des  Navigation»  aux  terrcs  australes, 
contenant  ce  que  Ion  sait  des  moeurs  et  des  productions 
des  contre'e*  dccouverres  jusqu'a  ce  jour.  Paris  1156.  4*  a* 
T.  teutsch  durch  Adelung.  Halte  Il6"{.  8« 

A.  Dahymple  An  historial  Collection  of  the  several  voya- 
ges  and  discoveries  in  the  somit  Pacific  Occan.  London 
z  Vol.  k 

Sonnerat  Voyage  a  la  noufelle  Cuinee,  dans  lequel  on 

trouve  la  descripsion  des  lieux,  des  obscrvations  physiques 

et  morales»  et  des  details  relatifs  a  1*  histoire  naturelle  dans 

les  regncs  animale  et  vegetale.  Paris  1*7*76.  Teutsch  durch 
Ebeling."  Leipiig  ml- 


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I 

4*7 


weifser  Falk  Fafco  leuoaetos;  Neu- Süd- Wallis,  nach 
J.  White,  Van  Diemens  Land  nach  Furneaux. 
blafsstreifiger  Kauz  Strix  fulva,  Neuseeland. 

Gegen  acht  noch  wenig  bekannte  Raubvögel  sollen 
in  Neuholland  vorkommen,. 

IL.  KlettervögeU 

allfarbiget*   Sittich  Psittacus  omnicolor,  Inseln  der  Südsee» 
Edwards,  — i       —    Edwardsii,    —    —  — 
Finnea         —        —    fringülaceus^ —    —  — 


WaUin,  Tenck  a.  coraplctt  Account  of  the  Settlements  at 
Port  •  Jackson  in  New  •  Sbuth  •  Wales  London  1788«  3« 
Teutsch  durch  Sprengel.    Kamburg  1794.  8* 

Collins  an  accqunt  of  the  english  Colony  in  New  -  Wa- 
les, from  its  first  Settlements  ia  january  1788'  London. 
1501..  3.  Vol.  4.. 

Phillip*!  Reise  nach  der  Botany-Bay  auf  Neuholland.  A. 
d.  Engl.  Stuttgard  V]SSb  8«. 

JK  White  Tagebuah  einer  Reise  nach  Süd  -  Walles.  Aus 
d.  Engl,  ia  Berlin,.  Magazin  A#  s.  Berlin  1*791.  8- 

J;  mison  Beschreibung  einer  englischen  Missions  Reise 
nach  dem,  südlichen  stillen  Ocean,  a.  d\  Engl,  ia  Sprengeis 
Eibl.  B.  2.  Weimac  1800,  8*. 

J.Mär$er  Beschreibung  einiger  Vögel  aus  dem  Geschlechte 
der  Papageyen  und  Kolibri  von,  dea  Küsten  der  Südsee  ist 
d,  phys^  Arbeiten  d,.  einträchtigen  Freunde  ia  Wien.  Jahrg. 
U  Quatt.  i.  S,  75*.  {)uar^  2.  S.  27. 

G.  Shauh  Zoology  of  New  ■>  Holland,  the  agurea  by 
James.  Sowerby.   London,  4. 

F.  PeroiK  \oyages  et  Decouvertes,  aux.  terres  australes.  Pa- 
ris  I807.  4.  avec  Atlas. 

E,  A.  W.  von  Zimmermann  Australien  in  Hinsicht  der 
Erd\-  Menschen  •  und  Vroducten-  Kunde*  Hamburg  1810. 
2B.  8- 


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428 

rostnackiger  Sittich  Pstttacus  nndialis,  Inseln  der  Südsee. 


Gimbel 

Lathams           —  — 

lothbantlirter     —  — 

buntschwänziger—  — 

goldseitiger  Lory  — 
grofsschnabeliger  Papagey  - 

Neu-Guineischer    —  — 

Tabuischer       Sittich  — 

Palm               —  — 

Ulieteischer       —  — 

blaustrausiger    —  — 

Südindischer      —  — 

Cores              —  — 

?  blauer            —  — 

Zwerg            —  — 

gehörnter          —  — 

?  Neu-Caledonischer  — 
Neu-Seel'andischer  - 


phigny, 

Latbami»      _ 

rubrifrons,       

< 

humeraiis,       

papuensis,Land  der  Papuas, 
macrorhynehos,  —  — <* 
magnus,  —  — 

tabuensis,    Freund  schafts- 

Insein. 

—  palmarum,  Insel  Tanna. 

—  ulietanus,  Ulietea  und  Sand- 
wich -  Inseln. 

—  atrstrafis,  Sandwich-Inseln« 

—  pacificus,  Otahit  i,  Südindien 

—  taltanus,  — 

—  Sparmanni,  — 

—  pygmaeus,  Inseln  des  stillen 

Meers. 

—  eornntus,  Neu-Caledonien. 

—  caledonicus,  —  — 

—  No  vaeSeelandiae,  Neu-  See- 
land ,  in  der  Dusky  Bay  unterm  46. 
Gr.  s.  Br.  nach  Forster. 


mittäglicher  Papagey 
Neuholländischer  Sittich 


Erd- 
schöner 

■ 

Banks- 


Cap 


Geoffroys  Papagey 

rothfleckiger  — 

Helm  -  Kakata 

kleiner  Sittich 


—  meridionalis ,  —    —  — 

—  novae  Hollandiae,  Neu-. 

Holland, 
terrestris,  Neuholland,  am 
van  Diemen  nach  Labillardiere. 

—  eximius,  Neuholland,  am 
Cap  van  Diemen  nach  Schaw. 

—  Banksii,  Neuholland,  Bota- 

nybay. 

—  Geoffroyi,  Neuholland. 

— t    erythropus,  Neu-Südwallis. 

—  galeritus,      —  — 

—  pusillus,       —  — 


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4*9 


aschgrauer  Fratzenvogel  Scythrops  novae  Hollandiae, 

Neu-Holland. 

eoldbrauner  Kuckuck  Cuculus  tahiticui,  Otahiti,  Neu- 
B  Seeland. 

III.  Singvögel. 

schmalfederiger  Würger  Lanius  pacificus,  Inseln  des  stil- 
len Meers. 

olivenbrauner     —       —    tabuensis,  Freundschafts- 

Inseln. 

schwarzkDpfiger  —       —    melanocepbalus,  Sand- 
wich-Inseln. 

langschnäbelige  Drossel  Turdus  longirostris,  Insel  Eimeo. 

rothbraune   

bräunlich  weifse   


hellbraune    — 


dickscbnäbelige  _ 

rufsschwarze  — 

weifsstirnige   

punktirte  _ 

bläuliche  — 

Port  Jacksons  — 


  ulietensis,  UHetea. 

  pacificus,  Freundschafts- 

Inseln. 
,  Sand- 
wichs-Inseln. 

  crassirostris,  Neuseeland. 

  australis ,  — 

  albifrons,  — 

  punctata*,  Neuholland. 

  novae  Hollandiae,  Van 

Diemens  Land. 


  phaeus,  Neu-Sudwallis, 

Port  Jackson  nach  J.  White, 
weifsschwarzer  Streckrufs  Tanypus  australis  ä)f  Neu- 
holland nach  Peron.  ' 
rothbr ästiger  Fliegenfänger  Muscicapa   Sandwichensis , 

Sandwichs-Inseln, 
buntüügeliger  Fliegenfänger  Musticapa  maculata,  Sand- 
wichs-Inseln« 
dunkelfarbiger  Fliegenfänger  Muscicapa  obscura,  — 

ä)  eine  neue  von  Oppel  aufgestellte  Gattung.  S.  die  Abhand- 
lung, d.  Münchner  Akademie  vom  Jahr  18"  18*2. 
x  459. 


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430  j 

Societäts  Fliegenfänger  Muscicapa  nigra,  Otahili,  Socie- 
täts- Inseln» 
dunkelgelber    _  ^    lutea  >  Otabiti» 

gelbstimiger    _    flavifrons,  Insel  Tanna, 

Sperlings-       _    passerina,  ,    

olivenfarbiger    _  raledonic*,Neu-Ctledonien 

gesprenkelter  _  toaevia,        _  _ _ 

fäcberschwäniiger  flabellifera,  Nettseeland, 

Tanna. 

gelbköpfiger    _  _    ochrocephala,  Neuseeland. 

gelbohriger      novae  Hollandiae,  s.  chlo- 

rotes,  Neuholland  nach  White» 
rothbäuchiger  _  _    orythrogastra,  Insel  Nor* 

fclk. 

streif kopfiger  Manakin  Pipra  striata,  Van  Diemens-Land, 
orangebrüstiger  _       _    papuensis,    Neu-  Guianea 

nach  Sonnerat. 
rothstirnige  Meise  Parus  novae Seelandiae,  Neu-Seeland. 

grofskopfige    _    macrocepbalus ,      —    — , 

Insel  Norfolk. 

australische  Bachstelze'  Motacilla  australis,  Neu-Stidwal- 

Jis  nach  White. 

schöne  —  —    elegans,  —    —  — — 

citronengelber  Sänger  Sylvia  citrina,  Neu-Seeland. 

langbeiniger       _    longipes,  

?  Zwerg      minima,  Neu -Holland. 

Van  Diemens      canescens,  Van  Diemens- 

Land. 

kleiner    _    pusilla,  Neu-Südwallis. 

schwarzzügelige  Lerche  Alauda  novae  Zeelandiae,  Neu- 
Seeland. 

rother  Baumläufer  Certhia  rubra,  Sudindien, 
bräunlicher  —       —    sufFuscala,  — 
brauner       —       —    fusca,  Inseln  des  stillen  Meers, 
krummscbnäbeliger  —  pacifica,  Sandwich-Inseln,  Owaihi 
bogenschnabeliger   —  coccinea,       —     —  — 
hackenschnabeliger  —  obscura,        —      —  — 


■ 


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43* 


karmo!sinrother  Baumläufer 


grünlicher 


Orthia  sanguinea,Sundwich- 
lnseln,  Owaihi. 

—  vireus,  Freundschafts - 

Inseln. 

—  Car  uncula  ta ,    Tongo  - 

Tabu. 

—  incana,  Neucaledonien. 

—  sannio,  Neuseeland. 

—  novaeHoUandiae,  Neu- 
holland. 

—  cucullata,  ~ 

—  nigra, 

—  lunata,  — 

—  guttata,*  — 

—  mellivora,  — 

—  graculoides ,  — 

—  goruck,  — 

—  cyanura,  Süd  Wallis. 

Neuholland. 


■belappter  —  — 

graulicher  —  — 

Neuseeländischer  —  — 
Neuholländischer     —  — 

schwarzkappiger  —  — 
schwarzer  —  — 

mondfleckiger  —  — 

getropfter  —  — 

Honigfressender  —  ■ — 
azelartiger  —  — 

Goruck  —  — 

blauschwänziger      —  — 
Dirigung  — 
schneller     v  —  — 

schieferfarbener       —  — 
braungrüner  — 

gelbflügeliger  —  — — 

dunkelfarbener  Honigvogel  Nectarinia  obscurs*,  Sandwichs- 
Inseln. 

Sandwichs  —  —    pacifica,  — 

rother  —  —    coccinea,  — 

grünlicher  —  —    virens*  — 

achtzehn  Arten  sollen  allein  auf  Neuholland  vor- 
kommen. 

brauner    Wiedehopf  Upopa  fusca,  Neuguinea, 
olivenfarbiger  —       —    olivacea,  — 
schönstruppiger—       —    ttiagna,  — 
schwarzer  Bienenfresser  Merops  niger,  Sandwichs-Inseln 

nach  Ellis. 

gekräuselter     —  —    no vae  Zeelandiae ,  Neu- 

seeland. 


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43* 


belappter  Bienenfresser'  Merops  carunculatus,  Neuseeland, 

Neuholland,  Hafen  Jackson  nach  Philipp, 
gehörnter       —  —    corniculatus,  Neuholland, 

Botanybay  nach  J.  White.- 
geschickter     —  —    phrygius,  Neu-Sudwallis. 

gelbbäucbiger  Plattscbnabel  Todus  flavigaster,  Neuholland, 
purpurbrüstige  Schwalbe  Hirundo  tahitica,  Otahiti. 
hochborstiger  Tagschläfer  Caprimulgus  novae  Hollandiae, 

Neuholland,  Botanybay  nach  Philipp, 
gehäubter  Tagschläfer.  Caprimulgus  criatatus,  Neu-  Süd  Wal- 
lis nach  Philipp, 
grauer  Hornvogel  Buceros  griseus,  Neuholland, 

hockerschnäbeliger  —         —    orientalis,  — 
Labillardiers  —         —    Labillardieri,  Insel 

Waygion. 

federbärtige  Krähe  Corvus  australis,  Freundschafts  Inseln, 
geradschnäbelige  Krähe  Corvus  pacificus,  Inseln  des  stil- 
len Meers. 

acbtfederige         —       —    octopennatus,  —  — 
«Wendezirkel        —       —    tropicus,   Insel  Owaihi, 

Sandwich-Inseln. 
Labillardiersche  Elster     —    Labiilardieri,  Neu  -  Cale- 

donien. 

schwarzscbwänzjge  Krähe—    caledonicus,    —  — 
Neuseeländische  Krähe    —    paradoxus,  Neuseeland, 
gebänderte  —       —    novaeGuineae,  Neuguinea 

kleinf&fsige         —       —    papuensis,  — 
bunte     Racke  Coracias  varia,  Neuguinea. 
Lärm  -       —        —    strepera ,  Insel  Norfolk, 
blaustreifige—       —    striata,  Neu-Caledonien. 
weifsbäuchige  Atzel  Gracula  icterops,  Neuholland. 
KDnigs  Paradiesvogel  Faradisea  regia,  Neuguinea, 
prächtiger       —  —    magnifica,  — 

violetkebliger  —  —    superba ,  — 

sechsfädiger    —  —    sexsetana,  — 

stahlblauer      —  —    viridis,  — 

?  gebüschelter  —  —    cirrhata,  — 


- 


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I 


433 

aschgrauer  Lappenvogel  Glaucopis  cinerea,  Neuseeland, 
Lappen  Staar    Sturnus  carunculatus,  — 
Scharlach  -  Fink  Fringilla  coccinea,  Sandwichs-Inseln. 
Papagei.      —       —    psittacea,  Neu- Caledonien. 
begränzter  Ammer  Emberiza  atricapilla,  Sandwichs-Inseln« 
grüner  Kegelschnabel  Colitis  viridis,  Neuholland, 
papageischnäbeliger  Kernbeisser  Loxia  psittacea,  Sand- 
wichs-Inseln. 
Riesen-     Eisvogel  Alcedo  fusca,  Neu  Guinea, 
rundfleckiger  —       —    novae  Guinea,  Neu-Guinea. 
heiliger         —       —    sacra,  Freundschafts  Inseln, 
verehrter       —       —    venerata,     —  — 
sicherer         —       —    tuta,  Otahiti. 

IV.  Huhnerartige  Vogel. 

purpurkopfige  Taube  Columba  purpurata,  Inseln  des  stil- 
len Meers. 

Wald-  —       —    sylvatica,  Marquesas  Inseln 

nach  Tilesius. 

rostafterige      —       —    pacifica,  Freundschaftsinseln 
granatflü gelige  —        —    erythroptera ,  Insel  Eimeo. 
weifsbindige  — -        —    eimensis,        —  — 
hackenschnäbelige        —    curvirostra,    —  Tanna. 
?  krummschnäbelige      —    tannensis,  — 
rubinrothe       —       —  novaeSeelandiae,  Neuseeland, 
braune  —       —    brunnea.  — 

Neuhollandische—       —    antarctica,  Neuholland  nach 

Shaw. 

goldflügelige    —       —    chafcoptera,  Insel  Norfolk, 
weifse  —       —    alba,  Neuguinea, 

wunderbarer  Parkinson  Parkinsonius  mirabilis,  Neuholland, 
schwarzschwingige  Wachtel  Perdix  novae  Guineae,  Neu- 
guinea. 

V.  Straufsenartige  Vögel. 

federhalsiger  Kasuar  Casuarius  novae  Hollands,  Neuhol- 
land. 

28 


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434 

VI.  Sumpfvögel. 

weifser  Scheid envoge^  Vaginalis  alba,  Neuseeland, 
weifses  Robrhuhn  Gallinula  alba,  Insel  Norfolk ,  Botany 
'  Bay  nach  Philipp,  Insel  Lord  Howe, 

rothgelber  Ralle  Rallus  Sandwichensis,  Sandwichs- Inseln, 
dunkelbrauner  Ralle  Rallus  obscurus,        —  — 
ungeschwänzter—      —    acaudatus,       —  — 
aschgrauer        —      —    tahitiensis,  Freundschafts-Ins. 
braunkOpfiger    —      —    pacLficus ,  Otahiti  und  die  be- 
nachbarten Inseln, 
braunschwarzer  —     —    tabuensis,  Insel  Tanna,  Soci- 

etäts  -  Inseln. 

graukehliger     —     —    troglodytes,  Neuseeland, 
gestrichelter  Strandläufer  Tringa  virgata,  Sandwichs-Ins. 
weifsflügliger       —       —    leucoptera,   Inseln  des 

stillen  Meers,  Otahiti,  Eimeo. 
gelber    Regenpfeifer  Charadrius  fulvus,  Otahiti. 
grüngrauer     —  —    novae  Seelandiae,  Neusee- 

land. 

schwärzlicher  —  —    obscurus,  Neuseeland, 

rothbalsiger    —  —    rubricollis,  Van  Diemen* 

Land. 

weifsgraue  Schnepfe  Scolopax  incana,  Insel  Eimeo  und 

Palmerston. 

gelbschwänziger  Brachvogel  Numenius  tahitiensis,  Otahiti. 
heiliger      Buschreiher  Ardea  sacra,  Otahiti. 
bleifarbener     —         —    novae  Hollandiae,  Neuhol- 
land. 

Neuguineischer—  — -    novae Guineae,  Neuguinea. 

VII.  Schwimmvögel. 

grünglänzende  Scharbe  Carbo  Palmerston^  Palmerston- 

Inseln. 

gefleckte  —         —    naevius,  Neuseeland, 

belappt«  —         —    carunculatus  f  — ,  Staa- 

tenland. 


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435  v 

geschickte      Scharbe  Carbo  varius,  Neuseeland, 
gekrönte  —         —    cirrhatus,  — 

?Sabuiscber  Tojpel  Sola  sabuensis,  Insel  Sabou  nach  Peron. 
schwarzschnäbeliger  Tropikvogel  Pbaeton  melanorbyn- 

cbos,  Südsee  Inseln, 
rothschwänziger  —  —  phoenicurus, 

Südsee- Ins  ein« 

weifsbrüstiger  Sturmvogel  Procellaria  alba,  Inseln  des 

stillen  Meers. 

rufsfarbiger  —  —    fuliginosa,  Otahiti. 

krummschnabeliger —  —    pacifica,  Inseln  des 

stillen  Meers. 

Taucher  —  —  urinatrix,Neuseeland, 

Inseln  des  stillen  Meers, 
blauer  —  —    caerulea,  südl.  Ocean. 

breitschnäbeüger    —  —  vittata,  Südsee  vom 

28  Gr.  s.  Br.  bis  58  Gr.  Cook, 
aschgrauer  —  —    cinerea,    —  — 

Meer  —  —    marina,  — 

Eis  —  —    gelida,  — 

schneeweisser       —  —    nivea,  kältereGegen- 

den  der  Südsee,  in  der  Nähe  des  Eises  51.  Gr.  Cook, 
weifssteifsiger       —  —    antarctica,  kältereGe- 

genden  der  Südsee,  bis  z.  62.  Gr.  —  67  Gr.  i.  Eis.  Cook. 
Südsee-  Meerschwalbe  Sterna  caspicides ,  Südsee,  neue 

Art  von  Peron. 
schwärzliche    —  —    mejanosoma,  — ,  —  * — 

gestreifte        —  —    sriata,  Neuseeland, 

schwarzflügelige Möve  Laras  melanopterus,  Südseenach 

Piron. 

schwarzer  Schwan  Cygnus  atratus,  Neuholländische  Seen, 

Van  Diemens- Land, 
kurzflüglige  Gans  Anser  brachypterus,  Falklands-Inseln. 
weifse  —     —    antarcticus,  — 

Trapp-         —     —    leucopterus,       —  — 
bunte  —      —    variegatus,  Neuseeland. 

Augenbraun-  Ente  Anas  superciliosa ,  — 

28  * 


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436 

Neuseeländische  Ente  Anas  novae  Seelandiae,  Neuseeland» 
weifsschnäbelige  —    —  melacorhynchos,  — 
Riesen-    Fettgans  Aptenodytes  patagonica,  Neugeorgi- 
en, Neuguinea* 
Halsbands.    ^-         —    torquata,       — ,  — 
papo5  —         —    papua,  Insel  ^Papus. 

gehäubter      —         —    chrysocoma,  Falklands  -  In- 
seln, Neuholland, 
kleiner  —         —    minor,  Neuseeland,  Pingui- 

nen-Insel,  Cap  Canele*  nach  Piron. 
scbwarzstreifiger        —    antarctlca,  Sudsee« 
rothfufsiger  —         —    catarractes,  — 


VI 

Vogel,  welche  Europa  und  Asien  eigentümlich  sind. 

I.  Raubvögel, 
T  THgrauer  Geier  Vultur  cinereus,  auf  den  hohen  Gebirgen 


^•.i  - £  Europas  und  Asiens, 

weifskopfiger  Geieradler  Gypaetos  leucocephalus,  s.  bar- 
batus,  s.  alpinus,  auf  den  Alpen  Europas  und  Sibiriens. 
Baum- Falk  Falco  subbuteo,  Europa  von  Schweden  an, 

gemässigtes  Asien. 
IL  Klettervögel. 

weifser  Specht  Picus  medius,  Europa  von  der  Lappmark 
an  nach  Leems,  Sibirien,  Persien  nach  Hablizl. 
grauer  Specht  Picus  canus,  Europa  von  Norwegen  an, 

auch  in  der  Schweiz,  Sibirien. 
Gras     —       —    minor,  Europa  von  der  Lappmark 

an,  Sibirien. 

III.  Singvögel. 

Wachholder  Drossel  Turdus  pilaris ,  Europa  von  Bergen 
in  Norwegen  an,  Sibirien,  Kamtschatka. 


- 


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1  » 


43? 

Rin&-  Drossel  Turdus  torquatus,  Europa  von  der  Lapp- 
mark an ,  Kaukasus,  auf  den  Gebirgen  Gilans  in  Persien, 
blaue  Drossel  Turdus  cyajius,  Tyrol,  Italien,  Türkei, 
Griechische  Inseln  nach  Sonnini,  Krirom,  Klein-Asien. 
"Wasser- Schmätzer  Cinclus  aquaticus,  Europa  von  der 

Finnmark  an,  Feroer  Inseln,  Sibirien, 
Kamtschatka,  Persien, 
rosenfarbener  Sraar  (oder  Drossel)  Stujnus  (s.  Turdus) 
roseus,  Europa  von  Schweden  an  nach  Retzius, 
um  den  Don  und  Irtiscli  in  Sibirien  nach  Pallas, 
Krimm,  Persien  nach  Olivier. 
Laaur-  Meise  Parus  cyanus,  Schwedep,  Rufsland,  Sibirien. 
Schwanz—    —    candatus,  Europa  von  Sondmor  an, 

Sibirien,  am  Caspischen  JMeer* 
Bart       —    —    biarmicus,  Europa  von  Sondmor  an, 

Sibirien,  am  Caspischen  Meer.. 
Beutel    —  — :    pendulinus,  Europa,  Polen,  Rufsland, 

Italien,  Persien. 
Schwarzschwingige  Lerche,  Alauda  tatarica  s.  mutabilis, 

Europa,  Tartarei. 
schwarzkehliger  Sauger  Sylvia  phoenicurus,  Europa  vcn^ 
Schweden  an,  nördliches  Asien,  Kamtschatka, 
hlaukehliger  Sänger  Sylvia  suecica,  Europa  von  West-. 

botbnien  und  Lappland  an  *  Sibirien,  Persier. 
schwar^bäuchiger  Sänger  Sylvia  ti thys,  Europa  vopSchwe-^ 

den  an,  Persische  Alpen. 
Teich  Laubvogel  —  arundinacea,  Europa  von  Dront- 

heim  an,  Persien, 
rothlicher  Steinschmätzer  Saxicola  stapezina,  'Europa, 

Kamtschatka»  Sibirien,  Persien., 
braunkehliger    —  —    rubetra,  Europa  vonv 

Schweden  an ,  Persien, 
schwarzr^ther  Baumläufer  Certhia  muraria  ».sudliches  Eu- , 

ropa,  gemäfsigtes  Asien. 
NebeU  Krähe  Corvus  cornix,  Europa,  von  Schweden  an, 

Feroer  Inseln,  Sibirien,  jedoch  nicht 
jenseits  der  Lena. 


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Nufs 


438 

Berg -Krähe  Corvus  pyrrhocorax,  Alpen  der  Schwei«, 

Tyrols,  Kärnthens,  auch  auf  dem  Berge 
Libanon  nach  Labillardierd  ö). 
Thurm  —     —    monedula ,  Europa  von  Sondmor  an, 

westliches  Sibirien. 
Saat     —     —    frugilegus,  Europa  vom  südlichen 

Schweden  bis  zu  den  griechischen  Inseln 
nach  Sonnini,  Westsibirien. 
Eichel  —     —    glandarius,  Europa  von  Sondmor  an, 

Sibirien,  Kamtschatka. 
_      —    caryocatactes,  Europa  v.  Sondmor  an, 
auf  dem  Altaischen  Gebirg ,  Sibirien , 
Kamtschatka,  Persien. 
Unglücks-     —    infaustus ,  s.  Sibiriens ,  Lappland,  Rufs- 
land, Sibirien. 

blaugrüner  Racke  Coracias  garrula,  Europa  von  Norwe- 
gen und  Schweden  an,  Asien. 
Berg  Fink  Fringilla  montifringilla, Europa,  Sibirienjapan, 
gelbschnäbeliger  Fink  Fringilla  flavirostris ,  Norwegen, 

Schweden,  Sibirien  am  Jenisey. 
Garten -Ammer  Emberiza  hortulana,  Europa  von  Scbwe- 
y  den  an ,  Sibirien  vom  Oby  an, 

Rohr       —       —    schoeniclus,  Europa  von  Schwe- 
den an,  Sibirien ,  Persien  nach  Hablizl. 
rothbrüstiger  Kernbeisser  Loxia  pyrrhula,  Europa  von 

Sondmor  an,  Sibirien. 


IV.  Hühnerartige  Vögel. 

Feld  Taube  Columba  livia,  gemäfsigtes  Europa  und  Asien. 
Ringel  —       —    palumbus,  Europa  von  Schweden  an, 

Sibirien  jenseits  des  Baikals, 
halsstreifige  Turtel-Taube  Columba  turtur,  gemäfsigtei 

Europa  und  Asien,  Persien,  Indien. 


a)  Melanges  d'bistoire  naturelle  in  d.  Annale«  duMusce  d'hist. 
•nar.  T.  18.  p.  456. 


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439 

Auer  Waldbahn  Tetrao  urogallus,  Europa  von  der  Lapp- 
mark an  bis  zu  den  Gebirgen  der  Insel  Creta 
und  Milo  nach  Sonnini,  Sibirien,  Kamtschatka, 
gabelschwänziges  Waldhuhn  Tetrao  tetrix,  Europa  von 
der  Lappmark  an,  Sibirien  so  weit  Birken  wachsen, 
schwarzkehliges  Waldhuhn  Tetrao  bonasia ,  Europa  von 

Lappland  an ,  Sibirien. 
Ringel  —         —    arenarius,  Europa,  Si- 

birien, an  der  Wolga,  am  caspischen  Meer, 
graues  Feldhuhn,  Perdix  cinerea,  Europa  von  Schweden 
an  bis  zur^Drdlichen  Türkei,  Insel  Lipari  nach 
Spallanzani,  jedoch  nicht  auf  den  griechischen 
Inseln  nach  Sonnini,  in  Norwegen  nicht  nach 
Brünnich,  gemafsigtes  Sibirien,  doch  auch  jen- 
seits des  Baikals« 
kleiner  Trappe  Otis  tetrax,  Europa  von  Schweden  an, 

Asien. 

V.  Sumpfvögel. 

Wasser  -Ralle  Rallus  aquaticus,  Europa  vonSondmor  an, 
Feroer  Inseln,  Asien  vom  westlichen  Sibirien  an 
nach  Gmelin ,  gemäfsigtes  Kamtschatka, 
kleines  Rohrhuhn  Gallinula  puailla,  Europa,  Sibirien, 

an  den  Salzseen  ,v  Daurien  nach  Pallas, 
kämpfender  Strandläufer  Tringapugnax,  Europa  von  Is- 
land und  Norwegen  an,  Sibirien, 
schwarzschnüriger  Sonderling  Arenaria  austriaca,  Süd- 
europa, Tartarei,  am  caspischen  Meer. 
Halsband  Giarol  Glareola  torquata,  südliches  Europa,  am 

caspischen  Meer,  Ostindien, 
blaufufsiger  Wassersäbler  Recurvirostra  avocetta,  Europa, 

Oeland,  Holland,  Sibirien  nach  Pallas, 
am  caspischen  Meer, 
dummer  Regenpfeifer  Charadrius  morinellus,  nördliches 

Europa,  Sibirien* 
•pornflügliger  —  —       spinosus,  Rufsland,  Sy- 

rien, Persien. 


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440 

Wittel -Schnepfe  Scolopax  media  s.  major,  Europa  von 

Norwegen  an,  Sibirien« 
Regen  Brachvogel  Numenius  phaeopus,  Europa,  Island, 

Lappland  nach  Leems,  Sibirien,  Kamtschatka. 
Purpur  Reiher  Ardea  purpurea,  südliches  Europa,  Asien» 
Rallen    —       —    ralloides,  — ,  — 

kleiner  — .  minuta,  — 

VI.  Schwimmvögel^ 

weifsschwänzige  Meejrschwalbe  Steina  metopoleucös  , 

Rußland,  südliches  Sibirien. 
?  graulichte  Möve  Larus  canescens,  Europa,  nördl.  Asien, 
kleine  —      —   minutus,  Rufsland,  zuweilen  in 

Teutschland,  Sibirien,  Caspisches  Meer  nach  Pallas. 
Böcker  Schwan  Cygnusgibbus,  Europa,  Asien,  am  caspir 

sehen  Meer* 

rothhalsige  Gans  Anser  ruficollis,  Schweden,  England, 

Rufsland ,  Sibirien ,  an  der,  Mündung 
des  Obs  und  der  Lena, 
Brand  Ente  Anas  tadorna,  nördliches  Europa  und  Asien, 
Schnatter —  — r  strepera,  — -       —      -r-  — 
Reiher    —  —  faleguta,        -i-       —      —  — 
Knach     —  —  querquedala,  —  *     —      —  — 
Kolben         —  rufina,  Teutschland, Italien, Tartarei^ 

am  caspiseben  Meer* 

Vit. 

*  Vögel,  welche  Europa  und  Afrika  eigenthütnlich  sin& 

U  y  L 

I.  Raubvögel. 

Aas  Geier  Vultur  perenopterus  ^  Südeuropa,,  Egyptien* 

Nubien  nach  Bruce, 
dunkelbrauner  Geier  Vultur  fuscus ,  Sudeuropa,  Afrika. 
Korn  Weihe  Falco  eyaneus ,  — ,  Egypten. 

Sumpf  —       —  aeruginosus ,  Eur.  von  Sondmor  an , 

Teneriffa  nach  Ledru, 


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44i 

II.  Klettervbgel. 

§traufc  ICucKuk  Cucu^us  glandarius ,  Süd-Europa,  Nord- 
Afrika, 


HI.  Singv&geh 

rothkbpfiger  Würger  Lanius  ruficeps,  Ear.  v.  Schweden 

an»  nördliches  Afrika. 
Sing -Drossel  Tordus  musicus,  Enr.  von  Sondmor  an, 

Afrika,  can arische  Inseln  nach  Ledru. 
Wiesen  -  Pieper  Anthus  pratensis ,  Eor.  vv  Schweden  an, 

Egypten  nach  Sonnini« 
Hanben  Lerche  Alauda  cristata,  Eur.,  Egypten  n.  Sonnini. 
?  gewellte —      —    undata,    — ,  Afrika. 
Erlen  Fink  Fringilla  spinus,  Europa  von  Schweden  an, 

Barbarei ,  canarische  Inseln  nach  Börry, 
St  Vincent  und  Ledru. 
Gräa  —  petronia,  Europa,  Teneriffa  n.  Ledru. 

Gersten-Ammer  Embcriza  müiaria,  Europa  v.Sondmor  an, 

Teneriffa  nach  Ledru. 

IV.  Htthnerartige  Vögel. 

rothes  Feldhuhn  Perdix  rufa  s.  saxatilis,  gemäfsigtes  Eu- 
ropa, sehr  häufig  auf  den  griechischen  Inseln 
nach  Sonnini,  Egypten,  Madera  nach  Forster. 

Federohren  -  Trappen  Otis  arafcs. 


V.  Sumpfv&gel; 

du  nkelbr  listiger  Regenpfeifer  Charadrius  Httoralis  s,  albi- 

frons ,  Europa ,  Egypten. 
Grofskopf  Schnepfe  Scolqpax  aeg*ocepbala ,  Europa, 

Afrika. 


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44* 

yiii 

Vögel,  welche  Europa  und  Amerika  eigentümlich  sind. 

I.  Raubvögel. 

Schnee  Kaute  Strix  nyctea,  von  Schweden  bis  ins  süd- 
liche Europa,  von  Grönland  bis  Pensylvanien, 
Louisiana  und  Portorico  nach  Ledru. 

IL  Singvögel* 

grauer  Würger  Lanius  exeubitor,  Europa  v.  Schweden 

an ,  von  der  Hudsonsbay  bis  Louisiana. 

III.  Sumpfvögel. 

Halsband-Strandläufer  Tringa  interpres,Schweden,Teutsch- 

land,  Grönland,  Hudsonsbay. 

klejner       —  —  pusilla ,  Island ,  nördliches  Eu- 

ropa, Neuland,  Nootka-Sund. 

\yald         —  —  glareola,  nördliches  Europa 

und  Amerika. 

rothbrauner—-  —  ferruginea  s.  islandica,  Europa, 

Labrador,  Nootka-Sund. 
schwarzbäuchiger  Kiebits  Vanellus  melanogaster  s.  Trin- 
ga hei  vetica,  Europa,  Teutschland, 
Schweitz,  Hudsonsbay. 
dunkelfüfsiger  Wasserläufer,  Totanus  limosus  s.  fuscus, 

Irland,  Schweden,  Grönland, 
rothbäuchiger  Wassertreter  Phalaropns  fussus ,  Europa, 

Nord-Amerika. 

IV.  Schwimmvögel. 

weifser  Tölpel  Sulaalba,  nördliche  Küsten  Europas,  Ir- 
land, Insel  Bafs,  St.  Kilda,  Grönland,  Neuland, 
blauscbnäbelige  Möve  Larus  eyanorhynchus ,  Spitzber- 
gen nach  Pbipps,  EisMeer,  Grönland. 


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443 

Ringel-Gans  Anser  torquatus  s.  beruicla,  Schweden,  Nord- 
Amerika. 

gehörnter  Steifsfufs  Podiceps  cornutus,  Europa,  Hud- 

sonsbay,  Neuyork. 
kleiner  — -  —     minor,     —    —  — 

grofser  Alk  Alca  impennis,  Island,  Feroer-Inseln,  Neuland, 
kleiner  —  — .  minor,  Meere  des  nDrdl.  Europas,  Spitz- 
bergen, Grönland. 

IX. 

Vögel,  welche  Asien  und  Afrika  eigentümlich  sind. 

I.  Raubvögel. 

Hauben  Geier  Vultur  cristatus,  Arabien,  Egypten. 
Schlangen  -  Secretär  Secretarius  serpentarius ,  Süd- Afrika, 
Ceilon,  Philippinen,  Insel  Luzon  nach  Sonnerat. 

II.  Klettervögel. 

zärtlicher      Papagei  Psittacus  pullarius ,  Asien,  Afrika. 

rosennackiger  —  —  manillensis ,  Manilla,  Phi- 
lippinen ,  Afrika. 

blaufiügeliger    —       —    capensis,  Asien,  Kap  der 

guten  Hoffnung. 

Honig  Kuckuk  Cuculus  indicator,  südlich.  Afrika,  Ceilon. 

III«  Singvögel. 

gabelschwänziger  Würger  Lanius  forficatus ,  China ,  Ma- 

dagascar,  Kap  der  guten  Hoffnung, 
weifsschnäbeliger    —       —    leucorhyncbos,  Ceilon, 

Kap. 

Kragen-Drossel  Turdos  ceilonicus,  Ceilon,  Kap. 
schwarzer  Fliegenfänger  Muscicapa  luzoniensis,  Philip- 

pinen,  Madagascar. 
Paradies         —  —    paradisea,  südl.  Asien 

und  Afrika. 


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444 

schwarzbröstige  Meise  Parus  af er,  Indien,  Kap  d.  g.Hoffn* 
schwarzkDpfiger Steinschmätzer  Saxicola  pileata,  China, 

Kap  der,  guten  Hoffnunc. 
Halsbands  Baumläufer  Certbia  chalybea,  Philippinen,  Kap 

*  der  guten  Hoffnung. 

Lotens  '       —  —  Lotenia,  Ceilon,  Madagascar, 

braunkehliger  Bieoenfresser  Merops  superciüosus.,.  ajn 

caspischen  Meer ,  Madagascar. 
grausteifsige  Schwalbe  Hirundo  francica,  Indien,  Insel 

Frankreich. 

Balicassio  Krähe  Corvus  balicassius,  Philippinen,  Java,  Kap. 
senegalisoheRacke  Coracias  senegalensis,  Ceilon,  a^enegal 
rotbschnäbeliger  Fink  Fringilla  syriaca,  Syrien ,  Tripolis, 
schwarzfleckiger  Kernbeisser  Loxia  madagascariensis,  In- 
dien, Madagascar. 

Reis-    Kernbeisser  Loxia  oryziocra*  China,  Java,  Kap. 
Hottentottea —         —    tptta,   Indien,  Kap. 
gelbstirniger  —         —    butyracea, — ,  — 
rotbschnäbeliger         —    sanguinirostris,  Asien,  Afrika, 
Linien  ■< —         —    lineola,  - — ,  — 
grauköpfiger  Eisvogel  Alcedo    semicaerulea,  Arabien, 

Egypten,  Abysinien,  am  Senegal, 
grofsschnäbeliger — .      —    magnirostris  s.  capensis, 

China,  Indien,  Kap. 
scbäckiger  — r,  rudis,  Asien,  Afrika, 

IV.  Huhn  erartige  Vogel. 

gestreifte  Turteltaube  Columba  striata,Molucken,St.  Helena 
Kragen  Feldhuhn  Perdix  ferruginea,  Asien,  Afrika* 

m 

V.  Straussenartige- Vog*k 

schwarzer  Straufs  Struthio  camelus,  Arabien,  Afrika  von 
Ober-Egypten  bis  zum  Kap  der  gut.Hplfnung. 

VI.  Sumpfvogel, 
rothschwänziges  Rohrhuhn  Gallinula  phoenicura,  China, 

Ceilon,  Kap. 


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» 


445 

gehänptes  Wasserhuhn  Fulicula  cristata,  China,  Madagascar» 
Jungfern  Kranich  Grus  virgo,  am  caspischen  Meer,  in 

Ostindien,  Tripolis,  Egypten. 
Riesen       —       —  dubia,  Bengalen,  Afrika. 
? Caspischer  Reiher  Ardea  caspica,  Asien,  Afrika. 

x. 

Vögel,  welche  Asien  und  Amerika  eigenthümlich  sind. 

I.  Raulfvögek 

stirnbuschige  Ohreule  Strix  virginiana,  nördliches  Asien 

und  Amerika, 

II.  Klettervögel, 
gelbbäuchiger  Specht  Picus  varius,         —    —  — 

III.  Sumpfvögel. 

schwarze  Schnepfe  Scolopax  nigra,  auf  den  Inseln  zwi- 
schen Asien  und  Nord-Amerika. 

IV.  Schwimmvögel. 

violette  Scharbe  Carbo  violaceus,  Kamtschatka ,  Aleu- 
ten ,  nordwestliches  Amerika,  Norfolk-Sund 
nach  Langsdorf. 
Schnarr     —       —  urile,     —    —    —    —  — 
schwarzer  Verkehrtschnabel  Rhynchops  nigra,  Ostindien, 

Amerika. 

gabelschwänziger  Sturmvogel  Procellaria  furcata,  Insel 

St.  Paul,  Meer  zwischen  Asien 
und  Amerika,  Unalaska. 

Kurilischer  —  —    curilensis,  Kamt- 

schatka, K drillen,  Norfolk-Suud. 

plattschnäbeliger  Alk  Alca  pygmea,   nördliches  Asien 

und  Amerika,  Insel  St.  Paul. 

?  ältlicher  —    —    antiqua,      —    —  — 


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446 

gehörnter  Alk  Alca  cirrhata  ,  Kamtschatka,  an  der  Küste 

von  Unalaska  nach  Cook» 
marmorirte  Lutntne  Uria  marmorata,  Kamtschatka,  Insel 

St.  Paul,  Nord- Amerika  nach  La  Perouse. 
Berings-Gans  Anser  Beringü,  Beringsstrafse. 
ichwarzrückige  Gans  Anser  melanotus ,  Ceilon ,  Coro- 

mandel,  Paraguay  nach  Azara. 

XL 

Vtigel,  welche  Asien  und  Mstralien  eigenthümlich  sind. 

L  Raubvögel. 

elattfufsig«  Ohreale  Strix  ceilonensis ,  Ceilon ,  Sumatra , 
6  Neuseeland  nach  Forter* 

IL  Klettervögel. 

rothfüfsiger  Sittich  Psittacus  haematopus ,  Amboina,  Bor- 

neo ,  Banda ,  Neuholland. 

schwarzer     —       —    novae  Guineae,  Amboina, 

Neuguinea. 

parfc  —       —    pondicerianus,  Pondischery, 

Südindien. 

rothseitiger  Papagei  Psittacus  sinensis ,  südliches  China, 

Malirobo,  Amboina,  Molucken,  Neuguinea, 
rother  Lory  Psittacus  ruber,  Molucken,  Neuguinea, 
grofser  —  —  grandis,  —  ~ 
schwarzer  Kakatu  Psittacus  aterrimus ,  Ceilon,  Neuhol- 
land, Insel  Wayghou  nach  Labillardiere. 
eehämbtet  —  —  cristatus,  Molucken,  Neugui- 
•  nea,  Neuholland  nach  White. 

III-  Singvögel. 

prachtiger  Sänger  Sylvia  cyanea,  Manilia,  Neuholland, 
faitenachnabeliger  Hornvogel  Buceros  obscurus,  Ceilon, 

Ceram,  Neuguinea. 


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447 

kurzschwänzige  Krähe  Corvus  brachiurus,  Molucken, 

Inseln  des  stillen  Meers, 
so  auch  die  meisten  bei  Asien  genannten  Paradiesvogel. 

IV.  Hühnerartige  Vögel. 

Kronen  Taube  Columba  coronata,  Molucken,  Neuguinea, 

Insel  Wayghou  nach  Labillardiere. 

V.  Sumpfvögel. 

■ 

graugliederiger  Ralle  Rallus .  philippensis ,   Philippinen , 

Otahiti,  Tongatabu. 

VI.  Schwimmvögel. 

kastanienbrauner  Albatrofs  Diomedea  spadicea,  Kamt- 
schatka, China,  Südsee,  bis  van  Diemens- 
Land  nach  Peron. 


XII. 

Vtigtl,  Stiche  Afrika  und  Amerika  eigentümlich  sind. 

.  ■  » 

L  Klettervögel. 


graubrüstiger  Sittich  Psittacus  marinus,  Südafrika,  Monte- 

video. 

II.  Singvögel. 

olivenbrauner  Pirol  Oriolus  capensis,  Kap  der  gut  Hoff- 
nung, Louisiana, 
metallrückiger  Baumläufer  Certhia  afra,  Kao  d.  g.  Hoffn., 

Südamerika. 

III.  Schwimmvögel. 

granbrauner  Tölpel,  Sulfiber,  südliches  Afrika  und  Arne- 

rika,  Cayenne,  auf  den  Caraiben. 


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44* 

XIII. 

VSgel,  welche  Afrika  und  Australien  eigenthüml.  sind. 

I,  Schwimmvögel 

Kapscher  Sturmvogel  Procellaria  capensis,  vom  30.  Gr. 

südl.  Br.  in  der  Nahe  des  Kaps  bis  zum  Leu- 
wins-Land  und  zur  Geograpben-Bay  nach  Peron. 

XIV. 

Vtigel,  welche  Amerika  und  Australien  eigenthüml.  sind. 

I.  Singvögel. 

weifskinnige  Drossel  Türdus  aurantius,  Jamaika,  Neu- 

Caledonien. 

graubäuchige  Schwalbe  Hirundo  cinerea,  Peru,  Otahiti, 

nach  Forster. 

II.  Hühnerartige  Vögel. 

Rebhuhn  Taube  Columba  montana,  Jamaika,  Cayenne 
Marquesas- Inseln,  wo  sie  Tilesiusfl)  schofs* 

HI.  Sumpfvögel. 

Wald -Nimmersatt  Tantalus  loculator,  Carolina,  Süd- 
Amerika,  Neu-Holland. 
blauer  Reiher  Ardea  caerulea,  Carolina,   Jamaika,  Süd- 

Amerika,  Australien. 
Amerikanischer  Wassersäbler  Recurvirostra  americana, 

Nord- Amerika ,  Neuholland. 
Zwerg-Ralle  Rallus  minutus,  Jamaika,  Cayenne,  Paraguay, 
Magellan-Strafse  nach  Cook,  auch  auf  Ana- 
mocka,  Tanna  und  Norfolk  nach  Cook. 

IV.  Schwimmvögel, 
belappter  Pelikan  Pelecanus  carunculatus ,  Süd-Amerika, 

Staaten-Land. 

«)  Brief  in  Voigt»  Magazin.  B.  5.  S.  445. 


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449 

XV. 

Vögel f  welche  Europa,  Asien  und  Amerika  eigen- 

thümlich  sind. 

I.  Raubvögel. 

Stein-       Adler  Aquila  fulva,  Europa  von  Drontheim 

an,  Nordasien,  Hudsonsbay. 
weifsköpfiger —      —    leucocepbaia  s.  ossifraga,  Eur. 

von  Island  an,  Nordasien,  Persien,  Berings-Insel, 
Norfolk-Sund  nacb  Langsdorf,  Nordamerika. 
Hühner  -  Habicht  Falco  pal ambarius,  Eur.  von  Schweden 

an,  Sibirien,  Nordamerika,  Carolina. 
Wander  Falk  Falco  peregrinus,  Eur.  von  Schweden  an, 

Sibirien ,  Kamtschatka ,  Hudsonsbay  bis  Carolina, 
weifslicber  oder  Isländischer  Falk  Falco  cand:cans  s.  Is- 

landicus,  nördl.  Eur.  von  Irland  an, 
Sibirien,  Hudsonsbay. 
kurzöhrige  Eule   Strix  brachiotos,   Eur.,  Schweden, 
Nord- Asien,  Küste  von  Labrador,  Hudsonsbay. 
kleine  Eule  Strix  scops ,  Eur.  von  Schweden  an  bis  zur 
Insel  Lipari  nach  Spallanzani,  nordL  Asien  und  Amerika. 

II.  Klettervögel. 

Schwarz -Specht  Picus  martius,  Eur.  von  der  Lappmark 
an,  in  Sardinien  nicht  nach  Cetti,  Sibirien,  Persien,  Nord- 
amerika,  Portorico,  Chili,  Paraguay  nach  Azara. 

Bunt-       —       —    major,  Sibirien,  Nordamerika. 

dreizehiger —       —    tridactylus,  Eur.  von  Schweden 

an,  Sibirien,  Hudsonsbay,  Nootka-Sund. 

III.  Singvögel. 

Sumpf- Meise  Patus  palustris,  Eur.  von  Sondmor  an, 
Sibirien,  Kamtschatka,  Persien,  Nordamerika, 
blaue      —      —    caeruleus ,  Europa  von  Sondmor  an, 
Persien,  Nordamerika,  Portorico  nach  Ledru. 

20 


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45° 

Tannen-Meise  Parus  ater,  Europa  v.  Schweden  an,  Sibi- 
rien, selbst  jenseits  der  Lena,  Nordamerika, 
graurückiger  Steinschmätzer  Saxicola  oenantbe ,  Eur.  v. 

Island  an,  Sibirien,  Grönland,  Hudsonsbay. 
Berg-Lerche  Alauda alpestris,  Polen  >  Rufsland,  Teutsch- 
land, Sibirien*  Persische  Alpen,  Hudsonsbay. 
graubunter  Baumläufer  Certhia  familiaris,  Eur.  vön  Sond* 

mor  an,  Sibirien,  Nordamerika. 
Ufer-  Schwalbe  Hirundo  riparia,  Eur.  v.  Sondmor  an, 
bis  Italien  und  Spanien,  Sibirien,  Kamschatka,  Neuyork. 
rothgrauer  Seidenschwanz  Ampelis  garrulus,  Europa, 

nördliches  Asien  und  Amerika. 
Elster- Krähe  Corvus  pica,  Eur.  v.  Wardhuys  an,  durch 
ganz  Europa,  nur  in  Sardinien  u.  Griechenland  nicht, 
Kamtschatka,  Aleutische  Inseln  nach  Langsdorf,  Per- 
sien, Hudsonsbay. 
Schnee- Ammer  Emberiza  nivalis,  Spitzbergen,  Island, 
Lappland,  europäische  Alpen ,  Sibirien  in  der  Gegend 
d.  Flusses  Kovima  nach  Biilings,Grönland,Hudsonsbay 
Sporn -Fink  Fringilla  lapponica,  Lappland,  Feroer- Inseln, 

nördl.  Sibirien ,  Grönland  ,  Hudsonsbay. 
Hanf-    —     —    cannabina ,  Eur.  von  Drontheim  an , 

Persien ,  Nord  -  Amerika. 
Schnee-  —      —    nivalis ,  nördliches  Europa ,  Europ* 

Alpen ,  nördl.  Asien,  Persische  Alpen 
nach  Hablizl,  Nordamerika. 
Lein-    —      —    linearia,  Schweden,  Sibirien,  Grön- 
land, Hudsonsbay. 
kleinschnabeliger  Kreuzschnabel  Loxia  curvirostra ,  Eur. 
von  Drontheim  an,  in  den  Nadelwäldern  Sibiriens, 
ebenfalls  nur  kleiner  in  der  Hudsonsbay  ji.Neuland. 
Haken  Kreuzschnabel  Loxia  enücleator ,  Eur.  v.  Dront- 
heim an,  Sibirien,  Hudsonsbay, Neuland, Canada, 
nordwestl.  Küste  von  Amerika. 

IV.  Hühnerartige  Vögel. 

hasenfüfsiges  Waldhuhn  Tetrao  lagopus,  Eur.  v.  72.  Gr. 
nördl.  Br.,  Island,  auf  den  Alpen  der  Schweitz. 


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45  * 


Kaimts  — 


Steiermark«,  Kärntbens,  Tyrols,  Salzburgs, 
Sibirien,  Kamtschatka,  Grönland,  Hudsonsbay, 
Neuland,  Norfolkstmd  nach  Langsdorf. 

V.  Sumpfvb  gel. 

Wiesein -Schnarr er  Crex  pratensis,  Eur.  von  DronthelrA 

an,  westliches  Sibirien  nach  Pallas > 
Syrien,  China >  Jamaika, 
schwarzes  Wasserhuhn  Fulica  arerrima,  Eur.  v.  Schweden 

an,  Sibirien,  Nordamerika, 
grauer  Sonderling  Arenaria  grisea  a.  Charadrius  calidris, 

Europa,  Asien,  Persien,  Nordamerika. 
Veränderter  Strandläufer  Tringa  alpinas.  variabiüs,  Island, 

Schweden,  sibirische  Alpen,  Grönland* 
—    tcauutüs  s.  ciuerea,  Europa 
von  Schweden  an,  Sibirien,  Neuyork, 
auf  den  Robben-Inseln  bei  Chateanbay* 
punktirter     .     •  —    ochropus,  Island,  nördl. 

Europa,  Sibirien,  Nordamerika,  im 
Winterauch  in  Egypten  nach  Sonnini. 
—    maculata,  nördL  Europa, 
Asien,  Persien,  Nordamerika, 
rothbäuehiger  Brachvogel  Numenius  subarquatus  s.  ferro* 

gineus,  Europa,  Asien ,  Amerika. 
Moor- Schnepfe  Scolopax  gallinula,  Europa,  Sibirien, 

Nordamerika. 

Waid*      —  —    rüsticola,    Island,  Lappland, 

Norwegen,  europäische  Alpen ,  Kamtschatka, 
Sibirien,  Persien,  Grönland,  Canada,  Louisiana, 
dickfufslger  Wasserläufer  Tptantts  leucophaeus,  Schwe- 
den,  Sibirien ,  Neuyork, 
grunfürsiger  — *  —    chloropus,  nbrdh  Europa, 

Sibirien ,  Hudsonsbay» 
rostbrauner  - —  ferrngineus,nördl.Europa, 

Sibirien ,  Nordamerika» 
dunkelbrauner   —  —    fuscus  s.  maculatus,  nörd. 

liches  Europa,  Sibirien,  Hüdsonsbay* 

29  • 


gefleckter  — 


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rotlftufsiger  Wasserlaufet  Totanüs  calrdrfs,  Island ,  Nor- 

wegen,  Schweden,  Sibirien,  ;GrCnland. 
aschgrauer  Wassertreter  Pbalaropns  cinereus  s.  Ijype! bo- 
ret», nördl.  Europa,  Asien  and  Amerika. 
Rohrdommel  Reiher  Ardea  stellaris,  Eur.  von  Schweden 
an,  Sibirien  bis  zur  Lena,  Persien,  von  der 
Hudsonsbay  bis  Canada  nach  Lawson. 
Nacbt-Reiber  Ardea  nyeticorax,  Europa,  Asien,  Persien, 

Neuyork. 

?  schnee  weisser  Reih«  Ardea  nivea  et  candidissima,  Euro- 
pa, Asien,  Amerika. 

Vi.  Schwimmvögel. 

weifsgraue  Meerschwalbe  Sterna  stnberica,  cantiaca,  ca- 

nescens,  England,  Kamtschatka,  Südamerika, 
schwarzgraue      —  nigra ,  fissipes ,  Eur.  von 

Island  an,  Tartarei  ,  Ostindien,  Nordamerika  von  der 
Hudsonsbay  an»  auch  in  Südamerika  nach  Azara. 
Lach-    Möve  Laras  ridibundus,  Schweden,  England, 
Holland,  Sibirien,  Kamtschatka,  Neu -England. 
Strunt-  Move  Laras  parasiticus,  Spitzbergen,  Norwe- 
gen, Sibirien,  Grönland ,  Hudsonsbay,  Unalaska. 
Sturm- MOve  Larus  canu£S»hybernus  s.  procellosus,  Is- 
land, Ostsee,  Caspiscbes Meer,  Neuland, 
Paraguay  nach  Azara. 
weifsgraue  Möve  Larus  glaueus,  Spitzbergen,  Island,  Nor- 
wegen, England,  Ostsee,  Grünland, 
Hundsonsbay,  Norfolksund, 
dreixehige    —     —  tridaetylus,  Europa,  England,  Dän- 

nemark ,  nördliches  Asien ,  Küsten 
von  Neuland,  Hudsonsbay. 
Ganse- Säger  Mergus  merganser,  nördl.  Eur.,  Spitzber- 
gen, Island ,  Nord*  Asien,  Grönland,  Hud- 
sonsbay, Norfolksund  nach  Langsdorf, 
langschnabeliger  Säger  Mergus  serrator, Island, Lappland, 

Sibirien,  Neuland,  Grönland. 


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453 


weisser  Säget,  Mergns  mlbejlus,  Island,  Lapphmd,  r&mt- 

scbatka,  Nordamerika. 
&c\varzbscimäbeliger  Schwan   Cygnus  melanorbynchus, 

Wand,  nördliches  Europa,  Sibirien, 
Kamtschatka,  Hudsonshay. 
Schnee.-  Gans.  Anser,  niveus,  nördliches  Europa,  Asien 

und  Amerika. 

Blassen-  —  —  albifrons,.  —  ~.  — 
faat-  —  —  segetum,  -p-,  — 
Königs-     —  spectabilis.,     —       —  — 

weifswangige  —  leucopsis  s.  ery thropus. —  — 
Eider.       —    — mojissimns,,    —       — ,  — 

sehr  weit *iach  Norden. 
Stick-Ente  Anas  boscbas ,  nördliches' Eur.  und.Asien, 

♦ 

Kamtschatka,  auf  den  Aleurischen  Inseln. nach  Stel- 
ler, Nord  -  Amerika ,  Norfolksund  nach  Langsdorf. 
Löffel-.  Ente  Anas  clypeata,  nördliches  Europa,  Asien 

und  Amerika. 
Tafal      —     —    ferina,       «rr       —  — 
Kragen   —     —  histrionica,— r       —  —r 
Speifs     —      —    acuta,       —  — 
Winter   —      —    glacialis  et  hyemalis,  nördJ.  Europa, 
Sibirien ,  Kamtschatka ,  Aleuten ,  Insel  Kodiak , 
Norfolksund,  Alaska,  Hudsonshay,  Grönland. 
Stellers  —  — 7.    Stellen  et  dispat,  Schweden,  nörd* 

liches.  Asien t  nordwestliches  Amerika. 
Krick     —      —  crecca,  nördliches  Europa ,  Asien, 
Kamtschatka,  Nord-Amerika,  Norfblk-Sund. 
Schelle  —      —  clangula ,  nördliches  Enr.  und  Asien, 

Kamtschatka,,  Nord- Amerika,  Grönland, 
? Spatel — -k     —  glaucipn,  nördliches  Europa,  Asien 

und  Amerika. 
?Zirz    —     —  circia,         —       —  — 
Berg-     —     —  marija,         —       —  — 

Norfolk-Sund,  Hudsonsbay. 
Trauer   —      —  nigra,         —       —  — 

Neuyork. 


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4H 

Sarjfmefc-Eat*  Anas  fusca,  nördliches  Europa ,  Sibirien,. 

Norfolk-Sund. 

«cbwarzkehlige*  Taucher  Colymbus  glaciaüs  s.  atrogularis,. 
Europa  von  Spitzbergen  und  Irland  an ,  Sibirien,. 
Kamtschatka^  Grönland,  Hudsonsbay  bis  Neuyork^ 
? Polar- Taucher  Colymbus  arcticus,  Island,  Spitzbergen, 
Schweden,  Sibirien,  Kamtschatka %,  Norfolksund,, 
Hudsonsbay^  Grönland.. 
SQthkebliger  Taueber  Colymbus  septentrionalis  rufo-^ 
gularia  s.  stellatus,  Europa  von  Spitzbergen  an  K 
Island ,  .Sibirien ,  Kamtschatka  %  Hujdsonsbay. 
gebaubter,  Steifsfufs.  Ppdicens  cristatus,,  Europa,  Asien,. 

*  Nordamerika, 
gqöhrter-  — -  — *    auritus,,  Europa,  Asien,  Aleu^ 
tische  Inseln,  Norfolk-Sund ^  Nord- Amerika, selbst 
in  Paraguay  nach.  Azara«. 
Troil  Lumme  Uria  troile ,.  aa  den  Küsten  Spitzbergens  ^ 
Islands  K  der  Feroer-Tnseln  v  Norwegens ,  des  nörd-«. 
liehen  Schottlands ,  Kamtschatkas  „  Iusel  St..  Paul , 
Norfolk -Sund,  Unalaska,.  Notka-Sund»  Terranova.. 
Gryll  Lumme  Uria  grylle,  an  den  Küsten  Spitzbergens^ 
Norwegens,  Kamtschatkas,  Aleutische Inseln,  Nor- 
folk-Sund nach  Langsdorf^  Franzosen- Hafen  nach, 
La  Perouse* 

gebaubter  Alk  Alca  cristatella,.  Lappland  %  Vogel- Inseln 

zwischen  Asien  und  Amerika. 
Tordi  — »  torda,.    nördliche-  Meere-  Europas  *, 
weisses  Meer  K  Küsten  Kamtschatkas  %  Meerbn-^ 
sen  von  Ochotsk,  Küsten  von  Labrador«, 
graukehliger  Alk  Alca  atetica  s.  canogularis,  nördliche 
Meere  Europas ,  Asien,  Eismeer  von  Kamtschatka, 
nach  Steller  9>  Insel  St  PauJ,  NorfoJk5und,  Grönlaod% 


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455 

XVI. 

Vögel,  welche  Europa ,  Asien  und  Afrika  eigenthüm- 

lieh  sind. 

lK  Raubvögel. 

röthlicher,  Geier  Vultur  fulvus,  Alpen  Südenropas,  Sibi- 
riens ,  Gilaniscbe  Alpen  in  Persien»  Afrika, 
weifsköpfiger  Geier  Vultur  leueoeepbalus ,  — ,  Asien, 

nördliches  Afrika. 
Schrei -Adler  Aquila,  naevia»  Eur.  von  Schweden  an, 

Asien»  Afrika, 
rother  Milan  Falco  roilvus,   Eur.  von  Norwegen  an, 
Afrika,  häufig  in  Egypten  nach  Sonnini,  Barbarei, 
auf  Teneriffa  nach  Ledru,  Asien ,  Sibirien ,  Persien. 
Sperber  Habicht  Falco  nisus,  Eur.  von  Sondmor  und 
den  FerQer  -  Inseln  an ,  griechische  Inseln ,  Asien, 
Sibirien,  Afrika,  Barbarei %  Teneriffa» 
Thurm  Falk  Falco  tinnunculus,  Eur.  von  Schweden  an, 
Asien,  bei  Nazareth  nach  Hasselquist,  Barbarei, 
auf  Teneriffa  nach  Ledru. 

IL  KlettervögeU, 

Grün  -  Specht  Picus  viridis,  Eur.  von  Lappmark  an,  Si- 
birien, Egypten, 
aschgrauer  Kuckuk  Cuculus  canorus,  Eur.  von  der  Lapp- 
und  Finn-  Mark  an ,  Kamtschatka,  nördl.  Afrika. 

r 

bunter  Wendehals,  Yunx  torquilla,  Europa  von  Dront- 
beim  an,  Sibirien,  Kamtschatka,  nördl,  Afrika. 

III.  Singvögel. 

rothr  uckiger  Würger  Lanius  spinitorquus  s%  collurio,  Eur. 

von  Schweden  an ,  Asien,  Persien,  Egypten. 
Schwarz-  Drossel  Turdus  merula,  Eur.  v.  Drontheim  an, 

griechische  Inseln,  Nord- Asien,  Nord-Afrika, 

kanarische  Inseln  nach  Ledru. 


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45^  . 

I 

weisse  Bachstelze  Motacilla  alba ,  Europa  von  Island  an, 
Sibirien,  Kamtschatka,  ganz  Egypten  nach  Sonnini, 
Canarische  Inseln  nach  Ledru. 
gelbe  Bachstelze  Motacilla  flava,  Eur.  von  Schweden  an, 
südliches  Kamtschatka,  Persien,  Java,  Egyp- 
ten, Madera  and  canarische  Inseln  nach  Börry, 
St.  Vincent,  am  Senegal, 
graue  Bachstelze  Motacilla  boarula,  Eur.,  Asien,  Afrika , 

canarische  Inseln* 
roth  kehl  ige —       —    rubecula,  Eur.  von  Drontheim 
an,  Persien,  Maderanach  Forster,  Teneriffa  nach  Ledru. 
Nachtigall  —        —    luscinia,  Europa  von  Oeland, 
Gothland,  Schonen  an,  nicht  in  Schottland  nach 
Pennant,  Krimm,  griechische  Inseln,  im  ge- 
mäfsigten  Sibirien,  bis  Tomsk ,  Syrien ,  Persien, 
an  den  Ufern  des  Nils  nach  Sonnini,  Barbarei« 
Baum -Pieper  Anthus  arboreus  s.  nemorosus,  Eur.  von 
Schweden  an ,  Sibirien  gegen  Osten  bis  Kamt- 
schatka, Madera  nach  Forster* 
Feld -Lerche  Alauda  arvensis,  Eur.  vom  aufs  ersten  Nor- 
wegen an,    Sibirien,    Kamtschatka^  Nordafrika, 
Egypten,  Canarische  Inseln  nach  Ledru. 
Kohl-Meise  Parus  major,  Europa  von  Norwegen  an,  Si- 
birien, Persien,  nördliches  Afrika, 
gebänderter  Wiedehopf  Upupa  epops ,  Eur.  von  Norwe- 
gen und  Schweden  an ,  Sibirien,  selten,  jenseits  des 
Obs  und  Baikals,  Tartarei,  Persien,  Nord- Afrika, 
Egypten,  Teneriffa  nach  Ledru. 
goldkehliger  Bienenfresser  Merops  apiaster,  südliches  Eu- 
ropa, Asien,  Judaea,  Bengalen,  Afrika, 
Cap  der  guten  Hoffnung, 
bunter  Staar  Sturnus  varius,  Eur.  von  Island  und  den 

Feroer- Inseln  an,   westliches  Sibirien, 
Nord- Afrika,  canarische  Inseln, 
gelber  Pirol  Oriolus  galbula,  Europa  von  Schweden  an, 

Asien,  Nord- Afrika. 


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•157 

I 

* 

Gold-Ammer  Ember iza  citrinella ,  Eur.  Ton  Sondmor  anf 
im  westlichen  jedoch  nicht  im  oestlichen  Sibirien,  Nord- 
Afrika,  Madera  nach  Forster,  Teneriffa  nach  Ledry. 

Bach -Fink  Frlngill*  eaelebs,  Eo».  von  Drontbeim  an , 

J'ersien,  Teneriffa. 

Hans  —      ' —    domestica,  — r    —       —     — , 
Insel  Li  pari,  griechische  Inseln  *  Sibirien.,  am  Baikal, 
Klein- Asien,  Persien, Ostindien  nach  Ives,  Nordafrika. 

Distel- Fink  Fringilla  carduelis,  Eur.  von  Sondmor  an, 
Sibirien,  jedoch  nicht  jenseits  der  Lena  uvde&BaikaIa, 
Insel  Lipari,  grieeb. Inseln,  Nordasien,  canar.  Inseln. 

Kirsch  -  Kembeisser  Loxia  cocothraustes,  Eur.  v.  Schwe- 
den an,  Klein- Asien,  Persien,  Nord- Afrika,  EJgypten, 

grüner  Kembeisser  Loxia  chloris ,  Eur.  von  Drontheim 
an,  Insel  Lipari,  griechische  Inseln,  Kamtschatka, 
nördliches  Afrika,  Teneriffa  nach  Ledro. 

getüpfelter  Tagschl'afer  Caprimulgas  punetatus  s.  euro- 
paeus,  Eur.  von  Sondmor  an,  Sibirien,  Kamtschatka, 
Ostindien  nach  Sonnerat ,  Nord  t  Afrika, 

lasurblauer  Eisvogel  Aicedo  ispida,  Europa,  jedoch  nicht 
in  Norwegen  und  Schweden,  selbst  in  Dänemark 
selten  nach  Müller,  getn'afsigtes  Sibirien,  nach 
Osten  nicht  weiter  als  bis  zum  Ob  und  Jenisey, 
Persien,  China ,  Nord  -  Afrika ,  Egypten. 

IV.  Hühnerartige  Vogel. 

nadelschwänziges  Waldhuhn  Tetra  o  alchata,  südi.  Eur., 

Syrien,  Persien ,  Arabien ,  Barbarei. 
Frankolin  Feldhuhn  Perdix  francolina,  südliches  Europa, 

Syrien,  Bengalen,  Egypten,  Barbarei. 
Schlag  -  Wachtel  Perdix  cotumix,  Eur.  von  Schweden 

an,  südliches  Sibirien ^  Tattarei,  China, 
Barbarei,  Egypten,  canarische  Inseln, 
geränderter  Fasan  Phasianus  Colchicum,  südliches  Europa  , 
Griechenland,  Georgien  und  Mingrelien  amFlufsFas- 
so,    am  caspischen  Meer,  Kaukasus  nach  Pallas, 
Nord-  Afrika. 


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458 

grofser  Trappe  Otis  tarda  x  Europa  von  Schweden  an» 

Sibirien,  Syrien,  Lybien. 
Kragen    —  — ^  houbara,  Südeuropa,  Arabien,  Afrika, 
dickkinniger      —  Qedicnemus*  Asien  K  — 

V/Sumpfvögel^ 

gehäuKer  Kiebitz  Vanellus  cristatus,  Europa,  Sibirien y 
.  Kamtschatka,  Persien  nach  Georgi,  China,  Bar* 
barei  nach  Poiret*  Egypten  nachSpnnini. 
aicbelschnäbeliger  Nimmersatt,  Tantalus  falcinellus,Eur* 
von  Schweden  an«  Teutschland K  Italien,  am  caspi- 
sehen  und  schwarzen  Meer,  Ober- Egypten, 
grauer  Kranich^  Orus  cinerea,  Eqr.  von  Schweden  an, 

Sibirien  bis  an  den  Flufs  Anadyr,, 
Aleppo,  Indien,  Egypten, 
weiftet  Storch  Ciconia  alba  v  Eur*  von  Schweden  an ,  in 
England  nicht,  in  Asien  bis  zum  50.  Gr^n.  Br.,  am 
Flufs  lrtisch,.  Tartarei,  am  schwarzen  und  caspU 
sehen  Meer,  Barbarei,  Egypten» 
schwarzer  Storch  Ciconia  nigra,  Europa,  Polen,  Lithau- 
en ,  Teutschland ,  gemäfsigtes  Sibirien,  Egypten. 

VI-,  Schwimmvögel«, 

Schwanen  Gans.  Anser  cygtioides,  Europa,  östliches  Si- 
birien, Kamtschatka,  China,  Afrika,  Guinea, 
Cap  d>r  guten  Hoffnung* 

Pfeif  Ente  Anas  penelope,  Europa,  Asien,  Persien,  Barbarei. 

Ruder      -  —  leucocejjbala  s..mersa,  Schlesien,  Ungarn, 

Sibirien,  Barbarei. 

XVIL 

Vögel,  welche  Europa ,  Afrika  und  Amerika  eigen- 

thumlich  sind^ 

L  Raub  vO  gel. 
ratlhf&fsiger  Bussard  Falco  lagopus,  Eur.  v.  d.  Lappmark 
an,  Afrika,  Nordamerika*  namentlich  in  Connecticut. 


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* 


459 

It.  Sumpfvögel  , 

rother  Flamingo  Phoenicopterus  ruber,  südliches  Frank- 
reich» KQsten.  des  mittelländischen  Meers»  Sardinien 
nach  Cetti»  Barbarei  nach*  Poiret*  Egypten  nach 
Sonnini»  Angola»  Congo,  Abyssinien  nach  Bruce, 
Kap  der  guten.  Hoffnung  nach  Kolbe»  Sparrmann» 
Thunberg»  Barrowv  Bahama  Inseln  nach  Catesly, 
Jamaika  nach  Sloane»  St.  Domingo  nach  Descour- 
tilz,  Cayenne  nach  Barcere*  Peru  nach  Laet»  Chili 
nach*  Frezier,, 

•  xviir. 

Vögel welche  Europa,  Asien  und  Australien. 

eigentümlich  sind^  — 

L  Scbwimmy  Dgels 

grofcsch  nabelige  Meerscbwalbe  Sterna  megarbyBchos  K 
caspiaK  Ostsee»  Insel  Stüber»  caspisches  Meer,  Si- 
birien, Mündung  des  Ja'iks,  China»  Indien*  Sand- 
wichs-Inseln, Freundschaft«- Inseln* 

XIX. 

Vögel,  welche  Asien,  Afrika  und  Australien 

eigentümlich  sind^  4  ^ 

t  Schwimmvogel 
weifse  Meerschwalbe  Sterna  alba  et  Candida»  Ostindien  A 
Kap  der  guten  Hoffnung,  Südsee,. 

XX. 

Vogel,  welche  Afrika,  Amerika  und  Australien  eigen* 

thümlich  sind.. 

L  Schwimmvögel., 
Kapscher  Sturmvogel  Proeellaria  capensis,  auf  den  Mee- 
reu  der  südlichen  Hemisphäre,  sehr  weit  gegeu 
Süden  nach  Cook,  in  der  Nahe  des  Kaps  und  un- 
ter gleicher  Breite  an  den  Küsten  Amerikas. 


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4öo 

Vögel,  weicht EufApa ,  Asien*  Amerika  und  Austrp* 

lien  angehören. 

I.  Raubvögel. 

kleine  Habichtseule  Strix  funerea,nisoria,  hudsonia,  nörd- 
liches Europa.,  Asien  and  Amerika,  auf  den. 
Sandwichs-inseJn  nach  Forster. 

II.  Sumpfvögel.^ 

geschäckter  Austernfi  scher  JtyematQpus  ostralegus,  Eu- 
ropa von  Lappland  an,  Sibirien,  Nord- Amerika, 
Norfblksund  nach  Langsdorf,  Franzosenhafen  nach 
La  Perouse, 

?weifser  Reiher  Ardea  alba,  Europa,  Asien,  Amerika, 

Neuseeland. 

XXII. 

Vogel i  welche  in  Europa ,  Asien ,  Afrika  und  Amerika 

vorkommen. 

L  RaabvögeJ. 

Flufs- Adler  Aquila  baliaetus,  Europa  von  Schweden 

an,  Egypten,  Nord-Asien",  Nord-Amerika. 
Mäuse  Bussard  Falco  puteo ,  Europa  von  Sondmor  an, 
Kamtschatka,  Teneriffa  nach  Ledru,  von  de*  Hud- 
sonsbay  bis  nach  dem  südlichen  Amerika, 
mittlere  Ohreule  Strix  otus,  Europa  von  Schweden  an, 
östliches  Sibirien,  Astrakan,  Egypten  nach 
Hasselquist,  IJudsonsbay. 
grofse    —      —  bnbo,    Europa  von  Schweden  an, 
Kamtschatka,  am  Kap  nach  Levaillant,  von 
der  Hudsonsbay  bis  Süd -Amerika. 
Schleier  Eule  Strix  flammea,  Europa,  Asien,  Tartarei, 
Persien,  Nordamerika,  Afrika,  auf  Teneriffa  nach  Ledru. 


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4&i 

IL  Sing vb gel. 

Zaun  Sänger  Sylvia  troglodytes,  Europa  von  Island  an, 
Feroer-lnseln ,  nördliches  Asien,  Egypten,  Neu- 
york?, Norfolksund  nach  Langsdorf. 
Calander  Lerche  Alauda  calandra,  südliches  Europa ,  tar- 
tsrische  Steppen,  Aleppo,  Nord- Afrika,  Egypten,  ' 
canarische  Inseln ,  Nord-CaroKna,  Neu-Kalifomien. 
bläulicher  Kleiber  Sitta  caesia  s.  europaea,  Europa  von 
Sondmor  an,  Sibirien,  Teneriffa  nach  Ledru, Canada. 
Rauch -Schwalbe  Hirundo  rustica,  auf  dem  ganzen  alten 
Continent  von  Norwegen  bis  zum  Kap  d.  g.  Hoffn., 
von  Sibirien  bis  Ostindien  und  Java,  Nordamerika. 
Haus  -  Schwalbe  Hirundo  urbica,  Europa  von  Drontheim 
an ,  Sibirien ,  Kamtschatka ,  Nord-Afrika,  Ma- 
dera,  Hudsonsbay,  Neuyork. 
Feld-Fink  Fringilla  montana,  Europa  von  Schweden  an, 
Nordasien,  Mader a  nach  Forster,  Hudsonsbay. 

III.  Sumpfvögel. 

trillernder  Strandläufer  Tringa  cinclus,  Europa  v.  Schwe- 
den an,  Sibirien,  Nordafrika,  Neuyork,  Ja- 
maika, Portorico,  Cayenne. 
rothfÜCsiger  Strandreuter  Himantopus  rufipes ,  südliches 
Europa,  Tartarei,  Afrika  von  Connecticut 
bis  zu  den  westindischen  Inseln. 
Fisch- Reiher  Ardea  cinerea,  Europa  von  Drontheim  an 
nach  Leems,  Sibirien,  Barbarei ,  Carolina  nach 
Lawson  und  Catesby. 
kleiner  Silber  -  Reiher  Ardea  garzetta,  südliches  Europa, 
am  caspischen  und  schwarzen  Meer,  Barbarei,  Neuyork. 
weisser  Löffler  Platalea  leucorodia,  Europa  von  Lapp- 
land an,  Sibirien,  Philippinische  Inseln,  Barbarei, 
Egypten,  Kap  nach  Barrow,  Surinam,  Malouien. 


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464 

1 

IV.  Schwimmvögel. 

rothftfsige  Meerschwalbe  Sterna  hirundo ,  Europa  von 
Spitzbergen  an,  Sibirien,  Kamtschatka,  Insel  St. 
Paul,  Caspisches  Meer,  Afrika,  Amerika  von  der 
Hudsonsbay  an,  Norfolksnnd. 
kleine  Meerschwalbe  Sterna  minuta,  Europa,  am  weis- 
sen Meer ,  Sibirien ,  am  Irtisch ,  am  caspischen 
Meer,  kanarische  Inseln  nach  Ledru,  Neuyork. 

XXIII. 

Vögel,  welche  in  Asien,  Afrika,  Amerika  und 
Australien  vorkommen. 

I.  Schwimmvögel. 

gelbfufsiger  Tropikvogel  Phaeton  aetbereus,  auf  dem 

Weltmeer  zwischen  den  Wendekreisen, 
dumme  Meerschwalbe  Sterna  stolida,    —    —  — 
Wandernder  Albatrofs  Diomedea  exulans,   im  Südmeer 
von  der  Spitze  von  Afrika  bis  Amerika  und  Neu» 
holland,  Neuseeland,  im  Sommer  in  Kamtschatka 

U.  8.  W. 

XXIV. 

Vogel ,  welche  in  allen  IVeltiheilen  vorkommen. 

I.  Singvögel. 

gekrönter  Sänger  Sylvia  regulus,  Europa  vonDrontheim 
an,  Nordasien,  Kap  der  guten  Hoffnung,  Nord- 
amerika, Nootkasund  nach  Cook,  NeuyoTk,  Surinam, 
Inseln  der  Südsee. 
rufsschwarze  Schwalbe  Hirnndo  apus,  Europa  v.  Dront- 
heim  an ,  auf  den  höchsten  Felsen  jenseits  des  Baikals, 
besonders  am  Flüsse  Onon,  Bay  Castries,  Afrika,  am  Kap, 
Franzosenhafen  nach  La  Perouse,  Carolina,  Australien. 


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I 


4^3 

grofse  Krähe  Corvus  corax,  Europa  von  Island  an,  von 
Egypten  bis  zum  Kap  der  guten  Hoffnung,  Asien» 
von  Kamtschatka  und  Sibirien  bis  Neu- Guinea  nach 
Sonnerat,  Grönland,  Neuland,  Nootka-Sund  nach 
Cook,  St.  Domingo,  Van  Diemens -Land  nach 
Marion  und  Duclesmur. 

Raben  Krähe  Corvus  corone,  Buropa  Von  Schweden  an, 
Afrika ,  Sibirien  jenseits  der  Lena ,  wahrscheinlich 
auch  auf  den  Philippinen,  Neuyork,  Louisiana  nach 
Pages,  Californien,  SQd-  Amerika,  Maldiven  nach 
Pyrard,  Neuguinea  nach  Dampier  und  Sonnerat, 
Neuholland,  Neu- Albion  nach  Dampier  u.  Vancouver. 

* 

IL  Sumpfvögel. 

violettes  Rohrhuhn  Gallinula  prophyrio,  sudliches  Euro* 
pa,  Egypten,  Barbarei,  Nord  -  und  Süd- Amerika, 
Paraguay  nach  Azara,  Bongainvilles  .  Archipel, 
neue  Hebriden. 

grunfüfsiges  Rohrhuhn  Gallinula  chloropus,  Europa  von 
Schweden  an,  in  Sibirien,  in  den  Ebenen  vonMan- 
gasea  nach  Gmelin,  am  Jenisey  nach  Pallas,  Egyp- 
ten ,  Senegal  nach  Ädanson ,  Insel  Frankreich,  Ca« 
nada  und  Florida  nach  Bertram,  Guadeloupe  nach 
Dutertre,  Jamaika  nach  Sloane  und  Browne,  Por- 

f  >  torico  nach  Ledru,  Paraguay  nach  Azara,  Insel 
Norfolk  nach  Cook ,  Neuseeland  nach  Cook,  Freund- 
schafts Inseln  nach  Vancouver  und  Forster. 

gemeines  Wasserhuhn  Fulica  atra ,  Europa  von  Norwe- 
gen an ,  Sibirien ,  Persien,  China,  Egypten,  Carolina, 
Louisiana,  Jamaika,  Paraguay,  Neu- Seeland. 

buntschnabeliger  Regenpfeifer  Charadrius  hiaticula,  Eu- 
ropa von  Schweden  au,  Sibirien,  Philippinen,  Cap 
der  guten  Hoffnung,  Grönland  nach  Fabricius,  Hud- 
sonsbay  nach  Ellis,  Virginien,  Carolina,  Jamaika, 
Brasilien,  Magellans - Strafse  nach  Cook. 

Gold-Regenpfeifer  Charadrius  auratas  s»  pluvialis,  Europa, 

Asien,  Afrika,  Amerika,  Australien. 


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464 


^  Heer -Schnepfe  Scolopax  gallinago,  Europa  von  Island 
an,  England,  Teutschland,  Frankreich,  Sibirien, 
Ostindien,  nördliches  Afrika,  Grönland,  Canada, 
Louisiana  nach  le  Page,  Portorico  nachLedru,  Bra- 
silien nach  P«rnetty,  Chili,  Inseln  der  Sudsee. 

^  grofser  Brachvogel  Nnmenius  arquatus,  Island,  Lappland, 
England,  Teutschland,  Sibirien,  Kamtschatka,  Bar- 
barei nach  Poiret,  Egypten  nach  Sonnini,  am  Se- 
negal nach  Adanson,  Kalifornien  nach  La  Perouse, 
Chili  nach  Frezier*  Insel  Prinz  Georg  nach  Van- 
couver,  Neuholland  nach  Cook, 

» 

III.  Schwimmvögel. 
^  Mantel  Möve  Larus  marinus,  europäische  Meere  von 
Island  und  Lappland  an,  Sibirien,  Teneriffa,  Kap, 
Grönland,  Norfolk  -  Sund ,  Neuyork,  Carolina, 
Paraguay,  Neuholland. 
Skua  Möve  Larus  oatarractes,  von  einem  Pol  bis  zum 
andern,  Spitzbergen,  Island,  Feroer-lnseln ,  im 
Hafen  Egmont  auf  den  Falklandsinseln,No&l,  Land 
Kerguelen,  Neu-Georgien ,  Neuseeland  nach  Banks, 
Cook  fand  sie  50  Gr.  siidl.  Breite,  95  Gr.  Ig  Min. 
östl.  Länge. 

grofse  Möve  Larus  maximus ,  auf  den  europaeischen  und 
amerikanischen  Meeren,  Kap  d.  g.  Hoffh.,  Neu  h  oll  and. 

gelbfufsige  Möve  Larus  flavipes  s.  fuscus,  Spitzbergen, 
Island,  auf  den  grofsen  Seen  Sibiriens,  caspisches 
und  schwarzes  Meer,  Hudsonsbay ,  Küste  vonNeu- 
bolland  nach  Labillardiere. 

grofser  Pelikan  Pelecanus  onocratalus,  auf  den  Seen  Roth- 
Kufslands,  Volhiniens,  Podoliens ,  an  der  Donau,  Dal- 
matien  nach  Spon,  Klein- Asien,  Palästina,  Arabien, 
Egypten,  an  den  Ufern  des  Senegals  und  Gambia 
nach  de  la  Maire,  Madagascar  nach  Gauche,  Kap  nach 
Barrow,  China,  Siam  nach  Tachard,  Philippinen,  Ma- 
nilla,  Louisiana,  Isthmus  von  Panama  nach  Wafer, 
Antillen  nachLabat,  Guiana,  Ferra  firma  nach  Oviedo, 
CampecheBay  nach  Dampier,  Neuholland  nach  Cook. 


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*  4*5 

Kormoran  Scharbe  Carbo  cormoranus ,  auf  allen  Meeren 
der  nördlichen  und  südlichen  Hemisphäre,  und  zwi- 
schen den  Wendekreisen;  europäische  Meere  von 
Island  an;  Sibirien,  Bay  Castries  nach  La  Perouse 9 
Philippinen,  Grönland,  Hudsonsbay,  Neuyork,  Ca* 
rolina,  Neu  Californten,  Guiana,  Kap  der  guten 
Hoffnung,  NeuHolland  nach  Cook,  NeuSeeland 
nach  Marion  und  Duclesmur  u.  s.  w. 

Fr egatt- Scharbe  Carbo  aquilus,  vorzüglich  zwischen  den 
Wendekreisen,  doch  verfliegt  er  sich  auch  nach  Eu- 
ropa, Insel  St. Helena,  Mauritius,  Bourbon,  Ascen- 
sion,  Südsee. 

Kraben- Scharbe  Carbo  graculus  ,  Küsten  Englands ,  Is- 
lands, Insel  Man,  Süd-Georgien,  Magellans-Strafse, 
Kamtschatka,  Aleutische  Inseln  u.  s.  w. 

kleine  Scharbe  Carbo  minor. 

wasserschneidender  Sturmvogel  Procellaria  puffinus,  Welt- 
meer, vom  nordl.  bis  zum  südlichen  Polarkreis« 
geschäckter  Sturmvogel  Procellaria  pelagica ,  Weltmeer, 

vom  nordl.  bis  zum  südl.  Polarkreis. 
Fulmar  —  —    glacialis,    —    —  — 

Fregatt  —  —    fregata,      —    —  — 

Grau- Gans  Anser  oinereus,  in  allen  Welttheilen. 


Nachdem  ich  die  Verbreitung  der  Vogel» 
Arten  in  den  verschiedenen  Welttheilen  ange- 
geben  habe,  so  will  ich  jetzt  versuchen,  die 
Gesetze  der  Verbreitung  aufzustellen.  Die  Ge- 
setze sind  nur  die  Resultate  und  Folgerungen  aus 
dieser  Aulzählung  und  aus  der  Betrachtung  der 
physischen  und  klimatischen  Beschaffenheit  der 
Länder,  worin  die  Vögel  vorkommen.  Die  er$te 
und  noth  wendigste  Bedingung  zur  Erhaltung  des 
Lebens- Prozesses  der  in  der  atmosphärischen 

-  3° 


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466  , 

Luft  lebenden  Vogel»  sind  die  Stoffe,  die  Nah- 
rungsmittel, woraus  die  zur  Erhaltung  des  Le- 
bens-Prozesses noth wendige  Blutmasse  gebildet 
wird.    Die  Verbreitung  der  Vögel  auf  der  Ober- 
fläche der  Erde  hängt  von  dem  Vorkommen  und 
von  der  Verbreitung  der  jeder  Vogel- Art  eigen- 
thümlichen  Nahrungsmittel  ab.   Jede  Vogel-Art 
kommt  nur  so  weit  auf  der  Oberfläche  der  Erde 
vor,  als  die  ihr  eieenthümlichen Nahrungsmittel 
vorkommen.  Die  Abhängigkeit  der  Verbreitung 
und  des  Aufenthalts  der  Vögel  von  der  Nah- 
rung zeigt  sich  besonders  deutlich  in  den  ver- 
schiedenen Jahreszeiten.   Alle  diejenigen  Vögel 
verlassen  die  Länder  der  kalten  Klimaten  und 
begeben  sich  in  warme  gemässigte  Länder,  wel- 
chen durch  die  eintretende  Winterkälte  die  Nah- 
rungsmittel entzogen  werden ,  wie  ich  im  folgen- 
den Abschnitt  von  den  Wanderungen  der  Vögel 
Zeigen  werde.  Zu  diesen  Vögeln  gehören  haupt- 
sächlich die  von  Amphibien,  Insekten,  Würmern 
und  Pflanzen  lebenden  Vögel.   Die  Amphibien, 
Insekten  und  Würmer  der  Länder  der  kalten 
Klimaten  verbergen  sich  entweder  bei  eintreten- 
der Winterkälte  in  ihren  Schlupfwinkeln,  oder 
sie  kommen  um.   Die  Pflanzen  verwelken  um 
diese  Zeit  und  geben  folglich  keine  Früchte, 
Saamen ,  u.  s.  w.,  von  denen  sich  die  Vögel  er- 
nähren können.    Dafs  hier  der  directe  Einflufs 
der  Kälte  auf  die  Vögel  die  Wanderungen  nicht 
bewirket,  erhellet  daraus,  dafs  mehrere  kleine 
Vögel,  die  Meisen,  viele  Finken,  Ammern  u.a., 
selbst  unser  kleinster  Vogel,    der  Zaunkönig, 
weder  im  nördlichen  Europa  und  Asien,  noch  im 
nördlichen  Amerika*  wandern.  Die  Nahrung  der 
nicht  wandernden  Vögel  besteht  entweder  in  In- 
sekten Larven  und  Eyern,  welche  sie  zwischen 
den  Rinden  und  Knospen  der  Bäume  undSträu- 


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!  eher  aufsuchen,  wie  die  Meisen,  die  Spechte  u.a.; 
oder  in  trocknen  Pflansen-Saamen ,  vorzüglich 
Saamen  von  Grasarten,  wie  bei  den  Finken, 
Ammern ,  Feld  -  und  Waldhühnern  u.  s.  w.  Doch 
von  den  Wanderungeh  ausführlich  im  folgenden 
Abschnitt. 

$♦  134* 

Die  Nahrung  der  Vögelist,  wie  ich  bereits 
früherhin  angegeben  habe,   «ehr  verschieden. 
Man  kann  die  Vögel  in  Bezug  auf  die  Nahrung 
^ohngefähr  in  folgende  Haupt-Gruppen  abtheilen. 

1)  Vögel,  welche  sich  von  Vegetabilien  nähren. 

2)  Vögel,  welche  sich  von  Insekten  nähren. 

3^  Vögel,  welche  sich  vorzüglich  von  animali- 
schen und  vegetabilischen  Substanzen  des 
festen  Landes  nähren. 

4)  Vögel,  welche  vorzüglich  von  Würmern, Mol- 

lusken,  Crustaceen  und  Wasser-Insekten  leben. 

5)  Vögel,  welchesich  hauptsächlich  von  Amphi- 

bien und  Fischen  nähren. 

6)  Vögel,  welche  sich  vorzüglich  von  Thieren 

und  Pflanzen  des  süfsen  Wassers  nähren. 

7)  Vögel,  welche  von  Tbieren  des  Meers  leben. 

8)  Vögel,  welche  sich  von  animalischen  Substan- 

zen, von  Säugthieren,  Vögeln,  Amphibien, 
Fischen ,  Insekten  u.  s.  w.  nähren. 

Diese  Abtheilungen  der  Vögel  nach  den  Nah- 
fungsmitteln  sind  zwar  nicht  genau  abgegrenzt , 
so  wie  überhaupt  nichts  der  Art,  in  der  Natur 
genau  abgegränzt  und  isolirt  vorkommt,  indes- 
sen wird  es  sich  doch  zeigen,  dafs  wir  nach  ih- 
nen den  besten  Ueberbück  der  Verbreitung  def 
Vögel  erhalten  können.   Wir  wollen  jetzt  die 

Verbreitung  der  Vögel  nach  der  Verbreitung  de* 

30  * 


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4&8 


Nahrungsmittel  auf  der  Erde  näher  befrachtend 
in  wie  ferne  die  letztere  von  der  geographischen 
Lage  und  von  der  physischen  Beschaffenheit  de* 
Lander  abhangM 

Drittes  Cafp'ItcL 

Von  der  Verbreitung  der  von  Vegetabilien  lebenden 

Vo&l. 

$♦  *35- 

2u  dieser  Gruppe  von  Vögeln  gehören  die 
Papageien ,  die  Tukans,  die  Musafresser,  die 
Hornvöge?!,  die  Pflanzenbeisser,  die  Paradiesvö* 
gel»  die  Finken*  die  Ammern,  die  Keilschnäbel > 
die  Pirols,  die  Kreutzschnäbel,  die  Kembeisser, 
die  Honigvögel,  die  Kolibris,  die  Tauben,  die 
Trappen ,  die  Pfauen,  dieTruthühner,  dieHockös* 
die  Tinamns,  die Penelopen ,  die  Perlhühner,  die 
Fasanen,  die  Feldhühner,  die  Waldhühner,  und 
die  straufsenarügen  Vögel.  Die  vorzüglichste,  wo 
nicht  einzige,  Nahrung  aller  dieser  Vögel  besteht 
in  vegetabilischen  Substanzen, 

§•  136. 

Es  ist  ein  bekanntes  und  durfch  die  Unter- 
suchungen und  Forschungen  über  die  geographi- 
sche Verbreitung  der  Pflanzen  a)  sattsames  be- 
stätigtes Gesetz,  dafs  die  Zahl  der  Pflanzen- Ar- 
ten und  Geschlechter  allmählig  von  den  Polar- 


ä)  Treviranui  von  der  geographischen  Verbreitung  der  Pflan- 
Mn,  in  t.  Biologie  B.  2.  S.  44. 

^  von  Humboldt  Essai  sur  la  Geographie  des  Plantet.  Pa* 
ris  igo"j.  4. 


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•  4$9 

ländern ,  an  »  durch  die  Länder  der  gemässigten 
Klimaten  bis  zu  den  Tropenländern  zunimmt. 
In  gleichem  Grad  •  mit  der  Zahl*  der  Pflanzen 
liijnnit  auch  die  Zahl  der  Pflanzen.- fressenden 
Vögel -Arten  und  Geschlechter  von  den  Polar- 
ländern bis  zu  den  Trppenländern  zu.  So,  weit 
sich  das  Pflanzenreich  erstreckt,  so  weit  erstre- 
cken sich  dje  Pflanzen -fressenden  Vögel.  Hier 
folgen  <Ji£  Belege  für  diese  Sätze.  Öas  zwischen 
den  76.  und  So.  Grad,  nördlicher  Breite  liegen- 
den Spitzbergen,  dieses  aufserste  Land  Europas 
gegen  Norden,  welches  von  Reisenden  betreten 
wurde,  besteht  aus  "Eisbergen,  nackten  Felsen, 
und  aus  mit  ewigem  Eis  und  Schnee  angefüllt 
ten  Thälern.  Der  von  den  Bergen  durch  heftige 
Winde  lind  Wasserfälle  des  schmelzenden  Sctyiees 
herab  geführte  Griessand  ist  das  Einzige,  was 
einer  Erde  ähnlich  sieht,  und  dies  ist  der  Boden 
für  die  hier  gefundenen  Vollkommenen  Pflanzen 
und  Cryptogamenj  die^Zahl  der  ersteren  beträgt 
gegen  zwanzig  und  die  der  letzteren  gegen  fünf*, 
zehn.  Die  einzige  hier  vorkommende  Baumart, 
Salix  herbacea,  wird  selten  über  zwei  Zoll  hoch. 
In  diesem  unwirfchharen  Lande,  welches  vom. 
20.  Octpber  bis  zum  3.  Februar  nicbt  von.  der 
Sonne  beschienen  wird,-  fand  Phips  nur  einen 
von  Pflanzen^aameo  lebenden  Vogel,  die  Schnee* 
aouner  (ßmberiza  nivalis),  alk übrigen  hie*  vor- 
kommende Vögel  sind  Wasservögel. 

Die  Zahl  der  von  vegetahiUscben  Substan- 
zen lebenden  Vögel  -  Arten  nimmt  in  gleichem 
Grade  mit  der  Zahl  efer  Pflanzenarten  zu,  so  wie 
wir  uns  von  dem  nördlichen  Polar-Zirkel0 ent- 
fernen und  den  Ländern  der  gemäfsi^tenWima- 
ten  nähern.  Zwischen  diesem,  Zirkel  und  dem 
65.  Grad  nördl.  Breite  kommen  in  Europa  vor, 


> 


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470 


in  Schweden  nach  Linne  gegen  933 
vollkommene  und  gegen  366  cryptogamische 
Pflanzenarten  vor;  in  diesem  Lande  findet  man 
ein  und  dreissig  wild  lebende  pflanzenfrefsende 
Vögelarten,  nämlich: 


Emberiza  miliaria. 

hortulana. 

—  citrinella. 

—  schoeniclus. 
Fringilla  lapponica. 

—  coelebs. 

—  monti  fringilla. 

—  carduclis. 
  spinos. 

—  flammea. 

—  cannabina. 
«  linaria. 

—  domestica. 

—  montana. 
Oriolus  galbula. 


Tetrao  lagopos. 

—  tetrix. 

—  urogallus. 

—  bonasia. 
Perdix  cinerea. 

—  coturnix. 
Otis  tarda. 

—  tetrax. 
Columba  oenas. 

—  palumbus. 
Loxia  corvirostra. 

—  enucleator. 

—  coecothraustea. 

—  pyrrhula. 

—  chloris. 
Emberiza  nivalis. 

Vom  55  bis  zum  35  Grad  nordlicher 
also  von  Schweden  bis  zur  nördlichen  Küste 
Afrikas  ist  die  Zahl  der  vorkommenden  Pflan- 
zenarten wohl  drei  -  bis  vier -mal  gTÖfser  als  in 
Schweden ,  hier  halten  sich  aber  auch  fünf  und 
fünfzig  Arten  von  pflanzenfressenden  Vögeln 
auf,  nämlich,  # 

8  Arten  Waldhühner.     7  Arten  Kernbeifser. 

7    —    Feldhühner.  10    —  Ammern«^ 

3  —    Trappen.  14.    —  Finken. 

4  —    Tanben.  1    —  Pirol. 

Auf  gleiche  Weise  nimmt  in  Nordamerika 
die  Zahl  der  von  Vegetabilien  lebenden  Vögel- 
arten mit  der  Zahl  der  Manzen  arten  von  Nor- 


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47» 

den  nach  Süden  herab  zu.  In  den  von  75  bis 
zum  60  Grad  nördlicher  Breite  liegenden  Grön- 
land, wo  nach  Cranz,  Egede  und  Davis  gegen 
dreifsig  vollkommene  Pflanzenarten  wachsen,  wo* 
Tunter  sich  kleine  Wachholderbeeren- Sträuche, 
Birken  und  Weiden  befinden,  kommen  vier  von 
Vegetabilien  lebende  Vögel  vor,  nämlich:  Em- 
beriza  nivalis,  Fringilla  laponica  s.  calcarata, 
Fr.  linaria  und  Tetrao  lagopus.  Auf  den  fast 
unter  gleicher  Breite  und  nur  etwas  südlicher 
liegenden  Küsten  der  Hudsonsbay  halten  sich 
achtzehn  Arten  pflanzenfressender  Vögel  auf, 
nämlich : 

Tetrao  lagopus«  Emberiza  nivalis. 

—  pbasianellus.         —  leucophrys. 

—  umbelluss.to-       —  americaniu 

gatus.    Fringilla  lapponica. 

—  canadensis.  —  montana. 
Perdix  hudsonica.            —  linaria. 
Columba  migratoria.  • —  hyemalif. 
Loxia  curvirostra.        Onolas  virescens* 

—  enucleator.  — —  niger. 

—  hudsonica* 

■  • 

Vom  55  bis  zum  35  Grad  n.  Br.  also  von 
der  Jamesbey  bis  Karolina,  Louisiana  und  Neu- 
Mexico,  wo  die  Zahl  der  Pflanzenarten  schon 
sehr  bedeutend  grofe  ist,  leben  zwei  uud  sieben- 
zig  Arten  pflanzenfressender  Vögel,  namentlich: 

4  Arten  Waldhühner.  Ii  Arten  Ammern. 

4    —    Feldhühner.  19    —  Finken. 

I    —    Truthühner.  10    —  Pirols. 
3    —    Tanben.  4    —  Kolibris. 

12    —    Kernbeifser.      2    —  Papageyen. 

Im  nördlichen  Asien  jenseits  der  üralischen 
Gebirge,  in  Sibirien  und  Kamtschatka  von  78 


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47» 

bis  zum  50  Grad  n.  Br.  treffen  wir  drei  und 
dreifsig  Arten  pflanzenfrefsender  Vögel  an.,  naaw 
lieh : 


Tetrao  lagopus. 
— -  urogallns. 

—  paradoxas. 

—  tetrix. 

—  bonasifk 
Perdix  cinerea. 

—  cotumix.. 
Otis  tarda. 
Columba  palumbus. 
Loxia  enrvirostra. 

—  enucleator* 
pyrrhula. 

— —  chloris. 

—  sibirica. 
Emberiza  nivalis; 


Eroberte*  borttilana«. 

—  aurcola. 

—  •  mtila. 

pusilla. 

—  pithyornns« 
spadioeephala«, 

—  fucata. 
passerina. 

—  rosea. 
Fringilla  lapponica. 

—  nivalis, 
linaria. 
flavkostris. 
domestica. 

-r-  carduclis. 


—      schoeniclw..  — »•  montifriagilla. 


Die  in  Asien  vom  50  bia  zum  35.  Grad  tk 
Br*  liegenden  Länder  sind  zu  wenig  bekannt, 
uro  die  hier  vorkommenden  Vögel  mit  Ge.wU** 
heit  angeben  zu  können* 

$♦  137- 

« 

In  den  Ländern  zwischen  den  Wende* 
kreisen  und  in  der  Nähe  derselben  kommen 
bekanntlich  die  meisten  Pflanzen  -  Geschlechter 
und  Arten  vor.  Von  den  Monocotyledonen  sind 
nach  Treviranus  a)  von  mehr  als  160  Geschlecht 


0  a.  o.  B.  a.  s.  51. 


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lern  die  meisten  o<Jer  alle  Arten  ia  den  wärmera 
Ciiraaten,,  und  kaum  yon  70  in  den  kältern  Him- 
melstrichen einheimisch.  Ferner  wachsen  von, 
mehr  als  540  Geschlechtern  Dicotyledonei*  die 
meisten  oder  alle  Arten  in  den  kalten  und  ge- 
mäfsigten  Zonnen*  Die  wärmeren  Climaten  aber 
enthalten  dagegen  820  solcher  Geschlechter.  In 
den  Tropenländern  und  deren»  Nähe,  wo  immer 
die  köstlichsten  Früchte,  die  Mangos,  Mongosta«* 
nen,  Duriqnen,  Nankas.,  Jambu&en,  Litschis^ 
Musen,  u.  a.  reifen,  kommen  fast  alle  Früchte 
fressende  Vögel  vor,  gegen  300  Papagei-  Arten 


gel,  gegen  80  Kolibri  -,  Arten,  und:  gegen,  5  Keil*, 
schnäble^  Hier*  wo  so  viele  Grasarten  und  Ge- 
traidearten.wachsen,  leben  die  meisten  Geschlecht 
ler  der  hühnerartigen  Vögel,  4.  Arten  von  Pfauen, 
4  Arten  von  Penelopen ,  3  Arten  von  Rebhüh- 
ner, 6  Arten  von  Hockos,  geg$n  14.  Arten  Fa- 
sanen, 4  Arten  Tinamus,  3  straussenartige  Vö« 
gel.  Auch  die  Arten  der  meisten  in  den  kalten 
uijdr  gemafsigten  Ländern  vorkommenden  Ge- 
schlechter der  vegetabilienfress.enden  Vögel  sind 
in  den  Tropenländern  ungemein  zahlreich ,  be- 
sonders die  Tauben,  die  Pirols,  die  tfernbeisser, 
4ie  Finken  uu£  Ammernv 


In  den  Ländern  und  Inseln  der  südlichen 
'  Brdhälfte,  ausserhalb  des  Wendezirkels  4es  Stein- 
bortfi*  nimmt  die  Zahl  der  Pflanzen-Geschlech- 
ter und  Arten  wieder  ab,  daher  vermindert  sich 
auch  hier  wieder  die  Zahl  der  von  Vegetabilien 
lebenden  Vögel.   Es  kommen  in  Australien  aus- 


.  138- 


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474 


serhalb  des  genannten  Wendekreises,  so  viel  be- 
kannt ist,  nur  siebenzehn  Arten  pflanzenfressen* 
der  Vögel  vor,  nämlich: 

Psittacus  Pennanti ,  aof  Botanybay. 

—  terrestris,  am  Kap  van  Diemen* 

—  eximius,      —    —  — 
. —     formosus,  Neu  Süd  Wallis. 
~—      pnsillus,      —  — 

—  galeritns,    —  — 

—  erythropns,  Neu  Südwallis» 

—  Banksii,  Neu  Holland. 

—  Geoffroyi,  —  — 

—  Novae  Seelandiae,  Nen  Seeland.  4 

—  meridionalis,      .  —  — 
Colins  viridis,  Neu  Holland. 

Colnmba  novae  Seelandiae,  Neu  Seeland. 

—  brunnea,  —  — 

—  antarotica,  Neu  Holland. 
Parkinsonius  mirabilis,  —  — 
Casuarius  novae  Hollandiae, — 

•  » 
*  » 

$.139. 

Wie  sehr  sich  die  Verbreitung  der  von  Ve- 
getabilien  lebenden  Vögel  nach  der  Verbreitung 
der  verschiedenen  Pflanzen  Geschlechter  und  Ar- 
ten  in  den  verschiedenen  Ländern  richtet,  erhel- 
let noch  daraus,  dafs  sich  eben  so  viele  Grup- 

I)en  von  pfianzfressenden  Vögeln  unterscheiden 
assen,  als  es  Haupt-Floren  gibt*  Die  Verbrei- 
tung dieser  Gruppen  steht  im  Zusammenhange 
und  Harmonie  mit  der  Verbreitung  der  Haupt- 
Floren,  wie  auch  Treviranus  schon  anzudeuten 
gesucht  hat»  Eben  so  wie  die  Floren  der  ver- 
schiedenen angrenzenden  Länder  in  einander  über- 
gehen, so  richtet  sich  auch  die  Verbreitung  der 
Gruppen  der  genannten  Vögel  nach  diesen  Ue- 
bergängen*    Wir  wollen  nun  in  möglichster  Kür- 


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475 

ze  die  Hauptfloren  der  Brdtheile  mit  denen  in 
denselben  vorkommen  pflanzenfressender  Vögeln 
vergleichen* 

« 

§.  140. 

Die  nordische  Flur  erstreckt  sich  über  die 
Länder  des  Nordens  der  alten  und  neuen  Welt* 
Ihr  gehören  nach  Treviranus a)  vorzüglich  an: 
die  meisten  Kätzchenbäume,  die  Weiden,  Ulmen, 
Pappeln ,  Birgen ,  u»  a.  ferner  auch  Distelpflan- 
zen und  Mohnpflanzen,  die  Arten  von  Sambu- 
cus,  Cornus,  Kibes,  die  meisten  Arten  von  Pinus 
und  Quercus  u.  a.  So  wie  sich  in  allen  Län- 
dern des  Nordens  bis  zum  genannten  Grade  der 
Breite  eine  grosse  Aehnlichkeit  in  der  Vegeta- 
tion findet,  und  so  wie  viele  Pflanzenarten  zu- 
gleich im  nördlichen  Europa,  Asien  und  Ameri- 
ka vorkommen,  so  finden  wir  eine  grosse  Aehn- 
lichkeit in  den  hier  vorkommenden  von  Vege- 
tabilien  lebenden  Vögeln,  und  mehrere  derselben 
halten  sich  im  Norden  dieser  drei  Welttheile  zu- 
gleich auf.  Das  Geschlecht  der  Waldhühner  ist 
es,  welches  der  nördlichen  Erdhälfte  vorzüglich 
angehört,  die  meisten  Arten  desselben  kommen 
in  den  zuvor  genannten  kalten  Erdstrichen  von 
Von  pflanzenfressenden  Vögeln ,  welche  im  nörd- 
lichen Europa,  Asien  und  Amerika  zugleich  vor- 
kommen, nenne  ich  folgende: 

Tetrao  lagopus.  Emberiza  nivalis, 

Fringilla  lapponica.       LqxU  curvirostra, 

—  nivalis.  —  enucleatur» 
— *  cannabina 

—  liuaria 


a)  a.  a.  GL  S.  8& 

■ 


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Den  im  nördlichen  vyid  gemässigten  Europa 
^nd  Asiejy zugleich  vorkommenden  Pötzen  ent- 
spricht : 

Tetrao  urogallus*        Columba  palumbug, 

—  tetrix.  —  Uvea 

—  bonasia.  FfingUla  tgontiftingilla. 

—  arenarius,  —  f}ayu;pstris. 
Eerdix  cinerea,            Emberi^a  hortulaca. 
Otis  tetrax.                  —  schocniclus. 

Loxia  pyrrhuia. 

So  wie  das  nördliche  und  gemäfsigte  Euro«, 
pa  seine  Pflanzenarten  hat,  so  hat  es  auch  seine, 
^igenthümlichen  pflanzenfressenden  Vogelirte.n* 
nämliche  " 

Tetrao  canus.  ßrnberisa  njontana^ 

—  scoticus,  — »  passerina, 
Columba  oenas.  ~  cinclus. 
Fringilla  üaromea» 

Den  dem  nördlichen  Asien. eigentümlichen 
jenseits  der  Werchoturischen  oder  Uralischen  Ge- 
birgskette vorkommende^  Pflanzenartep  entspre- 
chen: 

Fr ingilla%  r-oseav  Emberi^a  passerina, 

Emheriza  rutila.  —  erythrocephala« 

—  pytbyornus,    Loxia  sibjrica, 

—  pusilhu  —  fusca, 

—  aureola*  — :  cana, 

—  fucata. 

Den  dem  nördlichen  Amerika  eigenthümli- 
chen  Pflanzenarten  entsprechen: 

Tetrao  phasiarjellus.  Emberiza  glacialis. 

—  eanadeosis.  —  americana. 

—  umbellus*  —  ferruginea. 

—  cupido.  —  leueophrys, 
Perdix  budsotiica.  Loxia  hudsonica. 
Columba  migratoria,  —  leocoptera. 
Fringilla northoniensis  Oriolus  virescens. 


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477  • 

l?ringilla  p^senria.       iFriogillä  fiyemafis» 
— *     olivacea.  Oriolus  iriger. 

Eben  so  wie  das  nördliche  Europa,  Asien 
und  Amerika,  soviel  bekannt,  keine Pflanfcenart 
mit  Neubolland  gemein  hat,  eben  so  wenig  fin- 
den wir  eine  pflanzenfressende  Vogelart,  welche 
in  einem  dieser  Länder  und  in  Neuholland  zu- 
gleich vorkäme.  Aus  gleichem  Grund  hat  auch 
das  nördliche  Europa  und  Asien  keine  von  vege* 
tabilien  lebende  Yo{  elart  mit  Südamerika  gemein. 
Von  Humboldt  a  \  bat  während  seiner  mehrjähri- 
gen Reise  in  diesem  Lande  keine  Pflanzenart  ge- 
funden, welche  er  mit  Gewifshek  für  eine  euro- 
päische hätte  halten  können.  * 

§.  141. 

Bemerkenswerth  ist  es  noch,  dafs  einige 
von  Pflanzen  lebende  Vögel -Arten,  die  im  aus- 
sersten  Norden  vorkommen,  z.  B.  Tetrao  lagc- 
pus  und  Fringilla  nivalis,  sich  auch  auf  den  Al- 
pen der  Schweiz,  Salzburgs,  Tyrols,  Kärnthens 
und  Krains  aufhaltet.  Auf  diesen  Gebirgen  fin- 
det man  aber  auch  bekanntermassen  nahe  an  der 
Schneegränze  mehrere  Pflanzenarten  der  nordi- 
schen Flor.  Diefs  gibt  also  einen  neuen  Beweis 
ab  für  die  Verbreitung  der  von  Vegetabilien  le- 
benden yögeln  nach  der  Verbreitung  der  Pflanz 
zen. 

§*  142« 

* 

In  der  nordlichen  gemäfsigten  Erdhälfte  von 
50  oder  45  bis  zum  35  oder  30  Grad  nördl.  Br. 
findet  man  folgende  Hauptfloren:  auf  dem  alten 


a)  a.  a.  O. 


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47» 

v 

Continente,  die  Levantische,  Tartärische  und 
Japanische  Flor;  auf  dem  neuen  Continente,  die 
Virginische. 

Öer  Levantischen  Flor/  welche  sich  über 
das  südliche  Frankreich»  Italien  Portugal,  Spa- 
nien, die  nördliche  Küste  von  Afrika,  bis  zum 
Atlas,  über  die  europäische  Türkei*  die  Inseln 
des  Archipelagus,  die  Krim,  klein  Asien  und 
über  den  nördlichen  Theil  von  Syrien,  Persien 
und  Egypten  erstreckt,  und  welche  sehr  reich 
an  Schirm-,  Lippen-,  Dolden  -  und  Schoten - 
Pflanzen  ist,  gehören  viele  pflanzenfressende  Vö- 
gelarten an ,  die  sich  entweder  in  der  ganzen 
Ausdehnung  der  genannten  Länder  und  noch  über 
dieselben  hinaus  finden,  oder  die  nur  in  einzel- 
nen untergeordneten  Landstrichen  vorkommen. 
Solche  Vögel  siud: 

Phasianas  colchicus.  Fringilla  carduclis. 

Tetrao  alchata*  —  domestica. 

Perdix  francolina.  —  tcstacea. 

—  cotunix.  —  Syriaca. 

—  rofa.  Emberiza  citrinella. 

—  andeluscia.  —  cia. 

—  gibraltarica.  —  lespica. 

—  caspia.  —  ruscica. 
Otis  tarda.  Loxia  chloris. 

•        —  honbara.    .  —  coccothraustes. 

—  ocdicnemus.  Oriolus  galbula. 

$•  143*  , 

Die  Levantische  Flor  ist  durch  die  Tartari- 
sche,  welche  sich  über  das  südliche  Sibirien, 
die  Tartarei  und  Tibet  erstreckt,  mit  der  Japa- 
nischen Flor  verbunden.  Mehrere  der  vorher- 
genannten Vögel  z.  B.  Perdix  coturnix,  Frin- 


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479 

gilla  roontifringilla  u.  a.  verbinden  die  Gruppe 
derselben  mit  der  Gruppe  der  Vögel,  welche  in 
Japan  und  China  vorkommen.  Der  über  Japan 
und  den  gröfsten  Theil  von  China  verbrieten 
Flor,  die  viele  eigentümliche  Pflanzengeschlech- 
ter und  Arten  enthält,  gehören  auch  mehrere 
pflanzenfressende  Vögel  an,  die  vorzüglich  oder 
ausschliefslich  nur  in  derselben  vorkommen,  z.B. 

Pavo  muticus.  Loxia  sinensis. 
—    tibetanus.  —  asiatica, 

Phasianus  argus.  — -  tnelanura. 

Perdix  kekelik.  Emberiza  sinensis. 

— -    perlata.  —  fasca. 

Columba  «mentalis.  Oriolos  melanocephahu. 


sinica. 


Die  Japanische  Flor  mit  den  ihr  angehören- 
den Vögelarten  geht  gegen  Süden  allmählig  in. 
die  ostindische  Flor  über. 

Die  in  dem  gemässigten  Theile  der  nördli- 
chen Erdhälfte  der  sogenannten  neuen  Welt  vor- 
kommende virginische  Flor  erstreckt  sich  von 
Norden  an  über  die  Länder  von,  den  grofsen 
kanadischen  Seen»  dem  See  Michegan u.  a.,  bis 
nach  Süd  -  Karolina  und  Neu- Mexico.  Dieser 
an  Eichen,  Fichten,  Tannen,  Cypressen,  Ahorn  * 
und  Wallnussen- Arten,  an  Fothergillen,  Eupa- 
torien,  Baltimoren,  Rudbecken,  und  andere  Pflan- 
zen -  Geschlechter  so  reicher  Flor  gehören  sehr 
viele  Vögel  an,  z.  B. 

Perdix  marilanda.  Loxia  ludoviciana. 

—    mexicana.  —  lencoptera. 

Meleagris  gallopavo.  —  flabelli  fers« 

Loxia  obscufa.  •—  grisca. 


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I 


48« 

Loxin  fcarÄriafli^  frtogilla  fctniacüOK 

Fringilla  carolinetfsis,  georgiana. 

— »    iliaca.  ieatotneks. 

V   —    pecoris.  Emberiza  ludoviciana. 

femrgine».  —  crythrophtbalfna, 

albicoilis*  —  t>ayatiea* 

faeciata.  Oriohis  baltimortrs. 

—  graminea.  •  ieueccephalus. 

—  striata,  —  phoeniceus. 

—  purpurea*  *—  cätidacatus. 

Die  virginische  Flor  tnifc  ihren  Bewohnern 

geht  nach  Süden  in  die  westindische  Flor  liber. 


'    v  $•  x45. 

Die  Hauptfloren  der  Tropenlandef  sind  die 
Afrikanische,  Ostindische,  Westindische  uud  Au- 
stralische Flor.  So  wie  eine  jede  dieser  Floren 
eine  sehr  grofse  Anzahl  ihr  eigentümlicher 
Pflanzen  «Geschlechter  und  Arten  hat,  so  gehört 
ihr  auch  eine  grofse  Anzahl  von  Vögel-Geschlech- 
ter und  Arten  an,  die  sich  von  den  Produkten 
dieser  frlor  nähren.  Die  nördlichen  Küsten  und 
Länder  Afrikas  besitzen  Pflanzen  und  Vögel, 
die  denen  des  südlichen  Europas  ähnlich  sind, 
wie  bereits  früherhin  abgegeben  ist.  Jenseits 
des  Atlas  verlieren  sich  nach  Desfontaines  die 
europäischen  Pflanzen  und  Vögel  fast  gänzlich, 
und  eine  neue  Flor  mit  ihren  Bewohnern  kommt 
dagegen  zum  Vorschein.  Schirmpflanzen,  Pro- 
teen, Geranien,  Saftpflanzen  u.a.  sind  hier  die 
zahlreichsten  Familien,  die  sich  in  vielen  Pflan- 
zen-Geschlechtern und  Arten  besonders  reichlich 
an  den  Ufern  des  Nils,  des  Senegals,  des  Ni- 
gers und  an  den  FlüCsen  des  südlichen  Afrikas 
ausbreiten.   Der  Afrikanischen  Flor  gehört  aus- 


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43i 

fichliefslich  das  Geschlecht  Musophaga,  Numida 
und  Didusan,  wenn  dieses  letztere  anders  noch 
existirt.  Ferner  folgende  Anzahl  von  Arten  pf  An- 
fressender Vogel,  deren  Namen  man  i»  dem 
Verzeichnifs  der  afrikanischen  Vögel  nachlesen 
kann : 

9  Arten  Tauben. 
3    —  Perlhühner, 
i  Art  Fasanen. 
I    —  Waldhöhner. 
8  Arien  Feldhühner, 
a    —  Trappen. 
3    —    Kuckus,  die  jedoch 
noch  problematisch  sind. 

Also  zusammen  eigenthümliche  Arten  von 
pflanzenfressenden  Vögeln. 

Von  der  grofsen  Eigentümlichkeit  der  afri- 
kanischen Flor  rühret  es  wohl  her,  dafs  Afrika 
wenige  pflanzenfressende  Vögel  mit  andern  Län- 
dern gemein  hat.  Die  gröfsere  Anzahl  hat 
Afrika,  vorzuglich  die  Insel  Madagascar  und  das 
Kap,  mit  Asien  gemein,  z.  B.  Phasianus  colchi- 
cruus,  Perdix  ferrueinea,  Columba  striata,  Loxia 
sanguinirostris ,  L.lincola,  madagascariensis,  L* 
oryziorra,  L.  totta,  und  butyracea.  In  Afrika 
und  Arabien  kommt  Struthio  cartielus  vor.  Diefs 
rührt  wohl  daher,  dafs  Afrika  besonders  Mada- 
gascar und  das  Kap  der  guten  Hoffnung  mehrere 
Pflanzen  mit  Indien  gemein  hat.  Ausser  denen 
zuvor  genannten  zur  Levantischen  Flor  gehören- 
den Vögeln  hat  Afrika,  namentlich  die  unter 
32  Graa  n.  Br.  liegende  Insel  Madera,  und  die 
vom  29  bis  27  Grad  n.  Br.  liegenden  kanarischen 
Inseln,  nach  der  Angabe  Forsters,  Bory's  St. 
Vincent  und  Ledru  s  mehrere  Vögel  mit  Europa 


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8  Arten  Papageien. 

1  Art  Musafresser. 

3  Arten  Hornvögel. 
14  — -  Finken. 

10    —  Ammern. 

4  —  Keüschnabel. 
24    —  Kernbeisser. 

1  Art  Pirol. 


48* 

gemein,  z.  B.  Perdix  rufa,  coturnix,  ßmberizä 
citrinella,  petronia,  miliaria,  Fringilla  coelebs* 
linota,  carduelis,  spinus,  inontana,  doftiestica 
und  Loxia  chloris.  Bekanhtermaafien  konimen 
auf  diesen  Inseln  auch  mehrere  europäische  Pflan* 
zen  vor.  Es  ist  mir  nür  ein  von  Vegetabilien 
lebender  Vogel  bekannt,  der  in  Afrika  und  Arne« 
rika  zugleich  vorkommt,  diefs  ist  Oriolus  capen- 
sis,  der  das  Kap  und  Louisiana  bewohnen  soll, 
welches  ich  jedoch  bezweifeln  mögte.  Mit  Au* 
stralien  hat  Afrika  keinen  Vogel  der  Art  gemein. 

§.  MS- 

Die  ostindische  Flor  erscheint  nach  Trevi-» 
ranus  auf  der  südlichen  Seite  des  grofsen  asia- 
tischen Bergrückens,  und  breitet  sich  von  hier 
über  das  südliche  China,  Tuquin,  Cochinchina, 
Siam,  Hindostan,  Koromandel>  Malabar,  das 
südöstliche  Arabien,  und  über  den  ganzen  süd- 
lichen Archipelagus  von  Asien  aus.  Diese  Länder 
sind  die  Heimath  einer  sehr  grofsen  Anzahl  von 
Pflanzen-Geschlechtern,  besonders  der  Amarän- 
then,  Acanthen  und  orangenartigen  Gewächse; 
vieler  Nessel  - ,  Kürbis  -  und  Guttäpfel  -  Pflan- 
zen.   Hier  kommen  so  viele  edele  Früchte  und 
gewürztragende  Pflanzen  vor,  namentlich  Pal- 
men, Mangostomen,  Eugenien,  Durionen,  Ter- 
minalien, Lorberen,  Carjophyllen  u.  a.  Wel- 
chen Reichthum  von  pflanzenfressenden  Vögeln 
besitzt  diese  Flor!  Ihr  gehören  hauptsächlich  das 
Geschlecht  der  Pfauen  an,  nebst  folgender  An- 
zahl von  eigentümlichen  pflanzenfressenden  Vö- 
gelarten, deren  Namen  in  dem  Verzeichnift  asia- 
tischer Vögel  nachzulesen  ist: 

43  Arten  Papageien.      6  Arten  Paradiesvögel. 
7    —    Hornvögel.     5    —  Pirols. 


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i 


483 

* 

14  Arten  Finken.  3  Arten  Pfauen. 

7    —    Amtner.  7    —  Fasanen. 

%    —   Kegelschnäb-    12    —  Feldhühner. 

ler.      3    —    Trappen.  • 
ftl    —    Kernbeifser.       1  Art  Kasuar. 
24    —  Tauben. 

Also  zusammen  154  Arten  pflanzenleben- 
den Vögel. 

Der  Grund»  dafs  die  genannten  Länder 
Asiens  bei  weitem  mehr  von  Vegetabilien  leben- 
de Vögel  besitzen,  als  die  zuvorgenannten  Län- 
der Afrikas  liegt  ohnstreitig  wohl  darin,  dafs 
die  ostindische  Flor  in  dem  flufsreichen  Asien 
bei  weitem  zahlreicher  an  Pflanzen-Geschlechter 
und  Arten  ist  als  die  Flor  des  Flufsarmen  und 
mit  so  grofsen  Sand  wüsten  durchzogenen  Afri- 
kas. Ferner  besitzt  die  ostindische  Flor  so  viele 
Früchte  und  Korner  tragende  Pflanzen,  deren 
man  in  Afrika  nur  wenige  findet.  Der  grofse 
Reichlhum  der  afrikanischen  Flor  besteht  haupt- 
sächlich in  fleischigen,  saftigen  und  dickblät- 
trigcn  Pflanzen,  in  Arten  des  Geschlechts  AJe- 
sembryanthemum,  Stapelia,  Crassula,  Cacthus, 
u.  a.  Alle  diese  Pflanzen  tragen  Saamen  und 
Früchte,  die  wenig  geschickt  sind  eine  reichli- 
che Nahrung  für  Vögel  abzugeben.  Ferner  ist 
es  sattsam  bekannt,  dafs  die  in  den  grofsen  so- 
genannten Karrofeldern  vorkommende  Pflanzen 
während  des  Sommers  ganz  verwelkt  und  ver- 
trocknet sind,  erst  im  Winter  bey  anhaltendem 
Regen  wachsen  sich  üppig  hervor  und  blühen. 
In  Ostindien  dagegen  findet  6in  solches  Abster- 
ben der  Flor  gar  nicht  statt.  Endlich  darf  man 
nicht  vergessen,  dafs  uns  Afrika  bey  weitem  we- 
niger bekannt  ist  als  Asien,  wir  kennen  nur  die 
Küsten ,  nicht  das  innere  dieses  grofsen  Landes» 

3*  * 


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484 


Wie  viel  Thiere  mögen  da  noch  ta  entdecken 
seyn! 

So  wie  viele  Pflanzen  der  ostindischen  Flor, 
namentlich  die  Gewürzpflanzen  auf  sehr  kleine 
Wohnplätze  vorzüglich  auf  die  Molucken  be- 
schränkt sind,  z.  B.  der  Muscatennufsbaum  ur- 
sprünglich auf  Banda ,  der  2immetbäum  vorzüg- 
lich auf  Ceilon,  u.  s.  w.,  so  finden  wir  mehrere 
Vögel,  besonders  die  Papageiarten  auf  kleine 
Wohnplätze  beschränkt,  z.  B.  die  Kakatus  gehö- 
ren den  Molucken  an,  andere  Papageiarten  blofs 
Java,  andere  Amboina>  wieder  andere  Ceilon 
u.  s*  w. 

Die  Länder  der  ostindischen  Flor  haben 
mit  Amerika  keine  vön  Vegetabilien  lebende 
Vogel- Art  gemein;  mit  Europa  nur  einige  Ar* 
ten,  jedoch  nur  solche*  welche  vorzüglich  den 
Ländern  def  tartarischen  und  japanischen  Flor 
angehören.  Diese  Vögel,  welche  der  ostindi- 
schen und  afrikanischen  Flor  angehören ,  habe 
ich  bereits  zuvor  genannt.  Mehrere  pflanzen- 
fressende Vögel  vorzüglich  Papageiarten  und  die 
Paradiesvögel  hat  das  südliche  Asien  mit  den 
nahe  liegenden  Inseln  Australiens  namentlich 
den  Papus-Inseln,  Neuguinea,  Neubrittanien ,  den 
Admiralitäts-Jnseln  und  selbst  mit  der  südlichen 
Küste  Neuhollands  gemein.  Bekanntermaasen 
erstrecken  sich  aber  auch  viele  Pflanzen  der 
ostindischen  Flor  bis  in  diesen  Welttheile  herab. 
Solche  Vögel  sind 

Psittacos  baematopns.    Psittacus  rober« 

—  novae   Gui-        —  grandis. 

neae.  — -  atefrimus« 
— •  pondicerianns.  Buceros  obscurrus. 
— •    cristatus.  Colomba  coronata« 

—  sinensis. 

und  endlich  die  meisten  Paradiesvögel» 


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485 


§.  146« 

Die  Westindische:  oder  Süd-  Amerikanische 
Flor  erstreckt  sich  ohngefähr  vom  30  Gr*  n.  B. 
an  über  das  südliche  Florida,  über  Mexiko  und 
Terra  firma,  über  die  Antillen,  über  Guiana, 
Peru,  Brasilien,  Paraguay,  Tnkiman  und  Chili 
bis  gegen  den,  35.  Gr.  südl.  Br.  Diese  von  so 
vielen  und  grofsen  Strömen  durchzogene  Län- 
der enthalten  einen  ungemein  grofsen  Reich  fch  um 
an  Pflanzen- Geschlechter  und  Arten,  beson- 
ders Palmen,  Musen,  Kannen,  Lilien* Narcif- 
sen,  Orchideen,  Gräser;  die  meisten  Pflanzen 
aus  den  Familien  der  Wunderblumen,  Bignonien, 
Sapinden,  Solaneen ,  Metastomen ;  viele  Kürbis- 
Oleaster  und  müllenartige  Pflanzen;  viele  Apo- 
cineen,  Sapotert,  Guaiakanen,  Melien,  MagnQ- 
lien,  Linden,  Terpentinpf Janzeri ,  Hül$enpf  lan,- 
zen  u.  a.  Voi\  Humboldt  ä)  sagt:  vom  Orencx- 
rp  bis  zum  Amazcmenflufs  urjd  zum  Ucayal,  in 
einer  Ausdehnung  von  mehr  als  fünfhundert  Li- 
eus,  ist  der,  Boden  mit  ungemein  dichten  Wäl- 
dern bedenkt  Aber  diese  unermesslichen  Wäl- 
der zeigen  nicht  dtp  einförmigen  Anblick  gesel- 
liger Pflanzen,  sondern  die  verschiedenartigsten. 
Partien,  hier  von  Mimosen,  Psychottrien.undMe-  . 
lastomen,  dort,  von  Lorbeeren,.  Feigen,  Cesalpi- 
njen,  der  Arten  der  Carojinea  u.  a.  \yechselji 
ipiteinajider  ah*  keine  ArJ:  hat  Uebermacht 
über  die  andere.  Diese  Länder  nun*  besitzen 
auch  eine  sqhr^grpfse„  Anzahl,  von  eigenthüpiU- 
chen  Geschlechtern,  und  Arten  vpn  Pflanzenfres- 
senden Vögeln.  Die  diesen  Ländern  und  die?* 
sex  Flor  eigenthümsichen  Geschlechter  pflanzen- 
fressender Vpgel  sind,:   das  Gesqblecht,  R^h^ 

ä)  a.  a.  O.  pap.  1  j. 

r 


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4S<v 

Cirax,  Penel&pe,  Tinamus,  Rbarapbasto**  Mo- 
motus,  Phytotoma  und  Trochilus.  Folgendes 
ist  die  Zahl  der  dieser  Flor  angehörenden  Pflan- 
zenfressenden Vögel- Arten  x,  derea  Namea  ich 
biet  nicht  wieder  holea  will 

62  Arteq.  Papageien.  3*  Arten.  Tauben.. 
j3    —    Tukans,,  4    —  Peuelopen. 

2     — Momots..  6-   — *  Hockos*. 

29    —    Pirols.  4    — »  Fasanen., 

gegen  80 —    Kolibris.  •       4  — »  Tinamus. 

31    —    Kernbeifser*.      $    ^    feldbübner  und 

8  — -    Arainern..  Wachteln. 
22:    —    Finken.  %  Art  Trappen*, 

I.  Art  Pflanzenbeis-.     *  —  Reha«. 

ser.. 

Also  zusammen  3*85  Arten,  pflanzenfressender  Vö- 
gel, viele  neue  von  Äzara  zuerst  beschriebene  Arten 
ungerechnet.  Wie  sehr  übertreffen  die  Tropenlän- 
der des.  südlichen  Amerikas  die  Tropenländer 
Afrikas  und  Asiens  in  der  Zahl  der  von  Pflan- 
zen lebenden  Vögeln.    Worin  mag  der  Grund 
bievon,  liegen  ?'  Meiner  Meinung,  nacb  liegt  er 
mit  in  dem  ausserordentlichen.  Reich thum  an 
Pflanzen-Familien-Geschlechtern  und  Arten..  Der 
Grund  dieses  Reichthums  aber;  ist  in.  des  eigen- 
thümlichen  geographischen  Lage  und  in,  der  phy- 
sischen Beschaffenheit  dieses  Landes  zu  suchen. 
Das  südliche  Amerika  liegt  seiner  ganzen  Länge 
nach  in  beträchtlicher  Ausdehnung  zwischea  den 
Wendekreisen,,  von  sehr  vielen  und  ungemein 
grofsen  Strömen  durchzogen,  und  ia  sebr  hohe 
und  zahlreiche  Gebürgsrückea  sich  erhebende 
Wie  sehr  sich  die  Zahl  der  Pffänzer>G£Scbleclu 
ter  und  Arten  nach  der  Lage  und  Ausbreitung 
eines  Laudes  zwischen  den  Wendekreisen  rieh-, 
tet  ist  sattsam  bekannt*  so.  auch*  dal*  ein  Land 


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487 

* 

zwischen  den  Wendekreisen  um  so  mehr  Pflan- 
SOKGeschlechter  und  Arten  besitzt,  je  reicher  es 
an  Strotnen  ist,   Dafs  aber  auch  viele  und  hohe 
Gebirgsketten,  auf  den  Reichthum  eines  Landes 
gyn  Pflanzen  -  Geschlechtern  und  Arten  Einflufs 
haben,  diefs  haben  bereits  viele  berühmte  Rei- 
sende durch  ihre  botanischen  Untersuchungen 
der  Europäischen  Alpen  und  der  an  diese  grän- 
zendea  Länder  bewiesen;  diefs  haben  ferner  die 
botanischen  Reisen  eines  Pallas  auf  die  siberische 
Alpen  und  in  die  benachbarte  Landstriche,  die 
{leisei)  eines  Tourneforts  auf  den  BergAraratin 
Armenien,  und  die  Reise  eines  Desfontaines  auf  » 
den-  Atlas  bewiesen.   Ein  Land  hat  ein  um  so 
verschiedenes  Klima,  je  höhere  Berge  es  ha* 
und  je  näher  ea  an  der  Linie  liegt,  denn  die 
Grade  der  Temperatur  und  des  Druckes  der 
Luft,  nehmen  allmahlig  von  den  niederen  zu 
den  höheren,  Regionen  ab;  der  hygroscopische 
Zustand  und  die  electrische  Spannung  der  Luft 
is(  ebenfalls  inK  den  verschiedenen  Regionen  der 
Gebürge  versqhiedenj  endlich  fallen  auch  die 
Sonnenstrahlen  um  so  mehr  in  schräger  Richtung 
auf  js  mehr  sich  ein  Land,  ein  Gebürg  schnell 
erhebt..  Alles  dieses  zusammen  mufs  also  ver- 
schiedene Zustände  des  Klimas  hervorbringen. 
Da  sich  aber  die  Verbreitung  und  der  Aufent- 
halt der  Pflanzen  nach  dem  Klima  und  dessen 
verschiedenen  Zuständen  richtet,  und  da  jedes 
Klima  seine  im  angehörende  Pflanzen -Geschlech- 
ter besitzt,  so  folgt  nothvyendig  daraus,  dafs  ein 
Land  um  so  reicher  an  Pflanzen-Geschlechter 
seyn,  mufs,  je  mehr  es  durch  seine  Lage  ver- 
schiedene Klimaten  hat.    Kein  Land  in  der  Welt 
hat  so  hohe  Gebürge  als  das  südliche  Amerika, 
aber  auch  kein  Land  in  der  Welt  hat  so  ver- 
schiedene Klimate  und  so  viele  eigenthümliche 


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diesen  Klimaten  entsprechende  Pflanzengeschleeh- 
ter  und  Arten,  wie  von  Humboldt aj  durch  seine 
ewig  denkwürdigen  in  diesem  Lande  angestell- 
ten Beobachtungen  und  Versuche  gezeigt  hat. 

Man  vergleiche  nur  das  treffliche  Gemähide 
des  Chimporazos,  worauf  die  in  den  verschie- 
denen Regionen  vorkommenden  Pflanzen  ange- 
zeigt sind,  um  sich  von  der  Wahrheit  des  so  eben 
gesagten  zu  uberzeugen.  Da  jedes  Land,  wic~ 
wir  bisher  gesehen  haben,  um  so  reicher  an  ei-, 
genthümlichen  Pflanzenfressenden.  Vögel*  -  Ge- 
schlechtern und  Arten  ist,  je  mehr  es  vermöge 
seiner  geographischen  Lage  und  seiner  physi- 
schen und  klimatischen  Beschaffenheit,  eigentüm- 
liche Pflanzen -Geschlechter  und  Arten  besitzt, 
so  ist  der  grofse  Reichthum  Süd -Amerikas  an 
eigentümlichen  Pflanzen  fressenden  Vögel- Ge- 
schlechter und  Arten  als  der  Asiens  un^  Afri- 
kas wohl  leicht  zu  begreifen. 

So  wie  Süd- Amerika  mehrere  Pflanzen -Ar- 
ten mit  Nord  -  Amerika  gemein  hat ,  so  hat  es 
auch  mehrere  von  Pflanzen  lebende  Vögel  ge- 

?}  in  s.  Tableau  physiquc  des  Regions  Equatorjales  a.  a.  O.  p. 
37.  Unter  anders  tagt  er  p.  41 :  Sous  les  troptques, 
sur  la  vaste  etendue  de  quarre  mille  cepts  metres.  de  hau- 
teur  ,  sür  cette  pente  rapide  qui  s' elecvc  dcpuis  la  sujface 
de  T  Oce'an,  jusque  aux  glaces  perpe'tuelles ,  les  dimas  di- 
vers se  succedent  et  sont  pour  atnsi  dire  superposes.  A 
chaque  hauteur  la  teniperature  de  V  air  ne  subir  que  de 
legers  changemens;  la  pression  de  1' air  atmospherique, 
X  etat  hygroscoßique  de  1'  air,  sa  cbarge  electrio^ue,  tout 
y  suit  des  lois  malterables,  et  d*  autant  plus  faciles  a  re- 
connaitre  que  les  phe'nomenes  y  sont  moins  coropliques 
II  resulte  de  cet  etat  des  choses,  que  chaque  hauteur  sous 
les  tropiques,  presentant  de&  conditions  particulieres ,  offre 
aussi  de  productions  variej  selon,  la.  nature  de  ces  circon- 
stances. 


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4*9 

mein,  z.  B.  einige  Papagey-  und  Kolibri- Anten, 
mehrere  Arten  Finken,  Pirols,  Kernbeifser,  Tau- 
ben u.  a.  Dagegen  lebt,  so  viel  bekannt  ist,  in 
Süd-Amerika  keine  pflanzenfressende  Vögelart, 
die  auch  in  Europa,  oder  in  Asien  oder  in*  Af- 
raka  vorkäme, 

S.  i47- 

Die  Australische  Flor,  welche  sich  über  Neu- 
Holland  und  über  die  zwischen  den  Wendekrei- 
sen gelegenen  Südsee- Inseln,  über  die  Gesell«? 
Schafts  -  und  über  die  Freund*cbafts  -  InselnJ, 
iiber  die,  neuen  Hebriden,  über  Neu- Kaledonien 
und  ausserhalb  des  Wendekreises  des  Steinbocks, 
über  Neu-Seeland,  und  von  Dieraens  Land  ver- 
breitet, hat  in  vieler  Hinsicht  einen  eigentüm- 
lichen Charakter,  sie  besitzt  fast  gar  keine  Ar- 


1 

• 

• 

Pflanzen  -  Geschlechter.  Banks  und  Solandera) 
fanden  in  Neuseeland  unter  vierhundert  Pflan- 
zen-Arten nicht  mehr  als  vier,  welche  einige 
Aehnlichkeit  init  europäischen  Pflanzen  hatten. 
Neuholland  hat  viele  ihm  eigentümliche  Pflan- 
zen-Geschlechter i^nd  Arten,,  z.  B.  das  Geschlecht 
Banksja,  Melaleuca,  Metrosideros,  Pultenaea, 
Stypbelia,  Eucalyptus  u.  a?  Die  tropischen  Süd- 
See-Inseln  sind  überhaupt  reich  an  Proteen,  Eu- 
phorbien, Nessel-  und  Schirmpflanzen,  an  Myr- 
fchen,  an  Convolvolus  und  Hybiscusarten.  Die* 
ser  Flor  gehört  von  pflanzenfressenden  Vögeln, 
das  Geschlecht  Parkinson  ius  und  Scvthrops  an. 
folgendes  ist  die  Zahl  der  übrigen  dieser  Flor 
angehörenden  von  Pflanzen  lebenden  Vögelar- 
ten, deren»  Narnen  . man  in  Verzeichnis  dej  Vö- 
gel  Australiens  nachlesen  kann": 

*}  in  Ha wk« worth  Seereisen  B,  3,  S,  32. 


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w 

§1}  Arten  Papageien,^       t  Art  KegelscbnabeU 
I  Art  Fratzenvögel^       i  —  Kernbeifser. 
$  Arten  Horn vögel.  Arten  Tauben. 

6   —  Paradiesvögel.      I  Art  Wachtel. 
3*.  ^   Honigvögeln     ^  ~r  Pajkinspu  p<Jer  Ma« 
*    —    Finken.  ngra. 
I  Art  Amtner,  x  Kasuar* 

Also  zusammen  73  eigcnthiimliche  Arten  vor^ 
Pflanzen  lebender  Yögel,  Bei  weitem  die  gröfste 
Anzahl  dieser  Arten  ist  aua  solchen  Geschlech- 
tern, die  in*  südlichen  Asien,  Afrika  und  Ame- 
rika vorkommen.  Srhr  wenige  Arten,  sind  von; 
Geschlechtern»  die  sich,  auch  in  Europa  aufhal- 
ten. Die  meisten  Arten  der  Yögel,  Australiens 
sind  auf  einzelne  Insel-Gruppen  .beschränkt;«  weK 
che  auch  eigentümliche  Gruppen  von  Pflanzen*. 
Artea  besitzen.  Australien,  namentlich.  Neu* 
Guinea,  Neu  Britt^nien  und  Neu,  Holland- bat 
mehrere  schon  früher  genannte  Pflanzen  fressen* 
d$  Vöeelarten  mit  dem  südlichen  Asien  gemein, 
diese  Länder  sind  es.  aber  auch,  welche  viele 
Pflanzen  mit  dem  südlichen^  Asien  gemein 
haben.  Nur  eine  pflanzenfressende  Vögelart 
kommt  so,  viel  mir  bekannt  ist,  in  Australien 
und  Süd  *  Amerika*  zugleich  vor,  diese  ist  die 
Rebhuhn  -  Taube  (Columba  montana),  welche 
sich,  in  Jamaika  und  Cayene  aufhält  ,  und  wel- 
che Tilesins  auf  den  Südamerika  ai?i  nächsten 
liegenden,  Marquesas  Inseln  antra  ff.  Keine  von 
Pflanzen  lebende  Vogelart  findet  sich  zugleich 
in  Australien  und  Afrika,  eben  so  wenig  in  Au- 
stralien upd  Europa., 

Auf  die,  Verbreitung  der  von  Pflanzen  le- 
benden, Vögeln  hat  der  Mensch  einen  mehr  mit- 
telbaren oder  unmittelbren  Einflufs  gehabt.  Der 


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49 1 

mittelbare  Einfluß  besteh*  darin»,  dafe  der  Mensch 
Pf  Lanzenarten  aus  einem  Welttheil  in.  dea  an-« 
dem»  und  aus,  einem  Lande,  in  ein  anderes  durch. 
Kultiyirung  verbreitet  bat»,  dieser  Verbreitung 
sind  manche  Vögel  gefolgt^  Glenco  a)  kannte 
flie  das.  Rebhubn  in  den  Hochländern  von  Schotu 
land  bis  seine  FäcUer  das  Horn  in  diese  Gegen*, 
den  brachten..  In  Sibirien  gab.  ea  nie  Sperlinge 
bis  die  Russen  einige  der  ungeheueren  Wüßten 
dieses  Landes  urbar  machten.  Die  Sperlinge^ 
diese  frecheji  Schourosei;  «n4  uachi  Sonninji  b\ 

■ 

»ii  '      1 1.. 

a)  Pennant  Arct.  Zoo!;.  &  i,  S.  8v 

b)  Voyage  cn  Grecc.  Voy.  dans  U  haute  et  baise  Egypre^ 
T.  if  p,  148«    Les  moineaux  n$  quittent  point  lei  lieux 
habites,  ils  en  fönt  leur  demeire.  Ce  sont  les  oiseaux  ca- 
taniers  formant  libremcnt  autout  de  nous  une  vollere  de 
parasitef  impudens,  qui  partagem,  malgre  nous,  et  npt. 
provisions  et.  notre  dpmicilc;  ils  osj  en.  Egyptc  les  meme* 
habitanti  que  noui  leur*  connoisons,  meme  familiarite» 
meme  effronterie,  meme  voracite'.    Ts  y  tont  aussi  lex  com* 
mensaux  f orc.es  de  Alexandriens,  on  w  voit  dam  tous  lex 
tjeux  habites  de  V  Egypte,  ils  tont  egaleWot  respandus  eis. 
Nubic  et  meme  en  Abisinie.    IJne  chaleur  excettive  ne 
leur  est  donc   point   contraire;     cepeadant  on.  «fc*  est, 
trouve  I  point   le  long  occidentäle  de  V  \frique,  depqis 
h  Cap  B|anc,  ou  a  peu  pres  ilt  y  tont,  renplaces  par  let 
tencgalis  (Fr.  Senegals)  et  par.  les  petits  mokneaux  de  So, 
ncgal.    Ne  pouvant.  d'  apres  ce  que  je  vieqx  4«  dite, 
tribuer  la  cause  de  ce  fait  en  trop  grand  chaleur,  je  croii 
i*  avoir  dete'rminee  par.  la.  difference  des  pjantex  alim,en>. 
taires  en  usagc  dans  ces  parties  de  l'Afrique,    Le  frontest 
et  ses  aqalogues  soni  cultives  en  Egypte,  en.  Nubie,  en> 
Abyssinie,  de.  m£rae  que  dans  la  Barbaiie;  ils  cessent  de 
Vt  etre  aux  environs  du  Cap  blanc;  oV  autres  pla.nfcj  nutri^  , 
tives  en  ticnnent  Ijeux  aux  negres  qui  habitent  au,  midi, 
de  ce  promontoirc;  et  les  graioet  des  ces  plantet  t|e>  tont 
plus  une  nourriture  qui.  conviepne  aux  moineaux;  en.sorte 
que  s'  ils  ne  frequentent  pas  tous  les  pays  sL  fromenf ,  \Y 
est  du  raoins  certain,  qu' ils  ne  fixent  jamais  dans  ceux  ou 
cette  espece  des  grains  et  Celles  qui  s*  en  rapproebent  ne^ 
spnt  pas  cultives. 

4 


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4. ^ 

im  Orient«,  und  überhaupt  da  wo  Fruchtbarkeit 
herrscht,  so  gut  zu  Hause  wie  bei  uns«  Ihre 
Anwesenheit  ist  ein  sicheres  Zeichen  von  Wohl* 
haben  h  ei  t  und  von  einem  blühenden  Zustande 
des  Ackerbaues,  und  wo  es  auf  den»  Lande 
keine  Sperlinge  gibt,  da  herisch t  gewifs  Armuth. 
Sie  lafsen  sich*  daher  auf  der  armen  Insel  Argen- 
tiere  nicht  blicken,  aufser  nur  auf  kurze  Zeit 
während  der  Aussaat,  um  einen  beträchtlichen 
Theil  derselben  zu  entwenden  ;  da  Hingegen  sind 
sie  auf  den  übrigen  fruchtbaren  griechischen  In- 
seln in  grofser  Menge  vorhanden.  Ives  fl}  fand 
sie  auch  überall  in  ,dejnTGetraidje  reichen  Indien» 
Sehr  wahrscheinlich  .sind  auch  die  Sperlinge  den 
Getraidearten  nach  Frankreich  und  Teutschland 
gefolgt,  welche  wohl  in  diesen  Ländern  zuerst 
durch  die  Römer  culfcivirt  worden  sindc  Wie 
viel  andere  Vöge'arten  mögen  den  durch  die  R3- 
mer  aus  Asien  nach  Europa  verpflanzten  Ve- 
getabilien  gefolgt  seyn !  Der  unmittelbare  Ein- 
flute des  Menschen,  auf  die  Verbreitung  der  Vö- 
gel besteht  darin,  dafs  Vögelarten  aus  einem 
Welttheile  in  den  andern  gebracht  worden  sind» 
Die  Pfauen*  die  Fasanen,  uqd>die  Hausbühner 
sind  durch  die  Griechen  nach  Europa  gebracht 
worden.  Die  Perlhühner  durch  die  Römer.  Alk 
diese  Vögel^rten  kommen  jetzt  in  ajlen  Welt- 
tfcejlen  vor.  Selbst  auf  mehreren  Südseeinseh 
kommen  Hühnnr  vor,  welche  unsern  Haushüh- 
nern sehr  ähnlich,  sind.  Ob  diese  Hühner  hiei 
ursprünglich  zu  Haus  sin£,  oder  ob  sie  einge- 
führt worden,  sind,  und  auf  welchem  Weg,  das 
ist  jedoch  unbekannt«   Die  durch  Europeer  nach 

5,  Domingo  gebrachten  Rebhühner  kommen  jetzt 

s 

r   -,v 

«)  Reise  nach  Indien  &  i.  S.  45- 


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f  *  t 

493 

wiW  a)  an  tnehrtreh  Orten  diäter  Insel  vor. 
Der  zu  Anfang  des  sechszehnten  Jahrhunderts 
nach  Europa  gebrachte  Truthahn ,  wird  jetzt 
auch  in  Süd  Afrika  und  in  Asien  gezogen* 


Viertes  Kapitel. 
Von  der  Verbreitung  der  von  Insekten  lebenden  Vögel. 

$•  HO- 
Ich  zahle  hierher  a\is  der  Ordnung  der  Klet- 
tervogel, das  Geschlecht  der  Spechte  (Picus), 
Wendehälse  (Yunx),  Kuckuks  (Cüculusj,  Anis 
(Crotopbaga),  Jakamars  (Galhula),  Bartvogel 
(Bucco),  Kurukus  (Trogon),  undTuräkos,  (Tu- 
raco).  Aus  der  Ordnung  der  Singvögel,  das 
Geschlecht  der  Würger  (Lanftis),  der  Fliegen- 
fanger  (Muscicapa),  der  Merlen  ("Tanagra), 
der  Drosseln  (Turdus),  der  Schwätzer  (CincI us), 
der  Seidenschwänze  CAmpelis),  der  Atzein  (Gra- 
cula),  der  Staare  CStürnüsJ,  der  Ochsenhacker 
(Buphaga},  der  Manakins  (Pipra),  der  Bach- 
stelzen ("Motacilla),  der  Sänger  (Sylvia),  der 
Steinschmätzer ,  fSaxicola),  Fluevögel  (Accen- 
tor),  Pieper  (Anthus),  Lerchen  (Alauda},  Mei- 
sen (Parus),  Baumläufer  (Certhia)>  Kleiber  (Sitta), 
Wiedehopfe  (Upupa),  Bienenfresser  (Merops). 
Plattschnäbel  (Todus),  Schwalben  (Hirundo) 
und  Tagschläfer  CCaprimulgus).  Mehrere  dieser 
Vögel  geniessen  zwar  auch  vegetabilische  Sub- 
stanzen, nämlich  Getraidekörner  z.  B.  die  Ler-  , 
chen;  oder  ölige  Saamen,  z.  B.  die  Meisen  und 

'  V  - 


«)  Hilf,  de  t  He  espagnote  de  Sf.  Ootoingüe  f\  2ft< 


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494 

t 

Kleiner?  oder Beefeft  z.  B.die  Drosseln,  idie  Sei- 
denschwänze, mehrere  Sänger  n,  a.  jedoch  nur 
\  meistens  im  Herbst  und  im  Winter.  Einige  ver- 
zehren auch  Würmer  z.  B.  die  Staaren  und  Ltr- 
chen.  Da  aber  die  Hauptnahrung  dieser  Vögel 
in  Insekten  besteht ,  so  habe  ich  sie  «u  dieser 
Gruppe  gezählt» 

Bei  weitem  die  gröfste  Anzahl  von  Insekten 
lebt  von  vegetabilischen  Substanzen,  namentlich 
die  meisten  Coleopteren,  die  Orthopteren,  die 
Lepidopt^ren ,  die  gröfste  Anzabl  der  Hymenop- 
leren ,  Hcmipteren  und  Dipteren.  Fast  jede  Pf  lan- 
zenart hat  ihre  eigentümlichen  Insektenarten, 
welche  sich  von  derselben  nähren ,  c)  wie  Lin- 
nee  für  eine  grofse  Anzahl  von  Pflanzen  bewie- 
sen hat«  Ich  will  nur  die  Zahl  der  eigentüm- 
lichen Bewohner  einiger  Pflanzenarten  aufführen: 
auf  dem  Hollunderstrauch  4  Arten,  auf  Wein- 
laub 6,  auf  dem  Wachholderbeerstrauch  $9  auf 
Disteln  8,  auf  der  Ulme  12,  auf  der  Linde  13, 
auf  Nesseln  17,  auf  der  Birke  19,  auf  der  Pap* 
pel  22  >  auf  Weiden  54  Arten  u.  s.  w. 

Da  fast  jede  Pflanzenart  eine  oder  mehrere 
Arten  ihr  eigentümlicher  Insekten  besitzt,  und 
die  Zahl  der  Pflanzenarten  von  den  Polarkrei- 
sen gegen  den  Aequator  zunimmt,  so  folgt  da* 
rau$,  dafs  auch  die  Zahl  der  von  Vegetabilien 
lebenden  Insekten  in  gleichem  Grade  von  den 
.Polarkreisen  gegen  den  Aequator  zunehmen  müs- 
se. Aber  auch  die  Zahl  der  von  animalischen 


«)  E.  Ö.  Rydbcck  prtes.  C.  Linnaeo  iPandota  Insectöttim  in 
s.  Amoenit.  Av.  Vol.  5.  p.  222. 


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■ 


495 

Substanzen  lebenden  Insekten»  ä\is  der  Ordnung 
der  Coleopteren ,  Nevroptejen,  Dipteren  und  Ap- 
teren  nimmt  von  den  Polarkreisen  gegen  den 
Aequatot  zu,  theils  weil  diese  Insekten  sich  von 
andern  Insekten  nähren,  wiefc«  B«  die  Libellen > 
die  Spinnen  u.  a.,  theils  weil  die  Zahl  der  Thiere 
von  deren  Säften,  Bxcrementeh  ü.  s,  w.  sie  le- 
ben. Von  den  Polen  gegen  die  Wendekreise  zu- 
nimmt.    In  gleichem  Grade  mit  der  Zunahme 
der  Insekten  von  den  Pola*  -  Regen  die  Tro- 
pen -  Lander  steigt  auch  die  Zahl  der  vön  In* 
sekten  lebenden  Vögel  Geschlechter  und  Arten. 
Die  auf  und  von  gewissen  Pflanzen  lebenden  In- 
sekten kommen  so  weit  auf  der  Erde  vor,  als 
die  Pflanzen^  worauf  sie  leben.   Früberhin  ha- 
ben wir  gesehen ,  dafs  gewisse  Gruppen  von 
Pflanzen -Geschlechter  und  Arten  hauptsächlich 
in  gewissen  Erdstrichen  in  gröfster  Menge  ünd 
in  gröfster  Ausbildung  vorkommen,  wir  nannten 
diese  Gruppen  Floren«    Diesen  Floren  entspre*. 
chen  nothwendiger  Weise  auch  gewisse  Gruppen 
von  Insekten,  welche  auf  denselben  leben,  weil 
sich  die  Verbreitung  der  von  Pflanzen  lebenden 
Insekten  nach  der  Verbreitung  der  Pflanzen  rich- 
tet.  Jede  Flor  mit  ihren  eigentümlichen  Insek- 
tenarten bat  auch  ihre  eigentümlichen  von  In- 
sekten lebenden  Vögelarten,  ja  sehr  reiche  Flo- 
ren besitzen  selbst  ihre  eigentümlichen  Insek- 
ten -  Geschlechter  und  Vogel  *  Geschlechten  Die 
von  animalischen  Substanzen  lebenden  Insekten- 
Geschlechten  die  Spinnen,  diejlMücken,  die  Ta* 
banusarten  u.  a.,  sind  am  weitesten  über  die 
Erde  verbreitet  >  So  wie  auch  die  von  solchen 
Insekten  lebenden  Vögel,  namentlich  die  Schwal- 
benarten, die  Fliegenfänger  ü,  a*   Hier  äind  die 
Belege  für  diese  Sätze* 
< 


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496 


&  ist- 


Die  Wenigen,  verkrüppelten  auf  Spitzbergen 
vorkommende  PflanZenart&n  werden  von  keinen 
Insekten  bewohnt,  wenigstens  hat  Pbips  hier 
kein  Land  -  Insekt  gefunden.  Hier  findet  man 
auch  keine  voll  Insekten  lebende  Vogelart  In 
Grönland  leben  nach  O.  Fabricius  ö)  sechfeig  Ar- 
ten von  Insekten,  die  auf  Menschen  und  Thie- 
ren  lebenden  Acari,  Pulices  und  Pediculi  abge- 
rechnet. Unter  jenen  sind  zwanzig  Arten,  wel- 
che sich  auf  Pflanzen  aufhalten,  nämlich  wenige 
Arten  aus  den  Geschlechtern  Cistella,  Coccinella 
Curculio,  Papiliö,  Phalena,  Apis;  die  übrigen 
sind  Arten  aus  den  Geschlechtern  Arancä>  Pha- 
langium,  Termes,  Podura,  Culex,  Tipula,  Mus- 
ca  u.  a.  Hier  halten  sich  nur  zwei  von  Insek- 
ten lebende  Vogel  auf,  namentlich  Saxicola  oe- 
nanthe  und  Parus  bicolor»  Auf  Island  halten 
sich  nach  Olafen  b)  schon  mehrere  Insektenar- 
ten auf,  aus  den  Geschlechtern  Curculio,  Cara- 
bus,  Scarabaeus,  Cimex,  Staphilinus,  Phryga- 
nea,  Apis,  Icheneumon,  iTipula  u.  a.,  hier  kom- 
men aliein  30  Arten  Phalargien  und  Spinnen 
vor,  worunter  die  Kreuzspinne;  auch  die  gemei- 
ne Stubenfliege  hält  sich  hier  auf.  Auf  dieser 
Insel  findet  man  sechs  Insekten  fresende  Vögel, 
Saxicola  oenanthe,  Motacilla  alba,  Sylvia  tro- 
glodytes,  Sturnus  varius ,  Anthus  campestris  und 


zuweilen  Hirundo  rustica  und  Cinclus  aquaticus 
kommen  auch  auf  den  unwirthbaren  Feroer- 
Schottlänjischen  -  Orkney  und  Hebridischen  In- 


Die  eben  genannten  Vogel  und 


d)  Fauna  Orö'ölanJil, 

*)  Reise  nach  Island         f.  S.  jij. 


\ 


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497 

sein  vor-  In  Norwegen  und  Schweden  nimmt 
die  Zahl  der  Insekten  in  Vergleich  mit  den  vor- 
hergenannten Ländern  sehr  bedeutend  zu.  J. 
Ström  a)  hat  153  Arten  norwegischer  Insekten 
aufgezählt,  wovon  6ö  Coleopteren,  23Lepidop- 
teren,  4  Nevropteren,  20  Hjmenopteren ,  22 
Dipteren  und  14  Apteren  sind»  Aus  dem  sich 
noch  weiter  nach  Süden  erstreckenden  Schwe- 
den hat  LinneÄ;  902  Arten  von  Insekten  aufge- 
zählt» die  Crustaceen  abgerechnet,  darunter  be- 
finden sich  279  Arten  Coleopteren,  13  Orthop. 
teren,  95  Hemipteren,  4a  Nevropteren ,  150  Le- 
pidop teren,  iuo  Hymen opteren,  176  Dipteren 
und  90  Apteren.  Diese  Anzahl  von  Insekten 
ist  nun  freilich  durch  Paykull  u.  a.  noch  be- 
deutend vermehrt  worden.  In  Norwegen  von 
Sondmor  und  Drontheim,  und  in  Schweden 
von  den  Lappmarken  an  kommen  folgende  von 
Insekten  sich  nährende  Vögelarten  vor  c) : 

Klettervögel. 

Picus  mitior.  As.  Picus  martias.  Am. 

—  major.  Am.  —    tridactytos.  As.  Am. 

—  medius.  Yunx  torquilla.  Af. 

—  canus.  Cuculus  canorus.  Af. 

—  viridis.  Af. 


a)  Norwegische  Insekten  in  d.  Schrift,  der  Dronthcimer  Ge- 
Gesellschaft. Kopp.  u.  Lcipz.  Th.  3.  S.  338«  Th.  4.  S. 
265.  1164. 

h)  Fauna  Suecica. 

9)  Um  keine  "Wiederhohtungen  tu  machen  hahe  ich  die  Vo- 
gel, welche  in  andern  Wehtheilen  zugleich  vorkommen 
bezeichnet.  As.  Asien,  Af.  Afrika,  Am.  Amerika,  Au. 
Australien. 


t 


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\ 


498 

Singvögel« 

Lamas  excubitör,  Am.       Saxicola  rubetra,  As« 

—  ruficeps,  Af. 

—  spinitorquuslAs.Af. 
Tgrdus  iliacus. 


—  viscivorus. 

—  pilaris,  Ai. 

—  torquatus. 

—  maslcus,  Af. 

—  merula,  As.  Af« 
Cinclus  aquaticus,  As. 
Aropelis  garralos,  Am. 
Muscicapa  grisola. 

—  atricapiila. 
Motacilla  alba,  As.  Af. 

—  flava,   As.  Af. 

—  boarula, — >  — 
Sylvia  hippolais. 

—  tithys,  Af. 

—  atricapiila. 

—  schoenobanos. 

—  modalaris. 

—  phoenicurus,  As. 

—  suecica,  — 
• —    rubecula,  Af. 

—  lusckua,    —  As. 

—  regulus,    —  — # 

Am.,  Au. 

—  troglody  tes,  Af.  As. 

Am. 


—  robicola. 

—  oenanthe,  As.  Am. 

—  stapezina,  — 
Parus  cristatas. 

—  cyanas,  As. 

—  caudatus,  — • 

—  biarmicus,— 

—  caeruleus, —  Am. 

—  bicolor,  — 
~  major.  Af.  As. 

—  ater,     As.  Am. 
— -  palustris, —  — 

Anthus  campestris. 

—  arboreus ,  As.  Af. 
Alauda  cristata,  Af. 

—  arvensis,  —  As. 

—  alpestris,  As.  Am. 
Sturnus  roseus,  As. 

—  varius,    —  Af. 
Upupa  epops,  — 
Certhia  familiaris,  As.  Am. 
Sitta  caesia,  As.  Af.  Am. 
Caprimulgus  punctatus,  As. 

Af. 

Hirundo  apus,As.Af.Atn.Au. 

—  rustica,  

—  urbica,  — 


—  riparia,  —  Am. 

Die  Zahl  der  in  Schweden  und  Norwegen 
vorkommenden  von  Insekten  lebenden  Vögeln 
ist  63.  Fast  alle  diese  Vögel  kommen  auch  in 
Teutschland  und  im  gemäßigten  Europa  vor» 
viele  erstrecken  sich  herab  bis  zu  dem  nördli- 
chen Afrika,  namentlich  der  Barbarei  und  Un- 


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499 

ter-Egypten.  So  wie  es  Pflanzen,  pflanzenfressende 
Vögel  und  Insekten  gibt,  die  Europa,  dem  nörd- 
lichen Asien  und  Amerika  angehören,  so  gibt  es 
auch  solche  von  Insekten  lebende  Vögel,  z.  ß. 
Picus  major,  tridactylus,  Ampelis  garulus,  Saxi- 
cola  oenanthe,  Parus  ater,  palustris,  Alagda 
alpestris,  Certbia  familiaris.  Mehrere  dieser  Vö- 
gel gehören  so  wie  mehrere  Pflanzen  und  pflan- 
zenfressende Vögel  nur  Europa  und  Asien  an, 
Z.  B.  Picus  minor,  medius,  canus,  Turduspila* 
ris,  torquatus,  Cinclus  aquaticus,  Sylvia  phoe- 
nicurus,  suecica,  Parus  caudatus,  cyanus,  biar- 
micus,  Anthus  arboreus,  Sturnus  roseus.  Wenige 
dieser  Vögel  gehören  Europa  und  Nordamerika 
an,  so  wie  wenige  Pflanzen  und  wahrscheinlich 
auch  wenige  Insekten,  z.B.  Lanius  excubitor, 
Parus  coeruleus,  bicolor.  Dagegen  kommen 
mehrere  der  genannten  Vögel  in  Europa,  Asien 
und  Afrika  vor*  Die  wenigen  in  allen  Welt- 
theilen  sich  aufhaltenden  Vögel,  Hirundo  apus 
und  Sylvia  re:;ulus,  oder  doch  in  Europa,  Asien, 
Afrika  und  Amerika  vorkommende  Vögel,  Hi- 
rundo rustica,  urbica,  Sylvia  troglodytes  nähren 
sich  entweder  von  fliegenden,  meistens  von  ani- 
malischen Substanzen  lebenden  Insekten,  oder 
von  Insektenlarven. 

■ 

§.  152. 

In  den  in  entomologiscber  Hinsicht  noch 
wenig  bekannten  an  der  Hudsonsbay  gelegenen 
Ländern,  so  wie  in  Labrador,  Neuland,  und  an 
der  nordwestlichen  Küste  Amerikas  zeigt  sich 
eine  gleiche  Armuth  an  Insekten-fressenden Vö- 
geln, wie  in  den  nördlichen  Ländern  Europas. 
Aufser  den  zuvor  genannten  8  Ar^en,  welche 
Amerika  mit  dem  nördlichen  Europa  und  Asien 

3*  * 


5oo 


gemein  bat,  und  den  3  Arten«  die  in  Buropa 
und  in  Nordamerika  vorkommen,  halten  sich 
hier  folgende  Arten  auf,  welche  sich  gröfsten- 
theils  bis  nach  Canada,  Pensylvanien  u.  8.  w. 
herab  erstrecken: 


Picns  villosus. 

—  auratus. 
Lanius  septentrionalis. 
Muscicapa  striata. 

—  acadica. 
Turdus  migratorius. 
—  naevius. 


Turdus  labradorus. 

—  hudsonicus. 
Motacilla  hudsonica. 
Parus  atricapillus. 

—  hudsonicus. 
Alauda  rubra. 


5-  153. 


Desgleichen  kommen  auch  im  nordlichen 
Asien,  in  Sibirien  und  Kamtschatka  wenige  von 
Insekten  lebende  Vögel  vor,  Lander,  die  nach 
dem  Zeugnissen  Stellers,  Lepechins,  Gmelins 
und  Pallas  arm  an  Insekten  sind.  Aufser  den. 
bereits  früher  genannten  Vögeln ,  die  im  nörd- 
lichen Asien,  Europa  und  Amerika  zugleich 
vorkommen ,  trifft  man  hier  folgende  eigenthüm- 
liehe  Arten  an: 


Turdus  calliope. 

—  obscurus. 

—  rufkollis. 

—  pallidus« 

—  sibiricus. 
Sturmis  dauricus. 
Muscicapa  sibirica. 

—  erythropis. 

—  aedon. 

—  tnelanoleuac. 
Parus  sibiricus. 


Parus  knjaeseik. 
Motacilla  citreola. 
Sylvia  borealis. 
awatcha. 

—  aurorea. 

—  eyanura. 

—  citreola. 
Saxicola  montatiella. 
Alauda  sibirica. 
Hirundo  daurica. 


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SO* 

Es  ist  nur  eine  Art  von  Insekten  lebender 
Vögel  bekannt,  welche  ausschliefslich  das  nörd- 
liche Asien  und  Amerika  bewohnt,  diese  ist 
Picus  varius. 

§.  154- 

Vom  55.  Gr.  nördl.  Br.  kommen  in  Europa 
aufser  den  meisten  zuvor  genannten  Insekten- 
fressenden Vögel  des  nördlichen  Europas  folgende 
Arten  vor,  die  entweder  dem  gemäfsigten  Europa 
eigentümlich  sind ,  oder  im  gemafsigtfn  Europa 
und  im  nördlichen  Afrika,  oder  im  gemäfsigten 
Kuropa  und  Asien,  oder  endlich  im  gemäfsigten 
Europa,  Asien  und  im  nördlichen  Afrika  vor- 
kommen. 

Cuculus  glandarius,  südl.Eu.    Sylvia  pallustris,  Eu. 

Af.      Parus  pcndulinus,  — 
Lanius  minor.  Accentor  alpinus,  s.  En. 

Turdus  saxatilis,  sudl.Eu.    Anthus  aquaticus,  — 

—  dubius,      —    —    Alauda  minor,  Eu. 

—  soliUrius,  Frankreich       —    undata,  —  Af. 

—  leucurus,  Spanien.         —    tartarica, —  As. 

—  cayanus,  g»Eu,kl.As.       —    testacea,  s.  Eu. 
IWuscicapa  nroscipeta,  Eu.         — .  albirostris, — 

—      parva,        —      Certhia  moraria,  As. 

Sylvia  hortensis,       —      Merops  apiaster,   —  — 

—  garrula,  —  Af. 

—  cinerea ,         —     Hirundo  melba,  — 

—  nisoria,  — 

Mir  ist  kein  Vogel  der  eben  genannten  Län- 
der bekannt,  welcher  auch  in  Amerika  vorkäme. 
Europa  bat  demnach  nur  solche  Insektenfres- 
sende Vögel  mit  Amerika  gemein,  welche  der 
nordischen  Flor  und  ihren  Insekten  angehören. 
Die  so  eben  angegebenen  Vögel  gehören  haupt- 
sächlich der  levantischen  Flor  und  ihren  Insekten 
an. 


Insektenfressende  Vogel,  welche  dem  nörd- 
lichen Afrika,  namentlich  der  Barbarei  und 
Egypten  eigentümlich  sind,  und  die  noch  zur 
levantischen  Flor  und  ihren  Bewohnern  zuge- 
zählt werden  können,  sind  folgende: 

Cuculus  aegypticos.         Tordos  tripolitanus. 
Turdos  barbaricos.  Merops  viridis. 

Insektenfressende  Vögel,  welche  dem  ge- 
mässigten Asien  angehören  ,  und  die  man  zu  den 
Bewohnern  der  levantischen ,  tartarischen  und 
japanischen  Flop  rechnen  kann,  sind: 

Sylvia  littorea. 
Certhia  cantillans* 

—  grisea. 
Sturnus  fuscus. 

—  seriecus. 
Muscicapa  sinensis. 

—  flavicollis. 

—  grisea. 

—  fuscescens. 
Parns  amorosus. 

—  alplnos. 
lVlerops  persica. 
Hirondo  sinensis« 


§.  155* 

Im  nördlichen  und  gemäfsigten  Amerika  von 
Canada  bis  Neu- Mexico  und  Karolina  herab 
halten  sich  sehr  viele  eigentümliche  von  In- 
sekten lebende  Vögelarten  auf,  die  hauptsäch- 
lich der  virginischen  Flor  und  den  vielen  auf 
dieser  Flor  vorkommenden  Insektenarten  ange- 
hören. Dafs  diese  Flor  viele  besondere  Insek- 
tenarten besitzt,  kann  man  aus  den  entoroologi- 


Picus  persicos. 
Tordus  — 

—  schanhu. 

—  arcuatos. 

—  violaceos, 

—  bubil. 

—  nigricolHs. 

—  perspicillatus. 
Sylvia  obscura. 

—  albicapilla. 

—  sinensis. 

—  longicaoda. 

—  longirostris. 

—  erythrogastra. 


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5°3 

sehen  Schriften  Fabricius  ersehen.  Die  Zahl  der 
in  dem  genannten  Erdstrich  vorkommenden  In- 
sektenfressenden Vögel-Arten  betragt  sechsund- 
achtzig, von  denen  gegen  zwölf  sich  bis  nach 
Westindien  und  Südamerika  herab  erstrecken, 
wie  man  in  dem  Verzeichnifs  der  amerikani- 
schen Vögel  sehen  kann. 


g  Arten  Spechte. 

2 

Arten  Tanagras. 

i  Art  Kuckuk. 

II 

—  Fliegenfänger. 

3  Arten  Würger. 

39 

—  Sänger. 

7    —  Drosseln. 

2 

—  Meisen. 

i    —  Plattschn'äbcL 

4 

— Tagschläfer. 

3    —  Kleiber. 

i 

Art  Lerche. 

I  Art  Staar. 

i 

—  Schwalben. 

i  —  Baumläufer. 

§.  156. 

In  den  Tropenländern  nimmt  die  Zahl  der 
von  Insekten  lebenden  Vögel  mit  der  Zahl  der 
Insekten  ungemein  zu.  Die  vorzüglich  den  Tro- 
penländern eigentümlichen  Insekten  Geschlech- 
ter sind  das  Genus  Termes  und  Truxalis.  Aus- 
serdem halten  sich  hier  die  meisten  Arten  der 
Geschlechter  Geotrupes.Scarabaeus,  Cetonia,  Bu- 
prestis,  Melolontha,  Prionus,  Curculio,  Steno-  , 
corus,  Lamia,  Blatta,  Mantis,  Tettigonia,  Lo- 
custa,  Gryllus,  Papilio,  Hesperia,  Sphinx,  Noc- 
tua,  Phälaena,  Myrmeleon,  Apis,  Vespa,  For- 
mica,  Fulgora,  Membracw,  Cicada,  Cercopis, 
Cimex,  Lygaeus,  Libellula,  Tarantula,  Aranea 
u.  a.  auf.  Man  vergleiche  die  Schriften  Fabri- 
cius  um  sich  von  der  Wahrheit  des  Gesagten 
"zu  überzeugen.  So  wie  es  in  den  Tropenländern 
mehrere  Floren  gibt,  so  gibt  es  auch  mehrere 
Gruppen  von  Insekten,  jeder  der  hieber  gehö- 
renden Welttheile  hat  seine  eigentümlichen  In- 


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sekten-Arten.  Diesen  entsprechen  die  Gruppen- 
eigentümlicher  Arten  von  Insekten  lebenden 
Vögel. 

§•  157- 

Diejenigen  Lander  Afrikas,  über  welche  die 
afrikanische  Flor  verbreitet  ist,  sind  sehr  reich  an- 
Insekten,  besonders  die  Gegenden  der  gröfseren 
Ströme.  Es  würde  leicht  seyn  mehrere  hundert  In- 
sektenarten aus  Fabricius  Schriften  aufzuzählen» 
welche  Afrika  eigenthümlich  sind.  Hier  nur  einige 
Stellen  aus  Reisebeschreibungen  über  Afrika,  wel- 
che für  die  Menge  der  Insekten  zeigen.  Sonni- 
ni a)  sah  zu  Nrguade  in  Oberegypten  unterm  25f 
Gr.  n,  ßr.  zur  Zeit  des  Wachsthums  des  Nils  unge- 
heure grofse  Wolken  von  Schnaken  (Tipula  ca- 
liciformis),  die  an  einigen  Stellen  so  dicht  wa- 
ren, dafs  man  sie  hätte  mit  Messer  schneiden 
können,  wie  Sonnini  sich  ausdrückt.  Adanson 
erzählt  von  den  Küsten  des  Senegals,  dafs  die' 
Züge  der  Heuschrecken  und  Mücken  oftmals 
die  Sonne  verdunkeln,  und  dafs  die  Marigoins 
und  Stechfliegen  oft  in  mehreren  Schichten  auf 
der  nackten  Haut  der  Neger  liegen.  Dasselbe 
sagt  Bofsmann  c)  von  den  Besitzungen  der  Euro- 
paer auf  Guinea;  die  weifsen  Ameisen,  Termi- 
ten, welche  bis  zu  den  höchsten  Bäumen  hinauf 
steigen,  und  wieder  über  zwölf  Fufs  tief  in  die 
Erde  dringen,  kommen  zuweilen  in  das  dort 
angelegte  Fort  in  so  unermefslicher  Menge,  dafs 
selbst  die  Menschen  die  Wohnungen  räumen 
müfsen.   Barrow,a)  sagt,  von  südlichen  Afrika, 


a)  a.  a.  O.  T.  p-  216. 

a)  a,  a.  O,  p.  87-  M2* 

b)  Guinea  S.  326. 
a)  a.  a.  O.  S.  251. 


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505 


man  kann  sich  vpn  der  zahllosen  Menge  Heu- 
schrecken Larven,  welche  während  unseres  Auf- 
enthaltes die  Gegend  hinter  den  Schneebergea 
in  der  Nähe  des  Seekuhflufses  verheerten,  kei- 
nen Begriff  machen*  Zehn  englische  Meilen  auf 
jeder  Seite  des  Seekuhflufses  unu  achtzig,  bis  neun- 
zig Meilen  in  die  Länge  war  die  ganze  Gegend 
buchstäblich  mit  ihnen  bedeckt;  das  Wasser  im 
Flufse  war  kaum  zu  sehen,  so  viele  todte  Lar- 
ven schwammen  darin,  welche  bei  dem  Versu- 
che an  das  Schilf  zu  gelangen  ertrunken  waren. 
Sie  hatten  jeden  Grashalm  verzehrt  u.  s.  w«  Das 
so  wenig  bekannte  Afrika  ist  sehr  reich  an  In- 
sekten freuenden  Vögeln,  wie  aus  der  Angabe 
der  Zahl  der  diesen  Lande  eigentümlichen  Ar- 
ten von  Insekten  frefsenden  Vögeln  erhellt,  de- 
ren Namen  man  in  dem  Verzeichnifs  der  afri- 
kanischen Vögel  nachlesen  kann. 


2  Arten  Bartvögel« 
8  —  Spechte,  einige 
von  Levaillant  entdeckte 
und  im  Systeme  noch 
nicht  aufgeführte  Arten 
abgerechnet. 

13  Arten  KucKuks. 

5  —  Spornkuckus.  von 
Levaillant  begehrieben , 
die  noch  nicht  im  System 
aufgenommen  sind» 

II  Arten  Würger. 

24  Arten  Drofseln. 

14  ■  —  Fliegenfänger, 


1  Art  Seidenschwanz. 

2  Arten  Manakins. 

1  Art  Meise* 
13  Arten  Sänger. 

6    —  Steinschmätzer. 

3  —  Lerchen. 
22    —  Baumläufer. 

2  —  Kleiber. 

3  —    Biene  nfrefser. 
3    ™  Wiedehopfe. 

1  Art  Ochsenhacker. 

2  Arten  Staare. 

5    —  Schwalben. 
2    —  Tagschläfer. 


Also  zusammen  143  Arten,  mehrere  von  Le- 
vaillant beschriebene  Arten  abgerechnet.  Unter 
diesen  gehört  das  Geschlecht  der  Spornkuckuks 


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5°6 

und  der  Ochsenhacker  Afrika  eigentümlich  an. 
Wie  viel  von  Insekten  lebende  Vögel  mögen 
noch  unbekannt  seyn! 

Afrika,  namentlich  das  Kap  der  guten  Hoff- 
nung und  die  Inseln  Madagascar,  Frankreich  u. 
a.  haben  einige  Insekten frefsende  Vögel  mit  Asien, 
vorzüglich  mit  Ceilon  und  mit  den  Philippinen 

femein.  Diese  Lander  sind  es,  welche  auch 
flanzen  und  einige  eigenthümliche  von  Vegeta- 
bilien  lebende  Vögelarten  besitzen.  Die  diesen 
Ländern  gemeinschaftlichen  und  eigentümlichen 
von  Insekten  lebende  Vögel  sind: 

Cocutus  indicator.  Paros  afer. 

Lantus  forficatus.  Saxicola  pileatä«, 

—    leocorbyuchos.  Certhia  chaiybea. 
Turdus  ceilonicus.  —  lotenia. 

Masci capa  lozoniensis.  Merops  «operciliosus. 

—    paradisca.  Hirundo  francica. 

Ich  kenne  nur  eine  Art  Insekten  fressender 
Vögel,  welche  dem  Kap  der  guten  Hoffnung 
una  Südamerika  eigentümlich  seyn  soll , 
nämlich  Certhia  afra.  Keine  Art  dieser  Vögel 
bat  Afrika  mit  Australien  gemein,  so  viel  mir 
bekannt  ist  Die  Tropenländer  und  die  südli- 
chen Lander  Afrikas  haben  keine  eigenthümli- 
che von  Insekten  lebende  Vögelart  mit  Europa 
gemein.  Die  Insektenfressenden  Vögel  Europas 
verschwinden  am  Gebürge  Atlas  a)  und  in  Ober- 
Egypten  b).  Nur  auf  den  kanarischen  Inseln, 
Teneriffa,  Maderau.  a.  kommen  noch  einige  In- 
sektenfressende Vögel  Europas  vor;  Forster,  Bo- 
ry  St.  Vincent  und  Ledru  fanden  hier  noch: 


a)  nach  Desfontainei, 
6)jiach  Sonnini. 


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507 


Sylvia  regnlos* 

—  cinerea. 

—  ficedula. 
Paros  coeroleus. 
Sitta  coropaca. 
Upupa  epops. 
Hirnndo  rustic 

_        apus   t  Su  hprA^ 


Turdas  musicas. 

—  inerala. 
Stomas  vulgaris. 
Alauda  arvensis. 
Anthos  arboreus. 
Alotacilla  aiba. 

—  boarula. 
Sylvia  rabecola. 


§♦  158. 

Ein  sehr  grofser  Reichthum  an  Insekten 
zeigt  sich  vorzüglich  in  denen  Theilen  Asiens, 
wo  die  ostindische  Flor  prangt.  Fine  wie  grofse 
Menge  von  eigentümlicher  Arten  aus  den  Ge- 
schlechtern Scarabacus,  z.  B.  alcides,  gideon; 
Melolontha,  z.  B.  lanigera,  serrata;  Cetonia  z.  B» 
splendida,  elegans;  Curculioz.  B.  palmarum,  in- 
dus;  Buprestis  z.  B  ignita,  fulminans;  Blattaz.B. 
gigantea;  Mantis  z.  B«  gigas;  Locusta  z.  B.  ci- 
irifolia,  indica;  Papilio  z.  B.  Paris,  Theseus, 
Hector,  Antenor,  Helenus,  und  viele  andere  hal- 
ten sich  in  diesen  Ländern  auf.  Die  Zahl  der 
hier  vorkommenden  Lepidopteren  beträgt  allein 
gegen  tausend.  Auch  hier  findet  sich  ein  glei- 
cher Ueberflufs  an  Ameisen,  Termiten,  Fliegen, 
Mücken  und  Heuschrecken  wie  in  dem  warmen 
Afrika.  Die  Zahl  der  diesem  Welttheil  angehö- 
renden von  Insekten  lebenden  Vögelarten  be- 
trägt 143,  deren  Namen  man  im  Verzeicbnifs 
der  asiatischen  Vögel  nachlesen  kann* 


7  Arten  Bartvögel. 

4    —    Korokos,  wenn 
sie  anders  kein  besonde- 
res Gen os  bilden. 
16  Arten  Kuckuks. 

9    —  Spechte. 


1  Art  Man ak ins, 
I  Art  Steinschmätzer, 
I  —  Kleiber. 
1  —  Widebopf. 
1  —  Plattschnabel. 
3  Arten  Bachstelzen. 


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5o8 

9  Arten  Würger.  9  Arten  Sänger. 

28    —  Drosseln.  a  —  Lerchen. 

14    —  Fliegenfänger.  12  —  -Baumläufer. 

6  Atzein.   4  4  ~-  Bienenfresser: 

3  — -  Weisen.  5  —  Schwalben. 

5    —  Tanagras.  2  —  Tagschläfer.  ' 

Also  zusammen  143  Arten. 

Die  wärmeren  Lander  Asiens  und  Südame- 
rikas haben  keine  von  Insekten  lebende  Vogel- 
Art  mit  einander  gemein.  Dagegen  kommen  ei- 
nige Arten  in  Asien  und  Australien  zugleich  vor, 
z,  B.  Sylvia  cyanea. 
* 

§-  159- 

Die  Länder  des  wärmeren  Amerikas,  über 
welche  die  so  reiche  westindische  Flor  ausge- 
breitet ist»  haben  eine  grofse  Menge  eigen thüm- 
licher  Insektenarten  a).  Man  nennt  aus  diesen 
Ländern  bereits  über  80  Arten  des  Genus  Sca- 
rabaeus,  worunter  Sc.  bercules,  actaeon,  atlas; 
gegen  20  Arten  Cetonien,  z.  B.  C.  cacicus,  bi- 
frons,  nitida;  gegen  20  Arten  Bupresten,  wor- 
unter B.  gigantea,  aurifer,  regalis;  über  100 
Arten  Gurculionen ,  z.  B.  C.  imperialis ,  splendi- 
dus;  gegen  1000  Arten  Lepidopteren ,  z.B.  Pa- 
pilio  Ascanius,  Asius,  Helena,  Pompejus.  Fer- 
ner nenne  ich  nur  noch  einige  Arten  aus  andern 
Geschlechtern,  welche  diesen  Ländern  eigen- 


ö)  zur  Kenntnifs  der  Afrika  und  Amerika  eigenthümlichen 
Insekten'  dient  unter  andern  Palissot  et  Beauvais  lnsectes 
recueillies  en  Afrique  et  en  Amerique.  Paris  1805.  Azara 
Voyages  dans  1*  Amerique  meridionale.  T.  I.  pag.  156. 
Chap.  T.  Des  lnsectes. 


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5°9 

• 

th  um  lieh  sind,  z.  B*  Mantis  filiformis;  Termes 
morio,  destruetor;  Formica  omnivora;  Membra- 
cisinflata,  foliata;  Fulgora  laternaria,  flammea; 
phosphorea;  Tettigonia  grossa;  Cicada  ignita« 
Aranea  longimana,  venatoria,  maxillosa  u.  s.w, 
Wem  sind  die  Verheerungen  unbekannt,  welche 
die  in  grofsen  Familien  lebenden  Insekten,  die 
Termiten,  die  Ameisen,  die  Heuschrecken  u.  a., 
inCayenne,  Surinam,  Paraguay  u.  s.  w.  anstel- 
len. Welche  ungeheure  Schwärme  von  Fliegen, 
Mücken,  Schnacken  u.  a.  fallen  hier  den  Men- 
schen und  Thieren  zur  Plage!  Diese  Länder 
nun  besitzen  eine  sehr  grofse  Anzahl  eigentüm- 
licher von  Insekten  lebender  Vögel.  Azara  a) 
sagt  sogar  dafs  fast  alle  Singvögel  Paraguays 
von  Insekten  leben.  Ich  will  nur  die  Zahl  der 
Arten  der  von  Insekten  lebender  Vögel-Geschleclt- 
ter  angeben,  denn  ihre  Namen  kann  man  indem 
Verzeichnifs  der  südamerikanischen  Vögel  nach- 
lesen. 


a)  a.  a.  O.  T.  I.  p.  3°5*  En  gcncral,  on  peut  dire  que 
presque  tous  cet  oiscaux  sont  insectivores;  puisque  ceux 
meme  doiit  lei  formes  annoncent  qu'iU  sont  granivorcs , 
mangent  plus  d' in  sc  et  es  que  routc  autre  chosc,  parce  que 
les  grains,  dont  ils  pourraieot  sc  nourrir,  sont  assez  rares 
dans  ces  contrees  incultes.  T.  3.  p.  12.  St  nous  regar- 
dons  comme  oiseaux  insectivores ,  ccux  qui  mangent  plus 
d'insectes  que  de  grains  et  de  petits  semences,  il  serait  vrat 
de  dire  qu'au  Paraguay  les  oiscaux  non  insectivores  sont 
plus  rares  que  les  autres;  en  effet,  des  myriades  d'insectes 
pullulent  sous  les  climats  chauds  de  l'Ameriquc,  tandis  que 
les  grains  y  sont  rares;  d'ou  il  rseulte  que  le  fond  princi- 
pal  de  la,nourriturc  des  oiseaux  s'y  compose  generalemcnt 
d'insectes. 


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Klettervögel. 

18  Arten  Spechte.  13  Arten  Knctcoks. 

^  —    Jakamars.  5    —  Kurukus. 

7  —    Bartvögel.  3    —  Madenfresser. 

Singvogel* 

10  Arten  W&rger.  4  Arten  Hähnleins. 

33  —    Fliegenfänger.         4    —  Lerchen. 
35    —    Merlen.  1  Art  Meisen. 

37  —    Drosseln.  15  Arten  Baumläufer. 

11  —    Seidenschwänze.      2    —  Wiedehopfe. 
6  —    Atzein.  4    —  Bienenfresser, 
a  —    Staaren.                 8    —    Plattschn  bei. 

21  —    Manakins.  13    —  Schwalben. 

34  —    Sänger.  15    —  Tagschläfer. 


Also  zusammen  318  Arten  Insektenfressender 
Vögel. 

Unter  diesen  sind  die  Geschlechter  Galbula, 
Crotophaga  und  Gallita  Amerika  eigenthümhch. 
Dem  grofsen  Reichthume  der  westindischen  Flor, 
untf  dem  Reichthume  an  Insekten  entspricht  also 
vollkommen  der  Reichthum  an  Insekten  fressen- 
den Vögel.  So  wie  kein  Lamd  in  der  Welt  so 
grofse  und  ausgedehnte  Wälder  besitzt  so  hat 
auch  kein  Land  so  viele  von  Insekten  lebende 
Klettervögel  als  Süd- Amerika  und  die  westindi- 
,  sehen  Inseln.  Hier  halten  sich  allein  50  eigen- 
thümlicher  Arten  Klettervögel  auf,  während  in 
Asien  nur  36  Arten  und  in  Afrika  gar  nur  29 
Arten  vorkommen.  Dasselbe  gilt  auch  für  die 
zu  den  Früchte  fressenden  Vögeln  gezählten  Pa- 
pageis, Südamerika  und  Westindien  hat  62  ei- 
gentümliche Arten  von  Papageien,  während 
Asien  nur  43  und  Afrika  gar  nur  8  Arten  be- 
sitzt. Das  wärmer^  Amerika  übertrifft  auch 
Asien  und  Afrika  in  der  Zahl  eigentümlicher 


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• 


> 


5" 

Arten  von  Schwalben  und  Tagschläfer;  es  be- 
sitzt 13  Arten  Schwalben  und  12  Arten  Tag- 
schläfer, während  das  wärmere  Asien  und  wär- 
mere Afrika  jedes  nur  5  Arten  Schwalben  und 
2  Arten  Tagschläfer  besitzt  Mehrere  dieser 
Schwalbenarten  halten  sich  in  den  Waldungen 
Paraguays  und  Tukimans  auf,  wo  sie  nach  dem 
Zeugnisse  Azaras  in  hohlen  Bäumen  nisten.  So 
wie  das  wärmere  Amerika  in  seinen  klimatischen 
Verhältnissen,  in  seiner  Flor  und  in  seinen  von 
Vegetabilien  lebenden  Vögeln  einen  eigentüm- 
lichen Charakter  bat,  so  behauptet  es  diesen  auch 
in  seinen  von  Insekten  lebenden  Vögeln.  Mit 
dem  wärmeren  Asien  hat  es  keinen  Insekten 
fressenden  Vogel  gemein ,  mit  Afrika  nur  einen, 
nämlich  Certhia  afra.  Die  meisten  Arten,  jedoch 
immer  sehr  wenige,  hat  es  mit  dem  nörd- 
lichen Amerika  gemein,  z.  B.  Picus  cinamomeus, 
Cuculus  americanus,  Gracula  quiscula,  Hirundo 
pelasgica,  u.  a.  Einige  von  Insekten  lebende 
Vö^el  halten  sich  in  Südamerika  und  Australien 
zugleich  auf,  nämlich  Turdus  aurantius,  welche 
in  Jamaika  und  Neu-Caledonien  vorkommt,  und 
Hirundo  cinerea,  die  man  in  Peru  und  Otahiti 
angetroffen  hat.  Im  wärmeren  Amerika  kom- 
men nur  zwei  von  Insekten  lebende  Vögel  vor, 
die  sich  auch  in  Europa,  im  nördlichen  Asiea 
und  im  nördlichen  Amerika  aufhalten,  diese  sind 
Picus  martius,  welcher  in  Surinam,  Chili  und 
Paraguay  gefunden  worden  ist,  wie  unter  an- 
dern Azara  bezeugt,  und  die  kleine  Sylvia  re- 
gulus,  welche  sich  auch  in  Surinam  aj  aufhal- 
ten soll. 


«)  Pallas  ntue  nord.  Bcitr.  B.  3.  S.  X 


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5" 

§.  i6o. 

In  Australien,  welche»  so  reich  an  eigen- 
thümlichen  Ptlanzenarten  ist,  kommen  fast  alle 
Insekten-Geschlechter  vor,  die  man  in  Europa, 
Asien,  Afrika  und  Amerika  antrifft,  die  Arten 
sind  jedoch  alle  neu  und  den  Ländern  dieses 
Welttheils  eigentümlich.    Ich  will  nur  mehrere 
der  vorzüglichen  Insekten -Geschlechter,  nebst 
einigen  Arten  nennen. z.B. :  Scarabaeus  truncatus, 
barbarossa ;  Melolontha  aenea,  laeta,  chrysome- 
lina;  Cetonia  orpheus;  Hister  cyanurus;  Tene- 
brio  sanguinipes ;  Helops  rufipes ;  Buprestis  cru- 
ciata;  Lucanus  cancroiaes ;  Curculio  curvirostris, 
bicornis;  Blatta  irrorata,  variegata;  Mantis  mini- 
stralis;  Libellula  oculata;  Papilio  harmonia,  zoi- 
lus,  merope,  perseus;  Hesperia  narcissus,  apelles; 
Phalaena  fasciatia;  Fulgora  obscurata;  Tettigonia 
cruentata;  Cicada  barbata,  pellucida ;  Cimexcoe- 
lebs;  Musca  leonina;  Truxalis  conicus;  Gryllus 
vocans;  Locusta  thymifolia;  Ichneumon  hospi- 
tator;  Vespa  schach,  albifrons;  Apis  mistacea; 
Formica  australis,  forficata;  Aranea  formicata, 
longipes,  edulis  u.  a.  w..    Wie  reich  Australien 
an  eigentümlichen  Insektenarten  ist,  erhellet 
unter  andern  daraus,  dafs  Perona)  in  der  Ge- 
gend von  Paramatta  wahrend  seines  kurzen  Auf- 
enthaltes zu  Port  Jakson  auf  Neuholland,  allein 
mehr  als  150  neue  Insektenarten  fand,  worunter 
die  schöne  Cetonia  orpheus,  welche  auf  dem  Rü- 
cken die  Zeichnung  einer  goldenen  Leyer  hat. 
Folgendes  ist  die  Zahl  der  Australien  eigentüm- 
lichen von  Insekten  lebenden  Vögelarten,  deren 
Namen  man  in  dem  Verzeichnis  der  australi- 
schen Vögel  nachlesen  kann. 


«)  Voy.  aux  Tcrrci  austr.  T.  I.  p.  4<>4- 


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5*3 

I  Art  Kocknk.  13  Arten  Fliegenfinger. 


1  —  TanvDUS. 

2 

Manakins. 

I  —  Staaren. 

2 

Meisen. 

I  —  Atzein. 

2 

Bachstelzen» 

1  —  Lappen  vO  gel, 

5 

Sänger, 

z  —  Lerche. 

Baumläufer. 

I  —  PlattschnabeL 

3 

Wiedehopfe. 

I  —  Schwalbe. 

5 

Bienenfresser. 

3  Arten  Würger. 

a 

TagschMer. 

3  O    ~  Drosseln. 


Also  zusammen  so  Arten  von  Insekten  lebender 
Vögel. 

Wir  sehen  hieraus,  dafs  die  Zahl  der  von 
Insekten  lebenden  Vögel  in  den  gröfstentheils 
aufserhalb  dem  Wendekreise  des  Steinbocks  ge- 
legenen Ländern  Australiens,  gegen  den  Südpol 
hin  abnimmt.    Die  in  Australien  vorkommenden 
Geschlechter  sind  theils  solche  welche  in  allen 
Welltheilen  vorkommen,  wie  das  Geschlecht  Cu- 
culus,  Lanius,  Turdus,  Sturmis,  M  Pa- 
rus,  Motacilla,  Sylvia,  Alauda,  Certhia,  Upupa, 
Älerops,  Hirundo  und  Caprimulgus;  theils  aber 
solche  welche  sich  in  Asien ,  Afrika  und  Ame- 
rika aufhalten,  wie  das  Geschlecht  Pipra;  oder 
solche,  welche  nnr  in  Asien  und  Amerika  vor- 
kommen, wie  das  Geschlecht  Todus  und  Gra- 
cula.    Australien  verbindet  also  eben  so  die  In- 
sekten fressenden  Vogel  Asiens  und  Amerikas, 
wie  es  die  Pflanzen  und  die  von  Vegetabilien 
lebende  Vögel  dieser  Welttheile  verbindet.  Be- 
merkenswerth ist  es«  dafs  das  Genus  Picus  in 
Australien  nicht  vorkömmt,  dagegen  hält  sich 
hier  das  Genus  Glaucopis  und  ein  neues  von 
Peron  entdecktes  Genua  auf,  welches  den  Dros- 
seln nahe  verwandt  ist,  nämlich  das  Genus  Ta- 
nypus.   Die  wenigen  von  Insekten  lebenden  Vö- 

33 


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514 

gelarten»  welche  Australien  mit  Asien  und  sol- 
che, welche  es  mit  Südamerika  eigentümlich  be- 
sitzt, habe  ich  bereits  früher  genannt.  In  Au- 
stralien kommen  nur  zwei  Arten  Insekten  fres- 
sender Vögel  vor»  die  sieb  auch  in  Europa  auf- 
halten, diese  sind  die  in  allen  Welltheilen  ver* 
breiteten  Sylvia  regulus  und  Hirundo  apus. 


Fünftes  Kapitel. 

* 

Von  der  Verbreitung  der  vorzüglich  von  animalischen 
und  vegetabilischen  Substanzen  des  festen  Landes 

lebenden  Vogel 

§.  t6u 

Zu  den  Vögeln  welche  sich  von  animalischen 
Substanzen,  Wümern,  Insekten,  Inseckten- Lar- 
ven, kleinen  Fischen  und  Amphibien,  vom  Fleisch 
todter  und  lebender  Thiere  fast  jeder  Art,  so 
wie  von  vegetabilischen  Substanzen,  süfsen  Früch- 
ten, öhligen  Saamen  und  dergleichen  nähren, 
gehören  die  Raben  und  die  Racken,  die  man  da- 
ner mit  Recht  omnivore  Vogel  nennen  kann. 
Diese  beiden  Geschlechter  sind  über  die  ganze 
Erde  verbreitet.  So  wie  im  Allgemeinen  die 
Zahl  der  Thiere  und  Pflanzen  autder  Erde  vou 
den  Polen  gegen  den  Aequator  an  Zahl  zunimmt, 
so  nimmt  auch  die  Zahl  der  zu  diesen  Geschlech- 
tern gehörenden  Arten  zu.  Zwei  Arten  von  Ra- 
ben kommen  wie  es  scheint  in  allen  Weltthei- 
len  mehr  oder  weniger  zahlreich  vor,  nämlich 
Corvus  corax  und  corone*  In  Europa,  im  nörd- 
lichen Asien  und  Amerika  hält  sich  Corvus  pica 
auf.  In  Europa  und  Asien  kommen  zugleich 
vor: 


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5iS 

Corvtis  coroix.  Corvo«  fingilegtM. 

—  glandarias.  —  pyrrbocoraX» 
infaustos.         Coracias  garrüla» 

—  caryocatactes. 

In  Asien  und  Australien  hält  sich  Corvus 
brachyurus  auf.  Afrika  und  Asien  haben  mit 
einander  gemein  Corpus  balicafsius  und  dauri- 
cus.  Europa  hat  nur  eine  eigentümliche  Art* 
nämlich  Corvus  graculus*  Die  eigenthümlichen 
Arten  Asiens  sind: 

- 

Corvus  cayatms.         Coracias  docilis. 
— -    dauricus.  —  tneianocephala« 

—  auritüs»  — *  sinensis. 

—  purpurascens.        —  orientalis. 

—  rufos.  ~  Vagabunda» 

—  sinensis.  —  bengalensis» 

—  cinereus.  —  indica* 


Die  eigenthümlichen  Arten  Afrikas  sind: 

Corvns  africanus»  Coracias  afra. 

—  senegalensis  et  afer*        —  caudata. 

—  hottcntotus,  .  abyfsinica. 

—  albicollis.  —  caffra. 

—  caffer,  —  taadagascariensls. 

Nordamerika  sind  eigentümlich: 

Corvus  cristatos.         Corvus  canadensis. 
Stellen. 


Sudamerika  besit2t  eigenthümlich: 

Corvus  calvtu,  Corvus  tweKicatm«. 

—  jamaicetisis.  —  2ance, 

—  cayanüs,  —  surinamensis. 

—  peruvianus.  — —  leucognaphalus« 
« —    flavus.  *—  caribaeus. 

33  • 


5*6 

Corvus  crucirostris.  Coracias  tnexicana. 

— >    acahe.  -  cayecnensis. 

—    sanguiceo  gularis* 

Australien  hat  folgende  eigentümliche  Arten! 

Corvus  australis.  Corvos  paradöxüs. 


—  padficus,  —  novae 

—  octopennatus.  —  papuenses, 

—  tropica»,  Coracias  varia. 

-  caledonicüs.  —  strepera, 

—  Labillardieri.  *—  striata. 


Sechstes  Kapitel. 

Von  der  Verbreitung  der  vorzüglich  von  IV'ürmern* 

Mollusken,  Crustaceen  und  Wasser- Insekten 
f  lebenden  Vogel. 

:  §.  162. 

Zu  dieser  Abtheilung  von  Vögeln  ffcchne 
ich  folgende  Geschlechter  aus  der  Ordnung  der 
Sumpfvögel,  nämlich  die  Austernfischer  (Haema- 
topus),  Strandreuter  (Himantopus),  Regenpfeifer 
(Charadrius) ,  Sonderlinge  (Arenaria),  Läufer 
(Cursorius),  Nimmersatte  (Tantaluaj,  Brachvögel 
(Numenius),  Schnepfen  (Scolopax),  Wassertreter 
(TotanusJ,  Strandläufer  (Tringa),  Kiebitze(Vä- 
nellus),  Giarols  (Glareola),  Currier  (Corira)  Ral- 
len (Rallus),  Schnarrer  (Crex),  Säbelschnäbler 
(Recurvirostra)  und  Wassertreter  (Phalaropus). 

Da  die  Verbreitung  der  im  Wasser  leben- 
den Crustaceen,  Insekten,  Mollusken  und  Wür- 
mer weit  weniger  abhängig  von  der  Wärme  ist, 
als  die  Verbreitung  der  Pflanzen  und  Insekten, 


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5'7 

indem  das  Wasser  namentlich  das  Meer  in  der 
Tiefe  fast  gar  keine  Veränderungen  in  seiner 
Temperatur  durch  die  Jahreszeiten  erleidet,  so 
finden  wir  diese  Thiere  überall,  wo  Meeres- 
Küsten,  See  -  und  Flufs-Ufer,  Sümpfe  und  Tei- 
che vorkommen.  Ueberall  wo  diese  sind  hal- 
ten sich  auch  Vögel  der  eben  genannten  Abthei- 
lung auf.  Phips  fand  selbst  an  den  nur  so  sel- 
ten im  Jahre  von  Eis  entblöfsten  Küsten  Spitz- 
bergens den  Cancer  pulex,  mehrere  Arten  As- 
cidien,  Lerneen,  Clios,  Sipunculen,  Medusen, 
Chitonen ,  Lepaden ,  Myen  u.  a.  Hier  traf  er 
auch  eine  Art  Tringa  an,  nämlich  Tringa  cki- 
clus.  In  dem  weniger  kalten  Island  kommen 
schon  gegen  zwanzig  Arten  der  genannten  Sumpf, 
vögel  vor.  In  Grönland  zählte  O.  Fabricius 
allein  134  Arten  Mollusken  und  Würmer,  die 
Crustacecri,  Wasserinsekten  und  Eingeweide- 
würmer abgerechnet >  und  hier  fand  er: 

3  Arten  Schnepfen,  Scolopax  gallinago,  jardreka  (ist 

ein  Numenius.) 
5    —    Strandläufer ,  Tringa  striata,  interpres, '  lobata, 

falicaria,  alphit« 
%    —    Regenpfeifer,  Charadrius  hiaticula^  apricarios.  * 

In  dem  an  der  nordwestlichen  .Küste  Ame- 
rikas unter  dem  57*  Gr,  n.  B.  gelegenen  Nor- 
folk Sund  versichert  Langsdorf  a)  eine  grofse 
Menge  Würmer,  Mollusken  und  Zoopb yten  ger 
funden  zu  haben»  wo  sich  denn  auch  mehrere 
Sumpfvögel  aufhalten.,  unter  andern  H4ematOT 
pus  ostralegus« 

So  wie  nun  überhaupt  die  Verbreitung  der 
im  Wasser  lehendefl  Thiere  wenig  abhäpgig  von 


m)  a.  a.  O.  B.  3.  S.  93. 


5*8 

der  Wärme  ist,  so  ist  es  auch  die  Verbreitung 
der  von  Wassertbieren  lebenden  Sumpfvögel. 
Ihre  Zahl  nimmt  nicht  von  den  kältern  zu  den 
Wärmeren  Klimaten  zu,  sondern  wir  treffen  aus- 
serhalb den  Wendekreisen  eine  eben  so  grofse 
Anzahl  von  den  genannten  Sumpfvögeln  an  wie 
innerhalb  der  Wendekreise.  Je  reicher  ein  Land 
an  Sümpfen*  Flüfsep  und  Meeresküsten  ist,  gleich 
viel  ob  es  inner  -  oder  ausserhalb  den  Wende- 
Kreisen  liegt»  desto  reicher  ist  es  an  Crustaceen, 
Wasserinsekten,  Mollusken  und  Würmern,  wenn 
gleich  oft  nicht  an  manuichfaltigen  Arten,  doch 
an  einer  grofsen  Menge  der  Individuen  einer 
Art;  und  uesta  reicher  ist  es  aher  auch  an  Sumpf- 
vögeln» die  sich  von  diesen  Thieren  nähren. 
Mehrere  Arten  Sumpfvögel  sind  über  die  ganze 
Erde  verbreitet,  andere  kommen  in  mehreren 
Welttheilen  zugleich  vor,  und  noch  andere  hal- 
ten sich  nur  in  besonderen  Welttheilen  auf*  Zur 
Bekräftigung  des  eben  gesagten  will  ich  That- 
cachen  anführen* 

» 

Zu  den  über  die  ganze  Erde  verbreiteten 
Sumpfvögeln  dieser  Art  gehört  Scolopax  galli- 
nago,  welche  man  von  Island  bis  nach  Afrika, 
von  Grönland  bis  nach  Chili,  von  Sibirien  und 
Kamtschatka  bis  nach  Ostindien  und  den  Inseln 
der  Südsee  gefunden  hat.  Ferner  Numenius  ar- 
quatus,  den  man  von  Island»  Lappland,  Sibi- 
rien, Kamtschatka »  und  der  Insel  rrinz  Georg 
an,  bis  nach  Neuholland  angetroffen  hat.  Des- 
gleichen Charadrius  auratua  und  hiaticula,  die 
von  dem  Arktischen  Kreis  an  bis  zum  Kap  der 
guten  Hoffnung  und  his  zur  Magellans  -  Strafse 
vorkommen*   In  Europa,  Asien,  Afrika  und 


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519 

Amerika  vom  nördlichen  Polarkreis  bis  zum  Wen- 
dekreis des  Krebses  halten  sich  Tringa  cinclus 
und  Himantopus  rufipes  auf.  In  Europa»  Asien» 
Amerika  und  Australien  kommt  Haernatopus 
ostralegus  vor.  Eine  sehr  grofse  Menge  Sumpf- 
vögel sind  über  die  an  Sümpfen,  Flüfsen,  Land- 
seen und  Meeresküsten  so  reichen  Länder  des 
nördlichen  Europas»  über  Island»  Grofsbrittanien» 
Lappland »  Norwegen  $  Schweden »  Rufsland » 
Sibirien»  Kamtschatka»  über  die  aleutischen  In- 
seln, über  das  nordwestliche  Amerika»  über  die 
Länder  an  der  Hudsons  -  und  Baffins  -  Bay, 
und  über  Grönland  verbreitet.   Diese  sind: 

Scolopax  gallinnla!  Tringa  alpin»  s.  variabilis. 

Numenius  subarquatas.  —    canutus  s.  cinerea. 

TotanusL  leucophaeus  s,       —  ochropus. 

glottis..  Arenaria  grisea. 

—  chloropns.  Crex  pratensis,  der  sich  anf 

—  ferrugineus.  der  einen  Seite  bis 

—  fuscus«.  China  und  anf  der 
.  — •    caiidris.  andern  Seite  bis  Ja- 

Phalaropua   cinereus  s>  tnaika  erstreckt, 

byperbpreus. 

Alle  diese  Vogel»  erstrecken  sich  auch  nach 
Süden  herab,  vorzüglich  im  Winter,  überschrei- 
ten jedoch»  Crex  pratentis  ausgenommen»  den 
Wendekreis  des  Krebses  nicht.  Folgende  Wür- 
merfressende Sumpfvögel  sind  Europa  und  dem 
nördlichen  und  gemäfsigten  Asien»  so  wie  dem 
nördlichen  Afrika  eigentümlich : 

Scolopax  rnsticola.      Vanellus  cristato*. 
Tantalus  falcinellus« 

§.  164. 

Viele  Sumpfvögel  dieser  Abtheilung  kom- 
men in  Europa,    im  nördlichen  und  gemäf- 


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I 


52o 

■ 

sigten  Asien  zugleich  vor,  und  sind  diesen  Welt- 
teilen eigentümlich,  namentlich: 

Rallus  aquaticus.  Scolopax  major« 

Recurvirostra  avocetta,  Notnenius  phaeopus. 

Tringa  pugoax.  Arenaria  austriaca. 

Charadtius  mormellus.  Qareola  torquata« 
—  spinosus. 

Desgleichen  im  nördlichen  Europa  und  Ame- 
rika, nämlich: 

Tringa  ioterpres,  Tringa  ferrugineas.islandica. 

—  pusilla.  Vanellus  tnelanogaster. 

n —    macularia,  Totanus  limosus  s.  rofus. 

—  glarcoia,  PhaJaropus  fu&cus« 

In  Europa  und  im  nör  "Lehen  Afrika  kommt 
nur  vor; 

Cbaradrius  littoralis.      Scolopax  aegrocephala. 

Das  nördliche  Asien  undJ  Amerika  besitzt 
eigentümlich ; 

Scolopax  niger, 

Afrika  und  Amerika,  so  wie  Asien  und 
Afrika  besitzen  zugleich  keine  eigentümliche 
Art  Sumpfvögel  dieser  Abteilung*  . 

$•  165. 

Europa  besitzt  viele  Sumpfvögel  dieser  Grup- 
pe eigentümlich,  namentlich: 

Rallus  dubios.  Tringa  lincolniensis. 

Cursorios  isabellinns.  Scolopax  belgica. 

Tringa  calidris.  Nnnnenius  pygmaeus. 

—    undulata,  Tantalus  viridis. 


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5*i 

Tringa  nniformis.  Charadrhis  minor* 

—  grisea.  Corira  italica« 

—  riaevia.  Tantalus  igtoeus. 

Dem  nördlichen  und  gemäfsigten  Asien  g$- 
hören  eigentümlich  an: 

TiJnga  Iceptuscbka,  Charadrius  asiaticus, 

—  fasciata.  Scolopax  cinerea, 
Cbaradrius  Sibiriens.  -r-  sinensis. 

tataricus. 

Das  nördliche  Amerika  besitzt  eigenthümliclu 

Tantalus  albus.  Tringa  novae  terrae. 
Numenius  hudsonicus.  —  variegata. 

—  borcalis.  *  australis. 
Scolopax  tedoa.                  —  longicauda. 

—  msrmorata*  Charadrius  virginicus. 

—  budsonica.  —  rubidus. 

—  semipatmata.  —  voeiferus* 
melanoleuca*  —  atricapillas, 

—  nutans.  —       RaUus  Virginia- 

—  noveboracensii.  «us. 

—  grisea.  —  crepitanj. 
Tringa  noveboracenais.     Recurvirostra  alba. 

Eine  Art  kommt  in  Nord- Amerika  und  Au> 
atralien  zugleich  vor,  nämlich; 

Recurvirostra  americana« 

r 

Die  Anzahl  aller  auf  der  nördlichen  Heml* 
Sphäre  bis  zum  Wendekreis  des  Krebses  vorkom- 
menden Sumpfvögel  dieser  Abtheilung  beträgt  79., 
hierzu  sind  diejenigen  Arten  nicht  gezählt,  wel- 
che in  [nördlihhen  Ländern  und  in  Tropenländeru 
zugleich  vorkommen» 


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4 


S2* 

§.  166. 

Sumpfvogel  dieser  Abtheilung,  weicht  Afri* 
ka  eigentümlich  angehören,  sind: 

4  Arten  Hallen,  Railas  barbaricns,  niger9  coerulescens, 

capensis, 

5  —    Regenpfeifer,   Charadrius  spinosus,  pileatus, 

melanoeephalus,  beteroch'tus,  coronatus. 
1  Art  Sandhuhn,  Glarcola  senegalensis, 
I  —  Schnepfe,  Scolopax  capensis, 

3  Arten  Brachvögel,  Numenios  leucocephalus ,  africa-» 

nus,  madagascariensis, 

6  —    Nitnmensatte,  Tantalus  ibis,  aethiopicus,  ea- 

frensis,  calvus,  hegedasb*  cristatns. 

Zusammen  ao  Arten* 

AfriEfä  hat,  so  viel  mir  bekannt  ist,  keine 
eigentümliche  Art  (Jieser  Sumpfvögel,  weder 
mit  dem  nahe  liegenden  Asien,  noch  mit  Arne« 
rika,  oder  Australien  gemein* 

167* 

In  den  Tropenlandern  Asiens  halten  sich 
folgende  .besondere  Arten  dieser  Abtheilung  von 
Sumpfvögeln  auf: 

4  Arten  Rallen,   Rallu$  atriatus*  torquatus,  fuscns, 

ceilonicus. 
x  Art  Kiebitz,  Vanellns  goensis, 
"3  Arten  Regenpfeifer,  fcbaradrius  indicns*  bilobus,  phi- 

lippinus« 

i  Art  Brachvogel,  Nomenins  luzoniensis. 
3  Arten  Schnepfen,  Scolopax  indica,  maderaspatana, 
bengaletisis ,  manillensis. 

Zusammen  16  Arten* 


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5^3 

Asien  besitzt  mit  Australien  nur  eine  Art, 
gemeinschaftlich,  nämlich; 

Kall  us  pbüippensis, 

§.  168. 

Die  dem  südlichen  Amerika  eigentümlichen 
Arten  von  Sumpfvögel  dieser  Gruppen  sind: 

O  r 

5  Arten  Rallen»  Rallus  longirostris»  caysnensis,  jatnaw 

censis. 

a    _    Regenpfeifer,  Charadrius  jamaicensis f  ca  Janas. 
4    —    Schnepfen»  Scolopax  paludosa,  cayennensis, 
helias,  bicolor« 

6  —    Nimmersatte,  Tantalus  ruber,  mexicanas,  En- 

sens, cayennensis,  tninutus,  pillus. 
l  Art  BracbvOgel,  Numenius  guarauna, 

Zusammen  i6  Arten, 

Südamerika  bat  mit  Australien  nur  zwei  Ar- 
ten gejnein 

Tantalus  loculatpr4  und  Ralla*  tninntos, 

* 

Australien  hat  folgende  eigentümliche  Ar- 
ten von  Sumpfvögeln  dieser  Abtheilung: 

7  Arten  Rallen»  Rallus  Sandwichensis,  obscurns ,  ecan- 

datus.,  tahitiensis,  paeificus,  tahueosis »  tro- 
giodytes» 

a    —    Strandläufer»  Tringa  virgata,  leueoptera, 

4    «    Regenpfeifer,  Charajrias  fulvus,  novae.  Seeian-. 

diae»  Obscums»  rubricollis, 
I  Art  Schnepfen,  Scolopax  incana, 
l  — .  Brachvögel,  Nnmepius  tahitiensis. 

Zusammen  15  Arten. 


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5**  ' 

'  §.  rjo. 

Die  ganze  Anzahl  aller  den  Tropenlandern 
und  der  südlichen  Hemisphäre  eigentümlichen 
Arten  von  Sumpfvögeln  dieser  Abtheilung  beträgt 
67 ,  sie  ist  also  nicht  einmal  der  Anzahl  der  auf 
der  nSrdlichen  Hemisphäre  vorkommenden  gleich, 
denn  diese  beträgt  79.  Diese  Verschiedenheit 
liegt  vielleicht  zum  Theil  darin,  dafs  noch  meh- 
rere Arten  der  wärmeren  Klimaten  unbekannt 
sind.  Indefsen  beweist  sie  doch  offenbar,  dafs 
die  Verbreitung  dieser  Abtheilung  von  Sumpf- 
-  vögel  nicht  nach  dem  von  Zimmermann  aufge- 
stellten allgemeinen  Gesetz  statt  findet,  dafs  näm- 
lich die  Zahl  der  Tbiere  von  den  Polen  gegeu 
die  Tropenländer  zunähme.  So  wie  der  Fläqhen- 
Inhalt  der  nördlichen  Erdhälfte  um  etwas  den  Flä- 
chen-Inhalt der  Tropenländer  und  der  Länder  der 
südlichen  Erdhälfte  zu  übersteigen  scheint,  so 
übersteigt  auch  die  Zahl  der  Sumpfvögel  dieser 
Abtheilung  in  der  nördlichen  •Hemisphäre  die 

der  Trqpexdänder  und  der  südlichen  Hemisphäre, 

• 

Siebentes  Kapitel. 

Von  der  Verbreitung  der  vorzüglich  von  Amphibien 
und  Fischen  lebenden  Vögeln^ 

1 

S.  i-7r. 

AI»  eine  besondere  Abtheilüng  mufs  ich  meh- 
rere Vögel  aufführen,  die  sich  entweder  haupt- 
sächlich von  Amphibien  nähren,  wie  der  Se- 
kretär (Secretarius) ,  die  Arten  aes  Geschlechts 
Storch  (Ciconia),  Kranich  (Grus),  Kamichi  (Pala- 
medea),  oder  von  Amphibien,  Fischen,  Mollus- 
ken und  Würmern  des  süfsen  Wassers,  wie  die 


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ir 


5*5 

Arten  des  Geschlechts  Reiher  (Ardea),  Hohl- 
Schnabel  (Cancroma)  Löffeler  (TPlatalea),  Schat- 
ten vogel  (Scopus>,  Jabiru  (Mycteria)  und  Aj»a- 
mi  (Psophia).  Einige  dieser  Vögel  geniefsen  je- 
doch auch  zarte  Pflanzen,  wie  die  Kraniche  und 
Kamicbis*  So  wie  die  Zahl  und  Mannichfaltig- 
keit  der  Amphibien  und  der  Plufsfische  von  den 
Polarkreisen  bis  zu  den  Tropenländerh  zunimmt, 
so  sehen  wir  auch  die  Zahl  und  Mannichfaltig- 
keit  der  Vögel  dieser  Abtheilung  wachsen.  Iii 
Spitzbergen  gibt  es  keine  Amphibienart,  hier 
hält  sich  aber  auch  keine  Art  dieser  Sumpfvögel 
auf.  Olafseii  führt  in  dem  so  vollständig  angege- 
benen Verzeichnifs  derThiere  Islands  keine  Am- 

? hibien  und  keine  Art  dieser  Sumpfvögel  auf. 
n  Schweden  und  Norwegen,  wo  sich  einige  Ar- 
ten von  Fröschen,  Kröten,  Salamandern,  Ei- 
dechsen und  Nattern  aufhalten,  und  wo  in  den 
Flüssen  und  Seen  mehrere  SüfsWaBserFische  leben, 
kommt  der  weifse  Storch,  der  Kranich,  der  graue 
Reiher,  die  Rohrdommel  und  der  weifse  Löfflef 
vor.  In  Grönland,  wo  nach  O.  Fabricius  nur 
eine  Amphibienart,  Rana  temporaria,  und  einige 
Arten  Flufsfische  z.  B.  Salmo  rivalis,  stagnalis,- 
Ga*terosteus  aculatus  u.  a.  vorkommen,  halt  sich 
nur  Ardea  cinerea,  und  zwar  selten,  auf.  In 
Kamtschatka,  wo  sich  nur  eine  Amphibienart, 
Lacerta  viridis  >  aufhält,  scheint  kein  Vogel  die* 
ser  Abtheilung  vorzukommen»  An  dem  mehr 
nördlich  gelegenen  Flusse  liowina,  der  sich  ins 
Eismeer  ergiefst,  will  jedoch  Billings  Störche  und 
Kraniche  angetroffen  haben. 

§•  17*. 

Buropa,  das  nördliche  Asien  und  Amerika  1 
welche  einige  eigenthümliche  Flußfische  mit  ein- 


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ander  gemein  haben»  z.B.  Gadus  Iota,  Perca  flu* 
viatilis,  Esox  lucius ,  Salmo  lavaretus,  und  Gaste- 
rosteus  aculeatus,  Fischarten,  die  in  den  Flüssen 
und  Landseen  Huropas,  der  Hudsonsbay  und  in 
den  Flüssen  Sibiriens  z.  B.  dem  Amur  vorkom- 
men, haben  folgende  Sumpfvögel  dieser  Abtei- 
lung mit  einander  gemein,  Ardea  stellaris  und 
nycticorax.  In  Europa ,  welches  mit  Asien  meh- 
rere Amphibien  und  Flufsfischarten  gemein  hat, 
z.B.  Rana  esculenta,  Lacerta  viridis,  ocellata, 
Vipera  berus,  Cottus  gobio,  Muraena  anguilla 
u.  a.,  halten  sich  einige  Sumpfvögel  auf,  die 
auch  im  nördlichen  Asien  vorkommen,  nämlich: 
Ardea  minuta,  ralloides  und  purpurea.  Buropa 
und  das  nördliche  Amerika  besitzen  nur  eigen* 
thümlich  Ardea  egretta.  In  Europa,  Asien  und 
im  nördlichen  Afrika  kommen  vor  Ciconia  al* 
ba,  nigra  und  Grus  cinerea.  In  Europa ,  Asien , 
Afrika  und  Amerika  kommen  zugleich  vor,  Ar* 
dea  cinerea,  garzetta  und  Platalea  leucorodia* 

r 

Europa  besitzt  nur  eine  eigentümliche  Art 
Sumpfvögel  dieser  Abtheilung,  nämlich  den  noch 
zweifelhaften  dunkelfarbigen  Reiher  (Ardea  ob- 
scura)*  Auch  das  nördliche  Asien  hat  nur  eine 
eigenthümliche  Art,  nämlich  Grus  gigantea» 
Nordamerika,  welches  viele  eigenthümliche  Ar- 
ten von  Amphibien,  z.  B*  Rana  clamata,  pi* 
piens,  Hyla  ocularis,  pulmata»  squirella,  Sala* 
raandra  rubra,  alleganiensis,  Ophisaurus  ventra- 
lis,  Coluber  guttatus,  getulus,  ovivorus,  cocci* 
neus,  Crotalus  durissus ,  atricaudatus,  rhombifer, 
Scytale  niger,  piscivorus,  Scincus  cristatus,  La* 
certa  sexlineata,  Agama  undulatau.s.  w»  besitzt, 
so  wie  auch  viele  eigenthümliche  späterhin  zu 


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5*7 

nennende Flufsfische,  hat  mehrere  eigentümliche 
Arten  von  Sumpfvögeln  dieser  Abtheilung,  na- 
mentlich: Grus  americana,  canadensis,  Ardea 
hudsonica,  ludoviciana,  rubiginosa,  cana,  vir- 
gata  und  rufescens. 

§.  174. 

Die  Zahl  der  Sumpfvögelarten  dieser  Ab- 
theilung nimmt  zwischen  den  Wendekreisen  zu, 
so  wie  sich  hier  auch  die  Zahl  und  Mannich  - 
faltigkeit  der  Amphibienarten  vermehrt.  Afrika, 
welches  seine  eigenthümlichen  Amphibien  besitzt 
z.  B.  Tupinambis  niloticus,  stellatus»  exanthema- 
ticus,  Agamarosacauda,  Stelliospinipes,  Gecko 
fimbriatus,  Se ps  pentadactylus,  Vjperahaje,  nie- 
lanura,  daboja,  cerastes,  cornuta,  Coluber  tyria, 
coerulescens ,  Eryx  cerastes,  jaculus,  Langaha 
madagascariensis  u.  a.  hat  auch  seine  eigentüm- 
liche, vorzüglich  von  Amphibien  lebende,  Sumpf- 
vögel, nämlich:  Scopus  umbretta,  Psophia  atri- 
cana,  Ardea  gularis,  paradisea,  Ciconia  chryso- 
pelarga  und  Grus  pavonina.  Afrika,  welches 
mit  dem  benachbarten  Asien  einige  Amphibien, 
z.  B.  Agama  calotes ,  Stellio  cordylus ,  Scincus 
officinaüs,  vulgaris  u.a.  gemein  bat,  besitzt  mit 
diesem  Welttheile  auch  Amphibien  fressende 
Sumpfvögel  gemeinschaftlich,  z.  B.  Secretarius  «er- 

Sentarius,  Grus  virgo,  dubia  und -Ardea  caspica* 
lit  Amerika  und  Australien  hat  Afrika  weder 
Amphibien  noch  Sumpfvögel  gemein*  ♦ 

.  * 

S-  *75- 

Die  in  der  Nahe  oder  zwischen  den  Wen- 
dekreisen gelegenen  Länder  Afrikas,  in  denen 
viele  besondere  Amphibienarten  vorkommen, 
Tupinambis  indicus,  bengalensis*  Agama  super- 


■ 


528 

ciliosa,  fasciata>  Gecko  vittatos,  Sciftcus  giga«, 
bihncatus,  melanurus*  carinatus,  Bungarus  an« 
uularis,  Scytale  bizonatus>  Vipera  trimaculata, 
javanica,  corallina,  naja,  elegans,  Coluber  nym- 
pha,  helena,  pullatus,  hebe,  tristis,  Erpetonten- 
taculatus,  Eryx  bramineus,  Anguis  oxyrhyn- 
chus,  nammilfaris,  Pelamis  bicolor,  Hydrophi* 
obscurus,  Rana  tigerrina,  Hyla  bilineata,  Bufo 
gibbosus,  bengalensis,  Salamandra  abdominalis 
u.  a.  besitzen  viele  eigentümliche  Sumpfvögel 
dieser  Abtheilung,  namentlich:  Grus  antigone, 
japanensis,  Ardea  flavicollis ,  pondiceriana,  co* 
romandelina,  malaccensis,  leucoptera,  melanop- 
tera,  sinensis,  philippensis,  und  Mycteria  asia» 
tica.  Das  wärmere  Asien  hat,  so  viel  mir  be- 
kannt ist,  mit  Amerika  wedereine  Amphienart, 
noch  einen  von  Amphibien  lebenden  Sumpfvogel 
gemein. 

§.  176. 

Die  Zwischen  den  Wendekreisen  gelegenen 
und  gegen  Süden  sich  herab  erstreckenden  Län* 
der  Amerikas;  die  so  viele  grofse  Flüfse  und 
Sümpfe  besitzen,  sind  ungemein  reich  an  Amphi* 
bien.  Bankrott  versichert,  in  Gujana  allein  mehr 
als  sechzig  Arten  Schlangen  zu  kennen.  Von 
der  grofsen  Menge  der  diesen  Landern  eigen* 
thümlichen  Amphibien  will  ich  nur  einige  der 
vorzüglichsten  nennen:  Tupinatnbis  monitor, 
elegans*  Lacerta  ameiva ,  argus,  gutturosa,  stri* 
ata,  Agäma  umbra,  paraguensis .  orbicularis 
Stellio  azureus,  pelhima,  brevicaudatus ,  Anolis 
lincatus,  bullaris,  auratus,  Gecko  surinätnensis» 
porphyreus>  Scincus  maboya»  Crotalus  horri* 
dus,  mutus,  Vipera  brasiliana,  superba,  Coluber 
cpmpressus,  cenchoa,  laticapitatus ,  chelia,  co* 
rais,  anhaetulla,  Anguis  corallinus,  scytale,  Am- 


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5^9 

>  phisbaena  alba,  fuliginoaa,  Rana  typbonia,  ocel- 
lata,  paradoxa,  arunco,  thaul,  Hyla  variegata, 
frontalis,  tinctoria,  rubra»  aurantiaca,  marmo- 
rata,  Bufo  dorsiger,  panamensis,  surinamensis, 
cornutus«,  semilunatus  u.  a»  Hier  nun  treffen 
wir  auch  einen  grofsen  Reichthum  an  Sumpf, 
vögeln  ah,  die  sich  vorzüglich  von  Amphibien 
nähren,  namentlich: 

Ardea  galcata. 

—  spadicea. 
cracra. 

—  cocci. 

—  fuscau 
' —  hoactli. 

—  huboa. 

—  scolopacea. 
Palamedea  cornuta. 

—  cristata» 
Platalca  ajaja* 

—  pygmea. 
Psophia  crepitans. 

Das  südliche  Amerika,  welches  mit  dem 
nördlichen  einige  Amphibienarten  gemein  bat, 
z.  B.  Hyla  lateralis  u.  a.  besitzt  mit  demselben 
auch  einige  Sumpfvögel  gemeinschaftlich,  z.  B. 
Ardea  violacea,  virescens,  aequinoctialis  und 
exilis.  Ich  kenne  nur  eine  Reiherart,  welche  in 
Südamerika  und  Australien  vorkommt,  dies  ist 
Ardea  caerulea* 

$•  '77*  « 
Die  Länder  Australiens,  die  so  arm  an 
Flufsen  und  Sümpfen  sind,  werden  von  wenigen 
Amphibien  bewohnt,  z.  B.  von  Hyla  cyanea, 
Bufo  spinipes,  Gecko  variegatus,  Tupinambis 
endrachtensis,   Agama  muricata ,  Stellio  pla- 


Ciconia  magaari. 
Myctcria  americana. 
Cancroma  cochlearia. 
Ardea  cayennensis. 

—  undulata. 

—  tigritia. 

—  brasiliensis. 

—  flava. 

—  torquata» 

—  thula. 

—  _  striata. 

—  leucogaster. 

—  pileata. 


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53« 

turusu.  a.  Hier  halten  sich  nur  Mycteria  austra*  > 
Iis  und  fünf  Reiherarten  auf,  Ardea  sacra,  Nq* 
vae  Guineae  und  Novae  Holland lae,  ferner  Ar- 
dea caerulea,  die  auch  in  Jamaika  und  Brasilien 
vorkommt,  und  die  in  mehreren  Welttheilen  vor* 
kommende  Ardea  alba. 

i  t 

w 

Achtes   C  a  p  i  t  e  1. 

Von  der  Verbreitung  der  Vögel,    welche  sich  t/or- 
züglich  von  Thieren  und  Pflatizen  des  süfsen 

IVassers  nähren. 

§.  178. 

Zu  den  Vögeln  dieser  Abtheilung  fcähle  ich 
die  Vögel  des  Geschlechts  Eisvogel  (AlcedoJ, 
Sägetaucher  (Mergus),  Steifsfufs  (Podiceps),  Tau- 
cher (Colymbus),  Pelikan  (Pelecanüs),  Schlan- 
genvogel  (Plotus)*  einige  Arten  von  Scharben 
(Carbo),  Meven  (Larus)  und  Seeschwalben  TSter- 
na),  als  solche  die  sich  vorzüglich  von  Fischen 
des  süfsen  Wassers  nähren.     Ferner  die  Vögel 
des  Geschlechts  Wasserhuhn  (FulicaJ,  Rohrhuhn 
(Gallinula),Soornflügel  tParra),  Schwan  (Cygnus), 
Gans  (Anser)  und  Ente  (Anas),  als  solche  de- 
ren Nahrung  in  Fischen,  Mollusken,  Würmern, 
und  Pflanzen  des  süfsen  Wassers  besteht*  Viele 
Arten  dieser  Geschlechter  kommen  zwar  auch  an 
den  Meeresufern  auf,   besonders  da,  wo  sich 
Ströme  in  das  Meer  ergiefsen,  dem  ohngeachtet 
halten  sich  diese  Vögel  doch  im  Allgemeinen  am 
liebsten  an  Flüssen  und  Landseen  auf.  Vögel 
dieser  Abtheilung  kommen  überall  auf  4er  Erde 
vor,  wo  sich  Flüsse  und  Landseen  finden,  und 
zwar  besitzt  ein  Land  eine  um  so  gröfsere  Menge 
von  Arten,  je  mehr  es  Flüsse  und  Landseen  hat, 


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531 

und  je  reicher  diese  an  manichfaltigen  Arten  von 
Süfs Wasser thieren  sind.  Jeder  Welttheil  besitzt 
seine  eigenthüniliche  Arten,  so  wie  die  Flüsse 
und  Landseen  jedes  Welttheils  auch  ihre  eigen- 
tümlichen Bewohner  haben.  Länder  und  Welt- 
theil^ haben  um  so  mehrere  Arten  von  Vögeln 
dieser  Abtheilung  mit  einander  gemein,  je  mehr 
ihre  Flüsse  und  Landseen  gleiche  oder  ähnliche 
Fische  und  Wasserthiere  enthalten.  Die  Belege 
für  diese  Sätze  enthalten  die  folgenden  Angaben. 

§♦  179- 

Diejenigen  Länder  des  nördlichen  Europas, 
Asiens  und  Amerikas,  welche  in  der  Nähe  des 
nördlichen  Polarkreises  liegen,  nämlich  Island, 
die  Peroer  und  Schettländischen  Inseln ,  Norwe- 
gen, Schweden,  das  nördliche  Rufsland, Sibirien, 
Kamtschatka,  die  Inseln  zwischen  den  nördli- 
chen Asien  und  Amerika,  die  aleutischen  Inseln* 
die  Länder  des  nördlichen  Amerikas,  Ulaschka, 
Sandwichssund,  Hudsonsbay  u.  Grönland,  welche 
so  viele  Flüfse  u.  Landseen  haben,  werden  von  vie- 
len, allen  diesen  Ländern  gemeinschaftlichen, 
Schwimmvögeln  bewohnt.  Die  Flüsse  und  Seen 
dieser  Länder  enthalten  mehrere  gemeinschaftli- 
che Fische,  z.  B.  Gadus  Iota,  Perca  fluviatilis, 
Bsox,  lucius,  Salmo  lavaretus,  alpinus,  GaSte- 
rosteus  aculeatus  u.  a.  ♦  die  vielen  aus  dem  Meere 
in  die  Flüsse  aufsteigenden  Fische  nicht  mit  ge* 
2ählt,  diese  werde  ich  späterhin  nennen* 

Die  hierher  gehörende  Vögel  sind: 

tiallinula  porzana.  Cygtius  melatiorhynchos. 

Fulica  aterrima.  Anser  niveus. 

Mergus  merganser.  — *  spectabilia. 

—    serrator.  —  albifrons. 

albellus.  —  segetum. 

^  34  * 


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53« 


Anser  moHssitnus.  Anas  ghucion, 

—    leocopsis.  —  circia» 

Anas  boschas.  —  marila. 

—  crecca.  —  nigra. 

—  bistrionica.  —  fusca. 

. —    clypeata.  Podiceps  cristatns» 

—  ferina.  Colytnbus  glacialis. 
Anas  acuta.  —  arcticus. 

—  glaciaKs  s.  hye-  —  septentrkmalis, 

tnaHs.  Stema  nigra. 

—  Stclleri  s.  dispar.  —    min  Uta. 

—  dangala. 

Europa  und  das  nördliche  Asien,  welche 
atdser  den  zuvor  genannten  Fkifsfischen,  einige 
eigentümliche  Fischarten,  z.  B.  Cottus  gobio, 
Muraena  anguilla  und  mehrere  Salmarten  besi- 
tzen,  werden  zugleich  von  folgenden  Schwimm- 
vögeln dieser  Abtheilung  bewohnt: 

Galltnola  pnsiila.  Anas  stupera. 
Cygnos  gibbus.  —  foligala. 

Anser  roficollis.  —  rofina. 

Anas  tadorna.  —  qnerqaednli, 

Europa,  Asien  und  das  nordliche  Afrika» 
in#deren  Flüfsen  einige  besondere  Fische  vor- 
kommen ,  z.  B.  Silurus  glanis  u.  a. ,  haben  eigen- 
tümlich: Alcedo  ispida,  Anser  cygnoides,  Anas 
penelope  und  leucocephala  s.  merfe. 

Europa  und  das  nordliche  Amerika  werden 
von  folgenden  diesen  Ländern  eigentümlichen 
Schwimmvögeln  bewohnt:  Anser  torquatus,  Po- 
diceps cornutus,  auritus  und  minor. 

§.  i8i- 

Europa,  dessen  Flüsse  und  Landseen  von 
mehreren  besonderen  Arten  Fischen  bewohnt 


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533 

werden,  z.  B.  vor* Perca  Tucioperca,  Cyprinus 
gobio,.  carassus,  orfus,  dobula,  idus,  Sahna 
trutt&>  SchifFermülleri ,  eperlanus,  albula,  u.  a.> 
besitzt  an  eigentümlichen  Arten; 

Anser  borealia«  Podieeps  hebridicns. 

Anas  islandica.  —  snbcristatua. 

—  kncophthalroos.  —  longirostris. 

$  182. 

An  d£n  Landseen  und  Flüssen  des  nördli- 
chen Asiens,  welche  von  mehreren  eigentüm- 
lichen Arten  von  Fischen  bewohnt  werden,  z.R 
von*  Cällionymus  b^kalensis,  Cyprinus  lepto- 
cephalüs,  laber,  chalcoides,  galian,  njursa,  Sal- 
mo  erythrinus,  taimen,  nelma,  kundscha,  Le- 
pechini,  nasus,  migratorius  u.  a.  halten  sich  fol- 
gende Schwimmvögel  auf: 

Carho  pygroaeua..  Anas  glocitatw. 

tarus  ichtyactus..  —  kaXuschka« 

—  atrUrilloides.  — *  lucida. 
Anser  grandis.  —  formo^a. 

—  casarca..  Ppdjceps  castus». 
Anas  falcaria^ 

J.  183... 

An.  den  Landseen  und  Flüssen-  voa.  Norcfc 
amerika,  die  so  reich  an  eigentümlichen  Fischt 
arten  sind,  in  welchen  sich  unter  andern  auf- 
halten:. Labrus.  salmoides,  Cataphractes  amerw 
canus >  Salmo  stagnalis ,  Esox  viridis ,  Argentina. 
Carolina,.  Atherina  awampina,  menidia^,  Ami& 
calva,  Cyprinus  catostomus,  fucetta,  Perca  ocel- 
iata,  Süurus.feiis-  u.  a.K  kommen,  folgende  Vögel 
dieser  Abtheilung  vor; 

Alcedo  alcyon.  Fulica  americana. 

Gallinula  Carolina.  Parra  ladoviciana. 

—    noveboracensis.       Mergus  cucullatus. 


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534 

• 

Mergui  caerulea*/  Anas  obscura. 

—    fasrus.  —  carolinensis, 

Anser  caerulescens.  —  erythrorbynchos. 

—  canadensis.  PeVecanas  erythrorbynchos. 
Anas  perspicillata«,  —  carolinensis. 

—  öiscors.  Podiceps  carolinensis. 
labradora.  Colyrqbus  striata«. 

An  den  FKissen  des.  nördlichen  und  südli- 
chen Amerikas  kommen  zugleich  vor: 

Gallinula  melanocepbala..       Anas  bucepbala. 
Anas  discors,.  —  arborea,. 

—  americana.  babamensis. 

—  sponsa.  Pelecanus  carolinensis. 
v*.  dominica^                  (Jolymbus.  dominicus. 

In  dem  an  Flüfsen  undSeen  armen  Afrika  halten 
«ich  im  Verhaltnifs  zu  seiner  Gröfse  sehr  wenige 
Flufsvögcl  auf,  und  die  so  hier  vorkommen,  fin- 
det man  vorzüglich  an  den.  gröfseren  Strömen, 
am  Nil,  am  Gambia,  am  Senegal,  am  Niger, 
am  Zaire,  am  Zambese  und  an  den  Flüssen  des 
südlichen  Afrikas,  am  Elephanten^  *  Berg  Sonn- 
tags - ,  Fisch  -  und  Seekuh  Flufs,  Das  innere 
Afrika  scheint  besonders,  arm  an  solchen  Vögeln 
zu  seyn ,  wie  unter  andern  Bruce  a)  von  Abys- 
sinien  aussagt.  Einige  der  vorzüglichsten  Fische 
der  Flüfse  Afrikas  sind;  Muraeua  nilotica,,  Go- 
bius  apbye,  Labrus  niloticus,  Silurus  anguilla- 
ris,  Pimelodes,  docmak,  bajad,  Polypterus  bi- 
chir,    Cyprinus  bynni,   rnlotfcus,  Mormyrus 

a)  Voy.  en  Abytsinie  et  en,  Nubie  T,  5.  p.  179.  L'on  ne 
trouvc  ea  Abysinic  beaucoup  cToiscaux  aquatiques ,  et  les 
oiseaux  a  pieds  palrne's  sont  encore  plus  rare«  que  les  au« 
tres.  —  Xf'on  ne  trouve  en  Abyssinie  qu'une  seul  especc 
d'oies;  c'cst  l'oie  doree,  ou  Toie  du  Nil,  ou  l'oie  de  Cap. 


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535 

kannume,  oxyrhyhcbus,  dendera,  herse,  bele 
u.a.  im  Nil;  Magilang  im  Gambia  und  Senegal; 
Cyprinus  gonorhynchus,  argen teus,  Silurus  ca- 
pensis,  electricus  u.  a.  in  den  Flüfsen  d<?sCaps 
der  guten  Hoffnung.  Die  Afrika  eigentümlichen 
an  den  Flüfsen  sich  aufhaltenden  Vögel  sind 
folgende: 


Alcedo  aegyptiaca. 
, —  cancrophaga. 

—  maxima. 

—  niadagascariensis. 

—  cacrqleocephala. 
Parra  africana. 

—  ?enegala. 
Pelecanus  rufescens. 
Sterna  nilotica. 
Plotus  senegalensis. 
Anser  aegyptiacus. 

— .  gambensis. 


Anser  canus, 

—  tnontanus. 
Anas  nilotica. 

—  damiatica. 

—  africana, 

—  alexandrina. 

—  gattair. 

. — .  erythrorhyncha. 

—  georgica. 

—  dominicana« 

—  capensis, 

—  niadagascariensis« 


Afrika  und.  Asien  haben  mit  einander  ge- 
mein Alcedo  rudis,  semicaerulea,  magnirostris, 
Gallin ula  phoenicura  und  Fulica  cristata.  Mit 
Amerika  und  Australien  besitzt  Afrika  keinen 
Vogel  dieser  Abtheilung  eigen  thümlich. 

- 

Südasien,  welches  von  vielen  grofsen  Flüs- 
sen durchströmt  wird,  besitzt  viele  eigentüm- 
liche Flufsfische,  z.  B*  Ophicephalus  striatus, 
Silurus  fossilis,  cotylephorus,  chinensis,  Gobius 
cleocris,  Coryphaena  pentadactyla ,  Scorpaena 
volitans,  Pimelodes  nodosus,  aetherinoides,  Cy«- 
prinus  rubrofuscus,  nigroauratus,  viridiviolace^- 
us,  auratus,  falcatus,  fimbriatus  u.  a.  An  den 
Flüfsen  Asiens,  welche  von  djesen  und  vielen 
anderen  besonderen  Fischarten  bewohnt  werden. 


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536 


halten  sich  viel«  eigentümliche  Arten  von  Vö- 
geln dieser  Abteilung  auf,  nämlich: 


Alcedo  air  capilJa. 

—  sroyrnensis. 

—  orientalis. 

—  trldactyla. 

—  porpurea. 

—  caerulea. 

—  bengalensfa« 
~  dea» 

—  cofomanda. 

—  eollaris. 

—  cristata. 

—  cblorocephahu 
•    —  lencocephala» 

—  flavicans. 
Gallmula  cristata. 

—  viridis. 

—  maderaspatana. 
Farra  sinensis. 

—  indica. 


Parra  lozoniensis. 
Pelecanus  roseus. 

—  philippensi*. 

—  tnaniilensis. 
Sterna  philippina. 

—  sinensis. 
Plotus  melanogaster. 
Anser  indicas. 

—  melanotes, 
Anas  arabica. 

—  sersair. 

—  fortnosa. 

—  -  hina. 

—  gelericnlata. 

—  caryophyllacea. 

—  coromandeiensis« 

—  maniilensis* 

— .  poetilorhyncha. 
Colymbns  sinensis« 


Sud  a&ien  bat,  so  viel  mir  bekannt  ist»  keine 
eigentümliche  Art  dieser  Abtheilung  weder  mit 
Südamerika  noch  mit  Australien  gemein* 

186* 

Die  vielen  grofsen  Strome  des  südlichen 
sind  besonders  reich  an  eigentümli- 
chen Fischen,  in  denselben  halten  sich  unter 
andern  auf:  Trichiurus  lepturus,  Gymnotus  ca- 
rager,  Gobius  lanceolatus,  Pisonis,  (iobiomorus 
dormator,  Silurus  undecimalis,  aspredo,  fascia- 
tus,  Pimelodus  argenteus,  maculatus,  coerules- 
cens,  chilensis,  Cataphractes  punetatus,  Lorica- 
xia  plecostomus,  Cyprinus  raueus,  malchus,  ju- 
lus,  Symbranche  maculata  u.  a.  Südamerika 


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537 


übertrifft  bei  weitem  Afrika  und  Sudasien  an 
der  Zahl  eigentümlicher  Arten  von  Vögeln,  die 
sich  an  Flüfsen  aufhalten  und  aus  denselben  ihre 
Nahrung  nehmen.  Folgendes  sind  die  Südame- 
rikas eigen thümlicheu  Flufsvögel  : 


Alcedo  cayennensis, 

—  torquata. 

—  amazona. 

—  maculata. 

—  bicolor^ 

— —  americana. 

—  brasiliensis. 

—  sorinainensi«* 
— .  albiventris. 

—  saperciliosa. 

—  Azarae. 

—  leucorrhynchos. 
Parra  cayennensis. 

—  jacana. 

—  nigra« 

—  brasiliensis.. 

—  viridis. 

—  variabilis. 

—  ehavaria. 

—  chiiensis.  • 
Gallinula  earthagena. 

—  cayennensis. 

—  ruficolüs. 

—  martinica* 


Gallinula  flavirostrig, 
—  purpurea. 

Fulica  mexicana. 

Podiceps  cayanus, 
— —  domioicus. 

Cygnus  nigricollis. 

Anas  coscoroba. 

—  spinosa. 

—  novae  Hispaniae* 

—  JacqninL 

—  fulva. 

—  jatnaicensis. 

—  mexicana. 

—  brasilierisis* 

—  autumnalis, 

—  regia. 

—  leueoptera. 

—  antaretica. 
— —  cinerea. 

—  magellanica» 
Plotus  anhinga. 

—  cayennensfc. 

—  surinamenste. 
Pelecanus  magellanicus. 


Nach  dem  Zeugnisse  aller  Reisenden  sind 
die  zu  Australien  gehörenden  Lander,  vorzüg- 
lich das  gröfste  unter  ihnen,  Neuholland,  sehr 
arm  an  Flüssen.  Die  vorzüglichsten,  im  Ver* 
hältnifs  zur  Gröfse  des  Landes  sehr  unbedetr* 


533 


tendea  Flüfae  Neuholland»  sind  der  Grose  und 

Nepean,  welche  den  HawkesburyFlufs  bilden, 
die  Flüfse  Endeavours^  Caron,  Wilhelmsflufs, 
Schwanenflufs  und  einige  andere  kleine  Flüfse. 
Mehrere  dieser  Flüfse  trocknen  zur  Sommerszeit 

{;anz  aus.  Der  bedeutendste  Fluls  auf  Neusee- 
and  scheint  die  Themse  zu  seyn,  so  nannte  ihm 
Cook.  Van  Diemensland  hat  seinen  Dalrymples- 
Flufs.  Die  auf  Otahiti  und  andern  Inseln  vor- 
kommenden Gewässer  sin4  kleine  Gebirgsflüsse, 
die  nur  bei  der  Regenzeit  ansehnlich  anschwel- 
len. In  den  Flüfsen  und,  Bächen  Australiens 
kommen,  so  viel  bis  jetzt  bekannt  ist,^  sehr  we- 
nige Fische  vor;  auf  Otahiti  fand  man  Gobius 
ocellaris,  auf  Neuseeland  Esox  argenteus;  aus 
dem  Hawkesbury  -  Flufs  führt  Bailly  nur  zwei 
Arten  Flufsfische  an,  eine,  welche  dem  Cyprinus 
gobius  ähnlich  ist,  und  eine  andere  Cyprinusart. 
Die  Länder  Australiens  sind  daher  arm.  an  Vö- 
geln dieser  Abtheilung,  und  die  so  hier  vor- 
kommen, nähern  sich  gröfstentheils  von  den  hier 
in  Menge  vorkommenden  Meerfischen ,  Crusta- 
ceen,  Mollusken  und  Zoophyten.  Folgendes 
sind  die  Australien  eigenlhümlichen  Wasservögel 
dieser  Abtheilung: 

Alccdo  fusca.  Anser  brachypterus. 

—  novae  Guineae.  — ■  antarcticus. 

—  sacra.  —  leucopterus. 

—  venerata.  —  variegatus. 

—  tuta.  Anas  snperciliosa. 
Gallinnla  alba.,  —  novae  Seelandiae. 
Cygnus  atratus.  — ■  melanorhynchos. 

§k  188.. 

Einige  Vögel  dieser  Abtheilung  sind  sehr 
weit  verbleitet,  und  kommen  in  Kuropa,  Asien, 
Afrika  und  Amerika  vor,  dahin  gehören:  Fu- 


539 

•  I 

Jica  atra  und  Gallinula  porphyrio.  Die  VÖ°d, 
welche  in  allen  Welttheilen  vorkommen,  sollen, 
sind:  Gallinula  chloropus,  Pelecanus,  onocrota- 
lus.  und,  Anser  cinereus. 

< 

Neuntes  Capitel. 

Von.  der  Verbreitung  der  Vtigel,  welche  sich  vor- 
züglich  von  Meerthieren  nähren^ 

$•  189.. 

Zu  dieser  Abtheilung  zahle  ich  diejenigen 
Vogel  -  Geschlechter,  deren  Arten  sich  haupt- 
sächlich auf  dem  Meer  aufhalten ,  oder  doch  an 
den  Küsten  des  Meeres,  und  deren  Nahrung  in 
Fischen,  Crustaceen,  Weichwürmern  und  Zoo- 
phvten  besteht.  Dahin  geboren  von  Sumpfvö- 
geln dieGescblechter  Flamingo  (Phoenicopterus), 
und  Scheidenschnabel  (Vaginalis) ;  von  Schwimm- 
vögeln die  Geschlechter  Tölpel  (Sula),  Scharbe 
(Carbo  s.  Phalacrocorax},  Fregattvogel  (Frega- 
ta),  Tropikvogel  (Phaeton),  Verkehrtschnabel 
(Rhinchops),  Möve  (Laruj) ,  Me^rschwalbe(Ster- 
na),  Albatrofs  (Diqmedea),  Sturmvogel (Procel- 
laria),  Lumme  (Uria),  Alk  (Alca)  und  Fettgans 
(Aptenodjftes).  Mehrere  Arten  dieser  Vögel 
kommen  jedoch  auch  auf  Landseen  undFlüfsen 
vor,  z.  B.  Möven,  Meerschwalben  und  Flamin- 
gos. Nicht  selten  werden  solche  Vögel  auch, 
durch  Stürme  aufs  feste  Land  verschlagen. 

§.  1905 

Die  Seevögel  sind  unter  den  Vögeln  am  wei- 
testen über  die  Erdkugel  und  namentlich  gegen 
die  Pole  verbreitet.  Im  ä'ufsersten  Norden  bis 
zum  81.  Grad  nördlicher  Breite,  wo.  das  Meer 


5-P 

in  ungeheuren  Eismassen  erstarrt,  hat  man  noch 
Seevögel  angetroffen»  Phipps  fand  an  den  Eis« 
küsten  Spitzbergens  Alca  aretica,  alle,  Coljra- 
bus  glacialis,  Uria  grylle,  troile,  Larus  rissa* 
parasiticus,  Sterna  hirundo  und  Anas  molissima. 
So  weit  Cook  in  die  Eisfelder  des  südlichen  Po- 
larkreises eindrang,  so  weit  traf  er  Seevögel  an. 
Forster  a)  sagt:  die  Menge  von  Vögeln,  die  wir 
bisher  (zwischen  dem  65.  und  67.  Gr,  nördl.  Br.) 
angetroffen,  würdfe  vielleicht  jeden  andern  Rei- 
senden verleitet  haben,  in  der  Nähe  Land  zu 
vermutben.  Wir  waren  aber  schon  zu  sehr  da- 
ran gewöhnt,  sie  in  offner  See  um  uns  zusehen, 
als  dafs  wir  sie  noch  ferner  für  dergleichen  gün- 
stige Vorbotben  hätten  gelten  lassen  sollen. 
Grofse  Züge  von  blauen  Sturmvögeln  und  Pinta- 
den,  eine  Menge  Albatrosse,  mitunter  auch  ein- 
zelne Skuamöven  hatten  uns  täglich  begleitet» 
und  als  wir  uns  dem  Bise  näherten,  gesellten 
sich-  noch  Schnee- und  antaretische  Sturmvögel* 
ingleichen  Malmucken  dazu.  Da  wir  neben  dem 
Eisfelde,  welches  um  im  Wege  gewesen,  ganz 
vorbei  waren;  so  steuerten  wir  nun,  wie  vorher, 
wiederum  gerade  geg^a  Süden,  und  kamen  zum 
zweitenmal  durch,  den  antaretischen  Zirkel  Das 
Wetter  war  nafs  und  nebligt;  Eisinseln  häufig 
um  uns  her;  der  Wind  war  frisch-  Eine  Menge 
an taretischer- Sturmvögel  und  ein  Wallfisch,  dEer 
ohnweit  dem  Schiffe  Wasser  aufsprizte^  schienen 
un*  beim  Eintritt  in  den  kalten  Erdstrich  gleich- 
sam 2m  bewillkommnen.  Ferner  erzählt  Forste?, 
.dafs  sich  unter  71.  Grad  10  Minuten  südlicher 
Breite,  und  106  Grad  54  Minuten  westlicher 
Länge,  wo  das  Thermometer  auf  32 Grad' unter 
Null  stand,  dennoch  eine  Menge  Pinguins  mit 


a)  ».  a.  O.  B.  1.  S.  402. 


54 1 

ihrem  kraxenden  Gescbtei  hören  liefsen,  die  aber 
des  einfallenden  Nebels  wegen  nicht  gesehen  wer- 
den  konnten. 

§•  19*- 

Jeder  im  Ocean  aus  dem  Wasser  hervorra- 
gende Felsen,  und  jede  unwirthbare  nakte  Insel 
wird  von  Seevögeln  bewohnt,  die  hier  brüthen. 
Die  vielen  in  der  Nähe  der  Orkney  -  Feroer- 
und  Schettländischen  Inseln  befindliche  Klippen,  • 
die  wie  hohe  Mauren  und  Thürme  aus  dem 
Meer  hervorragen,   werden  von  Papagey  tau- 
chern,  Taucherhühnern,  Möven,  Meerscnwal- 
ben  und  Scharben  bewohnt,  die  hier  zu  vielen 
tausenden  brüthen.    Anderson  a)  fand  auf  dem 
unwirthbaren  Lande  Kerguelen  (48  Gr.  stidl.  Br.), 
wo  man  kaum  sechszehn  bis  achtzehn  Pflanzen- 
arten  findet,  eine  Menge  von  Sturmvögeln,  Mo- 
ven,  Albatrossen,  Scharben  und  Meerschwalben. 
John  Barrow  b)  traf  auf  der  kleinen  Insel  St. 
Paul  (38  Gr.  40  Min.  südl.  Br.),  die  gewisser- 
mafsen  ein  grofser  Krater  ist,  blofs  Wasservögel 
an,  Diomedea  demersa,   exulans,  Procellaria 
aequinoctialis ,  puffmus,  grisea,  pelagica,  For- 
sten, Sterna  hirundo,  und  Pinguine.    Auf  der 
ganzen  Insel  fand  sich  kein  Landvogel,  kein 
Säugthier,  kein  Insekt,  ausgenommen  Fliegen, 
und  sehr  wenige  Pflanzen.  Die  Malouinische  In- 
geln (unter  dem  51.  und  52^  Grad  südlicher  Br. 
nnd  61  —  6sf  Gr.  westl.  Länge  nach  dem  Pari- 
ser  Meridian;,  welche  in  der  Nähe  der  Magel- 
lanstrafse  liegen,  werden  nach  der  Angabe  von 
Bougainville  c)  fast  allein  von  Schwimmvögeln 


a)  Cooks  Reise  kV  1.  S.  I<X). 

b)  Voy.  a  la  Cbchinchina  trad.  par  Malte  Brun.  Paris  1807. 
#)  a.  a.  O.    pag.  6g. 


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54* 


/ 

0 


bewohnt  Auf  der  Insel  Noe?l  (59  Gr.  nördl.  Br. 
und  102  Gr.  20  Min.  westl.  Länge)  halten  sich 
nach  dem  Zeugnisse  Cooks  a)  fast  ausschliefst 
lieh  Seevögel  auf,  Meerschwalben,  Möven,  Sturm- 
vögel, u.  a.  Die  kleineren  Krisey-,  Andreanow- 
sche,  Fuchs  -  und  Kurilischen  Inseln  werden  nach 
Berings,  Langsdorf  u.  a.  Angaben  fast  allein  von 
Seevögeln  bewohnt.  Eben  so  verhalt  es  sich  mit 
vielen  anderen  kleinen  Inseln  des  Oceans. 

§.  19*- 

Der  Aufenthalt  und  die  Verbreitung  der  See- 
vögel scheint  in  einem  genauen  Verhältnifs  mit 
der  Verbreitung  der  Fische  und  Seethiere  zu  ste- 
hen, welche  ihre  Nahrung  ausmachen.  Denn 
ebenso  wie  gewisse  Fische  und  Seethiere  an  al- 
len Orten  des  Weltmeers  vorkommen,  so  treffen 
wir  da  auch  mehrere  Arten  von  Seevögeln  an. 
Den  in  den  Meeren  der  nördlichen  Hemisphäre 
sich  aufhaltenden  eigentümlichen  Fischen  ent- 
sprechen eigenthümliche  Seevögel,  eben  so  den 
in  den  Meeren  zwischen  dem  Wendekreisen  und 
in  dem  Meeren  der  südlichen  Hemisphäre  vor- 
kommenden Fischen.  So  wie  jede  Abtheilung 
des  Oceans  ihre  eigentümlichen  Bewohner  hat, 
so  halten  sich  auch  auf  derselben  eigenthümliche 
Seevögel  auf.  Hiefür  sprechen  folgende  That* 
sachen. 

Die  Gewässer,  welche  die  Continente  unse- 
rer Erde  nebst  ihren  Inseln  umgeben,  die  anein- 
ander bangend  sind  und  die  das  grofse  die  ganze 
Erde  umströmende  Weltmeer  bilden,  werden  von 
vielen  Fischen  bewohnt,  welche  fast  in  allen 


it)  Dritte  Reise  B.  2.  S.  333. 


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543 


Theilen  des  Weltmeers  angetroffen  worden  sind. 
^  Dahin  gehören  Aluraena  conger,  Scomber  thyn- 
'nus,  pelamis,  scomber,  trachurus,  pelagkus, 
Trachinus  draco,  Callionymus  lyra,  dracunculus, 
Echencis  remöra,  Gasterosteus  ductor,  Alullus 
surmuletus,  Spams  aurata,  Salmo  salar,  Esox 
belone>  Mugil  cepbalus,  Zeus  vomcr,  gallus, 
und  mehrere  Arten  Von  Hayfischen,  Rochen  u. 
s.  w.  Ferner  von  Weicbwürmern,  Physalispe- 
lasgica,  Salpa  confoederata,  socia,  pela^icau.  a. 
Diesen  Thieren  entsprechen  folgende  über  das 
Weltmeer  verbreitete  Vögel: 

Carbo  cormoranus.  Procellaria  puffinus. 


welche  man  auf  dem  Ocean  der  südlichen  tind 
nördlichen  Erdhälfte,  und  zwischen  den  Wende-, 
kreisen,  fast  an  allen  Orten  angetroffen  hat, 
wie  aus  der  Angabe  der  Reisenden  in  demVer- 
zeichnifs  der  in  allen  Weltthcilen  vorkommen* 
den  Vögel  erhellet. 

§.  194- 

Das  innerhalb  des  nördlichen  Polarkreise* 
befindliche,  und  die  nördlichen  Rüsten  Europas* 
Asiens  und  Amerikas  umströmende  Eismeer,  so 
wie  die  mit  dem  Eismeere  in  Verbindung  ste- 
henden kleineren  Meere  bis  2um  50.  Gr.  nördl. 
Breite,  welche  zwischen  dem  Continent  von  Eu- 
ropa,  Asien  und  Amerika  mehrere  gröfsere  Bu- 
sen und  Buchten  bilden,  namentlich  die Baffins- 
bay,  die  Davis  und  Baffins-  Strafse,  die  Hud- 
sonsbay,  die  Jamesbay,  die  fiskimauxbay,  die 


—  graculus. 
'  —  minor. 
Procellaria  fregnta. 

—  pelagica. 

—  glacialis. 


Latus  mariiws. 

—  flavipes. 

-  cataractes. 

—  tnaximüs. 


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■ 


l 

» 

i 

544 

Nord -und  Ost -See,  der  Bothnische  Meerbusen» 
das  weifse  Meer,  der  Lenameerbusen,  die  Be« 
ringsstrafse,  das  zwischen  Kamtschatka,  dem* 
nordwestlichen  Amerika  und  aleutischen  Inseln 
gelegene  kamtschatkische  Meer  oder  Catharmen- 
Archipel,das  anadirskische  Meer,  der  Nortonsund, 
die  Bristolbay,  das  ochotskische  Meer,  das  Meer 
von  Chicha,  der  Prinz  Williams-Sund,  der  König 
Georgs- Archipel,  der  Prinz  Wales-Archipel  und 
der  Charlotten-Sund,  haben  folgende  Fische  mit 
einander  gemein:  Clupea  harengus,  alosa,  sprat- 
tus,  Gadus ;  aeglefmus,  morhua,  Ple\ironectes 
cynoglossus,  hypoglossus,  glacialis,  Cyclopterus 
lumpus,  bimaculatus  u*a.  Auf  diesen  Meeren  hal- 
ten sich  folgende  eigentümliche  Seevögel  auf : 

Larus  ridibundus.  Uria  grylle. 

—  parasiticus.  Alca  cristatella* 

—  tridactyloi.  —  torda. 

—  glaueus.  - —  aretica. 
Uria  troile.  Anser  molissimas. 

Auf  den  nördlichen  zwischen  Europa  und 
Amerika  befindlichen  Meeren,  die  folgende  Fische 
mit  einander  gemein  haben ,  Gadus  callarias, 
barbatus,  virens,  merlucius,  molva,  brosroe, 
Blennius  gunnellus,  Cottus  cataphractus,  scor- 
pius,  gobio,  Labrus  exoletus,  Gasterosteus  acu- 
Jeatus  u.  a.,  und  ferner  folgende  Weich wiirmer 
und  Zoophyten,  Clio  borealis ,  helidna»  limaci- 
na,  Tritonfa  clavigera,  cornuta,  peregrina,  Do- 
ris fusca,  pilosa,  m  urica  ta,  levis,  Mammaria 
mamella,  varia,  globula,  Aphrodite  punctata» 
filamentosa,  scabra,  minuta,  Amphitrite  cristata» 
cirrata,  Lucernaria  quadricornis,  phrygia,  auri- 
cula  u,  a.  halten  sich  folgende  diesen  Meeren 
eigenthiimhehe  Vögel  auf: 

Sula  alba.  Alca  alle« 

Larus  eyanorbynebuö.  — *  impetonis. 


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545 

Das  nördliche  Buropa  und  Asien  haben  mit 
einander  gemein:  Sterna  metopoleucos ,  Larus 
canescens  und  minutus.  Auf  dem  nördlichen 
Meeren  zwischen  Asien  und  Amerika,  wo  un- 
ter andern  folgende  besondere  Fische  leben,  Cy- 
clopterus  gelatinosus,  ventricosus,  und  Clupea 
sinensis ,  halten  sich  viele  eigentümliche  See- 
vögel auf,  namentlich: 

Carbo  violaceus.  Ale«  antiqna. 

—    urile.  —  pygtnaea. 

Procellaria  farcata.  —  cirrhata. 

—       kurilensia.  Anser  Beringn. 
Uria  mannorata. 

Die  Meere  des  nordlichen  Europas  besitzen 
Larus  crepidatus  und  Uria  lacteola  eigentüm- 
lich. 

Auf  dem  Meere  des  nördlichen  Asiens,  na- 
mentlich auf  dem  Meer  zwischen 4  Kamtschatka 
und  Japan  halten  sich  Alca  tetracula  und  psit- 
tacula  auf.  Auf  den  Meeren  des  nördlichen 
Amerikas,  die  von  mehreren  eigentümlichen 
Fischen  bewohnt  werden ,  z.  ß.  von  Labrus  au- 
ritus,  falcatus,  rufus,  Mugil  albula,  Gaster- 
osteus  carolinus,  canadus,  Trigla  punctata,  Ca- 
rolina, Scarua  Catesbyi,  Lutjanus  virginicus  u.  a» 
halten  sich  einige  diesen  Meeren  eigenthümliche 
Seevögel  auf,  nämlich:  Procellaria  melanopus , 
Larus  keeask,  Alca  labradorica  und  Rhynchops 
nigra,  der  sich  jedoch  bis  zu  den  Küsten  des 
südlichen  Amerikas  herab  erstreckt,  und  auch 
auf  dem  großen  Ocean  vorkommt. 

§•  195- 

So  wie  viele  Arten  von  Fischen,  die  Hee- 
ringe, Alosen,  Salmarten,  Gadusarten,  welche 
die  nördlichen  Meere  bewohnen,  in  ganz  un- 

35 


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546 


glaublicher  Menge  Vorkommen,  so  sind  auch  die 
ebengenannten  auf  den  nördlichen  Meeren  sich 
aufhaltenden  Vögel  ungemein  zahlreich.  Ander- 
son ö),  Olafsen,  Pontoppidan  b),  Pennant  u.  a» 
erzählen»  dafs  ,alle  Küsten,  Klippen  und  Felsfn 
Grönländs,  Islands,  der  Feroer,  Orkney  und 
Schettländischen  Inseln,  Schottlands,  Irlands» 
Norwegens  u.  s.  w.  mit  Seevögeln  bedeckt  sind  r)> 


- 

«)  Hist.  flittfr.  de  Öroenland  t.fc.  p.68-  fl  y  aa  Grönland 
uoc  quantite  prodigitusc  d'Oiseauxaquatiques  et  de  Rivage. 

—  de  l'Islande  T.  I.  p.  86  Lc*  oiseaux  de  ii* 
vages  et  autret  aquatiques  se  trouvent  ici  en  tres  grande 
quantite.  On  voit  dans  des  eftdroits  ecarte's,  ou  dans  des 
Isles  inhabites,  des  rochers  qui  paroissent  tout  blancs  de 
leur  fiette.  Des  troupes  immenses  couvrent,  pour  ainst 
dire,  la  mer  jusqu'a  12  ou  18  Heues  de  l'isle. 

4)  Naturgeschichte  Norwegens  S.  IbO/.  Auf  den  unzähligen 
Scheeren,  Inseln,  hohen  Vorgebirgen ,  hohlen  Klippen  und 
Felsen  hält  sich  eine  unglaubliche  Anzahl  von  See  -  und 
Strand  •  Vögeln  auf.  Man  sieht  sie  zuweilen  zwei  und 
mehrere  Meilen  vom  Lande  in  der  See  in  so  großen  Hau* 
fen  fliegen,  dafs  man  sie  kaum  übersehen  kann,  und 
man  meinen  sollte,  die  Seevögel  aus  allen  Landern  wären 
hier  versammelt. 

#)  wie  unter  andern  auch  Harvey  in  1.  Schrift  de  gener.  % 
Excrcit.  11  sagt:  Est  insula  parva,  Scott,  Baß,  noroi* 
nant,  haud  amplius  mille  passuum  cireuitu  amplitudo  ejui 
clauditur.  Hujus  Insulae  superficies,  mensibus  Majo  et 
Junio,  nidis,  ovis  pullisque  propemodum  rota  instrueta 
est,  adeo  ut  vix,  prae  eorura  copia,  pedem  libere  ponere 
liceat:  tantaque  supervolantium  turba,  ut  aubium  instar, 
solcm,  coelumque  auferant:  tantusque  voeiferamium  clan- 
gor et  strepitus,  ut  prope  alloquentes  vix  audias.  Si  sub- 
jectum  mare  inde,  tanquam  ex   edita  turri  et  ahissimo 


547 

und  dafs  man  oft  Schwärmt  von  vielen  tausen- 
den  auf  dem  Meere  herumfliegen  sieht.  Auch 
die  auf  dem  kamtschatkiseben  und  ochotzkiseben 
Meere  lebenden  Seevögel  sind  nach  Stellers, 
Krascheninikofs  u.  a.  Angaben  ganz  aufseror- 
dentlich  zahlreich»  wie  die  daselbst  lebenden 
Fischarten.  Die  Heringe  und  eine  grofse  Anzahl 
Salmarten  ziehen  im  Sommer  oft  in  so  grofsen 
Heeren  in  den  Flüfsen  herauf,  dafs  sie  das  Was* 
«er  vor  sich  hertreiben  und  selbst  die  Flüfse  so 
zudammen ,  dafs  sie  aus  den  Ufern  treten.  Die« 
sen  Zügen  folgen  grofse  Schaaren  von  Seevögeln. 
Auch  die  nordwestliche  Küste  von  ^merikaunddie 
aleu tischen  Inseln  werden  von  ungeheurenScb  wär- 
men von  Seevögeln  bewohnt,  wie  unter  andern 
Langsdorf  von  der  Insel  St.  Paul,  Kodeaku.  a. 
aussagt. 

§.  196. 

Auf  den  Meeren  zwischen  den  Wendekrei- 
sen und  in  deren  Nähe,  wo  viele  eigentümli- 
che Fische  vorkommen,  z.  B.  Exocoetus  voli- 
tans,  Trigla  volitans,  die  meisten  Arten  des  Ge- 
schlechts Balistes,  Chaetodon,  Corypbaena,  Ho- 
locentrus,  Stromateus,  Fistularia,  GobiusGrono- 
vii,  Clupea  atherinoides ,  cyprinoides,  thrissa, 
Hologymnosus  fasciatus  u.  a.,  halten  sich  auf: 

Phaeton  aethereus.  Sterna  stolida. 

Carbo  aquilos. 


praeeipitio  despexeris,  idem  quoquovereum ,  infinit»  diver» 
forum  generum  avibui  natantibtu  praedaeque  inhiantibut  , 
opertum  videas.  Si  circum  navigando  immifienrcm  clivum 
suspiecre  libucrit;  videas  in  tinguiis  praerupti  loci  crepi* 
dinibut  recessibus,  avium  cujuslibet  generis  et  magnitu* 
dinis  ordincs  innumerabiles,  plurct  saue  quam  nocte,  lercno 
coelo,  itelhtc  conspiciuntur. 

35  * 


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548 


§.  197- 

Die  Meere  der  südlichen  Hemisphäre,  ift 
welchen  sich  folgende  eigentümliche  Fischarten 
aufhalten,  Cottus  australis,  Chaetodon  armatus, 
Triurus  Bougainvillianus*  Polynemua  emoi,  Clu- 
pea  vittargentea ,  Lutjanus  percula,  Muraena 
ophis,  colubrina»  pantherina>  grisea,  Gymno* 
muraena  doleata,  marmofata  u.  a*  und  wo  so 
viele  eigenthümliche  Weich  Würmer  und  Zoophy- 
ten  vorkommen ,  z.  B.  die  Geschlechter  Stepha* 
nomia  und  Janthina,  Physalia  megalista>  Velella 
«caphidia,  Glaucus  eucharis,  Hyalea  australisu.  a. 
werden  von  sehr  vielen  Seevogeln  bewohnt: 


Vaginalis  alba. 
Carbo  naevius. 

—  varius. 

«—  caruncnlatui. 

—  cirrhatus. 
Sula  sabueusis» 
Pfocellaria  uritiatrix. 

—  caerulea. 

—  gelida, 

—  nivea. 


Procellaria  aatarctica. 
Sterna  striata» 
Aptenodytes  patagonica, 

—  torquata. 

—  papua. 

— -  chrysocotnsu 

—  ininor* 
antarctica. 

— »  catarractes* 


Jede  der  drei  grofseren  Abtheilungen  des  Welt- 
meers, das  atlantische  Meer,  das  indische  Meer, 
und  das  stille  Weltifteer  oder  der  grofseOcean, 
hat  wieder  seine  eigentümlichen  Seevogel.  Dem 
zwischen  Europa,  Afrika  und  Amerika  gelege- 
nem atlantischen  Meer  gehört  Phoenicopterus 
ruber  an,  welcher  sich  an  den  meisten  Küsten 
der  eben  genannten  Länder  aufhält.  Ferner  zähle 
ich  hierher: 


Sula  fiber. 
—  parva. 


Proceilaria  brasiliensis. 
Laras  canus. 


Procellaua  aequinoctiali*. 


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549 

'  §•  199- 

Das  zwischen  Afrika ,  Arabien,  Indien,  Sum- 
matra,  Java  und  Ncuholland  gelegene  indische 
Meer,  welches  sehr  reich  an  eigentümlichen 
Fischen  ist,  und  wo  sich  namentlich  folgende 
Fische  aufhalten:  Labrus  trichopterus ,  opercu- 
latus,  longirostria,.  jaculatrix,  Coryphaena  un- 
dulata,  sima,  acuta,  viridis,  galeata,  Scorpaena 
horrida,  didactyla,,  antennata,  Trigla  minuca, 
Gymnotua  Hawkenii,  Clupea  malabarica,  mystus, 
-Lutjanus  diagramma,  Centriscus  scutatus.  Peg*. 
sus  volans,  Notopterus  squamosus,  Callvomus 
sagitta,  Bod j^inus  palpebratus,  Scomber  filamen- 
tosus ,  speciosus  u,  a«  wird  von  folgenden  See- 
vögeln  bewohnt;, 

Sterna  alba.  Procellaria  capensis. 

Piomedea  chlOTorbyncbos.    Phaeton  phoenicarui. 

Das  zwischen  Asien,  Amerika  und  Austra- 
lien gelegene  stille  Weltmeer,  Südmeer,  oder 
besser  der  grofse  Ocean ,  ist  reich  an  eigen  thiim- 
lichen  Fischen,  vorzüglich  sind  es  die  Küsten  - 
der  japanischen  Inseln,  Wo  sich  unter  andern 
folgende  Fische  aufhalten ;  Callionymus  japoni- 
cus,  Uranoscopus  japonicus,  Gobius  pectiniros- 
tris,  Coryphaena  sinensis,  Cottus  japonicus, 
Lutjanus  macrophthalmus,  Vosmaeri,  ellipticus, 
japonicus,  Mullus  japonicus,  Spams  argentatus, 
Labrus  Thunbergii,  japonicus,  Atberina  japoni- 
ca,  Centrogaster  fuscescens,  Trigla  alata,  Scom- 
ber chinensis ,  japonicus ,  aureus  u.  a.  An  den 
Küsten  von  Chili  kommt  unter  andern  vor,  Mu- 
gil  Chilensis.  Die  an  den  Küsten  der  Südsee- 
Inseln  vorkommenden  Fische  habe  ich  bereits 

< 


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55« 

früher  genannt  Auf  dem  grofsen  Ocean  halten 
gich  viele  Seevögel  auf.  Dahin  gehören  unter 
andern  die  auf  den  Meeren  der  südlichen  Eis- 
zone lebende  Diomedea  exulans,  welche  jähr- 
lich nach  Kamtschatka  und  nach  den  curihschen 
Inseln  wandert.  Ferner  müfsen  hieher  gezählt 
werden,  Procellaria  gigantea  ♦  grisea,  Diomedea 
spadicea  und  Phaecon  melanorhynchos »  Vögel 
die  man  auf  dem  grofsen  Ocean  zwischen  den 
"Wendekreisen,  und  auf  der  nördlichen  und  süd- 
lichen Hemisphäre  angetroffen  hat  Endlich  ge- 
hören hierher  folgende  an  den  Küsten  der  Süd- 
seeinseln  sich  aufhaltende  Seevögel: 

Procellaria  cinerea. 

—  marina. 
Larus  melanopteras/ 
Steroa  caspicides« 
—  melaxLOsoma. 

♦ 

Aus  der  Angabe  der  Verbreitung  der  See- 
vögel erhellet,  dafs  ihre  Anzahl  nicht  wie  bei 
den  auf  dem  festen  Lande  lebenden  Vegetabilien- 
Insekten  -  und  Amphibien  fressenden  Vögel  von 
den  Polen  an  bis  zu  den  Wendekreisen  zunimmt» 
sondern  dafs  die  nordlichen  und  südlichen  Mee- 
re, wie  die  Meere  zwischen  den  Wendekreisen 
gleich  reich  an  Arten  sind.  Dies  rührt  offenbar 
daher,  dafs  das  Meer  überall  eine  fast  gleiche 
Menge  von  Bewohnern  besitzt ,  von  denen  sich 
die  Seevögel  nähren. 


Carbo  Palmerstonii. 
Procellaria  alba. 

—  füligii 

—  pacifica. 

—  vittata. 


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551 


Zeh  n  t  e  s  Kapi  tcl 

Jjfbn  flfer  Verbreitung  der  van  animalischen  Substanzen, 
von  Säugt  hier en,  Vögeln ,  jfynphibien,  Fischen 
und  Insekten .  lebenden  ,  V %eU 

Hierher  gehören  alle'  Raubvögel,  die  Geier* 
Bartgeier,  Falken,  Habichte,  Milanen,  Weihen* 
Bussarde  und  Eulen,  die  sich  alle  von  lebenden 
oder  todten  Thieren  nähren.  Bei.  der  Verbrei- 
tung dieser  Vögel  auf  dem  festen  Lande  werden 
wir  finden,  dafs  die  Zahl  und  ]Vfannichfaltigkeit 
der  Arten,  von  den  Polen  gegen  den  Aequator 
in  gleichem  Grade  zunimmt,  wie  sich  die  Zah* 
der  von  vegetabilischen  Substanzen  lebenden 
Säugthiere  und  Vögeln  der*  von  Insekten  leben- 
den Vögeln,  der  Amphibien  und  Insekten  mehrt. 
So  wie  jeder  Welttheil  von  eigentümlichen 
Landthieren  bewohnt  wird,  so  hat  er  auch  seine 
eigenthümlichen  Raubvögel.  Je  mehr  ein  Land-* 
strich-  mit  einem  andern  gleiche  Thiere  besitzt» 
je  mehr  Raubvögel  hat  er  mit  demselben  geinein. 
Und  umgekehrt  je  fremdartiger  die  Thiere  ver- 
schiedener Landstriche  sind,  desto  verschieden- 
artiger sind  ihre  Raub vö&eL  Hier  folgeivdie^e^ 
lege  für.  diese  Sätze. 

§>  203. 

Auf  Spitzbergen,  wo  jjich  keine  von  Vege- 
tabilien  lebende  Säugthiere,  und  keine  Amphi- 
bien aufhalten,  und  wo  nur  eine  voiv  vegetabi- 
lischen Substanzen  sich  nährende  Vogelart  lebfc 
trifft  man  keine  Art  Raubvögel  am  Auf  Island, 
wo  sich  einige  Arten  Mäuse,  eyiige  von  Vege«* 


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55* 


tabilien  und  Insekten  lebende  Vogel  aufhalten» 
kommen  sechs  Arten  Raubvögel  vor,  worunter 
der  Seeadler  (Aquila  leueoeephala)  der  sich  je- 
doch hauptsächlich  von  Fischen  nährt.  In  Schwe- 
den, wo  die  Zahl  der  Säugthiere  und  der  Vögel» 
im  Verhältnifs  zu  Island»  sehr  grofs  ist,  halten 
«ich  gegen  dreifsig  Arten  Raubvögel  auf.  Und 
so  nimmt  die  Zahl  der  Raubvögel  allmählig  mit 
der  Zahl  der  Land-Tbiere  immer  mehr  zu,  je 
mehr  wir  uns  den  Tropen  -  Landern  nähern. 
Dies  bemerken  wir  auch  in  Nordamerika«  In 
Grönland,  wo  sich  nur  einige  Säugthiere  und 
wenige  von  Vegetabilien  und  Insekten  lebende 
Vögel  aufhalten,  kommen  sechs  Arten  von  Raub- 
vögeln vor,  in  der  Hudsonsbay  hingegen  schon 
dreizehn  Arten»  und  in  Pensylvanien  gegen  dreif- 
sig Arten. 


Das  nördliche  Europa»  Asien  und  Amerika, 
welche  viele  früher  genannte  Vögel,  Amphibi- 
en, Fische  und  folgende  Saugtbiere  mit  einander 
gemein  haben»  Cervus  tarandus,  alces,  Castor 
über,  Lepus  variabilis,  Sciurus  striatus,  Mus 
sylvaticus,  Lemmus  amphibius  u.  a.,  werden  von 
folgenden  eigentümlichen  Raubvögeln  bewohnt: 

Aquila  fulvi.  Falco  peregritius. 

—    leueoeephala  s.  os-         —  candicans. 


In  Europa  und  im  nördlichen  Asien,  wo 
mehrere  früher  angeführte  Vögel,  Amphibien, 
und  Fische  leben,  und  wo  folgende  diesen  Welt- 
theilen  eigenthümliche  Säugthiere  vorkommen, 


sifraga. 
Falco  palumbarius. 


Strix  brachiotos, 
—  scops. 


§•  205. 


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553 


- 


r.  B.  Cervus  dama,  capreolus,  Sciurus  vulgaris, 
volans,  Myoxus  glis,  nitela,  Mus  decumanus, 
Lemmus  migratorius,  arvalis,  Arctomys  mar- 
mota,  citillus.,  Cricetus  vulgaris»  Sorex  arancus 
u.  a.  halten  sich  folgende  eigentümliche  Arten 
von  Raubvögeln  auf: 

Vultur  cinereus.  s.  barbatus. 

Gypaetos  leucocephalus.       Falco  subbutco. 

Europa  und  das  nördliche  Amerika,  welche 
wenige  eigentümliche  Vögel  und  Säugthiere  mit 
einander  gemein  haben,  unter  leztern  soll  sich 
Vespertilio  noctula  befinden,  werden  nur  von 
einem  eigenthümlichenRaubvogel  bewohnt,  diefe 
ist  Strix  nyctea. 

Das  nördliche  Asien  und  Amerika  besitzen 
ebenfalls  nur  einen  eigentümlichen  Raubvogel, 
nämlich  Strix  virginiana. 


Europa,  welches  aufser  den  früher  genann- 
ten Vögeln,  Amphibien  und  Fischen,  folgende 
Säugthiere  eigentümlich  besitzt,  nämlich:  Myo- 
xus muscardinus,  Mus  soricinus,  glareolus,  So- 
8ex  leueodon,  tetragonurus,  constrictus,  Talpa 
europea,  Vespertilio  auritus,  murinus  u.  a.  wird 
von  mehreren  eigentümlichen  Raubvögeln  be- 
wohnt: 

Aquila  braehydaetyla.  Falco  apivorus, 

—  tigrina.  —  pentiatus, 

—  bubalina«  —  sclavomcus. 
Falco  rufipes*  —  arundinaceus. 

—  tnacrourus.  —  griaeus, 

—  braccatus.  —  rufus. 


versicolor. 
marginatus. 


Strix  alueo. 


—  minutua, 

—  ater. 


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554 

{ 

Das  sudliche  Europa  hat  mit  dem  nordli* 
chen  Afrika  einige  Raubvögel  gemein,  nämlich: 

Vultur  percnopteras*  Falco  cyaneus, 

fuscos,  «r-  aeruginosa*. 

$•  207-.  1 

Das  nördliche  Asien,  welches  mehrere  ei- 
genthümliche  Saugthiere  besitzt,  z.B.  Arctomys 
pobac,  Cricetus  accedula,  arenarius,  Mygale  mo- 
schata,  Ltmmuslagurus,  gregalia,saxatilis,  Mus 
agrarius,  vagus,  betulinus,  sriatus,  alliarius,  ruT 
tüus  u.  a.,  so  wie  auch  mehrere  früher  genannte 
Vögel,  Amphibien  und  Fische,  wird  von  fol* 
genden  Raubvögeln  bewohnt: 

Aquila  ffitQX*  Strix  uraleosis, 

Falco  regulus.  —  p^lchella, 

~    vesper  tinoides.  —  barbata. 

—  lanarius.  -~  stridula, 
Strix  diminuuu 

§♦  20^. 

Kuropa,  das  nördliche  und  gern äfs igte  Asien, 
so  wie  das  nördliche  Afrika,  die  von  folgenden 
eigen thümlichen  Säugthieren,  Lepus  timidus,cu- 
niculus,  Mus  rattus,  musculus  u.  a.,  und  von 
mehreren  früher  genannten  vonVegetabilien  und 
Insekten  lebenden  Vögeln  bewohnt  werden,  be- 
sitzen eigentümlich: 

Vultur  fulvns,  Falco  milvas^ 

—  leucocepbahjs.  —  nisus. 
Aquila  naevia.  —  tinouneulus. 

Die  eben  genannten  Länder  und  das  nörd- 
liche Amerika  haben  mit  einander  gemein: 

Aquila  haliaetus.  §trix  otns, 

Falco  buteo.  —    buhoh  % 


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555 


Im  nördlichen  und  gemäfsigten  Amerika» 
wo  aufser  den  bereits  oben  angeführten  Vögeln, 
Amphibien  und  Fischen,  viele  eigentümliche 
Säugthiere  vorkommen,  nämlich:  Cervus  virgi» 
nianus,  Didelphis  marsupialis,  Philander  virgi- 
nianus,  opossum,  Lepus  hudsonius,  Sciurus  hud- 
sonius, virginianus,  Dipus  hudsonius,  Sphalaz 
hudsonius,  Ondatra  americana,  Arctomys  xno« 
nax  u.  a.,  halten  sich  folgende  besondere  Raub- 
vögel auf: 


Aquila  americana. 
—  leacogaster* 


Falco  cinercus. 

—  lineatua. 

—  botealis. 

—  columbarius* 

—  leveriarms. 

—  europigistua. 

—  uHginosus« 
byemajis* 


Falco  S*  Johannis. 
- —    novae  terrae. 

—  obscerus. 
sparverius* 

-T-  dubios. 
Strix  cinerea, 
— r-  wapacutho. 

—  nebulosa* 
•w-  naevia. 

asio, 
acadica. 


In  den  Ländern  zwischen  den  Wendekrei- 
sen und  in  deren  Nahe,  wo  die  gröfste  Anzahl 
yonSäugthieren,  von  Vegetabilien  und  Insekten 
fressender  Vögel,  von  Amphibien  und  von  In- 
sekten lebt,  da  halten  sieb  nun  auch  die  meisten 
Raubvögel  auf.  Woraus  denn  offenbar  erhellet, 
dafs  ein  Verhältnifs  zwischen  der  Zahl  der  zer- 
störenden Raubvögel  und  der  Zahl  derjenigen 
Thiere  statt  findet,  von  denen  sich  jene  nähren. 


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55* 

In  Afrika  halten  sieb  aufser  den  bereits  frü- 
her aufgezählten  Vögeln,  Amphibien  und  Fischen 
viele  besondere  Säugthiere  auf,  von  denen  ich 
folgende  nennen  will:  Antilope  orcas ,  scripta, 
grimmia*  pygmaea,  daroa,  kevella,  Corinna, 
Cervus  guineensis,  Sciurus  palmarum,  getulus, 
inauris,  Mus  barbatus,  Myoxus  inauris,.  Spbalax 
capensis ,  Hyrax  capensis,  Dipus  capensis,  Le- 
mur  mongoz,  inacaco,  cattau.  a.  Fast  alle  diese 
Thiere  kommen  erst  jenseits  dem  Gebirge  Atlas 
vor,  und  hier  hält  sich  denn  auch  folgende 
Anzahl  eigentümlicher  Raubvögel  auf,  deren 
Namen  man  in  dem  Verzeichnisse  der  afrikam-* 
sehen  Vögel  nachlesen  kann; 

j  Arten  Geier. 
3    —  Bartgeier, 
9    —  Adler, 

18    —    Falken,  Milaoen  und  Habichte, 
IX    —  Eulen, 
also  zusammen  48  Arten, 

Afrika,  welches  mit  Asien  aufser  den  be- 
kannten Vögeln  und  Amphibien,  einige  Säug- 
thiere gemein  hat,  nämlich:  Antilope  gazella, 
dorcas,  Dipus  jaculus  und  Mus  albus  zeilonicus, 
hat  mit  demselben  Vultur  cristatus  gemein.  Mit 
Südamerika  und  Australien  besitzt  es  keinen  ei- 
gentümlichen Raubvogel,  so  viel  mir  wenig- 
stens bekannt  ist.  Diese  Länder  zeigen  über- 
haupt auch  eine  grofse  Verschiedenheit  in  ihren 
übrigen  Bewohnern. 

§.  312. 

Die  zwischen  den  Wendekreisen  oder  in 
deren  Nähe  gelegenen  Länder  Asiens,  die  wie 


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' ,  557 

Wir  früher  gesehen  haben,  sehr  reich  an  eigen- 
tümlichen Vögeln,  Amphibien,  Fischen  una  In- 
sekten sind,  werden  auch  von  vielen  Säugthie- 
ren  bewohnt,  von  denen  ich  vorzüglich  einige 
von  Vegetabilien  lebende  nennen  will,  denn  diese 
werden  ja  nur'von  Raubvögeln  gejagt.  Hierher 
gehören  Antilope  gutturosa,  saiga,  cervicapra, 
Cervus  axis,  porcirtus,  mundjac,  Moschus  mo- 
schiferus,  pygmaeus,  indicus,  DidelphisBrüinii, 
Sciurus  maximus,  macrourus,  indicus,  flavus, 
sagitta»  Dipus  torridarum,  Mus  orientalis,  u.  a» 
Diese  Lander  nun  werden  von  einer  grofsen  An- 
zahl von  eigenthümlichen  Raubvögeln  bewohnt» 
deren  Anzahl  ich  angeben  will,  und  deren  Na- 
men man  in  dem  Verzeichnifs  asiatischer  Vogel 
nachlesen  kann» 

A  Arten  Gelef. 
4    -    Adler.  * 
14    —    Habichte  trad  Falken» 
4    —  Eule», 
also  zusammen  22  Arten. 

Es  sind  diejenigen  Arten  nicht  mitgerech- 
net, welche  das  südliche  Asien  mit  dem  nörd- 
lichen und  gemäfsigten  Asien  gemein  hat.  Asien 
und  Australien  besitzen  einige  früher  genannte 
Vögel  und  einige  Sä'ugthiere,  Didelphis  orien- 
talis und  Vespertilio  vampyrus  eigenthümlich,  in 
beiden  Welttheilen  kommt  Strix  ceilonensis  von 
pie  Zahl  der  diesen  Welttheilen  eigenthümlichen 
Vögel  ist  gewifs  noch  gröfser»  welches  freilich 
dann  erst  bekannt  seyn  wird ,  wenn  die  Molucki- 
schen Inseln,  das  Land  der  Papuas  und  Neu- 
guinea in  zoologischer  Hinsicht  genauer  unter- 
sucht sind,  als  dies  bis  itzt  geschehen  ist.  Da9 
südliche  Asien  besitzt  mit  dem  südlichen  Ame- 
rika keinen  Raubvogel  eigenthümlich. 


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t 

555 

Westindien  und  die  Lander  Südamerikas, 
Welche»  wie  früher  gezeigt  worden  ist,  einen  so 
grofsen  Reich thum  an  eigentümlichen  Vögeln, 
Amphibien»  Fischen  und  Insekten  besitzen,  haben 
auch  viele  eigentümliche  Säugthiere ,  von  de- 
nen ich  uur  einige  nennen  will:  Cervus  mexi- 
canus,  brasilianus,  cariacou>Lama  vicunna,  pe- 
ruana,  Cavia  capybara,  accuchi,  aperea,  por- 
cellus,  paca,  Sciurus  mexicanus,  variegatus, 
aestuans,  Lemmus  cyanus,  laniger>  Hydro mys 
coypus,  Myoxus  cjiiysourus,  Sorex  Suriname n* 
eis,  brasiliensis,  Mus  pilorides,  Bradypus  tr- 
dactylus,  Vespertilio  lepturus  u.  ä.  Hier  hält 
sich  eine  ungemein  groise  Anzahl  von  Raubvö- 
geln a»uf,  so  dafs  sich  nach  Azaras  a)  Angabe 
ihre  Anzahl  zu  der  Zahl  der  übrigen  Vögel  wie 
eins  zü  neun  verhält,  während  auf  dem  alten 
festen  Land  die  Zahl  derselben  zu  der  Zahl  der 
übrigen  Vögel  sich  wie  eins  zu  fünfzehn  ver- 
hält. Dieses  scheinbare  Mifsverhältnifs  wird  durch 
die  Angabe  Azaras  b)  vollkommen  gelijfst,  wel- 
cher zufolge  die  meisten  Raubvögel  Südamerikas 
von  Fröschen,  Kröten,  Schlangen,  Eidechsen 
und  Insekten  leben.  Folgendes  ist  die  Zahl  der 
Westindien  und  Südamerika  eigentümlichen 
Raubvogel,  deren  Namen  in  dem  Verzeichnifs 
amerikanischer  Vögel  nachgelesen  werden  kön- 
nen. 


a)  a.  a.  O.  T.  3«  p.  4. 

'  *)  —  —  T.  1.  p.  384.  Outre  cela,  I«  oiseau*  de  proie 
que  j'ai  decrit,  ne  sollt  ni  aussi  teroces ,  ni  aussi  carnas- 
siers  que  ies  autres,  puisque  la  ptupart  vivcnt  d'insectes, 
de  grenouilles,  de  crapauds,  de  viperci  etc» 


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559 

5  Arten  Geier. 
1  Art  Bärtgeief. 

6  Arten  Adler» 

&4   —    Ftlken,  Habichte,  Bussarde» 
io    —  Eulen, 
ilso  zusammen  46  Arten. 

Hierbei  sind  diejenigen  Arten  nicht  mit  in- 
begriffen, die  sich  in  Nord- und  Süd-  Amerika 
zugleich  aufhalten ,  so  wie  auch  einige  neue  von 
Azara  beschriebene  Arten  nicht,  die  noch  nicht 
im  Systeme  aufgeführt  sind.   Das  südliche  Ame- 
rika hat  weder  mit  Europa,  noch  mit  Afrika, 
noch  mit  Asien,  noch  mit  Australien  eine  eigen« 
thümliche  Art  von  Raubvögeln  gemein.  Es  zeigt 
auch  hierin,  so  wie  in  allen  seinen  Productio- 
nen.  eine  grofse  Eigentümlichkeit  und  Verschie- 
denartigkeit.  Dagegen  besitzt  es  mehrere  Raub- 
vögel, so  wie  andere  Thierc,  mit  Nordamerika 
eigenthümlich,  z.  B.  Falco  furcatus,  uliginosus 
und  sparverius.   Bemerkenswerth  ist  noch,  dafs 
Südamerika  im  Vergleich  mit  Afrika,  bei  wei- 
tem weniger  gröfsere  Raubvögel  besitzt,  als  letz- 
terer Welttheil.    Südamerika  hat  5  Geier,  i  Bart* 
geier  und  6  Adler,  dagegen  hat  Afrika  7  Geier, 
3  Bartgeier  und  9  Adler.    Diefs  Mifsverhältnifs 
läfst  sich  vielleicht  nur  dadurch  erklären,  dafe 
Afrika  überhaupt  mehr  gigantische  Formen  pro- 
duzirt  hat,  als  Südamerika,  vorzüglich  in  Hin- 
sicht der  Säugthiere.  Dem  Elepbant,  dem  Nas- 
horn, dem  Löwen,  dem  Giraffe,  dem  Kameel, 
kommt  kein  amerikanisches  Säugthier  gleich* 
Wie  sehr  übertrifft  auch  der  afrikanische  Straufs 
an  Gröfse  den  amerikanischen.   Dagen  hat  Süd- 
amerika in  Hinsicht  der  Wasservögel  mehrere 
gigantische  Formen  als  Afrika,  z.  B.  den  Ja- 
biru. 


• 


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■ 


56o 

$.  214. 

Australien,  dieser»  wie  es  scheint,  am  spa- 
testen aus  dem  Ocean  hervorgetretene  Welttheil, 
hat,  wie  wir  frdherhin  gesehen  haben»  eine 

frofse  Armuth  an  Vögeln,  welche  von  Vegeta- 
ilien  leben,  namentlich  an  hühnerartigen  Vögeln, 
und  an  Finken,  Ammern,  Kernbeissern  m.  s.  w. 
Eine  gleiche  Armuth  2eigt  sich  an  Amphibien 
und  Flufsfischen.    Hier  halten  sich  denn  auch 
sehr  wenige,  meistens  kleine  Säugthiere  auf, 
namentlich:  Dasyurus  macrourus,  Maugei,  tafa, 
minimus,  Peraroeles  nasuta,  Wombatus  fossor, 
Kangurus  giganteus,  marinus,  Phascolomys  fus- 
cus.   Diese  alle  sind  Beutelthiere,  welche  ihre 
Embryonen  nicht,  wie  die  vollkommenen  Säug- 
thiere, in  der  Gebährmutter  ausbilden  können. 
Ferner  Rhinolopus  crumeniferus ,  und  die  räth- 
seihaften  Thiere,  welche  den  Bau  der  Säugthiere 
und  Amphibien  in  sich  verschmelzen,  nämlich 
Ornithorhynchus  fuscus,  rufus,  Echidna  longi- 
caudata,  brevicaudata,   Thiere,  von  denen  man 
noch  nicht  einmal  gewift  weifs,  ob  sie  lebendig 
v  gebährende  oder  eierlegende  sind.   Ich  vermuthe 
das  letztere.   Auffallend  ist  hier  die  Armuth  an 
Raubvögeln,  denn  es  sind  nur  vier  eigenthüm- 
liche  Arten  genau  bekannt,  nämlich: 
Aquila  novae  Hollandiae. 
Falco     —  — 
—  leuca&tos. 
Strix  fulva. 

Gegen  acht  noch  wenig  bekannte  Raubvogel 
sollen  sich  in  Neuholland  aufhalten. 

Diese  geringe  Anzahl  von  Raubvögeln  zeigt 
also  zur  Evidenz,  welches  genaue  Verhältnift 
zwischen  den  zerstörenden  und  von  Thieren  le- 
benden Raubvögeln  und  den  übrigen  thierischen 
Productionen  eines  Landes  statt  findet. 


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56 1 

# 

Eilf  te  6  Kapitel 
Einige  Folgesatze  enthaltend. 

§.  515. 

Aus  dieser  ausführlichen  Angabe  der  Ver- 
breitung der  Vögel  über  die  Erdkugel,  so  wie 
aus  der  nur  kurz  angegebenen  Verbreitung  der 
übrigen  lebenden  Wesen  erhellet  die  genaue  Ue* 
bereinstimmung  und  der  innige  Zusammenhang 
der  lebenden  Wesen  mit  der  eigentümlichen 
climatischen  und  physischen  Beschaffenheit  der 
verschiedenen  Abtheilungen  der  Erdkugel.  Fer- 
ner ergibt  sich  hieraus  die  innige  Verkettung 
und  das  genaue  Verhältnifs  der  lebenden  Wesen 
unter  sich,  vorzüglich  durch  das  Geschäft  der 
Ernährung,  indem  die  Stoffe  zur  Bildung,  Fort« 
dauer  und  Erhaltung  der  in  ewiger  Metamor- 
phose begriffenen  Thierformen  stets  aus  dem 
Keiche  der  lebenden  Wesen  genommen  werden* 
Jedes  Segment  der  Erdkugel  hat  nach  seiner  ei- 
gentümlichen climatischen  und  physischen  Be- 
schaffenheit seine  eigentümlichen  Bewohner, 
seine  Pflanzen,  seine  pflanzenfressende  Thiere, 
seine  Würmer,  seine  Mollusken,  seine  Fische, 
seine  Amphibien,  und  seine  von  animalischen 
Substanzen  lebende  Thiere.  Je  ähnlicher  sich  1 
2wei  Länder  in  ihren  climatischen  und  physi- 
schen Verhältnissen  sind,  desto  ähnlicher  sind 
Sich  die  in  denselben  vorkommenden  Pflanzen 
und  Thiere»  Und  umgekehrt  je  unähnlicher  sich 
zwei  Länder  in  ihrer  climatischen  und  physischen 
Beschaffenheit  sind,  desto  verschiedenartiger  sind 
die  in  denselben  lebenden  Pflanzen  und  Thiere» 

36 


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56* 

Werfen  wir  nun  noch  einen  Blick  auf  die 
Verbreitung  der  Vögel  über  die  Erdkugel,  so 
werden  wir  folgendes  bemerken.     Die  Länder 
innerhalb  des  nördlichen  Polarkreises  und  in  des- 
sen Nähe,  welche  eine  so  grofse  Aehnlichkeit 
In  ihrer  ärmlichen  Vegetation  und  in  ihren  tbie- 
rischen Produkten  zeigen,  werden  von  sehrwe» 
nigen  pflanzenfressenden  Vögeln  bewohnt,  die 
sich  alle  ungemein  ähnlich  sind ,  oder  die  selbst 
nur  einerlei  Arten  aus  den  Geschlechtern  Tetrao 
und  Fringilla  sind.    Die  in  diesen  Ländern  sich 
aufhaltende  Sumpf- und  Wasservögel  sind  Arten 
der  Geschlechter  Alca,  UriaJ  Cotymbus,  Mer- 
gus  und  Totanus,  welche  den  äufsersten  Seg- 
menten der  nördlichen  Hemisphäre  ausschliefsend 
eigen  sind.   Ferner  viele  Arten  der  Geschlech- 
ter Anser,  Anas,  Scolopax  und  Tringa.  Sowie 
wir  uns  allmählig  von  dem  nördlichen  Polar- 
kreis entfernen,  verlieren  sich  die  Arten  der  zu- 
erst genannten  Geschlechter  allmählig  gänzlich, 
und  die  Arten  der  zuletzt  genanntenGeschlech- 
ter  werden  seltner  und  weniger  zahlreich.  Da- 
gegen nimmt  jetzt  successive  mit  zunehmender 
Vegetation  die  Zahl  der  pflanzenfressenden  Vö- 
gel zu,  namentlich  die  Vögel  der  Geschlechter 
Perdix,  Columba,  Fringilla,  Emberiza,  Loxia, 
Oriolus,  besonders  die  Zahl  der  von  Insekten  le- 
benden Vögel  aus  den  Geschlechtern  Picus,  Cucu- 
lus,  Lanius,  Turdus,  Muscicapa,  Parus,  Sitta,  Alau- 
da,  Motacilla,  Sylvia;  Sturmis,  Hirundo,  Ca- 
primulgus;  ferner  die  Zahl  der  Arten  der  Am- 
phibienfressenden Vögel  aus  den  Geschlechtern 
Ciconia,  Ardea,  Grus  und  Platalea;  dieAnzabl 
der  von  Würmern  und  Kräutern  lebenden  Sumpf- 
vögel aus  den  Geschlechtern  Rallus,  Grex,  Cha- 


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t 


5&i 

radrius,  Arenaria,  Numenius*  tJallinula  und  Fu» 
lica;  und  endlich  die  Menge  der  Arten  der  Raub- 
vögel aus  den  Geschlechtern  Aquila,  Falco  und 
Strix.  Die  zunächst  aufserhalb  des  nördlichen 
Polarkreises  liegenden  Länder  Europas,  Asiens 
und  Amerikas  sind  sich  noch  ähnlich  in  der 
Gleichförmigkeit  der  eben  genannten  Geschlech- 
ter, die  in  diesen  Welttheilen  vorkommen  >  da- 
gegen werden  die  Arten  immer  verschiedenar* 
tiger,  je  mehr  wir  uns  vom  Norden  entfernen* 
Das  nördliche  Europa  und  Amerika  werden  von 
Wenigen  eigen thümlichen  Arten  zugleich  bewohnt*. 
Bei  weitem  grofser  ist  die  Anzahl  der  im  nörd- 
lichen Europa  und  Asien  zugleich  lebenden  ei- 
gen  thümlichen  Arten.  Das  nordliche  Europa* 
Asien  und  Amerika  zeigen  jedes  für  sich  genom- 
men fast  blofse  Eigentümlichkeiten  in  den  Arten» 
aber  nicht  in  den  Geschlechtern» 

*  * 

Öhttgefähr  vom  45.  Gr.  nö/dl  Br*  an  köffi* 
men  im  südlichen  Europa  und  im  gemässigten 
Asien  und  Amerika  aufser  der  zunehmenden  An* 
zahl  der  Arten  der  früher  genannten  Geschlech- 
ter mehrere  Arten  der  Geschlechter  Vultur,  Gy* 
paetoSi  Coratias>  Merops,  Upupa>  Certhia»  Otis* 
Vanellus»  Tantalus  Und  Phoenicopterus  vor* 
Jetzt  wird  die  Verschiedenartigkeit  nicht  nur  der 
Arten,  sondern  auch  der  Geschlechter  zwischen 
den  Ländern  des  alten  und  neuen  Continenu 
immer  gröfser.  In  den  Ländern  des  gemäßigten 
nördlichen  Amerikas,  in  Carolina,  Virginien* 
Louisiana,  Florida,  Californien  Und  Neu-Alexi* 
co,  kommt  das  Genus  Meleagris  vor,  und  meh- 
rere Arten  der  Geschlechter  rsittacus,  TroctoU 
lus,  Tanagra*  Pipra  und  Gracula*  Die  Länder 

36  •  • 


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5*4 

des  südlichen  Büropäs,  de*  getnafsigten  Asten« 
und  des  nördlichen  Afrikas  zeigen  dagegen  noch 
eine  grofse  Gleichförmigkeit  der  Arten  und  Ge* 
schlechter. 

In  der  Nähe  des  Wendekreises  des  Krebses 
in  Afrika  jenseits  des  Gebirges  Atlas>  in  Asien 
jenseits  des  asiatischen  Gebirgsrückens/  und  in 
Amerika  jenseits  des  raexicanischen  Meerbusens 
verlieren  sich  die  Vögelarten,  welche  die  Län- 
der der  nordlichen  Hemisphäre  ausserhalb  des 
nördlichen  Polarkreises  bewohnen ,  fast  gänzlich, 
wenn  gleich  dieselben  Geschlechter  oft  mit  vie- 
len neuen  Arten  wieder  vorkommen  Jeder  der 
drei  zwischen  den  Wendekreisen  gelegenen  Welt* 
theilen  besitzt  seine  eigentümlichen  Arten  der 
Geschlechter  Vultur,  Aquila,  Falco,  Strix,  Pi- 
cus,  Cuculus,  Corvus,  Coracias,  Lanius,  Turdus, 
Muscicapa,  Sylvia,  Motacilla,  Parus,  Alauda, 
Certhia,  Merops,  Upupa,  Hirundo,  Caprimul- 
gus,  Fringilla,  Loxia,  Emberiza,  Sturnus,  Ori* 
olus,  Perdix,  Otis,  Grex,  Rallus,  Gallinula,  Fu- 
lica, Charadrius,  Tantalus,  Ardea,Grus>  Anser, 
Anas  u.  s.  w.  Zwischen  den  Tropenländern  des 
alten  und  neuen  Continents,  welche  durch  den 
atlantischen  und  den  grofsen  Ocean  von  einan* 
der  getrennt  sind ,  findet  sich  eine  fast  gänzliche 
Verschiedenartigkeit  der  Arten.  Die  Tropenlän- 
der des  neben  einander  liegenden  Asiens  und 
Afrikas  besitzen  dagegen  mehrere  eigentümli- 
che Arten  gemeinschaftlich,  wie  ich  bereits  frü» 
her  gezeigt  habe. 

§.  219. 

■ 

In  den  Landern  und  auf  den  Gewässern 
zwischen  den  Wendekreisen  und  in  deren  Nähe 

» 

1 


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kommen  nun  viele  neue ,  der  nördlichen  Hemis- 
phäre gröfstentheils  ganz  fremdeGeschlechter  vor,' 
namentlich  das  Geschlecht  Psittacus,  Bucco,  Pi- 
pra,  Phasianus,  Parra,  Plotu&  und  Phaeton* 
welche  den  Tropenländem  Asiens,  Afrikas  und 
Amerikas  gemeinschaftlich  angehören,  wiewohl 
jeder  dieser  drei  Wektheile  seine  eigentümliche 
Arten  besitzt.  In  den  Tropenländern  Asiens  und 
Afrikas  kommen  die  Geschlechter  Buceros,  Co* 
Bus  und  Struthio  vor.  I*  den  Tropenlandera 
Asiens  und  Amerikas  kommen  vor  die  Geschlecht 
ter  Trogon  (?),  Todus,  Tanagra,  Gracula>  Pe-^ 
nelope,  Mycteria  und  Rhynchops.  In  den  Tro- 
penländern Afrikas  und  Amerikas  hält  sich  das 
üenufr  Psophia  (?)  auf.  Die  hauptsächlich  deit 
Tropenländern  Afrikas  angehörenden  eigenthüm^ 
liehen  Geschlechter  sind  das  Genus  Turaco,  Mu- 
sophaga,  Buphaga*  Numida,  Didus  und  Scopus» 
Vögdgescbkchter,  welche  in  denTropenländem 
Asiens  vorkommen,  sind  das  Genus  Paradisea> 
Pavo  und  Casuarius.  Südamerika  besitzt  die 
Geschlechter  Galbula,  Bhaigphastos,  Phytotoma, 
Trochilus  (die  meisten  Arten),  Alomotus,  Galli- 
la, Crax*  Tinamus,  Rbea,  Pafeunedea  undCaiw 
croma. 

• 

Die  auf  der  südlichen  Hemisphäre*  gelege- 
nen Länder  und  Inseln,  welche  zu  Australien 
gezählt  werden,  besitzen  eigentümlich  die  Ge- 
schlechter Scythrops,  Tanypus,  Nectarinia,  Glau- 
kopis, Parkinsonius-,  Vaginalis,  Diomedea  und 
Aptenodytes.  Von  Geschlechtern,  welche  haupt- 
sächlich den  Tropenländern  überhaupt  angehö- 
ren, erstrecken  sich  mehrere  bis  nach  Neuhol- 
land, namentlich  das  Genus Psittacus  undPipra; 
von  Geschlechtern,  welche  die  Tropenländer 


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5«« 

Asiens  und  Afrikas  bewohnen  *  das  Genus  Buce- 
tos  und  Colius;  von  Geschlechtern,  die  in  den 
Tropenländern  Asierfs  und  Amerikas  vorkom- 
men, das  Genus  Todus  und  Gracula;  und  end- 
lich von  Geschlechtern  Asiens  das  Genus  Para- 
v  disea  und  Casuariua.  Die  in  Neubolland  vor- 
kommenden Arten  dieser  Geschlechter  sind  fast 
alle  diesem  Lande  eigentümlich.  Die  meiste 
Ähnlichkeit  hat  Neuholland  in  seinen  Vögel- 
geschlecbtern  mit  dem  benachbarten  Inseln  Asi- 
ens» mit  denen  es  selbst  mehrere  früher  genannte  , 
Arten  eigentümlich  besitzt.  Die  meisten  Ge- 
schlechter der  außerhalb  des  nördlichen  Polar- 
kreises gelegenen  Länder  der  nördlichen  He- 
misphäre, die  mit  eigentümlichen  Arten  und 
Formen  über  die  Tropenländer  verbreitet  sind, 
kommen  auch  mit  eigentümlichen  Arten  in  Au- 
stralien vor.  Dagegen  fehlen  in  Australien  von 
solciien  Geschlechtern  das  Genus  Vultur,  Picus, 
Saxicola,  Tetrao4  Fhasianus»PlataleaundPhoe- 
nicopterus, 

Dafs  alle  die  bis  hierher  angeführten  That- 
sachen  den  verschiedenen  Hypothesen  über  die 
Verbreitung  der  Thiere  von  irgend  einem  Punkte 
der  Erde  aus  entgegen  sind,  brauche  ich  wohl 
kaum  anzugeben.  Jeder  Theil  der  Erde  hat  bei 
seiner  Gestaltung  und  Bildung  nach  seinen  ei- 
gentümlichen cumatiseben  und  physischen  Ver- 
hältnissen seine  eigentümlichen  Pflanzen  -  und 
Thier -Formen  hervorgebracht,  diefs  ist  der 
Haupt- Satz  der  sich  aus  diesen  Untersuchungen 
ergibt.  Mehrere  Vergleichungen  und  Folgerun- 
gen ,  die  ich  in  Beziehung  auf  die  Bildung  der 
Erde,  und  auf  Revolutionen,  welche  die  Erde  erlit- 
ten hat,  noch  anstellen  könnte,  übergehe  ich  hier. 


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I 

567 


Zwölftes  CapitcL 

Von  dem  Einflüsse  des  Aufenthalts  und  der  Ver- 
breitung auf  die  Bildung  der  Vogel. 

§•  222. 

Der  Aufenthalt  der  Vögel  hat  einen  grofsen 
Einflufs  auf  dieselben,  besonders  auf  ihre  Be- 
,  deckungen,  das  Gefieder.  Die  Menge  und  Dich- 
tigkeit des  Gefieders  steht  in  einem  genauen  Zu», 
sammenhang  mit  dem  Grade  der  einwirkenden 
Wärme.  Alle  Vögel,  welche  die  Länder  gegen 
die  Pole  bin  bewohnen,  haben  sehr  viele,  dichte 
und  anliegende  Federn,  und  fast  alle  Stellen  des 
Körpers,  selbst  die  Fufs wurzeln  sind  mit  Federn 
bedeckt,  z.B.  bei  den  Waldhühnern,  Eulen  und 
bei  mehreren  Raubvögeln  des  Nordens»  Beim 
Schneehuhn  sind  sogar  die  Zehen  ringsum  be- 
fiedert. Das  Gefieder,  der  Schwimmvögel  ist 
zwar  im  allgemeinen  sehr  dicht  und  reichlich, 
ganz  vorzüglich  dicht  und  zart  ist  es  bei  den 
Schwimm  vögeln,  welche  sich  auf  den  Meeren 
gegen  die  Pole  hin  aufhalten.  Bei  mehreren  die- 
ser Vögel  z.  B.  beim  blauen  Sturmvogel  (Pro- 
cellariavittata)  a),  u.  ä.  kommen  zwei  dichte  Fe- 
dern aus  einem  gemeinschaftlichen  Kiel  hervor» 
Bei  den  Pinguins  b)  liegen  die  kurzen,  längli- 
chen und  sehr  steifen  Federn  schuppenartig  über 
einander,  und  ähneln  in  mehrerer  Hinsicht  den 
Fischschuppen.   Auch  die  hochfliegenden  Vögelv 


d)  nach  Forsters  Bemerkung  in  s.  Reise  B.  1.  S.  78» 

b)  Buffon  Hist.  na  für.  des  Oiseaux  T.  1.  p.  43.  Forsters  Be- 
merkung auf  einer  Reise  um  die  Welt.  S.  1*75. 


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3<*8 

welche  sich  oft  in  die  höheren  kalten  Regionen 
der  Luft  erheben,  haben  ein  sehr  dichtes  und 
reichliches  Gefieder;  jedoch  sind  die  Raubvögel 
der  nördlichen  Länder  dichter  befiedert,  als  die 
der  Tropeolä'nder,  von  diesen  letzteren  haben 
mehrere  nackte  Kopfe,  z.  B.  die  Geier,  derCon- 
dor  u.  a.  Die  Flaumfedern,  welche  in  mehre- 
rer Beziehung  mit  den  Moosen  und  Flechten 
verglichen  werden  konnten,  sind  bei  den  Vö- 
geln des  Nordens  ganz  vorzüglich  reichlich  und 
zart  vorhanden,  so  wie  die  feinen,  kurzen  und  • 
dichten  Haare,  welche  den  Pelz  der  nördlichen 
Säugthiere  bilden, 

&  «3- 

Die  Vögel  der  Tropenländer  haben  im  all- 
gemeinen ein  wenig  reichliches  und  wenig  dich« 
les  Gefieder,  wie  z.  B*  der  Strauf*  und  Kasuar. 
Dasselbe  gibt  auch  Azara  a)  von  den  Yögelu 


a)  Azara  Voy.  T.  3.  p.  13.  Quoique  les  oiscaux  du  Para- 
guay aient  peut  e'tre,  en  generai  le  plumage  moins  scrrc 
et  moins  fortement  implante  qu'en,  Europe,  ceux  qüi  ha- 
bitent  au  bas  des  terrains  eleves  et  couverts  de  broussailes, 
se  font  remarquer  a  cet  egartf.  Iis  sont,  en  outre,  peu 
farouches;  leurs.  plumes  sont  plus  longues,  plus  lächest 
moins  unies,  et  leurs  aites  sont  plus  courtes,  arquees  et 
foiblei;  ih  volent  plus  rarement,  et  ils  marchent  par  saut». 
Les  oiscaux  qui  vivent  untquement  dans  tes  campagnes  de 
couvertes,  ont  les  plumes  plus  arrondies,  courtes  et  fer« 
mes,  avec  les  barbes  serrees  enfr'cNei;  leurs  tarses  sont 
aussi  plus  arrondis  et  plus  gros,  et  ils  marcheut  a  grands 
pas  et  avec  agilctd  Ceux  qui  frequentent  lesj  campagnes 
et  les  lieux  couverts,  tiennent  plus  ou  moins  des  qnt  et 
des  autres,  et  leur  demarche  est  unc  espece  de  trot  ou  de 
pas  sauicur. 


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569 


Paraguay'*  an,  jedoch  findet  dieses  am  meisten 
bei  denjenigen-  Vögeln  statt,  welche  sich  in  den 
Waldungen  und  im  Gesträuch  aufhalten.  Dage- 
gen kommt  bei  den  Vögeln  der  Tropenländer 
ein  üppiger  Federwuchs  an  einzelnen  Stellen  des 
Körpers  vor,  und  die  Federn  zeigen  in  ihren 
Formen  dieselbe  Mannichfaltigkeit  wie  die  Ve- 
getabilien  der  Tropenländer.  Ich  erinnere  nur 
an  die  excessiv  langen  und  mannichfaltig  gestal- 
teten Schwanzfedern  der  Pfauen,  Fasanen,  Pa- 
radiesvögel, vieler  Papageien,  Kuckuks,  Mo- 
mots,  Bienenfresser,  Colibris,  Certhien,  Eisvö- 
gel, Fliegenfänger,' Ammern,  Finken,  Kernbeis«- 
ser,  Kegelschnäbel,  Sänger  u.  s.  w.  Desgleichen 
tragen  viele  der  ebengenannten  Vögel  der  Tro- 
penländer grofse  Federbüsche  und  Federhauben, 
z.  B.  die  Kakatus,  Hockos,  Kronentauben,  und 
selbst  viele  Raubvögel  des  südlichen  Afrikas 
nach  dem  Zeugnisse  Levaillants.  Auch  lange 
Halskragen  kommen  häufig  vor,  z,  B.  bei  den 
Goldfasanen,  Paradiesvögeln  u.  a. ;  ferner Feder- 
bärte,  z.B.  bei  dem  Bartfink.  Ein  solches  üppiges 
Wachsthum  der  Federn  ist  bei  den  Vögeln  der 
gemässigten  Climaten  selten,  und  noch  seltener 
ist  es  bei  den  Vögeln,  welche  die  Länder  der 
kältesten  Climaten  bewohnen* 

§.  224. 

Der  Aufenthalt  der  Vögel  hat  einen  grof- 
sen  Kinflufs  auf  die  Färbung  des  Gefieders.  Im 
allgemeinen  findet  man,  dafs  das  Gefieder  der 
Vögel,  welche  sich  in  der  Nähe  der  Polarkreise 
aufhalten,  weifs,  grau,  braun  oder  schwarz  ge- 
färbt ist,  in  ein- oder  mehrfacher  Mischung.  Da- 
gegen nimmt  die  Zahl  der  Vögel ,  deren  Gefie- 
der mit  lebhaften  Farben,  mit  Roth,  Blau,  Gelb, 
Grün  u.  s.  w.,  und  mit  deren  mannichfaltigbn 


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57° 

Mischungen  geschmückt  ist,  von  den  Ländern 
der  gemässigten  Climatcn  bis  zu  den  Tropenlän- 
dern zu.  Innerhalb  den  Wendekreisen  kommen 
die  meisten  Vögel  mit  dem  mannichfaltigsten 
Farbenschmuck  vor,  hier  halten  sich  fast  alle 
Vögel  mit  metallischen  und  Edelstein-Federn  auf, 
z.  B.  die  Pfauen ,  die  Kolibris  u.  a.  Es  ist  wohl 
nicht  zu  bezweifeln,  dafs  die  Intensität  des  ein- 
wirkenden Lichts  einen  sehr  grofsen  Antheil  an 
der  Färbung  des  Gefieders  hat,  denn  es  ist  vor- 
züglich die  gegen  das  Licht  gekehrte  Fläche  der 
Federn,  welche  am  meisten  gefärbt  ist;  ferner 
sind  diejenigen  Vögel,  welche  sich  der  Einwir- 
kung des  Lichts  entziehen  und  sich  am  Tage  an 
dunkeln  Orten  versteckt  halten,  wie  die  Eulen 
und  Tagschläfer  meistens  dunkel,  grau  oder 
braun  gefärbt.  Allein  die  Einwirkung  des  Lichts 
kann  ich  mit  Buffon  u.  a.  nicht  für  die  einzige 
Ursache  der  Färbung  des  Gefieders  ansehen, 
denn  sonst  müfste  das  Gefieder  aller  Vögel  um 
so  mehr  und  mannichfaltiger  gefärbt  seyn,  je 
mehr  sie  sich  der  Einwirkung  des  Lichts  aus- 
setzen. Dies  findet  nun  namentlich  bei  den  Tag- 
Raubvögeln  nicht  statt;  obgleich  sie  sich  durch 
ihren  öfteren  Aufenthalt  in  der  freien  Luft  der 
Einwirkung  des  Sonnenlichts  unter  allen  Vögeln 
am  öftersten  aussetzen,  so  ist  ihr  Gefiede^ über- 
all, sie  mögen  sich  in  der  Nähe  des  nördlichen 
Polarkreises  oder  in  den  Tropenländern  aufhal- 
ten, sehr  wenig  lebhaft  gefärbt,  meistens  weifs, 
grau  oder  braun,  und  niemals  findet  man  die 
rothe,  blaue,  gelbe  oder  grüne  Farbe  auf  ihren 
Gefieder.  Es  müfsen  also  noch  andere  Ursachen 
und  Bedingungen  zur  lebhaften  Färbung  des  Ge- 
fieders beitragen.  Zu  diesen  scheinen  besonders 
die  Nahrungsmittel  und  die  Wärme  zu  gehören. 
S©  ist  es  bemerkens werth,  dafs  hauptsächlich  die 


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57* 

von  Vegetabilien  lebenden  Vogel,  namentlich  die 
Pfauen,  Fasanen,  Tauben,  Papageien,  Tukans, 
Hornvögel,  Paradiesvögel,  Kolibris,  Pirols,  Keil- 
$cbnäbel,  Kernbeisser,  Finken,  Ammern  u.  a., 
das  lebhafteste  und  mannichfaltigste  Gefieder  be- 
sitzen; ferner  auch  viele  Insektenfressende  Vö- 
gel, Spechte,  Kuckuks,  Jakamars,  Kurukus, 
Fliegenfänger,  Merlen,  Drosseln,  Manakins, 
Sänger,  Baumläufer,  Kleiber,  Wiedehopfe,  Bie- 
nenfresser und  Plattschnäbel,  Dagegen  sind  die 
von  Saugt hieren»  Amphibien,  Fischen  und  Wür- 
mern lebenden  Vögel,  z.  B,  die  Raubvögel,  die 
Kraniche,  Störche,  Schnepfen,  Brachvögel,  Nim- 
mersatte, Wasserläufer,  Wassertreter,  Regenpfei- 
fer» Strandläufer,  Sägetaucher,  Steifsfüfse,  Enten,  < 
Gänse,  Möven,  Meerschwalben,  Sturmvögel, 
Fregattvögel,  Tölpel  u.  a,  im  Durchschnitt  bei 
weitem  weniger  lebhaft  und  mannichfaltig  ge- 
färbt Allerdings  machen  einige  Reiher,  die  Fla- 
mingos, die  Eisvögel  u,  a.  Ausnahmen,  Wenn 
hauptsächlich  der  Kohlenstoff  in  seinen  mannich* 
faltigen  Graden  der  Oxydation  das  Hauptprin- 
cip  der  Färbung  in  dem  Thier  -  und  Pflanzen- 
Reich  bildet,  wie  ea  sehr  wahrscheinlich  ist,  so 
wäre  diese  Erscheinung  wohl  daraus  erklärbar, 
dafs  die  Nahrung  der  von  Vegetabilien  und  von 
Insekten  lebenden  Vögel  eine  gröfsere  Menge 
Kohle  als  färbendes  Princip  enthielte,  als  die 
Nahrung  der  von  animalischen  Substanzen  leben- 
den Vögel,  Der  Einflufs  der  Wärme  auf  die 
Färbung  des  Gefieders  erhellet  daraus,  dafa  im 
Allgemeinen  die  Mannichfaltigkeit  und  Lebhaf- 
tigkeit der  Farben  des  Gefieders  von  den  Polar- 
kreisen gegen  den  Aequator  zunimmt;  ferner 
dafs  das  Gefieder  gerade  derjenigen  Vogel  am 
lebhaftesten  und  mannichfaltigsten  gefärbt  isU 
welche  sich  in  den  niedersten  und  wärmsten 


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57* 

■ 

Luftschichten  der  Tropenlander  aufhalten,  wie 
die  meisten  der  früher  genannten  von  Vegeta- 
bilien  und  Insekten  lebenden  Vögel.  Dagegen 
sind  diejenigen  Vögel  der  Tropenländer,  welche 
sich  auf  Gebirgen  aufhalten ,  oder  sich  oft  in  die 
höheren  und  kälteren  Regionen  der  Luft  bege- 
ben ,  wie  die  Raubvögel ,  so  wie  auch  die  auf 
Flüfsen,  Land- Seen  und  auf  dem  Meere  sich 
aufhaltenden  Vögel  wenig  lebhaft  und  mannich« 
faltig  gefärbt.  Vielleicht  wirkt  die  Warme  nur 
dadurch,  dafs  sie  eine  gröfsere  Menge  von  Kohle 
in  den  thierischen  Säften  erzeugt.  Demnach  hinge 
die  Färbung  des  Gefieders  hauptsächlich  von  dem 
Ueberschusse  der  Kohle  in  den  tbierischen  Säf- 
ten der  Vögel  und  von  dem  Grade  des  einwir- 
kenden oxydirenden  Lichts  ab.  Das  Gefieder 
eines  Vogels  wäre  demnach  um  so  lebhafter  ge- 
färbt, je  mehr  seine  Nahrung  aus  Vegetabilien 
besteht,  je  wärmer  die  Temperatur  der  Luft  ist, 
worin  er  sich  aufhält,  und  je  extensiver  das  Licht 
auf  sein  Gefieder  einwirkt.  Und  umgekehrt  das 
Gefieder  eines  Vogels  wäre  um  so  weniger  leb- 
haft gefärbt,  je  mehr  seine  Nahrung  aus  anima- 
lischen Substanzen  besteht,  je  kälter  die  Tem- 
peratur der  Luft  ist,  worin  er  sich  aufhält,  und 
je  weniger  intensiv  das  Licht  auf  sein  Gefieder 
einwirkt.  Hiermit  scheinen  mir  denn  auch  die 
meisten  Tbatsachen  überein  zu  stimmen.  Die 
neuere  von  Azara,  a)  aufgestellte  JVleinung,  daA 


a)  a.  a.  O.  T.  3.  p.  7.  II  est  tout  naturel  de  penser  quc 
la  ou  les  cspcces  abondent,  corame  au  Paraguay  il  s'cp 
frouve  de  remarquables  par  leur  beaute,  et  d'autres  dont 
Fextericur  n'a  ricn  d'agreable;  et  c'est  aussi  ce  que  refulte 
de  mes  observations.  Mais  les  voyageurs  sc  lont  attacbe's 
a  decrire  de  preference  les  bei  les  especes;  et  Ton  crott  que, 


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» 


573 

die  Färbung  des  Gefieders  von  dem  Grade  der 
Bewegung  der  Vögel  abhänge,  scheint  mir  un- 
statthaft zu  seyn. 

§•  225. 

Mehrere  Naturforscher,  Catesby  a),  Bajonfc), 

dons  cette  meine  contree,  il  n'cn  est  ä  peine  qui  n'aient 
rien  que  d'ordinaire,  ce  que  Ton  attrtbuc  a  la  force  de§ 
rayons  du  soleil.  S'il  en  e'tait  ainsi  aucun  oiseau  n'e'gale* 
roit  cti  couleurs  eclatantes  ceux  qui  vivent  Consta mmcnt 
dans  tes  campagnet  de'couvertes,  oü  ils  tont  le  plus  expo- 
ses  a  l'ardeur  du  soleil;  cependanr,  il  est  certain  que  paf. 
tni  ceux  la,  il  n'est  pas  un  qui  merite  d'etre  destingue  par 
ton  plumage,  ce  qui  parait  indiquer  que  les  rayons  da 
soleil  afraibüssent  la  vivacite'  des  couleurs,  loin  de  la  de- 
velopper.  En  outre,  je  dois  observer  a  ce  sujet,  que 
Veclat  de  l'e'mail ,  les  reflets  et  les  teintes  les  plus  agf e'ables 
dominent  sur  te  plumage  des  couroucous,  des  colibris  et 
de  certains  tanagras,  et  que  touS  ces  oiseaux  ont  le  vol 
rapide,  habitent  les  bois  sans  se  montrer  a  la  cime  des 
arbres  que  par  instans  tres-courts,  enfin  rte  se  possent 
jamais  a  terre;  de  sorte  qu'ils  paraissent  evitcr  avec  au« 
tant  de  soin  la  poussiere  du  sol,  que  les  feux  de  l'astre 
du  jour.  De  ces  faits,  je  conclus  que  Veclat  et  la  beaute 
de  leurs  couleurs  proviennent  de  la  force  avec  laquelle  ilf 
fendent  l'air,  de  l'ombre  qu'ils  n'abandonnent  jamais,  et  de 
leur  attention  a  s'entretcnir  dans  la  plus  brillante  pröprete\ 

a)  Natural  History  of  Carolina  T.  1.  p.  35. 

*)  Mena  Sur  Cayenne  T.  a.  p.  261.  S'il  est  vrai  que  la 
Nature  ait  c'te  tres  avantageuse  aux  oiseaux  de  nouveati 
rnonde,  pour  leur  forme  et  leur  paruvc,  il  n'ett  est  paa 
de  meine  pour  leur  voix.  On  ne  trouve  nulle  part  dant 
les  forets  de  la  Guiane  des  oiseaux  dont  les  ramagesscient 
aussi  doux  et  aussi  melodieux  que  ceux  que  nous  avöns  en 
Europc;  la  voix  de  presque  tous  est  fort  grosse,  fort  ir* 
reguliere  et  tres  •  desagreable. 


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Sparrmann«)  und  BufFon  b)  haben  den  Vögeln 
der  Tropenländer  fcwar  ein  prächtiges  und  far* 
benreiches  Gefieder  eingeräumt,  dagegen  aber 
haben  sie  ihnen  die  melodienreiche  Stimme  und 
den  Gesang  abgesprochen.  Es  ist  allerdings  wahr» 
dafs  viele  der  schön  befiederten  Vögel  >  2.  B.  die 
Papageien,  die  Tukans,  Hornvögel,  Kurukus  u.a. 
eine  rauhe  und  unmelodische  Stimme  haben,  indes- 
sen ist  es  durchaus  irrig,  den  Vögeln  der  Tropen* 
länder  den  Gesang  abzusprechen.  Hernandezr)* 


a)  Reisen  S.  15t.  Die  kleinen  afrikanischen  Vogel  iibefrref» 
fen  untere  europäische  Vogel  gröfstcntheils  an  Pracht  der 
Federn.  Durch  Stimme  und  Schönheit  des  Gesanges  zeich« 
nen  sieh  wenige  unter  ihnen  aus. 

h)  Hist.  naturelle  des  Ois.  T.  1.  p.  15.  £t  *  l'egatd  de  U 
douceur  de  la  voix  et  de  l'agre'tnent  du  chant  des  oiseaux, 
ftous  oj^servons  que  c'est  une  qualite  en  partie  naturelle  et 
en  partie  acquise ;  la  grande  facilite'  qu'ils  ont  a  retenir  et 
repe'tef  les  sons»  fait  que  non-  seulement ,  ils  en  tmprun* 
tent  les  uns  des  au  t  res,  mais  que  souvent  ils  copient  les 
inflcxions,  les  tous  de  la  vöix  humaine  et  de  ttos  instru- 
mens.  N"est*il  pas  singulier  que  dans  tous  les  pays  peu« 
ples  et  polices,  la  plupart  des  oiseaux  nient  la  Voix  char- 
mante et  le  chant  me'lodieux,  tandis  que  dans  l'immcnse 
e'tendue  des  deserts  de  l'Afrique  et  de  l'Amerique,  ou  Tort 
n'a  trouve  que  des  homraes  sauvages,  il  n'existe  aussi  que 
des  oiseaux  criards,  et  qu'a  peinc  on  puisse  citer  quelques 
especes  dont  la  voix  soit  douce  et  le  chant  agre'able? 

c)  Hemandet  de  Avibus  Nov.  Hisp.  Cap.  30.  De  Cenzöiit* 
latole  sive  centzontli  *  (Turdus  otpheus)  In  caVeis  quibus 
detitietur,  suavissiiue  cantat,  nec  est  avis  ulla,  animalve 
cujus  vocem  non  reddat  luculentissime  et  eXquisitissime  a6- 
rauletur.  Quid  ?  Philomelara  nostram  longo  superat  inter* 
Vallo,  cujus  suavissimum  toncentum  tantopere  landant, 
celebrantque  vetusti  auetores,  et  quiequid  avicuUrum  apud 
nostram  orbem  cantu  auditur  suavissimum. 


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57-5 

Örowne  ä),  Sloane  b)f  Clavigero  c)9  Ülloa  d), 
Molina  e)  und  Azara  /)  nennen  viele  Vogel 
 t. 

a)  Natur,  hisfory  of  Jamaika  pag.  469.  The  mock-bird  or 
Nightingale.  (Turdus  orpheus  U)  This  certainly  excels  all 
other  birds  both  in  twcclneff  of  mclody,  and  variety  of 
notcs.    Irsings  often  with  extasy. 

i)  Natur,  hist.  of  Jamaika  Vol.  2.  p.  293.  Iris  a  common 
opinion,  that  the  het  parts  of  the  World  abound  most  with 
birds  of  fine  eotour'el  fcathcrs,  and  that  they  want  those 
who  sing:  the  first  of  which  is  true  and  the  latter  false, 
for  there  are  raany  sweel  singing  birds  to  be  found  here, 
and  those  or.  as  pleasant  notcs  as  any  in  Europe. 

c)  Geschichte  von  Mexiko  B.  1.  S.  92.  Manche  Schriftstel- 
ler räumen  den  mexikanischen  Vögeln  zwar  einen  Vonug 
in  der  Pracht  der  Federn  ein,  sie  laugnen  ihnen  aber  den 
schönen  Gesang  ab :  wir  können  jedoch  mit  Gewifsheit 
versichern,  dafs  diese  Meinung  nicht  auf  wirkliche  Erfah- 
rung, sondern  auf  Unwissenheit  gegründet  ist;  weil  es 
mehr  Schwierigkeiten  für  die  Europäer  hat,  mexikanische 
Vogel  zu  hören,  als  zu  sehen.  — 

d)  Phys.  Nachrichten  von  Amerika  B.  I.  S.  144*  Der  Sinfon- 
ie, le  moqueur,  der  Spötter  hat  in  Ansehung  der  Farbe 
seiner  Federn  nichts  besonders,  allein  die  Harmonie  seines 
Gesanges  und  die  Mannichfaltigkeit  der  Modulation  seiner 
Töne ,  wenn  er  sich  in  Freiheit  befindet,  sind  von  bezau- 
bernder Anmuth.  Auch  der  Gesang  der  Card inäle,  Papste 
und  Bischöffe  ist  angenehm. 

•)  Naturgeschichte  von  Chili  S.  220.  Der  Siu,  (Fringilla 
barbatV)  singt  sehr  schön,  auch  Fringilla  deuca ,  Turdus 
thilius,  thenca  und  curoeus. 

f)  Voy«  T.  3.  p.  5.  Selon  BurTon,  il  n*y  a  poinf  en  Arne- 
rique  d'oiseaux  qui  aient  une  voix  melodieuse,  et  c'est,  i 
son  avis,  une  des  inflaences  du  climat«  Mais  si  Ton  for* 
snait  un  choeur  d'oiseaux  choisis  dans  l'ancien  continentt 
et  qu'on  le  comparat  a  un  autre  choeur  compose'  d'un  egal 


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57* 

Mexicos >  Jamaika*  und  Sudamerikas»  welche 
sich  durch  einen  trefflichen  und  melödienreichen 
Gesang  auszeichnen.  Auch  Forster  a)  sagt  von 
seinem  Aufenthalt  aufOtahiti:  mancherlei  kleine 
Vögel  wohnten  auf  den  schattigen  Zweigen  der 
Brodfrucht-  und  anderen  Bäumen  und  sangen 
angenehm«  ob  man  gleich,  ich  weifs  nicht  wa- 
rum ,  in  Europa  den  Wahn  hegt,  dafs  es  in  heis* 
sen  Ländern  den  Vögeln  an  harmonischen  Stim- 
men fehle. 

Ich  mufs  hier  endlich  noch  Erwähnung  thun> 
dafs  das  Bewohnt  -  oder  nicht  Bewohnt  *  Seyn 
einer  Gegend,  eines  Landes,  einer  Insel  von 
Menschen  einen  sehr  grofsen  Einflufs  auf  die 
Vögel  hat.  Die  Vögel  sind  im  Allgemeinen  sehr 
sanft  und  ohne  Mifstrauen  ,  wie  die  jungen  Vö* 
gel  beweisen,  die  eben  das  Nest  verlassen  haben, 
diese  fliehen  den  Menschen  und  die  Thiere  nicht, 
wenn  sie  nicht  durch  die  ängstliche  Stimme  der 
Eltern ,  welche  ihre  Feinde  kennen,  gewärnt  wer- 
den. Nirgends  zeigt  sich  das  ursprünglich  sanfte 
und  zutrauliche  Naturel  der  Vögel  stärker,  als 

nombre  d'oiseaux  chanteurs  rassembles  en  Paraguay  Y  la 
Victoirc  du  diant  serait  peut»ttre  dispute'e.  II  faut  ne'an- 
moins  en  ex;epter  le  rtossignol ,  avec  lequel  aucun  oiseau 
de  l'Amcrique  ne  peut,  lans  doute,  entrer  en  concurrence 
pour  les  charmes  de  la  voix.  Mais  si  les  naturalistes  tut* 
sent  entendu  les  chansons  d'amour  de  nos  oisseaux  ame'rt* 
cains,  et  n'en  eussent  pas  jugt  par  le  petit  nombre  de 
ceux  qu'ils  tenaieht  captifs  en  cage,  a  cause  de  la  beaute 
de  leur  plumage  et  de  leur  qualite*  d*etrangers,  ils  n'eus* 
sent  pas  rais  tant  de  precipitation  dans  leur  decision» 

a)  Reise  um  die  Welt.  B.  i.  S.  ai& 


4 


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57- 

in   Ländern  und  auf  Inseln,   die.  nicht  von 
Menschen  bewohnt  werden;  hier  fliehen  sie  die 
Menseben,  wenn  sich  solche  sehen  lassen,  durch- 
aus nicht,  wie  die  Beobachtungen  mehrerer  Erd- 
Umsegler  aussagen.    Forster  a)  sagt  Von  der 
»usky-Bay  aut  Neuseeland :  das  Thierreich  lie* 
ferte  seiner  Seits  auch  einen  Beweis,  dafs  dieser 
Theil  des  Landes  bis  jetzt  wohl  noch  keine  Ver- 
änderung von  Menschen  erlitten  haben  könne, 
und  hefs  uns  beim  ersten  Anblick  vermuthen, 
dafs  Dusky  -  Bay  fan  der  Nordseite- des  Caps 
West   ganzlich  unbewohnt  seyn  müsse,  denn 
eine  Menge  kleiner  Vögel  schienen  noch  nie  eine 
menschliche  Gestalt  gesehen  zu  haben,  so  un- 
besorgt blieben  sie  auf  den  nächsten  Zweigen 
sitzen,  oder  hüpften  wohl  gar  auf  dem  ä'ufser- 
sten  Ende  unserer  Vogelflinten  herum,  und  be- 
trachteten uns  als  fremde  Gegenstände  mit  einer 
JMeugierde,  die  der  unsrigen  einigermaasen  gleich 
kam    Auch  Crozet  b>  g.bt  an,  dafs  die  Vögel 
bei  dem  Besuche  der  Europäer  auf  Neuseeland 
so  wenig  scheu  und  furchtsam  waren,  dafs  man 
sie    mit  Stein  würfen,  ja  mit  Stöcken  tödten 
konnte.    Bougainville  c)  erzählt  dasselbe  von 
den  Vögeln  der  Malouinischen  Inseln.  Ferner 
Azara  d)  von  den  Vögeln  Paraguays.  Eine  glei- 

ä)  Reue  um  die  Welt.  B.  i.  S.  96. 
*)  Voy.  p.  93. 

*)  Voy.  autour  du  Monde.  Pari,  ,17,.  4.  p.  gg.    L„  bec. 

soi«  se  defioiem  ..  peu  de«  chaueurs,  qu'il  »uflUoit  d'aller 
a  eux  avec  des  bätons. 

d)  Voy.  T.  3  p   „.    Un  natore,  pais;b,e)  doux  w  .nn^ 
cen    «emb  e  devoir  etre  l'apanage  de»  oUeau*  des  pay.peu 

Er  *que Paragüay' ou  ib*»«™*n,.pl,,„e 

•«berte  _  Am».,  |a  pt«p»rt  manquent  ik  de  la  prevoyance 
•t  de,  „oyen,  nee««««««  pour  evtter  I«  piege,  de«  homme. 

37 


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578 

che  Zutraulichkeit  und  'Furchtlosigkeit  zeigen  die 
Secvögel,  besonders  die  der  selten  vpn  Schilfen 
besuchten  Meere  der  südlichen  Hemisphäre,  Na- 
mentlich sind  die  Tölpel  (Sulae)  aufserordentlich 
zutrauliche  und  sehr  wenig  scheue  Vögel.  Der 
Anblick  des  Menschen  erschreckt  sie  nicht,  sie 
setzen  sich  auf  die  Segelstangen  der  Schiffe  nie- 
der und  lassen  sich  leicht  ergreifen,  wie  Feuil- 
lee  o),  Dutertre  b),  Dampier  v),  de  Gennesrf), 
Labat  e),  Pemetty  /);  Labillardiere  g)  u.  a.  be- 
zeugen. Anderson  h)  erzählt  von  den  Sturm- 
vögeln und  Pinguinen  des  Landes  Kerguelen  fol- 
gendes: Eine  andere  Art,  die  gröfste  von  allen 
Sturmvögeln  >  die  die  Matrosen  MutterCarey's- 


a)  Obscrvat.  cd.  1125.  p.  98. 

b)  Hist.  gener.  des  Antilles  V.  2.  p.  275.  •» 

e)  Voy.  T.  1.  p.  66.  C«t  un  oiteau  fort  simple,  et  qui 
ne  s'ote  qu'a  peine  du  chemin  des  gens. 

<£)  Vöy.  au  detrott  de  Magellan.  Paris  1693.  p.  62.  II  y  a 
dans  cette  ile  de  L'Ascension  des  fous  en  st  grande  quantite, 
que  nos  matelots  en  tuoient  cinq  ou  six  d*un  coup  de  baton. 

*)Nouv.Voy.  aux  iles  de  PAmerique.  Paris  1722.  T.  6.  p-48'» 
/)  Hist.  d'un  Voy.  aux  iles  Malouinca.  T.  1.  p.  105.  Un 

fou  e'tant  venu  se  percher  sur  la  vergie  du  mat  de  misaine 

un  roatelot  le  prit  a  la  raain. 

g)  Voy.  T.  1.  p.  209.  Un  fou  de  l'espece  apelle'ePelecanus 
varius,  se  fit  prendre  a  bord  au  coucher  du  soleil.  — Cet 
oiscau  etoit  venu  sans  mcfiancc  se  rcposer  dans  la  grande 
hune  a  cote  d'un  de  nos  matelots:  c'est  une  chose  assex 
remarquable  que  le  peu  de  crainte  que  ces  oiseaux  ont  de 
rhomme;  souvent  memc  ils  sc  reposent  sur  le  bras  qui 
leur  est  pre'sente. 

K)  in  Cooks  dritter  Reise  um  die  Welt,  teutschc  Ueberscrz. 
Anspach  1737.  8-  B..  1.  S.  125.  127. 


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I 


579 

Gans  nannten,  war  so  kirre,  dafs  wir  sie  am 
Seeufer  mit  Prügeln  todtschlagen  konnten.  Alle 
drei  Arten  der  hier  lebenden  Pinguinen  waren 
so  zahm,  dafs  wir  ihrer  so  viel  wir  wojlten, 
mit  der  Hand  fangen  konnten.  Diese  Zutrau- 
lichkeit und  Furchtlosigkeit  der  Vögel  hat  sich 
in  Ländern  die  stark  bevölkert  sind,  und  wo 
die  Vögel  den  seine  Oberherrschaft  ausübenden 
Menschen  kennen  gelernt  haben,  gänzlich  ver- 
loren. Alles  dies  beweifst,  dafs  die  Vögel  durch 
ihren  Umgang  mit  Menschen  der  Erlernung  ei* 
ner  Art  Klugheit  und  Schlauheit  fähig  sind» 


■ « 


-1 


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37  • 


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58o 


«  * 


Neunter  Abschnitt. 


Wanderungen  der  Vogel  a). 


■ 


\ 


Erstes  CapiteL 


Von  dem  Verschwinden  vieler  Vögel  im  Herbste , 

und  von  dem  Witdererscheinen  derselben 
*  im  Frühling. 

$.  188. 

D„  Verschwinden  vieler  Vögel,  der  Schwal- 
ben, Störche,  Wachteln  u.  a.  im  Herbst  oder 
zu  Anfang  des  Winters,  so  wie  das  Wieaer- 


()  /.  G.  Swalbacii  Dift.  de  Ciconiis,  Gruibui  et  Hirundi- 
nibus,  quo  exeunte  aestate  abvolcnt  et  ubi  hiement.  Spi- 
rae  1630.  4* 

J.  Prnetorii  resp.  Brunone  Dissert.  de  Crotalistria  tepidi 
temporis  hospita.    Von  des  Storches  Winterquartier.  Lips. 

1656.  4  rfi*-  n<>2. 

 des  Storches  und  der  Schwalben  Winter« 

quartier.  Frankfurt  16*76.  8* 

 Winterflucht  der  nordischen  Sommcrvögcl. 

Leipzig  1618»  8- 


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58t 

t 

* 

erscheinen  derselben  im  Frühling  hat  sehr  früh- 
zeitig die  Aufmerksamkeit  der  Naturforscher  auf 


J.  Thamfuiu*  retp.  Schmidicken  Dks.  de  Hibernaculis 
hirundinum.,  Von  der  Schwalben  Winterquartier.  Leipz. 

i$5&-  11Q2»  4- 

J>.  G.  Fog  Di s$.  de.Ciconiarnm  hibcrnacultf .  Htfn.  1692. 4. 
IV.  Der  harn  Letter  conceming  the  migratioa  of  birdj. 
Philos.  Transact.  V.  170g  p.  123. 

An  essay  tovyards  the  probable  Solution  of  thit  question : 
whence  comrac  the  Stork,  and  the  Turtie,  the  Cranc  and 
theSwauW.    London  1*739* 

Pauliini  wo  der  Storch  eigentlich-  rein  .(Winterquartier 
habc^  in  d.  Zeit  verkürzenden,  erbaulichen  Last.  Bd.  3. 
No.  44  S.  29g. 

, — rt-  voq  der  Schwalben  Winterquartier,  in^d.  phi- 
los.  Luststunden,  S.  191. 

Von.  der  Wiederkunft  der  Storche  und  Schwalben,  in  d. 
Brefslauer  Natur  -  und  Kunst  -  Gesch.   Verl.  7.  S«.  321« 
Vers.  g.  S.  457*  Vers..  19.  S.  283.  Ven.  2&  S.  409. 
.  1         Franckenau  avium  in  calidioccs  terras  abituf  ;.in»ej.  Sa« 
tyris  medic.  Sar.  1.  30. 

/.  T~.  Zorn  über  die  Wanderungen. der  Vogel  in  s.  Po 
tino- Theologie  Th.  1.  S.  418.  Tb.  2.  S.  157. 

M.  CaUsby  0£  birds  of  passagew  in  cL  Philos.  Transact. 
V.  1747.  p.  435. 

J;  T.  Klein  Was»  irrende  oder  Stretch  -  und  Was  Zug- 
Vögel^  sind,  auch  wo  die  meisten  Vögel,  besonders  Schwal- 
ben und  Störche  überwintern.,  in  d.  Schriften,  der  Natur» 
forsch.  Gesellschaft  in  Dan  zig,  Th.-  1..  S.  407. 

— —  Quaenam.aves  ertaticae,  o/je  migratoriae?  in  a, 
Histor.  Avium  Prodromus.  Lubec.  1750.  4.  p.  154. 

 Ueberwinterung  dcr.Vö'gcb  in  s.  verbesserten 

und  vollständigen  Historie  der  Vögel;  herausg.  v.G.  Key- 
ger. Danzig  1760.  4.  S.  171. 

C.  Linnaei  resp.  Ekmurk  Diss.  de  Mig' .tionibus  avium. 
Upsal.  1757.  4.  in  d.  Amoenit.  Acad.  Vol.  4.  p.  365. 


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5S»  . 

sich  gezogen.  Män  bat  diefs  Phänotnen  sfeit  Ari- 
stoteles Zeiten  auf  zweierlei  Art  zu  erklären 

» 

P.  Collüuon  A  letter  concerning  the  migrations  of  swaU 
lows»  in  d»  philos .  Transact.  V.  1*760.  p,  459. 

Godekeu  de  Riville  Sur  le  passage  des  oisscaux»   in  d. 
Mcm.  de  Math«  et  de  Pbys.  T.  3.  p.  90. 

Edward*  Gedanken  über  das  Wegziehen  der  Vögel» 
in  s.  Natural  bistory  of  birds»  und  in  dem  Universal  Ma- 
gazine tupplenu  to  the  10.  Vol.  p.  32$.  teutsch  .im  All» 
gem.  Magazin.  Th.  4.  S,  60.    Leipz.  1754. 

F.  C  Achard  Remarks  on  swaltows.  on  the  Rhine  ;  in 
den  philos.  Transact.  Y.  1-763.  p.  iok 

I.  Lecke  resp.  Gry  s  sei  Dissr  de  raigratione  hirundinum 
et  earum  hybernaculii-  Abo.  1764. 

—  Einiger  Zugvogel  Ankunft ;  in  d«  Schwede  aka» 
dem.  Abh.  J.  1763.  S.  276. 

Padre  Federico  San  Vtiali  Dissertaaione  sopra  il  pas- 
tagio'degli  uccelli ;  in  d.  Dissertazioni  detrAdunanza  lette« 
leraria  di  Casa  Mazzuchelli  T.  l.  p  331.  Rresc.  1765.  4* 
Im  Ausz.  in  d«  aücrneuesxen  Mannichialtigkeiten  Jahrg«  i. 

S.  393-  ' 

J.  Ptnnant  On  Migration  ofbirds»  in  s.  Britisch,  Zoology« 

D.  Barrington  An  essay  on  the  penodkal  appearing 
and  dtsappearing  of  certain  birds,  at  differem  times  of  the 
year.  in  d.  philos.  Transact.  Y.  1772*  p.  2,6$+ 

/.  Cornish  Qi  the  Torpidity  of  swatlows  and  martins* 
Ebend.  Y.  1775.  p,  343.  teutsch  im  Wittenbeig.  Wochen- 
blatt. R.  10.  S.  255.  265.  277. 

Clas  Bierkander  lieber  einiger  Zugvögel  Ankunft  und 
'  Abreise;  in  d.  Abh.  d.  Schwed.  Akad.  J.  1776.  &.  293. 

*f.  Dexter  on  the  retreat  of  house  -swallows  in  winter; 
in  d.  Mcm  of  the.amcrican  Acad.  Vol.  1.  p.  494. 

A.  Packard  on  the  retreat  x>i  swallows  in  winter;  ib. 
Vol.  2.  P.  i.  p.  93. 

S.  J.  ßruyn  Qn  the  retreat  of  swallows  and  the  tropid 
State  of  certain  animals  in  winter;  ib.  Vol. 2.  P.  1.  p.96« 


/ 


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583 

gesucht;  nämlich  dadurch,  daf*  man  annahm, 
viele  Vögel  hielten  sich,  so  wie  mehrere  Saug- 
thiere,  und  wie  die  Amphibien,  Mollusken,  Wür- 
mer u.  s.  w\,  während  des  Winters  verborgen; 
oder  sie  wanderten  in  wärmere  Länder  aus. 
Mehrere  Naturforscher  lassen  einige  Vögel  sich 
verbergen  und  andere  auswandern.  Die  Orte, 
wo  sich  die  verschwindenden  Vögel,  verbergen 
sollten,,  wurden  sehr  verschieden  angenommen» 
Olaus  Magnus  a),  Glaus  Wormius,  Kirchner, 
Klein  b)r  rontoppidan  c),  Linne  d),  J.  A.Fabrici- 
us  e)9  Oedman  f)  u.  a.  glaubten,  die  Schwalben 

G.  von  Carlson  Bemerkungen  Uber.  Schwalben;  neue 
Abhandl  d  Schwed.  Akad.  J.  I-J89     S.  301. 

IV,  Markwick  On  the  migration  of  certain  birds;  in  d. 
Xransact.  of  the  Linnean  Soc.  Vol.  1.  p. Ii 8-  Vol. 2  p.325. 

E.  Lambert  Observation!  rclatingto  the  migration  o£ 
birds;  ebend.  Vol.  a.  p.  12. 

IV.  Smellie  Ucber  die  Wanderungen  der  Thicre;  in  f* 
Philosophie  der  Naturgeschichte;  aus  d.  Engl,  libers.  Th. 
2?  Cap.  20.  S.  235. 

/.  AI,  Beckstein  Vögelkalender  oder  Angabe  der  Jahrs- 
zeit, wenn  man  die  "Zug  -  und  Strichvögel  in  Deutschland  - 
habhaft  werden  kann;  in  s.  Ornitholog.  Taschenbuch  Th. 
2.  S.  463.  auch  im  4  B.  2  Th.  s.  gemeinnütz.  Naturge- 
schichte Deutschlands.  S.  1163. 

Bemerkungen  über  die  Wanderungen  der  Vögel  findet 
man  in  den  Schriften  von  Aristoteles.  Plinius.  Solinus, 
Belon,  Aldrovand,  Gefsner,  Willougbby  v  Derham,  Smel- 
lie u.  a. 

* 

4)  Gent,  septentr.  Lib.  19.  C.  ix. 

b)  a.  a.O.  glaubte  dies  vorzüglich  von  den  Haus -und  Rauch- 
schwalben. 

c)  natürliche  Historie  von,  Norwegen.  Th.  2.  S.  187« 

d)  a.  a.  O.  von  den  Hausschwalben. 

e)  Hybern.  animal.  p.  15. 

f)  Nov.  Act.  üpsal.  1*792.  T.  5.  p.  83» 


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584 

senkten  sieh  im  Herbst  in  Seen,  Flufse  und  Sum- 
pfe, wo  sie  in  einem  erstarrten  Zustande  den 
Winter  zubrächten,  und  dann  bei  eintretender 
Frühlingswärme  wieder  zum  Vorschein  kämen. 
Dieselbe  Meinung  hegten  auch  Albertus  Mag. 
nus,  Gesner,  Coleru.  a.  von  den  Störchen.  Die 
eben  genannten  Naturforscher,  vorzüglich  Klein, 
haben  sich  bemü  it  eine  Menge  Fälle  zusammen 
zu  stellen,  wo  man  Schwalben  aus  Seen,  Tei- 
chen und  aus  dem  Schilfe  im  Herbste  und  im 
Winter  aufgefunden  haben  will.  Dem  ohngeach- 
tet  haben  sich  die  meisten  neuern  Naturforseher 
unter  andern  Catesby  0),  Edwards bh  Zorne),  But- 
ton rf),  Spallanzani  e)t  Pallas  f),  Bechsteing),  Aza- 
raA)u.a.  dagegen  erklärt.  Wenn  man  die  von  Klein 
u.  a.  gesammelten  Beobachtungen  etwas  näher 
prüft,  so  findet  man,  dafs  sie  fast  alle  von  Fi- 
schern, Pächtern  und  andern  in  der  Naturge- 
schichte wenig  zuverläfsigen  Leuten  herrühren. 
Ferner  hat  man  die  Schwalben  meistens  im  Herbst 
oder  im  Frühling  aus  Teichen,  Morästen  und 
aus  dem  Schilfe  gezogen,   sie  konnten  daher 


a)  Natur,  hist.  of  Carolina  T.  1.  C  36. 
h)  a.  a.  O.  in  der  Vorrede  p.  13. 

c)  a,  a.  O.  . . 

4)  Hisr.  Natur,  des  Oiscaux  ed.  de  Sonnini  p.  157.  Cette 
opinion  extremement  contraire  aux  lois  connucs  de  la  phy- 
siologie  et<ie  la  vre  des  oiscaux,  n'cst  point  appuyee  sur 
l'e'xpcrience. 

#)  Voy.  dans  les  deux  Sicilgs  T.  6.  p.  90. 

f)  Reisen  durch  das  russische  Reich  im  Auszug  B.  1.  S.  00. 
a  S.  g.  * 

g)  Naturg.  Teutsch],  B.  X  S.  122  in  den  Noten  sehr  aus- 
führlich. 

k)  a.  a.  O.  Vol.  4.  p.  97. 


- 


•  1  • 


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585- 

durch  Runger  und  Kalte  umgekommen  seyn ,  wie 
Bechstein  gezeigt  hat.  Der  Hauptbeweis  gegen 
die  Meinung  vom  Winterschlaf  der  Schwalben 
und  anderer  Vögel  im  Wasser  ist,  dafs  sie  allen 
Kenntnissen  über  das  Leben  und  die  Organisa- 
tion a)  der  Vögel  entgegen  ist  Unter  alle» 
Thieren  bedürfen  die  VSgel  der  atmosphäri- 
schen Luft  und  des  Atbmungs  -  Ptocesses  zu  Er- 
haltung des  Lebens  am  meisten,  wie  ich  bereits 
früher  im  Capitel  von  der  Respiration  der  Vogel 
gezeigt  habe.  Wie  ist  es  nur  denkbar,  dafs  Vo- 
gel ohne  zu  athmen  über  fünf  Monate  lang  im 
Wasser  versteckt  liegen  sollen,  die  im  Sommer 
nicht  eben  so  viele  Minuten  in  diesem  Elemente 
leben  können.  Man  könnte  hier  ah  ein  Gegen- 
beweis die  Frösche  anführen ,  die  den  Winter 
in  einer  Art  Erstarrung  im  Wasser  zubringen 
ohne  Luft  durch  die  Lungen  zu  athmen.  Diefs 
ist  allerdings  wahr,  allein  während  dieser  Zeit 
dauert  der  Respiration*- Prozefs  bei  diesen  Thie» 
ren  durch  die  nackte  und  gefäfs reiche  Haut  fort»  ' 
welche  die  Stelle  von  Kiemen  vertritt,  wovon 
mich  hierüber  angestellte  Versuche  überzeugt 
Laben*  Bei  den  Schwalben  und  andern  Vögeln» 
deren  Haut  mit  dichten  Federn  bedeckt  ist,  Kann 
die  Haut  nicht  die  Stelle  eines  Respirafcionsi-Or- 
gans  versehen.  Ferner  möchte  das  Wasser  auch 
durch  die  Nasenlöcher  in  die  mit  den  Nasenhöh- 
len in  Verbindung  stehende  Luftzellen  der  Kopf- 
knochen  eindringen,  so  wie  durch  dit  Luftröhre 
in  die  Lungen,  in  die  Luftsäcke  und  in  die  höh« 
len  Knochen.   Ich  sehe  die  Möglichkeit  nicht 


a)  wie  unter  andern  C.  Caldwclt  in  s.  Schrift,  Medical  and 
physical  momoirs  cqntaining  araongst  Qther  subjects«  Phi- 
ladelphia igio,  angibt.. 


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536 

ein ,  wie  das  Wa^cr  beim  Wiedererwadien  die- 
ser Thiere  aus  diesen  Höhlen  entfernt  werden 
könne.  Endlich  ist  es  auch  bekannt,  dafs  die 
Schwalben,  wenn  sie  im  Herbste  verschwinden, 
noch  nicht  abgemausert  haben,  und  dafs  sie  den- 
noch im  Frühjahr  bei  ihrem  Wit?dererscbeinen 
ein  neues  Federkleid  tragen  a).  Obnmöglich  kön- 
nen sie  dieses  im  Walser  während  des  Winter- 
schlafs erlangt  haben.  Alle  diese  Grunde  zusam- 
men genommen  nöthigen  mich,  die  Meinung  von 
dem  Winterschlafe  der  Schwalben  .yjnAr  anderer 
Vögel  im  Wasser  für  ein  naturhistoriaches  Mähr- 
chen zu  halten.  :  ,  :  > 

Viele  Naturforscher  nehmen  an,  dafs  sich 
Vörel  den  Winter  über  in  hohlen  Bäumen,  in 
der  Erde,  in  Löchern  der  Felsen  u.  s.  w.  ver- 
bergen, und  daselbst  in  einem  erstarrten  Zu- 
stande zubringen.   Aristoteles      glaubte  dieses 

a>  wiii  Bcchstcin,  auch  Leisler  in  s.  Nachträgen  in  Bech- 
steths  Naturgesch.  Hist.  i.  S.  i.  gezeigt  hat.  Einige  Be- 
merkungen gegen  den  Winterschlaf  der  Schwalben. 

b)  Hisr.  'Aflim.  Lib.  g.  Cap.  16.  De  Avibus,  quae  hyeme 
occultantur.  in  ed.  Schneider.  Cap.  ig.  Ex  avibus  quoque 
muitae  latent,  nec,  ut  quidamarbitranrur,  omnes  in  tepida 
loca  secedunr;  sed  qui  haud  multum  absunt  ab  ejusmodt 
locis,  qualis  ii,  in  quibus  Semper  morantur;  veluti  milvt 
et  hiründines. .  Quae  vero  longius  absunt,  non  mutant  lo- 
cum,  sed  se  ipsas  abdunt.  Visae  enim  sunt  hiründines  in 
angustiis  convallium  muitae j  plumlY  nudatae  pehitus:  et 
milvi  ex  iis  evolantes  locis  visi  sunt»  cum  primum  appa- 
ruerant.  Nullo  quoque  discrimine  tarn  quae  rectos  quam 
quae  uncos  habent  ungucs  sese  condunt.  Quippe  et  cicc« 
nia  et  merula  et  tttrtur  et  alauda.  —  Latet  etiam  tuTdus 
et  sturnus.  Ex  iis,  quae  aduncis  sunt  unguibus,  paucis 
dictus  latent  milvi  et  noctuae. 


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587 

von  <Jert  Schwalben ,  Lerchen ,  Staaren,  Drosseln» 
''Turteltauben,  Störchen  u.  a.  Aldrovand,  Gesner, 
Schwenckfeld,  Schottus,  Rzaczynsky,  Cypria- 
ne*, Hevelius,  Praetorius,  Neander,  Derham, 
Schäffer »  Ellis>  Achard,  Cornisb,.Dexter,  Bar- 
rington a)  u.  a.  glaubten  es  von  den  Schwalben« 
Klein  hegte  diesdbe  Meinung  nicht  nur  von  den, 
Uferschwalben»  sondern  auch  von  den  Nachti- 
gallen, Sängern,  Lerchen,  Kuckuks,  Tagschlä- 
fern» Wachteln  u^a.  Diese  Männer  stützen  ihre 
Aleinung  auf  Erfahrungen ,  nämlich  man  hat  bis- 
weilen während  den  Wintermonaten  in  alten  Ge- 
bäuden und  Mauren,  in  hohlen  Bäumen  und  an- 
dern Winkeln  Schwalben  gefunden.  Dem  obn* 
geachtet  haben  sich  mehrere  Zoologen,  Wil- 
loughby,  Ray,  Marsigli,  Vallisneri,  Zorn, 
Bourghett,  Catesby,  Wagger,  Edwards,  Collin- 
son,  Reaümur,  Frisch,  Pallas,  Spallanzani, 
Smellie,  Bechstein  u.  a.  mit  Recht  gegen  diese 
Meinung  erklärt.  Obgleich  es  allerdings  keinen 
Widerspruch  erleidet,  daft  man  bisweilen,  wie 
wohl  sfehr  selten,  Schwalben  während  der  Win- 
termonate an  verschiedenen  Orten  gefunden  hat, 
unter  andern  fand  Geradin  b)  zu  Spinal  in  den 
Vogesen  im  Monat  December  in  seinem  Kamin 
eine  Schwalbe,  welche  tod  zu  seyn  schien,  je* 
doch  in  einem  warmen  Zimmer  wieder  erwachte, 

so  kann  man  dennoch  nach  solchen  wenigen 

* 

a)  a.  a.  (X  p.  294.  Yet  J  shalt,.  wirhout  an\r  defficulty,  say> 
that  J  at  least  am  convinced  swallows  (and  perhaps  forne 
otber  birds)  are  torpid  during  the  winter.  Why  is  it  more 
extraordinary  that  swallows  should  bc  torpid  during  the 
winter,  than  that  bats  are  found  in  this  State %  and  so  nst- 
»y  inscctes ,  which  are  ibe  food  of  swallows? 

c)  S.  Buffon  Hist.  aar  «cd.  de  Sonnini  T.  55.  p.  14 

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588 


tind  seltenen  Beispielen  keineswegs  die  allgemeine 
Regel  aufstellen,  dafs  alle  Schwalben  und  viele 
der  übrigen  Vögel  sich  den  Winter  über  ver- 
bergen. Zorn  a),  welcher  Nester  von  Mauern- 
schwalben  im  Winter  untersuchte ,  fand  niemal» 
eine  Schwalbe  darin.  Auch  White  b)  hat  die 
tiefen  Löcher  der  Sandbänke,  worin  Uferschwal- 
ben genistet  hatten,  im  Winter  mit  grofser Sorg- 
falt durchsucht,  aber  niemals  eine  Schwalbe  d<- 
rin  angetroffen,  obgleich  Klein  von  diesen  Schwal- 
ben aussagt,  dafs  sie  sich  den  Winter  über  in  den- 
selben aufhalten.  Spallanzani  r ),  welcher  Seh  wal- 
ben einer  künstlich  erzeugten  Kalte  aussetzte, 
fand,  dafs  sie  einen  sehr  hohen  Grad  von  Külte 
ertragen  können,  und  dafs  sie  erst  bei  13  bis 

14  Gr.  Kalte  sterben,  aber  nicht  in  Schlaf  verfallen* 

*  *  ■         >_ '  .  - 

<.  .  ■ 

Es  bleibt,  wie  wir  sehn,  kein  anderer  Weg 
übrig,  das  Verschwinden  der  Vögel  im  Herbst 
zu  erklären,  al$  der  durch  das  Auswandern  der* 
selben  iu  wärmere  Lander.  Für  die,  Richtigkeit 
dieser  Erklärungs-Art  spricht  die  Ankunft  vie- 
ler Vögel  in  Teutschland,  welche  im  Herbst  in 
den  nördlichen  Ländern  Europas  verschwinden, 
z.  B.  der  Schneegänse,  vieler  Entenarten,  der  Säge- 
taucher, der  Krammetsvögel  u.  a.  Ferner,  dafs 
diejenigen  Vögel,  welche  im  Herbst  in  Teutsch- 
land verschwinden,  im  südlichen  Italien,  auf  den 
griechischen  Inseln,  in  der  Barbarei  und  in  Egyp- 
ten den  Winter  hindurch  wahrgenommen  wer- 


«)  t.  ».  o.  Th.  *  s.  436; 

b)  Natural.  Hiitory  of  Seiborne,  p.  1^ 

c)  Yoy.  dam  let  deux  Steiles.  T.  6  p.  13. 


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589 

k 

V 

dem  Solch e^Ww^erüfi gen  finden  ebenfalls  im 
•nördlichen  Asien  *nd  in  Nordamerika  zur  Herbst- 
zeit  der  nördlichen  Hemisphäre  statt;  desgleichen 
im  südlichen  Afrika  und  Amerika  aufserbalb  des 
Wendekreises ,  des  Steinbocks ,  zur  Herbstzeit  der 
südlichen  Hemisphäre.  Neuholland  ist  uns  in 
dieser  Hinsicht  noch  unbekannt.  Endlich  ist  es 
sattsam  ausgemacht,  dafs  die  Wander- Vögel  im 
Frühling  wieder  in  die  Länder  zurück  kommen, 

wo  sie  erzeugt  worden  sind. 

i  *  •  ; 

m 

Man  kann  die  Vogel  in  Hinsicht  der  Be- 
ständigkeit und  Veränderlichkeit  ihres  Aufent- 
halts in  Standvögel,  Strichvögel  und  Zugvögel 
theilen.  Standvögel  (aves  manentes)  werden  die- 
jenigen genannt,  welche  sich  zu  allen  Jahres- 
zeiten an  dem  Orte  oder  in  der  Gegend  aufhalten, 
wo  sie  erzeugt  und  ausgebrütet  worden  sind* 
Unter  Strich- oder  Streich.  Vögeln  (aves  errati- 
cae)  versteht  man  diejenigen,  welche  sich  yon 
dem  Orte  und  der  Gegend,  wo  sie  erzeugt  wor- 
den sind,  auf  kürzere  oder  längere  Zeit  entfer* 
Ben,  und  innerhalb  gewisser  enger Gränzen  her- 
um ziehen,  ohne  mehrere  Grade  der  Breite  zu 
überschreiten.  Zugvögel  (aves  migratoriae)  end- 
lich werden  diejenigen  Vögel  genannt,  welche 
zu  gewissen  Zeiten  regelmäfsig  die  Gegenden, 
und  Länder,  wo  sie  erzeugt  worden  sind,  ver- 
lassen, und  sich  in  grofsen  Strecken,  mehrere 
oder  viele  Grade  der  Breite  überschreitend,  von 
denselben  entfernen.  Diese  Eintbeilung  derVo*; 
gel  in  Hinsicht  der  Beständigkeit  undveränder- 
Behielt  des  Aufenthalts  ist  nur  relativ  nach  der 
geographischen  Lage  der  Länder,  denn  da  die 
Ursachen  der  Beständigkeit  und  Unbeständigkeit 


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59°  s  .  ' 

des  Aufenthalts  in  dem  Vorhandenseyn  und  in 
dem  Mangel  der  jeder  Vogelart  eigentümlichen 
Nahrung  liegen,  diese  selbst  aber  hauptsächlich 
von  der  geographischen  Lage  der  Länder  und 
von  dem  Stande  der  Erde  gegen  die  Sonne  ab- 
hängen, so  ist  es  einleuchtend,  dafs  eine  Vögel- 
art, die  in  einer  grofsen  Ausdehnung  von  vie- 
len Graden  der  Breite  über  die  Erde  verbreitet 
ist,  an  einem  Orte  ein  Standvogel  und  an  einem 
andern  Orte  ein  Wandervogel  ist;  z.  B.  die  zwi- 
schen den  Wendekreisen  vorkommende  Haufs- 
uod  Mauer- Schwalbe  ist  hier  Standvogel,  indem 
sie  zu  jeder  Jahreszeit  ihre  in  Insekten  beste- 
hende Nahrung  findet,  Während  sie  im  nördli- 
chen Europa  ein  Wandervogel  ist,  weil  hier  mit 
Eintritt  der  kalten  Jahreszeit  die  Insekten  ver- 
schwinden, von  denen  sie  sich  nährt.  Eben  so 
verhält  es  sich  mit  vielen  andern  Vögeln.  Die 
Tropenländer  sind  am  reichsten  an  Standvögeln, 
Alle  übrigen  Länder  sind  um  so  ärmer  an  Stand- 
vögeln ,  je  mehr  sie  in  der  Nähe  der  Pole  lie- 
gen. 

Es  entsteht  die  Frage,  was  die  Ursache  des 
Auswanderns  der  Vögel  sey  ?  Ich  halte  mit  den 
meisten  neuern  Naturforschern  den  Mangel  der 
Nahrung  für  eirie  der  vorzüglichsten  Ursachen ; 
und  zwar  aus  folgenden  Gründen.  Wir  haben 
i  in  den  vorhergehenden  Abschnitt  einen  genauen 
Zusammenhang  zwischen  dem  Aufenthalte  der 
Vögel  und  der  ihnen  eigentümlichen  Nahrungs- 
mittel wahrgenommen.  Wir  fanden,  dafs  die 
Zahl,  Mannichfaltigkeit  und  Eigentümlichkeit 
der  verschiedenen  Erdstriche  und  Brdabtheilun- 
gen  an  Pflanzen,  Insekten,  Würmern,  Mollus- 
ken, Amphibien  u<  s.  w.  voti  der  Lage  dersel- 


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'591 

ben  gegen  die  Sonne,  oder  von  der  geographi- 
schen Lage,  von  dem  Wärme-  und  Licht-Grade 
und  von  den  übrigen  clunatischen  und  physi- 
schen Verhältnissen  abhängt,  und  dafs  der  Zahl, 
Manmcbfaltigkeit  und  Eigentümlichkeit  der  Erd- 
striche an  vegetabilischen  und  thierischen  Pro- 
duktionen, die  Zahl,  Mannichfaltigkeit  und  Ei- 
gentümlichkeit der  in  denselben  vorkommenden 
Vögel  entspricht.  Der  Stand  der  Erde  gegen  die 
Sonne  ist  veränderlich,  und  diese  Veränderlich- 
keit des  Standes  der  Erde  bringt  die  Jahreszei- 
ten mit  ihren  eigentümlichen  Einflüssen  hervor» 
Von  diesen  letztern  hängen  das  jährliche  Auf- 
blühen und  Absterben  der  Pflanzen  ab,  so  wie 
*die  erhöhten  und  verminderten  Lebensäulierun- 
gen  der  Insekten,  Würmer,  Mollusken ,  Amphi- 
bien, u.  s.  w.  Da  mit  eintretender  Herbst- und 
Winter -Kälte  die  meisten  Vegetabilien  der  ge- 
gen die  Pole  gelegenen  Länder  der  nördlichen 
und  südlichen  Hemisphäre  verwelken  und  ab- 
sterben, und  da  die  in  diesen  Ländern  sich  auf- 
haltenden Insekten,  Würmer,  Mollusken,  Am- 
phibien und  viele  Säugthiere  beim  Eintritte  der 
Kalte  sich  verbergen  und  in  einen  Winterschlaf 
verfallen  oder  gar  absterben,  wie  viele  Insekten,  . 
so  ist  es  klar,  dafs  die  in  den  gegen  die  Pole 
gelegenen  Ländern  sich  aufhaltenden  Vögel,  aus 
Mangel  an  Nahrung  auswandern  müfsen,  indem 
sie  vermöge  ihrer  eigenthfümlichen  Organisation 
und  ihrer  eigentümlichen  Lebensthätigkeit  nicht 
in  einen  Winterschlaf  verfallen,  sich  jedoch  ver- 
möge des  Baues  und  der  Lebensthätigkeit  ihrer 
Bewegungsorgane  im  Stande  befinden,  in  ent- 
ferntere wärmere  Länder  zu  ziehen,  um  Nah- 
rung aufzusuchen.  Der  Hauptgrund,  dafs  die 
Vögel  und  viele  Säugthiere  der  kältern  Climaten 
nicht  in  einen  Winterschlaf  versinken,  liegt  oh  n- 


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■ 

59» 

streitig  in  ihrem  entwickelten  Rfcspirationsorga- 

nen  und  in  dem  intensiveren  Respirationsprocefs, 
von  dem  die  größere  Wärmeerzeugung,  die  hö- 
here Irritabilität  und  Sensibilität  dieser  Tbiere 
abhängt.  Die  gröfcte  Anzahl  der  in  den  kälte- 
sten Ländern  sich  aufhaltenden  von  Vegetabilien 
lebenden  Vögel  wandern.  Nur  diejenigen  wan- 
dern in  weniger  kalten  Ländern  nicht,  welche 
sich  von  trocknen,  öhligen  und  mehlichen  Saa- 
men  nähren,  die  noch  in  den  vertrockneten 
Fruchtbehältern  der  verwelkten  Pflanzen  vor- 
banden sind,  wie  viele  Finken,  Ammern,  und 
Kernbeisser.  Viele  der  von  Vegetabilien  leben- 
den Vögel  nähren  sich  den  Winter  hindurch  von 
Beeren ,  Knospen  u.  s.  w.  *  Wie  die  Waldhühner. 
Hoher  Schnee  zwingt  die  Finken,  Ammern  und 
Kernbeisser,  welche  in  den  kältern  Landern  blei- 
ben, zu  streichen,  und  Gegenden  aufzusuchen, 
wo  weniger  Schnee  liegt,  oder  wo  Winde  die 
Erde  stellenweise  vom  Schnee  entbleist  haben« 
Auch  suchen  sie  die  Wohnungen  der  Menschen 
auf,  besonders  Höfe,  Scheunen,  Miststätten; 
ferner  auch  stark  befahrne  Landatrassen  u.  s.  w. 
Von  Insekten  fressenden  Vögeln  wandern  die 
Kuckuks,  die  Wendehälse,  die  Fliegenfänger,  die 
Schwalben >  die  Tagschläfer,  die  Wiedehopfs, 
die  Seidenschwänze,  die  meisten  Drosseln,  Wür- 
ger, Staaren,  Sänger,  Bachstelzen,  Lerchen,  Bie- 
nenfresser u.  a.  Dagegen  wandern  die  Spechte, 
die  Meisen,  die  Baumläufer  und  der  Zaunkönig 
•  in  der  Regel  nicht,  denn  sie  suchen  die  Larven 
und  Eier  der  Insekten  an  der  Baumrinde  und  an 
den  Knospen  auf.  Mehrere  Insekten  fressende 
Vögel  nähren  sich  im  Winter  von  vegetabili- 
sc!»<°n  Substanzen,  von  Wachholderbeeren,  Vo- 
gelbeeren, Weinbeeren  u.  8.  w.,  wie  die  Drosseln. 
Andere  suchen  öhlige§aamen  auf,  wie  die  Meisen. 


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593 

Die  meisten  nicht  wandernden  Vögel  streichen 
im  Winter,  so  kommen  die  Spechte,  Meisen  und 
Baumläufer  häufig  aus  den  Waldungen  in  die 
Obstgärten.  Alle  von  Würmern  und  Mollusken 
lebenden  Vögel  wandern,  namentlich  die  Wie- 
senschnarrer ,  Brachvögel,  Schnepfen,  Wasser- 
läufer, Sandläufer,  Regenpfeifer,  Kiebitze  u.  a., 
weil  sich  die  Mollusken  bei  eintretender  Kälte 
verbergen  und  die  Würmer  in  die  Erde  oder  auf 
den  Grund  der  Gewässer  zurück  ziehen.  Des- 
gleichen wandern  die  Amphibien  fressenden  Vö- 
gel, die  Störche,  die  Kraniche  und  viele  Reiher- 
arten, weil  sich  die  Amphibien  verkriechen 
und  in  Winterschlaf  verfallen.  Ferner  wan- 
dern die  Vögel,  welche  ihre  Nahrung  aus  dem 
Wasser  nehmen,  namentlich  die  Schwäne,  Gänse, 
Enten,  Sägetaucher,  Steifsfüfse,  Eistaucher,  Was- 
serhühner, Rohrhühner,  Rallen,  Seeschwalben, 
Möven,  Scharben  u.  a.,  und  zwar  um  so 
zahlreicher  und  um  so  weiter,  je  mehr  in  den 
kälteren  Ländern  die  Gewässer  und  Sümpfe  ge- 
frieren. In  wenig  kalten  Wintern  bleiben  meh- 
rere dieser  Vögel  an  ihren'Standorten  auf  den 
nicht  gefrornen  Gewässern  und  Sümpfen  zurück» 
Endlich  wandern  auch  mehrere  Raubvögel,  theils 
weil  viel*  Thiere  von  denen  sie  sich  nähren  in 
Winterschlaf  verfallen,  theils  weil  die  meisten 
Vögel  der  kältern  Länder  auswandern.  Die  wan- 
dernden Raubvögel  folgen  den  Zügen  der  wan- 
dernden Vögel.  Viele  der  nicht  wandernden  Raub- 
Vögel  streichen.  Die  meisten  der  von  animali- 
schen und  vegetabilischen  Substanzen  lebenden 
Vögel,  die  sogenannten  Omnivoren  Vögel,  die 
Rabenarten  nämlich  ,  streichen  blofs.  Der  Man- 
gel der  Nahrung  also  ist  die  Ursache  des  Aus- 
wanderns  der  Vögel  in  den  kältern  Jahreszeiten. 
Dafs  nicht  die  Einwirkung  der  Kälte  auf  die 

38 

4 


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594 

Vögel  die  Wanderungen  verursacht,  erbellet  dar- 
,   aus,  dafs  so  viele  kleine  Vögel,  selbst  der  kleine 
Zaunkönig,  in  den  Ländern  der  kalten  Climaten 
zurück  bleiben. 

Es  ist  nicht  zu  bezweifeln,  dafs  es  aufser 
dem  Mangel  an  Nahrung  noch  Ursachen  und 
Einflüsse  geben  müsse,  welche  das  Wandern  vie- 
ler Vögel  bedingen,  denn  mehrere  Vögel  ziehen 
weg,  noch  ehe  die  Kälte  eingetreten,  und  noch 
ehe  durch  diese  ein  Mangel  an  Nahrung  hervor- 
gebracht  worden  ist  Endlich  ist  es  auch  be- 
kannt, dafs  in  Kafichen  eingesperrte  Zugvögel, 
z.B.  Wachteln,  Nachtigallen  u.  a.,  bei  reich- 
licher Nahrung  dennoch  zur  Zeit  der  Wande- 
rungen sehr  unruhig  werden,  und  sich  bemühen 
zu  entfliehen;  ferner,  dafs  Störche  ß),  die  ge- 
zähmt auf  Höfen  gehalten  werden ,  wirklich  ent- 
fliehen und  wegziehen.  Sehr  wahrscheinlich  ist 
es,  dafs  diese  uns  noch  unbekannten  Ursachen 
allein  in  der  eigentümlichen  Beschaffenheit  der 
Athmosphäre  liegen  mögen;  vielleicht  in  einer  : 
veränderten  electrischen  Spannung  der  Luft, 
welche  durch  den  veränderten  Stand  der  Erde 
gegen  die  Sonne,  oder  durch  die  versthiedenen 
Jahreszeiten  hervorgebracht  wird.  Uebrigens  ist 
es  ja  sehr  bekannt,  dafs  die  Vögel  ein  sehr  re- 

fes  Gemeingefühl  besitzen  und  dafs  viele  durch 
Jnruhe,  durch  schreiende  Töne  und  durch  ihr 


*)  ein  Beispiel  der  Art  führt  Keimarus  an  in  s.  Betracht, 
über  die  Triebe  d.  Thtere  3.  Ausgabe.  Anhang  S.  56.  wo 
er  auch  sagt:  Ein  Zugvögel  fühlet  in  sich,  wann  seine 
Zeit  sey,  die  Gegend  zu  verändern,  und  spiihret  einen 
Zug  nach  einem  gewissen  Erdstriche. 

0 


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595 

übriges  Benehmen  Veränderungen  in  der  At- 
mosphäre und  in  der  Witterung  ankündigen  a). 
Die  Wandervögel  ziehen  meistens  in  gröfseren 
oder  kleineren  Haufen  weg.  Die  gröfsern  Vö- 
gel, z.  B,  die  Kraniche,  Gänse,  Enten  u.  a.,  flie- 
gen sehr  hoch  in  einem  spitzen  Winkel  b)f  um 
die  Luft  leichter  zu  durchschneiden.  Der  an 
der  Spitze  fliegende  Vogel  wird  oft  durch  einen 
andern  abgelötet.  Da  das  Auswandern  der  Vö- 
gel wegen  Mangel  an  Nahrung  erfolgt,  der 
Mangel  aber  von  dem  veränderlichen  Stande  der 
Erde  gegen  die  Sonne  abhängt,  so  ist  es  ein- 
leuchtend, dafs  die  Richtungen  der  Wanderun- 
gen der  Vögel  nach  der  Bewegung  der  Erde  ge- 
gen die  Sonne  geschehen  müssen,  und  zwar  in 
der  Richtung  der  Meridiane  und  nicht  in  der 
Richtung  der  parallel  Linien.  Die  Zugvögel  der 
nördlichen  Hemisphären  wandern  von  Norden 
nach  Süden  >  z.B.  die  Vögel  des  nördlichen  Eu- 
ropas ziehen  in  der  Richtung  gegen  das  südli- 
che Europa  und  gegen  Afrika;  die  Vögel  des 
nördlichen  Asiens  gegen  das  südliche  Asien ;  die 
Vögel  des  nördlichen  Amerikas  gegen  das  süd~ 
liehe  Amerika.  Demnach  kann  niemals  ein  Zug- 
vogel Europas  nach  Amerika  gelangen  und  um- 
gekehrt. Die  Zugvogel  der  südlichen  Hemisphäre 
wandern  in  der  entgegengesetzten  Richtung  von 
Süden  nach  Norden,  z.  B.  vom  Cap  der  guten 
Hoffnung  nach  dem  wärmeren  Afrika;  die  Zug- 
vögel Paraguays  und  Chilis  nach  dem  wärmern 


a)  S.  Th.  Hoffmann  de  praesagiis  tempestatis  naturalibus 
Basil.  t78 1.  in  4  2  cd. 

I)  wie  Cicero  von  den  Kranichen  tagt:  Gruet  cum  loca  ca- 
lidiora  petentes  maria  transmitrunt,  trianguli  efficiunr  fer- 
ro am.    De  Natura  Deorum.  h.  2.  C  19. 

33  * 


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596 


Amerika,  Ich  wiederhole  also  noch  einmal,  die 
Wanderungen  der  Vögel  geschehen  im  Allge- 
meinen in  der  Richtung  von  den  Polen  zum  Ae- 
quator, nur  hohe  Gebirgsketten  und  starke  Winde 
scheinen  diese  Richtung  um  etwas  zu  ändern» 

#      •  .  .  . 

Mehrere  Naturforscher,  namentlich  Catesby, 
hatten  die  Meinung,  dafs  die  Zugvögel  des  nörd- 
lichen Europas  im  Herbste  und  Winter  auf  die 
südliche  Hemisphäre  wanderten,  und  sich  in  ei- 
nem Lande  aufhielten,  das  unter  derselben  süd- 
liehen  Breite  läge,  unter  welchem  dasjenige 
Land  Europas  auf  der  nördlichen  Hemisphäre 
liege,,  in  welchem  sich  die  Vögel  den  Sommer 
hindurch  aufhielten.  Demnach  müfste  ein  Zug- 
vogel ,  der  sich  den  Sommer  hindurch  unter  dem 
50.  Grad  nördl.  Breite  aufhielte,  sich  während 
des  Winters  unter  dem  50.  Grad  südl.  Breite 
aufhalten.  Diese  Meinung  ist  durchaus  irrig, 
denn  wenn  gleich  die  Vögel  auf  der  nördlichen 
Hemisphäre  in  der  Richtung  von  Norden  nach 
Süden  wandern,  so  erreichen  dennoch  die  we- 
nigsten den  Wendekreis  des  Krebses  und  uber- 
schreiten niemals  den  Aequator.  Ware  die  An- 
nahme Catesbys  richtig,  so  müfsten  die  Zugvö- 
gel des  nördlichen  Europas  am  Cap  der  guten 
Hoffnung  erscheinen,  wovon  aber  keiner  der 
vielen  Naturforscher,  welche  das  Cap  bereist  ha- 
ben, Erwähnung  thut.  Ferner  müfsten  denn  auch 

{"ährlich  während  den  Wanderungen  auf  der  süd- 
ichen  Hemisphäre  die  Vögel  des  Caps  nach  dem 
-  nördlichen  Afrika  und  nach  dem  südlichen  Eu- 
ropa kommen,  welches  aber  allen  Erfahrungen 
zuwider  ist.  Die  Wanderungen  der  Vögel  ge- 
gen die  Wendekreise  und  gegen  den  Aequator 


1 


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59? 

habe n  also  ihre  Gränzen,  welche  von  der  jähr- 
lichen Bewegung  der  Erde  gegen  die  Sonne  ab- 
hängen a).  Ich  kenne  nur  einen  Vogel,  wel- 
cher von  dieser  Regel  eine  Ausnahme  macht, 
diefs  ist  der  wandernde  Albatrofs  (Diomedea 
exulans),  von  dem  weiter  unten  die  Rede  seyn 
wird. 

*  -  '  '  $.  234. 

Das  Zurückwandern  der  Vögel  im  Frühjahr 
in  der  Richtung  voa  dem  Aequator  gegen  die 
Pole  scheint  theila  durch.  Mangel  an  Nahrung» 
tbeils  durch  die  erhöhte  Temperatur  der  Luft 
und  deren  veränderten  electriscben  Spannung» 
und  endlich  durch  den  Trieb  zur  Fortpflanzung 
bewirkt  zu  werden.  Was  den  Mangel  an  Nah- 
rung anbetrifft,  so*  ist  nicht  zu  bezweifeln,  dafs 
dieser  für  mehrere  Vögel  eintritt,  so  wie  näm* 
lieh  die  Sonne  in  das  Zeichen  des  Widders  tritt, 
nimmt  die  Temperatur  der  Luft  zu,  die  Erde 
wird  allmählig  von  dem  Aequator  gegen  den 
Wendekreis  des  Krebses  und  gegen  den  Nordpol 
erwärmt,  die  Würmer  der  gegen  den  Aequator 
gelegenen  Länder  ziehen  sich  tiefer  in  die  Erde 
zurück,  und  die  von  Würmern  lebenden  Vögel, 
die  Schnepfen,  Brachvögel,  Kiebitze  uu  a.  ver-r 


m)  wie  auch  Aiara  a.  a.  O.  T.  3.  p.  15  richtig  angibt:  Je 
pensc  avcc  Buffon,  que  la  cause  generale  du  pasiage  des 
oiscaux  est  le  besoin  d'aller  chercher  leur  nourriture,  et 
commc  le  soleil  influe  beaueoup  sur  le  ptui  ou  le  moins 
d*abondance  de  cetre  nourriture ,  je  ne  doute  point  que 
leurt  voyages  ne  se  prolongent  au  dtla  des  Ii  mit  es  que  hi 
nature  a  prescrits  au  cours  du  toleil,  c'est  a  dire,  que  Im 
latitude  qu'atteiguent  lei  oiscaux  lorsqu'ils  passent  d'un 
pays  a  un  autre,  est  egale  a  la  de'dinaison  qui  change  la 
position  de  cet  astre. 


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598 


lassen  wegen  Mangel  an  Nahrung  diese  Lander 
ihres  Winteraufenthalts,  und  begeben  sich  nach 
den  nördlichen  Ländern,  wo  die  Würmer  all- 
xnäblig  mit  eintretender  Frühlingswärme  zum 
Vorschein  kommen.  Die  Vögel  der  kältern  Gi- 
raten scheinen  durch  die  allmählich  von  dem 
Aequator  und  von  den  Ländern  des  Wendekrei- 
ses in  die  gemäfsigten  Climate  des  Krebses-  zurück 
kehrenden  Haufen  gegen  die  Pole  gedrängt  zu 
werden,  indem  die  Länder  mit  Vögeln  übervöl- 
kert werden,  und  so  ein  Mangel  an  Nahrung 
eintritt.  Da  die  Vögel  der  nördlichen  Hemisphäre 
sehr  stark  befiedert  sind,  so  scheint  auch  selbst 
die  wieder  eintretende  Wärme  sie  zu  nöthigen, 
die  Länder  der  gemäfsigten  und  kältern  Clima- 
ten  aufzusuchen,  wo  eine  ihren  Bedeckungen 
angemessenere  Temperatur  herrscht.  Endlich 
mag  auch  wohl  der  Trieb  zur  Fortpflanzung  die 
Vögel  bestimmen,  diejenige  Sphäre  von  Einflüs- 
sen aufzusuchen,  wo  sie  am  leichtesten  und  un- 
gestörtesten diesem  Geschäfte  obliegen  können. 
J)ie  Wandervögel  kehren  von  dem  Aequator  und 
von  den  Wendekreisen  gegen  die  Pole  entwe- 
der in  gröfseren  Haufen  und  Zügen,  oder  mehr 
vereinzelt  zurück.  Sehr  merkwürdig  ist  es,  tiafs 
die  Vögel  gewöhnlich  an  denselben  Ort  zurück 
kehren,  wo  sie  gebrütet  haben.  Linne  a)  be- 
obachtete ein  Staaren  -  Pärchen,  welches  acht 
Jahre  hindurch  in  dasselbe  Baumloch  zurück 
kehrte,  wo  es  zum  erstenmale  genistet  hatte. 
Spallanzani  b)  band  Schwalben,  die  in  seiner 
Wohnung  nisteten,  vor  ihrer  Abreise  rothe  Fa- 
den an  die  Füfse,  zwei  Jahre  hindurch  kehrtei* 


a)  a.  a.  O,  p.  574. 

h)  Voy.  dans  les  deux  Siciles.  T.  6«  p*  3*  6. 


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599 

- 

diese  Vögel  in  dasselbe  Nest  zurück.  Wenn  man 
dieses  Phänomen  auch  durch  den  Instinkt  zu  er- 
klären sucht,  so  ist  es  genau  genommen  noch 
nicht  erklärt,  weil  der  Instinkt  selbst  noch  nicht 
erklärt  ist. 

§•  235. 

Da  im  Allgemeinen  das  Wandern  der  Vögel 
in  der  Richtung  von  den  Polen  gegen  die  Wen- 
dekreise und  den  Aequator,  und  von  diesem  in 
der  Richtung  gegen  die  Pole  zurück,  von  den 
Bewegungen  der  Erde  oder  von  dem  verschie- 
denen Stande  derselben  gegen  die  Sonne,  und 
von  den  hieraus  auf  die  Erde  resultierenden  Ein- 
flüssen abhängt,  so  ist  es  klar,  dafs  die  Wan- 
derungen der  Vögel  auf  der  nördlichen  und  süd- 
lichen Hemisphäre  im  Gegensatze  geschehen. 
Nämlich  wann  die  Sonne  aus  dem  Zeichen  der 
Jungfrau  in  das  Zeichen  der  Wage  tritt,  also 
zur  Zeit  der  Herbstnachtgleiche  (für  die  nörd- 
liche Hemisphäre),  dann  beginnen  die  Wände« 
rungen  der  Vögel  auf  der  nördlichen  Hemisphäre 
in  der  Richtung  vom  Nord- Pol,  gegen  die  Län- 
der des  Wendekreises  des  Krebses  und  gegen  den 
Aequator;  um  diese  Zeit  aber  wandern  die  von 
der  südlichen  Hemisphäre  gegen  die  Länder  des 
Wendekreises  des  Steinbocks  und  des  Aequa-  - 
tors  eingewanderten  Vögel  wieder  in  der  Rich- 
tung gegen  den  Süd -Pol  aus.  Und  umgekehrt, 
wann  die  Sonne  aus  dem  Zeichen  der  Fische  in 
das  Zeichen  des  Widders  tritt,  also  zur  Früh- 
lingsnachtgleiche (für  die  nördliche  Hemisphäre)» 
dann  wandern  die  gegen  die  Länder  des  Wen- 
dekreises, des  Krebses  und  gegen  den  Aequator 
eingewanderten  Vögel  wieder  in  der  Richtung 
gegen  den  Nordpol  aus;  zu  dieser  Zeit  aber 
wandern  die  Zugvögel  der  südlichen  Hemisphäre 


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6oo 

m  derRfchtttng  voft  dem  Südpol  gegen  die  Län-* 
der  des  Wendekreises  des  Steinbocks  und  des 
Aequators.  Demnach  also  findet  ein  stetes  ab- 
wechselndes Ziehen  und  Strömen  der  Vögel  von 
den  Polen  gegen  die  Wendekreise  und  gegen  die 
Aequator  statt,  und  wieder  von  dem  Aequator 
und  von  den  Wendekreisen  gegen  die  Pole;  je-i 
doch  im  Gegensatz  auf  der  nördlichen  und  süd- 
lichen Hemisphäre.  Während  des  Winters  der 
nördlichen  Hemisphäre  sind,  wenn  ich  mich  so 
ausdrücken  darf,  die  Vögel  dieser  Hemisphäre 
gegen,  den  Wendekreis  des  Krebses  und  gegen 
den  Aequator  contrahkt,  zusammengedrängt; 
dann  aber  sind  die  Vögel  der  südlichen  Hemis- 
phäre ,  als  zur  Sommerszeit  dieser  Hemisphäre, 
von  dem  Aequator  und  dem  Wendekreise  des 
Steinbocks  an,  gegen  den  Südpol  expandirt,  aus- 
gebreitet. Umgekehrt  verhält  es  sich  während 
der  Sommerzeit  der  nördlichen  Hemisphäre,  dann 
sind  sie  auf  dieser  ausgebreitet,  und  auf  der  süd- 
lichen Hemispähre,  als  zur  Winterzeit,  zusam- 
mengedrängt. Ich  werde  in  den  folgenden  Ca- 
piteln  die  Beweise  der  Wanderungen  »der  Vögel 
für  die  nördliche  und  südliche  Hemisphäre  lie- 
fern,. 

$.  236. 

Ich  habe  bisher  die  Wanderungen  der  Vögel 
im  Allgemeinen  über  die  Oberfläche  der  Erde 
nach  den  geographischen  Graden  angegeben ,  es 
gibt  aber  noch  Wanderungen  von  den  Gebirgen 
in  die  Thäler,  und  von  diesen  zu  den  Gebirgen 
zurück.  Alle  auf  den  Alpen  sich  aufhaltende 
Vögel  ziehen  sich  im  Herbst  und  Winter  von  den 
höhern  Gegenden  in  die  niederen  zurück,  und 
zwar  in  gleichem  Grade  wie  die  auf  den  Gebir*- 
gen  eintretende  Kälte  oder  der  iu  Menge  fallende 


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6oi 

Schnee  ihnen  die  Nahrung  entzieht.  Das  Schnee- 
buhn, welches  sich  im  Sommer  auf  den  Grön- 
ländischen a)9  Lappländischen  und  Europäischen 
Alpen  bis  zur  Scnneegränze  aufhält,  zieht  sich 
im  Herbst  bei  einfallendem  Schnee  von  den  hö- 
hern Gebirgsregionen  .gegen  die  niederen  herab. 
Dasselbe  findet  auch  bei  der  Alpenkrähe>  bei 
dem  Bergfink  u.  a«  statt.  Die  Geier- Adler  und 
andere  Kaub  vogel  begeben  sich  im  Winter  eben- 
falls oft  in  die  Thäler  herab,  so  wie  die  Vögel 
und  viele  Säugthiere,  von  denen  sie  sich  näh- 
ren. Im  Frühling ,  so  wie  der  Schnee  zu  schmel- 
zen beginnt,  ziehen  diese  Vogel  wieder  gegen 
die  Alpen  zurück.  Viele  Vögel  Südamerikas» 
welche  im  Sommer  die  Anden  und  Cordilleren 
bewohnen  ,  wandern  bei  eintretender  Winterkälte 
von  den  Gebirgen  in  die  Thäler  herab*  Moli- 
na  b)  sagt,  dais  der  Choroi  Papagei  (Psittacus 
cboraeus  und  Jaquilma  (Ps.  jaguilma)  im  Herbste 
von  den  Cordillerien  in  die  Ebenen  herabziehe, 
und  dafs  die  Haufen  dieser  Vögel,  welche  in  den 
Ebenen  unter  dem  34.  bis  45.  Grad  herumflie- 
gen, so  grois  seyen,  dafs  sich  niemand,  der  sie 
nicht  gesehen  habe,  einen  Begriff  davon  machen 
könne.  Wenn  sie  ihre  Züge  machten,  um  Nah* 
rung  aufzusuchen,  so  verdunkelten  sie  die  Sonne 
und  stiefsen  ein  unaufhörliches,  betäubendes  Ge- 
schrei aus.  Zum  Glück  kämen  diese  Vögel  erst 
nach  der  Erndte  und  kehrten  schon  wieder  an 
den  Gebirgen  zurück,  sobald  die  Bäume  anfin- 
gen Knospen  zu  treiben.  Molina  c)  erzählt  von 
dem  Siu  oder  Bartfink  (Fringilla  harbata),  da& 


d)  Crani  Gtoefihnd  B.  1.  S#  64.  IS* 

*)  Naturg.  von  Chili.  S.  92g. 
c)  a.  a.  9.  S. 


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I 


6o2 

er  sich  auf  den  Anden  aufhalte»  und  dafs  er  im 
Winter  in  die  Ebenen  herabziehe,  im  Frühling 
aber  wieder  auf  die  Gebirge  zurück  kehre. 

§.  237. 

Endlich  werden  die  Züge  und  Wanderungen 
vieler  Vögel  durch  die  Wanderungen  anderer 
Thiere  veranlafst,  von  denen  sich  jene  nähren. 
Olivier  a)  sagt:  es  wehen  in  Mesopotanien  zu- 
weilen starke  Südwinde,  dann  werden  durch  die 
Winde  ungeheure  Schwärme  von  Heuschrecken 
herbeigeführt,  in  deren  Begleitung  immer  der 
Samarmar  oder  Samarmog  (Merlerose  duBuffon, 
Turdus  roseus  L.  Turdus  seleucis  Forskael)  an- 
kommt, der  sich  von  Heuschrecken  und  andern 
Insekten  nährt.  Deswegen  wird  dieser  Vogel  im 
ganzen  Orient  verehrt,  und  niemand  kann  es 
unbestraft  wagen,  einen  dieser  Vögel  in  Gegen- 
wart eines  Muselmanns  zu  tödten.  Nach  Pallas 
erscheint  die  rosenfarbige  Drossel  jährlich  am 
Don,  auch  kommt  sie  in  Sibirien  am  Irtisch  vor, 
wenn  daselbst  viele  Heuschrecken  erscheinen. 
Auch  ßarrow  b)  erzählt,  dafs  am  Cap  der  guten 
Hoffnung  der  Heuschreckenfresser,  eine  Drossel- 
art, in  Haufen  zu  tausenden  den  Heuschrecken- 
zügen folge«  Nach  Pennant  c)  werden  die  in 
ungeheuren  Heeren  wandernde  Häringe  von  vie- 
len Möven,  Scharben  und  andern  Seevögeln  be- 
gleitet, welche  sich  von  diesen  Fischen  nähren. 
Wenn  in  Sibirien  und  Kamtschatka  die  Fische 
während  des  Sommers  äus  dem  Meer  in  die 

■  .  11 

4t)  Voy.  dans  l'Empire  Qthoman.  T.  4*  P»  39*« 

b)  Reise  ans  Cap  S.  302. 

e)  Reise  nach  Schottland.  B.  1.  S.  387. 


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603 

* 

Flüsse  in  grofsen  Zügen  wandern,  so  folgen  ih- 
nen nach  dem  Zeugnisse  Chappe  d'Auterochesa) 
und  Stellers  b)  sehr  viele  Möven,  Scharben  und 
andere  Seevögel  nach.  So  sollen  auch  die  Pa- 
radiesvögel zu  gewissen  Zeiten  in  grofsen  Zügen 
von  Neuguinea  nach  der  zwölf  bis  sechszehn 
Seemeilen  entfernten  Insel  Arou  wandern ,  sehr 
wahrscheinlich  geschehen  diese  Wanderungen  der 
Nahrung  wegen. 

/  i %        ■  « 

*  4 

Zweites  CapiteL 

Von  den  Wanderungen  der  Vogel  in  Europa  und 

im  nördlichen  Afrika. 

So  wie  die  Sonne  sich  von  dem  Zeichen  der 
Jungfrau  entfernt  und  sich  dem  Zeichen  der  Wa- 
ge, des  Scorpions  und  des  Schützens  nähert, 
also  vom  Monat  August  bis  Ende  Novembers, 
gehen  von  Norden  nach  Süden  grofse  Verände- 
rungen auf  der  nördlichen  Hemisphäre  der  Erde 
vor.  Diese  Veränderungen  äufsern  sich  zuerst 
und  am  stärksten  in  den  innerhalb  des  nördli- 
chen Polarkreises  und  in  dessen  Nähe  gelegenen 
Ländern/in  Europa  auf  Spitzbergen,  Lappland 
und  Island.  Die  eben  genannten  Länder  werden 
nur  noch  kurze  Zeit  von  den  Strahlen  der  Sonne 
erleuchtet  und  erwärmt,  und  endlich  tritt  die 
lange  Winternacht  ein,  weichein  Lappland  über 
einen  Monat  und  in  Spitzbergen  vier  Monate 
dauert.   Die  Kälte  nimmt  zu,  die  Erde  erstarrt, 


a)  Voyage  en  Sibirie.  Paris  Tfö*  4*  T.  3.  p.  48& 

b)  a.  a.  O.    S.  183. 


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■ 

I 

6o4 

und  wird  mit  Schneebedeckt;  die  Pflanzen  ster* 
benab;  die  nördlichen' Meere  gefrieren;  und  die 
zahlreichen  Sache,  Flüsse,  Seen  und  Moräste 
Lapplands  werden  mit  Eis  überzogen.  Die  in 
diesen  Ländern  sich  aufhaltenden  VSgel  wandern» 
ihrer  Nahrung  beraubt,  in  südliche  Länder.  Die 
Schneeammern  verlassen  in  ungeheuren  Heeren 
die  Länder  des  nördlichen  Polarkreises ;  sie  zie- 
hen über  die  Feroerinseln ,  Schottland  und  die 
Orkneyinseln  nach  Brittanien  bis  zu  den  Che* 
viotbergen  unterm  55.  Gr.  nördlicher  Breite ;  fer- 
ner nach  Norwegen,  Schweden  und  Rufsland; 
ja  in  kalten  Wintern  kommen  sie  selbst  nach 
Polen,  Teutschland  und  Frankreich.  /  Die  wäh- 
rend des  Sommers  in  den  nordlichen  Ländern 
lebende  Drosselarten,  Finken,  Seidenschwänze 
und  andere  Singvögel  überschwemmen  mit  ihren 
zahlreichen  Zügen  die  gemafsigten  Länder  Eu- 
ropas. Die  Schnepfen,  Wasserläufer,  Strand- 
läufer, Enten,  Gänse,  Eistaucher  und  Sagetau- 
eher  wandern  nach  den  Flüssen  und  Sümpfen 
des  südlichen  Europas.  Linne  sagt  in  der  Be- 
schreibung seiner  lappländischen  Reise,  dafs  die 
ungeheuren  Züge  der  Sumpf-  und  Wasservögel, 
welche  die  Heere  des  Xerxes  übertrafen,  ihn  im 
Herbst  bei  seiner  Rückreise  acht  ganzer  Tage 
und  Nächte  begleiteten.  DieMöven,  Scharben, 
Lummen  und  Alken  verlassen  die  erstarrenden 
Meere  und  ziehen  sich  an  den  Rüsten  herab  auf 
gemäfsigte  Meere.  Viele  Alken  kommen  nach 
dem  Zeugnisse  Willoüghbey  s a)  bei  ihren  Waiv- 


a)  Ornithotog.  p.  245.  Atcac  areticae  non  possunt  nisi  pa- 
coto  mari  victum  sibi  parere,  aut  itcr  facere ;  quodsi  pro- 
ccllae  in  id.  tempus  forte  ioeiderint,  et  mare  turbidum 
fuerit,  innumeri  macilenti  et  mortui  in  littora  ejeeli  re* 
petiuntur. 


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I 

e 

605 

derungen  um.  Nur  die  Schnee*  und  Waldhüh- 
ner verlassen  Lappland  und  Island  nicht,  sie 
nähren  sich  ärmlich  von  Baumknospen  und  von 
den  Beeren  der  aus  dem  Schnee  hervorragenden 
Gesträuche* 

Noch  ehe  die  Züge  der  aus  dem  aufsersteh 
Norden  kommenden  Wandervögel  Schweden, 
Norwegen,  Schottland  und  Irland  erreichen, 
haben  die  Schwalben  diese  Länder  bereits  ver- 
lassen. In  Schweden  ziehen  die  Schwalben  nach 
Carlson  a)  gewöhnlich  zwischen  dem  fünfzehn- 
ten und  einunddreifsigsten  August  weg.  Im  Mo« 
nat  September  und  Anfangs  October  wandern 
die  meisten  Vögel  aus  dem  nördlichen  Rufsland, 
aus  Schweden,  Norwegen  und  Brittanien  weg. 
Aus  Schweden  ziehen  nach  dem  Zeugnisse  Lin- 
nes b)  alle  Sumpfvögel  fort,  die  Störche,  Kra- 


a)  Schwed.  Abhandl.  J.  rj84-  B»  *<>•  S.  301. 

.  b)  de  Migr.  Avium  p.  59$.  Nos  quae  non  descrunt,  par- 
tim cadaveribus  vier  i  tan  res,  quales  sunt  Accipitrcs  et  Picae 
plurimae,  partim  serainibus,  frumentis,  baccis  juniperi  vel 
conif  abietis,  ut  gallinae  et  passer  um  pars  magna  coniro« 
st  r  uro  per  hiemem  vitam  inter  nos,  dirficulrcr  licet,  msti- 
nere  possunt.  Rcliquae  nutrimenti  praesertim  defectu  co- 
actae,  alia  in  loca  ad  vitam  illis  sustinendam  necessaria, 
quae  praebent,  et  quibus  potiri  licet,  aufugiunt:  anseres, 
quibus  in  aquii  degere,  et  in  illis  penum  suum  colligere 
plurimum  injunxit  natura,  dum  lacus  et  amnes  nostri, 
mare  ipsum  baltbicum  glacie  concrescunt,  ut  patriam  rclin- 
quant,  necessum  habent:  scolopaces,  quae  ex  paludibut 
vescuntur  lectit,  glacie  etiampraepediuntur:  passeres  tenui- 
rostres  sive  insectivori ,  absconditis  iniectis,  ipsi  abscon- 
duntur. 


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6o6 

niche,  Reiher,  Rallen,  Schnarrer,  Strandläufer, 
Wasserläufer,  Regenpfeifer,  Säbelschnabler,  Kie- 
bitze, Austernfischer,  Schnepfen  und  Brachvo- 
gel; ferner  von  Singvögeln,  die  weifse  und  gelbe 
Bachstelze,  die  Nachtigall,  die  schwarzköpfige 
Grasmücke,  der  schieferbrüstige  Sänger ,  derßie- 
nensänger,  der  schwarzkehlige,  der  schwarz- 
bäuchige  Sanger,  kurz  alle  Sänger  und  Gras- 
mücken, mit  Ausnahme  des  Zaunkönigs  und  des 
Goldhähnchens:  desgleichen  wandern  fort  alle 
Lerchen,  Fliegenfänger,  Würger,  der  Wiedehopf, 
der  Staar,  die  Nachtschwalbe,  die  Saatkrähe, 
der  Kirsch kernbeisser,  der  Gartenammer,  der 
Hanffink,  der  Buchfink,  jedoch  von  diesem  nur 
die  Weibchen  und  wenige  Männchen.  Von  Klet- 
tervögeln begibt  sich  der  Kuckuk  und  Wende- 
hals weg.  Von  hühnerartigen  Vögeln  ziehen  die 
Trappen ,  Wachteln  und  Tauben  fort.  Aus  der 
Ordnung  der  Schwimmvögel  entfernen  sich  die 
Seeschwalben,  die  Möven,  die  Taucher  und 
Steifsfüfse,  selbst  die  Scharben,  wenn  der  Bota- 
nische Meerbusen  zufriert.  Endlich  ziehen  auch 
mehrere  Raubvögel  weg,  namentlich  der  Flufs- 
adler,  der  Milan,  der  Mäusebussard  und  der 
Thurmfalke.  Die  aus  den  Ländern  des  aufser- 
sten  Norden  auswandernden  Vögel  ziehen  gröfs- 
tentheils  nur  durch  Schweden,  doch  bleiben  auch 
einige  hier,  z.  B.  Schneeammern,  Bergfinken, 
LappländischeFinken ,  Hakenkernbeisser,  Wach- 
holderdrosseln,  Eisenten  u.  a. 

§.  HO- 

In  Teutschland a),  in  Frankreich 6) ,  sowie 
in  den  übrigen  Ländern  des  gemäfsigten  Europas 

>  ■    ■    ■■  m 

a)  nach  Zorn,  Sechstem,  Neumann,  Mayer  u.  a. 

b)  nach  ßclon,  Button,  Saierne,  Gerardin,  Daudin  u.  a. 


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607 


ziehen  im  Monat  August  und  Anfangs  Septem* 
ber  weg,  der  gemeine  Pirol,  die  Uferschwalbe, 
die  Mauerschwalbe,  der  sch  warzrückige ,  ge- 
fleckte und  kleine  Fliegenfänger,  die  Rohrdros- 
sel, die  gesperberte  Grasmücke,  der  geschwätzige, 
gelbbäuchige ,  Laub  -  und  Rohr  -  Sänger,  der  Gar- 
tenammer, die  europäische  Nachtschwalbe,  der 
Kuckuk,  der  schwarze  und  weisse  Storch,  der 
Kampfhahn,  der  Waldstrandläufer,  der  kleine 
Strandläufer,  die  Mittelschnepfe,  der  dickfüfsige 
Wasserläufer,  der  schwarze  und  weisse  Storch, 
der  Nacbtreiher,  die  schwarzköpfige  und  kleine 
Meerschwalbe  und  die  schwarzköpfige  Möve. 
Aus  nördlichen  Ländern  kommen  an,  der  Ca- 
nuts- Strandläufer;  und  es  ziehen  durch ,  die  ro- 
senfarbige Drossel,  die  Steindrossel,  der  dunkel- 
füfsige,  rothfüfsige  und  grünfüfsige  Wasserläufer, 
der  graue  Sandläufer,  die  grauliche  Möve  u.  a. 

In  der  zweiten  Hälfte  des  Septembers  pfle- 
gen weg  zu  ziehen ,  die  blaue  Racke,  der  roth- 
köpfige  Würger,  die  gemeine  und  grofse  Nach- 
tigall, die  schwarzköpfige,  graue,  weifsstirnige 
und  fahle  Grasmücke,  der  Schilf-,  Sumpf-,  Teich- 
und  Fitis -Sänger,  die  Rauch-,  Haus -und  Alpen- 
Schwalbe,  der  Baumpieper,  der  schwarzkehlige 
Steinschmätzer,  die  Singdrossel,  die  graue  Am- 
iner, der  Wiedehopf,  der  Wendehals,  die  Tur- 
teltaube, die  Wachtel,  der  grofse  und  rothbäu- 
ichige  Brachvogel,  der  Kiebitz,  der  trillernde 
•  und  Meer -Strandläufer,  der  blaufüfsige  Wasser- 
säbler, die  grofse  und  kleine  Rohrdommel,  das 
Rothfüfsige  Sandhuhn,  der  Wiesenknarrer ,  das 
grünfüfsige,  punctirte  und  kleine  Meerhuhn,  die 
Stübberische  Meerschwalbe  u.  a. 

Im  Monat  October  ziehen  gewöhnlich  weg, 
die  Rostweihe,  die  Kornweihe,  der  rothfüfsige 


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6o8 


Baum -und  Schlecht- Falke,  die  Misteldrossel, 
der  schwarzgraue  Fliegenfänger,  die  weisse  und 

{reibe  Bachstelze,  der  rothkehlige,  schwarzkeh- 
ige  und  Weiden -Sänger,  die  Feld Baum- und 
Hauben -Lerche,  der  Wiesenpieper,  der  bunte 
Staar,  der  gemeine  Fink,  der  Citronenfink,  die 
Zipammer,  die  Ringeltaube,  die  Holztaube,  die 
Wachtel,  der  kleine  Trappe,  der  graue  Kranich, 
der  Fischreiher,  der  gefleckte,  graue,  punctirte, 
Steindreher -und  Alpen- Strand  läufer,  der  roth- 
hälsige  und  rothbäuchige  Wassertreter,  derdun- 
kelbrüstige  Regenpfeifer,  der gescbäckte  Austern- 
fischer,  die  Heer  -  und  Moor -Schnepfe,  die 
Wasser -Ralle,  der  graukehlige,  dunkelbraune 
und  Ohren  -  Steifsftifs.  Es  kommen  aus  nördli- 
chen Ländern  an,  der  lappländische  Fink,  die 
Haubenlerche,  der  Bergzeisig,  die  wilde  Gans, 
die  weifsstirnige  und  Saat -Gans,  der  weifseund 


ziehen  die  Roth-,  Ring -und  zweideutige  Dros- 
sel, der  gehäupte  und  schwarzbäuchige  Kiebitz, 
der  dumme  Regenpfeifer,  der  dunkelbraune  Was- 
serläufer, der  graue  Kranich,  die  Krick-  und 
Schnatter-Ente. 


Im  Monat  November  wandern  aus:  der 
Flufsadler,  der  rothe  Milan,  der  Hühnerhabicht, 
der  Wander-,  Baum-  und  Thurm -Falke,  die 
Mistel -Drossel,  die  Haubenlerche,  die  Zaun-, 
Zip-,  Rohr- und  Sperlings- Ammer,  die  Wald- 
schnepfe, der  Goldregenpfeifer,  das  schwarze 
Wasserhuhn,  die  Knack-,  Krick -und  Löffelente, 
der  Gänse-  langschnäbelige  und  weifse  Säger. 
Es  kommen  an,  die  Wachholder- Drossel,  der 
Seidenschwanz,  der  Wasserpieper,  der  Kiefern- 
Kreuzschnabel,  die  Scbnatter-,  Trauer-,  Spitz-, 
Winter-,  Tafel- und  weifsaugige  Ente.  In  diesem 


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609 

Monat  ziehen  gewohnlich  durch,  der  Isländische 
und  Geyer  -  Falke,  der  Sperlingsammer,  die 
Schnatter-,  Hauben -und  Kolben  Ente,  die  Schnee- 
gans, die  dreizehige  und  Sturm  -Möve,  die  dum- 
me Lumme,  der  schwarzkehlige,  gesprenkelte, 
Eis- und  Imber- Taucher. 

Im  Monat  December  kommen  gewohnlich 
an,  die  europäische  Habichtseule,  der  weifs- 
rückige  Specht,  der  Schneeammer,  der  lapplän- 
dische Fink,  der  Bergfink,  die  Eis-,  Berg-, 
Schell-,  Pfeif Kragen  - ,  weifskopfige-,  Sammet- 
und  Brillen -Ente,  die  Ringel  -  und  weifs  wangige 
Gans. 

Nicht  selten  bleiben  einzelne  Vögel  der  ge- 
nannten  Arten  einheimischer  Vögel  bei  uns  zu-  •  . 
rück,  so  habe  ich/ mehrmals  Staaren  im  Winter 
gesehen.  Während  des  kalten  Winters  des  Jahrs 
1812  auf  1813  hielt  sich  eine  weisse  Bachstelze 
an  den  nicht  zugefrornen  Stellen  der  Isar  auf. 
Am  vierten  Januar  des  Jahrs  1809  zergliederte 
ich  eine  Wasserralle,  welche  in  einem  Sumpfe 
gefangen  worden,  ihr  Magen  war  ganz  mit 
Crustaceen  (Cancer  paludosus Scopoli) angefüllt» 

§.  «41. 

Wir  wollen  jetzt  die  Wanderungen  der  Vö- 
gel im  südlichen  Europa  auszuforschen  suchen» 
Ueber  die  Wanderungen  der  Vögel  in  Spanien, 
Portugal! ,  Griechenland  und  Italien  besitzen  wif 
wenige  ausführliche  und  zuverläfsige  Nachrich- 
ten, um  so  reichhaltiger  sind  dagegen  die  Beob- 
achtungen, welche  der  Abt  Francesco  Cetti  a) 


a)  Naturgeschichte  von  Sardinien,  aus  d.  Ital.  Cbers.  Leip- 
tig  1784-  8*  . 

39 


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n  •         1  V  » 

über  die  Wanderungen  der  Vogel  in:  Sardinien 
mitgetheilt  hat.  Ich  habe  bereits  oben  gesagt, 
dafa  die  Zahl  der  auswandernden  Vogel  in  einem 
Lande  um  so  mehr  abnehmet  je  näher  es  den 
Wendekreisen  liege>  dies  nun  wird  bei  Sardinien 
vollkommen  bestätigt.  Die  aus  Sardinien  gegen 
die  Zeit  des  Herbstaequinoctiums  auswandernden 
Vögel  sind  die  Rauch-»  Haus  -  und  Mauer« 
Schwalbe,  die  Nachtigall,  der  gelbkehlige  Bie- 
nenfresser, der  Kuckuk  und  die  Turteltaube.  Die 
Vögel  der  meisten  Arten ,  welche  im  nördlichen 
und  gemäfsigten  Europa  wandern,  bleiben  hier 
das  ganze  Jahr  hindurch,  z.  B.  der  rothkehlige 
Sänger,  der  graurückige  Steinschmätzer,  der 
bunte  Staar,  die  Würger,  die  Lerchen,  dieMi- 
steldrossel,  die  Feld- und  Ringel -Taube  u.  a., 
indem  die  Erde  nicht  mit  Schnee  bedeckt  wird 
und  die  Nahrung  niemals  fehlt.  Auch  die  in 
Sardinien  sich  aufhaltende  einsame  Drossel  (Tur- 
dus  cyanus)  wandert  nicht,  die  nach  Spallan- 
zanfs  a)  Angabe  auch  in  Sicilien  kein  Zugvo- 
gel ist.  Da  die  Gewässer  hier  nicht  gefrieren, 
so  bleiben  auch  diejenigen  Sumpf- und  Wasser- 
vögel im  Winter  in  Sardinien ,  welche  im  nörd- 
lichen Europa  wandern ,  z.  B.  der  Wachtelkönig, 
die  Wasserralle,  die  Rohr-  und  Wasserhühner, 
die  Steifsfüfse  u*  a.  Gegen  die  Zeit  des  Herbst- 
aequinoctiums wandern  sehr  viele  Vögel  aus  dem 
nördlichen  und  gemäfsigten  Europa  in  Sardinien 
ein.  Im  October  kommen  die  ersten  Wachhol- 
derdrosseln  (Turdus  pilaris)  an,  die  meisten  er- 
scheinen jedoch  im  November,  und  zwar  in  so 
g^ofser  Menge,  dafs  Cetti  die  Insel  Sardinien  ei- 
nen grofsen  Krammetsvogel  -  Behälter  nennt.  Sie 


a)  Reite  nach  Sicilien.  B.  5.  S.  29. 


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6n 

erscheinen  zuerst  zu  Terranpva*  welches  nord- 
lich gegen  die  florentinischen  und  romanischen 
Küsten  liegt.  Diese  Vögel  nähren  sich  vorzüg- 
lich von  den  Beeren  des  Mastixbaums,  welche 
zu  dieser  Zeit  reifen  >  von  den  Beeren  des  Lor- 
beerbaums, des  Wachholderstrauchs  und  von  den 
Früchten  des  Erdbeerbaums  (Arbutus  unedoL^). 
Im  Monat  December  besuchen  sie  die  Oliven- 
garten ,  wo  sie  grofsen  Schaden  thun.  In  kur- 
zer Zeit  werden  die  Drosseln  bei  der  reichlichen 
Nahrung,  welche  sie  hier  finden,  sehr  fett,  so 
dafs  Cetti  Sardinien  für  den  Drosselmastplatz 
hält.  Im  Monat  März  finden  diese  Vögel  keine 
hinlängliche  Nahrung  mehr,  daher  sie  um  diese 
Zeit  alle  verschwinden.  Ferner  kommen  aus  dem 
Norden  an,  viele  Staaren,  Kirschkernbeisser, 
Ammern,  Ringeltauben  und  Wachteln,  von  letz* 
teren  ziehen  viele  durch  nach  Afrika.  Die 
weissen  und  gelben  Bachstelzen  kommen  sehr 
zahlreich  im  September  mit  den  ersten  Herbst- 
regen an;  bei  Eintritt  des  Frühlings  ziehen  sie 
alle  wieder  weg.  In  Italien  hält  sich  ebenfalls 
die  weisse  Bachstelze  im  Winter  auf,  nach  dem 
Zeugnisse  Olinas  a).  Da  die  durch  die  Herbst- 
regen angeschwellten  Flüsse,  Bäche  und  Teiche 
Sardiniens  nicht  gefrieren,  so  kommen  hier  viele 
Sumpf- und  Wasser- Vögel  aus  den  nördlichen 
Ländern  an,  denen  die  Kalte  ihr  Element  und 
die  Quelle  ihrer  Nahrung  geraubt  hat.  Die  Ge- 
gend um  Oristano,  die  viele  Teiche  besitzt  und 
wo  der  FlufsTirsus  strömt,  ist  ein  vorzüglicher 
Sammelplatz  der  vielen  eingewanderte!*  Zugvö- 
gel. Die  Kiebitze  kommen  in  Gesellschaft  der 
Bachstelzen  an,  in  Haufen  zu  hunderten  ja  zu 


a)  Uccclliera.  p.  43. 

39  * 


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6ia 

Tausenden.  Uebcrall  wo  bearbeitete  Felder  sind 
siebt  man  Kiebitze.  Ferner  kommen  an,  Gold- 
und  Halsband. Regenpfeifer,  Strandläufer,  Wach- 
telkönige und  Wasserrallen»  Nach  Cleghorns 
Zeugnifs  a)  kommen  die  Wachtelkönige  auf  Mi- 
norka  gegen  das  Ende  Octobers  an,  und  blei- 
ben den  ganzen  Winter  daselbst.  Zu  Anfang  No- 
vembers erscheinen  die  ersten  Schnepfen  ge- 
wöhnlich in  grofser  Menge.  Sie  verbergen  sich 
gern  unter  4em  strauchartigen  Cistus.  Anfangs 
März  sind  sie  alle  wieder  verschwunden«  Rohr- 
dommeln kommen  in  Menge  an,  siethuninden 
Aalteicben  grofsen  Schaden,  und  werden  daher 
von  den  Sarden  Aalraben  genannt.  Desgleichen 
erscheint  der  aschgraue,  der  weifse  und  der 
Nacht- Reiher.  Störche  kommen  selten  nach 
Sardinien.  Die  Zahl  der  in  Sardinien  überwin- 
ternden grünfüfsigen  Rohrhühnern  und  schwar- 
zen Wasserhühnern  nimmt  zu  der  Zeit,  wann 
die  Herbst-Regen  die  Teiche  und  Flüsse  anschwel- 
len, durch  die  aus  nördlichen  Ländern  ankom- 
mende Schaaren  ungemein  zu.  Sie  werden  in 
grofser  Menge  gefangen.  Zu  Anfang  März  zie- 
hen die  eingewanderten  wieder  weg.  Wilde 
Schwäne  überwintern  jedes  Jahr  auf  den  Tei- 
chen der  Stadt  und  Diöces  Oristano.  Endlich 
kommen  jeden  Winter  viele  Sägetaucher,  wilde 
Gänse,  Schnatterenten,  Pfeifenten,  Knck  -  und 
Reiher -Enten  an,  die  hier  den  Winter  zubrin- 
gen, und  im  Frühling  nach  Norden  zurück  keh- 
ren. Mit  den  Nachrichten  Cetti's  über  die  Wan- 
derungen der  Vögel  in  Sardinien  stimmen  die 
Nachrichten  von  Reisenden  über  die  Wande- 
.  rungen  der  Vögel  auf  Corsika*  Minorka,  Major- 


u)  Reise  nach  Minorka. 

■  i 

i 


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<H3 

ka,  Sicilien  und  Maltha.  überein*  Sehr  wahr- 
scheinlich verhält  es  sich  auf  gleiche  Weise  mit 
den,  Wanderungen  der  Vögel  in  dem  unter  glei- 
chen Breiten  mit  Sardinien  liegendem  Unter-Ita- 
lien, Rumelien,  Spanien  und  Portugall. 

Forskael  a)  beobachtete  während  seines  Auf- 
enthaltes zu  Constantinopel  mehrere  Zugvögel* 
namentlich  gi,bt  er  an,  dafs  Wachteln  im  August 
und  September  auf  ihrer  Reise  nach  Egypten 
durchziehen,  und  im  April  zurückkehren.  Hol?^ 
tauben  kommen  in  grofser  Menge  in  der  Mitten 
Septembers  an,  sie  halten  sich  eine  Zeit  lang  in 
Eichenwaldungen  auf  und  ziehen  dann  weiter^ 
Schnepfe^  ziehen  im  September  durch  in  der 
Richtung  nach  Syrien;  im  Februar  und  März 
kehren  sie  zurück.  Endlich  halten  sich  im  Win- 
ter viele  wilde  Gänse  an  den  Flüfsen  und  Süm- 
pfen auf,  die  im  Frühjahr  wieder  wegziehen., 

•  * 

Ueber  die  Wanderungen  der  Vögel  auf  den 
griechischen  Inseln  hat  Sonnini  b)  mehrere  Be- 
merkungen mitgetheilfc,  von  denen  ich  hier  da* 
Wesentlichste  angeben  wilL  Die  Zeit  der  An- 
kunft der  Zugvögel  auf  den  griechischen  Inseln 
richtet  sich  nach  den  daselbst  herrschenden  Win- 
den. Zu  Ende  des  Sommers  1707  erfolgte  die- 
selbe sehr  spat,  weil  die  Nordwinde,  die  in  die- 
ser Jahreszeit  gewöhnlich  herrschen,  damals  viel 
später  wehten  als  in  anderen  Jahren,  und  weil 
daher  die  Vögel,  die  gegen  Süden  fliegen,  auf 


a)  a.  a.  O.  p.  7. 

6)  in  seiner  oben  angeführten  Reise  nach  Griechenland  und 
der  Türkei. 


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614 


diesen  Wind,  der  ihre, Reise  wesentlich  begün- 
stigt, lange  warten  mufsten.  Defswegen  hielten 
sie  sieb  nur  kurze  Zeit  auf  den  Insela  auf  ■  denn 
sie  scheinen  das  Bedürfnifa  zu  fühlen  „  bald  in 
den  Gegenden  anzukommen»  wo  ein  wärmeres 
Klima  und  ein  reicher  Vorrath  von  Lebensmit- 
teln auf  sie  wartete»  und  benutzten  daher  zu 
ihrer  Abreise  den  ersten  günstigen  Wind.  Eine 
andere  allgemeine  Bemerkung  ist,  dafs  alle  diese 
Vögel  bei  ihrem  Ruckzug  im  Frühling  in  weni- 
ger zahlreichen  Zügen  reisen  und  weit  mehir  ver- 
einzelt und  zerstreut  sind  als  bei  ihrer  Herbst- 
wanderung, Merkwürdig  endlich  ist  auch  noch, 
dafs  sie  im  Ganzen  genommen  im  Frühling 
samnitlich  sehr  mager,  hingegen  hei  ihrer  An- 
kunft im  Herbst  aufserordentlich  fett  sind*  Der 
Wiedehopf  besucht  Anfangs  August  und  Ende 
März  die  Inseln  der  Archipels.  Die  Grasmucken 
kommen  im  Monat  September  in  der  Levante 
an,  und  werfen  sich  begierig  auf' die  Feigen,  so 
wie  dieselben  reif  werden.  In^  Monat  Öctober 
erscheinen  die  Rothkehlchen  in  der  Levante; 
selten  findet  man  sie  jedoch  auf  den  nakten  In« 
sein,  sondern  sie  ziehen  die  jnit  Baumen  und 
Gesträuchen  beschatteten  vor,  wie  z*  B.  die  In- 
sei  Scio,  wo  sie  sich  in  den  Gehölzen  von  Ma- 
stixbäumen und  wilden  Myrthen,  womit  diese 
prächtige  Insel  bedeckt  ist,  in  Menge  aufhalten* 
Auch  die  Hänflinge  sind  Zugvögel  auf  den  grie- 
chischen Inseln.  Die  Distelfinken  hingegen  hal- 
ten sich  das  ganze  Jahr  hindurch  auf  den  gröf- 
seren  Inseln  auf,  und  sind  nur  auf  den  kleinern 
selten  vorhanden,  weil  sie  daselbst  nicht  Schat- 
ten genug  haben»  Auf  allen  aber  findet  man 
-  eine  Menge  von  Bachstelzen,  die  durch  ihre  Leb- 
haftigkeit die  oft  traurigen  und  einsamen  Gegen- 
den aufheitern.  Sie  scheinen  die  Inseln  nicht  zu 


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verfassen  ,  denn  Sonnini  hat  mehrmalen  welche 
im  Winter  auf  nakten  Felsenspitzen  in  der  Nähe 
des  Meers -gefunden.  Die  geroeinen  Lerchen  sieht 
man  in  grofsen  Zügen  auf  allen  diesen  Inseln; 
auch  findet  man  die  Calandra- Lerche,  die  ein 
Zugvogel  ist.  Zuweilen  sieht  man  auch  auf  die- 
sen Inseln .  zu  Ende  des  Sommers  Nachtigallen ; 
sie  bringen  die  strenge  Jahreszeit  in  den  lachen- 
den Ebenen  von  Niederegypten  und  auf  den 
Küsten  von  Syrien  und  der  Barbarei  zu.  Wäh- 
rend ihres  Aufenthaltes  auf  den  griechischen  In« 
sein  hört  man  aber  durchaus  die  melodischen 
Gesänge  nicht  von  ihnen,  wodurch  sie  bei  uns 
alle  andere  Singvögel  übertreffen.  In  Natolien 
und  einigen  andern  Gegenden  von  Kleinasien 
gibt  es  eine  Menge  Nachtigallen,  die  aber  nie- 
mals die  Haine  und  Gebüsche  verlassen,  worin 
sie  geboren  werden.  Die  Nebelkrähen  und  Doh- 
len verlassen  die  Inseln  niemals;  die  Mandel- 
krähen hingegen  sind  Zugvögel,  und  man  sieht 
sie  in  zahlreichen  Flügen  an  den  Ufers  des  Mee- 
res, wo  sie  an  den  todten  Körpern,  die  von  den 
Wellen  ausgeworfen  werden,  ihre  Nahrung  fin- 
den. Während  des  Winters  Sieht  man  auch  sehr 
viele  Staare.  Sobald  man  auf  den  griechischen 
Inseln  anfängt  die  Felder  zu. besäen,  nämlich 
gegen  Ende  Oktobers,  stellen  sich  von  allen 
Seiten  zahlreiche  Flüge  von  Holztauben  ein,  die 
einen  Theil  des  Getraides  auffressen ,  das  der 
Landmann  ausstreut;  sie  sind  Zugvögel  und 
meistenteils  sehr  fett,  ausgenommen  die,  welche 
das  ganze  Jahr  auf  den  Inseln  bleiben  und  in 
Felsenlöchern  nisten»  Die  Turteltauben,  welche 
Ende  Augusts  ankommen,  sinä  sehr  fett  und 
wohlschmeckend,  sie  werden  von  den  Griechen, 
besonders  auf  der  Insel  Policandro ,  wo  sie  am 
häufigsten   hinkommen ,   in  außerordentlicher 


Di 


- 


616  ' 

Menge  getodtet  und  in  grofsen  Gefäfsen  mit 
Weinessig  eingemacht.  Im  Frühling  kommen  sie 
zurück  und  Weihen  gegen  drei  Wochen  auf  den 
Inseln.  Mit  den  Turteltauben  zugleich  kommt 
der  Kuckuk  an,  den  die  Griechen  daher  den 
Turteltauben- Anführer  nennen.  Es  ist  merk- 
würdig, dafs  dieser  Vogel  während  seines  Auf- 
enthaltes in  andern  Ländern  fast  alle  seine  Ei- 
genschaften ablegt,  die  er  bei  uns  besitzt;  er 
führt  nicht  mehr  das  einsame  Leben  wie  bei  uns, 
sondern  hält  sich  zu  andern  Vögeln  deiner  Art 
und  reist  sogar  mit  ganz  fremden  Arten  in  gros- 
ser Gesellschaft ;  auch  läfst  er  durchaus  seine 
Stimme  nicht  hören,  wovon  er  seinen  Namen 
erhalten  hat.  Bei  seinem  Durchzug  im  Frühjahr 
ist  er  aufscrordentlich  mager ;  wann  er  aber  im 
Herbst  wieder  zurückkehrt,  so  ist  er  sehr  fett, 
und  wird  dann  für  eine  gute  Speise  gehalten« 
Auf  den  meisten  griechischen  Inseln  Kommen 
jährlich  die  Wachteln  in  zahlloser  Menge  an, 
Sie  befolgen  bei  ihren  Zügen  immer  denselben 
Weg  und  entfernen  sich  nur  höchst  selten  da- 
von;  auf  einige  Inseln  im  mittelländischen  Meer 
kommen  sie  daher*  in  ungeheurer  Menge,  auf 
andere  nur  in  geringer  Anzahl  und  auf  einige 
.  ganz  und  gar  nicht.  Die-  Einwohner  von  der 
Insel  Santorin,  wo  sich  diese  Vögel  vorzüglich 
zahlreich  einstellen,  machen  grofse  Vorräthe  da- 
von in  Essig  ein.  Auf  der  Küste  von  Morea 
und  auf  der  Insel  Cerigo  werden  sie  eingesal- 
zen und  auf  die  andern  Inseln  im  Archipel  ver- 
kauft« Höchst  sonderbar  ist  es,  dafs  die  Wach- 
teln, die  sich  auf  ihrem  Zuge  aus  Europa  nach 
Afrika  auf  mehreren  Inseln  verweilen ,  sich  nie- 
mals auf  der  Insel  Rhodus  aufhalten»  Da 
schlechterdings  niemals  Wachteln  dahin  kom- 
men ,  obgleich  die  Insel  nur  wenig  von  dem  Weg 


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*I7 

entfernt  ist,  den  sie  zu  nehmen  pflegen,  so  isl 
dieses  ein  Beweis,  dafs  diese  Vögel  auf  ihrem 
Zuge  einer  bestimmten  Linie  folgen,  die  so  un- 
veränderlich ist,  wie  die  Jahrszeit  ihrer  Wande- 
rung. Gewöhnlich  kommen  die  Wachteln  gegen 
Ende  Augusts  auf  den  Inseln  der  Levante  an, 
bleiben  fast  den  ganzen  September  dort,  und 
kommen  dann  in  der  Mitte  des  Aprils  zum  zwei- 
tenmal, um  nach  den  nördlichen  Gegenden  zu- 
rückzukehren. Auf  den  nördlichsten  Inseln  im 
Archipel  sieht  man  zuweilen  während  des  Win- 
ters Fasanen ;  sie  kommen  aus  den  Wäldern  Thes- 
saliens dahin,  wo  sie  in  grofser  Menge  vorhan- 
den sind.  Wenn  der  Winter  recht  kalt  ist,  so 
gibt  es  auch  auf  einigen  Inseln  in  den  höchsten 
Gebürgen  Auerhähne,  und  sogar  auch  auf  eini- 
gen südlichen  Inseln,  wie  z.  B.  auf  der  Insel  Mi- 
lo,  sobald  es  aber  anfängt,  wärmer  zu  werden, 
so  ziehen  sie  wieder  fort.  Im  Winter  giht  es  oft 
eine  aufserordentliche  Menge  von  Schnepfen  auf 
den  griechischen  Inseln ;  sie  sind  Zugvögel  und 
kommen  meistenteils  aus  den  Bergen  vonMo- 
rea  dahin,  wo  die  Kälte  wegen  der  Menge  von 
Schnee,  die  daselbst  fällt,  sehr  beträchtlich  ist« 
Die  Kiebitze  reisen  ebenfalls  wie  die  Schnepfen 
im  Winter;  sie  erscheinen  auf  den  Inseln,  wenn 
die  Kälte,  die  jedoch  nie  empfindlich  wird,  an- 
fängt einzutreten,  das  heifst  im  Jänner.  Sie  sind 
nur  Zugvogel  und  bleiben  nie  länger  daselbst 
als  zwölf  bis  vierzehn  Tage.  Auf  den  Küsten' 
von  Caramanien  hingegen  halten  sich  diese  Vö- 
gel in  Menge  den  ganzen  Winter  hindurch  auf. 
Auch  gibt  es  in  der  schlechten  Jahrszeit  an  den 
Ufern  des  Meeres  und  in  den  sumpfigten  Ge- 
genden dieser  Inseln  eine  Menge  Enten  von  ver- 
schiedenen Arten  und  viele  andere  Wasservö- 
gel. 


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♦  •  *  . 

Endlich  wollen  wir  noch  die  Nachrichten 
über  die  Wanderungen  der  Vögel  im  nördlichen 
Afrika  folgen  lassen,  und  zwar  mit  Egypten  den 
Anfang  machen.  Von  der  Mitte  Augusts  bis  zur  . 
Herbsts  Tag  -  und  Nacht  •  Gleiche  ist  Egypten 
vom  Nil  überschwammt  Gegen  das  Ende  des 
Septembers  verlieren  sich  die  Wasser,  und  nun 
kommen  die  Zugvögel  aus  nördlichen  Ländern 
an.  Sonnini  a)  sah  in  der  Gegend  von  Alexan- 
dria zu  dieser  Zeit  mehrere  Zugvögel  ankom- 
men, namentlich  den  gefleckten  und  schwarz- 
grauen  Fliegenfänger,  den  rothrückigen  Würger, 
den.  gelbkehligen  Bienenfresser,  die  blaue Racke, 
und  den  gelben  Pirol,  der  während  seines  vier- 
zehntägigen Durchzugs  die  Maulbeerbäume  stark 
besucht.  Desgleichen  kommen  im  Herbst  die 
Nachtigallen  an,  die  sich  den  ganzen  Winter 
hindurch  in  den  Gesträuchen  in  der  Nähe  des 
Nils  aufhalten  ,  jedoch  ihren  melodienreichen  Ge- 
sand  nicht  hören  lassen  b).  Die  Wiedehopfe  sind 
sehr  gemein,  besonders  zu  Anfang  des  Winters, 
sie  kommen  aus  den  nördlichen  Ländern  und 
halten  sich  haufenweise  an  dem  in  seine  Ufer 
zurücktretenden  Nil  auf,  wo  sie  viele  Würmer 
und  Insekten  finden.  Auch  Staaren  kommen  in 
Menge  in  Egypten  an.  Der  Kuckuk  erscheint 
ebenfalls  im  Herbst.  Die  aus  Europa  ankom- 
menden Turteltauben  verbreiten  sich  von  den 


*  * 

*)  Voyage  en  Egypte.  T«  3.  p.  361. 

b)    — - —  i  T.  2.  p.  57.  Le  teul  cri  qu'il  y  •  fasse  enten- 

dre  est  l'espece  de  son  rauque,  de  rllement  qui,  dansnos 
pays,  succe'de  ä  «oq  ramage  varissant,  des  qu'il  a  cesse 
de  chanter  ses  amours« 


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«19 

Seeufern  big  Cahro.  Im.  Monat  September  hal- 
ten die  Wachteln  iiv  zahlloser,  Menge  ihren  Ein- 
zug a),  zuerst  erscheinen  sie  an  den  sandigen 
Ufera  des  Ausflusses  des  Nils.  Obgleich  der 
runde  Körper  und  die  kurzen  Flügel  dieser  Vö- 
gel sie  zytm  Fluge  wenig  geschickt  gemacht  hat, 
so  stellen,  sie  dennoch  regelmäßige  Wanderun- 
gen über  d<as  mittelländische  Meer  nach  Egypten, 
an.  Sie  streifen  dabei  immer  auf  der  Oberfläche 
des  Wassers  hin ,  benutzen  jeden  Rubepunkt, 
den  sie  in  diesem  mit  Inseln  und  Schiffen  bedeckten 
Meere  häufig  finden^  und  kommen  endlich  von  In- 
sel za  Insel  und  von  Schiff  zu  Schiff  in  Egyp- 
ten an.  Allein  freilich  kommen,  die  zahllosen 
Heere  dieser  Vögel  bei  weitem  nicht  ganz  an; 
theils  werden  sie  von  heftigen  Windstöfsen  in 
die  Wellen  geschleudert»  theils  gereicht  ihnen 
die  Ruhe  zum  Verderben,  die  sie  auf  den  Ingeln 
und  Schiffen  suchen,  denn  überall  lauert  der 
Mensch  auf  sie.  Auch  die  in  Egypten  zu  vie- 
len tausenden  b)  ankommenden  ermatteten  Vo- 
gel  werden  überall  in  Netzen  gefangen.  Im  Mo- 
nat MiJrz  und  April  kehren  die  Wachteln  nach 
Europa  zurück,  im  Monat  September  ziehen  die 
Störche  c)  in  grofse^  Menge  ein,  desgleichen 

a)  Sonnini  t.  Q.  T.  f.  p.  3TJ.  X.  3.  p.  363.  Olivier 
Voy.  (Uns  t' Empire  othoraan.  T*  3»  p*  65. 

b)  Sonnini  a,  a.  O,.  p.  363  il  en  arrive  uoe  iL  grande  mul- 
titude  aux  environi  d'Alexandrie  que  la  quantite  qWon  y 
en  voit  est  vratment  incroyable. 

c)  Bcllonic  Observ.  p.  |02.  Ciconiac  Aegyptum  tanta  acte* 
dunt  in  copia,  ut  agri  et  prata  inde  albcscunt ;  bas  tarnen 
araant  aegyptit,  cum  ranae  illic  tanta  abundantia  generen- 
tur,  ut  nist  ciconiac  eas  vorarent,  nihil  Ulis  esset  frequen- 
tius,  tum  etiam  quod  serpentea  capiant  et  devorent. 


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Ö20 

s.  > 

*        *  »        *  •  » 

auch  die  Kraniche;  diese  Vogel  ziehen  im  April 
wieder  weg  a)>  In  der  Mitte  September»,  afeo-' 
zur  Zeit  wo  der  Nil  fällt,  kommeif  die  Peli- 
kane nach  Egypten  b).  Sie  ziehen  in  gröfsei* 
Haufen  wie  die  wilden  Gänse.  Im  Sommer  hal- 
ten sie  sich  am  schwarzen  Meer  und  an  dei* 
Küsten  Griechenlands  auf.  Bei  dem  Zuge  ver- 
weilen sie  einige  Tage  zu  Smirna  und  an  den. 
Rüsten  Natoliens.  Einige  bleiben  immer  zu  Da- 
miette  und  auf  dem  Deka;  die  meisten  ziehen 
jedoch  nach  Oberegypten.  Anfangs  October  er- 
scheinen die  Kiebitze,  welche  den  Winter  hier 
zubringen.  Zu  finde  dieses  Monats  pflegen  die  • 
Wachbolderdrosseln  r)  anzukommen,  sie  ziehen 
im  März  wieder  weg.  Im  Monat  November  kom- 
men die  Regenpfeifer,  die  Strandläufer  und  die 
Schnepfen  an;  erstere  halten  sich  an  den  Ufern 
des  Nils  auf;  die  Schnepfen  hingegen  besuchen 
gern  die  abgeernteten  Reisfelder  d).  Endlich  zie- 
hen viele  wilde  Gänse  und  Enten ,  namentlich' 
Alias  boschas  und  penelope  e)  in  grofsen  Hau- 
fen  ein,  sie  halten  sich  gern  £uf  den  Seen  des 

a)  Schaw  Voy.  T.  2.  Ch.  5.  p.  167.  Vers  !e  milieu  d'AvTil 
i*]22  notre  vaisseau  etifnt  ators  a  l'ancre  sous  le  montCar* 
nie!,  j'ai  vu  trois  vols  des  cicognes,  dont  chacun  fut  plus 
de  trois  hcurs  a  passer,  et  s'e'tcndoit  plus  d'un  demi  mille 
en  largeur.  Ces  cicogoes  venoient  de  l'Egypte,  parce  que 
les  canaux  du  Nil  et  les  inarais,  qu'il  forme  tous  les  ans 
par  son  debordement,  etant  deseches,  dies  se  retirent  au 
Nord  -  Est. 

h)  Hasselquist  Iter  p.  338*  Avium  migrantnim  adventus  in 
Aegyptum  observatus  anno  1750. 

c)  Sonnini  a.  a.  O.  T.  I.  p.  355. 

d)  a.  a.  O.  T.  I.  p.  377. 

e)  nach  Hasselquist  a.  a.  O. 


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621 

•  »  • 

Deltas  auf,  und  ziehen  zu  Ende  des  Winters  wie- 
der weg.  In  Oberegypten  in  der  Gegend  von 
JKous  C25f  Gr.  nördl.  Br.)  ziehen  die  Schwalben 
niemals  weg  a).  In  der  Barbarei  wandern  im 
Herbst  wie  in  Egypten  sehr  viele  aus  Europa 
kommende  Vögel  ein,  welche  bei  eintretendem 
Frühjahr  wieder  nach  Buropa  zurückkehren.  So 
sagen  wenigstens  die  Nachrichten  über  die  Bar- 
barei von  Shaw,  Höst,  Agrell  u.  a.  aus.  Wir 
wollen  uns  jetzt  noch  zu  südlicheren  Ländern 
wenden»  namentlich  nach  Senegal  und  Guinea. 
Adanson  b)  erzählt:  dafs  am  6.  October  des 
Jahrs  seiner  Reise  nach  Senegal,  da  das  Schiff 
noch  ohngefähr  50  Meilen  von  der  Küste  ent- 
fernt war ,  gegen  Abend  vier  Schwalben  sich  auf 
das  Schiff  niederliefsen  und  sich  auf  die  Stufen 
einer  Strickleiter  neben  einander  setzten.  Adan- 
son fing  die  ermüdeten  Schwalben  mit  leichter 
Mühe  und  erkannte  sie  für  Schwalben  dersel- 
ben Art,  welche  in  Europa  die  gemeinste  ist« 
Während  seines  Aufenthalts  auf  der  Insel  Sene- 
gal (ohngefähr  unter  dem  18.  Gr.  nördl.  Breite) 
sah  er  viele  Schwalben  der  Art,  welche  zur 
Herbstzeit  ankamen,  und  im  Frühjahr  wieder 
wegzogen,  ohne  genistet  zu  haben.  Obgleich 
die  Wahrheit  dieser  Nachricht  von  Barrignton 


a)  Sonnini  a.  a.  O.  T.  I.  p.  355.  Toutes  se  rassemblent  sur 
les  Lacs  du  Dcica,  qui  ne  sont  pas  loin  de  Rossette  et  de 
Damictte ,  et  y  forment  des  troupes  innorobrabies ,  qui  nt 
disparoisent  qu'apres  l'hiver. 

b)  Sonnini  a.  a.  O.  T.  3  p.  225.  üne  multitude  d'insectet 
aile's  f  sert  en  meine  temps  de  patüre  aux  hirondellcs,  qui 
ne  quittent  pas  un  climat  aussi  favorable  a  leurt  habitudcs 
et  a  leur  subsistance. 

#)  Reise  nach  Senegal.  9^.* 


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02*  < 

u.  a.  in  Zweifel  gezogen  worden  ist,  so  verdient 
sie  meiner  Meinung  n£ch  doch  alle  Glaubwür- 
digkeit, weil  auch  Labillardiete  a)  Unter  dem 
20.  Grad  nördlicher  Breite  und  2%.  Gr.  30  Mi- 
nuten ostlicher  Länge  am  29.  Oktober  1791  tine 
Rauchschwalbe  sah>  difc  einige  Zeit  lang  dem 
Schiffe  folgte,  Und  dann  sich  in  der  Richtung 
gegen  die  afrikanische  Köste  entfernte.  Am  6. 
November  fing  Labillardiere  den  graurückigen 
Steinschmätzer  (SaXicolä  oenanthe,  le  motteux 
de  Buffon),  welcher  sic:h  auf  das  SchffF  nieder- 
gelassen hatte.  Den  Nachrichten  Adansons  und 
Labillardieres  sind  keineswegs  die  von  Spallan- 
zani  und  Forster  entgegen.  Spallanzani  b)  näm- 
lich sagt,  dafs  man  aufLipari  im  Winter,  wenn 
der  Himmel  klar  und  heiter,  und  die  Luft  süd- 
lich ist,  zuweilen  bald  eine  bald  mehrere  Schwal- 
ben dicht  an  der  Erde  will  fliegen  gesehen  ha- 
ben. Ferner  sollen  sich  auch  zu  Messina  einige 
Schwalben  im  Winter  aufhalten^,  obgleich  die 
meisten  im  Herbst  wegziehen.  Forster  d)  gibt 
von  den  Schwalben  auf  Madeira  an,  dafs  sie 
den  ganzen  Winter  daselbst  bleiben,  und  dafs 
sie  Sich  nur  bei  kaltem  Wetter  auf  einige  Tage 
in  Felsen- Klüfte  verkriechen  und  beim  ersten 
warmen  Tag  wieder  zum  Vorschein  kommen. 
Diese  letztere  Nachrichten  sind  offenbar  nicht 
als  Gegenbeweise  gegen  die  Wanderungen  der 
Schwalben  nach  Afrika  zu  betrachten,  sondern 
sie  beweisen  nur,  dafs  die  Zahl  der  nach  Süden 
auswandernden  Vögel  in  den  warmem  Landern 


ä)  Voy.  a  la  recherche  de  la  Perouse.  X.  1.  J>.  '37» 
Reise  »ach  Siciiien.  B,  4.  S.  95. 

e)  - — —   —  *     B.  5.  S.  24* 

d)  Reise  um  die  Welt.  B.  t.  S.-£li 


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623 


geringer  ist.   Adanson  zählt  noch  zu  den  im 


Wachteln,  die  Bachstelzen  und  den  Milan  (Falco 
milvus).  Endlich  willAdanson  auch  die  Wald- 
schnepfe auf  Senegal  gesehen  haben»  desglei- 
chen Bosman  und  Isert  auf  Guinea.  Ob 
diese  Schnepfe  hier  einwandert  oder  nicht»  ist 
ungewifs.  Aus  allem  diesem  erhellet,  dafs  die 
Wandervogel  Europas  sich  sehr  weit  bis  zu  den 
wKrmern  Ländern  begeben,  jedoch  überschrei- 
ten sie  den  Aequator  nicht,  wie  Catesby  u.  a. 
geglaubt  haben;  mir  ist  wenigstens  keine  Nach- 
richt bekannt,  dals  ein  europäischer  Vogel  sich 
jenseits  des  Acquators  als  Zugvogel  habe  sehn 
lassen. 


So  wie  die  Sonne  sich  aflmählig  von  dem 
Zeichen  des  Wassermanns  und  der  Fische  ent- 
fernt, und  sich  dem  Zeichen  des  Widders  und 
des  Stiers  nähert,  gehen  auf  der  nördlichen  He- 
misphäre grofse  Veränderungen  vor.  In  den 
Ländern  des  nördlichen  Afrikas  und  des  südli- 
chen Europas  nimmt  die  Wärme  sehr  zu»  und 
viele  im  Winter  durch  Regengüfse  gebildete  Süm- 
pfe trocknen  aus.  In  den  Ländern  des  gemäs- 
sigten und  nördlichen  Europas  wird  die  Erde 
allmählig  von  Schnee  befreit  und  das  Eis  der 
Flüfse,  Teiche  und  Seen  löfst  sich  nach  und  nach 
so  wie  die  Sonne  an  dem  Horizonte  höher  her- 
aufsteigt. Die  Pflanzen  wachsen  wieder  hervor, 
und  die  in  Winterschlaf  verfallenen  Säugt>)iere, 
Amphibien,  Mollusken,  Insekten  und  Würmer* 
durch  die  Wärme  in  erhöhtes  Leben  zurückge- 
rufen, verlassen  ihre  Schlupfwinkel.  Jet2t  wan-* 
dert  das  geflügelte  Heer  der  Zugvögel  in  uroge- 


Herbst 


eiernden  Vögeln  auf  Senegal  die 


§.  244. 


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624 

kehrter  Ordnung  von  Süden  nach  Norden  zu- 
rück,  wie  es  zur  Zeit  des  Herbstaä}uinoctiums 
von  Norden  nach  Süden  gewandert  war,  näm- 
lich diejenigen  Vögel  kommen  zuerst  wieder, 
welche  am  spatesten  abgereist  sind,  und  dieje- 
nigen erscheinen  zuletzt,  welche  am  frühesten 
wegzogen.  Die  Zeit  der  Ankunft  der  Vögel  in 
den  verschiedenen  Ländern  richtet  sich  nach  der 
Witterung;  wenn  der  Frühling  früh  eintritt,  so 
erscheinen  die  Vögel  früher;  das  Gegentheil  er- 
folgt, wenn  der  Frühling  rauh  und  kalt  ist.  In 
den  Ländern  des  südlichen  Europas  ziehen  die 
meisten  eingewanderten  Vögel  im  Monat  Februar 
und  März  weg,  und  die  ausgewanderten  Vögel 
kehren  dann  zurück.  Die  aus  Schweden  und 
England  nach  Afrika  gewanderten  Vögel  brau- 
chen von  dem  Eintritt  in  das  südliche  Europa 
bis  zur  Rückkehr  in  ihr  Vaterland  gegen  einen 
Monat  und  länger,  dies  ergibt  sich  wenigstens 
aus  der  Zeit  der  Ankunft  der  Vögel  in  südli- 
chen Ländern  und  aus  der  Zeit  ihrer  Ankunft 
in  nördlichen  Ländern.  Hier  folgen  einige  Belege 
für  diesen  Satz:  nach  Cettia)  kommen  die  Nach- 
tigallen in  Sardinien  Anfangs  März  an,  denn  schon 
gegen  den  10.  Marz  lassen  sie  ihren  Gesang  hö- 
ren; in  England  kommen  sie  nach  Derbam  b) 
und  White  c)  zu  Anfang  Aprils  an.  Die  Rauch- 
und  Haus  -  Schwalben  erscheinen  in  Sardinien 
ebenfalls  Anfangs  März;  in  Teutschland  in  den 
letzten  Tagen  des  Märzes  oder  in  den  ersten  des 
Aprils;  zu  Abo  erscheinen  sie  nach  Leche  d)  im 

a)  a.  a.  O.  S.  2t t. 

6)  Philo*.  Transact.  abridg'el.  T.  5. 

c)  Natural  Hist.  ol  Seiborn»' 

d)  Einiger  Zugvogel  Ankunft  zu  Abo»  10  den  Abb» ndl.  der 
Schwed.  Akad.   B.  25.  S.  2^6. 


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6as 

Durchschnitt  vom  6.  bis  io.  Mai,  zu  Uleaborg 
hingegen  nach  Julin  a)  vom  n*  bis  27.  Mai. 
Nach  Redi  b)  lassen  sich  die  Kraniche  zu  Pisa 
vom  15.  bis  24.  Februar  sehen,  in  Teutschland 
ziehen  sie  gegen  Ende  März  durch,  in  Uleaborg 
kommen  sie  vom  14.  April  bis  gegen  den  9.  Mai 
an.  Die  Wandervögel  ziehen  also  bei  weitem  so 
schnell  nicht  als  manche  Naturforscher  wähnen« 
Daher  ist  es  denn  auch  begreiflich,  dafs  Vögel» 
welche  bei  eintretender  warmer  Witterung  weg« 
ziehen,  oft  so  schnell  wieder  zurückkehren» 
wenn  Kälte  und  Schnee  einfällt,  welches  namenU 
lieh  bei  den  Saatgänsen  oft  der  Fall  ist. 

In  Teutschland  beginnt  der  Rück- oder  Wie* 
der- Zug  gewöhnlich  zu  Ende  Februars.  Um 
diese  Zeit  ziehen  nach  den  Beobachtungen  Zorn* 
und  Bechsteins  von  Voaeln,  die  bei  uns  über* 
wintert  haben,  nach  Norden  fort,  der  Bergfink, 
die  Schneeammer  und  die  Kraeenente.    Es  zie- 

o 

hen  durch  von  südlichen  Gegenden  kommend, 
der  isländische  Falk,  die  Härings-  und  dreize- 
hige  Möve,  der  langschnäbelige  und  weifse  Sä* 
gef ,  der  Singschwan  und  die  Schneegänse«  Es 
kommen  gewöhnlich  an  die  Misteldrossel;  die 
weisse  und  graue  Bachstelze,  die  Feld  -  uud 
Wiesen- Lerche,  der  grofse Regenpfeifer  und  def 
kleine  Steifsfufs* 

Im  Monat  März  ziehen  nach  Norden ,  die 
Wachholderdrossel,  die  Haubenlerche,  der  läpp* 
ländische  Fink,  der  Bergzeisig,  die  wilde  Gans> 

a)  Wiiterungtbeobacbtungen  zu  Uleaborg,  ebend.  ß.  io.  S.  irSfr 
*)  Experiments  circa  variai  rei  naturales  in  f.  Opuii.T.a.p.  100. 

40 


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«26 

Äie  Saatgans,  die  Ringel  -  und  weifswangige  Gang, 
die  Berg-,  Schell-,  Pfeif-,  Löffel  -  und  weifs- 
köpfige  Ente,  so  wie  die  Spiefs-,  Tafel-,  Win- 
ter-, Sarumet-,  und  Kolben  -  Ente,  die  flumme 
Lumme,  der  Eistaucher,  die  schwarzköpfige  Mö- 
ve  u.  a.  Es  ziehen  durch ,  der  Berg  -  und  Grau- 
Fink,  die  Berg -und  Sperlings- Ammer,  die  Roth- 
und Ring -Drossel,  der  dunkel  -  und  grünfüfsige 
und  gefleckte  Wasserläufer,  der  graue  Kranich, 
die  dreizehige  und  Sturm-Möve,  der  langschnä- 
beiige  und  weisse  Säger,  die  Brand-,  Schnatter« 
und  Krick*  Ente  und  die  Rothhalsgans.  Es  kom- 
men bei  uns  an  der  Flufs- Adler,  der  rothe  Mi- 
lan, der  Hühnerhabicht,  der  Wander-,  Baum-, 
Thurm  -  und  Schlecht  -  Falke,  der  Rost  -  und 
Korn -Weihe,  der  gerneine  Fink,  der  Grau -und 
Rohr*  Ammer*  der  bunte  Staar,  die  Singdrossel, 
die  Feld- und  Baum-Lerche,  der  Wiesen -und 
Baum  -Pieper,  der  ro th kehlige,  schieferbrüstige, 
schwarzbäucbige  und  Weiden-Sänger,  der  schwarz- 
kehlige Steinschmätzer,  die  Holz  -  Taube,  der 
kleine  Trappe,  der  Fisch -und  Nacht  -  Reiher, 
die  grofse  und  kleine  Rohrdommel,  der  mittlere, 
rothbäuchige  und  Zwerg -Brachvogel,  die  Wald-, 
Heer-  und  Haar- Schnepfe,  der  Kiebitz,  der  Re- 
genpfeifer mit  dem  Halsbande,  die  Wasserralle, 
das  gemeine  Wasserbuhn ,  das  grünfüfsige  Meer- 
huhn, der  gehäubte,  graukehlige  und  kleine 
Steifsfufs,  die  wilde  Gans,  die  Schmiel-,  Hau- 
ben -  und  Knack  -  Ente. 

*  mm 

Im  Monat  April  ziehen  durch,  der  gemeine  . 
Seidenschwanz,  der  dickfüfsige  Wasserläufer,  der 
schwarzbäuchige  Kiebitz,  der  olivenfarbige  und 
Kanuts- Strandläufer,  der  Gold  -  und  schwarz-  I 
bindige  Regenpfeifer,  der  graue  Sandläufer,  der 
geschäckte Austernfischer ,  der  rothfüfsige  Strand- 


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627 

teuter  ü.  s.w.  Eft  ziehen  fort,  Wald-,  Heef- 
ünd  Haar- Schnepfen  u.  s.  W.  Bs  kommen  an, 
der  Wendehals,  der  Kuckuk,  der  Zaun-,  Zip-, 
Und  Garten-  Atafrt er,  der  graue  und  rothköpfige 
Würger,  der  gefleckte  und  schwarzrückige  Flie- 
genfänger, der  geschwätzige,  schwarzkehlige, 
schwarzköpfige,  fehle  und  ßfaue  Sänger,  die  ge- 
meine und  grofse  Nachtigall,  die  Rauch-,  Haus-, 
Ufer- und  Mauer- Schwalbe,  die  Ringeltaube, 
die  Wachtel,  def  kleine  Trappe, '  der  weisse  und 
schwarze  Storch  >  die  schwarzköpfige  Und  kleine 
Meerschwalbe  u.  ä.  - 

Im  Monat  Mai  endlich  kommen  an ,  die 
blaue  Racke,  der  Pirol,  der  schwarzgraue  und 
kleine  Fliegenfänger  >  die  Nachtschwalbe ;  der 
Wiesenknarrer  u.  a. 

246.  ... 

Endlich  will  ich  noch  die  Ankunft  einiget1 
V5gel  in  Schweden  angeben,  namentlich  zu  Abo 
nach  Leche  ä)9  zu  Skara  nach  Bierkanderi)  und 
zu  Uleaborg  nach  Juliri  c).  Die  Schneeammern 
ziehen  zu  Uleaborg  gegen  den  24.  März  bis  zum 
II.  April  durch.  Die  wilden  Gänse  ziehen  iß 
Skara  2 wischen  dem  28.  März  und  39.  April 
durch ;  in  dem  nördlicher  gelegenen  Uleaborg 
zwischen  dem  ii.  und  26.  April.  Der  Buchfink 
kommt  zü  Skara  zwischen  deniö.Märä  und  14. 
April  an;  zü  Uleaborg  zwischen  dem  13.  und  30. 
April-  Der  Goldammer  kommt  zu  Uleaborg  ge- 
gen den  12;  oder  15.  April  an.  Die  weisse  Bach- 


— * 


ä)    Schwcd.  Abband! .  Ü.  25.  S.  276. 

t>)       —   ;      B.  38.  S.  293. 

#)Neue-^  B.  id.  S.  166. 


46  * 


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stelze  erscheint  zu-Skara.  zwischen  dem  5.  unä 
23.  April,  zu  Abo  zwischen  dem  6.  und  22.  April; 
zu  Uleaborg  zwischen  dem  20.  und  29.  <ApriL 
Der  graurückige  Steinschmätzer  läfst sich  zuSka- 
ra  gegen  den  11.  April  bis  3.  Mai  sehen;  zu 
Uleaborg  gegen  den  8.  bis  27.  'Mai.  Die  Feld- 
lerche  kommt  iu  Skara  zwischen  dem  Ende  Fe- 
bruars und  Anfangs  April  an;  zu  Uleaborg  zwi- 
schen den  i-J.  und  26.  April/ Die  Kraniche  kom- 
men *fcu~ Uleaborg  zwischen  dem  14.  April  und 
9.  «Mai  an ,  der  schwarzkehlige  Seetaucner  zwi- 
schen dem  2*.  April  und  20.  Mai.  DieMöven 
erscheinen  zu  Uleaborg  zwischen  den  13.  unA 
29.  Mai,  denn  der  Eisgang  findet  auf  demUlea- 
flufs  erst  gegen  den  1.  bis  10.  Mai  statt,  wetd  die 
Scheeren  sind  Ende  Mais  vom  Eise  frei.  Der 
Kuckuk  läfst  sich  zu  Skara  zwischen  dem  6.  und 
xg.  Mai  hören,  zu  Uleaborg  zwischen  dem  25* 
Mai  und  3.  Junius.  Die  Mauerschwalbe  kommt 
äu  Abo^gegen  den  15.  Mai  bis  6.  Juni  an.  Der 
Wiesenschnarrer  erscheint  zu  Skara  gegen  dem 
15*  Mai  bis  5.  Juni  u.  s.  w. 

*  * 

Df  i  tt  e  s  Ca  p  i  t  el 
Won  den  Wanderungen  der  Vögel  in  Asien  a)> 

§.  247»  - 

Detter  die  Wanderungen  der  Vögel  in  Asien 
besitzen  wir  sehr  wenige  in  den  Reisebeschrei- 
bungen von  Steller,  Gmelin,  Pallas  u.  a»  zer- 
streuteBemerkufagen,  aus  denen  hervorgeht,  dafs 
im  nördlichen  Asien  dieselben  jährlichen  Wan- 
derungen der  Vögel  in  der  Hauptrichtung  von 
Norden  nach  Süden,  und  von  Süden  nach  Nor- 
den zürück,  wie  in  Europa  statt  finden.  In  Kamt- 


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6*9 

■ 

schatka  wandern  im  Herbst  nach  Stellerg  ^An- 
gabe fast  alle  Vögel  au«.  Die  Schwalben  ziehen^ 
hier  im  August  weg  und  kommen  in  der  Mitte 
Julius  zurück  ;  die  Bachstelzen  ziehen  im  October 
fort  unct  kehren  im  Mai  zurück.  Wahrscheinlich 
bringen  diese  Vögel  den  Winter  in  Japan  und* 
China  zu.  Die  Möven  verlassen  bei  Anbruch 
des  Winlers  die  Flüsse  und  Seen  Kamtschatkas 
und  nehmen  ihren  Weg  nach  den  südlieh  gele- 
genen Inseln  Japans;  sie  kommen  erst  zu  Ende 
Mais  zurück.  Die  meisten  Wasservögel  wandern 
in  der  Richtung  von  Südwest  aus.  Dagegen  soft 
die  B^ringsgam  iin  Herbste  von  Osten  her  aus 
dem  nordöstlichen  Amerika  einwandern,  und  im 
Frühjahr  aus  Westen  nach  Amerika,  zurück  keb- 
reu. 

§-248.. 

Uebcr  die  Wanderungen  der  Vöger  in  der 
Gegend  von  Astrachan  bat  Hablizl  b)  Beobach- 
tungen mitgetheilk  Äs  kommen  im  Herbst  in 
dieser  Gegend ,  welche  unter  dem  47.  Gradnördi 
Br.  Hegt,  ungeheure  Züge  von  Wandervögeln  aui 
nördlichen  Ländern  an,  welche  im  Frühling  wie- 
der nach  Norden  zurückziehen.  Die  Zeit,  wel- 
che die  Zugvögel  bei  Astrachan  sowohl  bei  ih- 
rer Ankunft  als  bei  ihrer  Zurückkunft  beobach- 
ten, ist  nach  der  verschiedenen  Beschaffenheit 
der  Witterung  verschieden.  Die  Ordnung  aber» 
in  welcher  sie  beim  Hin  -  und  Her  -  Ziehen  auf 
einander  folgen,  ist  alhezeit  beständig.  In  der 
Mitte  Augusts  kommt  alle  Jahr  aus  den  oberen 
Gegenden  der  Wolga  der  Thurm  -  Falk  an ,  er 


a)  a.  a.  O.  S.  185. 

*)  in  Dallas  Neu.  Nord.  Beiträg.  B.  3.  S.  8* 


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639  ' 

bleibt  bis  September  imd  zieht  dann  weiter  süd» 
lieh.  Im  September  ziehen  die  Schwalben,  der 
Kuckuk,  der  weisse  und  schwarze  Storch,  der 
gemeine  und  bunte  Milan  weg,  desgleichen  die 
rothe  Ente  (Anas  ritfila),  die  Jirandente  (A.  ta- 
dorna)  und  die  Kolbenente  (A.  rufma).  Es  kom- 
"  men  aus  Norden  die  bunte  und  rotbfiilsige  Nord- 
gans (Anser  pulchricollis  et  erythropus)  an;  sie 
bleiben  einen  Monat  und  ziehen  dann  weiter 
nach  Süden.  Anfangs  October  zieht  der  Wiede- 
hopf, der  graurückige  Steinschmätzer,  der  Ver- 
kehrtschnabel und  der  numidische  Reiher  (Ardea 
virgo),  weg,  dagegen  kommen  gsofse  Haufen 
Trappen  von  Osten  und  Nordosten  an,  die  in 
der  Richtung  von  Westen  und  Südwesten  weU 
ter  ziehen.  Jetzt  kommen  auch  viele  Meisen  an, 
die  in  der  Regel  weiter  nach  Süden  ziehen,  je- 
doch auch  bisweilen  hier  überwintern.  Ferner 
ziehen  in  diesem  Monat  weg,  die  Würger,  Rohr- 
drosseln ,  Rohrammern ,  Nachtschwalben ,  Heber 
und  Turteltauben.  Desgleichen  ziehen  durch  und 
weg,  die  Scharben,  Löffelreiher,  Kiebitze,  Strand- 
läufer und  Wasserhühner.  Ende  Octobers  kom- 
men auf  dem  3uge  aus  nördlichen  Ländern  an, 
die  wilden  Schwäne,  Gänse,  Pelikane,  Säge- 
taucher, Schnepfen,  und  der  grofse  weisse  Rra-* 
nich  (Grus  leueogeranos  Pallas).  Pie  Sägetau- 
cher überwintern  zuweilen  an  der  YVolga,  In 
der  letzten  Hälfte  des  Octobers  kommen  aus  nörd-r 
liehen  Landern  grofee  Heerden  von  Feldhühnern 
an,  die  in  der  Gegend  von  Astrachan  den  ganzen 
Winter  bleiben,  und  im  Monat  Februar* wieder 
wegziehen.  In?  Monat  November  ziehen  die  See-* 
möven  und  Enten  weg,  dann  verschwindet  auch 
die  gemeine  wilde  Ente.  Im  Monat  Januar  er- 
scheinen oft  viele  Lerchen,  worunter  sieb  die 
grofse  schwarze  Lerche  (Alauda  nigra  Callas) 


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631 

befindet;  ferner  kommt  der  graue  und  der  Schnee- 
Ammer  an.  Diese  Vögel  verschwinden  wieder 
sobald  der  Schnee  schmelzt^. 

Viele  der  ebengenannten  Vögel  bringenden 
Winter  an  den  Ufern  des  südlichen  Theils  des 
caspischen  Meeres  zu,  wenigstens  traf  Hablizlfl) 
im  Monat  November,  December  und  Januar  zu 
Ensteiii  oder  Ensily  in  Persien, folgende  Vögel 
an:    Motacilla  rubecula,  pygmaea,  trochilus, 
Alauda  arvensis,  nigra,  Turdus  merula,  schoe*» 
mclus,  Parus  caeruleus,  major,  ater,  palustris» 
caudatus,  Loxia  coccothraustes,  Fringilla  cae- 
lebs,  carduelis,  Loxia  coccothraustes,  Otis  te- 
trax,  Scolopax  obscura,  arquata,  totanus,  Cha- 
radrius  hiaticula ,  Tringa  hypoleucos,  arenaria, 
macujata,  Fulica  chloropus,  atra,  porphyrio, 
Grus  leucogeranos ,  gigantea,  Ardea  nycticorax, 
stellaris,  Pclecanus  onocrotalus,  carbo,  minor, 
Larus  maculatus,  canus,  Anas  cygnus,  ke kusch - 
ka,  kasarka ,  crecca ,  clypeata,  querquedula, 
fuligula,  clangula,  circia,    Colymbus  auritus, 
minutus  und  caspicus.    Die  Nachtigallen,  die 
Schwalben  u.  a.  begeben  sich  wahrscheinlich* 
nach  dem  südlichen  Persien.  fc 

Beim  Rückzug  erscheinen,  zu  Astrachan  zu* 
erst  die  Seemöven,  gewöhnlich  in  den  ersten 
Tagen  des  Februars.  Nach  diesen  kommt  mei- 
stens die  wilde  Ente  (Anas  bosehas)  heerdenweise 
an;  sie  verbleibt  so  lange  die  Kälte  noch  anhält 
an  solchen  Stellen  der  Wolga,  wo  der  Flufs  nicht 
zugefroren  ist,  oder  sie  hält  sich  in  der  Nähe  der 


a)  Bemerkungen  in  der  persischen  Landschaft  Gilan,  in  Pal« 
las  neuen  nord.  Beiträgen.  B.  4.  S,  1. 


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632 

Salzseen  auf.  Sobald  die  Witterung  gelinder  wird, 
zieht  ein  Theil  der  wilden  Enten  weiter  nach 
nördlichen  Ländern,  und  die  übrigen  nisten  an 
schilfigen  Gegenden.   Etwas  später  erscheinen 
die  wilden  Schwäne  und  Gänse,  die  Pelekane 
und  der  grofse  weifse  Kranich  (Grus  leucogera- 
nos).   Der  Zug  dieser  in  grofsen  Schaaren  von 
Süden  und  Südwesten  nach  Norden  und  Nord* 
osten  ziehenden  Vögel  dauert  bis  in  die  Mitte 
Aprils  fort.   Der  weisse  Kranich  nistet  niemals 
in  der  Gegend  von  Astrachan,  sondern  zieht 
nach  kurzem  Aufentbalte  weiter  nordwärts*  Von 
allen  übrigen  aber  bleibt  ein  Theil  den  Sommer 
über  in  der  dortigen  Gegend.     Die  bunte  und 
rothfüfsige  Nord  •  Gans  (Anser  pulchricollis  et 
erythropus)  ziehen  Ende  Februars  nach  Norden 
vorbei,  auch  sie  nisten  nicht  in  der  Gegend  von 
Astrachan.  Die  weissen  und  schwarzen  Störche 
kommen  mit  den  eben  genannten  Vögeln,  sie 
kalten  sich  beim  Rückzug  gar  nicht  auf,  son- 
dern setzen  ihre  Wanderuns  gerade  nach  Nor- 
den  fort;  keiner  dieser  Vögel  bleibt  in  der  dor- 
tigen Gegend  um  zu  nisten.  Im  Februar  erschei- 
nen auch  die  Kornkrähen,  die  Dohlen  und  die 
verschiedenen  Arten  von  Meisen,  von  welchen 
die  letzteren,   die  Beutelmeise  ausgenommen, 
sämmtlich  nach  nördlichen  Ländern  ziehen.  Zu 
Anfang  des  Märzes  stellen  sich  viele  Entenarten 
ein ,  die  theils  hier ,  theils  weiter  die  Wolga  hin- 
auf zu  nisten  pflegen*     Von  allen  Entenarten 
kommt  die  rothe  Ente  (Anas  rutila  Pallas)  heer- 
denweise,  und  die  Bergente  (Anas  tadorna)  paar- 
weise am  spätesten  an,  nämlich  erst  zu  Ende 
März.  In  diesem  Monat  kommen  ferner  die  Kie- 
bitze, Strandläufer  und  Schnepfen  an,  desglei« 
eben  die  Scharben,  Sägetaucher,  Löffelreiher  und 
Wasserhühner.   Von  Landvögeln  erscheinen  zu 


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*33 


Anfang  März  die  wilden  Täuben  und  Staaren 
«chaaren  weise;  erstere  sieht  man  im  Sommer  sel- 
ten, destb  häufiger  aber  sind  sie  im  Herbst  bei 
ihrem  Rückzüge;  letztere  nisten  in  Menge  in  der 
Gegend  von  Astrachan,  sie  bleiben  bis  nach  be- 
endigter Weinlese.  In  diesem  Monat  kommt  auch 
der  Wiedehopf  und  der  graurückigeSteinschmä- 
tzer  an.  Die  Schwalben  erscheinen  in  der  letz- 
ten Hälfte  des  Märzes«  Im  April  kommen  noch 
manche  Sumpfvögel  an,  der  Verkehrtschnabel 
und  mehrere  Reiherarten,  worunter  der  Jung- 
fernreiher  (Ardea  virgo).  Ki*aniche  ziehen  nach 
Norden  dtiTch.  Von  Landvögehi  kehren  jetzfc 
zurüek  der  Kuckuk,  der  graue  Neuntödter,  die 
Nachtschwalbe,  die  Rohrdrossel,  die  Rohram- 
mer, die  Turteltaube,  die  Nachtigall,  der  ge- 
meine und  bunte  Milan  u.  a.  Ende  Aprils  kommt 
der  Bienenfresser  und  die  Uferschwalbe  an. 

• 

Viertes  Capiteh 
Von  den  Wanderungen  der.  Vogel  in  Nordamerika  a). 

§.  249. 

Beim  Eintritt  der  Kälte  gegen  das  Herbat- 
Aequinoctium  verlassen  bei  weiten*  die  meisten 


ä)  Man  findet  Nachrichten  hierüber  in  Gatesby  Natural  Hi- 
story  of  Carolina. 

W.  ßartram  Travels  through  Nord  and  South-Garoli- 
na,  Georgia,.  East-  and  West  -  Florida  etc.  Philadelphia 
1*791.  London  1792.  übers,  von  Zimmermann  im  Magazin 
d.  roerkw.  netten  Reiseheschreib.  B*  10. 

- 

B.  S.  Barton  Fragments  of  the  natural  hiitory  of  Pen« 
sylvania.  Philadelphia  1799.  fol.  Diesa  interessante  Schrift 
habe  ich  Uidcr  nicht  erhalten  kennen. 


Di 


63-f 


Arten  von  Vögeln  die  Länder  des  äufsersten 
Nordamerikas»  um  sich  nach  südlich  gelegenen 
Ländern  zu  begeben.  In  Grönland  wandern  nach 
dem  Zeugnisse  von  O.  Fabricius  a;  gegen  den 
Monat  September  folgende  Vögel  aus;  Emberiza 
nivalis»  Fringilla  calcarata,  linaria,  Saxicola 
oenantbe,  Tringa  lobata,  Charadrius  hiaticula, 
apricarius,  Sterna  hirundo,  Larus  tridactylus, 
Colymbus  septtntrionalis,  glaci&HSt  Anserspec- 
tabilis,  Anas  bemicla,  boschas,  Mergus  mergan- 
ser  und  serrator.  Diese  Vögel  müssen  bei  ihren 
Wanderungen  nach  südlichen  Ländern  über  das 
Meer  ziehen,  unh  die  Küsten  von  Labrador  zu 
erreichen.  Die  meisten  kehren  im  Monat  April 
und  Mai  zurück. 

In  den  an  der  Hudsonsbay  gelegenen  Län- 
dern kommen  im  Herbst  sehr  viele  Zugvögel  aus 
den  arctiscben  Ländern  an»  welche  ihre  Wan- 
derungen nach  südlichen  Ländern  fortsetzen.  Im 
Monat  September  erscheinen  ungeheure  Schwär- 
me von  schwarzen  Ammern  (Emberiza  hyema- 
lis)  und  Schnee-Ammern  (E.  nivalis),  welche  ei- 
nige Zeit  verweilen,  sich  von  Grassaamen  näh- 
ren, und  bei  eintretender  gröfserer  Kälte  südlich 
ziehen.  Der  gespornte  Fink  (Fringilla  lapponica 
8.  calcarata)  läfst  sich  häufig  am  Severnflufs  sehen. 
Ferner  zieht  die  Berglerche  (Alauda  alpestris)  in 
grofsen  Heerden  nach  den  südlichen  Ländern 
durch.  Anfangs  September  kommt  die  Schnee- 
gans (Anser  niveus  s.  hyperboreus^)  in  Schwär- 
men ~zu  lausenden  an,  sie  bleiben  bis  Anfangs 
October  an  der  Hudsonsbay  und  ziehen  dann 


a)  Fauna  Groenlandic*. 


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$35 

weiter  nacb  Süden.  In  der  Mitte  Mays  kehren 
sie  zurück-  Von  der  Mitte  Augusts  bis  zur  Mitte 
Octobers  zieht  die  canadische  Gans  (Anser  ca- 
nadensis)  in  grofsen  Haufen  durch,  an  die  sich 
diejenigen  anschliefsen,  welche  an  der  Hudson*« 
bay  gebrütet  haben«  Mit  dem  Frühling,  bei  den* 
Aufthauen  der  Sümpfe  und  Flüsse,  von  der  Mitte 
Aprils  bis  zur  Mitte  Mays,  kehrt  die  kanadische 
Gans  zu  ihren  nördlichen  Brutplät?en  in  unzäh- 
ligen Heerden  zurück.  Zu  dieser  Zeit  werden 
von  den  Engländern  viele  tausend  Gänse  erlegt 
und  eingesalzt.  Die  Zeit  der  Rückkehr  der  Gänse 
heifet  bei  den  Indianern  der  Gänsemonat  a). 
Aus  den  an  der  Hudsonsbay  gelegenen  Ländern 
wandern  im  Herbst  nebst  mehreren  anderen  von 
Norden  kommenden  Vögeln  aus>  der  Tauben« 
habicht  (Falco  columbarius),  der  Goldspecht  (Pi* 
cus  auratus)*  die  Wanderdrossel  (Turdus  migra- 
torius^),  der  gestreifte  Fliegenfänger  (Muscicapa 
striata)»  der  weifsköpfige  Ammer  (Bmberiza  leu- 
cppbrysj),  der  Baumfink  (Fringilla  monticola), 
der  amerikanische  Kreutzschnabel,  die  Wander« 
taube  ( Columba  migratöria) ,  der  Keich  <•  und  gelb- 
rothe  Kranich  (Grus  americana  et  canadensis), 
die  Rohrdommel  (Ardea  stellaris),  nebst  mehre- 
ren andern  Arten  yon  Sumpf,  und  Wassecyögeln, 
-  ■ 

- 

Aus  Canada,  Neuyork  und  Pensylvanien 
wandern  jeden  Herbst  viele  Vögel  nach  südli- 
*  chen  Ländern,  welche  im  Frühling  dahin  zurück-« 
kehren  und  brüten«   Von  RaubvQgeln  gehören 
hieiier,  der  Tauben  -  Habicht  (Falco  columbarius), 
  .  » 

m)  Dobb  übw  die  Hudsowbay.  S,  Jft, 


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f<3« 

der  Sumpf -Habicht  (F.  uliginosus),  und  der  kleine 
Falk  (F.  sparverius)*  Von  Kletter  vögeln  wan~ 
dem  nicht  allein  die  Kuckuk-  Arten  z.  B*  der 
braunschwingige  Kuckuk  (Cuculus  americanus), 
sondern  selbst  mehrere  Spechte,  z.B.  der  Gold* 
dpecht  (Picus  auratus) ,  der  rothköpfige  undroth- 
buschige  Specht  (P.  erythrocephalas  et  pileatus} 
sollen  wandern.  Besonders  grofs  ist  die  Zahl- 
der  auswandernden  vorzüglich  von  Insekten  le- 
benden Singvögel,  z.B.  der  graue,  der  tyranni- 
sche, der  graubauchige  und  grauköpfige  Würger 
(Lanius  excubitor,  tyrannus,  canadensis  et  ame- 
ricanus),  der  schwarzkappige,  der  graugrüne 
und  der  Katzen-Fliegenfänger  (Muscicapa  fusca, 
acadica  et  canadensis),  die  rotbe  Merle  (Tana- 
gra  rubra),  welche  schon  im  August  wegzieht» 
die  Spott- Drossel  (Turdus  polyglottes),  der 
schwarzwangige  und  scbwarzköpfige  Sänger 
(Sylvia  canadensis  et  ruticilla),  welche  auf  Ja- 
maika und  auf  den  Antillen  überwintern  sollen«), 
der  rothkopfige,  der  goldköpfige,  der  himmel- 
blaue, der  rotbbrüstige  und  andere  Sänger  (Syl- 
via petechia,  coronata,  caerulea,  pensylvanica). 
Ende  Augusts  pflegen  die  Schwalben  abzuzie- 
hen ,  namentlich  die  purpurfarbige,  die  Ufer-  und 
die  StacheK  Schwalbe  (Hirundo  purpurea ,  ripa- 
ria  et  pelasgica),  Ende  Aprils  oder  Anfangs  May 
kehren  sie  zurück.  Ende  Augusts  entfernen  sich 
auch  die  Tagschläfer,  z.  B.  der  scbwarzgebän- 
derte  Tagschläfer  (Caprimulgus  virginianus).  Der 
gemeine  Kolibri,  verschwindet  in  Canada  gegen 
das  Ende  des  Sommers,  wahrscheinlich  hält  er 
sich  während  des  Winters  in  Mexico,  St.  Do- 
minga und  lamaica  auf,  w.oCatesby  undSloane 


a)  nach  Staute.  Jamarca  V.  2.  S.  312. 


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1 


#  ■ 

637 

•  ■  < 

zur  Winterszeit  Colibris  gesehen  haben*  Die 
purpurfarbige  Atzel(Gracula  quiscula^)  zieht  nach 
der  Brütezeit  in  grofsen  Schwärmen  von  Neu- 
jork  nach  Carolina,  sie  besucht  die  Felder  des 
reifwerdenden  Mays;  im  Februar  und  März  kehrt 
sie  zurück.  Ferner  wandern  aus ,  der  rostflecki- 
ge, der  schwarze»  der  rostfarbene  und  der  Bal- 
timore-Pirol  (Oriolus  phoeniceus,  niger,  ferrugi- 
neus,  baltimorus),  gewöhnlich  im  September  und 
Octoberin  sehr  grofsen  Haufen;  sie  ziehen  wahr- 
scheinlich nach  Mexico,  und  kehren  im  April 
und  May  zurück.  Desgleichen  zieht  der  mond- 
tleckige  Staar  (Sturnus  ludovicianus) ,  der  blaue 
und  Cardinal- Kernbeisser  (Loxia  caerulea  et  car- 
dinalis),  und  der  Kuhfink  (Fringülapecoris)  weg» 
Von  Sumpfvögeln  begeben  sich  nach  südlichen 
Ländern,  der  rothschnäbelige,  der  weisse,  der 
grüne,  der  Rohrdommel  und  Nacht-Reiher  fAr- 
dea  aequinoctialis,  alba,  virescens,  stellaris  et 
nycticorax),  der  rothe  Löffler  (Tlatalea  ajaja), 
die  rothbrüstige  Schnepfe  (Scolopax  novebora- 
censis),  der  virginische  Ralle(Rallus  virginianus), 
der  schreiende  und  schwarzhäubige  Regenpfeifer 
(Charadrius  vociferus  et  atricapulus)  und  der 
rothfüfsige  Austernfischer  (H&matopus  ostralegus). 

Im  Herbst  kommen  viele  Vögel  aus  nördli- 
chen Ländern  an,  welche  theils in  Pensylvanien 
überwintern,  theils*  nach  Carolina  und  Florida 
weiter  ziehen«  Zu  diesen  Vögeln  geboren  unter 
andern,  der  Kreuzschnabel  (Loxiä  recurvirostra), 
der  blaue  Ammer  (Bmberiza  caerulea),  der  schwar- 
te Ammer  (Binb.  hyemalis)  in  sehr  kalten  Win- 
tern, die  Berglerche  (Alaudaalpestrisj  und  einige 
andere  Singvogel.  Die  Wandertauben  (Columba 
migratoria)  besuchen  die  gemäfsigten  und  südli- 
chen Provinzen  Nordamerikas  in  großen  Haufen. 


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638 

Ihre  grofsere  oder  geringere  Anzahl  steht  iiti 
Verhaknifs  zur  Strenge  des  Winters;  in  gelin* 
dem  Wintern  sieht  man  in  den  südlichen  Pro- 
vinzen wenige  oder  gar  keine  >  in  strengen  Win- 
tern aber  verlassen  sie  ihren  Sommeraufenthaltj 
die  Lander  an  der  Hudsonsbay  und  die  Wälder 
an  dem  Flufs  Onandago  zu  ungeheuren  Haufen, 
welche  oft  im  Vorüberziehen  die  Sonne  verdun- 
keln fl),  und  begeben  sich  nach  südlich  gelege- 
nen Ländern*  selbst  nach  Carolina,  um  Eicheln, 
Beeren  und  andere  Nahrung  aufzusuchen.  Fer- 
ner kommen  viele  Sumpf- und  Schwimm-Vogel 
an,  der  Keich- und  gelbrothe  Kranich  (GrusLame* 
ricana  et  canadensis),  der  schwarzschnäbelige 
Schwan  (Cygnus  melattorhyncbus)  der  bis  Ca- 
rolina und  Louisiana  zieht,  die  canadischeGans, 
welche  bis  gegen  Südcarolinä  vordringt,  #0  sie 
auf  den  Reisfeldern  überwintert,  die  Schneegans, 
die  blauflügelige  Gans,  die  Königs- Gans*  die 
dickköpfige  Ente  (Anas  bueephala)*  die  Braut« 
ente  (A.  spönsa),  die  Trauerente  (A.  nigra),  die 
Löffelente  (A*  clypeata)>  die  spitzschwänzige 
Ente  (A.  caudacuta),  die  Kreichente  (A.  querque- 
dula)  u.  a. ;  desgleichen  viele  Sägetaucherj  Meer* 
schwalben  i  Möven  U«  &  w4« 

Iii  Carolinä  ist  die  Zahl*  der  äuswäiiderndeii 
Vögel  ungleich  geringer  als  in  Canada  >  Neu- 
york  Und  Pensyl  vanien ,  weil  der  Winter  mild 
ist  Und  Weil  das  Land  seinen  geflügelten  Be- 
wohnern auch  in  dieser  Zeit  Nahrung  darbietet» 

\  -  

*)  Kairos  Reis«.  B.  a.  S.  314. 

Bartram  Journey  to  Onandago  p.  36. 


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- 


*39 

Zu  den  Wandervögeln,  welche  im  Herbst  Caro- 
lina verlassen,  gehören  der  dunkelrückige  Mi* 
lan  (Falco  furcatus),  der  gemahlte  Ammer  (Em- 
beriza  ciris),  der  aschgraue  Fliegenfänger  (Mus- 
cicapa  virens),  der  blaue  Sänger  (Sylvia  sialis), 
der  gemeine  Colibri  (Trochilus  colubris),  der 
orangeköpfige  Papagei  OPsittacus  carolinensis^), 
der  braunschwingige  Kuckuk  (Cuculus  atnerica- 
nus),  dieSchWalben,  die  carolinische  Taube  (Col. 
carolinensis^ ,  die  Tagschläfer,  der  weisse  Nim* 
mersatt  (Tantalus  albus,),  der  gelbköpfige  Reiher 
(Ardea  violacea),  u.  a. 

m  * 

Auch  auf  Jamaika  und  auf  den  Antillen 
wandern  im  Herbst  nach  dem  Zeugnisse  Stub- 
bes  a)  und  Dutertre s  b)  dieSchwalben  nach  süd- 
lichen Ländern  aus.  Andere  Wandervögel scheint 
es  hier  nicht  zu  geben* 

»  « 
■  • 

Fünftes  Kapitel. 

Von  den  Wanderungen  der  Vogel  auf  der  südlichen 

Hemisphäre. 

§.  253. 

Es  finden  sich  in  den  Reisebeschreibungelt 
sehr  wenige  Nachrichten  über  die  Wanderungen 
der  Vogel  auf  der  südlichen  Erdhälfte.  Indeft 
beweisen  die  wenigen  Nachrichten  *  welche  wit 
besitzen,  sattsam,  dafs  hier  ebenfalls  Wanderung 
gen  der  Vögel  statt  finden  *  die  von  den  Stande 
der  Erde  gegen  die  Sonne  und  von  den  hierau» 

I     n     ■    I  > 

a)  Philos.  Transact.  Nro.  3$.  p.  704. 
*)  Hist.  dei  ilct  Ami  11«  L.  3.  p.  1$$< 


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! 

entspringenden  Jahreszeiten  abhangen.  Die  Wan- 
derzeit der  Zugvögel  der  südlichen  Hemisphäre 
fällt»  wie  ich  bereits  oben  angegeben  habe,  in 
die  Frühlings-  und  Sommer  -  Monate  der  nörd- 
lichen Hemisphäre,  welches  nämlich  die  Herbst- 
und Winter- Monate  der  südlichen  Hemisphäre 
sind.  Nach  Levaillant  ä)  kommen  die  Schwal- 
ben am  Kap  der  guten  Hoffnung  im  Frühling,  in 
den  Monaten  October  und  November  an,  nisten 
daselbst  und  ziehen  dann  im  Herbst  wieder  weg, 
jedoch  sind  dies  andere  Arten  von  Schwalben 
als  diejenigen ,  welche  im  September  die  Länder 
der  nördlichen  Erdhälfte  verlassen.  Dafs  die  am 
Kap  vorkommenden  Schwalben  Zugvögel  sind, 
bat  auch  Barrow  b)  bestätigt.  Die  im  südlichen 
Afrika  sich  aufhaltende  Arten  von  Kuckuks  sind 
nach  dem  Zeugnisse  Levaillant's  ebenfalls  Wan- 
dervögel; so  auch  die  Turteltauben  c);  desglei- 
chen mehrere  Drosselarten,  namentlich  eine  Art, 
welche  LeVaiUand  Griorou  nennt,  diese  ziehen 
Anfangs  März  in  grofsen  Zügen  durch  die  Wal- 
der  von  Ariteniquoi,  zu  derselben  Zeit  in  wel- 
cher sie  am  Kap  verschwinden ;  im  Monat  Octo- 
ber kehren  sie  zurück. 

$.  *54- 

In  den  Ländern  des  südlichen  Amerikas, 
welche  zwischen  dem  24.  und  36.  Grad  südli- 
cher Breite  und  zwischen  dem  57.  und  60. Grad 
östlicher  Länge  des  Pariser  Meridians  liegen, 
gibt  es  nach  den  Beobachtungen  Azaras  d)  we- 


it) Hiit.  Mtur.  des  Oiieaox  d'Afrique.  f.  5.  p.  150. 

b)  a.  a.  O.  S.  227. 

c)  a.  a.  O.  Tom.  6»  pag.  88* 

d)  Voyagcs  dans  l'Amcrique  mtridionale.  T.  4. 


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641 

nige  Zugvögel.   Dahin  gehören  mehrere  Arten 
von  Schwalben,  Nachtschwalben  und  Kuckuks* 
Die  stahlschwarze  Schwalbe  (Hirundo  chalybea 
L.),  welche  am  häufigsten  in  den  Häusern  nistet, 
zieht  im  Herbst  weg  und  überwintert  in  den 
Ländern  unter,  dem  20.  Grad  südlicher  Breite. 
Die  Dauer  ihrer  Abwesenheit  ist  nach  der  Be- 
schaffenheit des  Winters  verschieden;,  ist  dex 
Winter  mild,  so  ist  sie  kaum  zwei  Monate  lang 
von  Paraguay,  abwesend;  im  entgegengesetzten 
Fall  bleibt  sie  gegen  vier  Monate  lang  weg.  Eine 
neue  Art  brauner,  von  Azara  zuerst  beschrie-* 
bener,  Schwalben  ist  längere  Zeit  abwesend.  Der 
Urutau,  eine  neue  von  Azara  entdeckte  Art 
Nacht&chwalben  verweilt  in  Paraguay  vom  Mo- 
nat,October  bis  Februar  ;  der  Nacunda,  eine  an- 
dere Art,  zieht  ebenfalls  im  Herbst  weg;  der 
Ibiyau  oder  die  rothöhrige  Nachtschwalbe  (Ca- 
primulgus  cayennensis}  soll  sich  beim  Eintritt 
der  Kälte  in  die  Waldungen,  zurückziehen.  Bei 
weitem  die  meisten  Vögel  Paraguays  und  Tu- 
kimans,  namentlich,  dip  Anis,  die  Tukans,  die 
Tanagras,  die  Finken,  dieKernbeisser,  die  San«* 
ger,  die  Tauben,  die  Wachteln,  die  Jabirus,  die 
Spatelreiher,  die  Flamingos,  die  Schnepfen u.  a. 
wandern  nicht.    Selbst  die  Kolibris  bleiben  das 
ganze  Jahr  in  Paraguay,  in  Monte  Video' und 
Buenos- Ayres*    Auch  die  Papageien  wandern 
nicht,  sondern  streichen  nur  im  Winter.  Sehr 
wahrscheinlich  waren  mehrere  der  von  Azara 
nur  in  den  Winterraonaten  gesehenen  Vögel  aus 
dem  in  naturhistorischer  Hinsicht  so  wenig  be- 
kannten Patagonien  eingewandert. 

§•255- 

Endlich  mufs  ich  noch  eines  Zugvogels  der 
sudlichen  Hemisphäre  Erwähnung  thun,  nämlich 
des  Alfcatrofs  (DiomedeaexulansJ,  welcher  jähr- 

41 


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642 

lieh  von  den  äufsersten  südlichen  Meeren  nach 
den  nördlichen  Meeren  wandert.  Dieser  Vogel 
hält  sich  während  den  Sommermonaten  der  süd- 
lichen Hemisphärb,  im  Monat  Octoberu.  s.  w., 
auf  den  Meeren  der  südlichen  Hemisphäre  sehr 
weit  gegen  den  Südpol  auf.  Auf  Neuseeland, 
an  den  Küsten  des  südlichen  Amerikas,  am  Cap 
Korn ,  auf  der  Albatrofsinsel  und  auf  andern  In- 
seln dieses  Meers  hat  man  ihn  zu  dieser  Zeit 
brütend  angetroffen.  Während  den  Wintermo- 
naten der  südlichen  Hemisphäre  zieht  der  Al- 
batrofs  in  grofsen  Haufen  nach  dem  Ochotsch- 
kischen  Meer,  nach  Kamtschatka,  auf  die  kuri- 
lischen  Inseln  und  nach  dem  nordwestlichen 
Amerika,  nach  dem  Norfolk- Sund  u.  s.w.,  wo 
er  sich  in  den  Monaten  April,  Mai,  Juni  und 
Juli  in  grofser  Menge  aufhält  und  den  Fisch- 
Wanderungen  in  die  Ströme  folgt.  Gegen  das 
Ende  des  Monats  Juli  und  in  der  Mitte  Augusts 
verschwindet  der  Albatrofs  wieder,  ohne  hier 
gebrütet  zu  haben.  Dieses  ist  der  einzige  Vo- 
gel, der  bei  seinen  Wanderungen  denAequator 
überschreitet. 

Ob  in  Neuholland  beim  Eintritt  des  Win- 
ters Wanderungen  der  Vögel  statt  finden,  ist  mir 
unbekannt,  weil  ich  in  keiner  Schrift  über  die« 
Ses  Land  Nachrichten  hierüber  gefunden  habe. 
Sehr  wahrscheinlich  ist  es,  dafs  mehrere  Vögel 
heim  Eintritt  der  Kälde  von  dem  unter  dem  41. 
bis  43.  Grad  südlicher  Breite  gelegenen  Van 
Diemensland  sich  über  die  BasfesStrafae  nördlich 
begeben. 


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643 


Zusatz  e 

9 

zur  Anatomie  und  Naturgeschichte  der  V ogel. 


Zu  Abschnitt  I.  Cap.  1.  vom  Hirn  der  Vögel. 

Fr  id.  Franke  Dissertatio  inauguralis  medica 
de  avium  encephali  anatome.  Berolin.  1812.  Im 
Auszug  in  Reil«  und  Autenrieth's  Archiv  für  die 
Physiologie.  B.  tu  S.  220. 

Das  kleine  Hirn  hat  nach  Frankes  richti- 
ger Angabe  nur  ein  Paar  Schenkel,  nämlich  die 
hinteren,  zum  «Rückenmark  gehenden.  Die  seit- 
lichen Schenkel,  welche  in  Säugthieren  die  Brü- 
cke bilden,  fehlen,  womit  auch  meine  fortge- 
setzten Untersuchungen  des  Hirns  der  Vögel  über- 
einstimmen. Der  Mangel  der  Brücke,  oder  des 
Hirnknotens,  ist  eine  der  vorzüglichsten  Diffe- 
renzen in  der  Bildung  des  Hirns  der  Säugthiere 
und  der  Vögel. 

T.  W.  J.  Nicolai  Dissertatio  de  medulla 
spinali  avium,  ejusdemque  generatione  in  ovo  in- 
cubatof  Halae  ign.  4.  Uebersetzt  in  Reil's  und 
Autenrieth's  Archiv.  B.  11.  S.  156. 

41  * 


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644 

Ich  habe  an  dem  Rückenmark  der  Vogel 
Embryonen  der  frühem  Zeit  constant  einen 
<lurch  das  ganze  Rückenmark  durchlaufenden 
Kanal  bemerkt,  der  eine  klare,  lymphartige 
Flüssigkeit  enthält.  Der  sogenannte  Sinus  rhom- 
i>oidalis  ist  nur  eine  erweiterte  Stelle  des  Kanals. 
Die  vierte  Hirnhöhle,  ebenfalls  eine  Fortsetzung 
dieses  Kanals,  entsteht  dadurch,  dafs  die  beiden 
Schenkel  des  Rückenmarks  unter  dem  kleinen 
Gehirn  sich  nach  den  Seiten  gleichsam  aus  ein- 
ander rollen  oder  sich  von  einander  entfernen, 
wodurch  der  Kanal  des  Rückenmarks  zu  einer 
Hirnkammer  erweitert  wird.  Selbst  bei  mensch- 
lichen Embryonen  der  zwölften  Woche  habe  ich 
tlen  -Kanal  des  Rückenmarks  constant  gefunden, 
wie  ich  in  einer  Abhandlung  über  dießildungs- 
geschichte  des  Hirns  im  menschlichen  Embryo 
ausführlich  zeigen  werde, 

Prof.  Emmert  hat  den  Sinus  rhomboidales 
lies  Rückenmarks  der  Taube  beschrieben.  Beob- 
achtungen über  einige  anatomische  Eigenheiten, 
der  Vögel,  in  Reils  un||  Autenrieth*  Archiv. 
B.  10.  S.  377. 

Zu      31.    Zehntes  NeTven-Pia*. 

Ich  habe  wiederholt  an  dem  Magen  der  Hüh- 
ner und  Gänse  gefunden,  dafs  die  zu  dem  Ma- 
gen laufenden  Zweige  des  zehnten  Nervenpaars 
auf  den  die  Trituration  bewirkenden  Muskeln 
ein  ungemein  grofses  und  schönes  Nerven-Netz 
bilden.  Diese  Muskeln  sind  gleichsam  mit  einem 
Nerven -Netze  überzogen.  Die  zu  dem  Magen 
gehenden  Zweige  der  sympathischen  Nerven  lie- 
gen alle  auf  den  Magenarterien  auf,  und  geben 
keine  Zweige  an  die  Magen  -  Muskeln.  Sollte 
hieraus  nicht  hervorgehen,  dafs  die  zu  dem  Ma- 


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*45 


gen  gehenden  Zweige  des  zehnten  Nervenpaars 
als  Bewegungsnerven  des  Magens  zu  betrachten 
sind,  welche  auf  den  belebt  mechanischen Theil 
der  Verdauung  influiren;  dagegen  die  Zweige 
des  sympathischen  Nervens  auf  die  Secretion 
der  zur  Verdauung  nothwendigen  Flüssigkeiten, 
auf  den  belebt  chemischen  Theil  der  Verdau- 
ung, und  auf  die  Vegetation  oder  Ernährung  der 
Substanz  der  Magen  wände  selbst  ? 

2u      39.  Sympathisier  Nerv. 

Das  in  dem  Kanal  der  Queerfortsatze  der 
Hals -Wirbelbeine  neben  der  Wirbelarterie  lie- 
gende Stück  des  sympathischen  Nervens  mit  den 
Ganglien,  die  es  mit  den  Cervical -  Nerven  bil- 
det, Jiat  Prof.  Emmert  ebenfalls  bei  Eukn,  Fal- 
ken -  Arten ,  Raben ,  bei  der  Gans  u.  a.  gefunden* 
Beobachtungen  über  einige  anatomische  Eigen- 
heiten der  Vögel,  in  Reil's  und  Autenrieth's  Ar- 
chiv B.  10.  S»  377.  Nachtrag  zu  den  Beobach- 
tungen über  den  Eintlufs  des  Stimmnervens  auf 
die  Respiration,  nebst  einigen  Bemerkungen  über 
den  symphathischen  Nerven  bei  den  Säugthie- 
ren  und  Vögeln.  Ebend.  B.  1 1  S.  1 17.  Auch  ich  habe 
dieses  Halsstück  seit  der  Herausgabe  des  letzten 
Bandes,  abermals  bei  dem  weifsköpfigen  Ad- 
ler, bei  dem  schwarzen  Storch,  bei  der  Henne 
und  bei  der  Gans  gefunden.  Eins  der  hierüber 
aufbewahrten  Präparate  werde  ich  gelegenheit- 
lich abbilden  lassen. 

Zu  Capitcl  3.  Von  den  Sehorganen  der  Vögel. 

Prof.  Reim  ar üs  hatte  in  einer  kleinen  Ab« 
handlung  de  Cerebro  et  Nervis  in  den  Schriften 
der  Akademie  der  Wissenschaften  zu  München 


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646 

Band  3  S.  167.  Jahr  181 1  und  12  in  einer  An- 
merkung folgende  Vermuthung  geäussert:  Cum 
psittacus,  uti  notum  est,  motum  pupillae  habeat 
voluntarium ,  operae  pretium  foret,  subtili  ana- 
tome  oculus  ejusexaminare,  anne  ganglium  istud 
in  illis  deficiat?  Diefs  veranlafste  Herrn  Gehei- 
menrath Soemmerring  die  Augen  -  Nerven  des 
Truthahns  zu  untersuchen  und  die  Beschreibung 
derselben  der  obigen  Abhandlung  beizufügen. 
Aus  denselben  geht  hervor,  dafs  der  Truthahn 
ein  allein  vom  dritten  Nervenpaar  gebildetes 
Ganglion  ophthalmicum  besitzt,  und  dafs  erst 
mit  dem  aus  dem  Ganglion  hervorgetretenen  Ci- 
lärnerven  sich  ein  Zweig  des  ersten  Asts  des 
fünften  Nervenpaars  verbindet. 

Aus  einer  von  Herrn  Cuvier  entworfenen 
Zeichnung,  die  er  an  H.  Geheimenrath  Soem- 
merring übersendet  hat,  und  die  dieser  mir  mit- 
zutheilen  die  Güte  hatte,  erhellet,  dafs  auch  die 
Papageien,  namentlich  der  blaue  Aras  (Psittacus 
ararauna),  ein  Ganglion  besitzen ,  welches  aber 
von  einem  Zweig  der  dritten  Nervenpaars  und 
von  einem  Zweig  des  ersten  Asts  des  fünften 
Nervenpaars  gebildet  wird.  Auf  demselben  Blatte 
worauf  die  Zeichnung  der  Augennerven  des  Aras 
enthalten  ist,  befindet  sich  auch  eine  Abbildung 
der  Augennerven  des  Falco  pygargus,  welche 
ein  allein  vom  dritten  Nervenpaar  gebildetes 
Ganglion  ophthalmicum  darstellt,  ein  Zweig  des 
ersten  Asts  des  fünften  Nervenpaars  verbindet 
sich  mit  dem  aus  dem  Ganglion  hervorgetrete- 
nem Ciliarnerven. 

Ich  will  nun  auch  die  Untersuchungen  mit- 
theilen,  welche  Herr  Studiosus  Muck  unter  mei- 
ner Leitung  über  das  Ganglion  ophthalmicum 


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*47 

der  Vögel  angestellt  hat.  Dieses  Ganglion  wurde 
bei  allen  zur  Untersuchung  gewählten  Vögeln 
gefunden»  namentlich  bei  einem  Mäusehabicht» 
Jbei Raben,  Dohlen,  Elstern,  Truthühnern ,  Hüh- 
nern, Tauben,  Reihern,  Sägetauchern ,  Enten, 
Gänsen  u.  a.  Bei  den  Enten  und  Gänsen  ist  es 
kaum  bemerkbar,  und  stellt  nur  eine  kleine 
längliche,  graue  Anschwellung  eines  Asts  des 
dritten  Nervenpaars  dar.  Da  ich  die  Beschrei- 
bung der  Au^ennerven  in  dem  vorhergehenden 
Bande  nach  dem  an  der  Gans  angestellten  Un-< 
tersuchungen  entworfen  hatte,  so  habe  ich  das 
Ganglion  opbthaJmicum  übersehen,  und  bin  in 
den  Irrthum  verfallen,  solches  den  Vögeln  ab- 
zusprechen (§  24.  51),  ein  Irrthum,  der  durch 
die  bei  den  Vögeln  bemerkbare  willkührliche 
Bewegung  der  Iris  scheinbar  unterstützt  wurde» 
Das  Ganglion  wird  bei  allen  so  eben  genannten 
Vögeln  von  einem  Ast  des  dritten  Nervenpaars 
gebildet.  Der  dritte  Nerve  gibt  nach  seinem  Ein- 
tritt in  die  Augenhöhle  einen  Zweig  au  den  obo 
ren  geraden  Augenmuskel  ah,  dann  einen  Zweig 
welcher  zum  Ganglion  anschwillt,  und  hierauf 
Zweige  zum  inneren  und  unteren  geraden,  so 
wie  zum  untern  schrägen  Augenmuskel.  Das 
Ganglion  hat  bei  verschiedenen  Vögeln  eine  ver- 
schiedene Gestalt,  es  ist  rund  bei  Tauben,  Hüb-* 
nern*  Putern;  kegelförmig  beim  Reiher;  kolbig 
bei  Raben,  Elstern.  Beim  Truthahn  geht  ein 
Zweig  aus  dem  ersten  Ast  des  fünften  Nerven* 
paars  zum  vorderen  Theil  des  Ganglions;  bei 
einer  Taube  und  bei  einer  Gans  fand  diefs  ein- 
mal Ausnahmsweise  statt.  In  der  Regel  verbin- 
det sich  ein  Zweig  des  ersten  Asts  des  fünften 
Nervenpaars  mit  den  aus  dem  Ganglion  hervor- 
getretenen Ciliarnerven.  Bei  der  Gans  fand  sich 
einmal  ein  Verbindvuigszweig  des  ersten  Asts  des 


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648 

fünften  Nervenpaars  mit  dem  Ganglion  und  ein 
anderer  mit  den  Ciliarnerven.  Das  sechste  Ner- 
venpaar,  welches  sich  gröfstentheils  zum  äufse- 
ren  geraden  Augenmuskel  begibt,  versorgt  auclv 
den  langsehnigen  und  kurzen  Nickhautmuskel 
mit  Nerven« 

Zu  Capitel  4.  Von  den  Gehörorganen  der  Vö'geL 
Zu      70.  Gehörknöchelchen. 

.  A.  Carlisle  Physiologie  des  Steigbügelkno- 
chens, aus  einer  vergleichenden  Uebersicht  sei- 
nes Baues  und  Gebrauchs  in  den  Gehörwerk- 
zeugen verschiedener Thiere,  in  d.  Philos.  Trans- 
act.  for  de  year  1805.  Part.  2.  Im  Auszug  in 
Harles  und  Ritter  neuem  Journal  der  ausländ, 
medizinisch -chirurg.  Liter.  B.  7  St.  1  S.  34. 

Carlisle  hat  die  sogenannte  Columella  meh- 
rerer Vögel  beschrieben  und  abgebildet. 

Zu  Capitel  8«  Von  den  'aufseren  Bedeckungen» 
der  Haut  und  den  Federn. 

A.  Meckel  Ueber  die  Federbildung  in  Reffs 
und  Autenrieth's  Archiv  B.  12  H.  1  S.  37>  eine 
sehr  interessante  Abhandlung. 

Zu  Abichnitt  II.  Capitel  1.  Von  den  Knochen 

der  Vögel. 

C.  L.  Nitzsch  Osteografische  Beiträge  zur 
Naturgeschichte  der  Vögel.  Leipzig  18H.  8.  mit 
2  Kupf.  Diese  Schrift  enthält'  folgende  interes- 
sante Abhandlungen:  I.  Ueber  die  pneumatischen 
Knochen  der  Vogel.  IL  Von  besonderen  Ver- 
hältnissen und  Theilen  des  Kopfgerüstes  einiger 


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649 

Vogel,  Schädel  der  Schnepfe,  des  Ziegenmel- 
kers u.  s  w.  III.  Beschreibung  des  Höckerbejns 
am  sklerotischen  Knochenringe  der  Eulen.  IV. 
lieber  die  Schulterkapselbeine.  V.  Ueber  das 
Nagelglied  der  Flügelfinger,  besonders  der  Dau- 
men. VI.  Bemerkungen  üher  die  Knochen  der 
Füfse  in  einigen  Vögeln. 

Zu  Abschnitt  IU.  Capitcl  3.    Von  der  Speiie» 
röhre,  von  den  Magen  und  von  der 
Verdauung  der  Vögel. 

Ever.  Home  hat  Beobachtungen  über  die 
Structur  des  Magens  bei  Gras  fressenden  Vögeln 
geliefert,  und  hat  interessante  Vergleichungen 
in  Hinsicht  der  Aehnlichkeit  der  Verdauungs- 
organe dieser  Vögel  mit  denen  der  wiederkäu- 
enden Thiere  angestellt,  in  d.  Philos.  Transact» 
Y.  18 10.  P.  2.  Nro.  9. 

Derselbe  über  den  verschiedenen  Bau  und 
über  die  Lage  der  verschiedenen  zur  Auflösung 
des  Futters  bestimmten  Drüsen  (solvent  Gianda), 
nämlich  der  Drüsen  des  Vormagens,  in  Bezie- 
hung auf  die  Nahrungs-  und  Lebens- Weise  der 
Vögel.  Nebst  Bemerkungen  über  den  Kropf  ui^d 
den  eigentlichen  Magen.  Mit  sehr  schönen  Ab- 
bildungen.   Ebend.  Y.  1812.  , 

Der  nunmehrige  Baronet  Hottie  hat  seine 
Untersuchungen  über  den  verschiedenartigen  Bau 
der  Drüsen  des  Vormagens  fortgesetzt,  in  den 
Philos.  Transact.  Y.  1813.  Er  hat  die  Verdau- 
ungswerkzeuge des  bengalischen  Riesenkranichs> 
des  Erneu  und  des  neuhollindischen  Casuars  be- 
schrieben» 

4* 


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650 

Derselbe  über  die  gerinnenmachende  Kraft 
des  Magensaftes,  ebend.  Y.  1813-  Der  Kropf 
und  die  Magenhaut  vom  Hahn  bringen  Milch 
zum  gerinnen. 

Zu  Capitel  4.  Von  dem  Darmkanal  der  Vögel. 

419- 

Prot  Meckel  über  tJie  Divertikel  am  Darm- 
kanal, in  Reil's  Archiv.  B.  9,  S.  421.  Er  hat 
ebenfalls  den  Anhang  mehrmals  bei  Vögeln  ge- 
funden» unter  andern  beim  Schwan  S.  448»  und 
hält  ihn  für  ein  Rudiment  des  Ductus  vitelli  in- 
testinalis. 

J.  Macartney  über  den  bleibenden  kleinen 
Anhang  (diverticulum)  am  dünnen  Darm  von  Vö- 
geln, an  der  Stelle,  wo  derselbe  beim  Embryo 
im  Eye  mit  dem  duetus  vitello  intestinalis  ver- 
bunden war,  in  d.  philosoph.  Transact.  for  the 
Year  1311.  Er  beschreibt  die  Verschiedenheiten 
dieses  Anhangs  bei  mehreren  Gattungen.  Der 
Chylus  dringt  nicht  in  denselben,  und  der  An- 
hang scheint  Schleim  abzusondern* 

Auch  ich  habe  dieses  Diverticulum  aber- 
mals gefunden,  unter  andern  häufig  bei  jungen 
Hühnern,  bei  Totanus  maculatus,  und  bei  Schne- 
pfen. 

Zu  Capitel  7.   Von  der  Milr. 

Ich  habe  bei  einem  jungen  Hahn  eine  Milz 
mit  vier  kleinen  Nebenmilzen  angetroffen;  die 
gröfste  der  Nebenmilzen  hielt  anderthalb  Linien 
im  Durchmesser,  die  kleinste  eine  halbe  Linie. 


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65 1 


Beim  Menschen  kommen  die  Nebenmilzen  be- 


allein  im  verflossenen  Jah  re  zweimal  in  männ- 
lichen Leichen. 


Fourcroy  et  Vauquelin  Analise  de  TUrine 
d' Autruche  et  Bxperiencea  sur  les  excremens  de 
quelques  autres  familles  doiseaux,  in  den  An- 
nales du  Museum.  T.  17.  pag.  310.  Der  Harn 
des  Straufses  ist  dem  Harn  „des  Menschen  sehr 
ähnlich >  das  Verhältnifs  der  Bestandtheile  aber 
ist  abweichend,  namentlich  enthalt  er  bei  wei- 
tem  mehr  Harnsäure  als  letzterer.  Bemerkens- 
werth ist  das  Vorkommen  der  Harnsäure  und 
Phosphorsäure  in  dem  Harn  eines  Thiers»  wel- 
ches sich  nur  von  Vegetabilien  nährt,  Bestand- 
theile, die  in  dem  Harn  der  pflanzenfressenden 
Säugethiere  nicht  enthalten  sind,  dagegen  aber 
fehlt  die  Benzoe -Säure  in  dem  Harn  desStraus- 
ses» 


Zu  Abschnitt  IV.  Capitet  4.   Von  den  Reipi* 
rations  -  Organen  der  Vögel. 


Reimarus  lieber  das  Athmen,  besonders  das 
Athmen  der  Vögel  und  Insekten,  in  Reils  und 
Autenrieths  Archiv.  B.  11  S.  229.  Der  würdige 
Verfasser  sifcht  zu  beweisen,  dafs  die  mit  den 
Lungen  in  Verbindung  stehenden  Luftsäcke  und 
Luftzellen,  so  wie  die  Höhlen  der  Knochen 
beim  Ausathmen  mit  «Luft  gefüllt,  und  dafs  sie 


fand  ich  sie 


Zu  Capitel  11»    Von  den  Harn  Werkzeugen 

der  Vögel. 


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6s% 

hingegen  beim  Einathmen  gröfstentheils  von  Luft 
entleert  würden,  indem  die  Luft  beim  Ausath- 
men  durch  die  Verengerung  der  Brusthöhle  nicht 
nur  aus  den  Lungen  in  die  Luftröhre,  sondern 
Auch  durch  die  Oeffnungen  derselben  in  die 
Luftsäcke  und  in  die  Höhle  der  Knochen  ein- 
dringe, und  umgekehrt  bei  dem  Einathmen  und 
bei  der  Erweiterung  der  Brusthöhle  ströme  nicht 
nur  die  äufsere  Luft  durch  die  Luftröhre  in  die 
Lungen,  sondern  auch  die  in  den  Luftsäcken 
und  in  den  Höhlen  der  Knochen  enthaltene  Luft» 
Ich  kann  dieser  Meinung  nur  in  Bezug  auf  die 
Höhlen  der  Knochen  beistimmen,  weil  diese  sich 
als  starre,  keiner  Zusammenziehung  fähige  Höh- 
len beim  Athmen  ganz,  passiv  verhalten,  nicht 
aber  in  Bezug  auf  die  Luftsäcke  und  Luftzellen. 
Alle  in  der  Brust  und  Bauchhöhle  enthaltene 
Luftsäcke  und  Luftzellen  werden  bei  erweiter- 
ter Brusthöhle  mit  Luft  angefüllt,  wie  die  Er- 
weiterung und  Ausdehnung  der  Brust  und  des 
Bauchs  beim  Einathmen  zeigt;  beim  Ausathmen 
hingegen  wird  nicht  Hur  die  Brusthöhle  verengt, 
sondern  auch  die  Bauchhöhle,  weil  die  an  den 
untern  Rand  des  Brustbeins  befestigten  Bauch- 
muskeln sich  zusammenziehen,  auf  die  Luft- 
säcke drucken  und  die  in  ihnen  enthaltene  Luft 
gegen  die  Lungen  und  die  Luftröhre  auftreiben. 
Die  von  Reimarus  als  Beweis  seiner  Meinung 
angeführten  Versuche  an  lebenden  "gröfsern  Vö- 
geln, an  Gänsen  und  Truthühnern,  welche  die 
französischen  Akademiker  über  das  Athmen  der 
Vögel  angestellt  haben,    und  welchen  zufolge 
nach  geöffneten  Unterleibe  ohne  Verletzung  der 
Luftsacke  die  Luft  beim  Ausathmen  und  bei 
verengter  Brusthöhle  in  dieLuftsäeke  des  Bauchs 
eindrang,  und  umgekehrt  beim  Einathmen  und 

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653 

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bei  erweiterter  Brusthöhle  aus  den  Luftsacken 
des  Bauchs  in  die  Brusthöhle  strömte,  konnten 
dieses  Resultat  nur  darum  geben,  weil  beiOeft- 
nung  der  Bauchhöhle  die  Bauchmuskeln  durch« 
schnitten  wurden,  durch  deren  Action  die  Luft 
aus  den  Luftsäcken  des  Bauchs  beunAusathmen 
ausgetrieben  wird, 

.  - 

Die  Respiration  steht  mit  dem  Fluge  in  sehr 
genauer  Beziehung,  weil  der  Körper  durch  die 
eingeathmete  und  in  den  Lungen  erwärmte,  ex« 
pandirte  und  verdünnte  Luft,  welche  die  Luft« 
säcke  und  Luftzellen  anfüllt,  den  Körper  des 
Vogels  leichter  macht  Fast  auf  dieselbe  Art 
wird  ein  Ballon  zum  Steigen  gebracht,  dessen 
Luft  man  durch  Kohlenfeuer  erwärmt  und  ver- 
dünnt. Oeffnet  man  an  einem  lebenden  Vogel 
einen  grofsen  Luftsack,  so  strömt  die  erwärmte 
und  expandirte  Luft  aus,  und  der  Vogel  sinkt 
zu  Boden,  wie  die  §.  322  angegebenen  von  mir 
wiederholt  angestellten  Versuche  zeigen. 


Zu  Abschnitt  V.   Capttel  2.    Von  den  weibli- 
chen Zeugungrg .  Organen. 

Prof.  Emmert  hat  bei  mehreren  Vögeln, 
beim  Lämmergeier,  Goldadler,  Mäuse-Bussard , 
Sperber,  bei  der  grofsen  Obreule  und  bei  der 
Nachteule  zwei  Ovarien  gefunden.  Bei  den  Ra- 
ben, bei  dem  Reiher,  bei  den  Gänsen,  Enten» 
Hühnern,  Tauchern,  Sperlingen  u.  a.,  fand  er 
niemals  einen  zweiten  abgesonderten  Eierstock. 
Demnach  kommen  also,  so  viel  bis  jetzt  be- 
kannt, nur  den  Geschlechtern  Gypaekos,  Falco 


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654 

und  Strix  zwei  Eierstöcke  zu.  Beobachtungen 
über  einige  anatomische  Eigenheiten  der  Vö- 
gel, in  Reils  und  Autenrieths  Archiv.  Band 
10.  Seite  377. 

■ 

G.  Spangenberg  Disquisitio  anatomica 
circa  partes  genitales  foemineas  avium..  Goet- 
ting.  18 13.  4.  c.  tab.  aen. 


L    ands  hut, 
gedruckt    bey   Joseph  Thomann. 


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Verbesserung 
einiger  Sinn  störender  Fehler. 

S.  390  ist  durch  ein  Verseben  der  zu  den  neuhol  ('indischen 

Vögeln  gehörende  schwarzschwänzige  Adler 
Aquila  australis  aufgeführt  worden. 

S.  440  Zeile  2o  statt  Anas  faleguta,  lies  Anas  fuligula. 


-469  —  3I—65  Giad 
-  413   ""3°   —  Steinborn 


—  55  Grad. 

—  Steinbock. 


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